Estland

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Ostseeküste bei Eisma

Landschaft + Flora und Fauna

Estland ist größtenteils flach und leicht hügelig, lediglich im Südosten wird es leicht bergig. Der Suur Munamägi ist mit 318 Metern die höchste Erhebung des Baltikums. Etwa die Hälfte der Landesfläche ist bewaldet (vor allem Kiefern, Birken, Erlen und Espen).

Estland hat vielen Wasserflächen aufzuweisen, Moore, Flüsse und Seen und natürlich die angrenzende Ostsee. Die beiden größten Seen des Landes sind der Peipussee, der zum Teil auf russischem Territorium liegt und der fünftgrößte See Europas ist, und der Võrtssee. Der Võhandu im Süden ist mit 160 km der längste Fluss des Landes, am wasserreichsten ist jedoch die Narva, der Grenzfluss zu Russland.

Im Jahr 2015 wurden 2222 Ostseeinseln gezählt, die zu Estland gehören. Davon hat jedoch nur ein Bruchteil (318 Inseln) eine Fläche von mehr als einem Hektar. Die größten Inseln sind Saaremaa (2714 km²), Hiiumaa (989 km²), Muhu (198 km²) und Vormsi (92 km²). 19 Meeresinseln sind das ganze Jahr über bewohnt.

Reisemöglichkeiten

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Bahn: Eine direkte Zugverbindung von Deutschland gibt es nicht. Möglich, wenn auch sehr umständlich, ist eine Bahnfahrt nach Riga (über Berlin, Warschau, Sestokai, Vilnius und Daugavpils) und von dort eine Weiterreise mit dem Bus, alternativ auch bereits ab Vilnius mit dem Bus. Bei der Anreise über Kaliningrad oder Weißrußland ist ein Transitvisum erforderlich.

Bus: Von mehreren Orten Deutschlands aus gibt es Verbindungen nach Tallinn und anderen estnischen Städten, teilweise mit Umsteigen in Riga.

Fähre: Leider gibt es keine direkte Fährverbindung von Deutschland nach Estland. Es gibt aber folgende Möglichkeiten:

Die Strecke Helsinki – Tallinn wird mehrmals täglich von verschiedenen Linien bedient.
Wer unbedingt mit der Fähre anreisen möchte, hat auch noch die Möglichkeit, nur bis Lettland zu fahren und von dort weiter nach Estland zu fahren.

Flugzeug: Von Deutschland aus gibt es Direktflüge nach Tallinn, auch mit Billigfluglinien.

Reisen im Land mit öffentlichen Verkehrsmitteln

In Estland fahren sowohl Züge als auch Busse. 2013 wurde der gesamte Zugverkehr von der Staatsbahn Elron übernommen, das Eisenbahnnetz ist jedoch nicht sehr weit ausgebaut. Von Tallinn aus fahren Züge in Richtung Paldiski, Riisipere, Pärnu, Viljandi, Narva und Tartu. Tartu hat außerdem eine Zugverbindung nach Valga (an der lettischen Grenze) und Koidula (an der nordöstlichen Grenze zu Russland).

Hauptverkehrsmittel (vor allem in kleineren Ortschaften ohne Zuganschluss) sind Überlandsbusse. Von nahezu jedem Dorf gibt es eine Verbindung in die nächstgrößere Stadt. Seit dem 1. Juli 2018 sind die Landlinien des Nahverkehrs in 11 von 15 Landkreisen umsonst. Umsonst sind Busse der Landkreise Tartumaa, Valgamaa, Võrumaa, Põlvamaa, Järvamaa, Jõgevamaa, Viljandimaa, Ida-Virumaa, Hiiumaa, Saaremaa und Läänemaa. In den Landkreisen Harjumaa, Pärnumaa, Lääne-Virumaa und Raplamaa wurden die kostenlosen Landlinien (noch) nicht eingeführt. Kostenlose Busslinien sind mit dem Wort "tasuta" ('umsonst') ausgeschildert.

Nationalparks

Peipussee

Kleinster NP Estlands. Hügelige bewaldete Moränenlandschaft im Südosten Estlands mit vielen kleinen Seen und Sumpfgebieten.

Größter NP Estlands. Typische nordestnische Landschaft in ehemaligem militärischem Sperrgebiet. Geprägt durch dichte Wälder, Moore und eine Küste mit vielen Buchten und Landzungen. Charakteristisch sind auch die vielen riesigen Findlinge, die nahezu überall verstreut sind. Der Lahemaa NP ist aber auch historisch und kulturell bedeutsam, vor allem wegen seiner alten, oft noch ursprünglichen Fischerdörfer und der großen Gutshöfe und Herrenhäusern.

Feuchtgebiet an der Westküste inklusive vorgelagerter Inseln, Delta des Flusses Kasari. Gilt als größte Rast- und Niststätte für Zugvögel aus dem gesamten Ostseeraum. Natur- und Lehrpfade, Vogelbeobachtung.

Sumpf- und (Au)Waldlandschaft im Westen des Landes. Tiefe, von vielen Flüssen durchzogene Moore. Mehfache Überflutungen, besonders nach der Schneeschmelze. Charakteristisch sind die vielen Hängebrücken und die aus Espenholz gefertigten Einbäume. Kanutouren, Wander- und Lehrpfade.

  • Vilsandi NP

An der Westküste der Insel Saarema samt vorgelagerter Inseln. Ist besonders wegen seiner Flora und Fauna (große Vogelvielfalt, Kegelrobbenkolonien) geschützt. Kiefernwälder, Wacholderhaine, zerklüftete Küsten und Korallenriffe. Lehrpfade und Vogelbeobachtung.


Daneben gibt es noch etliche Natur- und Landschaftsschutzgebiete.


Allgemeine Informationen

Einkaufen

In beinahe jedem Dorf gibt es einen kleinen Laden für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs. Diese Läden haben sieben Tage die Woche bis von morgens bis abends geöffnet (Ausnahmen gibt es immer). Tütensuppen lassen sich in größeren Supermärkten finden. Spiritus gibt es nur in Apotheken. Gaskartuschen lassen sich unter anderem in Outdoor- und Jagdläden finden.

Tendenziell wird in Estland heutzutage mehr mit Karte als mit Bargeld gezahlt.

Zeltplätze und Hütten

RMK ist der Name der Organisation, die für die Staatswälder zuständig ist. Auf der Seite des RMK lassen sich Informationen zu kostenlosen Zelt- und Grillplätzen finden. Einfach in der Suche den jeweiligen Landkreis und das Gesuchte eingeben. Dort findet man auch Informationen zu der Ausstattung des jeweiligen Platzes. Generell sind zumindest eine Grillstelle, Bänke mit Unterstand und eine Trockentoilette vorhanden. In den meisten Fällen wird außerdem trockenes Feuerholz bereitgestellt. Trinkwasser gibt es jedoch nicht bei allen Plätzen.

Auf der gleichen Seite kann man außerdem auch nach Hütten suchen, die man mieten kann.

Wild zelten

In Estland gilt generell das Jedermannsrecht. Übliche Ausnahmen (Schutzgebiete, Privatbesitz) sind in der Regel ausgeschildert. Bei abgelegenen Privatgrundstücken besteht meist die Möglichkeit, den Eigentümer um Erlaubnis zu fragen.

Impfungen

Eine Impfung gegen FSME ist sehr zu empfehlen. Das Baltikum hat, gemessen am Bevölkerungsanteil, die höchsten Infektionsraten in Europa. Dazu die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes

Sprache

Estnisch gehört zur finnougrischen Sprachfamilie und ist dem Finnischen sehr ähnlich. Die jüngere Generation spricht gut Englisch, die ältere Russisch. Auch Deutsch und Finnisch sind recht weit verbreitete Fremdsprachen.

Auf Grund geschichtlicher Ereignisse verzichten manche Esten lieber auf den Gebrauch von Russisch zur Kommunikation. Dies lässt sich jedoch nicht verallgemeinern. Wenn man nicht automatisch Russischkenntnisse voraussetzt, sondern sich höflich erkundet, ob der/diejenige Russisch spricht, sollte man als Tourist auf keine Probleme stoßen.

Der Nordosten Estlands (Narva und Umgebung) ist größtenteils russischsprachig. Auch die Hauptstadt Tallinn hat einen großen Russenanteil. In anderen Teilen des Landes ist die Anzahl an Russen jedoch kleiner, auf den Ostseeinseln zum Beispiel leben so gut wie keine Russen.

Die Nordwestküste Estlands sowie einige Inseln (Vormsi) hatten bis zum zweiten Weltkrieg eine schwedische Minderheit. Diese ist jedoch zu Beginn der Sowjetunion nach Schweden geflüchtet. Nach der Wiederunabhängigkeit Estlands sind wenige Estlandschweden wieder zurückgekehrt. Die schwedische Vergangenheit lässt sich unter anderem an den Ortsnamen erkennen.

Baden

In der Nähe von Orten oder an Straßen ist man mit Badebekleidung auf der sicheren Seite. Gerade, wenn auch andere Leute da sind, ist Badebekleidung die Regel. An abgelegeneren Stellen ist unter Einheimischen auch Nacktbaden üblich. Dies vor allem dann, wenn es sich um ein Privatgrundstück oder eine gemietete Hütte mit Sauna handelt.

An der Ostseeküste im Nordosten im Bereich um Sillamäe wird vom Baden abgeraten. Hier wurde früher Ölschiefer abgebaut und Uran gewonnen. Boden und Meer sind noch verunreinigt.

Landkarten

  • Regionalkarten im Maßstab 1:200.000 vom Verlag E.O.Map – im Land im Buchladen oder bei Tourismusinformation, vorab z.B. bei

GeoBuchhandlung Kiel

Outdooraktivitäten

kleine Landstraße

Radfahren

Es gibt in Estland mehrere numerierte und markierte Radrouten: Übersicht Sie nutzen die vorhandenen kleine Landstraßen, manchmal aber auch unasphaltierte Straßen. Führen sie selten einmal an Schnellstraßen entlang, verläuft nebenher ein separater Radweg. Unabhängig von den markierten Routen ist Estland bestens für längere Radtouren geeignet. Auf den kleineren Landstraßen ist der Verkehr gemächlich, die Autos überholen in großem Bogen. Ausnahmen bilden die großen Schnellstraßen; dort ist wegen des starken Verkehrs und der rüden Fahrweise das Radfahren nicht zu empfehlen. Die Asphaltqualität relativ gut. Etliche Straßen sind jedoch (noch) gar nicht asphaltiert; der Belag besteht aus festgefahrenem Sand und Split, der regelmäßig wieder aufgetragen wird. Durch das Befestigen ist die Straße voller Rillen und das Radfahren wird für den Fahrer zur Qual und für das Rad zur Bewährungsprobe. Fahrradläden, Touristeninformationen und Campingplätze bieten sehr oft Leihräder an. Diese taugen kaum für eine längere Strecke, aber für eine Tagestour sind sie ausreichend. Die Überlandbusse haben oft große Gepäckfächer, so daß man das Fahrrad mit in den Bus nehmen kann. Verlassen sollte man sich darauf aber nicht.


Wandern

In Estland gibt es zwei relativ neue Fernwanderwege: einer von Nordwesten nach Südosten und einer von Nordosten nach Südwesten.

In Nationalparks, Naturschutzgebieten und ähnlich touristisch erschlossenen Regionen sind weitere markierte Wanderwege angelegt, die jedoch eher für Kurztouren geeignet sind.

Auch unabhängig von den markierten Wegen läßt sich Estland bei seinem Wald- und Wiesenreichtum und seiner geringen Besiedlungsdichte, gut zu Fuß erkunden.

Wassersport

Estland ist ein wasserreiches Land und es gibt genügend Möglichkeiten für eine Kanutour. Am einfachsten ist aber immer noch das Fahren mit eigenen Booten, da es nur in wenigen Gebieten Verleiher gibt. Das klassische und touristisch am besten erschlossene Revier zum Kanufahren ist der Soomaa NP. Eine kleine Übersicht über die Befahrbarkeit einiger estnische Flüsse gibt es auf dundak.de Mit seiner Schärenküste und den vielen vorgelagerten Inseln bieten sich auch ideale Bedingungen für Seekajaktouren auf der Ostsee.
Linkliste für einige Verleiher


Wintersport

Estland ist schneesicher und besonders im Südosten im Gebiet um Otepää gibt es gute Möglichkeiten für Skilanglauf.

Links

Länderinformation AA