E1

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Route des E1

Der Europäische Fernwanderweg E1, der vom Nordkap bis nach Sizilien führt, hat eine Gesamtlänge von etwa 6000 km. Davon sind bis heute ungefähr 4600 km markiert. In einigen Ländern, z. Bsp. in der Schweiz, ist der E1 nicht ausdrücklich gekennzeichnet, sondern Bestandteil überregionaler Weitwanderwege.


Kurzinfo

Nordkap - Nordsee - Bodensee - Gotthard - Mittelmeer

Nordkap (N) - Kautokeino (N) - Kilpisjärvi (FIN) - Abisko (S) - Sulitjelma (N) - Röros (N) - Grövelsjön (S) - Göteborg (S) - Grenaa (DK) - Silkeborg (DK) - Flensburg (D) - Frankfurt/Main (D) - Konstanz (D) - Zürichsee (CH) - Gotthard (CH) - Lugano (CH) - Genua (I) - Florenz (I) - Castelluccio di Norcia (I)

Norwegen / Finnland / Schweden

Der Weg startet am Nordkap in Norwegen und führt zunächst bis Kautokeino. Dort schließt sich der Nordkalottleden an, der u.a. durch Finnland (70 km) und Schweden (64 km) führend in Sulitjelma endet. Ab Sulitjelma nutzt man die Nordlandsruta bzw. den Grensesömmen bis nach Grövelsjön in Mittelschweden. Hierbei verläuft ein 133 km langes Stück in Schweden. Im Bereich des Börgefjell-Nationalparks und südlich davon bis Setertjönnhytta ist der Weg nicht markiert. In einigen Teilen weicht der E1 von der Wegführung des Nordkalottledens und des Grensesömmens ab. Der E1 hat vom Nordkap bis Grövelsjön eine Länge von 2115 km, davon 1850 km in Norwegen.

Schweden

Das schwedische Wanderwegenetz ermöglicht ab Grövelsjön einen lückenlosen Verlauf bis zur Küste. Über Särna, Mora, Leksand, Kopparberg, Lindesberg, Karlsborg, Hjo, Mullsjö, Ulricehamn, Borås führt der E1 nach Göteborg. Die hierbei genutzten Wanderwege sind insbesondere der Kungsleden (Süd), Vasaloppsleden, Siljansleden, Sméleden, Bergslagsleden, Västra Vätterleden, Bohusleden und Hallandsleden. Wanderer bewegen sich nun immer häufiger durch altes Kulturland. Der E1 passiert die Außenbezirke von Göteborg und verlässt Schweden über den Fährhafen in Varberg.

Von Grövelsjön bis nach Varberg sind es ca. 1210 km.

Dänemark

Zwischen Skanderborg und Silkeborg

Dänemark hat den E1 vom Hafen in Grenaa bis Silkeborg im Jahr 2006 neu ausgeschildert. Von Grenaa bis Århus wird der E1 über die Molsroute geführt. Weiter geht es über den Fernwanderweg Århus - Silkeborg bis vor die Stadtgrenze der Kleinstadt, die am Ufer des gleichnamigen Sees liegt. Südwestlich von Silkeborg, mitten in Jütland, trifft der E1 auf den Heerweg, der als Dänemarks bekanntester und oft begangener Fernwander- und Fernradweg, in Richtung Süden führt. Auf Höhe der Stadt Padborg kommt aus Osten der Europäische Fernwanderweg E6 hinzu. Nach über 340 km wird bei Padborg die Grenze nach Deutschland überschritten.

Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland ist der E1 durchgehend ab Flensburg real vorhanden. Entweder in lokale Weitwanderwege integriert, oder mit einem liegendem X, dem Andreaskreuz, gesondert ausgeschildert.

Entlang der Ostseeküste geht es bis nach Lübeck. Hier wird die Ostsee verlassen. Bis zum nächsten Meer, dem Mittelmeer bei Genua, sind es jetzt noch 3000 km.

Im langezogenen Schleifen geht es weiter durch Schleswig-Holstein. Zwischenzeitlich trennt sich der E6 in der Nähe von Güster vom E1. Durch Hamburg, Soltau und die Lüneburger Heide wird der Fernwanderweg nach Niedersachsen geführt.
Schild an der Hütte "schöne Aussicht" bei Bad Driburg

Der Wanderweg Schlei - Eider - Elbe dient in Schleswig-Holstein als westliche Variante des E1. Von Schleswig geht es quer über das flache Land nach Meldorf. Hier kommt der E1 an die Nordsee, und wird damit seiner ursprünglichen Bezeichnung "Nordsee - Bodensee - Wanderweg". gerecht. Die Strecke bleibt immer im Einzugsbereich der Elbe, bis Hamburg erreicht wird. In der Hansestadt trifft die Variante wieder auf die Hauptstrecke

Hinter Hannover fallen im Weserbergland erstmalig seit Südschweden wieder nennenswerte Höhenmeter an. Nach dem Überqueren der Weser bei Hameln, wird der Weg (mit teilweise erheblichen Anstiegen) durch das Lippische Bergland und den Teutoburger Wald nach Lemgo in Nordrhein-Westfalen geführt.

Kloster Arnstein an der Lahn

Altenbeken, Eggegebirge, das Sauerland mit dem Kahler Asten (840 m) und das Rothaargebirge sind die nächsten Stationen auf dem Weg nach Süden. Hinter Bad Laasphe mit der Lahnquelle und Siegen steht der Anstieg zum Westerwald an.

Rheinland-Pfalz ist nun erreicht. Nach der höchsten Erhebung des Westerwald, der Fuchskaute (641 m), wird die Landschaft flacher und offener. Windräder begleiten hier den E1 über einsame Höhenwege, bis der Westerwald bei Nassau in das Lahntal abfällt. Der Lahn-Camino - einer der neuen Jakobswege in Deutschland - bleibt bis zum Verlassen des Lahntals, beim E1 - allerdings in die entgegengesetzte Richtung. In Balduinstein wird das Lahntal über Schloss Schaumburg verlassen.


Markierung des E1 im Taunus

Bevor Frankfurt am Main erreicht wird, muss der Taunus mit dem Städtchen Idstein und dem Großen Feldberg/Ts. (878 m), durchwandert werden. An dessen Hängen kreuzt der Europäische Fernwanderweg E3 den E1. Die Etappen zwischen Frankfurt/Main über Darmstadt nach Ober-Ramstadt in Odenwald sind fast flach. Weiter geht's über Höhenwege durch den Odenwald. Oftmals ergeben sich sehr weite Ausblicke bis ins Rheintal. Hessen wird unmerklich verlassen.

Baden-Würtenberg ist schon lange erreicht, wenn bei Heidelberg der Neckar in Ziegelhausen überquert wird. Hier kreuzt der E8 den E1. Der Kraichgau zeigt sich mit wenig begangenen Feld- und Waldwegen von seiner einsamen Seite. Nach der Melanchthonstadt Bretten liegt Pforzheim und damit der Zugang zum Schwarzwald noch eine Tagesetappe weit weg.

Die rote Raute als Markierung des Westweg ersetzt hinter Pforzheim das Andreaskreuz des E1. Im nördlichen Schwarzwald sind bis heute die Sturmschäden, die der Orkan "Lothar" verursacht hat, noch immer deutlich zu sehen. Als Folge entstanden dadurch neue Fernsichten manchmal bis nach Frankreich. Ein steiler Abstieg führt nach Forbach hinunter. Diese Höhenmeter werden für die Strecke zum Mummelsee wieder gebraucht. Hornisgrinde, die Donauquelle, Kalte Herberge sind die Namen der Stationen auf dem Westweg zum Titisee. Mit 1493 m, dem Feldberggipfel, erreicht der E1 seinen höchsten Punkt in Deutschland. Nach Verlassen des Feldberggebietes ersetzt die Markierung des Querweg Freiburg - Bodensee die Raute des Westweg. Die Querweg-Markierung (weiß-rote Raute auf gelben Grund) begleitet den Wanderer über Lenzkirch und die Wutachschlucht durch den Hegau nach Singen. Jetzt sind es noch 38 km bis nach Konstanz am Bodensee, dem Endpunkt des E1 durch Deutschland.

Von Flensburg bis Konstanz wurden 1900 km zurückgelegt.

Schweiz

Schweizer Schilderwald
Ab Kreuzlingen wird der E1 auf den sehr gut ausgeschilderten Wanderwegen der Schweiz weitergeführt. Bis auf sehr wenige Hinweise, besteht keine extra Wegkennzeichnung für den Europäischen Fernwanderweg. Die hervorragende Beschilderung (Beispiel vom Genfer See) der Wanderwege führt aber sicher bis zum Ziel am Lago di Lugano.

Nach dem Grenzübergang geht es durch Hügelland über Wil, Wattwill nach Rapperswil am Zürichsee. Mit dem folgenden Etappenziel Einsiedeln wird dieser zu Fuß überquert. Es fallen wieder anstrengende Aufstiege an. Nach wenigen Kilometern durch das Alptal folgt der starke Anstieg nach Haggenegg (1415 m). Vorbei an Kleinen- und Großen Mythen (1899 m) geht's hinunter nach Schwyz (515 m). Südlich von Brunnen führt der Weitwanderweg zusammen mit dem "Weg der Schweiz" am westlichen Ufer des Urner Sees (Vierwaldstätter See) entlang, vorbei an der Tellskapelle und weiter über die alte Axenstraße nach Altdorf. Hinter Altdorf bleibt der E1 in Sicht- und Hörweite der Autobahn Richtung Gotthard. Der Gotthard gibt die neue Richtung an. Noch einmal bleibt der Weg flach. Am Ortsausgang von Amsteg (545 m) beginnt der Anstieg - zum Teil auf alten Säumerwegen - zum Gotthardpass (2091 m).

Der höchste Punkt des gesamten E1 ist erreicht.

Der Abstieg durch das Val Tremola führt durch ein verlassenes Dorf und Bergwiesen nach Airolo (1140 m) im Tessin.

Während die Autobahn am Tunnelausgang schnell von 1100 auf 400 Meter abfällt, bleibt der Wanderweg bis Biasca überwiegend auf 900 bis 1200 Meter. Die Strada alta verläuft auf einem alten Saumpfad - heute oft mit dem Auto befahrbar - durch alte Dörfer und Kulturlandschaften. Der steile Abstieg nach Biasca führt wieder in Hörweite der Autobahn. Über den Uferweg des Ticino wird Bellinzona mit seinen Burgen durchwandert. Anschließend steigt der Fernwanderweg erneut an. Der Übergang am Cima di dento (1000 m) ist der letzte große Anstieg vor dem Erreichen des Lago di Lugano. 350 Kilometer sind beim Eintreffen in Morcote durch die Schweiz zurückgelegt. Die Fähre nach Italien bietet sich als Fortführung des E1 an.

Italien

Über 750 Kilometer, die meisten davon schlecht markiert, führt der E1 durch Italien. Durch die Lombardei geht weiter zum Südufer des Lago Maggiore. Die Via del Ticino ermöglicht eine schnelle Wanderung immer in der Nähe des Ticino bis kurz vor Zerbolo. Hier besteht entweder die Möglichkeit, entlang von Straßen auf dem alten Wegverlauf bis nach Tortona (fast nicht markiert) zu wandern, oder weiter dem neuen Weg entlang des Ticino weiter zu folgen. Im zweiten Fall führ der Weg zunächst nach Pavia, dann zum Zusammenfluß von Ticino und Po, der hinter Mezzana Corti in Richtung Bottarone überschritten wird. Von hier aus bis hinter Tortona ist ebenfalls keine Markierung vorhanden. Spätestens ab Pavia sind die folgenden Streckenabschnitte wegen schlechter Wegmarkierung und mangelnder Übernachtungsmöglichkeiten eine kleine Herausforderung für jeden Wanderer.

Südlich von Tortona wird der Weg lückenhaft markiert über die lieblichen Hügel des Piemonts bis nach Arquata Scrivia geführt. Ab Arquata Scrivia gibt es fast keine Markierungs- jedoch erhebliche Übernachtungsprobleme. Falls man es konditionsmäßig schafft, ist es das Beste, die restliche Strecke über teilweise steile und schattenlose Hügel Liguriens nach Genua - Pegli am Mittelmeer in einem Tag zu laufen. (17 Stunden offizielle Wanderzeit.)

Im bergigen Hinterland dieser Großstadt trifft der E1 auf den Europäischen Fernwanderweg E7 und damit auf den Ligurischen Höhenweg. Beide E-Wege führen einige Kilometer gemeinsam. Am Mittelmeer endet die Stammstrecke des E1. (Flensburg-Genua Pegli) Vom Passo della Bocheta nach Genua handelt es sich jetzt bei diesem in südwestliche Richtung führendem Endstück um eine E1-Stichstrecke. Die Hauptstrecke wird zunächst zusammen mit dem Europäische Fernwanderweg E7 nach Südosten geführt.

Der E1 verläuft weiter auf dem gut ausgeschilderten Ligurischen Höhenweg. Von Genua bis La Spezia bleibt die Mittelmeerküste immer in Reichweite. Ab dem Skigebiet Zum Zeri geht es weiter auf dem Grande Escursione Appenninica in Richtung Toskana. Die Landschaft Mittelitaliens wird nun grüner. Südlich von Florenz ist Umbrien die nächste Region Italiens, in die der Fernwanderweg führt. Der E1 endet heute in Castelluccio in den Monti Sibillini.

Es gibt weitere, weiter südlich liegende Abschnitte des E1, die bisher mit der Hauptstrecke noch nicht verbunden sind, z.B. der Weg durch das Valle del Salto von Terme di Cotilia zu den Ruinen von Alba Fucens (85 km) und weiter bis Campo Rotondo, die Fortführung bis San Biagio Saracinisco (ca. 150 km ab Campo Rotondo) und der Alta Via del Cervati e Alburni in Kampanien (ca. 120 km).

Wer bis zu dem geplanten Ende des Europäischen Fernwanderweges in Sizilien wandern will, wird abgesehen von den o.a. Teilstrecken auf Verkehrsstraßen ausweichen müssen. Bis Rom bietet sich eventuell der alte Pilgerweg , die Via Francigena, der Rompilger an. Dieser benutzt heute viele Nebenstraßen. Für den Weg ab Rom fehlen größtenteils Beschreibungen und aktuelles Kartenmaterial.

Der Abschluss bis Sizilien wird eine lange und einsame Wanderung - weitesgehend über Land- und Fernstraßen - immer in Richtung Süden. Auf der italienischen Insel wurde 2016 der erste markierte Abschnitt im Bereich des Parco dell'Etna eröffnet. Weitere Abschnitte zwischen den Gebirgen Peloritani und Iblei sollen noch im gleichen Jahr markiert werden.

Literatur

  • Arthur Krause, Europäischer Fernwanderweg E1, Auflage 1996, Kompass-Verlag ISBN 3-81340-214-2 <br\>Wegbeschreibung von Flensburg bis Lugano.
  • Karin Baseda-Maas, E1 Das Buch zum Weg - Zu Fuß von Flensburg zum Bodensee - Book on Demand ISBN 3-89811-657-3
  • Michael Turzynski, Auf dem E1 von Göteborg über Flensburg nach Genua - Book on Demand ISBN 978-3-83349-275-4

Allgemein

  • Europäische Fernwanderwege, Übersichtskarte 1:3.500.000, Freytag u. Berndt ISBN 3-7079-0100-9
  • Frank Auerbach (Hrsg.), Europäische Fernwanderwege - Zu Fuß durch Europa - Steiger Verlag ISBN 3-89652-177-2 Vergriffen!
  • Hans Jürgen Gorges, Auf Tour in Europa, Kompass-Verlag ISBN 3813403386
  • Robert Wurst, Auf Europas Großen Wegen: Wandern und Kultur, Styria Graz ISBN 3222123462

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