Bolivien

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Kultur, Landschaft + Flora und Fauna

Bolivien ist ein Land der Extreme. Extreme Armut vieler und extremer Reichtum weniger neben extremer Höhe mit extremer Trockenheit oder extrem flache Gebiete mit extremen Niederschlägen oder, oder, oder. Nebenbei ist es das Land Südamerikas mit dem höchsten Anteil indigener Bevölkerung (Quechua 30%, Mestizen 30%, Aymara 25% und Weiße 15%) und einer entsprechenden Kultur. Die Quechua und Aymara des Hochlandes sind Nachfahren der Inkas bzw. der Vor-Inka-Kultur von Tihuanaco. Im Tiefland gibt es weitere Ethnien, z.B. die Moxos, Mosetenes, Chimanes oder die Guarani. Durch diese reiche ethnische Vielfalt ist natürlich auch eine entsprechende kulturelle bzw. architektonische Vielfalt gegeben.

La Paz, der höchste Regierungssitz der Welt (Hauptstadt ist Sucre) mit dem Illimani (6462m) im Hintergrund.

Neben Paraguay ist Bolivien das einzige Binnenland Südamerikas. Die wichtigsten Regionen sind das Altiplano in der Andenregion, das Amazonasbecken im Norden und Nordosten und der Chaco im Süden. Und es ist das Land der Höhensuperlative. Bolivien hat einige der höchsten Berge Südamerikas (mdst. 6 6000er, viele 5000er und unzählige 4000er) und einige der kleineren sind auch noch unbestiegen. Desweiteren liegt der höchste schiffbare See der Welt, der Titicacasee, auf der Grenze zwischen Bolivien und Peru. La Paz mit seinen ca. 3700m ist der höchste Regierungssitz der Welt. Die höchstgelegene Skipiste der Welt liegt ebenfalls hier, in Chacaltaya auf ca. 5300m. Und im Osten entspringen einige wichtige Amazonaszuflüsse, die das Gebiet auch für die Wassersportler interessant machen.

Nebenbei stellen das Amazonasgebiet und auch der Chaco einzigartige Ökosysteme dar, die jeweils ihren ganz eigenen speziellen Reiz haben. Im Amazonasbecken gibt es noch undurchdringlichen Urwald, der von einer für uns Europäer unvorstellbaren Biodiversität des Tier- und Pflanzenreiches geprägt ist. Der Trockenwald Chaco ist vielleicht noch am ehesten mit der Savannenlandschaft Afrikas zu vergleichen und für Südamerika einzigartig.

Interessante Zusatzinformationen

Bolivien ist vor allem von der Höhe geprägt. Und der internationale Flughafen in El Alto bei La Paz liegt auf 4.100m Höhe. Also ist man schon bei der Anreise der Höhe ausgesetzt und kann erste Anzeichen der Höhenkrankheit zeigen. Schön die ersten Tage erstmal akklimatisieren, alles ruhig angehen, viel schlafen, viel trinken, evtl. ein bisschen wandern gehen. Und auf guten Sonnenschutz achten (Kopfbedeckung), die Sonne knallt auch durch den Smog und die Wolken hindurch umbarmherzlig.

Outdooraktivitäten

Bolivien ist prinzipiell durch seine abwechslungsreiche Landschaft für alle Outdooraktivitäten wie Wandern, Bergsteigen, Klettern, Raften, Flußwandern usw. super geeignet.

Bergsteigen und Klettern dabei natürlich vor allem in den Anden, aber auch die Mittelgebirge der Yungas bieten noch einige reizvolle Touren. Besonders reizvoll zum Wandern bzw. Trekken sind neben den Wegen im Hochland vor allem auch die Wege, die vom Hochland in das Tiefland führen.

empfehlenswerte Reiseführer

"Nah Dran - Bolivien Reisekompass" von Hella Braune und Frank Semper, erschienen im Sebra-Verlag, ISBN 3-9805953-0-7. Ca. 460 Seiten voll mit Informationen zum Land, zu Leuten, zur Kultur, aber auch zu vielen Wander- und Trekkingrouten, sowohl zu Fuß, als auch mit dem Jeep, allein oder geführt.

„Bolivien...selbst entdecken“, von Rainer Waterkamp aus dem Regenbogen Verlag Zürich, ISBN 3-85862-460-8. Ca. 400 Seiten mit einem sehr umfangreichen Landeskundeteil und ansonsten den Standardinformationen zu empfehlenswerten Städten, Routen und Touren. Weniger Trekkingrouten als in obigem Buch.

Touren und Treks

Ich fasse mal Trails und Touren zusammen und beziehe mich bei den Angaben zu den Treks erstmal auf die Angaben aus dem Reiseführer des Sebra-Verlages oder auf selbst erwandertes.

Titicacasee

Auf der Isla del Sol

Die Kordillieren und das Altiplano

tja, schreibt was, ich wohn im Tiefland ;-)

Die Yungas

Takesi-Trek
La Cumbre-Coroico-Trek oder auch Choro-Trail
Der La Cumbre-Pass, der Eingang in die Yungas und die Haltestelle zum Start des Chorotrails, es geht links von diesem Berg runter

So, jetzt habe ich den auch abgelaufen und kann aus erster Hand berichten. Ist ganz nett, nicht so anstrengend, da es fast immer runtergeht. Man kann sehr schön den Übergang vom kargen Hochland zur üppigen Vegetation des Tieflandes sehen, auch wenn man leider nicht an Bananen- oder Orangenplanzungen vorbeikommt. Aus dem Zentrum von La Paz kann man ein Taxi hoch nach Villa Fatima nehmen und dort in eine Flota (z.B. Yunguena oder Trans-Total) in die Yungas oder ins Tiefland einsteigen und sich bis zum La Cumbre-Paß fahren lassen (ca. 10 Bolis, Preise Sept. 2005). Dort aussteigen und links vom Paß zum Gebäude der Schutzgebietsverwaltung gehen. Kurz registrieren und ab gehts. Dann dem etwas kurvigen Fahrweg folgen und auf einen Paß zu halten, der vom dem Haus aus sichtbar ist und mit einem großen Steinmännchen oder sowas markiert ist. Die Ranger helfen einem auch gern weiter. Dort ist man am höchsten Punkt auf knapp 4900m und danach geht es abwärts. Den Weg kann man ab da nicht verfehlen, es gibt nur den einen und der ist teilweise noch aus Inkatagen gepflastert. In Tagestourentfernung (sowohl für Normalschnelle, als auch für etwas schnellere) sind bei kleinen Ansiedlungen so kleine Strohdächer zum Rasten und drunter Schlafen eingerichtet (5Bs. pro Zelt). Da gibts dann auch ein paar Refrescos und evtl. ein paar Konserven. Schluß ist in Chairo, dort gibts mehrere Jeeps, die einen nach Coroico fahren (ca. 180 Bs.). Man kann natürlich auch weiterlaufen und an der neuen Straße von bzw. nach La Paz noch ein bisschen trampen. Da es bis auf 2 kleine Anstiege von ca. 170m nur bergab (von 4900m bis runter auf ca. 1600m) geht, sind vielleicht Stöcke empfehlenswert, wir haben keine gebraucht, aber eine Frau hat dann ein bisschen über Knieprobleme geklagt. Guide braucht man eigentlich keinen, der Weg ist recht einfach zu finden. Leider haben anscheinend einige Touris die Kinder in den Dörfern zu oft mit Süßigkeiten gefüttert, die haben sich nämlich leider echt dran gewöhnt, nach solchen zu betteln. Einfach ignorieren, auch wenn es vielleicht schwerfällt.

weitere

Der Palca Canyon
Der Illimani ueber dem Eingang zum Palca-Canyon

Der Palca Canyon ist eine kleine wunderschöne enge Schlucht, die man in einer gemütlichen Tageswanderung von La Paz aus erkunden kann. Start ist in Ovejuno, oder Huni (südliches La Paz). Ersteres erreicht man mit dem Micro oder Taxi vom Zentrum in ca. 1h. Huni ist noch ein bisschen weiter die Strasse hoch, aber man kann schon laufen, was auch schon sehr reizvolle Sichten auf den Illimani bietet. Von Ovejuno läuft man ca. 2h bis Huni, wie gesagt, immer die Straße hoch und in Huni irgendwann rechts runter in Richtung Schlucht. Kann man eigentlich kaum verfehlen. Immer in Richtung Illimani. Den Eingang markiert ein ziemlich markanter Obelisk. Ansonsten einfach die Leute fragen, die kennen das auch fast alle. Wenn man in der Schlucht ist, weitere 1,5-2h und man kommt in Palca an, einem kleinen pittoresken Dorf inmitten von Terrassenfeldern am Fuße des Illimani. Von dort geht dann in unregelmäßigen Abständen (wenn er voll ist) der Micro zurück nach La Paz, oder man läuft hoch zur Straße und trampt dann weiter. Wie gesagt, wunderschöne kleine Wanderung für Akklimatisierungen oder einen kleinen Wochenendausflug.

La Muella del Diablo

Im Süden von La Paz gelegen ist der Backenzahn des Teufels ein kleiner Felsen, der über die Stadt ragt, aber noch innerhalb des Talkessels liegt. Man kann sowohl von Mallasa als auch von Pedregal da hoch wandern/spazieren. Wenn man die Fahrstrasse von Pedregal hochläuft, sollte man auf ein paar verrückte Downhill-Mountainbiker aufpassen, die dort querfeldein runter rasen. Es gibt noch einen sog. canon escondido, aber den haben wir nicht gefunden. Oben gibt es dann ein kleines, niedliches Dörfchen und direkt am Felsen gibt es einige Kletterrouten. Kleinere Sachen, aber teilweise recht knifflig.Lohnt sich. Zu erreichen über Mallase oder mit den Trufis, die Richtung Calacoto, Achumani, Los Pinos und dann weiter nach Pedregal fahren.

Klettern in Amor de Dios

Ein kleines Stadtviertelchen, im Süden von La Paz gelegen, das einige kleinere Klettermöglichkeiten bietet. Zu erreichen über Calacoto und von dort die Trufis in Richtung Mallasa nehmen und an der Bogenbrücke nach der Umfahrung des Golfplatzes aussteigen, den Fluss überqueren und entweder unten im Tal durch das Viertel zur cancha deportiva laufen oder gerade hoch zu einem sendero touristico, der sich oberhalb am Hang entlangschlängelt.

der kleine Felsbrocken am Bolzplatz

Dort dann auch flussabwärts laufen und irgendwann rechter Hand einige Hänge mit kleineren Routen finden. Meist nur eine Seillänge, recht gut gesichert, Konglomerat oder Granit, und im mittleren bis oberen Schwierigkeitsbereich (5 frz. Skala aufwärts). Auf der anderen Seite des Flusses, sprich dort wo die Straße ist, gibt es an den Hängen ebenfalls einige herausragende Rippen, an denen einige Routen eingerichtet sind. Die bolivianischen Kletterer sind sehr aufgeschlossen gegenüber neuen Leuten und lassen einen gern mitklettern oder geben Tips weiter, wo man noch klettern kann.

Siehe auch

Online Kartenmaterial im Outdoorwiki (Linksammlung)

Reiseberichte im Forum von outdoorseiten.net

Links

Länderinformation AA

Bolivianische Botschaft in Berlin

Meine Homepage mit ein paar Berichten und Fotos aus Bolivien


Robiwahn 04:55, 10. Sep 2005 (CEST)