Blutungen

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Blutende Wunden sind eine Gefahr, die einem draußen immer begegnen kann.

Unterteilung

Blutende Wunden werden unterteilt: in venöse und in arterielle. In Venen fließt das Blut vom Körper zum Herzen zurück. Sie führen meist sauerstoffarmes Blut, es wird mit geringem Druck befördert. In Arterien wird das Blut vom Herzen in den Körper transportiert, steht unter großem Druck und ist sauerstoffreich. Daraus lässt sich ableiten, daß venöse Blutungen eher sickernd sind, arterielle eher spritzend.

Versorgung

Generell kann man sagen, daß Verletzungen, die bluten, eine schnelle Versorgung erfordern. Grundsätzlicher Ablauf:

  • Extremität hochheben
  • Zuführende Arterie abdrücken
  • Druckverband anlegen
  • falls erster Druckverband durchblutet, zweiter Druckverband auf den ersten

Anmerkungen dazu:

- Zuführende Arterie abdrücken: am Oberarm kann man die zuführende Arterie auf der Innenseite zwischen Bizeps und dem Oberarmknochen abdrücken. Den Erfolg kann man daran sehen, daß der Handgelenkspuls nicht mehr zu fühlen ist. Am Bein kann die entsprechende Arterie in der Leiste abdrücken.

- Druckverband anlegen:

  • Verbandspäckchen steril öffnen
  • Wundauflage auf die Wunde legen
  • 1-2 Touren um die Extremität führen
  • Druckpolster auf die Wunde (anderes Verbandspäckchen, oder ähnliches, Päckchen Taschentücher...)
  • Weitere Touren wickeln, bis Verband aufgebraucht ist, dann verknoten

Wichtig ist dabei, daß die arterielle Versorgung der Extremität nicht unterbunden wird! Das kann man wieder mit dem Fühlen des Pulses unterhalb des Verbandes überprüfen.

- Zweiter Druckverband: meist reicht einer. Wenn nicht, dann muss man einen zweiten anlegen. Allerdings wenn der auch nicht reicht, dann nicht weiter eine "Druckverbandpyramide" bauen, sondern überprüfen, ob die Verbände richtig angelegt sind!

Bei venösen Blutungen reicht normalerweise ein normaler Verband, manchmal muss es auch ein Druckverband sein.

Abbinden

Die Technik des Abbindes (Unterbrechung auch der arteriellen Versorgung einer Extremität) ist als allerletzte Maßnahme anzusehen! Sie beinhaltet große Gefahren (Verlust der Extremität, Gefahr des Herzkreislaufstillstandes, etc) und darf nur in der Klinik geöffnet werden. Wenn man suffiziente Druckverbände anlegen kann, dann braucht man die Maßnahme nie! Wenn man allerdings es anwenden muss, dann sollte man zum Abbinden eine möglichst breite Auflagefläche verwenden, z.B. breiter Gürtel.

Spezielle Verletzungen

  • Amputationen: sie bluten weit weniger als man landläufig meint. Die Arterien bestehen aus einer sehr elastischen Gefäßwand, die sich im Falle einer kompletten Durchtrennung zusammenrollen und so selber die Blutung stillen.
  • Fremdkörper in Wunden: Fremdkörper in Wunden dürfen nicht entfernt werden (Gefahr einer Auslösung einer großen Blutung, weitere Zerstörung des Gewebes, etc.) Da muss man improvisieren können und einen Verband rund um den Fremdkörper anlegen.
  • Blutungen / Wunden über Knochenbrüchen: hier darf auf keinen Fall ein Druckverband angelegt werden! Es besteht die Gefahr einer Fettembolie, meistens ist es allerdings so, daß diese Wunden nicht sehr stark bluten, so daß hier eine sterile Wundauflage reicht.