Altai

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Hochtal im Aktru-Massiv.
Foto von Heiko Will

Der Altai (russ. Алтай; türk. und uigur. Altay „Unter dem Mond“) ist ein bis zu 4.506 m hohes mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland (Sibirien), der Mongolei und China. Es erstreckt sich über rund 2.100 km Länge vom Quellgebiet der Flüsse Irtysch und Ob in Südsibirien bis in die Trockenregionen Sinkiangs und zum ostmongolischen Hochplateau.

Der Altai gliedert sich in drei Teile, den Russischen, den Mongolischen und den Gobi-Altai, deren höchste Gipfel über oder um 4.000 m aufragen und große Gletscher tragen. Nördlich des Mongolischen Altai liegt der geografische Mittelpunkt Asiens in der Nähe der sibirischen Stadt Kysyl.

Das Gebirge ist durch die Schönheit seiner Landschaft und Flora (Naturschutzgebiet „Goldene Berge“) und die altaische Kultur ein Anziehungspunkt für Bergsteiger und Exkursionen. Bis in Höhen von 1800 Meter sind die Berghänge mit Zedern, Kiefern, Lärchen, Fichten und Birken bewachsen. Bis zur Schneegrenze (2400 bis 3000 m) liegen Hochgebirgsweiden und -steppen.

(Quelle: Wikipedia)

Verständigung

In ganz Sibirien ist die Chance auf Deutsch bzw. Englisch sprechende Angestellte (Läden, Bahnhöfe, Hotels, ...) zu treffen sehr gering. Ausserdem sind die meisten Angestellten nicht sehr Hilfsbereit bzw. offen Fremdenfeindlich. Zeigt man im Laden auf ein Produkt wird man sehr oft ignoriert werden bzw. eine Nachfrage auf Russisch bekommen. Beantwortet man diese nicht, kann es passieren das man des Ladens verwiesen wird. Hat man keinerlei Russischkenntnisse hilft nur Hartnäckigkeit. In Busbahnhöfen schreibt man am besten Datum und Zielort sowie Personenanzahl auf einen Zettel und zeigt bei jeder Nachfrage immer wieder auf diesen Zettel.

Auch wenn alle jüngeren Menschen in der Schule Englisch oder Deutsch gehabt haben sollten, sind diese auch nicht immer Hilfsbereit. Auch hier hilft nur hartnäckiges weiter Versuchen. Meistens ist die Chance auf Sprachkenntnisse und Hilfsbereitschaft bei jüngeren Frauen am größten.

Die Kenntnis des kyrillischen Alphabets ist für eine Altaireise unerlässlich, da man ansonsten keine Busfahrpläne lesen kann. Sprachkenntnisse erleichtern die Reise etwas, sind aber absolut nicht nötig - nur schüchtern sollte man ohne nicht sein.

Anreise und Transport

Anreise

Als zentrale Anlaufpunkte für Expeditionen in das Altai-Gebirge dienen die Stadt Barnaul und die etwas weiter südlich gelegene Stadt Bijsk. Barnaul ist per Zug, Bus und Flugzeug zu erreichen. Bijsk nur noch per Bus, Minitransporter oder per Bahn.

Am Billigsten ist es derzeit (2010) nicht direkt nach Barnaul zu fliegen, sondern nach Novosibirsk und von dort aus mit dem Bus nach Barnaul. Der Bus fährt in Novosibirsk vom Busbahnhof los und kostet inkl. Gepäck 500 Rubel (2010) und dauert 4,5h. Dazu kommt noch eine Taxifahrt vom Bahnhof (Ankunft des Flughafenbus') zum Busbahnhof in Novosibirsk (300-500 Rubel, je nach Dreistigkeit des Fahrers). Eine gute Alternative zum Bus ist die Anreise per Bahn. Die Tickets kann man online auf der Seite der russischen Bahn buchen. Es fährt ein Nachtzug von Novosibirsk nach Bijsk. Vom Flughafen zum Bahnhof fährt auch ein günstiger normaler Bus, jedes grosse Gepäckstück kostet dabei extra. 2012 war es günstig mit Aeroflot bis Barnaul zu fliegen, zudem hat in diesem Jahr S7 die Flüge direkt nach Gorno-Altaisk aufgenommen.

Für Trekkingtouren bieten sich besonders die beiden Gebirgsmassive des Aktru und des Beluchas an. Die Region des Beluchas um die Stadt Tschungur liegt allerdings im Grenzgebiet und man braucht zum Betreten dieses Gebietes abseits der Straßen eine spezielle Genehmigung. Diese ist jedoch für individuell reisende Personen und Gruppen nicht zu bekommen und man muss sich daher an einen russischen Reiseveranstalter wenden.

Für das Gebiet des Aktru-Massivs ist keine Genehmigung erforderlich und man reist am besten von Barnaul mit dem Bus über Gorno-Altaisk an. Dieser fährt diverse Male täglich und kostet inkl. Gepäck ca. 900 Rubel (2012). Von dort aus geht es weiter mit dem Bus nach Aktash. Dieser fährt einmal täglich früh am Morgen und kostet inkl. Gepäck ca. 700 Rubel (2012). Von Aktash aus, geht es weiter mit dem Taxi zum Ausgangspunkt für alle Aktru Touren - Chibit. Das Taxi kann man sich von einem der Ladenbetreiber an der Bushaltestelle rufen lassen und kostet 1500 Rubel (2010). Eine Alternative ist von Gorno-Altaisk ein Taxi zu nehmen, da sich so die Fahrzeiten deutlich verkürzen (z.B. nach Kuraj mit dem Bus 8-9 Stunden, mit Taxi 6-7 Stunden). Das kostet je nach Verhandlungsgeschick zwischen 1000 und 2000 Rubel pro Person.

Busverkehr

Busfahrplan in Barnaul im Sommer 2010.
Foto von Heiko Will

Fast der gesamte Verkehr in der Region läuft über planmäßig verkehrende Buslinien. Diese Linien sind zentral organisiert und die Fahrpläne hängen an den Busbahnhöfen der größeren Orte. Dort steht immer nur die Endhaltestelle der Linie. Da es im Altai nur wenige Straßen gibt, lassen sich mithilfe einer Karte auch die richtigen Busse für die Orte finden, die keine Endhaltestelle sind. Auch die Fahrkarten werden zentral am Schalter verkauft. Auf der Karte sind die Busnummer, der Bussteig, das Datum, der Zielbahnhof und die Sitzplatznummer aufgedruckt, so dass man auf den ersten Blick sieht ob alles richtig ist. Wichtig ist es eine extra Gepäckkarte für den Trekkingrucksack zu kaufen. Am besten hat man den Rucksack während des Kaufens auf den Rücken, dann wird man danach gefragt ("Baggage?"). Steigt man an kleineren Orten ohne Busbahnhof zu, kann man die Karte direkt im Bus kaufen (aber nur dann).

Auf längeren Touren machen die Busse unterwegs verschieden lange Pausen, deren Länge man unbedingt beim Fahrer erfragen sollte. Spricht man kein Russisch sollte man mit einem Zettel und Stift zum Fahrer gehen und "Minuta, Minuta" sagen - dann schreibt er das auf.

Taxi

Es gibt im Altai offizielle Taxis mit einer Lizenz im Fenster und inoffizielle, deren Fahrer meist an den Busbahnhöfen auf Kunden lauern. Meist wollen diese den Reisenden einreden, dass keine Busse fahren oder ähnliches. Sowohl für private als offizielle Taxis gilt: vorher den Preis ausmachen (in Rubel und versichern das er nicht pro Person ist), dann lauern keine weiteren Fallstricke und man kann auch die privaten Taxis nehmen. Der Preis der privaten ist ungefähr fünfmal so hoch wie die Busfahrt für eine Person, dafür geht es deutlich schneller und man kann zum Fotografieren anhalten und ist nicht auf Fahrpläne angewiesen. Taxometer gibt es auch bei beiden Taxiarten nicht. Die Preise können in der Regel nicht verhandelt werden.

Sicherheit

Kommunikation

Handyempfang ist im Altai nicht flächendeckend vorhanden. Generell kann man sagen, dass überall dort, wo auch ein Stromnetz vorhanden ist, auch Handyempfang funktioniert. Dies betrifft alle Städte, die an der Hauptroute, der M52 [1] liegen. Die M52 verläuft von Novosibirsk über Barnaul nach Gorno-Altaisk und dann nach Osten durch das Altai-Gebirge nach Taschanta an der mongolischen Grenze.

Plant man eine mehrtägige Wanderung in abgelegene Gebiete, so ist ein Satellitentelefon empfehlenswert. Die Kosten für die Miete eines solchen Sattelitentelefons liegen bei ca 200 Euro für 3-4 Wochen.

In Gorno-Altaisk existiert eine Bergwacht, bei der man sich anmelden und die Route bekannt geben kann. Im Notfall kann diese Bergwacht auch telefonisch erreicht werden und Hilfe organisieren.

Übernachten

Zelten Im Altai.
Foto von Heiko Will

Hotels

Während der Anreise und der Rückreise tritt oftmals die Notwendigkeit einer Übernachtung auf, da es evtl. keine weiteren Busse am selben Tag mehr gibt. In Barnaul, Gorno Altaisk und selbst in Aktash gibt es einige Hotels. Der Standard reicht von absolut heruntergekommen bis luxuriös. Die Zimmer selber sind jedoch meistens in einem guten Zustand und sehr sauber. Eine Dusche im Zimmer ist nicht immer Standard und muss oft extra verlangt werden. Die Preise für ein Doppelzimmer belaufen sich in meisten Hotels auf 1500-2500 Rubel (2010). Eine Ausnahme bildet das Flughafenhotel in Novosibirsk. Hier kostet ein Doppelzimmer für 12 Stunden 2700 Rubel (2010). Empfehlenswert in Barnaul ist das Hotel Alexander, direkt am Busbahnhof. Doppelzimmer nach europäischem Standard für 2700 Rubel inkl. Frühstück (2012). Rezeption hilft gerne flexibel mit der Registrierung. Das Frühstück ist generell nicht in den Preisen enthalten. In den meisten Hotels wird an der Rezeption kein Wort Englisch gesprochen und Kreditkarten nicht akzeptiert. Grundsätzlich wird Vorkasse beim Einchecken verlangt.

Wildes Campen

Wildes Campen ist im Altai überall erlaubt und in den meisten Gegenden auch an vielen Stellen möglich. Meist finden sich entlang der Trails alle paar Kilometer ein paar bereits etablierte Plätze mit Feuerstelle, so dass darauf verzichtet werden sollte immer mehr neue Plätze anzulegen. In mehreren Berichten finden sich Hinweise darauf möglichst nicht direkt an den Ortschaften zu zelten, da mitunter alkoholisierte Dorfbewohner an den Zelten rumnerven sollen.

Reiseplanung

Ausrüstung

Eine spezielle Ausrüstung ist für die Altairegion nicht erforderlich. Es ist allerdings das kontinentale Klima in Verbindung mit der großen Höhe zu beachten. Im Sommer ist es durchgehend heißer als in Deutschland. Allerdings wird man sich auf einer Trekkingtour meistens auf Höhen um die 1800-2200 Metern aufhalten, weshalb es im Schatten und bei Bewölkung schnell kühl wird und nachts sogar leichter Frost möglich ist.

Für das Besteigen fast aller Gipfel ist eine Bergsteiger- bzw. Eiskletterausrüstung und entsprechende Kenntnisse notwendig.

Je nach Reisezeit sind Mückennetze und Co. dringend erforderlich. Im zeitraum Juni-August kommen z.B. in der Aktru Region gehäuft Stechmücken vor. Außerhalb des Sommers treten lediglich auf einigen eher feuchteren Hochebenen gehäuft Pferdebremsen auf.

Brennstoffversorgung

Kocher russischer Bauart.
Foto von Heiko Will

Ein Problem stellt die Versorgung mit Gas dar, da die russischen Kartuschen einen anderen Anschluss haben. Schraubkartuschen gibt es mittlerweile aber in Novosibirsk und in Branaul zu kaufen. In Barnaul gibt es in 2012 hier [2] (liegt an der Busstrecke Flughafen-Zentrum) ein Geschäft (Trofej) mit einer großen Auswahl an Outdoorausrüstung (Coleman 500gr Schraubkartusche, 800 Rubel). In Gorno-Altaisk werden nur Russenkartuschen verkauft und man muss dann gleich einen (recht mindewertigen) Kocher dazukaufen, der mit 500 Rubeln (2010) aber recht preiswert ist. Eine gute Alternative ist auf einen Benzinkocher zu setzen oder mit Hobo oder wie die russischen Trekker gleich über offenem Feuer zu kochen. Eine Versorgung mit Holz ist bis in Höhen von 2500 m sichergestellt. Darüber ist aber fast alles vergletschert und der nicht Bergsteiger wird hier nicht Campen wollen.

Lebensmittelversorgung

Es empfiehlt sich die komplette Versorgung für eine längere Trekkingtour (zumindest in den größeren Bergmassiven) aus Deutschland mitzubringen. Unterwegs gibt es meist keinerlei Einkaufsmöglichkeiten. Der letzte größere Supermarkt ist in Gorno-Altaisk, führt aber kaum Fertiggerichte. In allen Ortschaften hinter Gorno-Altaisk an der M52 gibt es nur kleinere Magazine, die neben Brot, Käse und etwas Wurst hauptsächlich Konserven führen. Auch in den Outdoorläden von Gorno-Altaisk, Barnau und Novosibirsk sind keine Trekkingmahlzeiten zu bekommen!

In der Aktruregion gibt es ein offizielles Basecamp für die Besteigung der 4000er und der riesigen Gletscher. In diesem Camp gibt es ein "Cafe" welches täglich drei Mahlzeiten für je 200 Rubel (2010) anbietet. Das Essen dort war recht ordentlich, die Portionen aber eher klein.

Wasserversorgung

In der gesamten Gebirgsregion und den Hochebenen gibt es reichlich Flüsse und Bäche, die meist Schmelzwasser führen. Da in den Ebenen Rinder und Pferde freilaufen ist hier eventuell eine Entkeimung angeraten. In den Hochgebirgen sind die Bäche meistens aus Gletscherwasser gespeist und dementsprechend stark mit Sediment versetzt. Wen das stört, sollte das Wasser länger (im Schatten) abstehen lassen oder etwas zum Filtern mitnehmen (ein Wasserfilter ist allerdings nicht anzuraten, da er durch das feine Sediment beschädigt wird).

Visabestimmungen

Über die Visabestimmungen kursieren im Internet und in Reiseführern widersprüchliche Angaben. Dies liegt auch daran, dass diese oft geändert wurden. Generell braucht man alle 7 Tage (2012) eine Registrierung. Diese Registrierungen werden für Touristenvisa von Hotels in denen man übernachtet online vorgenommen, man erhält aber einen Ausdruck den man zusammen mit der Migration-Card und dem Pass immer bei sich führen sollte. In Hotels, die nicht an dieses System angeschlossen sind, kann man daher als Ausländer nur zwei Nächte bleiben.

Für Trekkingreisende stellt sich das Problem der Registrierung als besonders schwierig dar, da man ja nicht in Hotels übernachtet. Die Argumentation, dass man nie drei Tage am selben Ort war zieht absolut nie, da der Begriff Ort sich auf eine ganze Teilrepublik beziehen kann. Altaireisende kommen also (wenn sie sich korrekt verhalten wollen) um eine ordentliche Registrierung nicht herum. Dazu gibt es nur zwei Möglichkeiten: Man klärt das mit Hilfe von Rubeln in einem Hotel, oder man besorgt sich von einer Agentur ein ausgefülltes Formular in denem einem die Unterbringung an einer Privatadresse/Camp bestätigt wird (mit Stempeln). Damit kann man dann in Gorno-Altaisk zur Migrationsbehörde gehen und sich eine Registrierung für mehrere Wochen holen. Alle anderen Möglichkeiten (von Lonely Planet und Co. beschrieben) funktionierten (2010) nicht!

Allerdings bleibt fraglich, ob sich für die Registrierung überhaupt jemand interessiert, da Passkontrollen durch offizielle Stellen äußerst unwahrscheinlich sind und man in der Regel noch diverse Stempel aus den Hotels der Anreise hat und somit nicht ganz ohne darsteht. Bei der Ausreise können fehlende Registrierungen aber evtl. zu Verzögerungen/Befragungen führen.

Streckenplanung

Furten ist im Altai an der Tagesordnung.
Foto von Heiko Will

Ausgewiesene Wanderwege existieren im Altai nicht! Für die Planung sollte man sich an die auf der 1:50.000 Karte eingezeichneten gestrichelten Linien halten. Dieses sind unbefestigte Geländewagenpisten auf denen auch, je nach Region, täglich mehrere Fahrzeuge fahren können. Querfeldeinwanderungen sollten wegen der schroffen Landschaft nur vor Ort bei Sicht über das Gelände geplant werden. Weiter gilt es zu beachten, dass über die zahlreichen Flüsse nur dort Brücken sind, wo man mit einem Geländewagen absolut nicht mehr durchfahren kann. Furten durch mitunter hüfthohes Wasser ist also an der Tagesordnung. Durch die große Höhe sind Aufstiege anstrengender als beispielsweise in Nordskandinavien und man sollte die Tagesleistung eher konservativer planen.

Routenvorschläge

Im Sibirischen Teil des Altai, der Republik Altai gibt es verschiedene Möglichkeiten für Touren. Nicht nur Trekking, sondern auch Rafting und Touren mit Pferden und Eseln sind im Angebot diverser Reiseveranstalter zu finden.

Wer sich das Besorgen einer Erlaubnis ersparen möchte, kann sich eine der folgenden Regionen aussuchen:

  • Aktru Region, Maashei Gorge und die Steppe bei Kurai (Trekking, Bergsteigen und Gletscherklettern, Pferdetouren und archaeologische Funde)
  • Chuya, mittlerer Katun, Chulyshman, Bashkaus Fluss (Rafting, Angeln, Archaeologische Funde)
  • See Teletskoe
  • Shavlo Seen (Katunskiy Range)
  • Beltyr (Trekking, Archaeologische Funde, Pferdetouren)

Belucharegion

Eine der Haupttrekkingregionen ist die Belucharegion. Die Anreise kann von Gorno Altaisk mit dem Bus nach Tjungur erfolgen. In Tjungur ist der Startpunkt für diverse Touren. Das Basiscamp zum Belucha befindet sich ebenfalls in Tjungur. Beliebte Sehenswürdigkeiten in der Belucharegion sind zum einen der Belucha (4506 m) selbst, der eine gigantische vergletscherte Front aufweist. Als weitere Wanderziele werden das Tal der sieben Seen, der Kusujuk-Pass, der Akkem-Fluss und der Akkem-Gletscher genannt.

Achtung! Für die Belucharegion benötigt man eine spezielle Erlaubnis, mit der man sich im Grenzgebiet aufhalten darf. Diese Erlaubnis muss 65 Tage vor Einreise beantragt werden. Für Individualtouristen ist es gerüchtehalber nicht ganz leicht an diese Erlaubnis zu kommen. Die Betreiber des Camps in Tjungur empfehlen diese Nummer +7-388-46-23-555 in Aktash anzurufen und den Routenverlauf durchzugeben. Es kann immer sein, dass sich Bestimmungen ändern.

Aktru Region

Anreise

Die Aktru Region eignet sich für kurze und längere Touren. Mindestens 3 bis 4 Tage sollte man aber investieren. Einstiege in die Bergregion sind entweder die Ortschaft Chibit oder die Steppe bei Kuraj. Folgt man der M52 sollte man spätestens an der Haltestelle in Chibit. Für den Weg ins Aktru-Massiv muss man über eine Brücke gehen, die sich ca. 2 km vor der Ortschaft befindet. Startet man von Kuraj aus, so kann man mit dem Bus bis Aktash fahren und muss sich dann dort in einem der Geschäfte ein Taxi nach Kuraj bestellen.

Wer mit dem Mietwagen anreist kann das Auto direkt an der Brücke vor Chibit stehen lassen. Dort befindet sich ein Parkplatz. Auch Zelten ist dort möglich. Empfehlenswerter ist aber der Einsteig über Kuraj. Dort kann man mit dem Auto weit in Richtung der Berge fahren. Der erste größere Fluss wird dann für die meisten PKWs ein Hinderniss darstellen. Aber an dieser Stelle ist es möglich Autos abzustellen und zu zelten. Viele Russen durchfahren den ca. 40 cm tiefen Bach an seiner breitesten Stelle, fahren bis zum ersten Zeltplatz und lassen dort das Auto stehen. Bis zum Camp Aktru fahren nur noch alte Militärfahrzeuge, weil die Brücke direkt hinter dem Camp kaputt ist und die Straße enorme Höhenunterschiede, Schlammfurchen und große Steinbrocken aufweist.

Empfehlenswert ist die Strecke von Kuraj nach Chibit. Je nachdem wieviele Tage man im Hochgebirge verbringen möchte, sollte man für die Strecke mindestens 5 bis 6 Tage einplanen.

Trekking

Wer über Chibit angereist ist, wird einen zweitätigen Aufstieg kaum umgehen können. Das Gelände ist nicht immer leicht. Zum Teil ist der Weg durch Pferde kaum begehbar und man muss sich durchs Unterholz schlagen. Wer jedoch den Aufstieg bei Chibit gemacht hat, wird an einer Hochebene landen, von der aus der Weg in die Berge hinein sehr kurz ist. Viele russische Touristen entscheiden sich für diese Variante.

Von Kuraj aus kann man verschiedene Strecken nehmen, üblich ist aber eine Route Richtung Westen. Als Startpunkt, und dorthin wird man von Taxifahrern auch gebracht, bietet sich die Brücke an, die ca. 10 km hinter der Ortschaft Kuraj über den Fluss führt. Einen Tag benötigt man mindestens, um die Steppe Richtung Westen zu durchqueren. Von dort aus kann man Basiscamp des Aktru innerhalb von zwei bis drei Tagen erreichen. Da man auf ca. 1600m Höhe startet, sollte man entweder körperlich fit sein oder sich Zeit nehmen. Die Landschaft beeindruckt hier ab der ersten Minute. Vom Camp Aktru (2200m) aus sind verschiedene Tagestouren üblich, die meisten sind jedoch nur mit Kletterausrüstung oder Gletscherausrüstung realisierbar. Für eine Tageswanderung ohne besondere Ausrüstung eignet sich beispielsweise der Aufstieg zum Blue Lake (2800m). Auf dem Weg kommt man an Gletschern vorbei und gerölllastiger Berglandschaft.

Vom Camp Aktru aus muss man dann wieder absteigen, um Richtung Chibit zu gelangen. Ein weitere Einstieg ins Gebirge ist am Fluss Matschei/Matschoi bzw. Karakabak (kleiner Fluss, der in den Matschei fließt) möglich. Dort gibt es verschiedene Klettertouren, für die man jedoch eine Ausrüstung benötigt. Wer nur wandert kann den Fluss Karakabak bis zum Ende entlangwandern. Am Ende befinden sich zwei Gletscherseen und ein Gletscher.

Folgt man den Wegen auf der Karte Richtung Westen, wird man nach ca. zwei Tagen an die Stelle kommen, an der man nach Chibit absteigen. Dort besteht aber auch die Möglichkeit, die Tour zu verlängern und eine Rundtour von ca. 70 km Länge zu starten.

See Teletskoe

See Teletskoe an einem verregneten Sommerabend im August 2010. Standort: Ufer in Artybash.
Foto von Kati Becker

Der See Teletskoe ist eins der beliebtesten Ausflugsziele russsischer Touristen. Anreisen kann man mit dem Bus von Gorno-Altaisk nach Artybash. Die Endhaltestelle des Busses ist eine Ortschaft weiter in Iogasch. Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen findet man aber eher in Artybash am nördlichen Anfang des Sees. Der See Teletskoe liegt im nördlichen Teil der Republik Altai und wird als kleiner Bruder des Baikal bezeichnet. Er ist 5km breit und 80km lang.

Karten und Literatur

Kartenmaterial für das Altaj soll sich in Buchläden in Novosibirsk auftreiben lassen. Völlig ausreichend sind aber die online verfügbaren Karten von: http://poehali.org/maps Dort lassen sich kostenlos Karten im Maßstab 1:50.000 herunterladen und ausdrucken. Einziges Manko: Das Material ist ca 30 Jahre alt, d.h. eventuelle Gletscher oder Flussläufe können sich verändert haben. Alle Wege und Straßen findet man weitestgehend so vor, wie auf der Karte eingezeichnet. Die Gitterlinen entsprechen leider nicht den geographischen Koordinaten.

Reisetipps, Stadtpläne, Rufnummer und Informationen zu Hotels und Geschäften findet man in diesen Büchern:

  • Lonely Planet Russia: Dort gibt es speziell Seiten über Sibirien und die Republik Altai.
  • Herrmann Zöllner: Sibirien: Moskau, Transsibirische Eisenbahn, Ulan-Ude, Jakutien, Wladiwostok, Kamtschatka, Westsibirien, Ekaterinburg, Altai, Irkutsk, Baikalsee, Conrad Stein Verlag 2007

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