Sicherheit in Georgien/Swanetien?

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  • Flachlandtiroler
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    • 14.03.2003
    • 25188

    • Meine Reisen

    Sicherheit in Georgien/Swanetien?

    Gerade gefunden, den Nutzer der das gepostet hat würde ich als seriös ansehen:
    Artikel auf Summitpost zu Überfällen in Swanetien
    ebd., Quellenangabe (russisch/kyrillisch)

    Hat jemand eigene Informationen dazu oder war jüngst in der Region?
    Meine Reisen (Karte)

  • blindspot
    Anfänger im Forum
    • 30.06.2021
    • 30

    • Meine Reisen

    #2
    "Jüngst" dort war ich nicht, aber im Oktober 2019. Wir (2 Frauen) haben uns sehr sicher gefühlt. Haben viele Wanderungen in der Region Swanetien unternommen, aber meistens in festen Unterkünften übernachtet. Ich empfand die Menschen dort als sehr freundlich und aufgeschlossen. Von Überfällen habe ich da nichts gehört und wir haben viele getroffen die tagelang auf Trekkingtour waren. 2020 kam ja Covid. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es in einigen Regionen dieser Welt, wo Menschen einigermaßen gut vom Tourismus gelebt haben, ungemütlicher geworden ist nachdem diese Einnahmequelle weggebrochen ist. Georgien war ja vor C. ein richtiger Hype. Es gab tolle Restaurants, schöne Unterkünfte und auch geguidete Touren wurden angeboten. Ob jetzt noch oder schon wieder viele Touristen kommen wage ich zu bezweifeln. Vielleicht befeuert das auch die Überfälle auf diese Wenigen. Vergleichbares habe ich auch von Reisefreunden gehört die wieder in Afrika oder Lateinamerika unterwegs waren und ich diese Regionen nur in bester Erinnerung habe. Wie gesagt, eine Vermutung...

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    • Taunuswanderer

      Vorstand
      Administrator
      Alter Hase
      • 19.01.2018
      • 2942

      • Meine Reisen

      #3
      Aktuell nicht. Ich war da 2018 mit einer organisierten Trekkingtour. In Becho war glaube ich der erste Aufenthalt in Swanetien. Größte Gefahr damals waren irgendwelche streunenden Hunde, gefolgt von irgendwelchen maroden Straßen und ansonsten die üblichen Warnungen vor Taschendiebstählen an touristischen Hotspots - also in Swanetien bestenfalls in Mestia.
      Die aktuelle Lage kann ich nicht einschätzen, aber ein paar Gedanken zum Artikel - die meisten Infos komme aus den Gesprächen mit unserem Guide von damals:
      1) Polizei in Georgien hat ganz sicher nicht den Standard, den man in Europa kennt. Vor nicht allzu langer Zeit war die ziemlich korrupt und hatte auch sonst einen ziemlich üblen Ruf. Nach der Rosenrevolution gab es eine Transparenzoffensive. Die Ergebnisse bezüglich Polizei kann man heute an den gläsernen Polzeistationen anschauen (das in Mestia hat etwas mehr Betonfassade als viele andere Polizeireviere in Georgien, s.u.). Aber wie sagte der Guide so schön: Man kann schön reinschauen in die Gebäude, aber dunkle/tiefe Keller haben die trotzdem noch… Als westlicher Tourist war das aber wohl nie ein wirkliches Problem, eher für Einheimische und östliche Touristen. Und falls da in letzter Zeit mal wieder die Gehälter spät oder weniger kamen, dann würde ich mich über die beschriebene Motivation der Polizei nicht wundern.

      2) Georgien ist gespalten, was das Verhältnis zu Russland und zu Russen anbelangt. Sehr schwierig das Ganze. Zum einen gibt es große wirtschaftliche Abhängigkeiten - Warenströme von und nach Russland dominieren und und auch der Tourismus Georgiens lebt von dem großen Anteil russischer Touristen (weit über 50%). Auf der anderen Seite gab es Krieg mit Russland und sowohl die Politik aus auch Teile der Gesellschaft sind gespalten in pro oder contra Russland. Auch das könnte in diesem Fall eine Rolle spielen. Ist aber pure Spekulation.

      3) Ja, Swanetien ist das Armenhaus Georgiens und ohne Geld aus dem Tourismus sind quasi gar keine Einnahmen da. Ohne Tourismus würde Swanetien auch aussterben. Trotzdem sind dort natürlich nicht alle vom Tourismus begeistert. Die landwirtschaftliche Produktion reicht bestenfalls für den Eigenbedarf aus und ist so oder so nicht konkurrenzfähig (geringe Erträge, kurze Vegetationsperiode, lange Transportwege). Staatliche Transferleistungen und Renten fließen wohl auch nicht immer pünktlich und vollständig. Dennoch glaube ich nicht, dass die lokale Bevölkerung sich selber den Ast absägt, auf dem die sitzt. Die Kriminellen müssen allerdings auch nicht unbedingt aus der Gegend kommen. Begünstigend in der Ecke ist sicher die geringe Polizeipräsenz samt langen Wegen. Möglichkeiten unterzutauchen gibt es auch genug.


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ID: 3086163
      Rathaus Mestia (links) und Polizeirevier (rechts)
      Dies ist keine Signatur.

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      • ChristianBerlin
        Erfahren
        • 01.02.2015
        • 395

        • Meine Reisen

        #4
        Mein Aufenthalt dort ist auch schon länger her (2014), habe damals keine diesbezüglichen Warnungen gehört oder Stories mitbekommen. Laut Erzählungen der Einheimischen war auch die Polizei für die Region bemerkenswert unkorrupt, wir hatten keine Begegnungen mit denen, aber von anderen Touristen auch nur Positives gehört. Ähnliches steht ja auch in deinem verlinkten Beitrag.

        Wie Taunuswanderer schon geschrieben hat, ist Svanetien, abgesehen vom Tourismus, bitterarm. Kann sein, dass nach zwei Jahren ohne große Einnahmen aus dem Fremdenverkehr, und wahrscheinlich auch weniger Möglichkeiten, im Ausland (z.B. Russland) zu arbeiten, dem einen oder anderen die Langzeitfolgen seines Handels weniger wichtig sind.

        Zu guter Letzt: Ich habe gerade noch mal recherchiert, polnische Bergsteiger haben in einem Blogeintrag von 2006 berichtet, dass ihnen seitens der Lokalbevölkerung von Reisen nach Svanetien abgeraten wurde, es sei dort zu Raubüberfallen/Diebstählen bei Touristen gekommen. So ganz neu scheint das Phänomen also nicht zu sein... und die Wehrtürme stehen da ja auch nicht ohne Grund.
        Zuletzt geändert von ChristianBerlin; 26.10.2021, 21:02.

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        • chri1
          Dauerbesucher
          • 08.11.2005
          • 510

          • Meine Reisen

          #5
          Wir waren auch schon mehrfach in Georgien, zuletzt Oktober 2019 zum Wandern, sonst per Rad mit Wildzelten.
          Was ich erst beim letzten Mal in einem Reiseführer aufgeschnappt hatte, war, dass Svaneti in frühen Jahren (00er?) sehr unsicher war und dort früher Touristen regelmässig überfallen worden sein sollen. Schade, dass es jetzt eine neue Häufung von Fällen zu geben scheint. Wobei man keine Sachen ausserhalb vom Zelt liegen lässt, da ist mir/uns auch in anderen Ländern schon was abhanden gekommen.
          Dafür reichen leider schon wenige schlechte Menschen (bzw. in Kirgistan/Mongolei sind herumliegende Sachen ja "aufgegeben", so zumindest mein Eindruck vom Eigentumsbegriff dort). Bei uns (CH) haben einige Georgier leider auch nicht den besten Ruf (Kriminaltourismus), wir haben die Georgier im Land aber durchwegs als nette Leute kennen gelernt und uns sicher gefühlt. Es ist aber leider ein Phänomen, dass bei stark touristischen Orten, bzw. dort wo es Gelegenheit gibt, auch Diebstähle vorkommen können.

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          • Nita
            Fuchs
            • 11.07.2008
            • 1554

            • Meine Reisen

            #6
            Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
            Gerade gefunden, den Nutzer der das gepostet hat würde ich als seriös ansehen: (...)
            Die Texte auf Englisch und auf Russisch unterscheiden sich deutlich voneinander und stellen eine Reihe weiterer Fragen. Der Darstellung auf Russisch glaube ich sofort, die auf Englisch enthält jede Menge ungeprüfter/unprüfbarer Angaben.

            Insgesamt sehe ich die Problematik etwas ambivalent.

            Früher war Swanetien berühmt-berüchtigt für ihr wildes Volk und seine Sitten, da war es besser, die Region zu meiden. Diese Zeiten sind vorbei. In den letzten mehreren Jahrzehnten, Tendenz abnehmend, kam es in den Bergen Georgiens immer wieder zu Übergriffen an Wanderern/Bergsteigern, und bei Widerstand auch zu Gewalt/Verscheppungen/Morden. Solche Fälle bekam man in russischsprachigen Medien mit. Ein Fall, wo westliche Touristen zu körperlichen Schäden gekommen wären, ist mir nicht bekannt. Seit einigen, vielleicht so 10, Jahren, hat sich die Lage deutlich geändert und der Tourismus boomt. Swanetien ist gerade für westliche Touristen sicher geworden und 99,99% der Menschen sind offen, ehrlich und unglaublich hilfsbereit.

            ABER:

            Was sich sicher anfühlt, ist es trotzdem nicht immer. Gerade westliche Touristen verlieren häufig jede Vorsicht. Egal wie entspannt es sich anfühlt, sind gewisse Sicherheitsvorkehrungen unabdingbar, egal, ob man in Kirgistan, in Chile oder eben in Georgien unterwegs ist, denn schwarze Schafe gibt es überall. Man sollte nichts halbwegs wertvolles offen lagern. Die Türe in der Unterkunft sollten sich schließen lassen. Nicht in Sichtweite von Siedlungen zelten. Nicht jedem Fahrer vertrauen. Nicht zu auffällig reisen. Selbst beim Gipfelgang sollten je nach Menschenmenge im Hochlager keine Wertsachen im Zeltbleiben usw. usf..

            Ein offizielles Ushba-Basecamp gibt es nicht. Ich vermute mal, dass sie auf der Touri-Wiese beim Dorf Mazeri geschlafen haben und ausgeraubt wurden. Normalerweise steigt man am ersten Zustiegstag aus einer festen Unterkunft über einen Militärposten zu einem Moränenlager hoch; dort ist man sicher safe. Ich glaube nicht, dass ich mich dort (auf der Touri-Wiese hinter dem Dorf) sehr wohl gefühlt hätte. Sollten tatsächlich einige Sachen draußen gelegen haben, so ist es mehr als eine Einladung sie mitzunehmen und nach mehr zu suchen. Umso mehr, wenn es am Abend davor ein reichhaltiges und lautes Abendmahl gab. Aber da will ich der Gruppe natürlich nichts unterstellen.

            Die Polizei - dass rein gar nichts gemacht worden ist, kann ich mir schwer vorstellen. Dass es nicht ausreichend war, dagegen schon. In Mazeri selbst wohnt auch ein Polizist. Als unser Minibusfahrer ihn nach einer Fahrt fast im Schweigen dort abgeliefert hatte, hat er drei Kreuze gemacht. Spannungen gibt es also. Und wahrscheinlich waren die Einheimischen aus dem Dorf hinter dem Lagerplatz der Gruppe nicht unbeteiligt.

            Alkohol ist auch in Swanetien ein Problem. Als wir 2018 dort waren, gab es in Mestia einen Mord auf offener Straße. Danach gab es einen großen bewaffneten Polizeieinsatz (sowohl das Opfer als auch der Täter kamen aus dem Ort), um den Täter zu finden. In dieser Zeit empfahlen uns die Gastgeber nicht rauszugehen (es könne geschossen werden), meinten generell aber, dass das Problem interne Auseinandersetzungen sind und Touristen in Mestia sehr sicher sind. Dennoch: Es wird zu viel getrunken, es gibt Waffen im Umlauf und das georgische Blut ist heiß.

            Insgesamt würde ich mir also keine Gedanken machen, aber wie überall etwas Vorsicht walten lassen, im Hinterland sogar mehr als in touristisch erschlossenen Gegenden.
            Reiseberichte

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            • kossiswelt
              Erfahren
              • 18.05.2018
              • 480

              • Meine Reisen

              #7
              Zitat von Nita Beitrag anzeigen
              Die Texte auf Englisch und auf Russisch unterscheiden sich deutlich voneinander und stellen eine Reihe weiterer Fragen. Der Darstellung auf Russisch glaube ich sofort, die auf Englisch enthält jede Menge ungeprüfter/unprüfbarer Angaben.

              Wenn man das Verhältnis zwischen Russland und Georgien betrachtet, bin ich nicht sicher, ob russische Quellen unbedingt glaubwürdiger sind. Zu dem Ereignis im Link oben (aus der russischen Quelle oben übersetzt durch Chrome) findet sich auch nichts in deutschen Nachrichten, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass das nicht aufgegriffen worden wäre :

              "Laut Gleb S. sind solche Raubüberfälle in Swanetien keine Seltenheit mehr. So stellte sich zum Beispiel heraus, dass am 25. Juli ein Bus deutscher Touristen geöffnet wurde und alle Dinge, einschließlich der Damenhöschen, herausgenommen wurden. Zuvor hatte es einen Versuch gegeben, eine Gruppe polnischer Touristen auszurauben.
              Laut Gleb S. operiert in der Gemeinde Becho eine Bande, die die Gäste von Swanetien gefährdet, indem sie die Autos von Touristen ausraubt, aber niemand wehrt sich dagegen."

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              • Nita
                Fuchs
                • 11.07.2008
                • 1554

                • Meine Reisen

                #8
                Zitat von kossiswelt Beitrag anzeigen


                Wenn man das Verhältnis zwischen Russland und Georgien betrachtet, bin ich nicht sicher, ob russische Quellen unbedingt glaubwürdiger sind. Zu dem Ereignis im Link oben (aus der russischen Quelle oben übersetzt durch Chrome) findet sich auch nichts in deutschen Nachrichten, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass das nicht aufgegriffen worden wäre :

                "Laut Gleb S. sind solche Raubüberfälle in Swanetien keine Seltenheit mehr. So stellte sich zum Beispiel heraus, dass am 25. Juli ein Bus deutscher Touristen geöffnet wurde und alle Dinge, einschließlich der Damenhöschen, herausgenommen wurden. Zuvor hatte es einen Versuch gegeben, eine Gruppe polnischer Touristen auszurauben.
                Laut Gleb S. operiert in der Gemeinde Becho eine Bande, die die Gäste von Swanetien gefährdet, indem sie die Autos von Touristen ausraubt, aber niemand wehrt sich dagegen."
                Das habe ich überlesen, die Einleitung "Laut Gleb S." hat mir gereicht, um den Absatz nicht ganz ernst zu nehmen.

                Allerdings würde ich es nicht pauschal ablehnen. Unter "Bus" kann genauso z.B. ein 9-Sitzer gemeint sein und bei einem quasi Autoeinbruch in einem Entwicklungsland, wo ein paar Klamotten verschwanden, erwarte ich nicht, dass deutsche Medien davon berichten.

                Außerdem verstehe ich es so, dass es die gleiche Quelle ist und wies nur darauf hin, dass sie nicht ganz übereinstimmen.
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                • ChristianBerlin
                  Erfahren
                  • 01.02.2015
                  • 395

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Zitat von Nita Beitrag anzeigen
                  Die Polizei - dass rein gar nichts gemacht worden ist, kann ich mir schwer vorstellen. Dass es nicht ausreichend war, dagegen schon.
                  Auf den Bildern sind auch zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei zu sehen sowie Absperrungen mit Flatterband, außerdem scheint ein Polizist gerade Spuren am Geländewagen zu sichern. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass da in Deutschland viel mehr passieren würde...

                  Zitat von Nita Beitrag anzeigen
                  Allerdings würde ich es nicht pauschal ablehnen. Unter "Bus" kann genauso z.B. ein 9-Sitzer gemeint sein und bei einem quasi Autoeinbruch in einem Entwicklungsland, wo ein paar Klamotten verschwanden, erwarte ich nicht, dass deutsche Medien davon berichten.

                  Außerdem verstehe ich es so, dass es die gleiche Quelle ist und wies nur darauf hin, dass sie nicht ganz übereinstimmen.
                  Für mich klang's eher so, dass ein Campervan o.ä. gemeint war, ein deutscher Reisebus wäre in Swanetien auch eher ungewöhnlich. Glaube kaum, dass es ein Diebstahl aus einem Wohnmobil in die Presse schafft, das passiert doch ständig irgendwo auf der Welt.

                  Ich habe es so verstanden, dass sowohl Gleb S. (Peter, Augenzeuge russischer Bericht) als auch Alex (Moskau, Verfasser des englischen Artikels) Teil der Gruppe waren, d.h. unterschiedliche Personen als Quelle.

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                  • Nita
                    Fuchs
                    • 11.07.2008
                    • 1554

                    • Meine Reisen

                    #10
                    Zitat von ChristianBerlin Beitrag anzeigen
                    Ich habe es so verstanden, dass sowohl Gleb S. (Peter, Augenzeuge russischer Bericht) als auch Alex (Moskau, Verfasser des englischen Artikels) Teil der Gruppe waren, d.h. unterschiedliche Personen als Quelle.
                    Das kann natürlich sein und würde die Unterschiede erklären.
                    Das mit dem "Bus" habe ich auch so wie Du verstanden.

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                    • janphilip
                      Erfahren
                      • 03.07.2020
                      • 262

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Ich war 2019 das letzte mal in Svaneti und hab mich nie unsicher gefühlt. Wir waren allerdings auch zu Fuß unterwegs und nicht im Auto. Ich denke im Auto muss man überall vorsichtig sein da ein Auto immer ein gutes Ziel abgibt: Der Kriminelle erwartet dort Wertgegenstände die quasi ungesichert rumliegen, das ist immer eine blöde Kombination. Mir wurde schon häufiger empfohlen in solchen Fällen das Auto einfach offen zu lassen. Dann geht beim Einbruch und Durchsuchen des Autos nichts kaputt.
                      Abseits der Straßen und vor allem weiter weg von größeren Ortschaften hab ich nie irgendwelche Probleme mit Kriminalität gehabt. Von daher halte ich es so, dass ich in der Nähe größerer Ortschaften in festen Unterkünften schlafe. Wenn ich dann im Zelt bin bin ich eh "auf dem Land" wo die Gefahr eines Überfalls gegen Null geht..

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                      • Nita
                        Fuchs
                        • 11.07.2008
                        • 1554

                        • Meine Reisen

                        #12
                        Zitat von janphilip Beitrag anzeigen
                        Abseits der Straßen und vor allem weiter weg von größeren Ortschaften hab ich nie irgendwelche Probleme mit Kriminalität gehabt. Von daher halte ich es so, dass ich in der Nähe größerer Ortschaften in festen Unterkünften schlafe. Wenn ich dann im Zelt bin bin ich eh "auf dem Land" wo die Gefahr eines Überfalls gegen Null geht..
                        Bin im Wesentlichen einverstanden, aber Achtung:

                        "Auf dem Land" ist man nicht per se sicher, sondern nur dort, wo im Normalfall keiner hinkommt. Sprich nicht gut sichtbar 500m vom nächsten Dort entfernt. Denn auch, wenn die allermeisten Bewohner dort noch ehrlicher als die in der Stadt sind, gibt es immer Ausnahmen und dort ist man ausgeliefert. Die meisten schweren Zwischenfälle, die ich in den letzten 20 Jahren mitbekommen habe, passierten gerade auf dem Land. Deswegen gilt es, wenn man im Tal unweit der Siedlungen übernachtet, stets unauffällig zu bleiben.
                        Reiseberichte

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                        • janphilip
                          Erfahren
                          • 03.07.2020
                          • 262

                          • Meine Reisen

                          #13
                          Zitat von Nita Beitrag anzeigen
                          Bin im Wesentlichen einverstanden, aber Achtung:

                          "Auf dem Land" ist man nicht per se sicher, sondern nur dort, wo im Normalfall keiner hinkommt. Sprich nicht gut sichtbar 500m vom nächsten Dort entfernt. Denn auch, wenn die allermeisten Bewohner dort noch ehrlicher als die in der Stadt sind, gibt es immer Ausnahmen und dort ist man ausgeliefert. Die meisten schweren Zwischenfälle, die ich in den letzten 20 Jahren mitbekommen habe, passierten gerade auf dem Land. Deswegen gilt es, wenn man im Tal unweit der Siedlungen übernachtet, stets unauffällig zu bleiben.
                          Also in Georgien habe ich in den Bergen und Bergdörfern nie jemanden getroffen der auch nur annährend unangenehm gewesen wäre. Meistens war die Gastfreundschaft dort DEUTLICH besser als z.B. in Deutschland.
                          Ich fühle mich in Georgien an einem Zeltplatz in Sichtweite eines Dorfes sicherer als hier in Deutschland in der gleichen Position.
                          Hängt stark von der Region an in der man sich befindet. In Georgien und Bulgarien habe ich mich auf dem Land nie unwohl gefühlt. (In den Städten schon.)
                          In Kroatien dagegen würde ich nicht außerhalb eines Campingplatzes im Zelt übernachten wollen.

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                          • Nita
                            Fuchs
                            • 11.07.2008
                            • 1554

                            • Meine Reisen

                            #14
                            Zitat von janphilip Beitrag anzeigen

                            Also in Georgien habe ich in den Bergen und Bergdörfern nie jemanden getroffen der auch nur annährend unangenehm gewesen wäre. Meistens war die Gastfreundschaft dort DEUTLICH besser als z.B. in Deutschland.
                            Ich fühle mich in Georgien an einem Zeltplatz in Sichtweite eines Dorfes sicherer als hier in Deutschland in der gleichen Position.
                            Hängt stark von der Region an in der man sich befindet. In Georgien und Bulgarien habe ich mich auf dem Land nie unwohl gefühlt. (In den Städten schon.)
                            In Kroatien dagegen würde ich nicht außerhalb eines Campingplatzes im Zelt übernachten wollen.

                            Genau das ist ein Trugschuss - nicht immer ist das, was sich gut anfühlt tatsächlich sicher - natürlich auch andersherum. Und am Wenigsten in einem Land, welches man nicht inn- und auswendig kennt. "In den Bergen" trifft die Sicherheit zu, da kommt im Normalfall niemand zufälliger hin. In den Bergdörfern würde ich entweder so gut es geht außerhalb und unauffällig bleiben oder bei Einwohnern fragen, ob man auf dem Grundstück übernachten darf - dann gilt man als Gast und ist gerade im Kaukasus (aber auch in vielen anderen Ländern) unantastbar. Besonders bei Begegnungen mit angetrunkenen Bewaffneten (z.B. Jägern) im Hinterland wäre ich jedoch ganz vorsichtig.
                            Eine besondere Situation entsteht, wenn man (auf dem Land, in der Stadt ist es natürlich weniger wahrscheinlich) zu einer Feier eingeladen wird, was zuerst ja super positiv ist und mit der sagenhaften georgischen Gastfreundschaft zusammen hängt. Das würde ich auf jeden Fall zu vermeiden versuchen, weil traditionell sehr viel getrunken wird und man nicht zeitig rauskommt, ohne die Gastgeber zu kränken, was dann wiederum problematisch werden kann. Früher kam zusätzlich die "Frauenproblematik" dazu (die gesamte Gruppe tat sich leichter, wenn die Frauen grundsätzlich verheiratet oder Schwestern der anwesenden Männer waren), inzwischen ist es aber in meinen Augen entspannt.

                            Zusammenfassend - Svaneti ist eine sichere Region. Man wird sie mit größter Wahrscheinlichkeit als unglaublich gastfreundlich erleben und, wie in unserem Fall, Gutes fürs Leben lernen. Vor der Reise sollte man, wie auch woanders, sich über die aktuelle politische Situation informieren und die reiseüblichen Sicherheitsvorkehrungen treffen (nichts offen liegen lassen, nicht mit Geld um sich werfen, sich dezent kleiden und verhalten, Kredittiefe bei der Bank beschränken, in den Ortschaften nachts zu Hause sein usw.) - dann dürfte schon gar nichts schief gehen. Trotzdem sollte man sich nicht nur auf das eigene Bauchgefühl verlassen (es trügt sogar zu Hause in Deutschland, s. Polizeistatistiken zur Kriminalität), sondern das Risiko bewusst minimieren.
                            Reiseberichte

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                            • Becks
                              Freak

                              Liebt das Forum
                              • 11.10.2001
                              • 18864

                              • Meine Reisen

                              #15
                              Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
                              Gerade gefunden, den Nutzer der das gepostet hat würde ich als seriös ansehen:
                              Artikel auf Summitpost zu Überfällen in Swanetien
                              ebd., Quellenangabe (russisch/kyrillisch)

                              Hat jemand eigene Informationen dazu oder war jüngst in der Region?

                              Aus dem Summitpost: "Preparing to climb Mount Ushba our team got into that accident in late September 2021. We were totally robbed right at the base of Ushba route, while sleeping in the Base Camp."


                              Gelegenheit macht Diebe. Wenn sich in einer Gegend verstärkt Touristen an einem Ort aufhalten, ruft das früher oder später Kriminelle auf den Plan. Viele Westler wollen auf den Ushba, das ist gefundenes Fressen. War bei uns in Peru auch nicht anders. Da gab es eine Strasse zwischen zwei Mussen bzw. Ausstellungsorten von Inkabauten. 1km lang, gewunden, schlecht einsehbar, ausserorts und mit zig Varianten als Nebenstrassen runter in den Ort. Perfekt, um Touris zu plündern und entsprechend auch in der Statistik eben herausragend. Und zumindest an einem 5000er wars auch bekannt, dass aufgrund der kurzen Zustiegszeit von der Strasse weg zumindest die unteren Campplätze nicht wirklich sicher waren. Da trat dann das Zelt auch mal den Heimweg nach unten alleine an, während man selber oben am Gipfel herum turnte.

                              Für so etwas muss man gar nicht weit weg. Es gibt die eine oder andere Kletterecke hier in Südeuropa, wo man in der dritten SL hängend schon mal zusehen kann, wie unter einem das Auto geknackt und geräumt wird, und wer in Chamonix im Ort selbst auf dem Campingplatz etwas auch nur 1 Minute unbeobachtet lässt, ist selber Schuld und das Zeug los. Kollege von mir wurde ein Rucksack vom Boden weg in unter 2 Minuten geklaut, nachdem er den kurz abgelegt hatte, um im Zelt ein paar Meter dahinter noch etwas raus zu holen.

                              Daher würde ich sagen: wo des öfteren Touris sind, sollte man aufpassen. Ebenso in den Grossstädten. Einfacher isses auf dem Land, aber wenn einem da etwas passiert und man an den Falschen gerät, dann hat man leider doppelt die A*-Karte gezogen, weil man weit weg von jeglicher Polizei ist.
                              After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

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                              • janphilip
                                Erfahren
                                • 03.07.2020
                                • 262

                                • Meine Reisen

                                #16
                                Zitat von Nita Beitrag anzeigen


                                Genau das ist ein Trugschuss - nicht immer ist das, was sich gut anfühlt tatsächlich sicher - natürlich auch andersherum. Und am Wenigsten in einem Land, welches man nicht inn- und auswendig kennt. "In den Bergen" trifft die Sicherheit zu, da kommt im Normalfall niemand zufälliger hin. In den Bergdörfern würde ich entweder so gut es geht außerhalb und unauffällig bleiben oder bei Einwohnern fragen, ob man auf dem Grundstück übernachten darf - dann gilt man als Gast und ist gerade im Kaukasus (aber auch in vielen anderen Ländern) unantastbar. Besonders bei Begegnungen mit angetrunkenen Bewaffneten (z.B. Jägern) im Hinterland wäre ich jedoch ganz vorsichtig.
                                Eine besondere Situation entsteht, wenn man (auf dem Land, in der Stadt ist es natürlich weniger wahrscheinlich) zu einer Feier eingeladen wird, was zuerst ja super positiv ist und mit der sagenhaften georgischen Gastfreundschaft zusammen hängt. Das würde ich auf jeden Fall zu vermeiden versuchen, weil traditionell sehr viel getrunken wird und man nicht zeitig rauskommt, ohne die Gastgeber zu kränken, was dann wiederum problematisch werden kann. Früher kam zusätzlich die "Frauenproblematik" dazu (die gesamte Gruppe tat sich leichter, wenn die Frauen grundsätzlich verheiratet oder Schwestern der anwesenden Männer waren), inzwischen ist es aber in meinen Augen entspannt.

                                Zusammenfassend - Svaneti ist eine sichere Region. Man wird sie mit größter Wahrscheinlichkeit als unglaublich gastfreundlich erleben und, wie in unserem Fall, Gutes fürs Leben lernen. Vor der Reise sollte man, wie auch woanders, sich über die aktuelle politische Situation informieren und die reiseüblichen Sicherheitsvorkehrungen treffen (nichts offen liegen lassen, nicht mit Geld um sich werfen, sich dezent kleiden und verhalten, Kredittiefe bei der Bank beschränken, in den Ortschaften nachts zu Hause sein usw.) - dann dürfte schon gar nichts schief gehen. Trotzdem sollte man sich nicht nur auf das eigene Bauchgefühl verlassen (es trügt sogar zu Hause in Deutschland, s. Polizeistatistiken zur Kriminalität), sondern das Risiko bewusst minimieren.
                                Deine generellen Vorsichtsmaßnahmen würde ich so unterschreiben. Aber bei deinen Kommentaren zum Bauchgefühl gehe ich nicht mit. Ich halte gerade das Bauchgefühl häufig für deutlich präziser als den Kopf alleine weil unterbewusst viel mehr Informationen verarbeitet werden als wir bewusst mitbekommen. Dazu gibt es diverse Studien.
                                Wenn man das trainiert und achtsam für die eigenen Gefühle und die Umwelt bleibt ist das Bauchgefühl ein äußerst zuverlässiger Wegweiser auf den ich grundsätzlich höre, insbesondere wenn ich auf Tour bin.

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                                • Nita
                                  Fuchs
                                  • 11.07.2008
                                  • 1554

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  Jaein, ist ein schwieriges Thema, welches wohl auch zu weit führt. Einerseits- ja, klar, Bauchgefühl ist super wichtig und auch ich nutze es oft und gern. Andererseits bekommt man in vielen sicherheitsrelevanten Fragen nicht genug Rückmeldung (Beispiel: Lawineneinschätzung), um es ausreichend zu schulen. Und ich erinnere mich noch sehr gut an die Situation, als ich in einer Stadt, wo ich bereits einige Wochen wohnte und mich durchaus wohl fühlte, am frühen Morgen (6-7 Uhr, Morgendämmerung) 15min zu Fuß zum Bahnhof laufen wollte, die Einheimischen aber massiv davon abgeraten haben und ein Taxifahrer mich sogar ernsthaft kostenlos hinfahren wollte. So viel zu /meinem/ Bauchgefühl.
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