[SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Daddyoffive
    Fuchs
    • 24.08.2011
    • 2437

    • Meine Reisen

    [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Svalbard zum 40sten – Der Plan

    Schon länger habe ich den Plan, mir zum 40sten Geburtstag eine besondere Tour zu gönnen. Ein Traum und längere Zeit auch fest geplant wäre der Paine Circuit in Patagonien gewesen. Aber: Ich wollte nicht alleine reisen und bezahlbar musste die Tour auch werden. Denn als Familienvater kann ich mir selbst zum 40sten keine Superreise gönnen und danach der Restfamilie sagen, dass deswegen leider in diesem Jahr kein Sommerurlaub drin ist. Schön wäre es auch, die Tour mit meinem Bruder J. (der mit mir 40 wird) und unserem Freund C. zu machen. Lange Telefonate und gemeinsame Abende am Kamin ließen meinen Traum von Patagonien schnell platzen. C. will mit seiner Frau dorthin und J. ist der Circuit zu überlaufen. Außerdem würde allein die Anreise schon unser jeweiliges Budget sprengen.

    Konkreter wurden dann Pläne, eine Rucksacktour in Ostgrönland zu machen. Abgelegen, landschaftlich sehr reizvoll und extrem genug. C. wollte aber keinen Rucksack schleppen, mir war der benötigte Zeitrahmen zu groß, J. konnte dann im Sommer doch nicht und außerdem würde allein die Anreise schon unser jeweiliges Budget sprengen (das kannten wir ja schon). Also musste wieder eine neue Destination her. Ab diesem Zeitpunkt kam eine Winterreise nach Spitzbergen ins Gespräch. Die Inselgruppe in der Arktis, ungefähr genauso weit vom Nordpol wie vom Nordkap entfernt, war schon zu Jugendzeiten immer mal wieder in unseren gemeinsamen Überlegungen für Tourenziele aufgetaucht. Ich wollte eigentlich nie unbedingt hin. Zu karg, zu trostlos und allein die Anreise würde doch unser jeweiliges Budget sprengen, oder?! Nur wenige Rechercheklicks später war aber klar, dass die Anreise nach Spitzbergen deutlich unter 500 € liegen würde. Außerdem hatten wir von früheren Wintertouren bereits die meiste Ausrüstung zusammen. J. hatte zudem ausreichend Arktiserfahrung, Beziehungen nach Spitzbergen und zudem als Jäger die für die Eisbärabwehr nötige Waffe. Eine Tour im sogenannten Lichtwinter, also ab April, würde sich zudem mit Beruf und Familie eher in Einklang bringen lassen als eine im Sommer.



    Nach der Entscheidung ging es an die konkrete Planung. Die Aufgaben waren schnell verteilt. C. kümmerte sich um die Flüge, J. ließ seine Kontakte spielen, um benötigte Ausrüstung zu beschaffen und den Gepäcktransport zu organisieren und ich machte die Feinplanung, kaufte Karten und würde einen Eisbärzaun zusammenbasteln. Die Routenwahl hatten wir aus Kosten- und Organisationsgründen sehr einfach gehalten. Wir würden uns nur im Verwaltungsbezirk 10 aufhalten, da wir dort keine Genehmigung des Sysselmannen, keinen Sat-Notsender und keine teure Versicherung benötigen würden.
    Zuletzt geändert von Daddyoffive; 11.12.2013, 12:52.
    Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
    John Eldredge
    ><>

  • bblume
    Erfahren
    • 19.06.2013
    • 209

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

    Schön! Klingt sympathisch, bin gespannt!

    Kommentar


    • theslayer
      Dauerbesucher
      • 13.11.2013
      • 585

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

      Wow, spätestens bei dem Teil über "Ich bastel jetzt nen Eisbär-Zaun" hattest du mich!

      Klingt toll, auch zwischen der Auswahl der anderen Reiseziele. Lass uns nicht zu lang auf ne fortsetzung schmorren

      Grüße
      Daniel
      Auf meinem Blog Longing for the Horizon:
      Pamir Highway 2019 / Sarek 2018 / Padjelantaleden 2017 / 4500km Radtour Berlin-Nordkapp 2017 / Kungsleden 2015 / Kungsleden 2014 / Israel-Hike 2014 und viele kleinere Radtouren (Berlin - Kopenhagen / Prag - Berlin etc.)

      Kommentar


      • attue
        Erfahren
        • 10.01.2010
        • 250

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

        Zitat von theslayer Beitrag anzeigen
        Wow, spätestens bei dem Teil über "Ich bastel jetzt nen Eisbär-Zaun" hattest du mich!

        Klingt toll, auch zwischen der Auswahl der anderen Reiseziele. Lass uns nicht zu lang auf ne fortsetzung schmorren

        Grüße
        Daniel
        ja genau... ich habe heute sicher schon 5x reingeschaut ob schon eine fortsetzung da ist...

        lg attue

        Kommentar


        • Daddyoffive
          Fuchs
          • 24.08.2011
          • 2437

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

          Nur Geduld, mehrere Fortsetzungen sind schon in der Mache. Evtl. gibt's heute noch die nächste.
          Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
          John Eldredge
          ><>

          Kommentar


          • Daddyoffive
            Fuchs
            • 24.08.2011
            • 2437

            • Meine Reisen

            #6
            [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 2

            Svalbard zum 40sten – Die Vorbereitung

            Fitness: Als überwiegend vom Schreitisch aus arbeitender Mensch mit wenig Zeit und ausgeprägtem Appetit auf leckeres Essen musste ich mich für die Svalbardtour natürlich zuallererst körperlich fit machen. Als erste Maßnahme beschloss ich, nur noch möglichst heiß zu duschen, um die Wärmereserven meines Körpers randvoll aufzufüllen. Dazu würde ich nur noch mit AXE Alaska duschen. Als J. dann mit FA Duschgel „extrem cool mit Gletschermineralien“ konterte, wusste ich, dass ich mein Training würde erheblich steigern müssen. Ich griff also fortan zu Duschgel von Adidas: „Ice Dive“. C. beschloss, nur noch kalt zu duschen. Aber auch ganz ernsthaft fing ich an, meine alte Rudermaschine auszugraben und auch bei Eiseskälte in der Scheune zu rudern. Dazu verordnete ich mir ein kombiniertes Muskelaufbautraining. Außerdem nahm ich ab. Zu Tourbeginn war ich dann tatsächlich so fit, wie seit langer Zeit nicht mehr und hatte sechs Kilo weniger auf den Rippen als üblich (die Tour selbst „kostete“ mich dann weitere zwei Kilo). Zudem trafen wir uns zu zweit oder zu dritt, um nachts im Schein der Stirnlampen (tagsüber wäre es zu peinlich gewesen) Autoreifen durch den Wald zu ziehen.

            J. schafft es, uns beiden anderen Pulkas und gebrauchte Ski zu besorgen. Außerdem, dass wir uns ein Zelt leihen können. Zudem verhelfen uns unsere Kontakte (noch aus Zeiten, als wir als Studenten in einem Outdoorladen gejobbt haben) zu Sonderkonditionen bei Trek`n Eat und Optimus. Der Hammer ist aber, dass J. ein Sponsoring mit einem Logistikunternehmen einfädelt. So können wir unser Expeditionsgepäck, wie es ab diesem Zeitpunkt heißt, bequem als Fracht von Zuhause nach Longyearbyen schicken und bekommen es wieder nach Hause geliefert.



            Für eine Tour auf Spitzbergen ist ein Schutz vor Eisbären obligatorisch. Eine Waffe mitzunehmen ist für uns das geringste Problem. Auch einen Nico Signalgeber haben wir schon, C. besorgt sich noch einen zweiten. Dann wäre da noch der Signalzaun, der allabendlich um das Lager herum aufgebaut werden muss, wenn man keine Nachtwache abstellen möchte. Die auf Spitzbergen eventuell zu leihenden Systeme sind nicht ganz billig und was man so hört auch eher unsicher in der Handhabung und versagen gerne mal. Über das Netz erfahre ich von einem Briten, der ein rucksacktaugliches System herstellt. Zuerst probieren wir aber aus, ob nicht ein elektrisches System, das mit sehr lauten, schrillen Tönen warnt, vorzuziehen wäre. Ich bestelle mir verschiedene dieser Handtaschenalarme, um sie zu testen. Leicht und laut sind die zwar (und ich erschrecke ständig meine Familie damit) aber ob sie auch kältetauglich sind, muss erst ausprobiert werden. Ein paar Stunden im Tiefkühlfach machen die Dinger bereits leiser. Drei Tage in der Tiefkühltruhe lassen alle Geräte nicht gerade kalt. Trotz extra besorgter Lithiumbatterien hält kein System drei Tage in der Truhe aus, ohne danach mehr als ein müdes Winseln von sich zu geben. Die aus England bestellten „IceBear Alert Devices“ sind da schon vertrauenerweckender. Aus Alu und Edelstahl und mit einer fetten Feder versehen, sind sie dafür vorgesehen, dass man eine Schrotpatrone einspannt, die beim Auslösen des über einen gespannten Faden versehenen Mechanismus einen entsprechenden Knall erzeugen soll. Bei einem Treffen bauen wir einen schönen Zaun im Garten, der auch wunderbar funktioniert.






            Für Frühstück und Tagesverpflegung sowie Getränke ist jeder selbst verantwortlich. Also probiere ich schon Monate im Voraus verschiedene Müslisorten und den Kaloriengehalt diverser Riegel und Süßigkeiten. Kurz vor der Tour, bzw. dem Packen der Fracht für die Spedition mische und portioniere ich mir dann mein Müsli und fülle Kekse, Brotchips, M&Ms, etc. in Ziplockbeutel um.

            Es sind viele Kleinigkeiten, die vor so einer Tour abgeklärt, besorgt und erledigt werden müssen. Nicht jeder Supermarkt hat einzeln verpacktes feuchtes Toilettenpapier, das wir brauchen. Das erste angefragte Guesthouse in Longyearbyen hat kein Zimmer mehr frei, der Transport von Gewehr und Munition muss abgeklärt werden, einzelne, ältere Ausrüstungsgegenstände verschwinden kurz vor dem Packen („Ich bin mir sicher, dass ich die Handschuhe nach dem Winter in DIESE Schublade getan habe!“ „WO ist das ver… Milchpulver und WER hat meine Expeditionskekse gegessen?“) und natürlich kommt der Abholungstermin für die Fracht, mit der wir die gefüllten Pulkas verschicken können urplötzlich und macht eine Packorgie bis tief in die Nacht nötig.

            Zuletzt geändert von Daddyoffive; 20.12.2013, 22:11. Grund: Fotos eingefügt
            Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
            John Eldredge
            ><>

            Kommentar


            • Nita
              Fuchs
              • 11.07.2008
              • 1673

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1




              Super spannend, aber auch informativ - danke und weiter, pls!
              Reiseberichte

              Kommentar


              • Daddyoffive
                Fuchs
                • 24.08.2011
                • 2437

                • Meine Reisen

                #8
                [SJ] Svalbard zum 40sten 3. Teil

                Svalbard zum 40sten – Anreise und erster Tag

                Unser Flug ging vormittags ab Frankfurt zunächst nach Oslo, von wo in der Hauptsaison neben Tromsö auch Flüge nach Spitzbergen abgehen. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, nach C.´s und meinem Ticket auch J.´s Ticket auszudrucken, wurden wir an den Schalter verwiesen, wo der Waffenkoffer eine längere Diskussion auslöste. Der wurde schließlich mit mehreren grellen Aufklebern versehen und wir bekamen die Anweisung ihn in Oslo am Sondergepäckschalter abzuholen, weil er nicht wie unser anderes Gepäck durchgecheckt werden würde. Zum Glück haben wir uns trotzdem am Gepäckband angestellt, denn neben dem Gewehrkoffer kamen auch zwei unserer drei Reisetaschen auf dem normalen Gepäckband mit. Entweder weil wir sehr früh oder weil wir sehr günstig gebucht hatten, mussten wir in Oslo eine ganze Weile auf unseren Anschlussflug warten.



                Mit jeder Menge Kaffee und den mitgebrachten Stullen ließe es sich aber ganz gut warten. Im Flug nach Spitzbergen sah man dann schon sehr deutlich, dass es nicht nach Lanzarote ging. Daunenjacken und Fleece herrschten vor. Und auch das Durchchecken der Waffe von Oslo nach Longyearbyen war kein Problem.
                In Longyearbyen aus dem Flieger auszusteigen war hart. Es war beschissen kalt und wir noch nicht akklimatisiert. Zum Glück hatten wir die dicken Daunenjacken im Handgepäck. In der Ankunfts“halle“ mit nur einem Gepäckband ging es recht flott. Wir reisen ja auch mit leichtem Gepäck. Das Gepäckband wird bewacht von dem ersten Eisbären von vielen, die ihren Lebensabend ausgestopft irgendwo auf Spitzbergen verbringen. Sogar in der kleinen Kirche von Longyearbyen steht einer!



                Im Dunkeln fährt uns der Bus (zum Glück konnten wir genügend norwegische Kronen für den Fahrpreis zusammenkratzen) nach vielen Zwischenstopps bei den unterschiedlichen Unterkünften zum Guesthouse, das etwas außerhalb, in Nybyen liegt. Wir bekamen unseren Zimmerschlüssel und entdeckten, dass unsere Pulkas bereits im Vorraum unter einer Treppe auf uns warteten. Am nächsten Morgen, nach einer kurzen Nacht, entdeckte J. gleich aus dem Fenster das erste Rentier am Hang hinter dem Guesthouse. Also hat er schon mal das Gewehr zusammengeschraubt. Schon der kurze Weg über die Straße zum Frühstücksraum (für 45,00 € pro Nacht und Nase im Dreierzimmer mit Dusche auf dem Flur erwarteten wir ein opulentes Buffet) machte uns deutlich, dass wir unsere Mützen und langen Unterhosen die nächsten Tage nicht würden ausziehen müssen.

                Nach dem Frühstück wurden die Pulkas ins Freie geschleppt, um unseren Kram zu sortieren, die Deichseln zusammenzuschrauben und alles für den Marsch zu packen. Außer unseren drei Pulkas steht noch eine kleinere Nordpolpulka neben Skistiefeln von Alpha im Vorraum des Guesthouse. Sie gehört Mark Wood, einem Briten, der gerade von einer Solotour zum Südpol kommt. Eigentlich wollte er im gleichen Jahr auch noch Solo von Kanada zum Nordpol. Das hatte aber nicht geklappt und so verbringt er jetzt ein paar Tage auf Spitzbergen, um von hier aus mit den Russen über die Driftstation Barneo eine Last Degree Tour zum Nordpol zu machen. Es entwickelt sich ein nettes Gespräch über die von ihm und von uns verwendete Ausrüstung.

                Mehr über Mark: http://www.markwoodexplorer.com/



                Im Laufe des Vormittags vereinbaren wir ein Treffen mit einem deutschen Studenten, Coenig hier aus dem Forum, der hier an der UNIS studiert und uns neben Tipps auch einen Lift zum Ausgangspunkt unserer Tour geben kann. Also marschieren wir die ca. zwei km nach Downtown Longyearbyen. Wir müssen außerdem noch Briefmarken besorgen und vor allem Benzin für den Kocher. Die Outdoorläden in Longyearbyen sind der Hammer! Nur geile Sachen im hochpreisigen Segment. Hiesige Läden haben ja vielleicht ein oder zwei dicke Schlafsäcke hängen. Hier gibt es ausschließlich Nordpoltaugliche Ausrüstung. Benzin (Arctic Fuel) bekommen wir natürlich auch und ich kaufe nach grobem Überschlagen unseres voraussichtlichen Verbrauchs vier Liter.



                Im angesagtesten (einzigen) Kaffee/Restaurant Longyearbyens, das den ganzen Tag aufhat, treffen wir uns mit Coenig. Wir quatschen, schreiben Postkarten, planen die Route und den Zeitpunkt unserer Abfahrt und essen zu Mittag. Anschließend pilgern wir wieder zurück nach Nybyen, wo ja noch unsere Pulkas liegen. Wir vereinbaren dort, dass wir unser nicht benötigtes Gepäck im Guesthouse lagern können gehen noch ein letztes Mal gepflegt aufs Klo (es kann mir keiner erzählen, dass es Spaß macht, sich jedes Mal für ein größeres Geschäft ein Loch zu graben und den blanken Hintern einem -20° kalten Wind auszusetzen), um nicht schon gleich am ersten Tag auf Tour mal dringend raus zu müssen. Coenig holt uns ab, wir schaffen es gerade so, die drei gepackten Pulkas, uns und unsere Ski in den winzigen Toyotabus zu quetschen und los geht’s, aus Longyearbyen raus und das Adventdal entlang.
                Zuletzt geändert von Daddyoffive; 18.12.2013, 09:57.
                Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
                John Eldredge
                ><>

                Kommentar


                • tjelrik
                  Fuchs
                  • 16.08.2009
                  • 1244

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                  Goil!
                  Supergut geschrieben
                  bear shit - sounds like bells & smells like pepper

                  Kommentar


                  • Daddyoffive
                    Fuchs
                    • 24.08.2011
                    • 2437

                    • Meine Reisen

                    #10
                    [SJ] Svalbard zum 40sten

                    Beifall motiviert mich, also geht's gleich weiter:

                    Svalbard zum 40sten – Die Ausrüstung

                    Für die Svalbard Skitour haben wir überwiegend auf vorhandene Ausrüstung zurückgegriffen. Einige Sachen konnten wir uns ausleihen (Nochmal Danke an Martin!) und ein paar Sachen haben wir uns extra angeschafft.
                    Als Zelt hatten wir ein Hilleberg Keron 4GT. Eine super Wahl. Das Zelt war stabil und groß genug für uns drei. Wir haben die Original HB Schneeheringe benutzt. Auf der Tour haben wir die Stangen jeweils nur einmal geteilt und das Zelt dann als „Wurst“ auf den Schlitten gepackt. So war es jedes Mal schnell ab- und auch wieder aufgebaut.



                    Als Ski hatten wir jeweils Fischer E99 mit einer Rottefella Chili Bindung. Als Stiefel hatte J. einen Lundhags Husky, auf den er eine Berghaus Yeti Attack Gamasche gebastelt hatte. C. und ich liefen mit Scarpa Phantom 8000 Stiefeln. Wir haben in den Stiefeln jeweils doppelte Socken und einen VBL aus Tüten oder Expedsocken getragen. Keiner hatte jeweils kalte Füße. Als Skistöcke kamen normale Trekkingstöcke mit Schneetellern oder LL-Skistöcke zum Einsatz. An den Skiern hatten wir Felle. Ich nur die kurzen Kickersticker von Black Diamond.
                    Wir hatten zwei Benzinkocher dabei. Wir bekamen den Soto Muka zum Testen sowie einen Optimus Nova+. Wir hatten einen 2,9l Primus Eta Topf und einen 3l Alutopf dabei. Gekocht haben wir immer im Zeltvorraum. Weil wir schnell gemerkt haben, dass der Soto ziemlich viel Sprit frisst, haben wir nach drei Tagen nur noch mit dem Optimus Nova gekocht. Der Soto hatte aber zuvor hervorragend funktioniert. In 11 Tagen haben wir insgesamt 3,5 Liter Arctic Fuel verbraucht.



                    Im Zelt würden wir auf jeweils zwei Isomatten schlafen. Jeder hatte eine EVA (ich eine TAR Z-lite), J. eine Exped Synmat (die am vorletzten Tourtag den Geist aufgab), C. eine ältere 2,5cm Therm-a-rest und ich eine ältere 3,8cm Therm-a-rest. Es hat sich bewährt, die TAR unter die EVA zu legen. Das war wärmer und bequemer. J. hat seinen Ajungilak Tyin Arctic mit einem aus Müllsäcken gebastelten VBL benutzt. C. eine Schlafsackkombination aus einem TNF Snowshoe mit Extender und einem älteren, mit ca. 500gr gefüllten Yeti Daunenschlafsack. Diese Kombi wurde mit jedem Tag schwerer, weil C. keinen VBL benutzt hat. Aber es ging. Ich hatte einen Valandré Freja zum Testen bekommen und ihn mit VBL benutzt.In sehr kalten Nächten habe ich mir die Daunenjacke über das Fussteil des Schlafsacks gezogen.

                    Natürlich hatte jeder eine dicke Daunenjacke für die Pausen und das Lager dabei. J. eine von Haglöfs, C. eine ME Annapurna und ich einen Traum: Hier über das Forum habe ich eine gebrauchte, etwa 12 Jahre alte TNF Summit Jacket bekommen können. Eigentlich zu kurz, aber total warm. Im Zelt haben wir auch Ajungilak Biwakschuhe getragen.



                    Gelaufen sind wir tagsüber mit Gore Windstopper Softshellhosen (die Mountain Equipment G2 Ultimate Mountain Pant war eine erstklassige Wahl) über langen Funktionsunterhosen (teils Merino). Ich habe Smartwool Skistrümpfe (wadenhoch) und Veit Stiefelsocken getragen. Darüber zunächst eine Mülltüte als VBL und dann die Innenschuhe der Skistiefel. Am Oberkörper ein langes Merinohemd von Quechua, darüber ein kurzes KuFa Unterhemd. Darüber meist ein 100er Fleeceteil (MHW Grid Zip) oder einen Arcteryx Atom LT Pullover. Als Jacke hatte ich eine Haglöfs Shark Fin (Softshell) aus Gore Windstopper mit zusätzlichem Fellrand. C. hatte eine recht dünne ME Windstopperjacke und J. einen alten, gebraucht über ebay gekauften Fjäll Räven Schlupfanorak aus Mischgewebe in leuchtendem Orange. Natürlich auch mit Fellkapuzenrand. Natürlich hatten wir Mützen (aus Wolle mit Fleecestirnband) und Handschuhe dabei. Unsere auch mitgeschleppten Hardshelljacken und Gore Überhosen mussten wir nie anziehen.



                    Wir hatten Pulkas von Acapulka, ein Garmin etrex 30 zur Navigation und als Backup Karte und Kompass. Aus Sicherheitsgründen, vor allem aber zur Beruhigung für unsere Familien hatten wir ein Iridium Satellitentelefon dabei. Wobei in den ersten Tagen noch das normale Handynetz funktioniert hat. Jeder hatte einen MP3-Player und J. und ich jeweils eine Kamera dabei.



                    Als Sicherheitsausrüstung hatten wir einen Blaser R93 Karabiner und zwei Nico Signalgeräte mit. Wir mussten zum Glück nicht einen einzigen Schuss abfeuern. Nur mit dem Nico haben wir zur Probe mal geschossen. Wir hatten den Eisbärenzaun (Icebearalarm) von Arctic Limited dabei. Der war zwar mit den von uns mitgebrachten Patronen nicht besonders laut, hat aber funktioniert (wenn auch nur gegen uns selbst, Eisbären haben wir nicht gesehen).



                    Bei Fragen zur Ausrüstung gehe ich gerne auf weitere Einzelheiten ein. Hier habe ich erst mal nur die Besonderheiten genannt. Selbstverständlichkeiten wie Schneeschaufeln, Thermoskannen, etc. erwähne ich jetzt mal nicht.
                    Zuletzt geändert von Daddyoffive; 10.12.2013, 19:37.
                    Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
                    John Eldredge
                    ><>

                    Kommentar


                    • Daddyoffive
                      Fuchs
                      • 24.08.2011
                      • 2437

                      • Meine Reisen

                      #11
                      [SJ] Svalbard zum 40sten

                      Svalbard zum 40sten – erste Lauftage

                      Coenig fährt uns raus aus Longyearbyen bis etwa zum Ende der Straße. Von hier folgen wir noch ein Stück dem Adventdalen, um dann ins Janssondalen einzubiegen. Von der Landschaft sehen wir nicht allzu viel, es ist diesig und es schneit leicht. Am ersten Tag läuft es noch nicht so rund. Die Schuhe sitzen noch nicht so gut, ich muss mich an die Kälte und den Zuggurt gewöhnen. Auch weil es schon später ist und jetzt, am 02. April die Sonne noch nicht 24 Stunden am Himmel steht, laufen wir nur etwa drei Stunden und bauen dann das Zelt am Anfang des Janssondalen auf. Hier gibt es noch vereinzelte Hütten aber Coenig versprach uns, dass uns unsere Route überwiegend in Gegenden führen würde, die nicht mit Snowscootern befahren werden dürfen.



                      Am nächsten Tag folgen wir zunächst dem Janssondalen. im Hintergrund ist die eindrucksvolle Silhouette des Operafjellet zu sehen. Ich finde es spannend, die unterschiedlichen Untergründe zu laufen. Wir bewegen uns zunächst aus dem Flusstal hinaus, laufen dann jedoch wieder in das enge Flusstal hinein, weil uns steile Seitentäler dazu zwingen. Auf dem Eis des Flüsschens läuft es sich hervorragend.



                      Wir beginnen, die Gletscherzunge des Møysalbreen anzusteuern. Hier sollten wir uns vor einem Gletschersumpf in Acht nehmen. Unglaublich: Aber trotz eisiger Temperaturen um -20°C gibt es an der Gletscherzunge unterhalb der Endmoräne einen kleinen See, den wir teils umgehen und teils auf neuem Eis überqueren können.

                      VIDEO

                      (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )

                      Tatsächlich ist es so kalt, dass mir ein Eiszapfen direkt an der Nase festfriert. Ich merke das erst, als mich J. auf meine weiße Nase anspricht. Schnell ziehe ich zusätzlich meinen Atom LT Pullover über das Fleece und unter die Windstopperjacke. Darüber hinaus ziehe ich mein Buff bis hoch über die Nase. Dann wird mir schnell warm. Dank Hundeschlittenspuren, die uns den richtigen Weg weisen, finden wir im aufkommenden Nebel und Schnee den richtigen Weg durch die Endmoräne des Møysalbreen. Es ist, wie durch eine Filmkulisse von „Der Herr der Ringe“ zu laufen.



                      Unser Lager schlagen wir diesmal am Übergang zwischen Møysalbreen und Gløttfellbreen auf einem zugefrorenen Schmelzwassersee auf. Wir haben Mühe, die Schneeheringe in dem wenigen Schnee über dem Eis zu verankern. Die Sitzgrube, die wir immer im Vorzelt ausheben (in unserem Sprachgebrauch immer nur die „Schlangengrube“), fällt entsprechend niedrig aus.





                      Der nächste Tag hält blauen Himmel, knallige Sonne und ein unglaubliches Bergpanorama für uns bereit. Und das Beste ist, wir sind mitten in diesem Panorama unterwegs! Aber zunächst geht es bergauf über den sacht ansteigenden Møysalbreen, von dem aus wir einen Übergang zum Drønbreen finden wollen. Von der Höhe aus haben wir bei klarem Wetter einen tollen Blick ins Reindalen. Wir laufen in einen Talkessel hinein. Endlich muss ich die blöde Pulka nicht mehr nach oben zerren. Endlich gibt mir ihr Gewicht den nötigen Schupser, um auch bei einem moderaten Gefälle entspannt gleiten zu können. Die Landschaft ist schlicht atemberaubend. In einer Pause stelle ich fest, dass ich sogar noch genügend Empfang mit dem Mobiltelefon habe, um eine SMS nach Hause zu schicken.






                      VIDEO

                      (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )

                      Der Übergang zum Drønbreen verläuft in sanften Wellen. Einmal ist der Hang aber so steil, dass wir beschließen, auf den Pulkas abzufahren. Es wird ein riesiger Spaß! Als es gegen Nachmittag kälter wird und Wind aufkommt, setzt Schneefegen ein. Unsere Füße verschwinden in Schneekristallen. Wie die fliegenden Holländer kreuzt eine Gruppe aus drei Personen und einem Hund unseren Weg. Die drei ziehen den Gletscher hinauf. Die Entfernung ist zu groß, daher winken wir einander nur zu und jede Gruppe zieht weiter.



                      Als wir meinen, den Übergang zum Bergmesterbreen gefunden zu haben, beschließen wir, den entsprechenden Aufstieg erst am nächsten Tag in Angriff zu nehmen.
                      Zuletzt geändert von Daddyoffive; 11.12.2013, 12:16. Grund: Videos endlich eingefügt / Karte eingefügt
                      Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
                      John Eldredge
                      ><>

                      Kommentar


                      • Daddyoffive
                        Fuchs
                        • 24.08.2011
                        • 2437

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                        Mal eine Frage an die Techniker hier: Wie kann ich denn ein Video in meinen Reisebericht einbinden? Geht das nicht wie bei Fotos? Muss ich das erst bei Youtube hochladen?

                        Danke
                        Stephan
                        Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
                        John Eldredge
                        ><>

                        Kommentar


                        • bblume
                          Erfahren
                          • 19.06.2013
                          • 209

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                          Wow! Auch sehr schicke Bilder!

                          Ich glaube Videos gehen nur über Einbindung mit Youtube, bzw habe ich das hier im Forum bisher nur so gesehen.

                          Kommentar


                          • Coenig
                            Fuchs
                            • 09.07.2005
                            • 1400

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                            Deutlich spannendere Route als "nur" durchs Adventdalen, wie es so viele machen. Ich bin gespannt auf den weiteren Bericht. Bisher seid ihr ja sozusagen durch mein favorisiertes "Naherholungsgebiet" gegangen - die Ecke Møysalbreen, Drønebreen ist aber immer noch ein echter Geheimtipp (Psssttt ). So nah an der "Stadt" und trotzdem kann man bereits völlig allein sein - und eine wunderschøne Ecke ist es sowieso, wie man ja auch auf Euren Bildern wieder sieht!
                            www.instagram.com/christian.engelke

                            Kommentar


                            • Daddyoffive
                              Fuchs
                              • 24.08.2011
                              • 2437

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                              Zitat von Coenig Beitrag anzeigen
                              Deutlich spannendere Route als "nur" durchs Adventdalen, wie es so viele machen. Ich bin gespannt auf den weiteren Bericht. Bisher seid ihr ja sozusagen durch mein favorisiertes "Naherholungsgebiet" gegangen - die Ecke Møysalbreen, Drønebreen ist aber immer noch ein echter Geheimtipp (Psssttt ). So nah an der "Stadt" und trotzdem kann man bereits völlig allein sein - und eine wunderschøne Ecke ist es sowieso, wie man ja auch auf Euren Bildern wieder sieht!
                              Das stimmt. Danke nochmal für den Tipp und Deinen Support. Dass Du uns den Weg zurück durchs Flowerdalen empfohlen hast, werde ich Dir aber wohl nicht so schnell verzeihen.
                              Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
                              John Eldredge
                              ><>

                              Kommentar


                              • Coenig
                                Fuchs
                                • 09.07.2005
                                • 1400

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                                Ich warte mal auf Eure Beschreibung des Flowerpasses und äussere mich dann dazu
                                www.instagram.com/christian.engelke

                                Kommentar


                                • Philipp
                                  Alter Hase
                                  • 12.04.2002
                                  • 2753

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                                  Zitat von Islandexperte Beitrag anzeigen
                                  Das stimmt. Danke nochmal für den Tipp und Deinen Support. Dass Du uns den Weg zurück durchs Flowerdalen empfohlen hast, werde ich Dir aber wohl nicht so schnell verzeihen.
                                  Gemein wäre es gewesen, wenn Coenig oder sonstwer Euch das Forkastningsdalen weiter im Süden als unbedingt sehenswert empfohlen hätte .

                                  Schöner Bericht, schöne Bilder, weckt alte Erinnerungen. Weiter so !
                                  "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

                                  Kommentar


                                  • Mika Hautamaeki
                                    Alter Hase
                                    • 30.05.2007
                                    • 3964

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                                    Verdammt schon wieder Fernweh.....
                                    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                                    A. v. Humboldt.

                                    Kommentar


                                    • Umingmaq
                                      Erfahren
                                      • 08.01.2006
                                      • 262

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                                      Jetzt muss ich doch mal zwei Kleinigkeiten richtig stellen:
                                      1. Es war keine Downmat die den Geist aufgegeben hat, sondern eine Exped Synmat...
                                      2. Die Pulkas waren von Acapulka! Zwei Scandic Tour 150 und eine Standard Expedition 210.
                                      Außerdem eine Ergänzung zur Ausrüstung: Sehr bewährt hat sich aus meiner Sicht die Netzunterwäsche von Brynje. War zwar nach der Tour kaputt, aber hat bis dahin genauso funktioniert wie sie soll (und schick ist sie außerdem...).
                                      J.
                                      Umingmaq
                                      grönl. für Moschusochse

                                      Kommentar


                                      • Daddyoffive
                                        Fuchs
                                        • 24.08.2011
                                        • 2437

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [SJ] Svalbard zum 40sten Teil 1

                                        Zitat von Umingmaq Beitrag anzeigen
                                        Jetzt muss ich doch mal zwei Kleinigkeiten richtig stellen:
                                        1. Es war keine Downmat die den Geist aufgegeben hat, sondern eine Exped Synmat...
                                        2. Die Pulkas waren von Acapulka! Zwei Scandic Tour 150 und eine Standard Expedition 210.
                                        Außerdem eine Ergänzung zur Ausrüstung: Sehr bewährt hat sich aus meiner Sicht die Netzunterwäsche von Brynje. War zwar nach der Tour kaputt, aber hat bis dahin genauso funktioniert wie sie soll (und schick ist sie außerdem...).
                                        J.
                                        Stimmt. Habe ich im Text korrigiert. Die Brynje Unterwäsche soll schick sein??? Soll ich dazu hier wirklich Bilder posten? Und es sollte an dieser Stelle auch besser unerwähnt bleiben, an welcher Stelle die Netzwäsche kaputt gegangen ist.
                                        Zuletzt geändert von Daddyoffive; 11.12.2013, 10:13.
                                        Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern ein Abenteuer, das gelebt werden will.
                                        John Eldredge
                                        ><>

                                        Kommentar

                                        Lädt...
                                        X