[NO] Lomsdal-Visten vom Süden nach Norden in 9 Tagen im Oktober 2022

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  • Vlad
    Anfänger im Forum
    • 22.11.2022
    • 15

    • Meine Reisen

    [NO] Lomsdal-Visten vom Süden nach Norden in 9 Tagen im Oktober 2022

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Bei der Planung meiner 9-tägigen Wanderung durch den Nationalpark Lomsdal-Visten konnte ich einige Informationen hier im Forum finden. Jetzt möchte ich der Gesellschaft etwas zurückgeben und mein hart erarbeitetes Wissen dankbar mit den anderen Teilnehmern der Outdoor-Community teilen. Auf geht's 😁

    Vorbereitung

    Warum Lomsdal-Visten?
    Ich war noch nie zuvor mit dem Rucksack durch Norwegen gereist, also war die Zeit reif, diese Lücke zu schließen. Glücklicherweise bietet Norwegen eine beträchtliche Anzahl an Nationalparks. Für mich waren die drei wichtigsten Kriterien für die Auswahl:
    • Es müssen nicht viele Touristen dort herumlaufen,
    • es muss spektakulär sein,
    • die Strecke muss lang genug sein, um eine mehrtägige Reise zu unternehmen.
    Kleiner Tipp für Skandinavien: Die Chancen, in einem Nationalpark andere deutsche Wanderer zu treffen, sinken, wenn Sie für diesen Nationalpark keinen Reiseführer in deutscher Sprache in der Bibliothek finden. Deshalb habe ich bei meiner Recherche Jotunheimen und Rondane von meiner Liste gestrichen.
    Lomsdal-Visten hat zwei meiner drei Kriterien problemlos erfüllt. Sieht es spektakulär aus? Ich habe mich entschieden, das Risiko einzugehen.

    Route
    Nachdem ich ein paar Beiträge hier im Forum und die vorgeschlagenen Routen auf http://www.lomsdalvisten.no/en/gateways/ studiert hatte, war die Entscheidung gefallen – ich starte in Tosbotn und fahre von Süden nach Norden nach Mosjøen (ausgesprochen wird „Mu:schen“ – langes U). Das sind ca. 100km, 9 Tage reichen dafür. Warum von Süden nach Norden und nicht umgekehrt? Zwei Gründe: Die Mittagssonne brennt einem nicht in die Augen und man muss beim Wandern nicht die Karte auf den Kopf stellen.

    Also – nach Mosjøen fliegen, dort übernachten, dann mit dem Bus nach Tosbotn, zu Fuß zurück nach Mosjøen, dort übernachten und nach Hause fliegen. Meine frische „zivile“ Kleidung lasse ich im Hotel, die Hotels nehmen diese gerne entgegen.

    Wann
    Auf jeden Fall im Herbst. Erstens sind die Farben schöner, zweitens sind die Mücken weg. Drittens ist der Wasserstand niedriger – wichtig bei einer Furt. Obwohl es im Herbst etwas kälter ist und es mehr regnet, halte ich persönlich die Mücken für das viel größere Übel.
    Also – Flug am 26. September hin und am 7. Oktober zurück. Das Hotel wurde auch gleich gebucht. Für den Bus muss man keine Tickets im Voraus kaufen.

    Ausrüstung
    Meine Ausrüstung ist auf die skandinavischen Herbstbedingungen zugeschnitten, sodass ich nichts extra kaufen oder berücksichtigen musste. Dieses Mal habe ich alles in einen kleineren Rucksack gepackt – 72L. Ich habe das Essen hier gekauft, eingepackt und gewogen: etwas mehr als 6kg insgesamt, ca. 20L Volumen - genau ein Drybag.
    Insgesamt lag das Startgewicht des Rucksacks inklusive Fotoausrüstung bei ca. 23kg.

    Da man im Flugzeug keine Gaskartusche mitnehmen darf, hatte ich mir vorgenommen, vor Ort eine zu kaufen. Es ist – übrigens – erstaunlich! Mosjøen ist nach unseren Maßstäben ein Dorf, hat aber mehr Outdoor-Geschäfte als Ludwigsburg! Ich habe 3 innerhalb von 500 m gefunden.

    Navigation und Safety
    Es fühlt sich gut an, als Pionier zu wandern, daher nehme ich in der Regel kein GPS-Navigationssystem mit. Nur eine Karte und ein Kompass, einfach Hardcore. Allerdings muss man nach der Hardcore-Idee auch auf einiges Equipment verzichten. Deshalb bin ich nicht zu streng mit mir.

    Ich habe mir einen Garmin InReach Mini 2 von http://www.protegear.de für einen Monat ausgeliehen. Für 100 Euro hatte ich ein SOS-Notrufgerät, ein SMS/E-Mail-Kommunikationsgerät und ein (Not-)Navigationsgerät. Ich habe die Eckpunkte der Route gespeichert.

    Kompass ist Kompass, es gibt nichts zu sagen. Zu der Karte möchte ich aber ein paar Anmerkungen machen.

    Die Karte habe ich vorab über das Internet von Nordeca besorgt: Lomsdal-Visten Nr. 10114, 1:50000. Und was sehe ich da? Auf der Karte – Wanderkarte! – es werden keine Brücken aufgezeichnet. Verwirrend. Irritierend. Nun, ich habe sie von http://www.lomsdalvisten.no/en/gateways/ auf die Karte übertragen, keine große Sache. Was sonst? Die Karte geht nicht bis nach Mosjøen, es fehlen ca. 15 km am Ende. Also musste ich vor Ort eine andere Karte von Nordeca nachkaufen: Mosjøen Nr. 10117, weitere 27 Euro weg.

    Fortsetzung folgt...

  • Vlad
    Anfänger im Forum
    • 22.11.2022
    • 15

    • Meine Reisen

    #2
    Bewertung

    Bei der Beschreibung der Wanderung halte ich es für wichtig, einige qualitative Einschätzungen vorzunehmen. Um euch ein Gefühl für die Streckenabschnitte zu geben, bewerte ich darauffolgend diese dann nach einigen Kriterien.

    Gehschwierigkeit von 1 (z. B. zum Bäcker um die Ecke gehen) bis 7 (z. B. steile Querungen auf sehr schmalen Steigen mit jederzeitiger Ausrutschgefahr in die Tiefe). Für jeden Abschnitt werde ich sagen, was am einfachsten und was am schwierigsten war. Es geht auch um das trockene Wetter.

    Wegfindungsschwierigkeiten von 1 (deutlich erkennbare Fußwege bei jedem Wetter und jeder Belichtung) bis 7 (man muss seinen Weg ohne Orientierung zum Ziel selbst finden, z. B. in der dichten Wand ohne jeglicher Orientierungsmerkmale auf dem schwierigen Untergrund).

    Landschaftliche Schönheit von 1 (langweilig, dafür muss man das Haus nicht verlassen) bis 7 (einzigartig, WOW-Effekt, man bleibt stehen und staunt). Die Bewertung ist natürlich rein subjektiv.

    Tägliche Distanz und Höhenunterschiede werde ich auch als Referenz angeben, aber hier ist folgendes zu sagen:
    • Die Distanz und die Höhe wurden mit Garmin InReach Mini 2 im Abstand von 10 Minuten aufgezeichnet. D.h. Einiges wurde bei der Messung nicht berücksichtigt, das Umgehen von riesigen Felsblöcken und ständiges Auf und Ab auf dem Gelände - und das macht einen Unterschied!
    • Ich habe während der Wanderung oft Videos aufgenommen, was die Gehgeschwindigkeit deutlich beeinflusst hat. Man kann schneller laufen als ich.
    Zeit von Ankunft in Mosjøen bis zum Beginn der Wanderung

    Ein kleines Propellerflugzeug fliegt mehrmals täglich vom Flughafen Trondheim nach Mosjøen. Als ich dort am Schalter mein Ticket bekam, stand da: freie Platzwahl. Wie in einem Bus. Komisch, sowas habe ich noch nie gesehen.

    Dann kam die böse Überraschung – es hieß, das gesamte Gepäck würde aus Gewichtsgründen nicht in den Flieger passen – was nicht passt, wird mit dem nächsten Flug nach Mosjøen geflogen. Voller Zweifel, ob mein Rucksack mitfliegen würde oder nicht, stieg ich ins Flugzeug und suchte mir einen Sitzplatz aus. Spoiler-Alarm: Nein, der Rucksack ist in Trondheim geblieben, was ich bei der Gepäckausgabe am Flughafen Mosjøen erfahren habe.

    Ein Flughafenmitarbeiter nahm meine Daten auf – Name, Telefonnummer, wo ich in der Stadt übernachtete – und versprach, sich persönlich um mein Gepäck zu kümmern.

    Vom Flughafen nach Mosjøen fahren keine Busse – zumindest keine um die Zeit. Alle Mitfliegenden nahmen Taxis, ich folgte demselben Muster. 10 Minuten für zig Euro – und ich stehe vor dem Hotel. Schlüssel im Kasten an der Tür, der Code wurde vorab als SMS verschickt. Alles problemlos. Ich habe im Einkaufszentrum gegessen – etwa 100m vom Hotel entfernt – und wartete auf meinen Rucksack.

    Lang story short – der wurde mir per Kurier erst am nächsten Tag gegen 12 Uhr zum Hotel gebracht, und an der falschen Tür auf den Boden gelegt. Zum Glück habe ich es aus dem Fenster gesehen und gleich abgeholt.

    Der Bus nach Tosbotn fährt um 16:58 Uhr vom Zentrum Mosjøen nach Tosbotn ab. Der Fahrer hat in mir einen Wanderer erkannt (es war auch nicht schwer) und hat sofort gesagt, dass er mich an der richtigen Stelle absetzt, als ich gesagt habe, dass ich nach Tosbotn will. Nach ungefähr 1h40 Fahrt hielt es kurz vor Tosbotn an - eine Schotterstraße führte in den Wald hinauf und ein Straßenschild bestätigte, dass meine Reise hier beginnen sollte.

    Fortsetzung folgt...​

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    • Fjellfex
      Dauerbesucher
      • 02.09.2016
      • 912

      • Meine Reisen

      #3
      Zitat von Vlad Beitrag anzeigen
      Jetzt möchte ich der Gesellschaft etwas zurückgeben und mein hart erarbeitetes Wissen dankbar mit den anderen Teilnehmern der Outdoor-Community teilen.
      Das ist sehr löblich.
      Mein Bericht konnte dir wohl kaum weiterhelfen, da er (abgesehen höchstens von dem Ende deiner Tour nahe "Muh-schö-en") auf anderer Route verlief... aber:
      Lomsdal-Visten ist immer spannend, zumal im Oktober. Normalerweise liegt Anfang dieses Monats dort noch kein Schnee, heuer sehr wohl... was die Spannung auf den Bericht erhöht.
      Den Einstieg deines Berichts finde ich schon mal sehr gelungen: knapp und knackig, mit einem Haufen an Informationen. (Epische Breite ist weniger mein Ding....)
      Hau in die Tasten!

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      • Vlad
        Anfänger im Forum
        • 22.11.2022
        • 15

        • Meine Reisen

        #4
        27.09 – 28.09
        Anfang der Route näher Tosbotn –> Südseite von See Øvre Breivatnet

        Gehschwierigkeit 3/7, teilweise steil, aber keine besondere Herausforderung.

        Wegfindungsschwierigkeiten 2/7, der Weg ist an normalen Tagen gut sichtbar, es gibt Abschnitte mit Pfosten mit Pfeilen, wenn man den Weg z.B. im Moos verliert, ist es leicht wiederzufinden, Landschaftsmerkmale sind gut zu erkennen.

        Landschaftliche Schönheit max. 3/7, der Blick auf den Fjord von oben ganz am Anfang ist ganz nett, sonst nichts Besonderes.

        Tagesstrecke und Höhenmeter 7,5 km insgesamt, 1,2 km/h im Schnitt, Anfangshöhe 47 m, Endhöhe 571 m.

        Der Busfahrer setzte mich gegen 18:40 Uhr ab. Es war Ende September, d.h. der Sonnenuntergang kam gegen 19:00 Uhr, ab 19:30 war es zu dunkel. Ich dachte, ich würde den Moment nutzen und so weit wie möglich nach bergauf gehen, ohne Zeit zu verlieren – der Weg war gut markiert und gut sichtbar. Also, warum nicht?

        Bitte wiederholt meinen Fehler nicht!

        Der Anfang der Route war steil, es wurde immer dunkler und dunkler. Ich suchte vergeblich nach einer flachen Stelle für das Zelt und konnte sie nicht finden. Und ging weiter nach oben. Und es wurde immer dunkler und dunkler.

        Erst fast ganz oben, als ohne Stirnlampe nichts mehr richtig zu sehen war, fand ich eine relativ flache Stelle, die weit von meinem Ideal entfernt was, aber als eine Notlösung passte. Es gab auch keine Wasserquelle in der Nähe (eine Pfütze tat es, aber kein fließendes Wasser). Es war steinig, ich konnte die Heringe nur halb anstechen.

        Und windig war es auch. Nicht zu windig, dass es wie ein Sturm aussah, aber windig genug, dass ich nichts ungesichert am Boden liegen ließ. Das Positive daran: Am nächsten Morgen war mein Zelt trocken, kein Tropfen Kondenswasser war zu sehen.

        Tipp: Bleibt an so einem Abend besser unten am Anfang der Route, da findet ihr bessere Möglichkeiten für das Zelt und etwas fließendes Wasser auch. Macht euch keinen unnötigen Stress. Diese eine „gesparte“ Stunde bringt nichts.

        Am nächsten Morgen packte ich schnell alles zusammen und ging weiter. Der Weg war, wie gesagt, gut markiert. Irgendwann geht es runter zu einem kleinen See mit Wasserfall – etwa eine halbe Stunde von meinem vorherigen Camp entfernt. Dort frühstückte ich in aller Ruhe.

        Der Weg von dort verlief an der Westseite des Flusses Bjørnstokkelva und setzte sich am Westufer vom See Bjørnstokkvatnan.

        Der Abschnitt war einfach und ich finde es schwierig, nützliche Ratschläge dazu zu geben. Man folgt einfach dem Weg und das wars. Der Trampelpfad verschwindet gelegentlich in Sümpfen oder ist auf den nackten Steinoberflächen nicht sichtbar, aber es ist leicht, ihn wiederzufinden. Man kommt schon gut voran, sagen wir so, möchte man sich verirren, würde es einem extra Mühe kosten.

        Aber eines: Trotz meiner Konzentration gelang es mir, an einer Stelle am Ufer des Bjørnstokkvatnan auszurutschen und auf den Rücken in Richtung Wasser zu fallen. Im letzten Moment konnte ich einen Ast des nahen Baumes greifen. So blieb mir das kalte Bad erspart.

        Also pass auf, unterschätze die Situation nie!

        Ich traf gegen 14 Uhr einen Fischer. Der Norweger sagte, er sei heute Morgen spät aufgestanden und habe es nicht rechtzeitig nach Breivatnet und nach Hause geschafft, also kehre er mit leeren Händen zurück. Aber gestern hätte er so einen riesigen Fisch gefangen! Klar, natürlich.

        Gegen 16 Uhr erreiche ich das Südufer des Øvre Breiavatnet. Da ich die schöne Gegend filmen wollte, beschloss ich, nicht weiter zu gehen und hier an Ort und Stelle zu campen. Der Ort ist beliebt - es ist einfach, einen Platz für Zelte jeder Größe zu finden.

        Wandergruppen mit großen Zelten für mehrere Personen sollten sich den Standort merken – hier passt jedes Zelt rein.

        Fortsetzung folgt...

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        • Vlad
          Anfänger im Forum
          • 22.11.2022
          • 15

          • Meine Reisen

          #5
          Zitat von Fjellfex Beitrag anzeigen
          Hau in die Tasten!
          😁

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          • pekra62
            Dauerbesucher
            • 02.03.2012
            • 794

            • Meine Reisen

            #6
            Upps, habe mir das erste Mal diese Gegend auf ut.no angesehen. Dort sind keine Wege eingezeichnet. Nur Pfade, wenn man weit reinzoomt. Das macht mich neugierig
            Aber die Shelter, die man auf der Karte deines Links sieht, sind bei ut.no auch nicht eingezeichnet. Wie kommt das denn?
            Deine vielen, knappen Infos sind natürlich sehr hilfreich für evtl. Planungen. Klasse

            Hoffe, du hast auch Fotos gemacht. Für einen Eindruck der Gegend wäre das natürlich hilfreich.

            Peter

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            • Vlad
              Anfänger im Forum
              • 22.11.2022
              • 15

              • Meine Reisen

              #7
              29.09 – 30.09
              Südseite von See Øvre Breivatnet à Nordseite der Brücke über Nedre Grunnvasselva

              Video dazu:


              Gehschwierigkeit 2/7 (gerade nackte Steinoberfläche) bis 4/7 (steile dicht bewachsene Passagen).

              Wegfindungsschwierigkeiten 3/7, der Weg ist an normalen Tagen gut sichtbar und teilweise mit Steinmännchen markiert, Landschaftsmerkmale sind leicht zu erkennen.

              Landschaftliche Schönheit 4/7 bis 5/7, es gibt einige ganz schöne Ausblicke.

              Tagesstrecke und Höhenmeter etwa 10km mit etwa 1,2km/h pro Tag, Anfangshöhe 571 m, Endhöhe 228 m.

              Bevor ich es vergesse - hier im Forum schrieb jemand, er war froh, einen Wasserfilter in Lomsdal-Visten dabei zu haben. Ich habe den Rat befolgt und meinen Wasserfilter mitgenommen. Nie benutzt. Nie. 250gr umsonst rumgeschleppt. Zumindest auf meiner Route war es keine Schwierigkeit, an das fließende Wasser zu gelangen.

              Meine morgendliche Routine und was man vorfindet, wenn man bei gutem Wetter auf Øvre Breivatnet übernachten, findet ihr im oben verlinkten Video. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – wie viel mehr sagt ein Video?

              Kommen wir direkt zur Wegbeschreibung. Zwischen Midtre und Øvre Breivatnet gibt es einen einfachen Weg, flach, mit Steinhaufen markiert, immer am Ufer entlang. Da habe ich doch einen Fehler gemacht. Ich wollte am Nordrand von Midtre Breivatnet abbiegen und Richtung Norden zu Nedre Breivatnet gehen, bin aber auf dem Pfad geblieben und bis zu Øvre Lappskardvatnet geschafft.

              Da hilft es, nebenbei bemerkt, eine offene Karte von https://www.lomsdalvisten.no/en/gateways/ auf dem Monitor zu haben.

              Als mir klar wurde, dass ich in der falschen Gegend war, wollte ich am Südufer des Nedre Lappskardvatnet nach Nordosten folgen. Auf der Papierkarte und der Karte im Internet sieht es so harmlos aus. Aber als ich dort stand, hatte ich ernsthafte Zweifel an diesem Wagnis. Zu steil an einigen Stellen. Letztendlich ging ich zurück zu Midtre Breivatnet und latschte ein Stück den Nordufer entlang, bieg später nach Norden ab und ging zu Nedre Breivatnet.

              Da ist kein Pfad. Das heißt, man muss mit Hin- und Her rechnen. Man kommt voran, sieht – war doch eine blöde Idee, kommt etwas zurück und nimmt die andere Richtung. Weil der Boden dort ist, gelinge gesagt, etwas uneben, und man plötzlich vor eine Grube stehen bleibt, die aus der Entfernung nicht sichtbar war. Und so ging es mir auch. Hin und zurück, links und rechts, auf und ab.

              Danach folgte ich dem Westufer von Nedre Breivatnet. Es gibt dort einige Stellen mit dicht wachsenden Bäumen, aber es geht, eigentlich. Ich habe den Fluss Breivasselva etwa 500 m nördlich vom Nedre Breivatnet überquert. Die Strömung war zwar stark, ich konnte aber eine Stelle finden, wo ich über Steine sprang und meine Füße vom Wasser verschonen konnte.

              Dort habe ich auch die Nacht verbracht – keine gute Stelle für ein nicht freistehendes Zelt, der Boden ist zu steinig für Heringe.

              Am nächsten Morgen kam ich auf eine dumme Idee, Breivasselva entlang hinrunter zu Lomsdalselva zu gehen. Am rechten Ufer. Schaut bitte auf die vorgeschlagenen Routen auf https://www.lomsdalvisten.no/en/gateways/. Seht ihr da was, recht von Breivasselva? Nein? Natürlich nicht, deswegen bezeichne ich meinen Plan als dumme Idee! Hundert Meter später wurde der Hang so steil, dass er eher wie ein Wasserfall aussah. Also ab bergauf zurück zum ehemaligen Camp, dort wieder über den Fluss auf den linken Ufer rüber spazieren und den Ufer entlang zu Lomsdalselva. Schaut bitte wieder auf die Karte, findet ihr vielleicht dort eine Route? Nein, und es ist ja kein Wunder. Nun weiß ich auch warum. Jetzt weiß ich auch warum. Also drehte ich um und stapfte zurück zum Lager, wieder über den Fluss.

              Zwei Stunden körperliche Anstrengung und nicht einmal einen Meter vorwärts, großartig.

              Ich habe die Karte nochmal genauer studiert und ging nach Norden Richtung Lomtjønnan, einmal über den Hügel und bitte, ich was schon da.

              In der zweiten Hälfte des oben verlinkten Videos ist der weitere Weg gut abgebildet. Sobald ich unten war, nah an diesen kleinen Seen, fand ich den Pfad sofort. Er ist durch Steinmännchen gekennzeichnet und leicht wiederzufinden. Allerdings habe ich es doch wieder geschafft, vom Pfad abzukommen und musste etwa 300 Meter durch Gräser und Sümpfe zu kriechen. Wohl bemerkt, es war sonnig und die Sichtweite war ideal – was passiert, wenn es neblig ist? Wie finden die anderen Wanderer den Weg?

              Danach die private Hütte, über die hier im Forum schon berichtet wurde, die andere, offizielle Hütte, die wie ein Loch im Boden aussieht, dann der Wasserfall, die Brücke und das war's für den Tag - ab 16 Uhr Ende September ist es draußen schon ziemlich trüb und unfreundlich, ich fand einen halbwegs brauchbaren Platz für das Zelt, versorgte mich mit Kalorien, gönnte mir eine Tafel Bundeswehrschokolade und kroch in den Schlafsack.

              Fortsetzung fogt...

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              • Vlad
                Anfänger im Forum
                • 22.11.2022
                • 15

                • Meine Reisen

                #8
                Zitat von pekra62 Beitrag anzeigen

                Hoffe, du hast auch Fotos gemacht. Für einen Eindruck der Gegend wäre das natürlich hilfreich.

                Peter
                Besser als Fotos

                Es ist ein Rätsel, warum auf einer Karte dies fehl und auf der anderen Karte das. Und warum auf eine Karte, die man für Geld – stolze 27 Euro! – kauft, keine Brücken gekennzeichnet sind.

                Kommentar


                • ChuckNorris
                  Erfahren
                  • 03.08.2018
                  • 176

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Ist ja krass - "Rain free hiking through Lomsdal Visten" hast du dein Video genannt :-) Damit hast du vermutlich das gesamte Wetterkarma für den Rest deines Lebens aufgebraucht.

                  Scheinbar hat's auch vor deiner Tour länger nicht geregnet, oder? Der Grunnvasselva hat ja kaum Wasser.

                  Übrigens: am Nedre Lappskardvatnet kommt man recht gut am Ostufer vorbei. Sieht aus der Ferne gruseliger aus als es dann letztlich ist - ich glaube da standen sogar hin und wieder ein paar Steinmännchen.

                  Bin auf jeden Fall gespannt wo du noch so lang gekommen bist und freue mich auf's Weiterlesen.

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                  • Vlad
                    Anfänger im Forum
                    • 22.11.2022
                    • 15

                    • Meine Reisen

                    #10
                    01.10
                    Nordseite der Brücke über Nedre Grunnvasselva à Westufer von Søre Vistvatnet

                    Gehschwierigkeit 4/7 (Raues Gelände) bis 5/7 (steile Passagen, an denen auch die Hände zum Einsatz kommen).

                    Wegfindungsschwierigkeiten 3/7, der Weg ist zwar nicht markiert, aber die Landschaftsmerkmale sind leicht zu erkennen.

                    Landschaftliche Schönheit 4/7 bis 5/7, es gibt einige ganz schöne Ausblicke.

                    Tagesstrecke und Höhenmeter 13,5 km mit etwa 1,7 km/h, Anfangshöhe 228 m, Endhöhe 570 m.

                    Insgesamt habe ich an diesem Tag über 1000 Höhenmeter gesammelt, weil ich nicht die optimale Route gegangen bin. Deshalb möchte ich ein paar Tipps geben und ein paar Worte dazu verlieren. Ich habe an diesem Tag auch kein Video gedreht, obwohl mich die Gegend dazu gereizt hätte - ich war planmäßig im Rückstand und wollte mich etwas beeilen.

                    Da ist zwar kein Pfad, die Route ist aber dem https://www.lomsdalvisten.no/en/gateways/ zu entnehmen. Von der Brücke aus schräg nach Norden gehen, am steilen Berghang rechts abbiegen und weiter dem Tal folgen. Danach schließlich über den Berg spazieren und sofort den gewünschten See Søre Vistvatnet sehen, und alle anderen Seen und Berggipfel auch.

                    Es klingt einfach auf dem Papier, sieht entspannt auf der Karte, ist jedoch sehr anstrengend in der Realität. Der Wasserstand war in dieser Zeit kein Problem – ich hätte an jeder Stelle Bäche und Flüsse überqueren können. Das Problem war, dass es keinen Weg gab, ich musste meinen eigenen Weg finden. Ich ging im Zickzack und auf und ab. Norwegen ist das Land der Trolle, und diese Märchenwesen haben dort viele Felsbrocken überall planlos verteilt, also musste ich den Weg zwischen ihnen finden. Es raubte viel Kraft. Sicher, wenn jemand die beste Route kennt, ist es einfacher. Ich versuchte jedoch immer wieder, ein wenig höher zu kommen, damit ich die Landschaft besser sehen konnte, um zu wissen wo und wann ich meine Füße weiter setzen musste.

                    Ich habe am Anfang ein paar Steinmännchen gesehen, und dann kam es oft vor, dass ich mich geirrt habe: Was aus der Ferne wie ein Steinmännchen aussah, war in Wirklichkeit nur ein Steinhaufen.

                    Aber der Blick ins Tal war sehr schön.

                    Das Schwierigste kam für mich zum Schluss. Irgendwann stand ich östlich des Berges Dåeriesåårke (858 m), dunkle bleierne Wolken zogen über den Himmel, der Gipfel des Litlskardtinden (1182 m) war vollständig bedeckt und sah schwarz und abschreckend aus. Wirklich gruselig. Ich mag so etwas.

                    Und ich checkte überhaupt nicht, wohin ich nun muss. Die Karte sagte, ich musste da über den Berg. Mein Gehirn wollte es nicht wahrnehmen, ich schaue verzweifelt nach links und rechts und suche vergeblich nach einem Pass. Mein Kompass zeigte auch an, nichts wie über den Berg. Am Ende habe ich Garmin InReach Mini 2 zu Rate gezogen, weil ich einen Eckpunkt am gewünschten See gespeichert habe. Garmin bestätigte mir, ja, über den Berg, noch 4 km!

                    Na dann… Ich ging über Dåeriesåårke.

                    Keine schlaue Idee, ich empfehle den "offiziellen" Weg. Mein Weg war steil, sehr steil. Von unten sah ich die tiefen Risse im Berg nicht, denen ich entweder ausweichen oder runter und auf der anderen Seite wieder hoch klettern musste. Der Weg führte auch die meiste Zeit über die nackte, raue Steinoberfläche. Trocken bietet es eine gute Haftung. Einmal nass, verwandelt es sich in eine Rutsche. Eine gigantische Rutsche mit grobem Schleifpapier bedeckt. Ich konnte mir nur vorstellen, was mit einem passiert, wenn man ausrutschst – nach wie vielen Höhenmetern kommt man zum Stehen auf und in welchem ​​Zustand?

                    Dennoch habe ich bis nach oben geschafft, der Höhenmeter zeigte mir 854 m. Von da sah ich die ganze Karte, in 3D und kilometerweit. Was für ein Ausblick!

                    Dennoch war ich so müde, dass ich es nicht lange betrachtet habe – das Wetter oben verleitete mich nicht zum Stehen und Genießen. Es war sehr kalt und windig, und vor mir lag noch so ein steiler, rutschiger Weg. Als ich am Südufer von Søre Vistvatnet angekommen bin, zeigte meine Uhr erst 16:00. Theoretisch hätte ich zum Nordufer gehen und mir somit am nächsten Tag etwa 2 km sparen können. Aber ich war fix und fertig. Zelt aufgeschlagen, Abendessen gekocht, ab ins Bett.

                    Den Wecker habe ich jedoch auf 6:45 gestellt – am nächsten Tag wollte ich ein tolles Video aufnehmen, ich hatte das Gefühl, es wird – wait for it – legendary! Und mein Gefühl hat mich nicht getäuscht 😎

                    Fortsetzung folgt...​
                    Zuletzt geändert von Vlad; 26.11.2022, 17:51.

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                    • Vlad
                      Anfänger im Forum
                      • 22.11.2022
                      • 15

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Zitat von ChuckNorris Beitrag anzeigen

                      Scheinbar hat's auch vor deiner Tour länger nicht geregnet, oder? Der Grunnvasselva hat ja kaum Wasser.
                      Eigentlich schon, laut Wetterprognose hat es davor fast 2 Wochen lang Regen gegeben. Schmelzwasser macht aber mehr aus; ich vermute, Anfang der Saison ist dort etwas spannender, was das Furten von Flüssen angeht.

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                      • Vlad
                        Anfänger im Forum
                        • 22.11.2022
                        • 15

                        • Meine Reisen

                        #12
                        02.10
                        Westufer von Søre Vistvatnet à Strand am Nordufer von Storvatnet

                        Video dazu:


                        Gehschwierigkeit 3/7 (Raues Gelände) bis 7/7 (steile dauerhafte Passagen).

                        Wegfindungsschwierigkeiten 3/7, der Weg ist nicht markiert, von oben kann man aber die Landschaft gut erkennen und die nächsten Schritte planen.

                        Landschaftliche Schönheit 7/7, definitiv die Krönung der Wanderung.

                        Tagesstrecke und Höhenmeter 11 km mit etwa 1,1 km/h, Anfangshöhe 570 m, Endhöhe 349 m.

                        Das Video ist ziemlich aussagekräftig. An einem Tag wie diesem erlebt man die Vielfalt des Nationalparks Lomsdal-Visten von den kahlen grauen Bergen bis hin zu dichten grünen Wäldern. Und jede Menge Wasser. Sehr anstrengen, zeitweise gefährlich, aber die Schönheit der Landschaft ist unbeschreiblich. Und das Gefühl, am Ende des Tages einen ruhigen Strand vorzufinden – wenn das kein Glücksgefühl ist, dann weiß ich auch nicht. Vor allem, vom Strand hatte ich nichts vorab gewusst, es kam als eine Überraschung.

                        Genug über Gefühle, ab zu der Routenbeschreibung.

                        Der Weg am Ufer von Søre Vistvatnet war entspannt. Zu dem Gipfel Vistmannen (1066 m) kam ich flott voran. Südlich vom Gipfel liegt eine große Wassergrube – die habe ich links umgangen. Ich wollte zuerst nah am Vistmannen weiter runter spazieren, besonders nachdem ich ein paar Fußabdrücke dort entdeckt hatte.

                        Dann stand ich da und schaute nach unten und konnte nicht verstehen, wer das Risiko auf sich nahm, diesen steilen Weg zu gehen. Ehrlich gesagt kam es mir viel zu steil vor. Ich ging nach rechts und folgte dem linken Ufer des Flusses, der von dort zum See Sørtjønna fließt.

                        Es hört sich einfach an.

                        Stellt euch ein 2-jähriges Kind vor, das eine Treppe hinuntergeht – kurze Beine, Riesentreppen. Nun versteht ihr die Relation zwischen einem erwachsenen Mann und dem Gefälle auf dem Weg nach unten. Genauso sah es aus für mich. Die Wanderstöcke haben mitgeholfen, die Knien etwas zu entlasten und die Balance zu halten.

                        Dennoch – und hier ist mein voller Ernst – sich zu viel dabei auf die Wanderstöcke zu verlassen und zu viel Gewicht auf die zu verlagern kann böse enden. Meine Stöcke, z.B., sind von Black Diamond und verfügen im unteren Segment übe die so genannte SmashLock-Technologie. Schöne Sache - in der Theorie. In der Praxis gaben sie genau in diesem Abschnitt den Geist auf und fingen an, den unteren Teil unter Last nicht mehr zu halten – es schob sich einfach spontan ein. Unnötig zu sagen, wie ich mich „freute“. Die Stöcke habe ich vorerst mit dem Panzertape fixiert. Es hielt bis zum Ende durch. Jedoch werde ich mir bei der nächsten Wanderung andere Stöcke besorgen.

                        Außer dem Gefälle musste ich auf die hohe Rutsch- und Sturzgefahr auf dem Rasen achten. Der Weg zwischen schwer einsehbaren Felsblöcken, die mit einer dünnen Moosschicht bedeckt sind, durch dicht bewachsene Bäume war auch eine weitere perfekte Gelegenheit, die Füße zu verrenken und oder gar die Beine zu brechen.

                        Und zu guter Letzt - als ob das nicht genug wäre - gab es noch einen Abschnitt auf dem Weg, den Elche sicherlich als ihre Toilette benutzten - da lagen so viele Exkremente auf dem Boden, ein wahres Minenfeld. Ich kann die Elche verstehen – wir blättern auf der Toilette im Handy, die wollen auch beim großen Geschäft die Landschaft genießen. Aber nachdem ich das zweite Mal in so einen Haufen getrottet war, wurde ich sauer.

                        Ich ging westlich von Sørtjønna, danach über den Wasserkanal zwischen zwei Seen – ich vermute, der Wasserstand erlaubt es im Sommer gar nicht. Danach folgte ich dem Ostufer von Storvatnet. Er ist ganz dicht bewachsen. Man sollte entweder höher gehen, oberhalb der Baumgrenze, oder – wenn es der Wasserstand erlaubt – ganz nah am Wasser. Besonders wenn das Wasser etwas zurück geht, kann man über die Steine spazieren, die üblicherweise unter vom Wasser bedeckt sind.

                        Am Ende des Tages wurde ich sehr erschöpft. Dennoch – es war mit Abstand der beste Tag der Wanderung!

                        Fortsetzung folgt...

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                        • Vlad
                          Anfänger im Forum
                          • 22.11.2022
                          • 15

                          • Meine Reisen

                          #13
                          03.10
                          Strand am Nordufer von Storvatnet à Nord-östlich der Quelle des Flusses Fjellskardelva

                          Gehschwierigkeit 3/7 (Trampelpfad) bis 5/7 (Sümpfe und Weidegestrüpp).

                          Wegfindungsschwierigkeiten 3/7, Trampelpfad ist gut erkennbar, die Landschaftsmerkmale sind eindeutig.

                          Landschaftliche Schönheit 4/7, die Wälder sind ganz nett.

                          Tagesstrecke und Höhenmeter 13 km mit etwa 2 km/h, Anfangshöhe 349 m, Endhöhe 501 m.

                          In der Nacht fing es an zu regnen. Also beschloss ich, an diesem Tag keine Videos zu drehen und die Zeit zu nutzen, um meinen Plan nachzuholen – ich war der festen Meinung, ich gehe zu langsam voran. Es tröpfelte morgens ein wenig, aber es ging. Ich musste noch meine Regenhose anziehen, um meine Wanderhose vor dem nassen Gras und Gestrüpp zu schützen.

                          Ab und zu verschwand der Weg im hohen Gras, wurde aber kurz darauf wieder gefunden. Dem Pfad folgend erreichte ich bald die Litlvasshytta - eine ziemlich verlockende Hütte zum Mieten, die natürlich geschlossen war. Von der Hütte führt ein Pfad nach Norden zum Fluss Skjørlægdelva, an dessen Ostufer der Pfad zu einer Hängebrücke führte. Ab über die Brücke und der Weg geht bergauf zu einer anderen Hütte.

                          Dieser Abschnitt war kinderleicht. OK, nicht für alle Kinder geeignet, dennoch würde ich es vielen Kindern zutrauen.

                          Die Hütte war offen, drin lagen viele Wandersachen, Rucksäcke, Schlafsäcke usw. Auf dem Tisch standen Kekse und eine Tafel Schokolade. Es sah so aus, als würde jemand drin wohnte. Ich nahm ein paar Blätter von der Küchenrolle – irgendwie habe ich mich mit Toilettenpapier bei der Planung der Tour verrechnet und hatte langsam den Verdacht, bald Gras oder Blätter von Bäumen nutzen zu müssen. Und ich habe einen Keks gestohlen. Er sah so verlockend frisch nach 6 Tagen Wanderung aus! Dabei habe ich einen Zettel hinterlassen, dass ich es war und es mir leidtut.

                          Von der Hütte führte der Pfad weiter nach Westen. Kurz danach bin ich einem älteren Herrn begegnet – es war einer der Jäger aus dieser Hütte. Wir plauderten ein wenig, er sagte, mir würden noch drei seine Kumpels bald entgegenkommen. An diesem Morgen hatten sie Glück und erlegten einen Elch. Der Elch wurde kürzlich von einem bestellten Hubschrauber abgeholt und nach Mosjøen gebracht. 200 kg, man kann sie einfach nicht einfach herumschleppen. Ich zeigte ihm meine geplante Route und er bestätigte, dass sie machbar sei. Also verabschiedeten wir uns und ich ging weiter.

                          Der Fußweg führte zum Fluss Fjellskardelva und darüber hinaus, aber mein Plan war, dem Ostufer des Flusses nach Norden zu folgen. Die Jäger, die ich wenig später tatsächlich traf, rieten mir davon ab – das Ostufer sei anstrengend zu wandern, besser wäre es, entweder das Westufer zu wandern oder vor dem Ostufer nach Norden abzubiegen und es über die Hügel oberhalb der Baumgrenze zu versuchen. Ich habe das zweite gemacht.

                          Über die Hügel ging ich weiter und verlass irgendwann Fjellskardelva – der Fluss machte da ein Knick nach links und verschwand aus der Sicht. Letztendlich erreichte ich einen namenlosen See kurz vor der weiteren Steigung; der See sah gemütlich aus und das Angebot an flachen Flächen war sehr befriedigend.

                          Und mitten in der besten Fläche lag ein Häufchen Exkremente von so einem Elch! Mistkerl, ich dachte, er hat an diesem Morgen dafür bitter gezahlt. Ich schämte mich sofort für solche Gedanken und suchte nach dem zweitbesten Platz.

                          Es regnete jetzt etwas stärker, also baute ich das Zelt auf, setzte mich hinein, baute das Innenzelt ab und bereitete drinnen mein Abendessen zu.

                          Alles in allem war es ein entspannter Tag, obwohl die Müdigkeit in den Beinen merklich zu nahm. Kein Wunder nach so vielen Höhenmetern.

                          Fortsetzung folgt...

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                          • Vlad
                            Anfänger im Forum
                            • 22.11.2022
                            • 15

                            • Meine Reisen

                            #14
                            04.10
                            Nord-östlich der Quelle des Flusses Fjellskardelva à Ostufer von Øvrevatnet

                            Video dazu:


                            Gehschwierigkeit 3/7 (kahle, relativ flache Steinoberfläche) bis 5/7 (steiler Abstieg durch dichten Wald).

                            Wegfindungsschwierigkeiten 3/7 bis 4/7, die Landschaftsmerkmale sind eindeutig zu erkennen, der Trampelpfad am Ende ist schwer zu finden.

                            Landschaftliche Schönheit 5/7, der Blick ins Tal, auf die Berge und auf die Seen belohnt die Mühe.

                            Tagesstrecke und Höhenmeter 10 km mit etwa 1,5 km/h, Anfangshöhe 501 m, Endhöhe 283 m.

                            Falls jemand das Video als Referenz bei der Planung verwenden würde, fühle ich mich verpflichtet zu sagen, dass in dem Video von 4:05 bis 6:17 Aufnahmen vom zweiten Wandertag sind, und zwar ist das der See Bjørnstokkvatnan und mein Missgeschick mit dem Fast-ins-Wasser-fallen. Nennen wir das Inkludieren dieser Aufnahmen in das nicht dazu gehörige Video künstlerische Freiheit.

                            Ansonsten repräsentiert der kurze Film fast genau meinen Tag. Am früheren Morgen fand ich die Szenerie so wunderschön, dass ich entgegen meinem ursprünglichen Plan nichts zu filmen doch sofort zur Kamera griff. Die Farben, der Nebel, die Wolken, die Berge – die Kombination aller Komponenten war einmalig.

                            Also, zur Wegbeschreibung.

                            Von meinem Lager aus ging es schräg links nach Norden den Berg hinauf und dann so lange geradeaus, bis ich die unverwechselbaren Abrisse des Randes des Fagerjorddalen sah. Ich musste nach links abbiegen und dem Rand folgen, bis ich die volle Sicht auf das Tal Fagerjorddalen hatte. Ganz nett, ganz nett. Dann noch ein bisschen bis zum höchsten Punkt dort - 731 m - und ich konnte alle großen Seen im Nordwesten erblicken. Und eine Herde der Windgeneratoren, die wohl die Grenze des Nationalparks abbilden – die sieht man im Video auf den letzten Sekunden sehr deutlich.

                            Ich vermute, diesen Weg im Nebel oder Dunkelheit zu betreten ist deutlich gefährlicher und die richtige Route zu finden ist um einiger schwieriger, aber das Glück hatte ich nicht. Ich durfte überwiegend die gute Sicht genießen.

                            Von der höchsten Stelle ging ich den Berg hinunter zu dem See Gippetjønna, da es von dem See aus weiter hin einen Pfad geben sollte. Übrigens, die Karte Lomsdal-Visten Nr. 10114 endete dort; danach verifizierte ich meinen Weg mit der Karte Mosjøen Nr. 10117 von Nordeca.

                            Nun, den auf der Karte aufgezeichneten Pfad habe ich nicht gefunden. Es heißt nicht, dass es ihn nicht gab. Es heißt, er ist nicht allen Sterblichen zugänglich, nur die Auserwählten können ihn sehen. So einer bin ich leider nicht, ich suchte, suchte und entschied letztendlich, dass ich ein großer Junge bin und keinen Pfad für Mädchen brauche.

                            So begeht man Dummheiten…

                            Ich sage es kurz: die nachfolgenden 1,5 Stunden quälte ich mich auf einem sehr steilen Gelände durch den dichten Wald über solche Passagen, dass ich immer noch den Kopf schüttle, wie dumm ich mich damals verhalten habe. Der Abschnitt was der Schwierigste am Tag.

                            Irgendwann unten angekommen und immer noch nicht glaubend, dass meine Beine immer noch nicht gebrochen sind, kam ich plötzlich zu der Nothütte (eine Bruchbude bedeckt mit Birkenrinde) und wenige Meter danach sah ich ein paar Fischerhütten. Und sogar ein Plumpsklo. Prächtig.

                            Die Hütten waren geschlossen, die eine hatte aber eine offene überdachte Veranda. Dort habe ich meine Klamotten zum Trocknen aufgehängt, danach das Zelt aufgestellt und kämpfte mit dem Gedanken, ob ich im See baden sollte. Er wirkte warm, vor allem da ich in der Veranda stand, von allen Seiten vom Wind geschützt. Also – jetzt oder nie!

                            Ich sprang schnell aus meinen Kleidern und eilte nackt und barfuß zum Wasser. Nun, es war außerhalb der Veranda windig und kalt! Und das Wasser war kalt! Und die Steine ​​unter Wasser waren rutschig! Und auch kalt dazu! Ich habe es bis zu meinem Bauchnabel ins Wasser geschafft und entschieden, dass ich doch nicht so brutal und mutig bin. Am ganzen Körper zitternd schnell alle Körperteile abgewaschen, die Haare kurz ins Wasser getaucht und wieder unters Dach! Dort schnell mit zittrigen Händen das Handtuch rausgeholt, abgetrocknet und sofort frische Klamotten angezogen. Also, relativ frische. Heißen Tee gemacht, schön…

                            Da saß ich entspannt auf der Treppe, schlürfte meinen Tee und genoss die Ruhe mit dem Blick auf den See.
                            Etwa 18 Uhr, es fing an zu dämmern. Plötzlich tauchte von hinten links ein Hund vor mir auf und starrte mich lautlos an. Es passierte so schnell, dass ich nicht mal Zeit hatte, mich zu erschrecken. Bis heute weiß ich nicht, wie meine Reaktion gewesen wäre, wenn der Hund nicht ein Halsband gehabt hätte. Hätte ich geschrien und nach einem Stock gegriffen? Oder in die Schockstarre verfallen? Egal, der Hund war kein Streuner. Er hatte ein Lederhalsband und sogar eine Art – irre ich mich etwa? – Walkie-Talkie mit Antenne um den Hals.

                            Ich begrüßte den Hund freundlich und fragte ihn nach seinem Herrchen. Keine Antwort - ich nehme an, der Hund sprach kein Deutsch. Er sah mich noch eine Weile an, umkreiste mein Zelt, markierte sein Revier etwa 2 Meter von meinem Zelt entfernt, stieg ins Wasser, badete ein wenig, setzte sich ans Ufer und starrte philosophisch in die Ferne. Ich nippte vorsichtig an meinem Tee und wartete auf jemanden. Keiner kam vorbei. Der Hund stand auf und lief weg. Alles ohne jegliches Bellen oder andere Geräusche, die Hunde machen sollten. Bis zur nächsten Siedlung waren es mindestens 15 km Luftlinie. Ich vermutete, jemand übernachtet in der Nähe, aber an den nächsten Tagen sah ich keine Menschen im Nationalpark.

                            Irgendwann bin ich ins Zelt schlafen gegangen. Ich malte mir aus, dass der Hund in der Nacht sich einsam fühlen und zu mir ins Zelt kommen würde. Es ist zum Glück nicht passiert, der Schlaf war ruhig und erholsam.

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                            • Vlad
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                              • 22.11.2022
                              • 15

                              • Meine Reisen

                              #15
                              05.10 – 6.10
                              Ostufer von Øvrevatnet à Fjellskardtjønna à Mosjøen

                              Gehschwierigkeit 3/7 (Trampelpfad) bis 5/7 (steiler Abstieg durch dichten Wald am letzten Tag).

                              Wegfindungsschwierigkeiten 3/7, die Landschaftsmerkmale sind eindeutig zu erkennen, der Trampelpfad ist sichtbar und teilweise mit Steinmännchen markiert.

                              Landschaftliche Schönheit 3/7, nichts Besonderes aber dennoch nett.

                              Tagesstrecke und Höhenmeter etwa 9 km am 05.10 mit etwa 1,4 km/h und etwa 11 km am letzten Tag mit etwa 2,7 km/h; Anfangshöhe 283 m mit Endhöhe 463 m am ersten und Anfangshöhe 463 m mit Endhöhe 5 m am letzten Tag.

                              Am früheren Morgen packte ich meine Sachen, die mittlerweile trocken waren, zusammen, frühstückte und ging los. Das Ufer entlang verlief ein guter Trampelpfad Richtung Norden. Es macht wenig Sinn, den Weg zu beschreiben, da er einfach war. Sowohl auf den Online-Karten als auch auf der Papierkarte, die ich dabei hatte, wurde der Pfad aufgezeichnet. Im Gras war de Pfad leicht zu erkennen. Relativ leicht, um fair zu sein.

                              Es gab jedoch eine knifflige Stelle. Der Weg führte an einer anderen Fischerhütte vorbei, die deutlich unfreundlich wirkte und keine offene Veranda hatte, danach sah ich irgendwann eine größere Hütte, die man Mieten kann - geschlossen, keine Spur von Menschen - woher kam dieser Hund? Und danach kam der Weg zum Ufer des Flusses Gardselva. Der Begriff „Fluss“ ist vielleicht etwas übertrieben. Trotzdem konnte ich meterweise im Voraus hören, was das Wasser für einen Krach machte und ahnte, was ich gleich sehen würde. Ja, der Fluss war voll, schnell und schien nicht leicht zu überqueren.

                              Ich ging den Fluss hinauf und suchte nach einer geeigneten Stelle, an der ich über die Felsen balancieren konnte, ohne die Socken ausziehen zu müssen. Stelle gefunden, und sobald ich wie ein Akrobat mitten im Fluss auf den wackeligen und rutschigen Steinen stand, entdeckte ich eine Hängebrücke, ca. 50 m weiter oben. Direkt unter meiner Nase. Da kam ich mir echt blöd vor.

                              Also – da ist eine Brücke. Wenn man die Brücke benutzt und weiter nach Norden geht, kommt man zurück auf den Pfad. Der, übrigens, sobald über die steinige Oberfläche verläuft, ziemlich gut mit Steinmännchen markiert ist. Von da ist es leicht. Irgendwann erreichte ich die Grenze des Nationalparks, was man an einem entsprechenden Schild erkennen kann, folgte dem Weg und schlug mein Zelt am Nordostufer von Fjellskardtjønna auf. Es war bereits bewölkt, ich wollte den Rest der Strecke am nächsten Tag entspannt zurücklegen.

                              Laut Wetterstatistik sind die regenreichsten Monate in Lomsdal-Visten September und Oktober. Bisher konnte ich trockenes Wetter genießen. Am letzten Tag wollte mir die Natur wohl zeigen, wie es gewesen wäre - an diesem Abend fing es an zu regnen. Es hat die ganze Nacht geregnet und auch am folgenden Morgen. Dann nieselte es. Dann regnete es wieder etwas stärker. Kurz gesagt - der Regen hat nie aufgehört, nur seine Intensität hat sich variiert, kombiniert mit Nebel. Als ich in Mosjøen ankam, war der Hüftgurt meines Rucksacks komplett durchnässt, sodass er später im warmen Raum über Nacht nicht trocknen konnte. Aber an den Tagen zuvor hatte ich wirklich Glück!

                              Es gibt viele Trampelpfade von Fjellskardtjønna nach Mosjøen. Ich habe sogar einen auf der Karte gesehen, der direkt in die Stadt führte. Welchen Weg ich einschlug, war mir aber egal, Hauptsache runter vom Berg in die Zivilisation. Ich folgte dem ersten Weg, auf den ich stieß. Er verlief nach Osten, zuerst ein Stück über den Berg, dann steil durch den Wald hinab und endete an einer Straße. Ich bog nach rechts ab und folgte der Straße bis zu dem Schild am linken Rand, das mich zusammen mit einem gut sichtbaren Weg zur Abkürzung einlud. Also wieder runter von der Straße. Der Weg über den Wald war sehr einfach. Wenig später überquerte ich den Fluss Kvanndaselva über eine Brücke und erreichte wenige Minuten später die Straße Tveråvegen.

                              Von dort folgte ich einfach der viel befahrenen Straße. Etwa 7 km später endete meine Reise offiziell, als ich mein Hotel erreichte.

                              Ende

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                              • Pflaume09
                                Erfahren
                                • 01.02.2022
                                • 113

                                • Meine Reisen

                                #16
                                Danke für deinen Bericht!

                                Kommentar


                                • Fjellfex
                                  Dauerbesucher
                                  • 02.09.2016
                                  • 912

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  Ich war schon im Sarek, Børgefjell und sonstigen "wilden" Gegenden Skandinaviens, aber ich behaupte einfach mal, dass von der Geländebeschaffenheit (reißende Flüsse, Vegetation, Klüfte, rutschig-plattiges Gelände) Lomsdal-Visten echt eine eigene Nummer darstellt.

                                  Danke für den tollen Bericht!

                                  Und für die Videos!! Ich mache ja auch Filmchen, aber eher nach der Devise "mal kurz die Kamera draufhalten" und habe eine Ahnung von dem großen Aufwand, den du betrieben hast - Kanal ist aboniert.

                                  Zitat von Vlad Beitrag anzeigen
                                  Von der höchsten Stelle ging ich den Berg hinunter zu dem See Gippetjønna, da es von dem See aus weiter hin einen Pfad geben sollte. Übrigens, die Karte Lomsdal-Visten Nr. 10114 endete dort; danach verifizierte ich meinen Weg mit der Karte Mosjøen Nr. 10117 von Nordeca.[/FONT]

                                  [FONT=Calibri]Nun, den auf der Karte aufgezeichneten Pfad habe ich nicht gefunden. Es heißt nicht, dass es ihn nicht gab. Es heißt, er ist nicht allen Sterblichen zugänglich, nur die Auserwählten können ihn sehen.
                                  Ich bin in der entgegengesetzten Richtung gegangen. Einen richtigen "Pfad" gibt es eigentlich nicht, wie auf folgenden Bildern ersichtlich:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSCN3200.jpg
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Größe: 642,2 KB
ID: 3168670
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSCN3203.jpg
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Größe: 541,9 KB
ID: 3168671
                                  Aber es gab dezente Steinmänner, und das findet man am besten von unten kommend.

                                  Löblich dein Prinzip, nur mit Karte und Kompass zu navigieren. Idealerweise halte ich das auch so. Aber bei dem extrem fiesen Gelände von Lomsdal-Visten ist es auch nicht schlecht, ein GPS und Tracks zu nutzen: kann einem hier viele Umwege ersparen.

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                                  • Vlad
                                    Anfänger im Forum
                                    • 22.11.2022
                                    • 15

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    Zitat von Fjellfex Beitrag anzeigen
                                    Ich war schon im Sarek, Børgefjell und sonstigen "wilden" Gegenden Skandinaviens, aber ich behaupte einfach mal, dass von der Geländebeschaffenheit (reißende Flüsse, Vegetation, Klüfte, rutschig-plattiges Gelände) Lomsdal-Visten echt eine eigene Nummer darstellt.
                                    Danke für deinen Kommentar! Tatsächlich dachte ich vor allem zu Beginn der Wanderung daran, Lomsdal-Visten mit Sarek zu vergleichen. Am Ende kam ich zu folgender Einschätzung – natürlich rein subjektiv. Wenn wir Sarek zu 100% nehmen, dann:

                                    Landschaft L-V = 80% von Sarek.
                                    Egal wie man es dreht, Sarek bietet mehr epische Aussichten. Weite Täler und schneebedeckte Berggipfel sind kaum zu toppen. L-V hat definitiv etwas an sich, aber nicht ganz Sarek ebenbürtig. Ich denke, wenn man in L-V eine Route in der Nähe von Fjorden finden könnte, könnte L-V ganz gut mit Sarek mithalten - Fjorde sind einzigartig. Und L-V hat an manchen Stellen auch Wald, fand ich ganz nett.

                                    Wildnis-Gefühl Lomsdal-Visten = 120% von Sarek.
                                    Hand aufs Herz – beide Nationalparks sind keine Wildnis. Obwohl Sarek als „Europas letzte Wildnis“ vermarktet wird und keine markierten Routen hat, ist er voller Touristen und die Trampelpfade an beliebten Orten sind so breit wie eine Autobahn. Das Überqueren von Flüssen ohne Brücken und die Begegnung mit Rentieren ist einzigartig in Sarek (obwohl Rentiere dort gezüchtet werden). Dennoch, ich habe mich unterwegs in Sarek mit etwa 20 Wanderern unterhalten und etwa 10 von weitem gesehen. Im L-V betrag diese Zahl Null.

                                    Wetter L-V = 80% von Sarek.
                                    Ich meine, das Wetter Anfang Oktober war nicht so brutal wie in Sarek Anfang September. Klar, Sarek liegt nördlicher und höher über den Meeresspiegel.

                                    Schwierigkeit L-V = 150% von Sarek.
                                    Kommt auf die Route an, dennoch nur so als Vergleich. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit in Sarek betrug 2 km/h und war 1,3 km/h in L-V. Dabei war mein Rucksack etwa 2,5 leichter in L-V. In Sarek habe ich über 10 Tage etwa 1000 m Gesamtanstieg angesammelt, in L-V waren das etwa 4000 in 9 Tagen. In Sarek war hauptsächlich Weidegestrüpp nerventötend, in L-V war es der fiese Zickzack und das ständige Rauf und Runter.

                                    Insgesamt würde ich Sarek und L-V gleich stellen.
                                    Zuletzt geändert von Vlad; 30.11.2022, 10:03.

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                                    • Vlad
                                      Anfänger im Forum
                                      • 22.11.2022
                                      • 15

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      Zitat von Pflaume09 Beitrag anzeigen
                                      Danke für deinen Bericht!
                                      Gerne!

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                                      • Fjellfex
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                                        • 02.09.2016
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                                        #20
                                        Zitat von Vlad Beitrag anzeigen
                                        Wildnis-Gefühl Lomsdal-Visten = 120% von Sarek.
                                        Hand aufs Herz – beide Nationalparks sind keine Wildnis.
                                        Das kann man absolut so sehen.
                                        Meine subjektive Bewertung in Sachen Wildnis-Gefühl: wenn Sarek 100% ist, dann wäre zum Beispiel Øvre Anárjohka 200% .... aber bei der "Spektakularität" der Landschaft nur 20% ... man kann nicht immer alles haben.
                                        Zuletzt geändert von Fjellfex; 29.11.2022, 20:06.

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