[SE] Einmal um den Akkajaure (naja, fast)

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  • Mortias
    Fuchs
    • 10.06.2004
    • 1118

    • Meine Reisen

    #41
    Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Was ein Traumwetter und was fĂŒr wunderschöne Bilder an Tag 12. Da kann ich mir gut vorstellen wie schön es gewesen sein muss, einfach nur am Ufer zu sitzen und das Panorama zu genießen. Schweden hat einfach zu viele Seen und wir haben zu wenig, bei uns ist sowas unvorstellbar ohne Bratwurstbude und Parkplatz daneben.
    Das stimmt. Das wĂ€re natĂŒrlich etwas befremdlich gewesen, wenn in der NĂ€he meines Zeltplatzes ne Frittenbude gestanden hĂ€tte wo dann haufenweise Leute rumhĂ€ngen, Bier trinken und dabei laut Musik hören. Ich glaube dann hĂ€tte mir das alles nicht ganz soviel Spaß gemacht.

    Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Aber das mit der Isomatte ist Mist. Wie genau hast du sie danach verwendet, konnte man sie einfach umdrehen oder Kopf Fuß Fuß Kopf tauschen?
    Umgedreht habe ich die Matte nicht. Ich habe sie einfach leicht aufgeblasen (aber nicht zu sehr, da sonst die Delaminierung eventuell fortgeschritten wĂ€re). Und wenn ich dann auf der Matte lag, hat sich die Luft in der Blase durch mein Körpergewicht halbwegs gut in der Matte verteilt (da sich die Blase ja in etwa im Schulterbereich befand). War natĂŒrlich vom Komfort nicht vergleichbar wie vorher, aber besser als nichts. Und ich hatte auch GlĂŒck, dass ich die folgenden NĂ€chte immer halbwegs weichen Untergrund hatte und es nachts nie ĂŒbermĂ€ĂŸig kalt wurde.

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    • Mortias
      Fuchs
      • 10.06.2004
      • 1118

      • Meine Reisen

      #42
      Tag 13 (15.08.)
      Heute Morgen ging das Genussprogramm gleich mal weiter. Die Sonne schien wieder, es war komplett windstill und der Akkajaure lag wie ein riesiger Spiegel vor mir. Da konnte ich es mir nicht nehmen lassen den Tag mit einem morgendlichen Bad zu beginnen. Man war das geil. So muss Urlaub sein. Wirklich eine Freude so sommerliches Wetter genießen zu können. Das hat mir natĂŒrlich einen zusĂ€tzlichen Motivationsschub verpasst. Obwohl ich den gar nicht wirklich nötig gehabt hĂ€tte. Denn heute sollte es endlich auf den Stuor Sievgok raufgehen. Vor 11 Jahren bin ich https://www.outdoorseiten.net/vb5/forum/tourenberichte/tourenberichte-nördliches-europa/50438-se-solowanderung-von-abisko-nach-ritsem?p=1196977#post1196977]schonmal da oben gewesen [/url] und war von der Aussicht dort total begeistert gewesen. Und nun stand endlich ein Widersehen auf dem Programm. Und das auch noch bei so tollen Bedingungen. Perfekt. 😎


      Traumhafter Morgen am Akkajaure


      Ideale Bedingungen fĂŒr ein kleines morgendliches Bad

      WĂ€hrend ich noch bisschen wartete um meine (gestern Abend gewaschene) WĂ€sche zu trocknen, begann der Himmel sich ganz langsam zu bewölken. Beim Aufbruch um kurz nach 11 waren dann schon ein paar mehr Wolken am Himmel. Aber noch war es sonnig. Und warm war es zudem allemale. So ging es nun auf dem GrĂ€nsleden weiter, der durch einen lichten Birkenwald auf den Sievgoktjavelk hinauf fĂŒhrte. Oben am Gipfel befanden sich einige kleinere Seen. UrsprĂŒnglich hatte ich ja eigentlich geplant bereits gestern hier irgendwo mein Zelt aufzuschlagen. Aber an diesen sumpfigen Seen hĂ€tte auch nicht grad viel Freude gehabt. Somit war ich echt froh darĂŒber am Akkajaure gecampt zu haben.


      Letzter Blick vom Ufer. Anschließend fĂŒhrte der Weg aufwĂ€rts.


      Blick zurĂŒck. Auch hier war wieder klar das charakteristische Stausee-Ufer zu erkennen.


      Lichter Birkenwald


      Sumpfige Seen. Zum Zelten nur bedingt zu empfehlen.

      Nur bekam ich so langsam etwas Durst, was bei dem warmen Wetter natĂŒrlich nicht
      ĂŒberraschend war und ich zudem das Wasser aus den Seen nicht trinken wollte. Der Weg fĂŒhrte am HöhenrĂŒcken zwar an einigen kleinen Sumpfseen vorbei, aber die sahen mir auch alle nicht wirklich trinkbar aus. Es dauert daher etwas, bis ich dann endlich auf einen kleinen Bach stieß, wo ich genĂŒsslich trinken konnte. Das wurde aber auch echt mal Zeit.


      Stuor Sievgok voraus

      Der Wald lichtete sich nun und ich ließ die Baumgrenze endgĂŒltig hinter mir und hatte einen tollen Blick auf den Akkajaure. Sehr schick, aber sicherlich kein Vergleich zu dem was mich auf dem Stuor Sievgok erwarten wĂŒrde. Also lieber schnell weiter. Mein Plan sah nun vor dem Weg noch fĂŒr ca. 2 km zu folgen und dann querfeldein zum Gipfel umzuschwenken. Und eigentlich wollte ich mein Mittagessen dann bereits auf dem Gipfel genießen. Ganz wie vor 11 Jahren. Nur als ich dann endlich an der Stelle ankam wo ich abbiegen wollte, war es bereits nach 2 Uhr und ich doch ziemlich hungrig. Da erschien es mir sinnvoller lieber jetzt was zu essen anschließend den Aufstieg in Angriff zu nehmen. Nur sonderlich viel Zeit wollte ich mir fĂŒr die Pause nicht lassen. Denn mittlerweile war es auch lĂ€ngst nicht mehr so sonnig wie vorhin. Ich hatte das GefĂŒhl, dass es ein Wettlauf gegen die Zeit werden könnte auf dem Gipfel noch ein paar Sonnenstrahlen einzufangen. 🙄


      Akkajaure und Sievgokjavrre


      Interessanter Unterstand als Rastplatz. Vergleichbares habe ich in bisher Lappland kaum zu Gesicht bekommen.


      Mittagspause mit Aussicht


      Ja was wĂ€ren solche Touren nur ohne die Pausen. 😉

      Trotz des kleinen Zeitverlustes habe ich die Pause echt gebraucht. Aber anschließend machte ich mich gut erholt und frisch gestĂ€rkt an den Aufstieg. Gerade der erste Teil davon war etwas steiler und somit gar nicht so unanstrengend. Aber es macht mir ehrlich gesagt auch echt tierisch Spaß, wenn ich voller Energie eine kleine Anstrengung vor mir habe, dabei ordentlich ins Schnaufen komme und gleichzeitig weiß, dass mich anschließend eine tolle Belohnung erwartet.


      Wechselhafte Wetterlage. Es war somit wirklich ein Wettlauf noch ein paar Sonnenstrahlen am Gipfel zu erwischen.


      Kleiner namenloser See. Davon gab‘s hier einige.

      Um kurz vor 4 erreichte ich dann den ersten der beiden Gipfel. Wow, welch ein Anblick das doch war. Zwar hatte ich den Wettlauf gegen die Wolken verloren und abgesehen von ganz kurzen Momenten war von der Sonne nichts mehr zu sehen. Somit gab es auch nicht den erhofften Schönwetterausblick, den ich mir heute Morgen noch ausgemalt hatte. Aber auch so, mit dem bedeckten Himmel, war ich ganz hin und weg. Der Blick aufs Ahkka Massiv war wirklich fantastisch. Und auch die Fernsicht zum Kebnekaise-FjĂ€ll im Nord-Osten, wo ich gute 50 km weit gucken konnte, hat mich echt begeistert. Genial. Einfach nur genial. đŸ€© Ich kann nur sagen, dass meine Erwartungen voll erfĂŒllt wurden. Und ich kann jedem, wirklich jedem, der plant den GrĂ€nsleden zu laufen, nur wĂ€rmstens ans Herz legen den kleinen Abstecher auf den Stuor Sievgok zu machen. Er lohnt sich wirklich!!!


      Geschafft, oben. Welch ein geiler Ausblick.


      Blick nach Westen. Da sah es wettertechnisch noch am freundlichsten aus.


      Kebnekaise-FjÀll im Hintergrund


      Blick nach Nord-Westen


      Akkajaure im SĂŒden


      Ein paar Sonnenstrahlen habe ich dann doch noch abbekommen.


      Und weil’s so schön war, noch ein Panorama-Rundblick ĂŒbern Akkajaure

      Zwischen dem ersten Gipfel und dem eigentlichen Hauptgipfel mĂŒssen zwar knappe 1,5 km zurĂŒckgelegt werden, aber diese Strecke ist schnell gemacht. Somit habe ich in der Summe insgesamt ĂŒber 1 Âœ Stunden hier oben auf beiden Gipfeln verbracht. Einfach nur indem ich die Landschaft genossen und haufenweise Fotos geschossen habe. Wirklich ein Highlight auf dieser Tour fĂŒr das ich echt dankbar bin. Bei dem Schietwetter von vor drei Tagen hĂ€tte ich sicherlich nicht diesen Spaß gehabt. So fĂŒhlte ich jetzt echt, dass ich voll auf meine Kosten gekommen bin.


      Blick zum eigentlichen Hauptgipfel


      Dieser ist mit 1166 m aber auch nur geringfĂŒgig höher als der andere.



      Auch hier habe ich nochmal die herrliche Aussicht genossen.


      Und immerhin gab‘s immer wieder kurze Sonnenphasen.


      Von Westen her kommt eine Wolkenbank angekrochen.

      Aber so schön es auch war, irgendwann wurde es doch mal Zeit fĂŒr den Abstieg. Zumal sich mittlerweile einige dunkle Wolken zu sammeln begannen. Gut möglich, dass da spĂ€ter noch ein ordentlicher Schauer runterkommen könnte. Nur wollte ich dem im Zweifelsfall lieber im aufgebauten Zelt begegnen. So stieg ich noch knappe 200 m in östlicher Richtung ab und stellte dann gegen 18.30 Uhr an einem namenlosen See beim LullegiesjtjĂ„hkkĂ„ mein Zelt auf. Noch war es warm und trocken, somit sprach auch nichts gegen ein weiteres Bad in dem kleinen See. Ich bin ja immer extrem happy wenn ich die Möglichkeit dazu habe. Leider nur einfach viel zu selten.


      Beim Abstieg mit Blick nach Osten zum KallaktjÄkkÄ Massiv. Dort sollte ich dann morgen vorbeikommen.


      Sah schon ein wenig nach einem nahenden Unwetter aus.


      Zeltplatz mit Aussicht


      Mein „Badesee“. Da hatte ich echt GlĂŒck, dass sogar noch die Sonne schien.

      Etwa 1 Stunde spĂ€ter kam dann die Regenfront angekrochen. Eine Wolke schob sich dabei ĂŒber den HĂŒgel und bedeckte dann die gesamte Umgebung. Statt des erwarteten Gewitters bzw. Platzregens gab’s nun dichten Nebel und den fĂŒr Lappland so typischen SprĂŒhregen. Aber jetzt saß ich ja bereits gemĂŒtlich im trockenen Zelt. Irgendwie fĂŒhlte es sich lustig an, dass ich die Zeit am Gipfel so ausgiebig genießen und anschließend sogar noch ein Bad nehmen konnte und dabei alles so abgestimmt habe trotzdem rechtzeitig mit allem fertig zu sein. Da konnte mir diese blöde Wolkenfront jetzt auch nicht sonderlich die Stimmung trĂŒben. DafĂŒr war der Tag einfach zu genial gewesen. 😉


      Die Regenfront nÀhert sich.


      Alles im Nebel versunken.


      Abendbrot im Zelt


      Viel zu sehen gab's dann heute leider nicht mehr.

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      • Mortias
        Fuchs
        • 10.06.2004
        • 1118

        • Meine Reisen

        #43
        Tag 14 (16.08.)
        Die Nebelfront hatte sich ĂŒber Nacht leider nicht verzogen und gab immer noch nichts von der Landschaft preis. So lag ich daher doch ziemlich unmotiviert im Schlafsack und hoffte, dass es noch aufklaren wĂŒrde. Nur ganz langsam und zĂ€h wurde es etwas besser, aber immerhin blieb es trocken. Gegen kurz vor 12 hatte ich genug vom Warten und lief los.


        Nebliger Morgen


        GeringfĂŒgig bessere Bedingungen beim Aufbruch.

        Zum GlĂŒck hing die Wolkendecke jetzt so hoch, dass ich wenigstens das Tal unter mir sehen konnte. Und zum GlĂŒck ging es jetzt auch erstmal abwĂ€rts. Schnell kam ich dabei aber in einen Bereich der von nervigem GestrĂŒpp und Dickicht geprĂ€gt war und anschließend in einen kurzen Birkenwald ĂŒberging. Im Tal selbst war es dann eher kahl und steinig. Hier durfte ich mich an einigen kleinen Seen und SumpfflĂ€chen vorbeimogeln, bis ich dann auf der Schotterstraße nach Sitasjaure stand. Insgesamt irgendwie keine schöne Gegend und zudem auch etwas nervig zu durchwandern.


        Beim Abstieg ins Tal. Die Straße ist von hier aus schon zu erkennen.


        Oh wie schön, eine Stromleitung. 🙄


        Schotterstraße nach Sitasjaure

        DafĂŒr habe ich es aber echt genossen wenigstens ein kurzes StĂŒck ĂŒber die Straße zu laufen und ausnahmsweise mal keine Hindernisse im Weg zu haben. Dieser Luxus wĂ€hrte jedoch nur kurz, denn nun hieß es auch wieder querfeldein nach Osten zu schwenken um die Anhöhe vom Biervveda zu besteigen. Vom Höhenunterschied war das auch nicht sonderlich dramatisch und sah eigentlich recht leicht aus. Wenn nur der Untergrund hier nicht so beschissen steinig und uneben gewesen wĂ€re. StĂ€ndig ging es leicht auf und ab, galt es Geröll zu umlaufen und dabei das GefĂŒhl zu haben einfach nicht voran zu kommen. Was fĂŒr ein nerviger und zĂ€her Abschnitt.


        Blick zum Biervveda. Da sollte es jetzt hochgehen.


        Blick zurĂŒck. Anscheinend war der Stuor Sievgok immer noch im Nebel versunken.


        Rijtsenjavratja


        Pause beim Aufstieg

        Als ich den anstrengendsten Teil dann endlich hinter mir (ironischerweise war das genau der mit der niedrigeren Steigung) hatte und es nur noch „ehrlich“ bergauf ging, fing es auch noch an zu regnen. Ja toll, das musste ja so kommen. Oben dann, beim Loadasj angekommen wunderte ich mich auch erstmal wieso ich vor mir in ein weiteres Tal mit einem See unten blickte. Eigentlich sollte ich den JĂ„rmejavrre in einer steinigen Ebene vor mir haben. Seltsame Gesichte, die erst nach einem Blick auf die Karte geklĂ€rt werde. Da bin ich beim Aufstieg schlichtweg etwas zu weit nach Norden abgedriftet und wĂ€re sonst geradewegs wieder zum Autajaure abgestiegen. Aber da zeigt sich nun wieder, wie schnell man bei schlechtem Wetter und wolkigen Bedingungen die Orientierung verlieren kann (gerade wenn man unterwegs eben aus verstĂ€ndlichen GrĂŒnden nicht auf der Karte nachsieht). Ziemlich stumpfte Aktion, aber zum GlĂŒck habe ich es rechtzeitig gemerkt.


        Aufziehender Regenschauer


        KallaktjÄkkÄ Massiv im Regen


        Meine Laune war grad mal wieder nicht auf einem Höhepunkt.

        Ich erreichte nun also planmĂ€ĂŸig den JĂ„rmejavrre und da der Regen wieder aufgehört hatte, war ich einfach nur erleichtert darĂŒber nun meine Mittagspause einlegen zu können und etwas entspannend zu können. Immerhin etwas. Und anschließend war die weitere Route auch klar definiert, da es nun immer schön am Fuße des KallaktjĂ„kkĂ„ Massiv entlanggehen sollte. Hier kam ich nun auch endlich wieder vernĂŒnftig voran.


        JĂ„rmejavrre


        Regenbogen ĂŒberm JĂ„rmejavrre


        Die Pause tat echt gut.

        Am höchsten Punkt, auf ca. 1100 m, hatte ich dann nochmal einen schönen Blick aufs Ahkka Massiv sowie den Akkajaure. Irgendwo dort hinten wĂŒrde ja der Padjelantaleden lang gehen. Gerade war ich aber sehr froh drĂŒber nicht dort unten, sondern eben genau hier zu sein. Jetzt war ich jedenfalls wieder bester Laune und machte mich, laut vor mich hin singend, auf den weiteren Weg ins vor mir liegende Trogtal zwischen KallaktjĂ„kkĂ„ und RajvotjĂ„hkkĂ„.


        Blick auf den Akkajaure


        Auf der Passhöhe mit Blick ins vor mir liegende Trogtal


        Fernblick Richtung Padjelantaleden

        Leider wĂ€hrte die Freude nicht grad lange, denn bereits am See 1060 wurde die Landschaft wieder steiniger und das Vorankommen somit mĂŒhsam. Theoretisch hĂ€tte ich von hier einen tollen Blick auf den Gletscher des KallaktjĂ„kkĂ„ Massivs gehabt, wenn denn die blöden Wolken die Sicht nicht verdeckt hĂ€tten. Aber leider haben sie mir dieses VergnĂŒgen nicht gegönnt. Irgendwie hatte ich grad wieder son kleines Motivationstief. Leicht schwerfĂ€llig schleppte ich mich voran, bis ich den RajvotjĂ„hkkĂ„ hinter mir ließ und die Landschaft sich wieder etwas öffnete.


        Steiniger Untergrund


        KallaktjÄkkÄ. Vom Gletscher war leider nicht viel zu sehen.


        RajvojÄhkÄ


        Am Ausgang des Tals. Hier war es ziemlich sumpfig.

        Ich folgte nun weiter dem Flusslauf des RajvojĂ„hkĂ„ und konnte nun auch, da die Wolkendecke etwas höher stand, einen vorsichtigen Blick auf die umliegenden Gipfel erhaschen. Ein wenig wirkte das hier ja wie der Sarek im Kleinformat. 😉Allerdings habe ich den Fehler gemacht den Fluss nicht weiter oben zu furten, sprich direkt hinter dem See oder bereits schon auf Höhe des Gletschers. Denn hier wies der Fluss bereits etwas mehr GefĂ€lle auf und war folglich deutlich unruhiger. Da erschien es mir sinnvoll die Furt nicht mit Crocs sondern in Wanderschuhen samt Regenhose zu machen. Dabei bin ich dann, durch eine Unachtsamkeit meinerseits, ausgerutscht und schön auf dem RĂŒcken im Wasser gelandet. GlĂŒcklicherweise hat der Rucksack alles abgefangen und es ist auch nichts kaputt gegangen. Aber meine Schuhe waren trotzdem klitschnass, da bei diesem Manöver natĂŒrlich Wasser reingekommen ist. Na toll, das konnte ich ja nun wirklich nicht gebrauchen. Aber selbst schuld.


        UngefĂ€hr hier bin ich dann gefurtet. Eigentlich war der Fluss auch gar nicht so schwierig, aber Fehler können natĂŒrlich trotzdem passieren.


        So, Furt ĂŒberstanden, aber leider mit nassen Schuhen.

        Am anderen Ufer suchte ich mir daher schnell einen Zeltplatz und war froh aus meinen nassen Schuhen raus zu können. Immerhin regnete es grad nicht, so dass ich die Sachen zumindest etwas trocknen konnte. Und abends gaben die Wolken sogar einen kleinen Blick auf den Sarek Hauptkamm frei. Das war doch mal besser als nichts. Trotz des etwas nervigen und anstrengenden Tages, war ich doch froh meine geplante Strecke komplett geschafft zu haben und gut auf Kurs zu sein. Ich hatte jetzt nur noch 1 Âœ Tage vor mir die ein ziemlich einfaches "Ablaufen" mit sich bringen wĂŒrden. Zugegeben war ich aber schon etwas erleichtert darĂŒber, dass nun keine anstrengenden Herausforderungen mehr auf mich warteten.


        Abendlicht ĂŒberm Ahkka-Massiv


        Jetzt war sogar auch das KallaktjÄkkÄ-Massiv halbwegs wolkenfrei.


        Blick zum Sarek

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        • Blahake

          Fuchs
          • 18.06.2014
          • 1072

          • Meine Reisen

          #44
          Schade, dass Du da so schlechte Sich hattest. Die Strecke sĂŒdlich am KallaktjĂ„kkĂ„-Massiv lang hatte ich auch schon mal auf dem Schirm, hat sich dann aber nicht ergeben. Schön, das jetzt so gut von Dir beschrieben zu sehen, falls ich da doch mal wieder hinkomme. Nördlich davon bist Du auch schon mal langegangen, oder? Welche Seite wĂŒrdest Du eher empfehlen, wenn man vor der Wahl steht?
          Das GelĂ€nde zwischen Stuor-Sievgok und der Straße wollte ich ja auch schon mal queren, bin aber klĂ€glich gescheitert, obwohl ich einen Track von Dir hatte. Da tröstet es mich etwas, dass Du es wenigstens als nervig beschreibst.

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          • Mortias
            Fuchs
            • 10.06.2004
            • 1118

            • Meine Reisen

            #45
            Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
            Schade, dass Du da so schlechte Sich hattest. Die Strecke sĂŒdlich am KallaktjĂ„kkĂ„-Massiv lang hatte ich auch schon mal auf dem Schirm, hat sich dann aber nicht ergeben. Schön, das jetzt so gut von Dir beschrieben zu sehen, falls ich da doch mal wieder hinkomme. Nördlich davon bist Du auch schon mal langegangen, oder? Welche Seite wĂŒrdest Du eher empfehlen, wenn man vor der Wahl steht?
            Vielen Dank. Und völlig richtig erkannt. 2010 bin ich bei meiner Tour nördlich des KallaktjĂ„kkĂ„-Massiv durch das Tal des Suorggejohka gelaufen. Nur hatte ich damals etwas besseres Wetter, so dass mir der Abschnitt als sehr angenehm in Erinnerung geblieben ist. Aber grundsĂ€tzlich wĂŒrde ich sagen, ist der Abschnitt sĂŒdlich davon (also der von meiner letzten Tour) landschaftlich von den Ausblicken her definitiv spektakulĂ€rer. DafĂŒr aber auch deutlich steiniger und beschwerlicher zu laufen. Nördlich davon verlief die Route einige 100 Höhenmeter tiefer und ging somit eher durch Strauch- und Heidelandschaft und war aber insgesamt recht leicht zu wandern. Was fĂŒr Dich jetzt empfehlenswerter klingt ĂŒberlasse ich gerne Dir.

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            • Mortias
              Fuchs
              • 10.06.2004
              • 1118

              • Meine Reisen

              #46
              Tag 15 (17.08.)
              Der letzte volle Wandertag stand nun an und wurde mit einer Mischung aus Erleichterung und Wehmut begleitet. Wobei die Erleichterung bei dem erneut sehr wolkigen und regnerischen Wetter doch klar ĂŒberwog. Was war ich froh, dass ich es jetzt nicht mehr weit hatte und heute nur gemĂŒtlich ĂŒber die Hochebene laufen musste. Ich hatte ja erst noch mit dem Gedanken gespielt bis nach Vietas weiterzulaufen und dafĂŒr noch zĂŒnftig ĂŒber das namenlose Gebirgsmassiv östlich von Vakkotavare zu ĂŒberqueren (das wĂ€re dann eine komplette Akkajaure Umrundung gewesen). Aber dafĂŒr hĂ€tte ich schon die vorigen Tage etwas mehr Strecke zurĂŒcklegen mĂŒssen. Und obwohl es theoretisch immer noch möglich gewesen wĂ€re, ist mir nun jeglicher Ehrgeiz dafĂŒr verloren gegangen. Lieber habe ich mich noch ein bisschen lĂ€nger im Zelt gewĂ€rmt, bevor ich dann gegen halb 1 endlich aufbrach.


              MĂ€ĂŸiges Wetter beim Aufbruch

              Da meine Schuhe nach meinem gestrigen Manöver leider immer noch ziemlich feucht waren, war das Wandern anfangs doch etwas unangenehm. 😳 Mit der Zeit haben die FĂŒĂŸe die Schuhe dann soweit gewĂ€rmt, dass es deutlich besser wurde. Ansonsten war der Abschnitt insgesamt ganz nett aber auch recht unspektakulĂ€r. GemĂŒtlich ging es ĂŒber grasiges GelĂ€nde, bis es dann bei den Mavgojavre Seen wieder deutlich steiniger wurde. So stand wieder ein wenig Geröll aufm Plan, aber zum GlĂŒck diesmal nur in Maßen.


              Einer von vielen kleinen namenlosen Seen


              Steiniger Boden


              Sowohl an Steinen als auch an Wasser herrschte hier wahrlich kein Mangel. 😉


              Sarek-Hauptkamm

              An einem kleinen See nahm ich meine letzte Mittagspause ein und erfreute mich nochmal an der zumindest leicht verbesserten Aussicht. Es war schön, dass ich nun nochmal entspannt (und vom Regen ungestört) hier sitzen und gemĂŒtlich schmausen konnte. Vermutlich war es in gewisser Weise reprĂ€sentativ fĂŒr die Tour: Wettertechnisch zwar oft sehr durchwachsen, aber in der Summe dann doch nicht ganz so schlimm und irgendwie wieder cool und spaßig. 😎


              Namenloser Bach


              Beim Ahkka ging mal wieder ein Schauer runter.


              Aber zum GlĂŒck blieb es wĂ€hrend meiner Mittagspause trocken.

              Anschließend wollte ich noch die paar zusĂ€tzlichen Meter auf den Mavgovarre hinaufgehen. Dabei kam auch (mal wieder) ein kleiner Schauer runter. Tja, ohne Regen schien es wohl einfach nicht zu gehen. Mittlerweile war ich es aber gewöhnt und außerdem hatte ich es ja eh bald hinter mir. Trotzdem war ich natĂŒrlich froh, dass der Schauer nur sehr kurz wĂ€hrte.


              Der erwartete Regen

              Und als ich dann oben angekommen war (naja, bei der kleinen Anhöhe ließ sich eigentlich schlecht von „oben“ sprechen), hatte ich nochmal einen tollen Blick auf den Akkajaure sowohl in westlicher als auch in östlicher Richtung. Auch der Hauptkamm des Sareks war halbwegs auszumachen und ansatzweise sogar das Ahkka Massiv. Zufrieden schaute ich auf den ausgedehnten See unter mir hinab und spĂŒrte und tiefe und innige Freude. Trotz des eher schlechten Wetters und der nur mĂ€ĂŸigen Sicht. Und trotz der nassen Schuhe vorhin und dem ganzen anderen Nervkram. Jetzt, in diesem Moment, war ich einfach nur glĂŒcklich und dankbar dafĂŒr, noch einmal einen solchen Naturgenuss erleben zu dĂŒrfen. Ein wahrhaft wĂŒrdiger Abschluss fĂŒr diese Tour. Herrlich. 😊


              Auf dem Mavgovarre


              Blick nach Westen. Trotz des wolkenverhangenen Himmels hat mich die Aussicht echt begeistert.


              Blick nach Osten Richtung Suorva. Dort habe ich vor 14 Tagen meine Tour begonnen


              Und weil’s so schön war, nochmal das Ahkka Massiv.


              Ja da kam Freude auf. Ok, fairerweise muss ich zugeben, dass ich fĂŒr diese Aufnahme einige Versuche gebraucht habe. 😁

              Eine knappe Dreiviertelstunde stand ich hier oben und sog nochmal die EindrĂŒcke der Landschaft in mich auf. Dies war immerhin mein letztes schönes Panorama auf dieser Tour. Dann ging es an den Abstieg. Dieser ging, ĂŒber den sanft abfallenden Hang, recht leicht vonstatten und so erreichte ich gegen 20 nach 6 den See 869, der sich bereits in der NĂ€he des Kungsleden befand.


              Blick nach Osten


              Mal wieder bisschen Wollgras


              Nochmal Blick zum Sarek Hauptkamm. Ganz rechts ist der Nijak zu erkennen.


              Regenschauer am anderen Ufer des Akkajaure. Zog zum GlĂŒck nicht rĂŒber.


              Blick nach Norden


              So fertig fĂŒr heute

              Hier stellte ich mein Zelt auf und erfreute mich an der Abendsonne, die netterweise nochmal kurz durch die Wolken brach und fĂŒr eine herrliche Lichtstimmung sorgte. Zu einem Bad im See konnte ich mich zwar nicht mehr motivieren, aber immerhin war es mir möglich mein letztes Abendessen auf dieser Tour draußen im Freien einnehmen zu können (statt im Zelt). Auch wenn der Platz hier jetzt nicht sonderlich spektakulĂ€r war (die RentierzĂ€une taten sicherlich ihr ĂŒbrigens dazu) war es trotzdem echt angenehm auf dem großen Stein zu sitzen, gemĂŒtlich schmausen zu können und dabei nochmal den Blick ĂŒber die Landschaft streifen zu lassen.


              Abendsonne. Ein wirklich gern gesehener Gast.


              So sah es hier doch gleich viel freundlicher aus.


              Der große Stein war wirklich ein feines PlĂ€tzchen zum Sitzen. Allerdings war anhand des Rentierzauns auch klar erkennbar, dass hier keine unberĂŒhrte Natur mehr vorlag.

              Anschließend spazierte ich ein wenig durch die Landschaft, genoss nochmal den Blick auf den Sarek-Hauptkamm und ließ die Tour insgesamt im Kopf Revue passieren (wie ich es gerne am Ende von solchen Touren mache). Morgen musste ich nur noch ein kleines StĂŒck bis Vakkotavare laufen und wĂŒrde es dann endlich geschafft haben. Mit der Aussicht konnte ich mich jetzt ziemlich sorglos schlafen legen.


              Letzter Blick zum Sarek. Leider ohne das schöne Abendlicht einer DÀmmerung.

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              • Mortias
                Fuchs
                • 10.06.2004
                • 1118

                • Meine Reisen

                #47
                Tag 16 (18.08.)
                Da der Bus erst um 14.35 Uhr abfuhr, konnte ich mir heute richtig schön Zeit lassen und es ganz gemĂŒtlich angehen. Es war eh (mal wieder) bewölkt und ziemlich windig, so dass ich auch nicht den Drang verspĂŒrte frĂŒher als nötig das Zelt zu verlassen. Lieber wollte ich noch bisschen die GemĂŒtlichkeit des Zeltes genießen. Und dann fing es auch an zu regnen. Erst dachte ich, dass ich den kurzen Schauer schon noch aussitzen wĂŒrde. Aber dann nahm er immer mehr zu und ergab mit dem ebenso stĂ€rker werdenden Wind eine echt miese Wetterlage, wie ich sie in der IntensitĂ€t selten in Lappland erlebt habe. Tja, wĂ€re ich mal frĂŒher aufgebrochen. Jetzt hatte ich den Ärger bei so nem Schietwetter das Zelt abzubauen. Schön ist sowas nicht. Und als ich dann um 11.15 Uhr loslief, spĂŒrte ich auch am eigenen Leib wie unangenehm es war. Der Wind peitschte mir den Regen ins Gesicht und alles schien mir sagen zu wollen, dass ich hier nichts zu suchen habe. Was war ich daher froh, dass dies nun meine letzte Etappe war. Nur noch ein paar Kilometer und dann wĂŒrde ich es endlich hinter mir haben. Ein GlĂŒck.


                Aufbruch bei maximalem Schietwetter


                Alles andere als einladend


                Renvaktarstuga. Hier hÀtte ich mich am liebsten gleich nochmal untergestellt.


                Beim Abstieg nach Vakkotavare


                Ich wusste nicht so recht, ob ich das jetzt eklig oder lustig finden sollte. HĂ€tte ich aber heute nicht meine Abreise gehabt, wĂ€re die Antwort wohl klar gewesen. 😉

                Nach einiger Zeit stieß ich dann auf den Kungsleden, der als ausgetretener Wanderweg klar erkennbar war. Bei der jetzigen Wetterlage war ich echt froh nun wieder auf einem richtigen Weg zu sein. Denn als ich mich langsam der Baumgrenze nĂ€herte wurde die Sicht immer schlechter. Überm Akkajaure schien eine einzige Regenwolke zu hĂ€ngen und die ganze Landschaft zu verschlingen. Wie gut, dass ich jetzt noch nur stumpf bergab laufen und mir ĂŒber die Orientierung keinerlei Gedanken mehr machen musste. Ein wenig taten mir aber all die Wanderer leid, die mir bei dem Regen entgegenkamen und somit erstmal kein trockenes Ziel in Reichweite hatten. Naja, das Timing mit dem Wetter ist halt immer ne ziemliche GlĂŒckssache.


                Kungsleden


                Klar erkennbare Markierungen. Verlaufen kann man sich hier nicht.


                Bei den Bedingungen war ich dafĂŒr aber auch echt dankbar.


                Kurz vor Vakkotavare war dann auch endlich mal der Akkajaure zu erkennen.

                Um kurz vor 1 erreichte ich dann Vakkotavare und hielt schnurstracks auf die STF HĂŒtte dort zu. Diese hatte angenehmerweise geöffnet und war auch bereits mit etlichen anderen Wanderern gefĂŒllt, die es alle vorzogen im trockenen auf den Bus zu warten. Ich war echt erleichtert endlich im Warmen zu sein und meine nassen Sachen ablegen zu können. Das war wirklich nochmal ein riesiger Arschtritt den mir Lappland jetzt zum Abschied verpasst hat.


                Vakkotavare

                Als dann der Bus planmĂ€ĂŸig ankam war ich somit einfach nur froh, dass es nun vorbei war. Kurze Zeit spĂ€ter fuhren wir bereits am Suorva Staudamm vorbei. Hier hatte vor zwei Wochen meine Akkajaure-Umrundung begonnen. Damals war ich noch hoch motiviert und guter Dinge. Und jetzt lag alles in dichten Wolken verborgen die nichts von der Landschaft preisgaben und einen komplett abweisenden Eindruck machten. Ein seltsames Wiedersehen. Wie gut, dass ich nun nicht mehr raus musste und es stattdessen Richtung Heimat ging.


                Bus nach GĂ€llivare


                Wiedersehen mit Suorva


                Bahnhof von GĂ€llivare und damit auch Schluss dieses Berichts

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                • Mortias
                  Fuchs
                  • 10.06.2004
                  • 1118

                  • Meine Reisen

                  #48
                  Fazit
                  Als ich nach meiner Tour gefragt wurde, wie es denn so war, meinte ich im Großen und Ganzen einfach nur „geil“. Ja das Wetter war oft sehr mau und die Bedingungen somit recht rau. Es war zwar besser als im Jahr zuvor, aber von einer wirklichen Sommertour kann ich trotzdem nicht sprechen. Von den 15 Tagen im FjĂ€ll waren nur drei komplett regenfrei. Und trotzdem hatte ich, im Vergleich zum Vorjahr, dieses Mal das GefĂŒhl voll auf meine Kosten gekommen zu sein.

                  Das lag sicherlich zum Großteil daran, dass die Landschaft einfach spektakulĂ€r war und ich auch das GlĂŒck hatte, meist eine zumindest ausreichend freie Sicht zu haben, so dass ich meine Umgebung auch wirklich erfassen und wahrnehmen konnte. Gerade mein Erlebnis am Mavgovarre am vorletzten Tag hat mir das nochmal stark verdeutlicht. Trotz des teilweise miesen (oder zumindest mĂ€ĂŸigen) Wetters hatte ich doch immer wieder diese intensiven GlĂŒcksmomente, wo ich tiefenentspannt einfach nur innehielt und mich darĂŒber freute solch eine wunderschöne Landschaft erleben zu dĂŒrfen. Also genau das, was ich im Vorjahr hĂ€ufig vermisst hatte.

                  Und natĂŒrlich war es auch geil an einigen Tagen bei so schönem Wetter unterwegs zu sein. Gerade der Abschnitt im Sarek sei hier nochmal besonders positiv hervorzuheben. Und auch landschaftlich war es natĂŒrlich sehr abwechslungsreich. Ich mag es halt wenn es viel durch die offene Tundra geht und auch ein paar hochalpinere Abschnitte mit dabei sind. Teilweise war es aber auch schwerer und anstrengender als gedacht. So Geröllfelder sind halt nicht ganz ohne. Und die MĂŒcken waren hĂ€ufig auch wieder ne ziemliche Plage. Aber in der Summe wĂŒrde ich sagen war es den Aufwand definitiv wert. Und die gelaufene Route kann ich wirklich wĂ€rmstens weiterempfehlen. Ich warte also auf Nachahmer. 😉

                  FĂŒr diesen Sommer hatte ich ursprĂŒnglich angedacht endlich mal wieder der Brooks Range in Alaska einen weiteren Besuch abzustatten. Aber da ich mir zwischenzeitlich einen neuen Job gesucht habe, den ich am 01.06 beginnen werde, muss dieser Plan leider warten. Stattdessen werde ich als Kompensation nĂ€chsten Sonntag nach Schottland aufbrechen und dort in den westlichen Highlands eine kleine Tour unternehmen. Bin schon gespannt, was mich da so erwarten wird.


                  Ende

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                  • Blahake

                    Fuchs
                    • 18.06.2014
                    • 1072

                    • Meine Reisen

                    #49
                    Oh, je, da hat Dich das FjĂ€ll ja recht ungemĂŒtlich rausgespĂŒlt! Schade, dass Du gerade am Schluss so ein Mistwetter hattest und super, dass Du die Tour insgesamt trotzdem genossen hast. Und wieder eine sehr ungewöhnliche und interessante Route! Jetzt drĂŒck' ich Dir die Daumen, dass Schottland zur Abwechslung untypisch schönes Wetter bietet! Hoffentlich kommst Du trotz neuem Job dazu, auch davon einen Bericht zu schreiben!

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                    • bikevagabond
                      Gerne im Forum
                      • 22.11.2013
                      • 98

                      • Meine Reisen

                      #50
                      Eine schöne Runde hat der Herr da gedreht! Beeindruckend auch die landschaftlichen Impressionen, wobei mir persönlich die vom ersten Abschnitt am besten gefielen, was wohl auch mit den einmalig tollen Lichtstimmungen zusammenhĂ€ngt. Aber dann dieses stĂ€ndige Schietwetter, mann mann mann... das wĂŒrde mir auch die Laune verderben. Auf der anderen Seite sind dann die wenigen Momente bei schönem Licht um so erhabener und man will fast rennen, um möglichst viel von der Strecke unter diesen Bedingungen zu erhaschen, das habe ich selbst auch schon erlebt, da reagieren die GemĂŒter wohl Ă€hnlich ;) Auf jeden Fall braucht es diese Tage, um am Ende das GefĂŒhl zu haben, doch noch "auf seine Kosten" gekommen zu sein - insofern kann ich dein Fazit gut nachvollziehen!

                      Und da ich nun auch mal deine Route im Detail nachvollzogen habe, ist es gleich viel spannender gewesen, dir zu folgen Im August 2020 war ich nĂ€mlich auch (das erste Mal) in dieser Ecke (vom Vastenjaure rĂŒber nach Ritsem) und da erkennt man natĂŒrlich auf Anhieb so einiges wieder, wie z.B. den Blick aufs Akha-Massiv, der mich aus der nördlichen Perspektive ebenso fasziniert hat! Oder die STF-HĂŒtte Vakkotavare, in der ich damals sogar Ersatzteile fĂŒr meine abgebrochene Pedale bekam. Und natĂŒrlich die typischen Ufer des Akkajaures, die zwar unnatĂŒrlich frei lagen, aber doch irgendwie was wildes hatten...

                      Um nochmal auf den Regen zu kommen: Schietwetter sitze ich ja gern im Zelt aus, wenn es der Zeitrahmen der Tour zulĂ€sst.. Aber wenn man seine gesteckte Strecke schaffen will bzw. muss, kann man sich das Wetter natĂŒrlich nicht aussuchen. Aber so dolle, wie es dich die letzten Male wiederholt erwischt hat, das ist schon krass - die Wege des Herrn sind.. offenbar regnerisch Ich hoffe, in Schottland bricht er diese Regel!!

                      Ansonsten noch eine Frage: wieviele km sind eigentlich in den zwei Wochen zusammengekommen?
                      „Es gibt einen Weg, den keiner geht, wenn du ihn nicht gehst.“
                      Meine bisherigen Reisen

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                      • Pflaume09
                        Gerne im Forum
                        • 01.02.2022
                        • 57

                        • Meine Reisen

                        #51
                        Sehr schöner und interessanter Reisebericht, vielen Dank dafĂŒr!

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                        • andrea2
                          Dauerbesucher
                          • 23.09.2010
                          • 862

                          • Meine Reisen

                          #52
                          Hallo Mortias,

                          es hat etwas gedauert, aber nun hab ich es auch geschafft alles zu lesen und die Strecke auf der Karte zu verfolgen.

                          Vielen Dank fĂŒr den tollen Bericht. Vieles kennen wir auch. So sind wir im im letzten Jahr die ersten Tag ganz Ă€hnlich gelaufen, ohne NiakvĂĄgge, nur drei Wochen spĂ€ter. Einiges steht noch auf der Liste wie das westliche Padjelantagebiet.

                          Ich bin immer wieder beeindruckt, welche interessanten Routen zu zusammenstellst. Vielen Dank fĂŒrs Mitnehmen.



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                          • vobo

                            Dauerbesucher
                            • 01.04.2014
                            • 565

                            • Meine Reisen

                            #53
                            All den Dankenden schließe ich mich gerne an. Schöne Tour durch bekannte und unbekannte Abschnitte. Nett beschrieben mit den Stimmungen und wie diese dann Lust oder Unlust auslösen. Habe das (Mit-)lesen sehr genossen!

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                            • Mortias
                              Fuchs
                              • 10.06.2004
                              • 1118

                              • Meine Reisen

                              #54
                              Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
                              Oh, je, da hat Dich das FjĂ€ll ja recht ungemĂŒtlich rausgespĂŒlt! Schade, dass Du gerade am Schluss so ein Mistwetter hattest und super, dass Du die Tour insgesamt trotzdem genossen hast. Und wieder eine sehr ungewöhnliche und interessante Route! Jetzt drĂŒck' ich Dir die Daumen, dass Schottland zur Abwechslung untypisch schönes Wetter bietet! Hoffentlich kommst Du trotz neuem Job dazu, auch davon einen Bericht zu schreiben!
                              Ja wenn ich das richtig sehe, dann hattest Du diese Mistwetterphase ja unterwegs bei Deiner Tour gehabt. Ist natĂŒrlich zum Abschied immer bisschen bitter, aber andererseits erleichtert es mir auch den Abschied enorm. Und dankeschön. Aber bezĂŒglich Schottland mache ich mir mal keine Illusionen. Aktuell verspricht der Wetterbericht fĂŒr nĂ€chste Woche leider sehr "schottisches" Wetter. Aber davon abgesehen bin ich sicher, dass ich auch im neuen Job dazu kommen werde einen Bericht zu schreiben. Ansonsten wĂŒrde ich den Job vermutlich nicht allzu lange machen.

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                              • Mortias
                                Fuchs
                                • 10.06.2004
                                • 1118

                                • Meine Reisen

                                #55
                                ​
                                Zitat von bikevagabond Beitrag anzeigen
                                Eine schöne Runde hat der Herr da gedreht! Beeindruckend auch die landschaftlichen Impressionen, wobei mir persönlich die vom ersten Abschnitt am besten gefielen, was wohl auch mit den einmalig tollen Lichtstimmungen zusammenhĂ€ngt. Aber dann dieses stĂ€ndige Schietwetter, mann mann mann... das wĂŒrde mir auch die Laune verderben. Auf der anderen Seite sind dann die wenigen Momente bei schönem Licht um so erhabener und man will fast rennen, um möglichst viel von der Strecke unter diesen Bedingungen zu erhaschen, das habe ich selbst auch schon erlebt, da reagieren die GemĂŒter wohl Ă€hnlich ;) Auf jeden Fall braucht es diese Tage, um am Ende das GefĂŒhl zu haben, doch noch "auf seine Kosten" gekommen zu sein - insofern kann ich dein Fazit gut nachvollziehen!

                                Und da ich nun auch mal deine Route im Detail nachvollzogen habe, ist es gleich viel spannender gewesen, dir zu folgen ​ Im August 2020 war ich nĂ€mlich auch (das erste Mal) in dieser Ecke (vom Vastenjaure rĂŒber nach Ritsem) und da erkennt man natĂŒrlich auf Anhieb so einiges wieder, wie z.B. den Blick aufs Akha-Massiv, der mich aus der nördlichen Perspektive ebenso fasziniert hat! Oder die STF-HĂŒtte Vakkotavare, in der ich damals sogar Ersatzteile fĂŒr meine abgebrochene Pedale bekam. Und natĂŒrlich die typischen Ufer des Akkajaures, die zwar unnatĂŒrlich frei lagen, aber doch irgendwie was wildes hatten...

                                Um nochmal auf den Regen zu kommen: Schietwetter sitze ich ja gern im Zelt aus, wenn es der Zeitrahmen der Tour zulĂ€sst.. Aber wenn man seine gesteckte Strecke schaffen will bzw. muss, kann man sich das Wetter natĂŒrlich nicht aussuchen. Aber so dolle, wie es dich die letzten Male wiederholt erwischt hat, das ist schon krass - die Wege des Herrn sind.. offenbar regnerisch ​ Ich hoffe, in Schottland bricht er diese Regel!!

                                Ansonsten noch eine Frage: wieviele km sind eigentlich in den zwei Wochen zusammengekommen?
                                Ohoooo, welch ausgemachte Ehre, wenn ein solch gestandener Abenteurer mit derartigen Renommee, so wie Ihr es seid mein Herr, sich die MĂŒhe macht, einen gewöhnlichen Reisebericht eines durchschnittlichen Freizeitwanderers, so wie ich es bin, zu lesen und sogar noch mit positivem Feedback zu versehen. Wirklich vielen Dank mein Herr, da fĂŒhle ich mich zutiefst gebauchpinselt.

                                Und ich meine mich auch zu erinnern Bilder von Eurer 2020er Tour gesehen zu haben. Da warst Du ja auch wieder mit Fahrrad und Packfraft unterwegs wenn ich mich nicht irre. Zumindest erinnere ich mich an die Geschichte mit der gebrochenen Pedale, wo Du Dich dann doch erstmal mit nem dicken Stock beholfen hast, oder?

                                Und was das Aussitzen im Zelt angeht: Das habe ich ja auch durchaus ausgiebig praktiziert und bin hĂ€ufig erst am spĂ€ten Vormittag aufgebrochen. Nur mag ich es auch ĂŒberhaupt nicht den ganzen Tag nur im Zelt zu sitzen. Dann krieg ich irgendwann nen Koller. Da muss ich einfach aufbrechen und loslaufen, selbst wenn es nur fĂŒr ein paar Stunden ist. Ich glaube ich hatte es erst ein einzige Mal gehabt, dass ich einen Tag komplett im Zelt abgewettert habe. Also mal schauen welch regnerische Wege der Herr in Schottland fĂŒr mich bereitet hat.

                                Und um Deine Frage zu beantworten: Das waren insgesamt 232 km. Vermutlich erscheint dies dem werten Herren als etwas wenig fĂŒr die zwei Wochen, aber fĂŒr mich hat es gelangt.

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                                • Mortias
                                  Fuchs
                                  • 10.06.2004
                                  • 1118

                                  • Meine Reisen

                                  #56
                                  Zitat von Pflaume09 Beitrag anzeigen
                                  Sehr schöner und interessanter Reisebericht, vielen Dank dafĂŒr!
                                  Ja gern geschehen. Freut mich natĂŒrlich immer am Ende dann auch ein kleines Lob zu lesen.

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                                  • Mortias
                                    Fuchs
                                    • 10.06.2004
                                    • 1118

                                    • Meine Reisen

                                    #57
                                    Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
                                    Hallo Mortias,

                                    es hat etwas gedauert, aber nun hab ich es auch geschafft alles zu lesen und die Strecke auf der Karte zu verfolgen.

                                    Vielen Dank fĂŒr den tollen Bericht. Vieles kennen wir auch. So sind wir im im letzten Jahr die ersten Tag ganz Ă€hnlich gelaufen, ohne NiakvĂĄgge, nur drei Wochen spĂ€ter. Einiges steht noch auf der Liste wie das westliche Padjelantagebiet.

                                    Ich bin immer wieder beeindruckt, welche interessanten Routen zu zusammenstellst. Vielen Dank fĂŒrs Mitnehmen.
                                    Ja das Problem mit dem zeitverzögerten Lesen kenne ich nur zu gut. Vielleicht sollte ich zukĂŒnftig einfach mal etwas weniger schreiben. Und danke fĂŒrs Lob hinsichtlich des Zusammenstellens der Route. Es macht mir ehrlich gesagt auch immer einen Riesenspaß mir im Vorfeld ausreichend Zeit zu nehmen um mir eine ansprechende Route zu ĂŒberlegen und dabei auch etliche Alternativen durchzuspielen. Ebenso schaue ich unterwegs dann Abends im Zelt gerne nochmal in die Karte rein und spiele mögliche Routenoptionen durch.

                                    Insofern wird das in Schottland durchaus interessant werden. Denn dadurch, dass ich diese Tour ziemlich spontan geplant habe (die Karten habe ich erst letzte Woche Dienstag erhalten) habe ich nicht im selben Maße eine Vorabplanung gemacht. Hinzu kommt, dass ich die Gegend in den Westlichen Highlands noch gar nicht kenne und daher nicht auf alte Routenideen zurĂŒckgreifen konnte (wie ich das in Schweden schon einige Male gemacht haben). Von daher bin ich mal gespannt.

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                                    • Mortias
                                      Fuchs
                                      • 10.06.2004
                                      • 1118

                                      • Meine Reisen

                                      #58
                                      Zitat von vobo Beitrag anzeigen
                                      All den Dankenden schließe ich mich gerne an. Schöne Tour durch bekannte und unbekannte Abschnitte. Nett beschrieben mit den Stimmungen und wie diese dann Lust oder Unlust auslösen. Habe das (Mit-)lesen sehr genossen!
                                      Danke Volker. Es freut mich, dass Du den Bericht genossen hast. Bin dann mal gespannt, ob Dich das eventuell auch bei der Routenplanung zukĂŒnftig etwas inspiriert (das wĂ€re mir natĂŒrlich eine große Ehre) . Weil ich glaube bei der Gegend sĂŒdlich von Kvikkjokk, so um den Pieskehaure herum, ist das doch schon einmal der Fall gewesen, oder nicht?

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                                      • bikevagabond
                                        Gerne im Forum
                                        • 22.11.2013
                                        • 98

                                        • Meine Reisen

                                        #59
                                        Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
                                        ​
                                        Das waren insgesamt 232 km. Vermutlich erscheint dies dem werten Herren als etwas wenig fĂŒr die zwei Wochen, aber fĂŒr mich hat es gelangt.
                                        Überhaupt nicht, das ist eine ganze Menge! Eine spannende Route zĂ€hlt fĂŒr mich mehr als Kilometer schrubben ;) (z.b. im Putorana 2016, da sind wir in 10 Wochen nur 600 km vorwĂ€rts gekommen - inclusive Rafting...)

                                        Das mit dem Koller im Zelt kenn ich. Einen Tag maximal halte ich es aus, aber dann komme was wolle

                                        Und ja, 2020 war auch eine kombinierte Tour. Das mit dem Stock hat der Herr sich gut behalten, genau so wars ;)
                                        „Es gibt einen Weg, den keiner geht, wenn du ihn nicht gehst.“
                                        Meine bisherigen Reisen

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                                        • evernorth
                                          Fuchs
                                          • 22.08.2010
                                          • 1621

                                          • Meine Reisen

                                          #60
                                          Oh, wie gemein, der lapplĂ€ndische Regen als garstiger „Rausschmeißer“. Das hast du wirklich nicht verdient, das hat niemand „verdient“.
                                          Eine sehr schöne Runde hast du da unternommen mit einigen besonderen, landschaftlichen Höhepunkten.
                                          Hat wieder Spaß gemacht, mitzulesen.
                                          Vielen Dank.
                                          My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

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