[SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Trolltinden
    Gerne im Forum
    • 14.01.2013
    • 61

    • Meine Reisen

    [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    01. August 2013
    Anreise
    Kiruna haben wir besichtigt: Ein schönes Städtchen, geprägt vom Eisenerzabbau. Besonders die Gartenstadt ist einen Spaziergang wert; und wer das Rathaus nicht gesehen hat, hat Kiruna nicht gesehen.

    Heute nachmittag fahren wir mit dem Wohnwagen die rund 60km nach Nikkaluokta. Endlich können wir die Tour durchführen, welche wir seit 2010 geplant hatten. Viele Berichte haben wir auch hier im Forum gelesen, doch der Drang es selber zu erleben, bleibt.

    Wir fahren gleich auf den Parkplatz für Dauerparker. Zuhinterst an der Ecke hat es gerade noch Platz für unser Auto mit Wohnwagen. Sofort gehen wir zur Hütte um die Parkgebühren zu bezahlen und ein Boot für morgen zu bestellen. Wir wollen im Vistasvagge unsere Trekkingtour starten. Das Administrative ist erledigt und wir laufen noch ein bisschen in der Lodge umher.

    Unsere Vorfreude ist sehr gross. Wir spüren den Drang, endlich los zu marschieren. Nach dem ausgiebigen Spaziergang haben wir unsere Rucksäcke fertig gepackt. Wir sind startklar. Das Wetter ist heute sehr gut und wir nehmen die Stühle heraus und setzen uns an die Sonne und geniessen das Nichtstun nochmals in vollen Zügen.

    Nach dem Nachtessen überprüfen wir ein weiteres Mal die gepackten Rucksäcke. Jetzt sind wir sicher, wir haben alles dabei. Wir nehmen uns vor, die Rucksäcke bei der Fjällstation an die Waage zu hängen. Denn wir haben für 10 Tage gepackt. Bald ziehen wir die Rolläden im Wohnwagen, damit es auch für unseren Hund Trump dunkel wird und wir nächtigen können. Nur noch eine Nacht trennt uns...



    02. August 2013
    1. Tag
    Der Wecker klingelt, gut geschlafen haben wir nicht, doch das gehört dazu. Die Vorfreude ist stärker als die Müdigkeit. Das letzte Mal noch ein richtiges Frühstück, wir räumen den Wohnwagen zusammen, schliessen ab, schultern die Rucksäcke und ab zur Fjällstation. Wie vorgenommen wiegen wir unsere Rücksäcke. Meiner wiegt 23kg, der von Claire-Lise wirgt seine 20kg. Okay, dass sollte machbar sein. Wir hatten mit mehr gerechnet, da wir auch die Portionen für unseren Hund mittragen. Und wir wollten genügend Futter für ihn dabei haben, denn die Erfahrung der letzten Touren mit ihm zeigt, dass er vom Wandern jeweils sehr sehr hungrig ist. Und wir wollen ja auch nicht immer unsere Salami abgeben.

    Nun marschieren wir zum Bootsanleger. Dieser ist in 3-4 Minuten locker erreichbar. Der Saami wartet bereits. Wir beladen das Boot mit unseren Rucksäcken, steigen ein und los gehts.



    Jetzt ist es soweit, die Tour startet. Irgendwie können wir es noch nicht glauben. Noch vor wenigen Minuten lagen wir noch in unserem gemütlichen Wohnwagen… jetzt sitzen wir im Boot, unterwegs zu einer weiteren Tour.

    Es ist bewölkt. Mit Vollgas fahren wir über den Vistasjakka und biegen dann in den kurvenreichen Flusslauf der Vistas ein.

    Innert Sekunden sind wir in einer anderen Welt. Wir vergessen alles andere und bestaunen das Vistasdalen. Dann, plötzlich am rechten Ufer entdecken wir einen Elch mit Nachwuchs. Hinter den Bäumen springen sie davon. Die Flussschlaufen faszinieren... so kommt es vor, dass wir scheinbar wieder zurück zur Lodge fahren... und dann wieder das Tal hinauf...










    So geht es eine ganze Weile, dann sehen wir an einer Flussschlaufe ein paar wartende Trekker.

    Das Boot verlangsamt, wir wissen, hier ist der gemütliche Teil fertig und endlich können wir losziehen in die Einsamkeit. Die wartenden Trekker haben alle einen Moskitonetz_Hut auf - wie bereits im Sarek gesehen- Das ist so lustig anzusehen.

    Nun, wir haben ja unseren Mückenspray. Der hat uns bisher nie enttäuscht. Soviel braucht man davon auch nicht.

    Das Boot strandet nun am Ufer und wir machen es fest. Wir laden unsere Rucksäcke aus und hüpfen selbst aus dem Boot. Sagen den Leuten Hallo und sie wünschen uns eine gute Tour. Der Bootsführer teilt uns noch mit, dass wir einfach den weissen Stoffresten folgen sollen, denn so gelangen wir dann auf den Weg durchs Vistasdalen. Wir beobachten noch das Ablegemanöver und der Saami ruft uns noch ein Lycka till zu.



    Das Boot fährt zurück zur Lodge. Das Motorengeräusch wird immer leiser. Jetzt ist es absolut still. Wir stehen nun am Ufer, ganz auf uns selber gestellt. Wir halten kurz inne, um es zu geniessen aber auch um uns zu bestätigen, wir sind hier.



    Dann werden die Rucksäcke gebuckelt und wir folgen nun den weissen Stoffresten. Wir sind erstaunt, dass diese so gut markiert sind. Wir dachten uns, dass am Anfang die Fetzen sicherlich hängen und dann immer weniger würden. Dem ist nicht so, die Markierung ist ausgezeichnet. Nach kurzer Zeit stossen wir dann auf den Hauptweg. Hier ist auch ein Schild, das den Bootsanleger anpreist, mit Telefonnummer, denn hier hat man noch Empfang.

    Jetzt marschieren wir durch die Wälder, Sümpfe und über viele Steine. Der Weg ist teilweise sehr gut, es hat manchmal Holzplanken in den Sümpfen. Doch dann wird der Weg auch wieder anstrengender. Unser Tagesziel ist die erste Brücke. Wir merken, dass die ersten Kilometer wie immer mühsam sind. Die Waldabschnitte stimmen uns dann nach einigen Kilometern trübe. Man sieht nicht viel, nur ab und zu kann man die Seitenflanken des Tals erkennen. Wir fühlen uns, als kämen wir nicht vom Fleck. So freuen wir uns immer wieder einen Sumpf zu durchqueren wo sich die Aussicht immer wieder ins Tal öffnet. Dies tut gut und die Aussicht lohnt sich: das Vistasdalen ist sehr eindrücklich. So wild, einsam, sich selbst überlassen. Genau so lieben wir es. Bald sind wir kurz vor dem Tagesziel. Das heisst, kurz vor der Brücke steigt der durch ein Wald am Flusslauf entlang hoch, da finden sich gegen 3-4 gemütliche Zeltplätzchen. Wir haben uns dann für eines entschieden. Rasch stand das Zelt und wir konnten uns den Rest des Tages ausruhen. Durch den Tag begegneten wir etwa 6 Personen. Nachdem das Zelt steht, passieren uns noch etwa 4 Personen die wie wir die Richtung Vistasstuga anpeilten. Sie haben es eilig. Wir aber wollen es gemütlich nehmen und die Strecke geniessen. So lassen wir den Abend ausklingen und tanken so richtig in der Natur auf.






  • bblume
    Erfahren
    • 19.06.2013
    • 209

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

    Bin gespannt auf mehr, denn wir waren dieses Jahr auch im Vistasvaggí!
    Ist auch schön zu lesen, zB wie du die Vorfreude beschreibst. Die Bilder gefallen mir auch, vor allem das Dritte!

    Kommentar


    • Mortias
      Fuchs
      • 10.06.2004
      • 1018

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

      Ahh, das gute alte Vistasvaggi. Da kann man eigentlich nicht viel falsch machen wenn man schöne Landschaften sehen will. Gefällt mir echt gut bisher.

      Kommentar


      • evernorth
        Fuchs
        • 22.08.2010
        • 1497

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

        An das Vistavaggi habe ich auch nur warme ( und kalte! ) Erinnerungen. Ist schon ein Fleck auf der Erde, zum schwelgen
        ( und sich verlieben ).
        Schöne Fotos - gefällt.
        My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

        Kommentar


        • Trolltinden
          Gerne im Forum
          • 14.01.2013
          • 61

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

          3. August 2013
          2. Tag
          Eine unruhige Nacht liegt hinter uns. Wir haben zwar gut geschlafen, erwachten aber immer wieder durch fremde Geräusche. Trump zeigt uns auch, dass sich andere Tiere durch den Wald bewegen, da er zweimal knurren und bellen muss.
          Wir sind dann doch froh, dass es morgen wird und nehmen unser Frühstück zu uns. Es gibt Knäckebrot in verschiedenen Sorten. Danach füllen wir unsere Flaschen wieder mit dem guten Wasser.
          Gepackt ist schnell, dann geht es los. Kurz nach dem Zeltplatz steigt der Weg an und wir überqueren die erste Sommerbrücke.




          Blick zum Njunni

          Danach geht es weiter und weiter durch den Birkenwald. Der Weg ist angenehm zu gehen, ein ständiges Auf und Ab. Wir begegnen nur wenigen Menschen. Einen Mann überraschen wir beim Sonnenbaden. Es wird unterdessen richtig warm, und die Luft fühlt sich gar nicht nordisch an. Zum Glück ist überall Wald, so dass wird ein wenig Schatten haben. Gegen Mittag ist uns nur noch heiss und wir brauchen dringend eine Pause.




          Sommerbrücke



          Bei der Brücke über die Vistas halten wir an. Die Rucksäcke fallen schnell vom Rücken. Es ist nutzlos, dass wir uns immer wieder sagen, dass unsere Erschöpfung normal ist, weil wir noch nicht ans Laufen gewöhnt sind. Der Rücken schmerzt trotzdem, da hilft alles Argumentieren nichts. Das Mittagessen scheint auch winzig, kaum möglich, dass es unseren Hunger stillt.





          Wir legen uns deshalb gemütlich hin, und schlafen eine Runde.









          Als wir wieder erwachen, fühlen wir uns wieder fitter. Also schultern wir unsere Rucksäcke wieder und weiter geht es durch den Wald. Es scheint kein Ende zu nehmen, und hier im immer dichter werdenden Wald ist es schwierig die Distanzen zu schätzen. Selten geben die Bäume die Sicht frei auf die Berge und Täler. Aber wenn...


          Blick zurück ins Vistasvagge.






          Irgendwo im Wald ist die Vistasstugan.

          Wir wissen zwar, dass es eigentlich nicht weit wäre, aber ohne sichtbare Anhaltspunkte ist jede Wegbiegung eine Entmutigung. Nur von ferne hören wir den Fluss rauschen.
          Endlich sind wir wieder in der Nähe der Vistas und beobachten eine nette Szene. Mutter und Vater und Tochter am fischen. Diese Naturverbundenheit, wenn auch vielleicht nur in den Sommermonaten. Sonst leben sie womöglich in Stockholm oder Göteborg?

          Wir wissen jetzt, es ist nicht mehr weit zur Hütte. Mit neuem Mut gehen wir weiter.



          Der dichte Wald wird noch dichter. Und plötzlich sehen wir doch ein Dach eines Schuppens. Noch eine Kurve, dann sehen wir die Hütte direkt vor uns und im Hintergrund der Nallo. Was für eine Aussicht!


          Dieses Bild verleitete mich einfach dazu, diesen Filter einzusetzen. Mir gefällts - und das ist Hauptsache

          Die Überraschung, die Hütte so unerwartet vor uns zu sehen macht es uns schwierig, angemessen mit den Gästen und der wirklich sehr netten Wirtin zu plaudern. Wir fühlen nur den dringenden Wunsch, uns schnell zurückzuziehen. Also setzen wir uns nur kurz und fragen dann nach Übernachtungsplätzen.
          Gleich nach der Brücke sind viele Plätzchen zu finden, wo man ein Zelt aufstellen kann. Wir entscheiden uns für eines am Fluss, so dass wir fürs Wasser holen nicht weit laufen müssen.



          Heute vergnügen wir uns nach dem Essen damit, den anderen Trekkern zuzusehen, wie sie ihre täglichen Routineaufgaben erledigen. Soviele verschiedene Trekker, soviele verschiedene Varianten etwas zu tun.
          Wir können es kaum erwarten, morgen endlich den Nallo von nahem zu sehen. Seit wir unser Nallo-Zelt gekauft hatten, sprechen wir davon.




          Vistasstugan


          Nallo

          Kommentar


          • efbomber
            Erfahren
            • 23.08.2010
            • 228

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

            Vistasvaggi, Nallo... wow! Sehr schöner Bericht mit absolut schönen und sehr sehr stimmungsvollen Bildern!! Das Bild mit dem Filter wirkt irgendwie surreal, was es tatsächlich noch interessanter wirken lässt! Gefällt mir. Freue mich auf die Fortsetzung am Nallo

            Lieben Gruß
            David

            Kommentar


            • Trolltinden
              Gerne im Forum
              • 14.01.2013
              • 61

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

              Danke David, Fortsetzung folgt sogleich...
              Lg
              Christoph

              Kommentar


              • Trolltinden
                Gerne im Forum
                • 14.01.2013
                • 61

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                4. August 2013
                3. Tag

                Auf die heutige Etappe freuen wir uns riesig. Es ist schon lange unser Traum einmal am Nallo vorbeizuziehen. Trotz Vorfreude haben wir gut geschlafen. Wie immer stehe ich früher auf und gehe mit Trump einige Schritte. Die Aussicht hier ist traumhaft, die Blicke schweifen ins Vistasvagge nach unten und oben, ins Stuor Reaiddavaggi, auf den Siehtagas und den Räitatjakka bis hin zum Nallo. Genuss pur. Der Himmel ist leicht bewölkt, die Temperatur gerade angenehm zum gehen. Nachdem wir zurückkommen vom Morgenspaziergang steht auch Claire-Lise auf. Wir packen zusammen und knabbern dann gemütlich die Knäckebrote.









                Das Morgenprozedere dauert immer in etwa 2h. Nun wird aber gestartet. Irgendwie freuen wir uns wie kleine Kinder. Nach 2 Tagen im bewaldeten Vistasvagge gehen wir heute ins Fjäll. So gehen wir zuerst über die kleine Ebene zum Einstig ins Stuor Reaiddavaggi. Hier öffnet sich der Blick ins obere Vistasvagge, sicherlich auch eine lohnende Tour.











                Nach den ersten Höhenmetern werden die Wolken die schon den ganzen Morgen am Nallo kleben immer dichter. Wir vermuten, dass der Regen kommt. Claire-Lise hat in einem Survival Buch gelesen, dass wenn ein kalter Windstoss kommt, du nur noch knappe 1-2 Minuten Zeit hast, die Regenklamotten anzuziehen. Tatsächlich spüren wir diesen kühlen Windstoss, noch ein rascher Blick zum Nallo und nun bin auch ich überzeugt, mich für den Regen fit zu machen.







                Regenjacke und Regenhülle für den Rucksack werden aus dem oberen Fach gezogen. Wir beschliessen, dass wir die Regenhosen nicht brauchen… Naja… meine Rucksackregenhülle bringe ich nicht richtig ran… ein Blick zu Claire-Lise, sie zieht bereits den Reisverschluss der Regenjacke zu und sofort kommt der Regen. Nun kommen noch letzte Handgriffe von mir an dieser Hülle, ich schaffe es auch, mein Rücken ist schon nass, es schüttet in Kübeln, nun ist die Regenjacke ruck zuck an. Nach ein paar Schritten sind die Hosen total nass, hätten wir doch bloss…, zum Glück haben wir gute dichte Regenjacken. Die Schuhe, unsere Lundhags sind auch dicht. Das Gehen ist nun ein bisschen mühsam und zu meinem Ärger sehen wir den Nallo nicht mehr. Gerade das wollte ich nicht. Aber das zählt hier nicht. Hier regiert die Natur und das zu erleben ist trotz allem immer wieder beeindruckend. Der Weg führt uns in ein Bachbett. Es ist glitschig und anstrengend zu gehen. Meine Brille läuft auch an und ich sehe immer weniger. Also, so muss ich meine Brille abziehen. Leider sehe ich den Weg jetzt nur noch verschwommen aber irgendwie geht’s. Langsam haben wir Hunger, aber im Regen eine Pause zu machen… nein, das finden wir nicht toll. Kurz vor dem Bach aus dem Nallojavrrit hört es auf zu regnen. Am Bach angekommen sehen wir, dass er gut Wasser hat. Gleich da picknicken ein Vater mit seinem Sohn, die die heutige Nacht auch nahe bei uns gezeltet haben. Sie gingen ein bisschen früher los und so begegnen wir ihnen wieder.



                Sie kochten sich da etwas Leckeres auf dem Trangia, es riecht jedenfalls lecker. Dank den Lundhags können wir gut furten. Vater und Sohn staunen nicht schlecht und meinen zu uns, dass sie die Schuhe ausziehen mussten. Tja, wir sind ein bisschen stolz auf uns. Wir sind nicht die Superlangstreckensportler, aber Erfahrung bringen wir mit. Das haben sie wohl auch gemerkt. Kurz danach finden wir ein Plätzchen um zu essen und ein bisschen auszuruhen. Der Vater und Sohn ziehen dann wieder mal an uns vorbei. Gestärkt machen wir uns dann endlich auch auf um bis zur Nallostugan zu gelangen. Im Regen haben wir unsere Kleider vollgeschwitzt, und jetzt friert es uns. Also nichts wie los!







                Der Weg ist wieder angenehm zu gehen und führt nun um den Nallo herum. Und dann plötzlich sehen wir die Nallostugan.



                Das Wetter hat mittlerweile auch gedreht und durch den Wind werden auch unsere Hosen bereits wieder trocken. Kurz vor der Nallostugan furten wir. Wir haben zwar die Wegweiser gesehen, welche zur „offiziellen“ Furtstelle führt, welche ein bisschen oberhalb der Stugan liegt und einfach zu gehen ist. Wir können aber nicht mehr warten und wollen jetzt einfach über den Bach. Wieder dank den Lundhags können wir problemlos furten. Der Hüttenwart kommt uns etwas entnervt entgegen. Er meint, dass wir für eine so tiefen Bach schon solche Schuhe tragen sollten wie er und zeigt seine normalen Salomon Wanderschuhe. Ansonsten sei es angebracht die offizielle Furt zu benutzen! Claire-Lise zieht ihr Hosenbein bis zum Knie hoch, zeigt lachend ihre Lundhags und sagt, diese seien wohl besser… Am anerkennenden Blick des Hüttenwartes sehen wir, dass er wohl damit nicht gerechnet hat.

                Dieser Platz hier bei der Nallostugan ist super schön. Die Wolken haben sich aufgetan und die Sonne strahlt in ihrer vollen Stärke. Da die heutige Strecke nicht so lang war, können wir bereits um 14 Uhr das Zelt aufschlagen. So waschen wir die Kleider, und geniessen einfach den Nachmittag im Hochgebirge. Haben gelesen, gegessen, den Trekkern zugeguckt, die Natur genossen – einfach ein Wahnsinnort. Hier könnte man einfach länger bleiben – ein echter Zauberort.









                Kommentar


                • efbomber
                  Erfahren
                  • 23.08.2010
                  • 228

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                  Klasse!!!

                  An der Nallostugan habt ihr genau meinen Zeltplatz erwischt! Mir hat die Gegend auch wirklich sehr gut gefallen! Wie du schon schreibst, ein Zauberort! Das mit dem Regen ist wirklich ätzend, wenn es einem genau die Sicht auf etwas nimmt, worauf man sich quasi die ganze Tour über freut. Aber so ist das nun Mal da oben. Außerdem hat man so einen Grund immer wieder zurückzukehren

                  Tolle Bilder bei strahlend blauem Himmel zum Ende des Tages!!

                  Kommentar


                  • theslayer
                    Dauerbesucher
                    • 13.11.2013
                    • 569

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                    Bitte mehr, bisher ein toller bericht!

                    Grüße
                    Daniel
                    Auf meinem Blog Longing for the Horizon:
                    Pamir Highway 2019 / Sarek 2018 / Padjelantaleden 2017 / 4500km Radtour Berlin-Nordkapp 2017 / Kungsleden 2015 / Kungsleden 2014 / Israel-Hike 2014 und viele kleinere Radtouren (Berlin - Kopenhagen / Prag - Berlin etc.)

                    Kommentar


                    • Trolltinden
                      Gerne im Forum
                      • 14.01.2013
                      • 61

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                      Danke für die Feedbacks.

                      Gleicher Zeltplatz... ja, da hatte es einige schöne Plätzchen. Man könnte meinen, die seien extra gemacht worden.

                      Bald geht es wieder weiter...
                      Lg
                      Christoph

                      Kommentar


                      • woelfchen
                        Erfahren
                        • 20.03.2010
                        • 254

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                        Bisher toller Bericht. Besonders interessant, wenn man die Strecken (im weiteren Verlaufs Deines Berichts dann nur noch teilweise) kennt - oder wenn man sich in irgendwelchen Situationen wiederfindet. Wie z. B. bei der "Brillengeschichte". Das ist ein Grund, warum ich immer mit Eintageskontaktlinsen zu solchen Touren starte (sonst bin ich reine Brillenträgerin). Die Brille kommt dann erst später am Lagerplatz zum Einsatz.

                        Warte schon auf die Fortsetzung.

                        Kommentar


                        • Mika Hautamaeki
                          Alter Hase
                          • 30.05.2007
                          • 3945

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                          Cooler Bericht, tolle Fotos! Bitte mehr davon!!!
                          So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                          A. v. Humboldt.

                          Kommentar


                          • Mortias
                            Fuchs
                            • 10.06.2004
                            • 1018

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                            Da habt ihr aber echt Glück gehabt, dass Ihr an der Nallostuga noch so schönes Wetter gehabt habt. Ist schon ein sehr malerischer Platz, ich wünschte ich hätte damals ein ähnlich gutes Wetter gehabt. Und ich bin mir sicher, dass solch eine Aussicht auch für die vorigen Strapazen des Regenwetters entschädigt. Sind echt super schönes Bilder.

                            Kommentar


                            • Muddypaws
                              Erfahren
                              • 21.02.2012
                              • 481

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                              Schön, ein Bericht mit Hund!! Tolle Bilder, mich packt das Fernweh!

                              Kommentar


                              • OttoStover
                                Fuchs
                                • 18.10.2008
                                • 1076

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                                I too like to see happy dogs playing in the nature, cant get too much of that. Nice pictures also, looking forward for the continuation. I must consider to walk in this area in the summer also, just been there twice in winter. Oh well, too many plans and so little time between all the things that "must" be done first. Otto
                                Ich lese und spreche Deutsch ganz OK, aber schreiben wird immer Misverständnisse.
                                Man skal ikke i alle gjestebud fare, og ikke til alle skjettord svare.

                                Kommentar


                                • SteHo
                                  Anfänger im Forum
                                  • 11.01.2013
                                  • 39

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                                  Ein sehr sehr schöner Bericht den du da präsentierst :-)
                                  http://www.stefan-hofer.com

                                  Kommentar


                                  • Trolltinden
                                    Gerne im Forum
                                    • 14.01.2013
                                    • 61

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                                    Danke danke für die positiven Nachrichten. Dies freut uns sehr. Viele kennen ja die Gegend und es wurde schon einiges darüber berichtet. Doch ich entdecke auch immer wieder neues bei den anderen Berichten oder schwelge in Erinnerung...

                                    @woelfchen --> ich konnte mich noch nicht für Linsen begeistern. Ich fasse mir nur ungern ins Auge....

                                    @Hundefans --> Unser Trump ist immer dabei. Er findet solche Touren einfach toll. Zudem stärken solche Touren einfach auch die Bindung. Und schön ist, wenn er dann abends unbedingt auch im Schlafsack schlafen will

                                    Fortsetzung folgt sogleich.

                                    Lg Trolltinden

                                    Kommentar


                                    • Trolltinden
                                      Gerne im Forum
                                      • 14.01.2013
                                      • 61

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                                      5. August 2013
                                      4. Tag

                                      Nach einer angenehmen Nacht bei der Nallostuga lassen wir es ruhig angehen und beobachten wie die anderen Trekker ihre Zelte zusammenpacken und sich in alle Richtungen verteilen. Doch das Lauffieber hat uns jetzt auch gepackt und es juckt uns in den Beinen, dass wir endlich weiterwandern. Also packen auch wir unsere Siebensachen. Es ist bewölkt und wir haben bereits so eine Ahnung, dass wir heute möglicherweise ein paar Regentropfen spüren werden. Nach dem doch etwas nassen Morgen gestern lassen wir unsere Regensachen in greifbarer Nähe. Wir steigen neben dem Wasserfall ins Hochtal Stuor Reaiddavaggi hinauf und schon bewahrheitet sich unsere Befürchtung. Doch das ist nicht schlimm. Jede Pause ist willkommen und wird auch fleissig für Fotos genutzt!





                                      Vor jeder Wegbiegung erwarten wir, endlich im Hochtal zu sein, doch so schnell geht es eben einfach nicht. Tief unten im Canyon begleitet uns der rauschende Fluss. Immer wieder erhaschen wir einen Blick darauf und sehen, wieviel Wasser er mitführt. Dieses Wasser müssen wir auch noch überqueren. Wir freuen uns schon darauf, da es immer wieder ein Abenteuer ist, einen Fluss zu traversieren. Und seit wir Trump bei uns haben, gab es nur wenig Gelegenheit dazu. Noch einige Geröllfelder die auf uns warten. Ein letzter Blick zurück durch die Regenwolken zeigt uns nochmal den Nallo.













                                      Wir sind jetzt über die grünen Wiesen hinaus, jetzt sind nur noch mit Moos bewachsene Steine, Pfützen und Steinmännchen zu sehen. Nein, dort hinten, auf der Anhöhe sind noch Rentiere am äsen. Teilweise ist es schwierig, den Weg zu finden, doch das ist nicht schlimm, wir sind im Hochtal angekommen und können einfach seiner Richtung folgen.
                                      Nun sind wir an der Furt angekommen. Natürlich ist Trump als erster drüben. Wir tun uns etwas schwerer, doch alles kein Problem, in zwei, drei Schritten ist es geschafft.











                                      Jetzt folgen wir nicht mehr dem Fluss, sondern dem See. Immer wieder bleiben wir stehen und sehen uns an dieser Landschaft satt. Und nach ein paar Minuten müssen wir wieder schauen… So gehen wir langsam aber sicher am See entlang. Wir begegnen nur wenigen Menschen. Es sind noch Vater und Sohn von gestern unterwegs. Der Vater scheint noch grössere Fersenschmerzen zu haben als am Tag zuvor. Er hinkt jedenfalls noch stärker und bleibt ebensoviel stehen wie wir. Nun kommt uns eine junge Frau mit schwerem Rucksack entgegen und fragt uns besorgt nach der Furt, wie tief sie sei. Wir beruhigen sie so gut wir können.



                                      Der Boden wird feuchter, und wir steigen immer häufiger über kleine Bäche. Der See ist weit entfernt und glitzert jetzt in der Sonne. Nun kommt ein wirklich breiter Bach. Über fast hundert Meter fliesst es überall und es hat fast keine trockenen Inseln. Wir gehen einfach weiter, und kümmern uns nicht darum, dass wir durch den Bach gehen. Endlich drüben!
                                      Jetzt sind wir hungrig und machen uns auf die Suche nach einem gemütlichen Plätzchen. Es scheint, als sei das immer der schwierigste Part der Wanderung. Schliesslich könnte es sein, dass der nächste Platz noch bequemer und hübscher wäre…
                                      Beim Mittagessen kommen zwei Trekker an uns vorbei und wollen auch über den Bach. Sie sind überaus schwer beladen und haben Sneakers an den Füssen. Die armen Füsse. Sie haben Schwierigkeiten eine gute Furt zu finden und fragen uns schliesslich nach einem Rat. Christoph zeigt ihnen eine Möglichkeit. Nach dem Mittagessen schauen wir uns wieder nach ihnen um, doch sie stecken immer noch mitten im Bach und streiten heftig.







                                      Für uns geht es jetzt an den Abstieg. Die Landschaft wird wieder freundlicher und wir gehen gemütlich auf einem Wiesenweg abwärts. Die Sälkastugan ist bereits in der Ferne zu sehen. Es sind noch einige Kilometer, doch es ist schön ein Ziel vor Augen zu haben. Je näher wir der Hütte kommen desto mehr Menschen entdecken wir. Wir werden hier bestimmt nicht alleine sein. Die Zivilisation hat uns wieder, was wir mit einer Pause feiern. Wir holen uns eine Cola und stocken im wirklich gut sortierten Kiosk unsern Knäckebrotvorrat auf.

















                                      Die vielen Wanderer schrecken uns ab, weshalb wir weiterwandern. Wir wollen ein schönes ruhiges Plätzchen haben. Wieder auf der Suche! An einer Flussschlaufe des Tjaktjajakka werden wir fündig. Ein wunderbarer Platz, der nur auf uns gewartet hat. Offensichtlich sind wir nicht die Ersten, es hat eine Feuerstelle und einige Steine zum sitzen.
                                      Hier beschliessen wir den Tag bei Sonnenschein.












                                      Trump hat immer noch Energie und rennt ein paar Runden...











                                      Kommentar


                                      • efbomber
                                        Erfahren
                                        • 23.08.2010
                                        • 228

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [SE] Vistasvagge – Nallo – Kebnekaise: drei unserer Zauberorte

                                        Da geht mir ja glatt das Herz auf!
                                        Teilweise haben wir sehr ähnliche Standpunkte bei den Fotos gehabt. Das Blau/Türkis des Sees im Hochtal ist einfach nur klasse! Diese farblichen Kontraste beeindrucken mich jedes Mal aufs Neue!

                                        Trump sieht auf allen Fotos sehr Energiegeladen aus. Wie viel könnt ihr ihm denn zumuten, bevor er keine Lust mehr hat? Ich möchte fast nicht glauben, dass der Kleine konditionell an seine Grenze kommt

                                        Zu den beiden, die in Sneakern unterwegs waren. Das sieht man mal immer wieder! Die seltsamsten Schuhe kommen zum Einsatz, Sneaker, Sandalen, Laufschuhe, barfuß, alles schon gesehen. Ich persönlich würde für einen ausgetretenen Pfad leichte Schuhe nehmen können, aber sobald man sich in einem Tal wie dem Stuor Reaiddávággi befindet, würde ich doch nie und nimmer auf die Trittsicherheit eines guten Bergstiefels verzichten wollen!

                                        Auf den weiteren Verlauf eurer Tour bin ich sehr gespannt und freue mich schon auf die nächsten Etappen

                                        Ganz lieben Gruß
                                        David

                                        Kommentar

                                        Lädt...
                                        X