[SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

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  • Mika Hautamaeki
    Alter Hase
    • 30.05.2007
    • 3949

    • Meine Reisen

    #41
    AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

    Zitat von Cattlechaser
    [...] „Hau ab!“ rufe ich. Und noch einmal „Hau ab!“.
    Sie spricht mich an. Wacht sie oder träumt sie? „Was ist denn los?“.
    „Das ist was draußen“, rufe ich, unentwegt weiter auf die Zeltwand starrend.
    „Was? Was soll da sein“, meint Claudia.
    Plötzlich dehnt sich direkt in Höhe ihres Kopfes das Außenzelt nach innen. Eine große Beule drückt sich ins Innenzelt, etwa so groß wie ein Kinderkopf. Das Etwas draußen macht ein erst schabendes und dann ein schmatzendes Geräusch – Krrrrrr Schlllrrp. Ich schnelle aus dem Schlafsack nach vorne und haue mit der flachen Hand fest auf die Ausbeulung. Erschreckt löst sich das Etwas vom Zelt und die Beule verschwindet. Jetzt ist Claudia wirklich wach.
    „Was war das?“
    Ja, die Situation hatte ich mit meiner Ricke auch.
    Nachts im Sarek: "Mika, was gibt es hier für Tiere?" Mika, noch total verpennt, da unsanft wach gerüttelt: ...Sag jetzt nicht Bären und auch nicht Fielfraß... "Ricke, hier gibt es nur Rentiere und Elche, warum?" "MIKA!!!!! Da hat gerade etwas an meinem Kopf geknabbert!!!!!!"

    Am nächsten morgen fanden wir dann Rentiefährten rund um das Zelt und ein netter Lemming hat unter meinem Hut auch noch sein Wintervorrat an Samen angelegt. Das war eine wirklich tierische Nacht.
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

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      Gesperrt
      Anfänger im Forum
      • 21.10.2013
      • 26

      • Meine Reisen

      #42
      AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

      Wow, das sind echt atemberaubende Bilder! Da packt mich sofort das Fernweh und ich bekomm so Lust hier endlich mal rauszukommen.... Toller Bericht!

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      • Cattlechaser
        Dauerbesucher
        • 04.08.2010
        • 844

        • Meine Reisen

        #43
        AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

        Fortsetzung: 22. August, früher Abend

        Ich teile Jürgen mit, dass sich Rainer hier aufhält. „Ach hier ist der“, teilt der mit. „Mer habbe uns schon große Sorgen um de‘ Rainer gemacht.“ Ich begleite Jürgen in die nah gelegene Teestube, wo der hünenhafte Hüttenwirt die Anmeldung ausfüllt. Er gibt Jürgen zunächst einen kurzen Brief von Rainer, in dem steht, dass dieser sich zur Tjäktjahütte aufgemacht habe. Dann teilt der Hüttenwirt Jürgen mit, dass er in Absprache mit Rainer heute um 19 Uhr die Bergwacht hätte rufen sollen, wenn Jürgen nicht aufgetaucht wäre. Der Hüttenwirt probiert es zunächst auf Deutsch; sein Deutsch ist gar nicht so schlecht. Aber Jürgen, der weder ins Hochdeutsch wechselt noch seine Sprechgeschwindigkeit absenkt, ist für ihn nicht zu verstehen. Also übersetze ich mehr oder weniger synchron vom Englischen ins Hessische und umgekehrt. Jürgen findet die ganze Aufregung übertrieben. Schließlich habe er nur eine gemächliche Geschwindigkeit eingelegt. Ich begleite Jürgen zum Haupthaus und erzähle ihm, in welchem Zustand wir Rainer heute aufgelesen haben.

        Die drei Hessischen Musketiere – Episode II: Jürgen

        Und isch sach noch: Mach langsam, Rainer. Mach langsam! Abbä er wollt ja net auf uns höre‘. Der is‘ in einer Geschwindischkeit vorgerannt, des kannst du dir net vorstelle‘! Mach langsam Rainer, sage ich. Mir habbe den dann schließlisch ziehe‘ lasse‘. Dann kamen mer gestern zur Abiskohütte, wo wir uns verabredet habbe‘ und nirschendwo is‘ de‘ Rainer zu finden. Nirschendwo.
        De‘ Björn, das is‘ unser Kollege, der is‘ unne in de‘ Hütte geblieben und geht morschen zurück nach Abisko. De‘ hat des net ausgehalte: des schwere Gepäck und die ganze Steine uff de‘ Weg. Na gut, der hat auch ordentlich Kilo uff de‘ Rippe. (Er sinniert kurz.) Kann de Rainer morgen übbehaupt laufe‘?
        Ich verneine dies. Jürgen ist nicht erstaunt.
        Na gut, des hätt‘ isch jetzt auch vermutet. So wie der gerannt ist gestern. Und‘ dann hier hoch in eine‘ Rutsch. Des kann net gesund sei‘! Dann muss de‘ halt morgen mit de‘ Hubschrauber runnä gebracht werde‘.


        Ich gehe in die Hütte und als mich Claudia fragend anschaut, wo ich denn so lange geblieben bin sage ich: „Du glaubt nicht wen ich eben getroffen habe: Den Kumpel von unserem Hesse Rainer. Der ist gerade angekommen.“ Neben uns grinst plötzlich ein junger deutscher Solowanderer. „Meint ihr etwa die Typen, die sich bei der Abiskojaure verloren haben?“ Auf unserer anderen Seite sitzt ein sehr sympathisches schwedisches Paar in etwa in unserem Alter und meint: „I am not that good German speaking, but we you talking of the crazy German people with the huge Rucksack, which we have met yesterday at Abiskojaure?“ So bekommen wir innerhalb von einer Minute eine lustige, angenehme Runde für den Abend zu Stande, die zudem noch ein gemeinsames Thema einigt.

        Währenddessen will die schwedische Feuermacherin das erloschene Feuer im Ofen anzünden. Sie wirft zwei riesige vor dem Ofen liegende Holzscheite hinein. Dann nimmt sie den Gasanzünder neben dem Herd mit einem kleinen Piezozünder und klickt mit dem Anzünder wieder und wieder im Ofen an die Holzscheite. Da aus ihr unverständlichen Gründen keinerlei Feuer entsteht, klickt sie an dem zweiten Holzscheit herum, was selbstverständig genauso sinn- und ergebnislos ist. Schließlich erbarmt sich ein Schwede, nimmt ihr den Zünder aus der Hand, wirft einige dünne trockene Holzspäne in den Ofen und zündet diese mit dem Feuerzeug an.

        Wir lassen es uns nicht nehmen, an diesem Tag in die Saune zu gehen. Wir sind als erste in der gemischten Sauna, ganz kurz vor dem netten schwedischen Paar, mit dem wir uns schon beim Abendessen unterhalten haben. Eigentlich ist es sehr angenehm, zu viert in der Sauna zu sitzen. Allerdings müssen wir erst einmal den Ofen wieder anwerfen. Die letzten Gäste haben es wohl ausgehen lassen. So sitzen wir zunächst nur warm aber nicht schwitzend nebeneinander. Aus dem Vorraum der Saune hören wir zahlreiche Stimmen. Die Tür geht auf und ein junger Kerl schaut herein. „Passen wir hier noch rein“, fragt er. Es ist die Wilde Dreizehn. Zum Glück sind nur sieben der 13 gekommen. Wild sind sie trotzdem, aber mit einer unglaublich guten Laune. So, wie man halt drauf ist wenn man als 18-jähriger zusammen mit einer Menge Freunden einen Trekkingurlaub macht. Wir einigen uns darauf, dass wir im Takt von ca. 10 Minuten rotieren. Zum Schluss schaffen wir es sogar, mit 11 Leuten im kleinen Saunaraum zu sitzen bzw. zu stehen. Die Wilde Dreizehn facht erst einmal das Feuer richtig an. Während wir im Vorraum mit dem lauwarmen Wasser duschen, höre ich, wie sie sich drin gegenseitig anstacheln, ins kalte Wasser des Alesjaure zu springen. Es hat geschätzt etwa vier Grad Luft- und Wassertemperatur. „Los geht’s. Feige sein gilt nicht“, laufen die ersten an mir vorbei. Tatsächlich gehen sie alle, wirklich alle bis zum Hals in Wasser! Sag keiner mehr, die Jugend von heute sei verweichlicht. Wir sitzen derweil wieder zu viert in der Saune, die sich nun auf eine ordentliche Betriebstemperatur aufgeheizt hat. Das Gefühl, sauber und vor allem warm zu sein, ist in so einem Moment unbeschreiblich. Die Wilde Dreizehn drängt zurück in den Innenraum. Ich muss zugeben, dass sie mich angestachelt haben. Soll ich es wagen? Also ein Versuch. Ich gehe nach draußen. Die Saunahütte liegt etwas fünf Meter über dem Alesjaure. Es dämmert schon, die Wolken hängen tief über dem See. Aber mir ist wärmer, als ich gedacht habe. Die Holzstufen führen herunter zum See. Ein Fuß rein, dann den anderen. Aaaargh, kalt-kalt-kalt-kalt. Aber ich zähle durch: Eins, zwei, drei. Drei. Drei!!! Ein kurzer Sprung nach vorne und ich stehe bis zum Bauchnabel im eiskalten Wasser. Es ist so kalt, dass ich es nur 10 Sekunden aushalte. Ich war im eiskalten Wasser. Für mich ist das schon ein riesiger Erfolg. Aber nun schnell wieder zurück in die wärmende Sauna.


        23. August

        Es ist wieder etwas wärmer. Zwar hängen noch die Wolken grau über den Bergen, aber der Wind bläst nur noch sehr schwach und es gibt keinen Regen mehr. Der hünenhafte Hüttenwirt teilt mir heute Morgen mit, für heute Nachmittag und die kommenden Tage sei eine Schönwetterperiode vorher gesagt. Der Kungsleden wird uns auf den letzten beiden Etappen also sommerlich verabschieden.

        Wir trinken gerade unseren Tee aus, als Rainer und Jürgen in den Raum wanken. Jürgen läuft noch einigermaßen; Rainer aber humpelt und eiert. Die beiden bereiten sich das Frühstück zu. Rainer jammert aber nicht, sondern konstatiert ganz nüchtern: „Übrigens“, sagt Rainer. „Die Tablette‘ die ihr mir gegebbe‘ habt, des waren subbä Dinger. Die haben geholfen. Ich hab‘ gestern Abend wirklisch gedacht, isch könnt‘ den nächste‘ Tag wieder laufen. Abbä heute morge‘ bin ich uffgestande‘ und hab gemerkt des geht net.“ Ich frage ihn, ob er mit dem Hubschrauber ausgeflogen werde. „Des habbe‘ mer schon vor, aber isch muss gleich mal mit de‘ lange Schwede dann hinne rede‘.“ Er deutet auf den Hüttenwirt, der gerade draußen steht. „Isch muss ma gugge, ob der was mache‘ kann.“

        Wir gehen am See entlang. An der Alesjaure-Hütte wurden wir von aus Norden kommenden Wanderern vor dem extremen Matschweg gewarnt. Nun, gemessen an den Warnungen sind wir definitiv enttäuscht. Vermutlich haben alle diejenigen, die die Strecke als matschig empfanden noch nie schottische Bogholes gesehen und noch nie zwischen dem guten dunklen Gras und dem hellgrünen Scheißgras in den Highlands unterscheiden müssen. Die Strecke ist jedenfalls bis auf zwei Stellen von jeweils ca. 20 Metern Längen sehr gut begehbar. Die meisten der wenigen, welche von Süden nach Norden laufen, haben das Boot bis zur Anlegestelle gewählt, um die ersten 7 km abzukürzen. Bei insgesamt nur 20 km Weg, ist das nicht notwendig, aber für uns ist es schön, dadurch den Weg einmal weitgehend für uns allein zu wandern. Nach etwa einer Stunde Gehzeit fliegt aus Richtung Abisko ein Hubschrauber über uns hinweg. Er landet bei der Alesjaure-Hütte. Zwar sehen wir nicht genau, wer ein- oder aussteigt, aber wir vermuten, dass hier gerade Rainer und Jürgen zurück nach Abisko geflogen werden.


        Zunächst ist noch alles grau…




        …was der Schönheit der Natur aber nicht abträglich ist…




        …aber endlich kommt die Sonne durch.




        Der Tag verläuft ohne große Ereignisse. Wir laufen fast schon routiniert durch das Fjäll. Zunächst immer am See entlang mit schönen Ausblicken durch das Kahlfjäll. Als der größte Teil des Sees hinter uns liegt, machen wir unserer Mittagspause hinter einem großen Findling. Wir können mittlerweile enorme Mengen in jeder Pause essen. Das liegt vermutlich daran, dass uns die Anstrengung und die Kälte der letzten Tage die Fettreserven aus dem Körper gezogen haben.

        Wir kommen zu einem klammartigen Einschnitt, in dem wir auf dem Kungsleden schnell hinunter ins das Tal steigen. Unter ist es grün, verglichen mit dem felsigen Grau hier oben im Kahlfjäll. Als wir fast abgestiegen sind, bricht sogar noch die Sonne durch. Das Fjäll zeigt sich plötzlich wieder von seiner ganz anderen, freundlichen Seite. Am späten Nachmittag sind wir an der Abiskojaure-Hütte. Wir können uns einen schönen Zeltplatz aussuchen und fangen rechtzeitig mit dem Kochen an. Die Abiskojaure-Hütte ist voll besetzt.

        Wir gehen wieder in die Sauna. Heute ist zwar nicht das Feuer ausgegangen, aber ein dicker Tscheche vor uns hat sämtlich Kalt- und Warmwasservorräte verbraucht, so dass ich zusammen mit einem älteren Trekker aus Österreich erst einmal Wasser vom See hole. Die Saune ist wieder eine Wonne. Der Österreicher geht zur Abkühlung in den See. Ich habe mir gestern Mut geholt. Ich laufe über die Planken zum Wasser und – springe in den See. Ich bin bis zum Hals im Wasser. Natürlich ist das Wasser entsprechend kalt, aber ich fühle mich wohl. Ich habe es geschafft!


        24. August: Finale

        Für den letzten Wandertag haben wir einen wolkenlosen Himmel und Sonnenschein. Wir können später sogar die Softshells ausziehen und in den Merinos laufen. Bis zur Abisko-Fjällstation sind es nur noch 16 km. Der Weg führt ebenerdig am Fluss entlang. Wir genießen unseren letzten Tag, laufen langsam und machen viele Pausen. An einer Raststelle im Wald kochen wir noch einmal eine Suppe zum Mittag. Mein Rucksack fühlt sich praktisch völlig leer an; kein Vergleich zum Startgewicht vor zwei Wochen. Die Strecke, das Wetter, unsere Stimmung, die Sanftheit der Landschaft verglichen mit der schroffen Umgebung der letzten Tage… der gesamte Tag ist so angenehm, dass die fünf Stunden Wegstrecke fast an uns vorbei fliegen.











        Wir kommen am Nachmittag in Abisko an. Heute ist das Gelände mit Würstchenbuden und Getränkeständen gesäumt. Es findet der Kiruna-Fjällmarathon statt. Es ist kein Wunder, dass wir weder ein Zimmer in der Fjällstation noch einen Platz im Restaurant bekommen. Also stellen wir unser Zelt auf den Zeltplatz zwischen zwei Bäumen auf und kaufen uns bei einem Spaziergang in den Supermarkt etwas zum Kochen ein.
        Claudia geht schon vor in eine der beiden nebeneinander liegenden Selbstversorger-Küchen des Wanderheimes, während ich das erste Lattöl seit fünf Tagen auf die Toilette bringe. Als ich zu ihr in die rechte der beiden Küchen komme, grinst Claudia von Ohr zu Ohr. „Du ahnst nicht, wer drüben in der anderen Küche sitzt.“ Das werden doch nicht etwa – die Hessischen Musketiere sein?!

        Es sind nicht alle drei, sondern nur Jürgen und der kräftige Björn, der Dritte im Bunde. Ich gehe schnell herüber und begrüße Jürgen erfreut. Er erkennt mich sofort wieder und stellt mich direkt Björn vor. Björn ist in der Tat übergewichtig, aber längst nicht so schlimm, wie man nach den Erzählungen von Rainer vermuten könnte. Seine 130kg verteilt Björn auf über 190cm Körpergröße.

        Die Drei Hessischen Musketiere – Episode 3: Jürgen und Björn


        Rainer und Jürgen saßen gestern tatsächlich im Hubschrauber, den wir vom See aus gesehen haben.
        Natürlisch war isch mit dem da drinn, meint Jürgen. Der hatt ja übbähaupt net genug Geld dabei gehabbt un’ natürlisch au‘ kei‘ Kreditkart‘! Da musst‘ isch ihm doch das ganze Geld gäbbe, de‘ wär‘ ja sonst net heimgekomme‘.
        Ob er sich nicht überlegt habe, den Kungsleden alleine weiter zu laufen, frage ich Jürgen. Nein, ich musste doch auf de Rainer uffpasse‘. Un‘ außerdem habbe‘ mei‘ Knie ja auch ordentlisch weg getan. Da hab‘ isch des gleich genutzt mit dem Hubschrauber.
        Björn meint noch, dass das Gewicht so unglaublich schwer und der Weg so ungewohnt gewesen sei, dass er schließlich direkt nach dem ersten Tag umgedreht sei.
        Schön war des schon, sagt er. Abbä beim nächste‘ Mal müsse‘ mer halt dringend vorher trainiere. Sonst geht des net hier in Schwede‘. Na ja, meint er im Zustand eines glücklichen Gemüts, mache‘ mer halt hier e‘ paar Tage Urlaub. Des is‘ hier auch ganz schön in Abissgo. Mer habbe‘ den Flug jetzt uff de nächste‘ Dienstag verlege‘ könne. So lang halte‘ mer des jetzt hier auch noch aus.
        Wo Rainer denn jetzt sei, frage ich die beiden. Ach, der hat kei‘ Bock heut‘ Abend gehabbt mit uns zu koche‘. De‘ kommt bestimmt später irschendwann.


        Tatsächlich kommt Rainer irgendwann in die Wirtschaftsküche. Aber er kommt in unsere rechts, nicht zu der links, wo seine Kollegen sitzen. Offensichtlich funktioniert die Ortsabsprache selbst noch nicht einmal in einem so begrenzten Raum wie der Abisko-Fjällstation. Ich stehe am Herd und gehe zu ihm rüber. Er grüßt mich ganz erfreut und erzählt die Geschichte vom Rücktransport, die ich schon von Jürgen kenne. Ich weise ihn darauf hin, dass seine Kollegen drüben in der anderen Küche säßen. Ach ja, meint er nur, dann könne er auch später noch hin. Er kocht sich seine Nudeln auf und isst in aller Ruhe. Claudia und ich trinken unser drittes Leichtbier. Einen Wein konnten wir in Abisko leider nicht bekommen. Aber nach fünf Tagen ohne Alkohol und diesen Strapazen im Fjäll, macht auch ein Leichtbier den Kopf angenehm… leicht.

        Der Abend klingt aus, wir gehen ins Zelt.

        Ein herrlicher Trekkingurlaub geht zu Ende. Selten war ich so entspannt.

        Das Fjäll sieht uns sicher wieder.

        EPILOG
        Rainer über einen Trekker mit langen, unter die Mütze geschobenen Dreadlocks: Hast denn den da hinne gesehe‘? De‘ hatt‘ ja Haare gehabt, da hätt‘ en ganzer Vogelscharm drin übernachte‘ könne!
        Magie ist Physik durch Wollen. www.uhempler.de

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        • Cattlechaser
          Dauerbesucher
          • 04.08.2010
          • 844

          • Meine Reisen

          #44
          AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

          Und abschließend noch einmal vielen Dank an euch alle. Der Reisebericht war so aufwändig zu schreiben, dass ich es ohne die ganzen Kommentare und Aufmunterungen nicht durchgehalten hätte.

          OT: Jetzt hat Mika wenigsten einen sauberen Monitor und Scrat eine saubere Tastatur.

          EDIT: Rechtschreibfehler weg!
          Zuletzt geändert von Cattlechaser; 12.11.2013, 22:11.
          Magie ist Physik durch Wollen. www.uhempler.de

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          • Mika Hautamaeki
            Alter Hase
            • 30.05.2007
            • 3949

            • Meine Reisen

            #45
            AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

            DANKE!!!!!!!!!
            So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
            A. v. Humboldt.

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            • Scrat79
              Freak

              Liebt das Forum
              • 11.07.2008
              • 11943

              • Meine Reisen

              #46
              AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

              Zitat von Cattlechaser Beitrag anzeigen
              Und abschließend noch einmal vielen Dank an euch alle. Der Reisebericht war so aufwändig zu schreiben, dass ich es ohne die ganzen Kommentare und Aufmunterungen nicht durchgehalten hätte.

              OT: Jetzt hat Mika wenigsten einen sauberen Monitor und Scrat eine saubere Tastatur.

              EDIT: Rechtschreibfehler weg!

              Och, die Kommentare gibst umsonst.
              Bei dem Reisebericht. Und nochmal hat meine Tastatur ordentlich was abbekommen.


              Wie sagen die Schweizer so schön: Merci tausendmal!
              Der Mensch wurde nicht zum Denken geschaffen.
              Wenn viele Menschen wenige Menschen kontrollieren können, stirbt die Freiheit.

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              • dingsbums
                Fuchs
                • 17.08.2008
                • 1503

                • Meine Reisen

                #47
                AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

                Jetzt ist der Bericht fertig, schade. Das nächste Mal müsst ihr länger bleiben. Nochmal ein großes Dankeschön für diese Erzählung.
                Was die drei Hessischen Musketiere sich da geleistet haben - deren Denke will einfach nicht in meinen Kopf. Warum sind die nicht einfach zusammengeblieben und gemütlich gewandert ...

                Auch uns sind schon lustige Typen begegnet, aber eine, die es garantiert in deine Sammlung geschafft hätte: Die Tütenfrau.
                Ich zitiere aus einem früheren Reisebericht:
                Morgens in Abisko sahen wir aber erst noch eine alte Bekannte. Die Tütenfrau. Das ist unser Spitzname für die Dame, denn leider kennen wir ihren Namen nicht, ich habe mich damals nur ganz kurz mit ihr unterhalten. Aber falls sie euch je begegnet ist, werdet ihr jetzt schon wissen, wen wir meinen. Die Frau ist 2003 auf dem Padjelantaleden ein paar Tage mit uns parallel gewandert, hat aber immer an anderen Stellen gezeltet. Sie ist aus Dänemark, alleine im Fjäll unterwegs und zwar mit einem Rucksack und - in jeder Hand eine Plastiktüte. So wandert die den ganzen Trek, für mich unvorstellbar. Und als sie in Abisko an uns vorbeiging (leider haben wir sie erst zu spät gesehen, um sie anzusprechen), hatte sie - welch Überraschung - in jeder Hand eine Plastiktüte. :-) Ich denke, sie transportiert darin Lebensmittel, sie hat auf dem Padjelantaleden z.B. eine Packung frischer Eier aus der Tüte gezaubert.

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                • schlump
                  Erfahren
                  • 24.01.2008
                  • 204

                  • Meine Reisen

                  #48
                  AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

                  Bravo!!!
                  ALL YOUR BASE ARE BELONG TO US

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                  • woelfchen
                    Erfahren
                    • 20.03.2010
                    • 254

                    • Meine Reisen

                    #49
                    AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

                    Schade nu isses vorbei!

                    Danke für diesen fantastischen Bericht. Habe mich köstlich amüsiert.

                    Kommentar


                    • Pauli
                      Neu im Forum
                      • 02.01.2014
                      • 9

                      • Meine Reisen

                      #50
                      AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

                      Sehr schöner Bericht und vor allem tolle Bilder. Wir sind genau entgegengesetzt gelaufen und waren am gleichen Tag wie ihr bei der Tjäktja-Hütte. Allerdings hatten wir glücklicherweise noch einen Platz in der Hütte ergattern können. Ansonsten haben wir ähnliche Erlebnisse gehabt - von schrägen Typen bis hin zu zahlreichen Regenbögen. Nicht zu vergessen die nörgelnde Wienerin in Tjäktja. Vielen Dank übrigens für den Tipp mit dem Skierffe. Wir haben einen der wenigen Sonnentage für die Tagestour erwischt und es hat sich absolut gelohnt!

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                      • efbomber
                        Erfahren
                        • 23.08.2010
                        • 228

                        • Meine Reisen

                        #51
                        AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

                        Nach mehrmaligem Anlesen in den Arbeitspausen habe ich mir heute endlich mal Zeit für deinen Bericht genommen. Ich ärgere mich sehr, dass ich das nicht schon viel viel eher getan habe!

                        Um es kurz und knapp zu sagen -> GENIALER Reisebericht!

                        Das sind mindestens 110 von 100 Punkten! Wirklich toller Schreibstil und alles was sonst noch dazu gehört.

                        Tausend Dank für deine Zeit, die du hier investiert hast um eure Erlebnisse mit uns zu teilen

                        Lieben Gruß
                        David

                        Kommentar


                        • Nordlandpirat
                          Erfahren
                          • 03.02.2013
                          • 146

                          • Meine Reisen

                          #52
                          AW: [SE] Schräge Typen und Regenbögen – Kungsleden von Kvikkjokk bis Abisko

                          Großartiger Bericht, ich musste oft lauthauls lachen

                          Auch das Hessisch, super. Ich werd da jedenfalls nicht mäkeln, als Südhesse mit Migrationshintergrund ;)
                          Das Fjäll scheint schräge Vögel ja schon irgendwie anzuziehen, wir hatten da auf dem Südlichen Kungsleden im August auch einige amüsante Begegnungen.
                          Jos ei viina, terva tai sauna auttaa, tauti on kuolemaksi (Finnisches Sprichwort)

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