[UK] Kurzer Solotrip auf Skye

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  • vinne90
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    • 26.04.2010
    • 82

    • Meine Reisen

    [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

    Tourentyp
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    Mitreisende
    Das hier wird mein erster selbstgeschriebener Reisebericht über eine kurze Solowanderung auf Skye im April 2012. Wem Text und Bilder nicht genug oder auch zuviel sind, den verweise ich gerne auf mein Video:



    Oder in HD-ready auf vimeo: https://vimeo.com/41940401

    Jetzt geht's aber los:

    Es ist kurz nach 05.00 Uhr morgens als mein Wecker mich aus einem unruhigen Schlaf reißt. An diesem Mittwoch soll meine Kurztour auf die Insel Skye im Nordwesten Schottlands endlich beginnen.

    Einige Monate zuvor hatte ich meine Freunde fast täglich mit irgendwelchen Reiseplänen für die Frühjahrssemesterferien genervt – aber keiner hatte Zeit, Geld und Lust dazu. Da allerdings seit dem Jahr zuvor auch ein gutes 1-Personen-Zelt auf unserem Dachboden lagerte (dem Forumshandel sei Dank) und ich es einfach nicht über mich bringen konnte, acht Wochen am Stück nur zu arbeiten und nicht dem allgemeinen Studentenbild entsprechend Urlaub zu machen, musste ein Solotrip her. Nach viel überlegen und einigen Sorgen meinerseits, wollte ich nur wenige Tage weg, um mal zu testen, wie das so allein ist, aber gegebenenfalls nicht die gesamte Wanderbegeisterung zu verlieren. Im April geht’s mit Sommerausrüstung wohin? Skandinavien schied aus, Südeuropa entsprach auch nicht meinen Vorstellungen – Schottland sollte es werden. Um die große Kälte und Schnee zu umgehen, wird Skye mein Ziel. Eine Insel, das sorgt für gemäßigte Temperaturen, der Whisky von dort ist lecker und auch geologisch ist einiges Interessantes zu finden. Soweit zu den Überlegungen.


    alles dabei?!

    Um halb sieben morgens am Flughafenschalter in Bremen ist die Vorfreude noch da. Endlich geht es los. Dass es hier voll, laut und hektisch ist, nehme ich noch gerne als Kontrast zu meiner kurzfristigen Zukunft, auch wenn ich eigentlich noch etwas Entspannung und Ruhe vertragen könnte, nachdem ich den Abend zuvor auf dem 30-Jährigen Jubiläumskonzert der Toten Hosen war (echt super!). Mit Ryanair geht es gewohnt pünktlich und problemlos nach Edinburgh.


    St.Andrew Square in Edinburgh

    Dort zieht sich die Einreiseprozedur nach Großbritannien deutlich in die Länge, aber ich habe ausreichend Zeit bis mein Bus nach Inverness fährt. Der Airlink-Bus bringt mich ins Zentrum der Baustelle – von Stadt zu sprechen würde den Planern der Straßenbahn Edinburghs nicht gerecht werden. Vorbei entlang der abgesperrten Straßen kaufe ich noch schnell einige britische Leckereien und Gas für den Kocher ein. Nach kurzem Aufenthalt am St.Andrew Square, geht es zur Busstation.


    Bildausstellung: Verborgene Welten am St. Andrew Square

    Die Abfertigung geht schnell, mein ausgedrucktes e-Ticket macht keine Probleme und los geht’s nach Inverness. Später beginnt es zu regnen als wir die ersten Berge durchfahren.



    Trotzdem genieße ich die Aussicht und schaue mir interessiert die ganzen Orte an, die ich bisher nur aus Reiseberichten oder von Whisky-Etiketten kannte. In Inverness heißt es Umsteigen bei Regen. Nach etwas mehr als einer totgeschlagenen Stunde im Cafe am Busplatz geht es weiter nach Portree. Das zuvor gewonnene Bild setzt sich hier fort: Auf den Bergen Schnee, unten Regen und immer wieder ein paar Sonnenstrahlen. Als ich diese Landschaft fotografisch festhalten will, erlebe ich meinen ersten Schrecken. Was sind das für Linien quer durchs Foto? Ich drehe die Kamera um und bin entsetzt – der Polfilter hat einen Sprung und ist absolut nicht mehr zu benutzen. Ich kann mir weder erklären, wie dieser Schaden in der Kameratasche zustande gekommen ist, noch weiß ich recht damit umzugehen. Das Fotografieren gehört einfach zum Reisen dazu, jedes Stück Ausrüstung ist aus gutem Grund mitgenommen und jetzt sowas. Während meine Stimmung kurz über dem absoluten Nullpunkt aufschlägt, muss ich einsehen, dass es trotzdem weitergeht und die Bilder auch ohne Polfilter gut werden können. Zusammen mit dem Regen beginne ich aber nun erstmals mir ernsthafte Sorgen zu machen, ob ich der Herausforderung Solo-Trip tatsächlich gewachsen bin. Doch zum Glück hat Skye doch eine Aufmunterung für mich bereit.





    Kurz bevor es über die Brücke auf die Insel geht, macht der Bus eine Pause, die Sonne schiebt sich hervor und beleuchtet die Insel in wunderschönem Licht.



    Ich bin wieder motiviert und die Freude ist zurück. Kurz vor Sonnenuntergang verlasse ich den Bus am Hotel Sligachan.



    Es ist windig, kühl, trocken. Perfekt, um noch einige Meter zu gehen und den offiziellen Campingplatz zurückzulassen. Der Weg führt mich das Glen Sligachan entlang, in dem ich heute Nacht zelten will. Nur die Zeltplatzsuche gestaltet sich schwierig: Alle ebenen Flächen sind moorig, etwas trockenere so abschüssig, dass schlafen hier nur sehr schwierig wird. Gerade als ich mir schon ernsthafte Sorgen, ob der zunehmenden Dunkelheit mache, sowie mir selbst Vorwürfe zu stolz gewesen zu sein, um einfach den Zeltplatz direkt an der Straße zu nehmen – finde ich doch noch ein Fleckchen, das meinen Ansprüchen genügt. Schnell das Zelt aufbauen, alles einrichten und dann aufgrund der Dunkelheit und Kälte in den Schlafsack kriechen.



    In dieser Nacht macht es sich doch sehr bemerkbar, dass ich am Abend zuvor viel zu müde war. Ein warmes Essen fehlte mir ganz und so wurde die Nacht eine sehr kühle und unangenehme Angelegenheit, die nur wenig von dem erhofften Schlaf brachte. Dazu regnet es die meiste Zeit und ich mache mir Gedanken, ob das sowieso schon feuchte Terrain sich in einen See verwandelt oder einem spontanen Anflug von Solifluktion mich und mein Zelt den Hang hinunter schickt. Aber all diese Befürchtungen werden beim ersten Zeltöffnen kurz nach Sonnenaufgang vertrieben: Es ist kurzweilig trocken, klare Morgenluft begrüßt mich in der Natur. Ich bleibe noch etwas liegen, mache mir dann Frühstück und bereite alles für den Aufbruch vor.



    Es soll Richtung Camasunary oder Loch Coruisk gehen, den genauen Weg will ich mir noch überlegen, sobald ich unterwegs bin. Im Inneren hat mein Entdeckungsgeist natürlich schon beschlossen, den Weg über den Sgurr na Stri zunehmen, egal wie Weg oder Wetter dann sein mögen.
    Ein Regenschauer lässt mich nochmal zurück ins Zelt flüchten – das ich in der Folge nass einpacken muss. Kein guter Start, gerade wird die Tour doch anstrengend. Ich sehe zu, dass ich loskomme und mit den ersten Metern wird sowohl das Wetter als auch meine Laune deutlich besser.


    Marsco



    Glen Sligachan





    Black Cuillin Hills

    Ich arbeite mich das Glen Sligachan entlang, der Weg ist ok, die Flussquerungen ohne zu Waten machbar. Nachdem ich den Marsco linker Hand passiert habe, nehme ich den Abzweig zum Loch Coruisk/Sgurr na Stri und lege die ersten ernsthaften Höhenmeter zurück.


    da vorne geht's hoch

    Das schottische Wetter beglückt mich mit soviel Sonnenschein, dass ich mir meine kurze Hose wünsche und lässt mich ordentlich ins Schwitzen Geraten. An der Passhöhe, die gute Aussicht zum Loch Coruisk bietet, kommen mir einige Tageswanderer entgegen, die dort per Boot gelandet sind und nun zum Hotel Sligachan zurück wollen. Ich wähle den Weg, beziehungsweise die Richtung zum Sgurr na Stri.


    weiter nach oben

    Einen klaren Weg vermag ich hier nicht zu erkennen, nur vielerlei Trampelpfade bei denen man nie weiß, welcher der Richtige ist.


    Blick über's Glen Sligachan

    Der Blick zurück offenbart einen wunderschönen Blick über das Tal – und in eine aufziehende Regenwand. Schnell wird wieder alles ordentlich verpackt und weiter geht’s. Leider ist es nicht nur Regen, sondern eher eine Schnee/Hagel-Mischung, die dann auf mich niedergeht. Ich suche Schutz im Lee einer Felswand und warte ab. Wieder kommen Zweifel auf, ob die Entscheidung über den Berg zu laufen richtig war, ob es nicht geradezu leichtsinnig ist, allein hier rumzulaufen. Doch nach einer Viertelstunde zeigen sich wieder Sonnenstrahlen und ich komme gut voran. Gegen 15.00 Uhr meine ich den Gipfel vor mir sehen zu können, nur leider keinen Weg mehr. Ich suche auf den Felsen nach Spuren früherer Wanderer und beschließe einfach weiter nach oben zu klettern/laufen. Eine anstrengende Kletterei später stehe ich voll im Wind auf dem – Vorgipfel. Es geht noch einmal 20 Meter bergab und wieder hinauf bevor ich die Gipfelpyramide erreiche. Die Freude ist bescheiden: zu anstrengend war der Weg, zu windig ist es hier oben, zu lang der Weg nach unten. Dazu sehe ich nur wenige hundert Meter die Küste entlang einen weiteren Gipfel mit Steinpyramide, der durch einen kleinen Canyon von meinem Standort getrennt ist. Bin ich falsch? Mir soll’s egal sein. Die Aussicht ist trotzdem fantastisch und ich habe nicht genug Zeit, um hier alle Gipfel in Augenschein zunehmen.









    Von hier oben mache ich schon mal Pläne für meinen Abstieg am NE-Hang des Sgurr na Stri und suche mir schon einen schönen Zeltplatz in der Bucht unter mir.


    dort drüben geht's gleich runter

    Der Abstieg geht anfangs gut vonstatten, bis ein neuerlicher Hagelschauer meinen Weg kreuzt. Ich vertraue auf die Wasserfestigkeit meiner Kleidung und gehe weiter, nochmal möchte ich mein Zelt nicht bei Sonnenuntergang aufbauen. Ich erreiche den Hang und klettere/wandere entlang eines Flusses hinab. Dies geht erstaunlich gut und lässt mich schnell vorrankommen. Der nun dauerhafte Regen stört mich wenig, es ist sowieso alles nass: Moorflächen und Fluss unter mir, die Regenjacke und das Cape vom Rucksack am Körper und der Regen von oben. Im Tal angekommen laufe ich weiter entlang des Flusses Abhainn Camas Fhionnairigh und suche eine Furtmöglichkeit bis mir ein paar stepping stones ins Auge fallen. Die Lust zum Furten ist begrenzt, also versuche ich es hier. Mit mäßigen Erfolg möchte man meinen: Ich komme auf der anderen Seite an, doch einmal rutsche ich so ab, dass zumindest ein Schuh jetzt komplett durchnässt ist. Ein echtes Ärgerniss und ich bin wirklich sauer auf mich, dann bis dahin hatten die guten Meindel-Stiefel dicht gehalten. Naja ich bin fast da und in der Bucht stehen auf ebener Wiesenfläche mit Meerblick schon drei Zelte und daneben eine Hütte.



    Ich bin etwas verwirrt, gehe dorthin und spreche die Leute an: Es stellt sich raus, dass das hier eine offene Bothy ist, die aufgrund ihrer Nähe zu Elgol durchaus beliebt ist. Briten, Franzosen, Schweden und Deutsche, ein bunter Mix aus Wandereren und Kanuten hat sich hier breit gemacht und ich schlage in guter Gesellschaft mein Zelt auf.



    Es gibt wieder leichten Regen, sodass ich mich zum Essen ins Zelt zurückziehe. Ich versuche noch meinen Schuh über dem Kocher etwas zu trocknen, doch der Erfolg ist sehr begrenzt. Als es dunkel wird, lege ich mich erschöpft schlafen und kann eine etwas bessere Nacht verbringen.
    Zuletzt geändert von vinne90; 29.11.2012, 13:47.
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    #2
    AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

    schöner bericht, erinnert mich an meine tage auf der insel

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    • Nordi88
      Erfahren
      • 28.02.2011
      • 152

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

      Wow!

      Irgendwann mal...

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      • MonaXY

        Fuchs
        • 30.08.2009
        • 1094

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

        *seufz* so richtig sehnsuchtsweckend...
        Danke!
        "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur."
        Jean Paul

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        • Borderli
          Fuchs
          • 08.02.2009
          • 1705

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

          Seufz!
          Heute ist der letzte Tag meines Familienurlaubs auf Skye... Und es wird Zeit, dass ich wieder alleine mit Zelt und Rucksack hierher fahre und die Wanderstiefel für das einsetze, wofür sie gedacht sind.
          Glen Sligachan bei Nicht-Regen fehlt noch in meiner Sammlung. Das kenne ich nur in extrem nass von allen Seiten.

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          • vinne90
            Gerne im Forum
            • 26.04.2010
            • 82

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

            Ich bedanke mich schon mal für das Lob und mache mich mal an den nächsten Tag:


            Der nächste Morgen startet mit besten Wetter - das hebt die Laune und bringt mich dazu, etwas Wäsche mit dem viel zu kalten Flusswasser zu waschen.





            Die Entscheidung heute hier zu bleiben oder weiter nach Elgol zu gehen, fällt zu Gunsten Elgols aus. Da ich bis jetzt gelernt habe, dass es niemals über längere Zeit stabiles Wetter gibt, habe ich keine Lust einen Gipfeltag mit Basis in der Bucht einzulegen.


            Da oben war ich gestern!

            Außerdem ist man daheim sicherlich schon besorgt, da ich meine tägliche Rückmeldung aufgrund mangelnden Handyempfangs nicht machen konnte. Gegen 12.00 Uhr breche ich entspannt auf und beobachte noch einige Vögel am Strand.







            Der Coast Walk verläuft zunächst flach, später immer höher über der teilweise steilabfallenden Küste und bietet so wunderschöne Ausblicke. Der Weg ist einfach zu gehen, solang man sich konzentriert darauf zu bleiben und nicht seewärtig einen 10m-Sprung zu machen.





            Nach einem Schafsgatter gelange ich hinab ins Glen Scaladal. Hier mache ich es mir auf einer angespülten Kiste gemütlich und lege eine Mittagspause ein. Es ist extrem auffällig wie viel Strandgut sich an den Küsten hier befindet, gerade das unverrotbare Plastik ist in allen Formen und Größen gegenwärtig.





            Erstmals habe ich auch die Zeit, die geologischen Besonderheiten genauer zu untersuchen. Wunderschöne erosive Ausspülungen finden sich hier im Granit



            und auch einige schnurgerade basaltische Dykes, die hier wohl von der Öffnung des Atlantiks stammen.







            Nach der Pause geht es wieder bergauf an der Küste entlang und bei mir zunehmenden Wind, muss ich eine riesige Regenwand hinter mir heraufziehen sehen. Aber der erste Regenschauer des Tages erst so spät, das ist doch etwas Gutes.



            In die Regensachen verpackt geht es weiter und nach etwa drei Stunden Wanderung erreiche ich Elgol. Ich suche das Zentrum des Ortes und den Busplatz, um die Möglichkeiten zu sondieren. Mit etwas Mühe kann ich den Elgol-Shop als Vertreter von beidem identifizieren. Abgelegen wäre untertrieben. Auf Nachfrage werde ich freundlich informiert, dass nur noch ein Bus heute Abend fährt.



            Das wird mir zu spät, ich beschließe hier zu bleiben. Auf die Frage nach dem Handyempfang sagt man mir, dass es sowas nur etwa eine halbe Meile die Straße hinauf an einem Hügel gäbe. Fühle ich mich gerade schön abgeschieden, kommt dort ein Tourbus vorbei und spuckt eine Gruppe Asiaten aus, die zum Hafen hinabgehen.


            Grundschule in Elgol (ich habe kein einziges junges Kind gesehen)

            Ich lasse mich nicht stören, laufe zum beschriebenen Punkt und melde mich zu Hause (wo man schon kurz davor war, eine Rettungsaktion zu organisieren … keine Geduld in Deutschland). Am Abend verschwinden die letzten Touristen aus dem Hafengebiet und ich kann noch einige Fotos machen.







            Danach geht’s schlafen im Zelt, das etwas unterhalb der Straße auf einer geebneten Fläche steht.



            Der Bericht sollte eigentlich dieses Wochenende fertig werden - der Vorteil, wenn man nicht so lang unterwegs ist.
            Zuletzt geändert von vinne90; 29.11.2012, 13:47.
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            • fimbulwinter
              Erfahren
              • 15.03.2005
              • 142

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

              Ein kurzweiliger Reisebericht mit nettem Video.

              War selber vor zwei Jahren entlang des Skye Trails unterwegs und habe sehr schöne Erinnerungen an die Gegend die hier zu sehen ist. Deine Abstiegsroute vom na Stri durch die steinige Rinne und entlang des Baches haben wir zum Aufstieg genutzt. Leider bei recht stürmischem Regenwetter was eine weitere Besteigung des Gipfels sinnlos machte... Die Route ist jedenfalls ne interessante Alternative zum Normalweg aus dem Glen Sligachan.
              Aufgefallen sind auch uns die großen Mengen an Treibgut die es vor allem an den Stränden um Camasunary gibt. Was mal wieder bestätigt dass das Meer die größte Müllkippe der Welt ist...

              Gruß
              Jens

              PS: Wie kannst du ein Guinnes in Schottland trinken wo es doch so leckere Ales gibt?
              Ódáðahraun

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              • weserwolf
                Erfahren
                • 02.09.2008
                • 106

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                Danke für den Bericht, und sehr sehr schönes Video!

                Unverschämtheit das mit dem Hosen-Konzert , war ja Ruck-Zuck ausverkauft ...

                Und hast schön mein Lieblingshotel in Kyle aufgenommen ... da haben wir '93 immer mit den heimkehrenden Fischern Billard gespielt; es gab eine Musicbox mit CDs (!) mit gaaanz viel Queensryche (!!!!), und vorher ging es Möwen füttern mit Hamburgern, die eh nicht schmeckten ...

                Ich glaube ich muß da noch mal hin ... !

                Gruß in die fast Nachbarschaft

                Lutze

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                • vinne90
                  Gerne im Forum
                  • 26.04.2010
                  • 82

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                  schön, dass man viele an die eigenen Reisen erinnern kann... so hier das Ende

                  Das Geräusch, das mich am Samstagmorgen weckt, ist mir schon bekannt: Es regnet mal wieder. Dazu ist es auch merklich kühler geworden. Ein klares Zeichen vorerst liegen zu bleiben. Der Bus nach Broadford fährt gegen Mittag, also noch viel Zeit. Und tatsächlich klart es bis dahin auf und ich kann im schönen Sonnenschein am Elgol Shop auf den Bus warten.





                  Die gut gefüllte Klapperkiste bringt mich zurück in die richtige Zivilisation. Der erste Weg führt natürlich zur Touri-Info, der zweite zum Supermarkt, der dritte zum Hostel.


                  Post Office in Broadford



                  Während die ersten beiden gut sind, sagt mir das Hostel nicht so zu und ich beschließe bis Kyleakin zu trampen und dort eins der beiden Hostel zu nehmen, die ich schon zuvor im Internet ausgemacht hatte. Die letzte Nacht noch einmal zu zelten erscheint mir nicht so prickelnd in der bewohnten Umgebung und in Gedanken an das frühe Aufbrechen mit dem Bus nach Inverness am Sonntag. Nach letzter Besichtigung des geologischen Pfads in Broadford, stelle ich mich an die Straße und nach einer Viertelstunde kann ich mich zu vier Jugendlichen in einen Golf quetschen.


                  Fossilreiche Schichten aus dem Jura

                  In Kyleakin geht's zu Saucy Mary’s, das Bett hier ist zwar ein Pfund teurer, doch man gibt mir ein zwei-Bett-Zimmer, das ich schließlich für mich habe. Ich lege alles zum Trocknen aus, mache mir etwas zu essen und erkunde Kyleakin. Das allein ist keine abendfüllende Tätigkeit, aber ein kleiner Weg an der Küste führt noch zu den Ruinen von Castle Maol.






                  dort in der Mitte ist Saucy Mary's





                  Dazu gibt es hier einige Fischreiher, die bei Niedrigwasser den festsitzenden Fische nachstellen. Nach Sonnenuntergang geht es zurück und ich genieße den Luxus eines richtigen Bettes.


                  Am Sonntag packe ich alles zusammen und entsprechend für die Busfahrt um. Es ist windig und regnet, keine große Neuerung, aber so fällt einem der Abschied von der Insel nicht weiter schwer. In Inverness habe ich einige Zeit Aufenthalt. Erstaunt stelle ich fest, dass auch hier fast alle Supermärkte den gesamten Sonntag geöffnet haben.


                  auf der Fahrt


                  Inverness

                  Ich gebe meine noch halbvolle Gaskartusche im Outdoor-Laden ab und schaue danach im Pub noch eine Halbzeit United – Aston Villa bei einem kühlen Guinness. United spielt überzeugend und ich kann beruhigt den Bus nach Edinburgh nehmen. Wenig ereignisreich verläuft die Fahrt und in der Hauptstadt nehme ich gleich den Airlink zum Flughafen.

                  Gegen zehn am Abend bin ich einer der Frühesten, der hier sein Nachtlager einrichtet, doch später wird es richtig voll. Zum Glück ist es nicht meine erste Nacht in diesem Terminal und mit Ortskenntnis und guter Ausrüstung kann ich noch etwas Schlaf finden.
                  Um fünf Uhr morgens muss alles wieder flugfertig verpackt werden. Am Schalter leiste ich noch einige Unterschriften wegen des überstehenden Gepäcks und schleuse mich durch die Sicherheitskontrollen. Der Flug verläuft ruhig und pünktlich, das Gepäck ist unbeschadet und so komme ich wieder gesund in Bremen an, wo es in die Straßenbahn zur Uni geht.

                  Fazit: Skye ist super! Auch wenn das Wetter es einem nicht immer einfach macht (obwohl ich da wohl noch Glück gehabt habe, wenn ich mich an Borderlis Bericht erinnere). Da die Reise für mich auch als Solo-Test gedacht war, kann ich feststellen, dass es in Gesellschaft etwas angenehmer ist, zumindest wenn nicht alles perfekt läuft. Im Sommer in halbwegs bekanntem Gebiet könnte ich mir nochmal eine Solo-Tour vorstellen und würde gerne alle damit verbundenen Freiheiten genießen. Aber wenn man ein neues Land wandertechnisch im Frühjahr entdeckt, ist es zumindest aus meiner Sicht nicht so zu empfehlen.

                  Ich hoffe, dass es ein halbwegs leserlicher Bericht geworden ist und alle, die Ähnliches planen daraus einige Infos und Begeisterung ziehen konnten. Sollte es noch Fragen geben - immer her damit.
                  Zuletzt geändert von vinne90; 29.11.2012, 13:46.
                  vinne90-Blog&Bilder

                  Kommentar


                  • nicki1005
                    Erfahren
                    • 30.04.2011
                    • 368

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                    gefällt mir!!! tolles video!!!

                    Kommentar


                    • Kastanie
                      Anfänger im Forum
                      • 25.10.2011
                      • 40

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                      Was für ein schöner Reisebericht. Schön geschrieben, ein tolles Video...hat mir gerade wirklich mein Abendessen versüßt :-)
                      - Palüm Palüm -

                      Kommentar


                      • vinne90
                        Gerne im Forum
                        • 26.04.2010
                        • 82

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                        Zitat von nicki1005 Beitrag anzeigen
                        gefällt mir!!! tolles video!!!
                        Danke! Dein Reisebericht ist aber auch super und stellt schön alle Vorteile der perfekten Zweisamkeit gegenüber.
                        Zuletzt geändert von vinne90; 29.11.2012, 13:47.
                        vinne90-Blog&Bilder

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                        • NimrodThanor
                          Neu im Forum
                          • 13.09.2011
                          • 8

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                          Du hast da ein paar sehr schöne Bilder in dem Bericht =)
                          Gefällt mir insgesamt ziemlich gut.

                          Wenn es zeitlich passt werde ich der Isle of Skye dieses Jahr im April auch noch einen Besuch abstatten.
                          Wie war es denn temperaturmäßig bei dir? Vermutlich nicht mehr als leichte Minustemperaturen?

                          Kommentar


                          • vinne90
                            Gerne im Forum
                            • 26.04.2010
                            • 82

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                            Also bei mir war es glaube ich nie richtig unter Null. Es waren so nachts vielleicht Temperaturen um den Gefrierpunkt, tagsüber wurde es aber auch nicht mehr wärmer als 10°C schätze ich. Mit Wind und Regen kann das nervig werden, wenn die Sonne scheint, ist das super Wanderwetter. Wünsche dir viel Erfolg bei deiner Tour!
                            vinne90-Blog&Bilder

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                            • pointloma
                              Erfahren
                              • 20.03.2012
                              • 274

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                              Du fährst extra von Bremen nach Wiesbaden auf ein Konzert?

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                              • vinne90
                                Gerne im Forum
                                • 26.04.2010
                                • 82

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                                Zitat von pointloma Beitrag anzeigen
                                Du fährst extra von Bremen nach Wiesbaden auf ein Konzert?
                                Nein, das Konzert war im Schlachthof in Bremen, genau dort, wo sie 30 Jahre zuvor ihren ersten Auftritt hatten
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                                • NimrodThanor
                                  Neu im Forum
                                  • 13.09.2011
                                  • 8

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [UK] Kurzer Solotrip auf Skye

                                  Zitat von vinne90 Beitrag anzeigen
                                  Also bei mir war es glaube ich nie richtig unter Null. Es waren so nachts vielleicht Temperaturen um den Gefrierpunkt, tagsüber wurde es aber auch nicht mehr wärmer als 10°C schätze ich. Mit Wind und Regen kann das nervig werden, wenn die Sonne scheint, ist das super Wanderwetter. Wünsche dir viel Erfolg bei deiner Tour!
                                  Ach das klingt soweit ganz angenehm ^^ Bin mal gespannt wie es bei mir wird.
                                  Vielen Dank!

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