[NO][SE] Femundsmarka, Rogen und Långfjället

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  • andrea2
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    • 23.09.2010
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    • Meine Reisen

    [NO][SE] Femundsmarka, Rogen und Långfjället

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Land: Norwegen, Schweden
    Reisezeit: August 2010
    Region/Kontinent: Nordeuropa

    Grövelsjön - Grøtådalen - Oasen - Røvollen - Skedbrofjället - Rogen - Storrödtjärnstugan - Långfjället - Grövelsjön

    Planung und Vorbereitung

    Im letzten Jahr hatten wir unsere erste längere Tour nach einer langen Pause unternommen.

    Bericht der Tour 2009 - Femundsmarka NP

    Trotz verschiedener kleiner Katastrophen während der letzten Tour war es sehr schön, wieder draußen unterwegs zu sein. So stand ziemlich schnell fest, dass wir auch in diesem Jahr eine längere Tour durch den Femundsmarka NP und das Rogen Naturreservat gehen wollten. Um den Kindern den Urlaub etwas schmackhafter zu machen (der Große wäre lieber auf Städtetour und die Tochter zum Reiten…) haben wir das Ferienhaus gebucht, das wir letztes Jahr schon hatten. Diesmal aber nur für eine Woche. Dazu haben wir auch schon im Frühjahr die Fährpassage Kiel-Göteborg gebucht. Es blieb jetzt also noch reichlich Zeit, alles genau vorzubereiten. Mit manchen Teilen der Ausrüstung waren wir auf der letzten Tour nicht voll zufrieden, und ein paar Sachen mussten für eine längere Tour ergänzt werden. Ganz genau haben wie die Lebensmittel geplant. Für 10 Tage/4 Personen kommt eine Menge zusammen. Und da die Storrödtjärnstugan die erste und einzige Hütte direkt an unserer geplanten Route ist, rechnen wir nicht mit der Möglichkeit Proviant nachzukaufen.

    Etwa Mitte Juli hatten wir fast alles komplett, und es ging ans Probepacken der Rucksäcke. Erste Zweifel kamen auf, ob die Tour so durchführbar ist. Immerhin sind wir keine 20 mehr und 30 kg kann ich nicht mehr tragen. Unsere Tochter mit 12 Jahren darf eh nicht so viel tagen. Sie hat „nur“ Schlafsack, Isomatte, Klamotten, ihren persönlichen Kleinkram und unsere sämtlichen Energieriegel in ihrem Rucksack. Der Sohn mit 16 bekommt da schon mehr zu tragen. Sein Rucksack bringt beim ersten Test etwa 19 kg auf die Waage. Mein Rucksack wiegt 20kg und der meines Mannes 22 kg. Das geht, denken wir. Aber es fehlen ja auch noch einige Kleinigkeiten und die letzten frischen Lebensmittel, die sich am Ende auch summieren. Soweit stand also alles.

    Zur genauen Routenplanung und zum Nachlesen für unterwegs, haben wir uns noch die Berichte aus dem Forum von Wölfchen und Mika Hautamaeki ausgedruckt. Wahrscheinlich haben euch jeden Abend die Ohren geklungen, wenn wir im Zelt lagen und den weiteren Weg studierten.

    Die Katastrophen erledigten wir in diesem Jahr gleich vor dem Urlaub:
    7 Tage vor Abfahrt, Zahnkrone kaputt - konnte nur provisorisch geflickt werden. Ich hoffe es hält.
    5 Tage vor Abfahrt (Samstag), Autounfall - Auto war nicht mehr fahrtüchtig - konnte aber erst Montag in die Werkstatt.
    3 bzw.2 Tage vor Abfahrt, kein Auto, da es in der Werkstatt stand (sehr günstig, wenn eigentlich noch einiges zu besorgen wäre).
    11 Stunden vor Abfahrt, mit dem Hund beim Tierarzt – Hämatom aufgeschnitten – Reiseverlauf unklar.

    Mittwoch 04.08.2010 - Erster Urlaubstag
    Die letzen Vorbereitungen kamen zügig voran, wir lagen trotz allem inzwischen gut in der Zeit.
    Es war kurz vor sechs Uhr abends, wir wollten eigentlich gerade essen, als ich unseren Hund im Gegenlicht auf der Terrasse stehen sehe. Was war das? Da war eine riesige Beule im Nacken. Ich muss dazusagen, dass er etwa 10 Tagen vorher gebissen wurde, allerdings konnte ich da trotz genauer Suche keine Bissverletztung unter dem Fell finden. Mein Mann packte den Hund ins Auto und fuhr sofort zur Tierärztin, nachdem wir telefonisch geklärt hatten, dass sie noch da war. Als er nach etwa 45 Minuten wieder kam, hatte der Hund ein dickes Pflaster auf der Schulter und war total blutüberströmt. Die Beule war ein riesiges Hämatom, das sich nach dem Biss langsam gebildet hatte. Da die Gefahr bestand, dass das Hämatom platzt, musste es aufgeschnitten werden. Dieser 3 cm breite Schnitt sollte nun offen bleiben, und von innen heilen. Das Pflaster war nur ein Provisorium und hielt auch nicht lange. Auf Empfehlung der Tierärztin zogen wir dem Hund ein altes Kindershirt an und klebten an die Stelle, die über der Wunde lag, Slipeinlagen, damit nicht alles sofort durchblutete. Trotzdem konnten wir ihn nach einer Stunde schon wieder umziehen.


    Egal was passiert, das Gepäck muss bewacht werden!

    Ich war komplett bedient, konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, am nächsten Tag mit dem blutenden Hund die Autofahrt durch ganz Deutschland anzutreten, dann auf die Fähre und weiter bis nach Värmland. Wenn die Fähre nicht gebucht gewesen wäre, und wir mit den Schwiegereltern in Kiel verabredet gewesen wären, sie begleiten uns die erste Woche in Värmland, ich glaube, wir hätten den ganzen Urlaub abgebrochen.


    Anreise 05.08.2010 – 14.08.2010

    Donnerstag 05.08.2010
    Nach einer kurzen Nacht läutete um 4.00 Uhr der Wecker. Der erste Blick galt dem Hund. Lebte er noch? War er am Ende verblutet? Er schlieft ganz friedlich, aber das T-Shirt war schon wieder ganz schön nass. Ein paar Happen Essen, ein paar Schritte mit dem Hund, der Müll musste noch raus, ein letzter Blick auf die Packliste, und um kurz nach 5.00 Uhr ging’s ab auf die Autobahn.

    Bei jeder Pause, wenn wir den Hund aus dem Auto ließen, fing die Wunde, durch die Bewegung, wieder an zu bluten. Aber da es ihn anscheinend nicht weiter belastete, waren wir erst mal beruhigt. Kurz vor 15.00 Uhr erreichten wir den Skandinavienkai in Kiel und mussten auch nicht lange warten, bis wir aufs Schiff konnten. Oma und Opa waren schon da, soweit war also alles bestens. Ich entspannte mich etwas, als wir endlich in der Kabine waren. Die Wunde wurde noch einmal mit Jodlösung gespült. Als der Hund dann noch sein Futter bekommen hatte, war er völlig zufrieden, rollte sich auf seinem Kissen zusammen und schlief. So schlimm war es also hoffentlich nicht. Wir konnten nun ein bisschen das Schiff anschauen, beim Auslaufen zusehen und am Abend das Buffet genießen. Der Urlaub hatte angefangen!



    Am nächsten Morgen gönnten wir uns noch das Frühstücksbuffet. Einmal Essen gehen hätte auch gereicht, ich war noch satt vom Abendessen. Aber es war beides sehr lecker. Und schon waren wir fast da. Schnell noch an Deck, um die Einfahrt in den Hafen von Göteborg nicht zu verpassen, und dann nichts wie ab ins Auto. Wie immer dauerte es eine ganze Weile, bis man in Göteborg vom Hafengelände runter ist. Inzwischen hatte es angefangen zu gießen. Die Fahrt war kein Vergnügen, der Scheibenwischer kam kaum hinterher. Ganz kurz konnten wir uns in einer kleinen Regenpause am See Foxen die Füße vertreten. Am frühen Nachmittag waren wir endlich da.


    Unser Ferienhaus für eine Woche

    Während wir uns einrichteten, fuhr mein Mann mit dem Hund zum Tierarzt, da das Sekret nicht mehr ablief und sich schon wieder eine dicke Beule bildete. Es war Freitagnachmittag, der nächste Tierarzt (30 km) war nicht erreichbar. Also mussten wir bis ins 60 km entfernte Kongsvinger in Norwegen fahren. Unsere Vermieter haben zum Glück auch einen Hund und hatten gleich für uns rumtelefoniert.

    Um die ganze Geschichte nun kurz zu machen, wir waren in dieser einen Woche noch drei Mal beim Tierarzt, und wussten eigentlich bis zum letzen Tag nicht, ob wir nun wandern können oder nicht. Da der Tierarzt aber meinte, wir sollen es ruhig versuchen, packten wir am letzten Tag unsere Rucksäcke. Wir mussten nur zusehen, dass wir statt des T-Shirts mit einem Pflaster zurechtkamen. Zur Not hatten wir auch noch die Information, dass in Røros ein Tierarzt zu finden ist. Ansonsten hatten wir, von den Hundesorgen abgesehen, eine sehr schöne gemütliche Woche mit ein paar Wanderungen (meist ohne Hund), Boot und Kanufahren, Schwimmen, Angeln, Blaubeeren sammeln….







    Freitag 13.08.2010
    Es zog eine Warmfront durch, das bedeutet erst einmal Dauerregen. Am Abend in den Nachrichten des norwegischen Fernsehens sahen wir Bilder, wie in Oslo die Kanaldeckel hochkamen, da die Abwasserkanäle, das ganze Wasser nicht mehr fassen konnten. Aber der Wetterbericht versprach Besserung, für die nächsten Tage sogar sehr schönes Wetter.

    Samstag 14.08.2010
    Nun ging es los. Nachdem das Ferienhaus geputzt und das Gepäck im Auto verstaut war, nehmen wir Abschied von den Großeltern und starten nach Grövelsjön. Es war trocken und ab und zu konnte man blauen Himmel sehen. Wir fuhren durch Norwegen, da diese Strecke deutlich kürzer ist als über Schweden. Es ging über Kongsvinger, Elverum, Trysil, Engerdal, an der Südspitze des Femund vorbei bis nach Grövelsjön. Das Wetter wurde immer schöner, die Sonne schien. Die Bilder ähneln verblüffend denen vom letzen Jahr.



    Unterwegs mussten wir immer wieder anhalten, da die Rentier mitten auf der Straße standen und keine Anstalten machten zur Seite zu gehen.



    Und dann waren wir endlich da. Nachdem wir die Gegebenheiten aus dem letzten Jahr kannten, fuhren wir gar nicht erst zur Grövelsjön Fjällstation, sondern direkt zum See hinunter, auf den Parkkplatz kurz vor der Sjöstugan. Da wir das erste Stück über das Salsfjället nach Sylen im letzten Jahr schon zweimal gelaufen waren, wollten wir möglichst noch am Nachmittag mit dem Boot über den See um dann am Eingang des Grøtådalens zu zelten. Also gingen wir zuerst zur Bootsanlegestelle, um festzustellen ob noch ein Boot geht. Leider waren wir zu spät dran, und das letzte Boot an diesem Tag war bereits gefahren, erst am nächsten Morgen sollte wieder eines gehen.
    Auch gut, dann hatten wir ja jetzt noch jede Menge Zeit. Wir erkundigten uns in der Sjöstugan nach den Angelkarten für unsere Tour. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wie es jetzt war, aber auf alle Fälle bräuchte man verschiedene, und die Karten für das Rogengebiet bekommt man nur in Härjedalen. Da wir uns jetzt nicht festlegen wollten, wann wir genau wo sind, haben wir das Ganze gelassen und nur noch eine Karte für diesen Abend gekauft.
    Jetzt hieß es also, die Rucksäcke fertig zu packen. Da der Hund aufgrund der Verletzung seine Packtaschen nicht tragen kann, mussten wir auch das Hundefutter noch verteilen, das waren für 10 Tage immerhin fast 4 kg. Ein letztes Mal wurden die Packlisten kontrolliert, damit wir nur ja nichts Wichtiges vergessen und dann konnte es losgehen.
    Für den Anfang, allerdings nur ein paar 100 Meter. Es ging über die Brücke über den Grövlan und dann zum Windschutz.





    Da hier schon einige Zelte standen, gingen wir wieder an die gleiche Stelle wie im letzen Jahr beim dem alten Bootsschuppen.





    Auch hier musste es ziemlich geregnet haben, der Boden war recht feucht. Eine wirklich trockene Stelle gab es nicht für die Zelte, aber wir vertrauten da auf unsere Zeltböden.



    Nach dem Zeltaufbau war noch jede Menge Zeit, es war warm und es gab fast keine Mücken. Jeder konnte machen, worauf er Lust hatte.
    Der See lag spiegelblank vor uns, es war wirklich ein Traum.





    Der arme Hund bekam ein Pflaster auf den immer noch offenen Schnitt. Das ging ganz gut und hielt meist ein oder zwei Tage, aber ins Wasser durfte er leider noch nicht, solange das nicht komplett verheilt war.



    Es wurde nun noch die Angel ein bisschen gebadet. Sowohl im See als auch im Fluss. Leider ohne Erfolg.



    Mit den Kameraeinstellungen haben wir auch noch ein bisschen rumgespielt, dabei sind diese Bilder von den "Geysiren" am Grövelsjön entstanden.





    Da uns kein Angelglück beschieden war, kochten wir unser obligatorisches Abendessen. Ein Fertigessen für 2 Portionen plus jeweils 250 g Reis oder Nudeln. Inzwischen war es etwas windiger geworden, und so spürte man von den Mücken immer noch nichts. Bis es dunkel wurde, saßen wir noch draußen und genossen den schönen Abend, dann ging es schnell in die Schlafsäcke.
    Zuletzt geändert von andrea2; 08.11.2016, 11:38.

  • andrea2
    Dauerbesucher
    • 23.09.2010
    • 767

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

    1.Tag 15.08.2010 Grövelsjön/bzw. Sylen – Grøtådalen 9 km

    Als wir am Morgen aus dem Zelt schauten, sah es recht grau aus, aber es war trocken. Das 9.30 Uhr Boot hatten wir von Anfang an abgehakt, das war zu früh, so schnell waren wir am ersten Tag noch nicht mit Frühstück und Packen. Also fassten wir das 11.00 Uhr Boot ins Auge. Nachdem wir alles verstaut, und die Angel noch schnell zum Auto zurück gebracht hatten, waren wir um 10.30 Uhr am Bootsanleger. Niemand weit und breit. Auch gut, das Wetter schaute ja nun auch nicht so toll aus. Wir sahen noch mal auf den Fahrplan. 11.00 Uhr stimmt, aber was stand da ganz unten, das wir gestern einfach überlesen hatten? „Alla dagar utom söndag” – also jeden Tag außer sonntags. Na toll, hätten wir mal genau gelesen. Dann stand da noch, dass man den Transfer unter der angegebenen Nummer anmelden soll. Gut also ein Versuch war es wert, vielleicht fährt es ja doch. Handy raus, aber was ist die Vorwahl von Deutschland nach Schweden? Wir hatten zwar zig Mal beim Tierarzt angerufen, hätten die Nummer also wissen sollen, aber jetzt gerade fiel sie uns nicht ein. Vorne an Parkplatz war ein Schild mit Telefonnummern samt Vorwahl, meinten wir zu erinnern. Also schnell einer zurück: 0046 ist die Vorwahl. Nummer gewählt und gewartet, aber es meldete sich niemand. Ein paar Touristen von der Fjällstation wussten auch nichts genaueres, ebenso ein paar Schweden, die gerade ihr Boot klar machten zum Angeln.

    Inzwischen haben wir den Fahrplan sogar im Internet gefunden. Oh, oh da steht’s ja auch gleich zu Anfang, nicht am Sonntag.
    http://www.sylora.se/

    Letzter Versuch bevor wir wieder anfingen das Salsfjället hochzusteigen, wir fragten in der Sjöstugan. Und Bingo! Sonntags geht nie ein Boot, aber der Chef fährt uns eben über den See. Er meinte, er hätte ein schnelles Boot, das würde nur 15 Minuten dauern. (Das normale Boot braucht 35 Minuten) Er wollte nur noch eben seinen Kaffee austrinken.
    Hätten wir das gewusst hätten, wären wir sicher auch noch gestern Abend über den See gekommen. Aber egal Hauptsache es klappte jetzt. Wir suchten schon mal das angegebene Boot.



    Da kam auch schon der Chef. Schnell waren Rücksäcke, der Hund und wir vier im Boot "verstaut" und es konnte losgehen. Wir nahmen noch vorsichtshalber die Kappis ab, da unser Kapitän meinte, er würde nicht umkehren, wenn einer seins verlieren sollte. Wir hielten das erst für einen Scherz, aber als er richtig loslegte, wussten wir, was er meinte. Langsam konnte man das Tempo nicht nennen, und ruck-zuck waren wir in Sylen.



    Inzwischen war auch die Sonne wieder durchgekommen. Wir zogen die warmen Sachen aus, die wir extra für die Bootstour angezogen hatten, dann wurden die Rucksäcke geschultert und es ging die Fahrstraße entlang Richtung Sylen. Wir waren höchsten 300 m gelaufen, als der Hund auch schon sein Pflaster verloren hatte. Das fing ja gut an. Also Rucksäcke wieder runter, Erste Hilfe Set raus und neu verarzten, dann ging es weiter. Inzwischen machten sich auch die ersten Mücken bemerkbar. Kurz vor den Häusern biegen wir nach Osten ab und folgten für den ersten Kilometer den Schildern Richtung Hävlingen. Kurz hinter der Brücke über den Røa dann der Wegweiser Grøtådalen. Wir verließen den markierten Weg und schlugen den Pfad in nördliche Richtung ein.



    Leicht ansteigend ging es anfangs durch den Birkenwald. Da die Sonne inzwischen kräftig schien und es ziemlich windstill war, war das eine ganz schön scheißtreibende Angelegenheit. Nach 30 Minuten fragte ich mich wie zu Beginn jeder Tour, warum ich mir das eigentlich antue? Ich hatte das Gefühl, der Rucksack schnürt mir die Luft ab. Aber das kannte ich schon, so geht es mir zu Beginn jeder Tour. Nach einer kurzen Pause ging’s weiter. Bald wurde der Wald lichter und ging in eine offene Heidelandschaft über.





    Der Weg war sandig und bequem zu gehen. Die Aussicht wurde immer schöner, und schon relativ bald hatten wir mit 900 m den höchsten Punkt für heute erreicht. Wir machten eine lange Pause, aßen etwas Schokolade und genossen die Aussicht.
    Hier der Blick in Richtung Hävlingen (in Richtung Westen) mit den Hütten am Grövallsjön, den man aber selber von hier aus nicht sehen konnte.



    Und der Blick auf unseren weiteren Weg ins Grøtådalen



    Eigentlich hatten wir gar keine Lust weiterzugehen, zu schön ist es hier in der Sonne, aber leider hatten wir noch nicht besonders viel geschafft, und so mussten wir dann doch irgendwann die Rucksäcke wieder schultern und weitergehen. Der Weg führte nun zunehmend steiniger über die Hochfläche. Rechter Hand breiteten sich viele kleine Seen aus.



    Langsam führte der Weg wieder bergab. Wir warfen noch einen Blick zurück.



    Mit Erreichen des hier noch sehr kleinen Grøtåa begann auch wieder der Birkenwald. Sehr abwechslungsreich ging es das Tal entlang. Mal durch die Birken, durch Sumpf und dann wieder über steinige Moränenwälle.





    Als wir an den Bach kamen, der zwischen Grøthogna und Sylfjellet herunterkommt, fanden wir einen traumhaften Zeltplatz. Da konnten wir einfach nicht dran vorbei gehen. Wer weiß ob noch was Besseres kommt. Also beschlossen wir hier nach knapp 9 km das Zelt aufzubauen. Seitdem wir im Aufstieg den Wald verlassen hatten, waren kaum noch Mücken da, und so stand einem gemütlichen Nachmittag/Abend vorm Zelt eigentlich nichts im Wege. In den Mooren am Rande des Grøtåa sammelten wir Moltebeeren für die Nachspeise. Am gegenüberliegenden Ufer sahen wir zwei Leute, die mit großen Eimern unterwegs waren. Sicher sammelten sie auch Moltebeeren. Wo die wohl übernachteten?





    Auch unser Vierbeiner genoss die warme Sonne und schlief tief und fest. Ganz trauen wir dem Frieden aber nicht, denn es kamen immer mal wieder Rentiere vorbei. Also bleibt er lieber an der Leine. So konnten wir uns auch entspannen und mussten nicht immer aufpassen.





    Als wir mit dem Essen fertig waren, dauert es nicht mehr lange und die Sonne ging hinter den Bergen unter. Es wurde schnell frisch. Und mit einem Mal waren sie da, die Mücken. Schnell packten wir alles zusammen und verzogen uns ins Zelt.

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    • andrea2
      Dauerbesucher
      • 23.09.2010
      • 767

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

      2. Tag 16.08.2010 Grøtådalen -Grøtådalen 9 km

      Morgens dauerte es etwas, bis die Sonne es gegen 7 Uhr über die Berge geschafft hatte, aber dann war es recht schnell angenehm warm und vor allem waren die Mücken wieder weg. Wir frühstückten in Ruhe und begannen dann unseren ganzen Krempel zu verstauen. Noch waren die Rucksäcke ziemlich voll und es musste sorgfältig gepackt werden, um alles ordentlich unterzubringen. Gegen 9.30 Uhr waren wir abmarschbereit. Noch ein letzter Blick in die Runde. Nichts liegen gelassen? Dann ging es weiter. Als grobes Ziel für den heutigen Tag hatten wir uns Oasen gesetzt.
      Der Weg führte nun meist durch den Birkenwald, immer in der Nähe des langsam größer werden Flusses. Ziemlich bald kamen wir an diesem schönen Zeltplatz vorbei. Ich denke Mika wird ihn wiedererkennen.



      Immer wieder kamen wir durch kleine Sumpfgebiete mit Moltebeeren. Trotz des schweren Rucksacks konnten wir die nicht stehen lassen. Nach insgesamt etwa 2 km waren wir an der Brücke, die den Grøtåa überquert. Unsere Tochter ließ es sich nicht nehmen, den Fluss auf dieser aus einem Baumstamm bestehenden Brücke zu überqueren. Allerdings gibt es 50 m flussaufwärts eine ganz bequeme breite Brücke.



      Nach ca. einer Stunde Gehzeit machten wir die erste Pause, nachdem wir ein kleines Sumpfgebiet durchquert hatten, das voller Moltebeeren war. Wer weiß, wann wir wieder so viele Vitamine bekommen werden. Der Grøtåa mäanderte hier sehr malerisch durchs Tal.





      Dann ging es weiter. Wir passierten eine private Hütte und kurz bevor wir an die zweite Brücke kamen, sahen wir eine Gruppe von drei Wanderer, die sich auf der anderen Flussseite durchs Moor schlugen. Nachdem wir eine zweite Hütte passiert hatten, wird der Weg wieder lichter. Es ging viele Hügel rauf und runter, und die Temperatur betrug gefühlte 35 °C.



      Gegen Mittag machten wir eine längere Pause. Sobald der Rucksack von den Schultern war, fühlte ich mich als ob ich schwebe. Es gibt ein paar Nüsse und ein Haferl voll Blaubeeren, die schnell gesammelt waren. Das wunderbare Wetter trug sicher auch seinen Teil dazu bei, dass wir die ersten Tage nicht so recht voran kamen. Es fiel einfach unheimlich schwer sich wieder aufzuraffen, wenn man auch einfach in der Sonne liegen bleiben könnte.







      An dem kleinen See, den wir kurz darauf passierten, konnten wir einen Prachttaucher beobachten und über uns sahen wir einen Fischadler fliegen. Nach der Pause dauerte es erst einmal eine Weile, bis wir wieder in den Laufrhythmus fanden. Kurz bevor wir Grøtådalsætra erreichen noch ein Blick auf den weiteren Weg.



      Bei der Hütte lagen einige Coladosen und Bierflaschen zum Kühlen im Bach (das wäre jetzt lecker!) und die Tür stand offen. Aber es war nirgends jemand zu sehen. Wir überquerten wieder den Fluss und liefen nun auf einem autobahnähnlichen Weg über eine sandige Ebene. War das eine Wohltat für die müden Beine nach dem vielen Auf und Ab. Jetzt sahen wir auch die vermutlichen Bewohner der Hütte. Sie standen fliegenfischend am anderen Flussufer.
      Bevor der Weg wieder anfing anzusteigen, kamen wir an einen Platz, der schon vielen als Zeltstelle gedient haben musste. Viele schöne ebene Plätze und eine große Feuerstelle. Wir waren unschlüssig, ob wir hier bleiben sollten. Die Zeltplätze waren hier aufgrund der vielen Steine nicht gerade üppig. Wir machten erst einmal Pause. Während es bei der letzten Pause mit Absetzen des Rucksacks eigentlich schon wieder besser ging, waren jetzt alle ganz schön kaputt. Jeder plumpste da auf den Boden, wo er gerade stand. Ich fragte mich allen Ernstes, warum ich vor dem Urlaub regelmäßig Laufen gegangen bin. Keiner hatte Lust Wasser zu holen, aber alle hatten Durst. Schließlich erbarmte sich mein Mann und füllte die Flaschen am nahen Fluss. Wir wollten gerne bei Oasen übernachten. Aber uns war noch nicht klar, ob wir noch weiter laufen sollten. Der Weg wurde, das sah man schon, wieder recht steinig und anstrengend. Nach einigem Hin und Her beschlossen wir noch etwas weiter zu gehen, hier waren uns einfach noch zu viele Leute unterwegs. Immerhin wussten wir, dass es bei Oasen schöne Zeltstellen geben sollte, trotzdem wollten wir ab jetzt nach Zeltplätzen Ausschau halten. Es stärkt sich noch einmal jeder mit einem Müsliriegel und dann ging es an den nun langsam beginnenden Anstieg.



      Am ersten See zur linken Hand sahen wir eine Feuerstelle. Da war dann meist auch eine Zeltmöglichkeit in der Nähe. Aber auch hier standen zwei Angler und versuchen ihr Glück. Schien ja eine größer Gesellschaft zu sein, die in der Hütte wohnte. Vor uns breiteten sich Millionen an Steinen aus. Eigentlich hatten wir genug für diesen Tag. Wir kamen an einen weiteren See auf der rechten Seite des Weges. Eigentlich waren es zwei, die mit einem kurzen Bach verbunden waren. Am andern Ufer sah es so aus, als könnte da was sein. Aber sollten wir wirklich um den ganzen See herumlaufen? Nachher ist da nur Sumpf. Wir wollten es versuchen. Und siehe da, der Platz war zwar nicht optimal, ein bisschen nass und steinig, aber alles annehmbar. Wir beschlossen hier zu bleiben, denn die Stelle war wunderschön. Der See war glasklar und rundherum wuchsen ein paar Bäume inmitten der Steinwüste. So hatten wir unsere eigene kleine Oase gefunden.



      Wir bauten die Zelte auf und genossen dann erst mal eine Weile das Nichtstun bevor wir uns ans Kochen machten.
      Die Mücken hielten sich in Grenzen, solange noch die Sonne schien. So konnten wir noch eine ganze Weile vor dem Zelt sitzen und die fantastische Umgebung genießen.







      Aber genau wie gestern, mit dem Sonnenuntergang kamen die Plagegeister, so dass wir uns dann doch nach drinnen verzogen. Und da wir eh reichlich müde waren, ging es nach ein bisschen Kartenstudium bald in die Schlafsäcke.

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      • andrea2
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        • 23.09.2010
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        • Meine Reisen

        #4
        AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

        3. Tag 17.08.2010 Grøtådalen -Røvoltjønnan 11 km

        Am nächsten Morgen war es ziemlich grau draußen und komplett windstill. Aber es war nicht kalt und sah auch noch nicht nach Regen aus. Allerdings hatten wir heute deutlich mehr Mücken als die letzen Tage.



        Wir frühstückten im Zelt, und packten dann zusammen. Eigentlich hatten wir ja einen Tag zur Besteigung des Stor-Svuku eingeplant, aber im Moment hatte da keiner so richtig Lust drauf. Heute war der dritte Tag, der ja bekanntlich meist der schwierigste ist, bevor der Körper sich an die ungewohnte Belastung gewöhnt hat. Nachdem wir gestern schon so langsam voran kamen, heben wir uns lieber einen Puffertag auf, um bei Bedarf etwas langsamer machen zu können.
        Gegen 10 Uhr starteten wir. Es ging nun ansteigend am Fuße des Stor Svuku entlang. Eigentlich waren wir nicht undankbar, dass die Sonne im Moment nicht schien, das sparte uns einige Schweißtropfen. Die Landschaft schien nur aus Steinen zu bestehen, es gab nur noch niedrige Sträucher und Kräuter.
        So konnten wir Oasen schon lange vor uns sehen, bevor wir es nach etwa einer Stunde erreichten.



        Wir waren fast etwas enttäuscht. Vielleicht lag es aber nur am grauen Wetter, denn unsere Oase vom Vortag hatte uns viel besser gefallen. Da sich hier die Wege von Svukuriset nach Reva und der Weg aus dem Grøtådalen nach Haugen Gård treffen, schien die Stelle als Zeltplatz sehr beliebt zu sein. Leider sah man das auch am überall herumliegenden Müll.



        Von hier oben konnten wir außer der Steinwüste den Weg der nächsten Tage überblicken.



        Wir machten eine kurze Pause und beratschlagen, ob wir nun wie geplant über Røvollen und das Skedbrofjället gehen oder von hier aus direkt nach Nord-Osten Richtung Reva. Da wir schon die Besteigung des Stor-Svuku gestrichen hatten, wollen wir nun unsere ursprüngliche Route beibehalten. Das heißt, wir folgten dem Weg nach Haugen Gård noch ein Stück, bis wir den Weg von Sukuriset nach Røvollen erreichten. Es ging fast eben am Hang entlang. Trotz der vielen Steine kamen wir gut voran und so dauerte es nicht lange bis wir an den Weg kamen. Verfehlen hätten wir ihn eh nicht können, da wir schon von weiten mehrere Gruppen Wanderer in beide Richtungen laufen sahen. Hier ist wohl deutlich mehr los als im Grøtådalen.
        Wir folgten dem Weg nach Norden und stiegen hinab zum Seenplateau Røvoltjønnan.
        Langsam kam die Sonne wieder durch und schob die Wolkenwand nach Osten weg. Gleich wurde es wieder hochsommerlich warm. Der Weg führte mal mehr, mal weniger sumpfig mitten durch das Labyrinth der Seen. Ich fand diesen Abschnitt der Tour einen der Schönsten. Einerseits die felsige karge Landschaft, dann immer wieder die herrlichen Seen, mit ein paar Bäumen am Ufer und dann die großen alten Kiefern dazwischen.





        An einem der ersten Seen machten wir Mittagspause. Der Hund freute sich über eine kleine Abkühlung, auch wenn er immer noch nicht ganz ins Wasser hinein darf.









        Von Südwesten kommend traf ein Weg aus Haugen Gård auf unseren. Obwohl es gerade mal 15.00 Uhr durch war, suchten wir kurz bevor der Abstieg und damit auch wieder der Wald begann, einen Zeltplatz, da wir Bedenken hatten, später noch etwas Vernünftiges zu finden. Mitten zwischen den Felsen fand sich ziemlich schnell ein flacher Platz fast ohne Steine für das große Zelt. Wasser war in der Nähe und für das kleine Akto fand sich eh überall ein Platz. Also Schluss für heute und Rucksäcke runter. Was für eine Wohltat. Jeder suchte sich eine bequeme Stelle, und so machten wir erst mal eine ganze Weile gar nichts.



        Aber irgendwann wird sogar das Faulsein zu langweilig. Wir bauten das Zelt auf und verstauten unsere Sachen. Bevor wir Essen kochten, verbringen wir einen gemütlichen Nachmittag, mit Baden, auf Felsen klettern, Fotos machen, oder einfach nur faul sein.







        Sobald abends die Sonne weg war, kamen auch wieder die Mücken und diesmal auch die Knots.
        Langsam waren auch wieder Wolken aufgezogen. Am Horizont schein es schon zu regnen während die Sonne noch einmal kurz unter den Wolken durchscheint.



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        • ParaMHN
          Erfahren
          • 04.03.2010
          • 257

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

          Da war ich heute schon mit überraschend gutem Wetter draußen, aber diese Bilder machen einfach trotzdem Fern- und Naturweh! Wunderschön anzusehen.

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          • matzen
            Erfahren
            • 07.02.2008
            • 196

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

            Wow, danke. Super schöne Bilder

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            • Squirrl
              Anfänger im Forum
              • 25.06.2009
              • 14

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

              Bis jetzt schon ein toller Wanderbericht!

              Mit Freude habe ich noch Euren letzten Wanderbericht in Erinnerung. Dieser ist schon genau so toll wie der letzte. Schön(e) viele Fotos, gut und ausführlich geschrieben. Ganz nach meinem Geschmack.

              Wir waren dieses Jahr in Dalarna und machten einen Ausflug zum Grövelsjön und Idre. Nächstes Jahr geht es nach Idre als Primärziel hin und dann einige Wanderausflüge um den Grövelsjön und Rogen!!!

              Schön, daß Ihr Eure Erfahrungen mit uns teil! Macht weiter so!

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              • andrea2
                Dauerbesucher
                • 23.09.2010
                • 767

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

                Vielen Dank fürs Lob. Es geht weiter:


                4.Tag 18.08.2010 Røvoltjønnan – Litvolsjøen 14 km

                In der Nacht war eine dicke Wolkenwand aufgezogen, als wir morgens rausschauten, sah es schon sehr nach Regen aus.





                Während wir frühstückten fielen die ersten Tropfen. Wir packten im Zelt zusammen und warteten den nächsten Schauer ab, bevor wir abbauten. Die Kamera wurde auf Grund des Wetters im Rucksack verstaut, so gab es heute den ganzen Tag keine Bilder.
                Als wir aufbrachen nieselt es ein bisschen, wir legten den Rucksackschutz an und zogen die Regenjacken an. Auf die Regenhosen verzichteten wir vorerst. Wie sich später herausstellte, werden wir sie auch nicht brauchen. Der Weg tauchte bald in den Wald ein und führte bergab. Da die Steine jetzt nass waren, musste man gut aufpassen, wohin man trat, um nicht auszurutschen. Ich war froh, Stecken dabei zu haben. Bald konnten wir den Nedre Roasten sehen, doch es dauerte noch eine Weile, bis wir nach etwa einer Stunde die Brücke über den Røa erreichten. Hier herrschte ziemlicher Urwald, dichte Vegetation und dann wieder Blockfelder. Nach einer kurzen Pause am andern Ufer, folgten wir etwa einen Kilometer dem Weg, der am Fluss entlang nach Westen führte. Bevor wir die Røvollen-Hütte erreichten wies uns ein Wegweiser den Weg nach Norden, Richtung Ljøsnåvollen.
                Für die nächsten 7 km ging es fast permanent bergauf. Den dichten Wald, der am Fluss vorherrschte, hatten wir bald hinter uns gelassen. Stattdessen gingen wir durch lichten Wald mit Birken und Kiefern, ab und zu durchsetzt mit kleinen Mooren. Obwohl es immer wieder etwas nieselte, hatte man noch eine ganz gute Sicht.
                Die Langeggtjønnan wurden auf den nur wenige Meter breiten Moränenwällen zwischen den Seen durchquert, bevor der letzte Anstieg auf die Höhe Stormyråsen begann. Die herrliche Aussicht von hier oben, bzw. das was davon zu sehen war, konnten wir kaum genießen, da es inzwischen sehr windig geworden war und wir trotz der warmen Kleidung schnell anfingen zu frieren. Immerhin war es bis auf das bisschen Nieseln immer noch trocken, obwohl wir rundherum immer wieder Regenschlieren am Himmel sahen.
                Von Stormyråsen ging es noch etwas ansteigend zwischen den beiden Gråvola-Gipfeln hindurch. Dieses Stück des Weges führte über weite Geröllfelder, sodass wir froh waren, als sich der Weg langsam wieder senkt, und weniger steinig, aber dafür morastig wurde. Sobald wir die ersten Seen erreichten, fingen wir an einen Zeltplatz zu suchen. Fündig wurden wir aber erst direkt an der Wegkreuzung kurz hinter dem Litvolsjøen, als wir auf den Weg von Ljøsnåvollen nach Skedbro trafen. Gerade als die Zelte standen, fing es wieder an zu regnen. Glück gehabt! Wir kochten gemütlich in der Apsis und lagen relativ zeitig in den Schlafsäcken.
                Heute hatte ich das Gefühl, dass ich eigentlich noch locker weiter hätte laufen können, obwohl der Weg durch die Anstiege und doch Geröllfelder sehr anstrengend war. Zuerst schob ich das auf die kühleren Temperaturen, stellte dann aber fest, dass es an der Kamera lag, die ich heute ja im Rucksack hatte. Das Gewicht der Kamera, die ich normalerweise am Beckengurt trage, scheint das Laufen doch deutlich zu beeinflussen. Aber im Rucksack nutzt sie mir ja auch nichts, denn selbst in den Pausen bin ich dann meist zu faul sie rauszuholen.


                5. Tag 19.08.2010 Litvolsjøen – Bustvålen 11 km

                Irgendwann in der Nacht hatte der Regen aufgehört, und als ich um 7.00 Uhr aus dem Zelt schaute, konnte ich es kaum glauben, aber es schien ein wunderschöner, sonniger Tag zu werden. Kühl war es noch, aber das ändert sich schnell.






                Ich bin noch sooo müde!

                Wir ließen uns Zeit mit dem Frühstück, damit die Zelte noch ein bisschen abtrocknen konnten, dann wurde gepackt und gegen 10 Uhr starteten wir in Richtung Skedbrostugan. Im Gegensatz zum Vortag war der Weg jetzt sehr einfach zu gehen. Im Gewirr der Skjebrotjønnan musste man nur die Markierung gut im Auge behalten.



                Nach einer knappen Stunde erreichten wie die kleine Fantbua Hütte, die nur auf der norwegischen Karte eingezeichnet ist. Die Hütte wurde 1918 erbaut und diente anfangs Rentier-Aufsehern als Unterkunft. Später auch Jägern und Anglern, dabei wurde die Hütte mehrmals renoviert. Vor ein paar Jahren wurde sie Eigentum des staatlichen Forstbetriebes Statskog. Die Hütte steht jedem Wanderer kostenlos für Übernachtungen zur Verfügung. Es wird aber um eine freiwillige Spende zur Deckung der Unterhalts- Reparatur- und Brennholzkosten gebeten.
                Schön, dass es sowas noch gibt.



                Unser weiterer Weg führte jetzt ansteigend aufs Skjebrofjellet. Wir scheuchten einige Schneehühner auf, und immer wieder kreuzten Rentiere unseren Weg.



                Bald hatten wir die letzen Bäume bzw. Bäumchen hinter uns gelassen. Die Aussicht wurde immer schöner. Unter uns breiteten sich unendlich viele Seen aus. Der Blick reichte weit nach Westen und Süden. Von Gråvola und Stormyråsen über Stor-Svuku und Grøtådalen konnten wir fast unsere gesamte bisherige Tour überblicken.



                Gegen Mittag erreichten wir den Rentierzaun und damit auch die Staatsgrenze. Aus dem norwegischen Skjebrofjellet wurde auf schwedischer Seite das Skedbrofjället. Hier stand auch noch eine Tafel mit Warnhinweisen vor den Moschusochsen. Wir erinnerten uns an den Artikel, denn wir vor fast 20 Jahren im Outdoor-Magazin gelesen hatten, über den Moschusochsen an der Storrödtjärnstugan.
                Wir verließen also Norwegen, und damit den Femundsmarker Nationalpark und wanderten nun durch das schwedische Rogen Naturreservat. Noch lagen ein paar Höhenmeter vor uns, bevor wir auf einer Höhe von knapp 1000 m das Skedbrofjället im Süden umrundeten und endlich der Blick auf den Rogen frei wurde. Die Aussicht war fantastisch, die Sonne schien, und an windgeschützten Stellen war es schön warm. Es hinderte uns also nichts daran hier eine lange, lange Mittagspause zu machen.





                Doch irgendwann musste es weiter gehen. Der Abstieg zur Skedbrostugan, die wir schon mit dem Fernglas sehen konnten, sollte sehr anstrengend sein. Also packten wir schweren Herzens zusammen und verließen unsere Aussichtskanzel. Es ging nun relativ steil bergab. Manchmal fragte man sich wirklich woher nur all die vielen Steine kommen.



                Wir wollten einen Zeltplatz finden, bevor wir den westlichen Ausläufer des Bustvålen erreicht, da später für lange Zeit kein Wasser mehr auf der Karte verzeichnet war. Sollten wir nichts finden, müssen wir entweder einen Abstecher nach Reva machen oder bis Rödviken weiterlaufen. Das Gelände hier machte uns nicht gerade Mut. Nach vielen, vielen Steinen und vielen, vielen kleinen Hügeln trafen wir auf den Weg der von der Skedbrostugan her kommend nach Reva bzw. zur Rogenstugan führte. Wir folgten ihm nach Süden. Beim ersten kleinen See rechter Hand ließen wir die Rucksäcke stehen und machten uns auf Zeltplatzsuche. Aussichtlos zwischen den ganzen Felsen.
                Also noch ein Stück weiter. Wir kamen an einen weiteren kleinen See und an ein Moor. Hier schwärmten wir erneut aus. Und tatsächlich wir fanden einen Platz. Zwar ein ganzes Stück ab vom Weg, aber sehr schön gelegen. Sogar ein kleiner Bach floss vorbei.


                Probeliegen mit "Schnittmuster"



                Bald standen die Zelte. Das Gepäck war verstaut, und schon ging es uns wieder gut. Ich lief ein bisschen den Bach entlang, mache Fotos und sammle Moltebeeren. Leider zogen immer mehr Wolken auf. Bald war es Zeit zum Essen kochen.






                Der "Sockenbaum"

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                • Mika Hautamaeki
                  Alter Hase
                  • 30.05.2007
                  • 3943

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

                  Ein herrlicher Bericht. Mir scheint, daß ihr dort mitten in der Hochsaison angekommen seit, denn derartig viele Leute hab ich im Bereich Grötadalsätra nie gesehen, obwohl ich auch im August da war. Aber vielleicht haben die sich nur vor mir versteckt
                  Zu den Hütten: Das sind m.W. alte Jagdhütten, die man mieten kann. Aber durch die phantastische Lage sollen die lange im Vorraus ausgebucht sein (hat mir ein Norweger erzählt, den ich dort traf).
                  So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                  A. v. Humboldt.

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                  • paddel
                    Fuchs
                    • 25.04.2007
                    • 1850

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

                    Super Bericht, klasse Bilder, ich bin schwer begeistert!

                    ...und muss da jetzt endlich mal hin.
                    Froh schlägt das Herz im Reisekittel,
                    vorausgesetzt man hat die Mittel.

                    W.Busch

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                    • andrea2
                      Dauerbesucher
                      • 23.09.2010
                      • 767

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

                      6. Tag 20.08.2010 Bustvålen - Rogen 11 km

                      Am Morgen schien zwar die Sonne, aber die grauen Wolken nahmen schnell zu. Morgens um 7.00 Uhr reichte es noch für ein paar stimmungsvolle Fotos.









                      Wir frühstückten, packten zusammen und füllten noch einmal alle Wasserflaschen auf, bis Rödviken sah es schlecht aus mit frischem Trinkwasser. Gegen 9.30 Uhr waren wir wieder unterwegs.



                      Zuerst mussten wir am Fuße des Bustvålen ein paar Höhenmeter überwinden. Bald schon ging unser Weg zur Rogenstugan ab, während es geradeaus nach Reva weitergeht. Wir kamen deutlich schneller voran als die letzten Tage. Der Weg führte sehr bequem fast immer auf gleicher Höhe um den Berg herum. Mal gingen wir durch lichten Kiefernwald, dann wieder führten vermoderte Bohlenwege durch Moore. Immer wieder sahen wir Rentiere und ab und zu hatte man einen kleinen Ausblick auf den Rogen.







                      Um 13.00 Uhr erreichten wir den Windschutz bei Rödviken. Das erste Mal standen wir direkt am Rogen. Wir machten eine Pause, "bewunderten" den Wandteppich, der wohl eher in die Alpen passt und aßen eine Kleinigkeit.





                      Zum Zelten war es noch zu früh. Leider war es inzwischen ziemlich grau geworden und sah nach Regen aus. Die Kamera verschwand wieder im Rucksack.
                      Weiter ging es jetzt immer oberhalb des Rogens. Als wir an der Abzweigung nach Käringsjön vorbeikamen eröffneten wir die Zeltplatzsuche. Wir wollten auf jeden Fall vor den Sumpfgebieten, die etwa 3 km vor der Rogenstugan begann, zelten. Hier am Weg sah es nicht gut aus. Entweder war es so nass, dass zwischen dem Heidekraut schon das Wasser stand, oder es war zu felsig. Wir stellten die Rucksäcke ab und starteten einen Versuch zum Seeufer hinunter. Das waren etwa 300 m, aber es lohnte sich. Wir stießen schnell auf einen Zeltplatz, der anscheinend oft von Kanuten genutzt wird, denn es gab eine Reihe schöner ebener gut präparierter Zeltstellen. Ein paar Bäume am Ufer boten Schutz vor dem inzwischen doch recht ordentlichen Wind.
                      Wir holten unsere Rucksäcke und bauten gleich die Zelte auf, denn inzwischen sah man schon den Regen über den See nahen. Heute Abend waren es nur einzelne Schauer und zwischendurch kam auch immer wieder einmal kurz die Sonne zum Vorschein.









                      Wir nutzten eine Regenpause zum Kochen und Essen. Inzwischen machte sich die körperliche Belastung bemerkbar und eigentlich reichte das Essen nicht, um wirklich zum satt zu werden. Schon erstaunlich, was die Kinder auf einmal alles aßen, wenn sie richtig Hunger haben. Zu Hause würden sie wahrscheinlich nur die Nase rümpfen. Nachdem alle noch Hunger hatten, als der Topf leer ist, gab’s noch ein Haferl Erbswurst für jeden. Und dann fing es auch schon wieder an zu regnen. Den Rest des Abends verbrachten wir mit dem Kartenstudium im Zelt.


                      7. Tag 21.08.2010 Rogen – Rogen 6 km

                      In der Nacht hatte es weiter geregnet und auch morgens waren die Regenpausen nur kurz. Wir ließen uns also Zeit und frühstückten erst einmal gemütlich. Heute stand nur eine sehr kurze Etappe an. Wir mussten erst am 25.08. gegen Mittag oder frühen Nachmittag in Grövelsjön sein, und wir hatten nur noch knapp 40 km vor uns. Wir konnten uns also Zeit lassen. Daher wollten wir nur bis zum Fuße des Tandsjövålen. Sollte das Wetter doch noch überraschend schöner werden, werden wir uns überlegen noch weiter zu gehen. Es wäre schade gerade die Etappe über den Tandsjövålen, die so eine herrliche Aussicht über den Rogen bietet, im Regen gehen zu müssen. Aber erst einmal abwarten.
                      Eine Regenpause gab es erst einmal nicht, also bauten wir das Zelt im Regen ab und mussten das erste Mal auf dieser Wanderung in voller Regenmontur loslaufen. Die Kamera war wieder im Rucksack, es gab erst am Nachmittag wieder Bilder. Wir hatten Glück, kaum hatten wir wieder den markierten Weg erreicht, ließ der Regen nach. Bei der ersten Pause konnten wir die Regensachen ausziehen. Der Weg verlief ähnlich wie gestern durch Wald. Ab und zu Ausblicke auf den Rogen und immer wieder sahen wir Rentiere. Langsam hatten wir das Gefühl, es waren immer die gleichen. Nach Anzahl und Farbe der Halsbänder sah es auf jeden Fall so aus.
                      Vor der Rogenstugan führte der Weg ein ganzes Stück durch Sumpf. Hier hätten wir beim besten Willen keinen Zeltplatz mehr gefunden. Langsam kam die Sonne raus, wir machten eine Pause und taten etwas für unseren Vitaminhaushalt. Hier gab es unglaublich viele Blaubeeren. Selbst der Hund pflückte mit. Er machte allerdings keinen Unterschied zwischen Blaubeeren, Rauschbeeren und Krähenbeeren, aber es schien ihm zu bekommen.
                      Auf dem Weiterweg kreuzten wir erst den Winterweg. Kurze Zeit später gelangten wir an die Wegkreuzung, an der der Weg, der von der Skedbrostugan nördlich um die Rödsjön-Seenkette herumführte, wieder auf unseren traf. Nach Süden ging es zur Rogenstugan. Wir nahmen die vierte Möglichkeit, und folgten dem Wegweiser Richtung Storrödtjärnstugan. Es ging durch den Wald, rauf und runter über kleine Hügel. Langsam kamen uns Zweifel, ob das der richtige Weg war. Ein Mountainbiker mit dem Rad auf der Schulter begegnete uns. Ob der hier viel zum Radeln kam? Dann gelangten wir an den Fluss mit ein paar Bootsschuppen und fanden uns auch auf der Karte wieder zurecht.
                      Weit wollten wir nicht mehr. Entweder an den noch rechterhand kommenden Seen oder evtl. wieder am Rogenufer sollten wir einen Zeltplatz finden. Es kostete uns zwar einige Zeit aber schlussendlich hatten wir einen sehr schönen Platz gefunden. Ca. 20 m über dem See mit herrlichem Ausblick über diesen.





                      Die Zelte standen kaum, das fielen auch schon wieder die ersten Tropfen. Wir hatten wirklich unglaubliches Glück auf dieser Wanderung. Der Regen war schnell wieder vorbei. Am Westende des Sees konnten wir über Stunden graue Regenwolken verfolgen. Erst hingen sie über dem Stor-Svuku, dann zogen sie langsam Richtung Skedbrofjället.





                      Es war früher Nachmittag und so machten wir uns auf, die Gegend ein bisschen zu erkunden. Wir folgten dem Seeufern, kamen an ein paar Booten vorbei, und gelangen zu einer Hütte, die auch auf der Karte verzeichnet war. Weit und breit schien keine Menschenseele zu sein. Nur auf dem See sahen wir ab und zu ein paar Kanuten.







                      Nachdem es auch über dem Slagufjället recht grau wurde, kehrten wir zu den Zelten zurück. Auf dem Rückweg beobachteten wir noch einen Auerhahn.



                      Wir bekamen nur ein paar wenige Tropfen ab, dann war es wieder schön. So stand also einem gemütlichen Abendessen im Freien nichts entgegen.



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                      • andrea2
                        Dauerbesucher
                        • 23.09.2010
                        • 767

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

                        Danke, danke, danke, ich freu mich das Bericht und Fotos Anklang finden. Weiter geht es:


                        8. Tag 22.08.2010 Rogen – Fisklöstjärnen 7 km

                        Morgens strahlte die Sonne. Wir schienen Glück zu haben mit unserer Etappe über den Tandsjövålen.



                        Frühstück und Packen gingen flott und so waren wir schon um kurz nach 9.00 unterwegs. Der Weg führte noch ein kleines Stück durch den Wald bevor er sich den Berg hinauf zog. Schon hier war die Aussicht beeindruckend, und wurde mit jedem Höhenmeter den wir zurücklegen schöner.



                        Heute gab es ausnahmsweise mal nicht ganz so viele Steine, so kamen wir zügig voran und standen schon um 10.30 auf dem Gipfel. Hier oben ging ein kalter Wind. Aber wir wollten nicht so bald weiter und zogen schnell die warmen Sachen an. Die Aussicht war fantastisch.
                        Im Süden konnte man mit dem Fernglas die Storrödtjänstugan sehen. Davor lag die langgezogene Bucht des Rogen, an deren Spitze wir noch vorbei kommen sollten.



                        Weiter schweifte der Blick über das Slagujället, das Grøtådalen mit Grøthogna, Sylfjellet und Rønsjøruten. Dann der Stor-Svuku und die Berge jenseits der Femundsees. Im Vordergrund der tiefblaue Rogen mit seinen Inseln, Bustvålen und das Skedbrofjället folgten im Westen.



                        Im Windschutz des Steinhaufens am Gipfel konnte man es zwar eine ganze Weile aushalten, aber irgendwann war es doch zu kalt und wir machten uns an den Abstieg. Der Weg war unschwierig, nur manchmal etwas sumpfig. Wieder begegneten uns viele Rentiere.







                        Als wir an den Fisklöstjärnen kamen und eine schöne Zeltstelle sahen, beschlossen wir hier zu bleiben, obwohl es erst gerade Mittag durch war. Die Wolken sahen im Moment recht bedrohlich aus, und der weitere Abstieg soll sehr steinig werden. Auf einen freien Zeltplatz am Windschutz am Rogen wollten wir uns nicht unbedingt verlassen.
                        Schnell stand das große Zelt und als es tatsächlich anfing zu gießen, hatten wir rasch die Ausrüstung im Zelt verstaut. Nach kurzer Zeit war der Regen wieder vorbei. Es wurde zwar nicht mehr richtig schön, aber wir konnten den Nachmittag gemütlich mit Blaubeerensammeln und einem kleinen Spaziergang um den See verbringen.





                        Abends wurde gekocht und wie immer, wenn man eigentlich zu viel Zeit hat, drehte sich jeder zweite Gedanke ums Essen. Heute gab es also nach unserem normalen Essen nochmal eine Portion Erbswurst für jeden und anschließend noch den Schokobabybrei, den wir eigentlich für Notfälle dabei hatten (muss nur mit warmen Wasser angerührt werden, die pure Kalorienbombe). Danach waren tatsächlich alle papp satt, allerdings nicht lange.



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                        • andrea2
                          Dauerbesucher
                          • 23.09.2010
                          • 767

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

                          9. Tag 23.08.2010 Fisklöstjärnen - Slagusjön 9 km

                          Morgens um 6.00 Uhr schien die Sonne aufs Zelt. Als ich rausschaute, sah ich, dass der See noch komplett unter dem Nebel lag, auch rundherum hingen noch so einige Nebelschwaden herum. Darüber hinweg schien die Sonne. Bis ich in den Klamotten war und mich mit der Kamera aus dem Zelt gewurschtelt hatte, möglichst ohne die Kinder zu wecken, war die schöne Stimmung schon wieder vorbei. Die Sonne hatte den Nebel bereits aufgelöst.





                          Wir frühstückten, packten und gegen 9.00 Uhr konnte es weiter gehen. Die Hälfte der Familie entschied sich, auf Grund des schönen warmen Wetters direkt mit abgezippten Hosenbeinen loszulaufen.
                          Es ging, wie fast immer in dieser Gegend, über reichlich Steine durch den Wald abwärts. Schon um kurz vor 10.00 Uhr erreichten wir den Abzweige zum Windschutz am Rogen. Da es für eine Pause noch zu früh war gehen wir weiter. Wir passierten Brücke und Rentierzaun und warfen noch einen Blick auf den Rogen.



                          Inzwischen hatten sich bereits wieder dicke Quellwolken gebildet. Es sah so aus, als sollte es heute noch nass werden. Wir hofften nur, dass es kein Gewitter gibt.
                          Der Weiterweg stieg nun wieder an, führte eine ganze Weile durch Wald und über Moore. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir die Grenze Härjedalen/Dalarna und wechselten somit vom Rogen Naturreservat ins Långfjellets Naturreservat. Wir machten eine kleine Pause und aßen Etwas. Inzwischen war es richtig grau geworden und somit auch wieder frisch, da wurden schnell die Hosenbeine wieder angezippt.
                          Auch hier standen wieder die Warnschilder vor den Moschusochsen. Gesehen hätten wir diese großen Verwanden der Ziegen schon mal gerne. Nur zu nah muss ich sie nicht haben. Wie uns der Stugward der Storrödtjärnhütte später erzählte, sind sie schon lange nicht mehr in diesem Gebiet. Manchmal kommen sie wohl noch im Winter.
                          Weiter ging es nun über lange Bohlenpfade, die jetzt deutlich besser gewartet waren als in Härjedalen. Dann noch ein letzter etwas steiler Anstieg und wir hatten um 11.30 die Strorrödtjärnstugan erreicht. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Da wir eh nicht vorhatten hier zu bleiben, gingen wir noch ein kleines Stück weiter um uns einen windgeschützten Platz für eine kleine Pause zu suchen.



                          Gerade als wir saßen kam ein Jogger mit Hund vorbei. Es war der Stugward der Hütte, der gerade mal eben in den Wald Richtung Hävlingen runter gelaufen war, um mit dem Hund ein bisschen für die kommende Schneehuhnjagd zu trainieren. Wir unterhielten uns ein Weilchen, bevor er weiter zu Hütte lief, um sich sein Mittagessen zu kochen, und wir weiterliefen zum Slagusjön.
                          Ein paar Geröllfelder mussten wir noch überqueren, bevor wir den See sehen konnten. Bis auch der Windschutz zu sehen war, dauerte es noch ein bisschen. Wir waren schon fast am Ende des Sees, als wir ihn zu sehen bekamen.
                          Am Windschutz war richtig was los. Einige Leute saßen davor und machten Pause, von Hävlingen kam gerade noch eine weitere Gruppe herauf. So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt.
                          Wir blieben ein Stück vor dem Windschutz und fanden auch schnell ein schönes Fleckchen für die Zelte. Am herumliegenden Müll konnte man die Frequentierung der Stelle ablesen. Warum ist es zu viel verlangt, dass jeder seinen Müll mitnimmt??





                          Wir bauten die Zelte auf. Inzwischen war eine Gruppe bereits weitergewandert und die anderen, drei Schweden, die offensichtlich zum Angeln hierhergekommen waren, zogen ein Stück am Westufer des Sees entlang, bevor sie ihr Zelt aufbauten. So war es doch wieder recht ruhig geworden. Ab und zu kam ein kleiner Schauer herunter, aber meist war es noch trocken. Wir verbrachten den Nachmittag mit Blaubeeren sammeln, Faulenzen und Rentiere beobachten, die z.T. bis fast ans Zelt kamen.













                          Am Abend fing es dann ordentlich an zu regnen, auch der Wind hatte kräftig aufgefrischt.


                          10. Tag 24.08.2010 Slagusjön – Grövelsjön 17 km

                          Es hatte die ganze Nacht geregnet, und gestürmt. Morgens rüttelte uns der Wind die ersten Kondenswassertropfen auf das Innenzelt. Draußen war alles grau in grau und so dauerte es ein bisschen länger, bis wir aus den Schlafsäcken krochen. Frühstück gab es im Zelt, und auch gepackt wurde so weit wie möglich drinnen. Dann hieß es Regenklamotten an und Zelt abbauen. Die Kamera war wieder im Rucksack, somit gab’s auch heute keine Bilder.

                          Gegen 9.30 Uhr ging es los. Zuerst über langgezogene Bohlenwege nach Süden ins Tal hinab. Bei Nässe war das nicht unbedingt ein Vergnügen, denn das Holz war sehr rutschig. Als wir langsam die Waldgrenze erreichten, ließ auch der Wind etwas nach. Die Sicht war sehr begrenzt, also verglichen wir immer wieder den Weg mit Karte und Kompasskurs. Bis zu der Abzweigung in den Töfsingdalens Nationalpark ging es dann wieder ein Stück nach oben. Von hier aus führte der Weg nach Westen immer wieder zwischen riesigen Felsbrocken hindurch und durch eine Schlucht zischen Moränenwällen. Nach etwa zwei Stunden htten wir den Windschutz am Hävlingen erreicht. Hier machten wir eine kleine Pause und essen eine Kleinigkeit.

                          Eigentlich wollten wir heute bis zum Övre Fosksjön, dort zelten und dann morgen das letze Stück bis Grövelsjön laufen. Wir beschlossen nun aber heute den direkten Weg bis Grövelsjön durchzulaufen. Das Wetter lud nicht gerade zu einer weiteren Nacht im Zelt ein.

                          Es ging über die Brücke und an der Portageanlage zwischen Hävlingen und Särsjön vorbei. An der anderen Seeseite tauchten wir in dichten Wald ein, der Weg war durch den Regen inzwischen zu einem kleinen Bachlauf geworden. Es dauerte nicht lange, dann ließen wir den Wald hinter uns und kamen wieder ins Fjäll. Hier erwischte uns auch der Wind wieder. Wir hatten nur Glück, dass er von hinten und im weiteren Verlauf der Strecke von der Seite kam, so peitscht uns der Regen nicht mitten ins Gesicht wie den Wanderern die uns aus der entgegengesetzten Richtung begegneten. Die Berge waren komplett in den Wolken, aber der Weg war breit ausgetreten, somit fiel die Orientierung nicht schwer.

                          Gegen Mittag erreichten wir den Särsjöbäcken Windschutz. Wir stellten die Rucksäcke im Holzschuppen ab und quetschten uns mit in die Hütte hinein. Ein schwedisches Paar war gerade im Aufbruch begriffen, und als sie weiter gingen, konnten sich alle setzen. Wir unterhielten uns eine Weile mit zwei Deutschen, die gerade dabei waren, ihr Zelt in der Hütte zu trocknen. Aber mit den feuchten Klamotten wurde es bald kalt. Also wieder rein in die Regenklamotten, Handschuhe und Mütze raus, und ab auf die Zielgerade.

                          Der Weg zog sich immer noch bergauf. Wir liefen vor uns hin, ohne groß etwas wahrzunehmen. Zu Sehen gab es eh nicht viel, da wir uns schon fast in den Wolken befanden. Ich war froh, dass die Kinder immer noch gut liefen. Nur der Hund bekam langsam Probleme. Nach Stunden im peitschenden Regen sah er sehr unglücklich aus.

                          Irgendwann merkten wir, dass es nicht mehr weiter hoch ging, wir mussten also die Jakobshöjden umrundet haben. Es dauerte nicht mehr lange, da konnten wir auch die Fjällstation unter uns liegen sehen. Es wurde noch einmal anstrengend. Steil führte der Weg, der inzwischen ein einziges Moorloch war, ins Tal. Und dann waren wir endlich da.

                          Es war zwar nur noch ein Zimmer mit zwei Betten zu bekommen, aber das war egal. Hauptsache trocken und der Hund durfte mit rein, auch wenn zwei auf dem Boden schlafen müssten.

                          Im Zimmer mussten wir feststellen, dass der seitliche Wind den Regen unter den Rucksackschutz gedrückt hatte. Unten in den Überzügen standen große Pfützen. Wir schmissen erst mal alle nassen Sachen in die Dusche. Schnell hatte sich ein beachtlicher Berg gebildet. Dann hatten wir trockene Sachen an, der Hund war abgerubbelt, hatte Futter bekommen und war zufrieden und wir aßen erst einmal unseren restlichen Tagesproviant auf.

                          Der Trockenraum in der Hütte war ziemlich voll, aber wenigstens die ganz nassen Sachen wie Regenjacken, -hosen und Stiefel bekamen wir noch unter. Der Rest musste halt im Minibad des Zimmers verteilt werden.
                          Das nächste Highlight war die erste Dusche nach 10 Tagen, und danach ein Abendessen am Tisch. Einerseits genossen wir den Luxus, auf der anderen Seite waren wir traurig, dass die Tour nun so schnell zu Ende war.
                          Abends saßen wir noch lange im Aufenthaltsraum und unterhielten uns mit anderen Wanderern.


                          Abreise

                          Am nächsten Morgen holten wir unser Auto, das noch unten am See stand. Nach dem Frühstück musste umgepackt werden, damit wir die Rucksäcke wieder in den Wagen bekamen. Die Zelte waren immer noch nass und auch die Stiefel. Gut dass wir beides erst einmal nicht brauchten. Wir kauften noch ein paar Souvenirs im Shop und in der Sjöstugan. Dann ging es auf die Heimreise. Fast waren wir froh, dass wir heim durften. Es war kalt (angekündigte Tageshöchstemperatur 7°C), windig und es nieselte immer noch.


                          Fazit

                          Alles in allem kann man sagen wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter. Nach 9 Tagen mit schönem Wetter kann man sich über einen Regentag nicht beschweren.
                          Während der Wanderung hat eigentlich alles wunderbar geklappt. Es gab keine Probleme mit dem Zahn, der Hund hat gut durchgehalten, die Kinder sowieso.

                          Und da nach der Reise bekanntlich vor der Reise ist, überlegen wir schon, was wir im nächsten Jahr machen könnten. Klar ist jetzt schon, wenn ich es mir aussuchen könnte, dann wird den ganzen Urlaub gewandert. Kommt jetzt ganz darauf an, wer von den Kindern noch mitkommt. Wir werden sehen….

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                          • Mika Hautamaeki
                            Alter Hase
                            • 30.05.2007
                            • 3943

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

                            DANKE!!!
                            So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                            A. v. Humboldt.

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                            • Feurio
                              Dauerbesucher
                              • 16.06.2009
                              • 665

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [NO][SE] Femundsmarker, Rogen und Långfjället

                              Wirklich großartig, und geniale Bilder!
                              Schön auch, den Rogen bei gutem Wetter zu sehen, das letzte Drittel meiner Tour diesen Herbst verlief über den selben Weg wie bei euch. Es ist herrlich, dieses zauberhafte Fleckchen wiederzuerkennen und das wenigstens auf Fotos zu sehen, was ich wegen schlechtem Wetter verpasst habe!
                              Lustigerweise hätten wir uns in Skedbro schreibetechnisch fast getroffen, aber du warst schneller! Da bin ich erst morgen...oder übermorgen.
                              Für mehr Natur vor der Haustür!

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                              • Rago
                                Anfänger im Forum
                                • 16.10.2010
                                • 13

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [NO][SE] Femundsmarka, Rogen und Långfjället

                                Die Welt ist ein Dorf!
                                Meine Güte, ich habe euch am Grövelsjön getroffen, kam gerade von meiner Femundsmark/Rogen-Runde zurück und hab die letzte Nacht vor der Rückfahrt nach Mora auch unten am Grövelsjön gezeltet. Ich hatte kurz mit deinem Mann geplaudert über den ausbleibenden Angelerfolg und wir haben uns auch kurz gesehen. Super das eure Tour trotz der Odysse mit dem Vierbeiner noch so gut verlaufen ist. Jetzt spiel ich mit dem Gedanken selbst noch einen Reisebericht zu erstellen.

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                                • andrea2
                                  Dauerbesucher
                                  • 23.09.2010
                                  • 767

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [NO][SE] Femundsmarka, Rogen und Långfjället

                                  Hallo Rago,

                                  das ist ja ein Zufall. Ich kann mich gut erinnern. Du hattest, glaube ich, erzählt, dass du ziemich viel Regen auf deiner Tour hattest. Welche Route bist du denn genau gegangen?

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                                  • Mr.Sunrise

                                    Fuchs
                                    • 01.02.2007
                                    • 1230

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [NO][SE] Femundsmarka, Rogen und Långfjället

                                    Spitze!

                                    Ein super Bericht und tolle Bilder - besten Dank dafür.

                                    Gruß,
                                    Daniel
                                    Mr.Sunrise`s Outdoor Blog
                                    Gründungsmitglied der ABF - Autonome Buff Fraktion

                                    Da ist Purpur drin - Purpur ist auch ein Obst!

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                                    • Rago
                                      Anfänger im Forum
                                      • 16.10.2010
                                      • 13

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [NO][SE] Femundsmarka, Rogen und Långfjället

                                      Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
                                      Hallo Rago,

                                      das ist ja ein Zufall. Ich kann mich gut erinnern. Du hattest, glaube ich, erzählt, dass du ziemich viel Regen auf deiner Tour hattest. Welche Route bist du denn genau gegangen?
                                      Ja richtig, anscheinend ein wenig mehr Regen als ihr.
                                      Also die Route war Grövelsjön – Svukuriset – Femundsmarka – Reva – Rogenstugan – Storrödjärnstugan – Hävling - Grövelsjön

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                                      • Peter83
                                        Fuchs
                                        • 22.08.2010
                                        • 1115

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [NO][SE] Femundsmarka, Rogen und Långfjället

                                        Wunderschöne Bilder und toller Bericht! Danke!

                                        Liebe Grüsse,
                                        Peter
                                        "A man who is a man goes on till he can do no more and then goes twice as far."

                                        Norwegian saying

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