[UK] West Highland Way - Februar 2006

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    [UK] West Highland Way - Februar 2006

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Land: UK - Schottland
    Reisezeit: Februar 2006
    Region/Kontinent: Nordeuropa

    Hallo zusammen.

    wir sind dabei für unsere Webseite, alle unsere Reisen ein wenig aufzubereiten und entsprechende Berichte zusammen zu schreiben.

    Da ich dacht, es gibt hier evtl. Leute die es interessieren würde, stell ich ein paar Berichte hier rein.
    Wie gesagt, wir sind in der Nachbereitung. Daher ist noch nicht alles fertig.

    Hier also mal der erste Teil unsere Schottland Tour auf dem West Highland Way.
    Da wir damals zeitlich nicht viel Auswahl hatten, wegen Semesterferien und Arbeitsbeginn, waren wir im Februar unterwegs.
    Wir suchen halt immer die Herausforderung ....

    Alos, let´s start: Shottland Teil 1 - Bilder, bzw. Link folgen auch noch!

    Schottland – Feburar 2006

    Dienstag, 14.Februar 2006

    Früh morgens weckt uns Luk´s Mum und der Wecker. Heute ist es endlich soweit, der Tag auf den wir solang gewartet haben: es geht nach Schottland!
    Gegen 11Uhr fährt uns Luk´s Mum zum Bahnhof nach Villingen, von hier geht es mit dem Zug nach Mainz. Nach kurzer Aufregung über die Bahn AG (die BahnCard 50 gilt nun nicht mehr für Gruppen) und Abschied geht es zunächst quer durch den Schwarzwald über Karlsruhe nach Mainz, von wo aus es mit dem Bus weiter zum Flughafen Frankfurt Hahn geht. Trotz nur wenig Zeit und Planlosigkeit erreichen wir diesen Bus jedoch rechtzeitig. Während der Fahrt durch die Stadt sind wir beide uns einig, dass es nur gut ist dieser Faschings-/Karneval./Fasnetszeit zu entfliehen.
    Uns steht nun mehr nix mehr im Wege, das Abenteuer kann beginnen.
    Die Zeit am Flughafen vertrödeln wir ganz gut, das einchecken verläuft außerdem problemlos. Beim Sicherheitscheck piepse ich am ganzen Körper, aber es ist nichts zu finden, auch nichts in den Schuhen. Während ich mir diese wieder anziehe, offenbart sich uns beide mal wieder der katastrophale Ausbildungsstand des deutschen Sicherheitspersonals. Ein Gast hatte eine Gabel bei sich getragen, aus Plastik wohlbemerkt, und der Sicherheitsbeamte versuchte nun vergebens das Wort für Gabel zu finden. Noch während wie darüber diskutieren, meinte Lukas meinen Namen ausgerufen gehört zu haben und mir ging es ebenfalls so. Also gingen wir direkt zur Gepäckkontrolle. Dort musste ich feststellen, dass Lukas sich nicht verhört hatte, und so durfte ich für die Kontrolleurin unsere Kocherutensilien auspacken. Ihr waren meine 2 Feuerzeuge zuviel. Nach etwas Überraschung und einiger Diskussionsarbeit, konnten wir aber beide Feuerzeuge behalten, in dem wir sie ins Handgepäck nahmen.
    Endlich ging es nun an Bord der Ryan Air Maschine. Unser Flug verlief ohne Probleme, wir überflogen London und konnten uns das Vereinigte Königreich von oben anschauen.
    Glasgow empfing uns dann am frühen Abend mit Regen. Nachdem wir unser Gepäck bekamen, ging es dann auf direktem Wege mit dem Zug nach Glasgow. Da wir für die erste Nacht noch keine Unterkunft gebucht hatten, mussten wir in Glasgow zunächst eine Jugendherberge finden. In der Clyde Street nicht weit vom Bahnhof entfernt, nahmen wir uns ein Doppelzimmer im Eurohostel für knapp 40 Pfund. Naja, nicht das günstigste, aber wir hatten ein Zimmer für uns allein und ein Bett für unsere erste gemeinsame Nacht auf schottischen Boden. Da wir den ganzen Tag unterwegs waren, hatten wir noch Hunger , welcher uns noch einmal in den schottischen Regen trieb. Nachdem wir ein wenig in Glasgow herumliefen, kamen wir zu einer Pizzeria in der Nähe des Bahnhofes. Während wir also auf unsere beiden Pizzen warteten, bemerkte Luk das die Pizzafrau eine Polin war. So kamen die beiden ins Gespräch. Luk erfuhr von ihr so einiges über Glasgow, es hatte wohl so seine eigenen Regeln, zumindest was Kriminalität und Brutalität anging.
    So machten wir uns leicht eingeschüchtert auf den Rückweg zum Hostel. Dort genehmigten wir uns beide noch jeweils ein Guiness und planten unseren nächsten Tag. Bis wir dann in unserem wackeligen Doppelstockbett kuschelnd einschliefen.

    Mittwoch, 15 Februar 2006

    Als wir am Morgen erwachten schien die Sonne über Glasgow. Nach einem Frühstück im Hostel packten wir uns zusammen, ließen die großen rucksäcke aber zunächst noch im Hostel um alles noch notwendige zu organisieren. Von 11 bis 15 Uhr hatten wir nun also Zeit um alles zu organisieren und somit noch ein wenig die Stadt kennen zu lernen. Wir brauchten: Essen, Gas und Benzin für die Kocher und Landkarten, aber wo?
    Zunächst tauschten wir erstmal noch ein wenig Geld um all dieses kaufen zu können. Dann machten wir uns auf die Suche von einem Einkaufszenter schickte man uns ins nächste und so weiter. Irgendwann fanden wir zum Glück einen Outdoorladen in dem wir Karten und Gas kaufen konnten, aber kein Benzin. Auf der Suche nach Benzin kamen wir dann aber zum Glück an einen Infostand vorbei, wo wir die Bustickets nach Crianlarich kaufen konnten. Die Schotten haben ihre eigene Aussprache und so wird es für mitteleuropäische Ohren und Stimmbänder schwer die richten Begriffe zu verstehen und zu sagen. Wir bekamen den Hinweis bei „Crockets“ zu fragen, aber den musste man erst mal finden. Zwei nette Glasgower Polizisten gaben uns dann den entscheidenden Hinweis und wir erreichten den Markt. Dort konnten wir Paraffin kaufen 4 Liter für 2,50Pfund. 2 Liter hätten völlig gereicht.
    Bei unserer x-ten Durchstreitung der Buchanan Street, der Shopping Straße in Glasgow, entdeckten wir einen weiteren Outdoor Shop, interesse halber schaute uch auch hier nach Treibstoff. Hier kam das Coleman benzin 500ml 4 Pfund. Also Glück gehabt, aber ob das Paraffin brennt? We will see.
    Als nächstes folgte erstmal ein Stop bei Mc Doof, da unser eigener Treibstoff schon längst aus war. Danach ging es noch in einen Supermakrt um noch Essen für die nächsten Tage in der Wildnis zu kaufen.
    Zurück im Euro Hostel, drängte nun die Zeit während wir die Rucksäcke packten. Wir füllten unsere Brennstoffflaschen und ließen die übrigen 2 Liter im Hostel zurück, in der Hoffnung die Leute an der Rezeption verstanden um was es sich handelte und entsorgten dies nicht als Beimischung in irgendwelchen Billig Fusel.
    Wie Lastesel bepackt geht es nun vorerst ein letztes mal die Buchanan Street hinauf, alle Leute schauen uns an, als kämen wir vom Mars. Am Busbahnhof wartete schon unser Bus. Aber selbst der Busfahrer will sich unsere Rucksack Last nicht antun, so packen wir die Säcke selber in das Gepäckfach des Busses. Nach wenigen Minuten geht es nun bei strahlenden Sonnenschein in Glasgow los in Richtung Highlands.
    Aufgrund der nur 14 Tage in Schottland haben wir uns entschlossen nur den spannendsten Teil des WHW zu laufen. So ist unser Startpunkt Crianlarich. Schon bald zeigen sich aber tiefe und schwarze Wolken im Norden, unserer Richtung, ohje!
    Auf dem Weg zum Glasgow Flughafen fängt es aus heiterem Himmel an zu Hageln und Gewittern, binne kurzer Zeit ist alles weiß, Unfälle auf den Straßen , na toll, haben wir uns das wirklich richtig überlegt, unsere erste gemeinsame Tour nach Schottland zu machen, und dies vor allem im Februar?
    Wir fahren vorbei am See Loch Lomond, der eigentliche erste Teil des WHW. Es regnet heftig. Langsam nähern wir uns den Highlands, denn die Berge werden mehr und höher, auf den Gipfeln liegt Schnee. In Crianlarich regnet es nicht als wir aussteigen müssen, der Busfahrer musste den Ort mehrfach ansagen und uns direkt anschauen, eh wir verstanden, dass hier unser Endpunkt sein soll, aber es ist deutlich kühler als im Bus. Ein erster Eindruck der kälte für die nächsten Tage.
    Wir setzen die Rucksäcke auf und halten die ersten Schritte mit der Kamera fest. Da sind wir also! Auf dem West Highland Way. Die Rucksäcke sind schwer, irgendwas zwischen 25-30kg, Luk muss das Zelt tragen, der arme. Es geht zunächst stets bergauf, ohne Rucksack ein Witz, aber so spüren wir die Last und stellen uns auf einen schwergängigeren Gang ein.
    Es wird lansgam dunkler, Crianlarich haben wir erst um 16-45Uhr mit dem Bus erreicht, jetzt sind wir schon knapp 45min gelaufenund wir schauen uns langsam nach einem geeigneten Zeltplatz um, schließlich sind wir im Norden und es ist Winter. Nach einiger Zeit finden wir oberhalb des Weges ein geeignetes Plätzchen für unser Zelt und bauen es dort auf. Gerade rechtzeitig, denn gerade als wir uns es im Zelt gemütlich machen, fängt es wieder an zu regnen.
    Wir ziehen uns um, kochen Tee und Suppe. Es ist kalt und wir kuscheln uns in die Schlafsäcke.
    Morgen früh geht dann die erste richtige Etappe auf den WHW los.


    Donnerstag, 16. Februar 2006

    Gegen 7.30Uhr wachen wir auf, es hat die ganze Nacht geregnet und es regnet noch immer. Besorgt betasten wir die Daunen Schlafsäcke, wir haben einiges an Kondensfeuchtigkeit im Zelt. Wir ziehen uns um und packen unsere Sachen. Kochen noch Tee und Eier (Lukas beharrte auf Eier, allerdings überlebten von den 6 Eiern nur 4 die ersten Stunden auf den WHW). Es regnet noch immer, immer stärker, teilweise geht der Regen in Schnee über, die Temperaturen fallen also weiter nach unten. Wir befinden uns auf ca. 250-300m Höhe, im Moment also die Schneefallgrenze. Mittlerweile ist es 12 Uhr und es regnet noch immer, und wir sind noch immer im Zelt. Wir wollen erstens das Zelt nicht in diesem naßen Zustand abbauen und eigentlich wollen wir bei dem Regen auch nicht raus. Besorgt beobachten wir die Zeltaußenwände und hoffen die Wassersäule unseres Mark II Light halten weiterhin aus, gut dass ich die Nähte mit Silnet nachversiegelt habe, denn wir haben ein silikonsiertes Zelt dabei, bei dem sind die Nähte nicht versiegelt und somit die Knackstelle bei soviel Regen.
    Irgendwann treffen wir die Entscheidung hier noch eine Nacht zu bleiben. Wir packen uns wieder aus und spannen 2 Mülltüten über die kritischsten Stellen des Zeltes, wo wir am ehesten ein Leck erwarten. Wir unternehmen einen kleinen Erkundungsspaziergang um unser Zelt auf unseren kleinen Hügel. Weit blicken kann man nicht, die Wolken hängen tief. Zum kochen gehen wir in den nahegelegenen Wald. Dort ist es etwas trockener und so kommt weniger Kondensfeuchte ins Zelt, wobei bei 100% Luftfeuchte das wohl nicht mehr viel ausmacht. Heute abend gönnen wir uns Spaghetti um unsere Speicher für den morgigen Tag aufzufüllen, denn eigentlich müssten wir nun die doppelte Etappe laufen, wenn wir überhaupt laufen können. Denn noch immer regnet es sehr stark. Später schlafen wir dann bei leicht nachlassendem Regen ein und träumen von besseren Wetter am nächsten morgen.


    Freitag 17. Februar 2006

    Um 7 Uhr klingelt unser Wecker, wir lauschen, aber wir hören keinen Regen, soll dies wirklich wahr sein? Wir kriechen aus den Schlafsäcken und die kälte umhüllt uns. Der Blick aus dem Zelt bestätigt, es hat aufgehört zu regnen. Blauer Himmel und wir können den Berg gegenüber von uns in voller Pracht betrachten, die letzten Sterne blinken noch am Himmel. Voller Freude, dass es endlich los geht, stehen wir auf.
    Nachdem wir uns zusammen gepackt haben, machen wir uns ans Tee und Eier (die letzten 2) kochen. Wir sammeln unsere Kräfte und versuchen nebenbei das Zelt noch ein wenig zu trocknen, in dem wir es schütteln, damit so viel Wasser wie möglich abperlt. Die Temperaturen liegen bei ca. 0°C, so findet sich auf dem Zelt auch ein wenig Eis.
    Das Zelt wird dann auch als letztes nach dem Frühstück gepackt. Nun geht es also endlich los, West Highland Way, wir kommen!
    Wir wollen versuchen, dass im Moment gute Wetter so gut wie möglich zu nutzen.
    Unsere 1. Offizielle Etappe führt nun also von Crianlarich nach Tyndrum, Ziel soll mind. Der Zeltplatz in Tyndrum sein, da wir aber nicht wissen wie schnell wir voran kommen und wie das Wetter sich entwickelt stecken wir unsere Ziele lieber zu tief als zu hoch. Los geht es also mit schwerem Gepäck durch den Wald in Crianlarich, immer noch lacht die Sonne. Die Etappe ist 10,5km lang, knapp 2 davon sind wir bereits am Mittwoch gelaufen. Am River Fillan erreichen wir auch die Straße und machen kurz Rast, ehe wir diesen überqueren. Knapp 1 Stunde sind wir unterwegs und habenmehr als gedacht an Strecke hinter uns gebracht, es geht vorbei an der Kirkton und Auchtertyre Farm. Hier gibt es nette „Wigwams“ zu mieten, aber es ist noch zu zeitig und zu schön als hier zu bleiben. Weiter geht es, wieder über einen Fluß und vorbei am Dail Rig, einem alten Schlachtfeld auf dem Robert the Bruce (Braveheart) einst kämpfte. Von hier ab zieht sich der WHW entlang des Flusses Crom Allt bis zu einem alten Steinbruch, dahinter fängt der Wald von Tyndrum an. Vorbei an dem Ziel des Campingplatzeszogen wir in Richtung Fernverkehrsstrßae. Hier genossen wir an einer Raststätte Suppe, Tee und Kaffee. Durch unsere großen Rucksäcke und der offensichtlichen Wanderausrüstung wurden wir zu einer Touristenattraktion an dieser Raststätte. Wir kauften noch noch ein paar Kleinigkeiten und riefen zur Beruhigung unserer Familien daheim an.
    Wir entschieden uns noch ein Stückchen weiter zu laufen, da es gerade mal 15Uhr war, das Wetter war noch immer traumhaft schön. Also gingen wir das erste Teilstück der nächsten Etappe von Tyndrum zur Bridge of Orchy an. Auch diese Etappe ist gesamt 10,5km. Zunächst steigt der WHW an bis man den Fuß des Beinn Odhar erreicht hat. An dessen Flanke geht es immer entlang der Bahnschiene die zweimal gekreuzt wird.
    Von weitem sieht man am Laufe des Allt Coire Chailein ein Wäldlein der idealste Zeltplatz nach unserer Vorstellung, aber leider gehört dieses Land zur Auch Farmund ist eingezäunt. In der Nähe findet sich auch ein Abzweig in ein anderes Tal, in dem die Zuglinie entlang führt. Wohl eine der schönsten Zugstrecken der Welt, auch bekannt aus Harry Potter. Weiter führt unser Weg in einem Bogen an der Farm vorbei, dabei passieren wir eine Herde Highland Büffel, die Highland Cattles. Mittlerweile ist es 16.30Uhr und wir kaputt genug, so dass wir einen Rastplatz brauchten. Unser Ziel war eines der nächsten Wäldchen um da unser Zelt geschützt aufzuschlagen, aber alle Wäldchen waren eingezäunt. Wir versuchten nun am Wegesrand einen geeigneten Fleck zum Zelten zu finden, der weit genug entfernt war von der Farm, bzw. einem kleinen Bahnhäuschen. Ein weiteres Problem war es einen trockenen Platz zu finden, der auch eben und groß genug für uns war.
    Irgendwann fanden wir rechts von der Straße eine geeignete Mulde, diese war aber zu naß, also suchten wir ob es evtl. links einen besseren Platz gab. Neben einem Bachlauf der vom Beinn Dorain (1076m) herunterlief, fanden wir einen halbwegs geeigneten Platz. So bauten wir unser Zelt im dunklen und im Schein unserer Lampen auf, es war gegen 18Uhr. Der Himmel war Sternenklar, unzählige Sterne funkelten über uns. Aber dementsprechend kalt war es auch. Sobald wir unsere Sachen ins Zelt gelegt hatten, kochten wir uns Tee und etwas zu essen. Es war so kalt, dass unser Zelt fünf Minuten nach dem wir es aufgebaut hatten, von einer Eisschicht überzogen war. Die Feuchte die noch vom Vortag im Zelt war gefror sofort, wie auch das Wasser aus dem Bach welches wir uns holten. Nachdem wir gegessen und getrunken hatten, legten wir uns zum schlafen um uns von der langen ersten Etappe (ca. 16km) zu erholen.

    Samstag, 18.02.2006

    Nach einer kalten Nacht erwachten wir wieder gegen 7 Uhr. Der erste blick ging wieder nach draußen zum Himmel. Der Ausblick war gigantisch. Wolkenloser tiefblauer Himmel. Uns gegenüber befand sich der Mond im Tal zwischen Beinn Bhreac-Liath und Ben Invereigh, traumhaft!
    Im Norden konnten wie die Bergkette Stob Ghabhar, welche tief verschneit war vor tiefblauen Himmel sehen, im Süden der weiße Beinn Odhar. Unser Zelt war von einer Eisschicht überzogen. Dementsprechend lang brauchte der Tee auch durch die äußeren Temperaturen zum kochen. Während wir unser Frühstück bereiteten, beobachteten wir den Sonnenaufgang, wie er auf die einzelnen Bergspitzen schien. Bald erreichten auch uns die ersten wohltuenden Sonnenstrahlen. Nach dem alles gepackt war, machten wir uns daran, unser Zelt vom Eis zu befreien, wobei uns die Sonne half. Gegen 12 Uhr waren wir erst fertig gepackt und machten uns daran die letzten ca. 2km nach Bridge of Orchy zu Ende zu bekommen. Es war traumhaftes Wetter. Von Bridge of Orchy führt die nächste Etappe zur Victoria Bridge über den ca. 320m hohen Mam Carreigh über eine Distanz von 5,5km. Von Bridge of Orchy geht es in einem Wald bergauf zum Mam Carreigh. Schon wenn man den Wald verlässt hat man, bei schönem Wetter, einen wunderschönen Rundblick auf Beinn Dorain und Beinn Odhar. Am „Gipfel“ des Mam Carreigh angekommen, hatten wir nun einen wunderschönen Panorama Rundblick von Stob ghabhar, Loch tulla, Rannoch Moor, Beinn Dorain bis weit zurück ins Glen Orchy. Grandios!
    Von hier aus konnte man das Etappenziel, die Victoria Bridge sehen. Es war gegen 14Uhr und nach unserer Schätzung sollten wir dort gegen 15Uhr sein. Aufgrund des tollen Wetters suchten wir uns also von hier oben schon ein mögliches Plätzchen für die nächste Nacht, der Wald entlang des Weges zwischen Loch Tulla fiel uns dafür ins Auge. Also machten wir uns mit guter Hoffnung an den Abstieg zur Victoria Bridge. Bei mir verlief dieser wesentlicher langsamer als bei Lukas., da mir meine Füße sehr schmerzten. Kurz nach der Victoria Bridge und einem alten Anwesen machten wir nochmals Rast, dem Wald im Auge , die Zeit wie gedacht.
    Am Wald ging es dann stets aufwärts entlang, uns zu unserem Unglück war auch dieser Wald eingezäunt. Der Weg zog sich ewig hinaus, bis wir den Wald verliesen und auf fast 300 Höhenmeter waren, fanden wir doch kein Plätzchen. Die Etappe Victoria Bridge führt über 13,5km nach Kingshouse Hotel entlang des großen Rannoch moores. Der Höchstpunkt liegt auf 450m, 300m höher als die Victoria Bridge.
    Wir suchten nun also wieder unser Glück am Wegesrand, doch waren die Wiesen hier schon Moor. Kurz vor einem kleinen Wäldchen, links des Weges, pausierten wir an einer Brücke. Uns gegenüber befand sich ein Erdwall auf dem Fußspuren führten. So schickte ich Lukas zum nachschauen, da meine Füße zu sehr schmerzten um noch weiter zu gehen. Et voilá! Der perfekte Platz! Wind- und Sichtgeschützt, nahe einem Bächlein. Hier schlugen wir also unser Lager auf. Beobachteten zunächst aber noch den Sonnenuntergang an der Bergkette des Beinn an Dothaid. Wieder ist es extrem kalt. Das ist nach aufstellen gefroren, auch das Wasser friert nach wenigen Minuten ein. Wir kochen uns Tee und Spaghetti, verdrücken beides schnell, ehe es zu schnell auskühlt. Der geht wieder unter Sternenklaren Himmel mit Blick zum Orion zu Ende.

    Sonntag, 19.02.2006
    Der Blick aus dem Zelt kommt erst gegen 7.30Uhr, der Himmel ist leicht bewölkt, aber es ist extrem kalt. Wir müssen unseren Teekessel sogar erst erwärmen um ihn öffnen zu können, da der Deckel angefroren war. Es fällt schwer aus dem Schlafsack zu steigen, so kalt, aber es muss, die Wolken ziehen immer mehr zusammen. Gegen 11 Uhr sind wir fertig gepackt und eine halbe Stunde später ist Abmarsch richtung Ba Bridge und weiter entlang des Rannoch Moores zum Kingshouse Hotel. Meine Füßen schmerzen, von Beginn an, aber Augen zu und durch. Wir sehen das Rannoch Moor aber die Ruinen der Ba Ccottage zeigen sich uns nicht. Es ist grau, die Wolken hängen auf ca. 500-600m, aber es regnet nicht. Es geht den Berg hinauf. Von hier oben sieht man das Kingshouse Hotel. Beim Abstieg sieht man auf der linken Seite das White Corners Skigebiet. Am Kingshouse standen relativ viele Zelte, wir entschieden uns aber auch dieses mal weiter zu laufen, da laut Buch das Kingshouse Hotel gemieden werden sollte und wir die folgende Etappe etwas verkürzen wollten. Von Kingshouse Hotel bis Kinlochleven sind es 14,5km, wobei ein 550m hoher Pass von quasi 0 bestiegen und wieder auf knapp Meereshöhe abgestiegen werden muss.
    So liefen wir also die Militärstraße nach Altnafeath, einem kleinen Waldgrundtsück und Parkplatz unterhalb des beinn a´Chrulaiste entlang. Eine Variante führt entlang des River Campall unterhalb des Stob Deargs entlang. Der Stob Dearg ist 1022m und auf vielen Bildern zu sehen. Wir wollten in dem Wäldchen bei Aitnafeadh schlafen, aber wie so oft war dieses eingezäunt. So mussten wir erst einige Meter den WHW folgend die Devils Staircase ansteigen.
    Nach einiger Diskussion um den Platz bauten wir unser Zelt gegenüber dem Gebirgszug Buachaille Etive More auf. Bald wurde es dunkel. Nach Einbruch der Dunkelheit konnten wir Lichter im Berg gegenüber sehen. Dort waren noch Bergsteiger am Abstieg. Durch einen Kamin aus Schnee (Coire na Tulaich“ stiegen gleich mehrere leute nach unten. Gegen 21.30Uhr erblickten wir neuerlich beim oberen Einstieg in den Kamin nach unten ein Licht. Wir diskutierten dann über die wichtige Zeiteinteilung beim Bergsteigen, denn dort durch abzusteigen ist sicherlich ein wenig Anspruchsvoller, vor allem bei Dunkelheit. Wieder hatten wir eine kalte Nacht vor uns. In der Nacht schneite es dann sogar ein wenig.

    Montag, 20.02.2006

    Eigentlich stellte ich den Wecker auf 6.30Uhr, da wir auf Grund des Hauses beim Parkplatz schnell unser Zelt abbauen wollten. Doch wie waren wohl beide noch so fertig, dass wir erst gegen 8Uhr aufwachten. Was uns jedoch zu Gute kam, da es bis kurz vor 8 schneite und erst dann langsam die Sonne durch die Wolken kam.
    So packten wir uns also wieder einmal zusammen, bereiteten uns unser Frühstück und beobachteten die Bergsteiger anstürme auf den Berg gegenüber. Scharenweise trafen die Leute unten an und gingen dann den Berg in zwei Richtungen nach oben. Uns kam dies, von unserer Position aus, alles wie eine Massenabfertigung vor und zeigte die negative Seite des Alpinismus. Wir waren froh auf unserem Weg die einzigen zu sein. Nach dem das Zelt halbwegs getrocknet und gepackt war, machten wir uns an unsere Besteigung der Devils Staircase. Wir kamen relativ zügig voran, die Pfützen und der Boden waren gefroren. Die Sonne zeigte sich immer mehr und bald erreichten wir die Schneefallgrenze bei 400m. Es zusehends mehr Schnee auf dem Weg und immer mehr Wolken verschwanden. Als wir die Devil´s Staircase erreichten, standen wir in der Mittagssonne im schönsten Bergpanorama im Schnee, gigantisch!


    Fortsetzung folgt!
    Zuletzt geändert von November; 06.11.2011, 15:56.
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