[UK] West Highland Way September 2009

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  • teulabonari
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    • 04.06.2009
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    #21
    AW: [UK] West Highland Way September 2009

    Tag 9 14.09.2009 Kinlochleven- Lochan Lunn Da Bhra- Fort Williams

    Nach einer letzten morgendlichen Autofahrt mit Roger, die ich genoß und die anderen beiden mit Übelkeitsprophylaxe als weniger schrecklich als als tags zuvor empfanden, starteten wir in Kinlochleven zum großen Finale: Fort Williams, wir kommen!!!
    Erneut erfreuten wir uns an einem strahlend schönen Morgen und stiegen einen letzten Paß hinauf. Nach einem abschließenden Blick auf Kinlochleven am See ging es durch ein von Hügeln gerahmtes Tal auf der alten Militärstraße entlang. Dieser Wegabschnitt war zwar landschaftlich schön, entwickelte sich aber zur Völkerwanderung. So stark frequentiert war keine andere Etappe bisher. Beim Pause machen attackierten uns wieder midges. Die gehen aber wirklich nur auf statische Ziele, die warm sind. Nette Amerikaner boten uns dann noch ein midges repellent an, das ich zwar dankbar ausprobierte, mein endgültiges Heil aber trotzdem lieber in der Flucht suchte. Die 12 km bis zum See waren recht kurz, im Nu waren wir da. Vielleicht eine Folge des Trainingseffektes aber dieses Wegstück ging uns flott von den Füßen. Die Sonne bot mittlerweile alles auf, was ihr im September noch zu Gebote stand so daß ich meine Hose aufkrempelte, Sabine die Hosenbeine abzippte und Birgit zum ersten Mal bereute, die lange Unterhose angezogen zu haben, die bis dahin erstklassige Dienste verrichtet hatte. Nach einer ausgiebigen Pause mit sonnen (Sabine), lesen (Andrea) und einem Natzerl (Birgit) nahmen wir den allerletzten Abschnitt unter die Füße. Wir waren heilfroh, als wir endlich in den Wald kamen und er uns mit angenehmer Kühle umfing, hatte ich doch mittlerweile ernsthafte Befürchtungen, sonst schmelzen zu müssen.
    Bald steht man wieder auf einer wunderbaren Forststraße, sieht im Talkessel Fort Williams liegen und der erste Wehmut macht sich breit. Rechts von uns das Nevis Massiv, ein absoluter Traum im gleißenden Sonnenschein! "An 90 von 100 Tagen liegt der Gipfel im Nebel..." So oder so ähnlich äußerte sich dazu Herr Engel im Reiseführer... Leider war das wohl tatsächlich schon der 36. Tag (10%) in diesem Jahr, an dem das nicht so war denn am nächsten Tag, dem der geplanten Besteigung, gab es mal wieder nichts zu sehen
    Kurz darauf waren wir auch schon in Fort Williams, die 2 Kilometer Hatscherei auf dem Asphalt haben meine Füße zum Glühen gebracht und meine Stimmung gedämpft, das hat mich so angekotzt!!! Aber es half ja nichts, vom Glen Coe Visitor Centre ist es nunmal noch ein Stück bis in den Ort! Dort haben wir dann das obligatorische WHW- Bezwingerfoto an der Stele gemacht und danach nach einem Quartier gesucht. Am Ortseingang war ich schon frustriert, da überall die "no vacation" Schildchen draußen hingen aber Richtung Ortskern wurde es besser. Wir haben uns das St. Andrews Guesthouse ausgeguckt, weil wir das für angemessen hielten Die Betreiberin mußte zwar von uns mit der Frage nach einer Aufbettung überredet werden aber dann gab es doch ein Zimmer und dieses BnB war echt toll! Super Frühstück mit frischem Obstsalat, tolles Zimmer mit schöner Aussicht auf die Bucht und das billigste der ganzen Reise: 20 Pfund!!! Aber wie sagte Sabine so schön: Wo viel Angebot da Preiskampf!
    Und auf einmal war es vorbei...
    Nach einer ausgiebigen Dusche saßen wir noch bis Sonnenuntergang mit unseren Büchern im Garten, bevor wir Tescos unsicher gemacht und uns im Crofters ein letztes Steak eingeholfen haben, unisono. Dieser Pub ist zu empfehlen, riesige Portionen und vernünftige Preise. Unser Plan für den nächsten Tag sah dann so aus, das 2/3 ausschlafen und shoppen wollten und ich dem Nevis Massiv aufs Haupt steigen wollte. Meine Munrosammlung schrie nach Nahrung und außerdem wollte ich gern noch eine neue beginnen, die mit den höchsten Bergen Europas...
    Gesagt getan, die andern beiden waren einverstanden Gegen 10 Uhr bin ich dann am Parkplatz vom Besuchszentrum gestartet, weil ich vorher noch auf besseres Wetter gehofft hatte. Effektiv war es nicht. Eigentlich war das fast ein wenig spät aber da ich die 6-10 veranschlagten Stunden sowieso nicht benötigen wollte kein Problem. Um 16.00 war ich zurück in Fort Williams und stolz auf mich!!! Der Weg war gut zu gehen und es gab auch Wegweiser (Respekt!), wer hätte das geglaubt! Ab ca 900m hing alles in den Wolken, aber da der Weg 1. nicht zu verfehlen ist, nicht mal im Nebel solange man einfach auf den hellen Steinen bleibt und 2 wahre Menschenmassen unterwegs waren war ich diesmal auch auf dem Gipfel!!! Nur ein Gipfelkreuz habe ich vermißt Stolz bin ich auf die Besteigungszeit 4h 29min!!! Aber für irgendwas müssen 152km doch gut gewesen sein...
    So eine Völkerwanderung habe ich noch nie erlebt auf einem Berg: Unter der Woche, ohne Seilbahn! Und was für Leute, mit was für Schuhen (Ausrüstung wäre zu hochtrabend!), Crocs, Docs und alle Arten von Turnschuhen. Da war ich doch wieder total overdressed! Aber ein bißchen wohlfühlen will man sich ja auch...
    Zum Abschluß und Feiern der Besteigung habe ich unter der Dusche noch einen Belgischen Schokopudding verspeist, mh, lecker. Die andern beiden hielten das für irgendwo zwischen dekadent und verrückt aber es war einfach nur großartig!
    Meine beiden Mädels waren ordentlich shoppen und haben für den nächsten Tag alles klar gemacht, wir wollten nach Edinburgh. Bustickets kaufen, Unterkunft besorgen etc. Am nächsten Morgen sind wir um 7 Uhr abgefahren und haben uns die Strecke nochmal angesehen. Das war komisch aber machte uns auch stolz, weil wir das alles zu Fuß bewältigt hatten...
    In Edinburgh haben wir noch ein wenig Touriprogramm abgespult, nichts aufregendes. Ich habe ein Kinderbuchantiquariat gefunden (lechz), konnte mich aber nicht mit weiteren Buchläden für die unzähligen Filz- und Wolläden rächen, durch die ich gnadenlos geschleift wurde da die Läden um 17.30 Uhr schon schließen!!! Wahnsinn, zumal morgens vor 11.00 Uhr auch nichts geht.
    Am 17.9. sind wir dann nochmals mit dem Bus gefahren und dann wieder über Heathrow heimgeflogen. Da erledigten wir dann auch die Einkäufe, die uns in Edinburgh verwehrt wurden.
    Und dann war´s vorbei...

    Fazit:
    1. Reisegruppe war super, ist gut zusammengewachsen. Ein neuen
    Freund gefunden.
    2. Wandern macht mehr Spaß, wenn man trainiert ist.
    3. Elektronikkrempel nehme ich das nächste Mal alles selbst mit, die
    Gewichtsersparnis wiegt den Frust nicht auf.
    4. Jederzeit wieder, für mich war das totaler Urlaub.
    5. Wenn das Wetter paßt, ist es überall schön.
    6. Eimal im August nach Edinburgh zum Military Tattoo!!!
    7. Trekkingstöcke wurden nicht benötigt.
    8. Rucksackgewicht war ok, alles wichtige dabei. Die lange
    Unterwäsche benötigte ich nicht, aber das konnte man nicht
    vorhersehen. Würde ich bei gleicher Reisezeit wohl wieder
    mitnehmen.
    9. Buff war ausreichend, Handschuhe nur auf dem Ben Nevis benutzt.
    Werde ich aber immer mitnehmen, M. Raynaud läßt grüßen.
    10. Gott sei Dank habe ich den Poncho daheim gelassen.
    Zuletzt geändert von teulabonari; 04.02.2010, 17:15.

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    • teulabonari
      Gerne im Forum
      • 04.06.2009
      • 53

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      #22
      AW: [UK] West Highland Way September 2009

      Es ist vollbracht, jetzt kann das neue Jahr kommen!!!

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