[SE] Mit dem Packraft am Rogen – die Entdeckung der Langsamkeit

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Fjellfex
    antwortet
    Klasse, es geht weiter!

    Zitat von Borgman Beitrag anzeigen
    Ich kann mich wirklich nicht erinnern, schon mal schwimmende Rentiere gesehen zu haben, aber ja, klar, natürlich sind sie nicht wasserscheu.
    Die sind echt nicht wasserscheu, sondern durchschwimmen sogar schon mal einen Meeressund. Wer Anschauungsmaterial haben will:
    Reinflytting – Minutt for minutt (nrk.no)
    (Etwas runterscrollen zum Video wo drunter steht "Gikk du glipp av reservefinalen"?, und dort ab etwa 1:58)

    Einen Kommentar schreiben:


  • Borgman
    antwortet
    Zitat von weisseruebe Beitrag anzeigen
    Oha, da gibt es was zu lesen, wie schön.
    Ich glaube, ich bin ein paar Minuten hinter Euch hergelaufen, da hat gerade einer von Euch sein Packraft zum Wasser getragen. Das muss irgendwo knapp nördlich von Rogenstugan gewesen sein. Wir haben uns aber nicht unterhalten.
    Schade, wär doch nett gewesen. An der Rogenstuga sind wir nur ein einziges Mal aufs Wasser gegangen, am 31.08., da haben wir aber die Boote am Strand aufgeblasen. Wie warst Du denn da unterwegs, auf welcher Route?



    Und jetzt geht es endlich weiter im Text!


    Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    Das trocknet schon wieder.

    Na, das hätte mir auch mal jemand vorher sagen können, dann wäre ich gestern Abend vielleicht nicht so angespannt gewesen. Am Morgen des 05. September sieht die Welt, Tom hat es gesagt, ganz anders aus. Das Zelt packe ich nass ein, aber dank Sonne und leichtem Wind sind meine Regensachen schon getrocknet, als ich das Boot besteige. Nicht mal besonders kalt ist es – einfach nur ein herrlicher, leuchtender Tag, paar Wolken am Himmel, kaum Wind. Kurz vor der ersten Tragestelle queren zwei Rentiere, ein kleines und ein großes, von einer Mini-Insel zum Festland. Dem Kleinen scheint es nichts auszumachen, dass es bis zum Hals im Wasser ist, hätte nämlich auch eine flachere Stelle wählen können. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, schon mal schwimmende Rentiere gesehen zu haben, aber ja, klar, natürlich sind sie nicht wasserscheu.




    Rentier beim Morgenbad, das kleine ist schon durch (rechts)



    Gemächlich paddele ich über den nächsten See, dann folgt eine weitere Tragestelle, und schon stehe ich am Käringsjön. Da haben wir uns ja keine besonders ambitionierte Strecke vorgenommen. Also, was machen mit dem angebrochenen Tag? Für die Pause ist es noch zu früh, und auf Abstecher zu benachbarten Seen habe ich auch keine Lust, sehen eh alle gleich aus, aber ich würde gerne am Nachmittag in der Gegend herumlaufen und vielleicht ein paar Fotos machen, falls es interessante Motive gibt. Also quere ich auch den Käringsjön auf direkter Route zu unserem vereinbarten Treffpunkt am südlichen Zipfel.


    Käringsjön (links die kleine Siedlung, wo unser Auto steht) ...


    ... und dessen südliches Ende

    Hier gibt es einen kleinen Bootssteg. Das Gelände ist, wenig überraschend, ziemlich hubbelig – auf den ersten Blick nicht sehr einladend für einen Lagerplatz. Aber da kann man sich bekanntlich täuschen. Ich gehe davon aus, dass Tom ein paar Stunden braucht, also habe ich genügend Zeit, eine passende Stelle zu finden. Wollte ja sowieso in der Gegend herumlaufen, nach der Pause. Am westlichen Ufer wird es nach Norden hin noch steiniger, da geht gar nix, und nach Südwesten kommt bald ein Moor, auch nicht gut. Östlich liegt der Wanderpfad, den wir schon gegangen sind – auch alles zu uneben. Eine nasse Stelle gegenüber vom Anleger ginge zur Not, wenn man nichts gegen Kondens hat. Wie gut, dass Tom sein Mid gegen ein weniger anspruchsvolles Zelt tauscht. Da kommt er schon.










    06. September: Der Morgen

    Nach einer windstillen Nacht nähert sich der Morgen unserem Zeltplatz auf Zehenspitzen, lässt vorsichtig erste Sonnenstrahlen über das Wasser gleiten und den Raureif auf einer Heidelbeere glitzern, hüllt sich in zarten Nebel. Er lässt sich Zeit, dieser Morgen, zögert kurz hinter den Kiefern, als wollte er die Geister der Nacht sanft verabschieden und die Geister des Tages ebenso sanft dazu einladen, an seinem Zauber teilzuhaben. Langsam wie eine Blüte entfaltet sich der Sonntagmorgen, und ich lasse mich von ihm leiten, wandere hierhin und dorthin, sehe die Landschaft in neuem Licht. Die gestern noch struppig graugrüne Bartflechte glänzt golden wie Elfenhaar ... na ja, fast ... bisschen struppig wirkt sie immer noch ... aber schön ist es trotzdem, wie die Morgensonne den Sinn für Details schärft.

















    Wer braucht da noch eine große Tour, wenn es hier im Kleinen so viel zu entdecken gibt? Tom ist auch schon auf den Beinen und genießt den Morgen auf seine Weise. Wir freuen uns auf die Runde über die Seen östlich von Käringsjön und Rogenstuga, die wir noch vorhaben, aber momentan sind wir beide tiefenentspannt. Es würde völlig reichen, wenn wir heute nur zum Stor-Tandsjön laufen und uns da ein bisschen umsehen.

    Einen Kommentar schreiben:


  • weisseruebe
    antwortet
    Oha, da gibt es was zu lesen, wie schön.
    Ich glaube, ich bin ein paar Minuten hinter Euch hergelaufen, da hat gerade einer von Euch sein Packraft zum Wasser getragen. Das muss irgendwo knapp nördlich von Rogenstugan gewesen sein. Wir haben uns aber nicht unterhalten.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC_3785.jpg
Ansichten: 174
Größe: 3,85 MB
ID: 3027533 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC_3810.jpg
Ansichten: 171
Größe: 5,30 MB
ID: 3027534 ​​

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC_3905.jpg
Ansichten: 194
Größe: 3,03 MB
ID: 3027531
    Angehängte Dateien

    Einen Kommentar schreiben:


  • evernorth
    antwortet
    05. September: Källsjön, Kråksjön, Südspitze Käringsjön

    Die Nacht war etwas unruhig, denn der heftige Regen verfolgte mich noch bis weit in die Nacht hinein.
    Heute morgen ist die Welt wieder eine andere, denn der Regen hat irgendwann in der Nacht aufgehört. Draußen strahlt alles im hellsten Licht, die Sonne ist bereits in der Frühe warm und gibt ihr Bestes. Die Luft ist klar, im Schatten noch etwas frisch, aber im Zelt schon fast zu warm. Reingewaschen und sauber wirkt die Landschaft, und kleinste Wellen kräuseln die Wasseroberfläche.




    Herrlicher Morgen



    Alles muss trocknen

    Rückblende: Mit den Worten „Egal, ich finde schon was. Das Akto passt fast überall hin“ lässt Bernd sein Alpha stehen und liegen und steigt mit seinem Rucksack rasch den Hang hoch.
    „Kümmere mich später um das Boot“, ruft er noch hinterher.
    Mist, jetzt fallen bereits immer mehr Tropfen. Ich haste mit meinem Gepäck hinterher. Im Gegensatz zu Bernd habe ich das Glück, direkt zu dem Platz aufzusteigen, den ich mir vorher bereits ausgeguckt habe. Oben angekommen, packe ich gleich aus und beginne mit dem Zeltaufbau im jetzt strömenden Regen. Warum geht das nicht schneller? Es dauert wieder viel zu lange, bis es einigermaßen gut steht. Viele Sachen sind richtig nass geworden. Die wichtigen Sachen, wie der gut verpackte Schlafsack, sind immerhin trocken geblieben. Alles, was zu nass ist, landet in der Apsis.
    Frisch ist es geworden und erst, als ich die nassen Klamotten gewechselt habe, kommt langsam die Wärme zurück. Ein heißer Tee, in Verbindung mit einen guten Schluck Whiskey, lässt mich dann vollständig „durchglühen“.
    Noch beim Essen kommt Bernd vorbei, um sein Boot zu sichern.
    Morgen wollen wir wieder getrennt starten, da Bernd möglichst früh in den Tag starten will und ich noch einmal zum Auto nach Käringsjön paddeln will. Hauptsächlich, um das Zelt gegen das Chinook auszutauschen, Müll dort zu lassen, eine Gaskartusche auszutauschen. Letztere, da ich wohl eine mit der reinen Butan - Befüllung erwischt habe. Ich fülle manchmal leere Kartuschen wieder mit reinem Butan - Gas per Adapter auf. Bei den kalten Morgentemperaturen will die aber nicht so richtig loskacheln, bzw. verbraucht viel zu viel Gas.
    Kekse, und saubere Klamotten könnte ich bei der Gelegenheit auch gleich….
    Wir vereinbaren noch einen Treffpunkt an der äußersten Südspitze des Käringsjön. Gute Nacht.
    Mir ist natürlich nicht der leicht gereizte Unterton in unserer nur kurzen Unterhaltung entgangen.
    Ja, natürlich, mit etwas Glück und einem zeitigeren Aufbruch (und einer kürzeren Mittagspause ) hätten wir diese nasse Dusche vermeiden können. Aber eigentlich ist nichts Schlimmes passiert, außer nass werden….
    Das trocknet schon wieder. …..Ende der Rückblende.

    Jetzt verteile ich erst einmal meine nassen Sachen, hänge sie in die Äste der nächsten Kiefer, oder hänge sie anderweitig in die Sonne. Ein herrliches Wetter ist das. Ich könnte ewig nur so herumschauen…und die Sonne genießen.
    Als Bernd - „ready for the boat
    - vorbeikommt, bin ich noch ganz und gar im Trocknung - und Genuss - Modus.
    Dann ist es Zeit und Bernd verlässt unsere Halbinsel. Danach bin ich allein und schaue mal, wie weit die Trocknung vorangeschritten ist. Während einige Kleidungsstücke schon trocken sind, benötigen andere Teile und vor allem das Zelt noch etwas mehr Zeit. Gerade letzteres möchte ich so weit wie möglich trocken bekommen, denn danach liegt es noch tagelang komprimiert im Auto.






    Nach und nach packe ich die trockenen Sachen in den Rucksack, bis ich ganz zum Schluss das noch immer etwas feuchte Zelt abbaue. Ich schaue extra noch einmal ganz genau umher, ob ich nicht etwas vergessen habe, schließlich hing mein halber Hausstand zum Trocknen herum. Eine solch umfassende Trocknungs- Aktion kommt schlußendlich nicht jeden Tag vor.

    Etwa 2 Stunden nach dem Aufbruch von Bernd verlasse ich bei weiterhin strahlendem Sonnenschein die Halbinsel. Zunächst paddel ich in den Källsjön und wähle den für mich logischsten Punkt für die erste, von heute nur zwei Portagen: Treffer! Am Ende einer fast winzigen Bucht steige ich zielsicher aus dem Boot. Hier sind definitiv schon viele vor mir ausgestiegen. Beflügelt von dieser beruhigenden Erkenntnis schultere ich den Rucksack und klemme mir das Boot unter den Arm. Inzwischen klappt das schon sehr routiniert. Diesmal sind es schon ein paar hundert Meter, am Anfang noch auf so etwas wie einem Pfad, der sich jedoch schon bald, nach dem Erklimmen einer Anhöhe, wieder verliert. Von oben ist der Kråksjön bereits zu sehen, und so gehe ich weglos hinunter an das Ufer. Hier mache ich erst einmal eine kleine Snack - Pause, um im Anschluß meinen Weg auf dem Wasser fortzusetzen.




    Kråksjön

    Bei der kurzen Überquerung des Kråksjön sehe ich schon die kleine Bucht, wo am Ende die ganz offensichtliche, zweite Portage des heutigen Tages auf mich wartet. Den daran anschließenden, kleinen See fahre ich aus einem unerfindlichen Grund bis zum Ende, steige aus, und entdecke einen sehr deutlichen Pfad. Es handelt sich um den Wanderweg, der von Käringsjön auf unseren Weg Richtung Bustvålen trifft. Ich folge dem Weg etwa 200 m zurück und erreiche die Stelle, wo ich in den Käringsjön einsetze. Dort befindet sich in der Nähe eine Brücke.
    So komme ich also, etwas unfreiwillig, zu einer kurzen, dritten Portage.
    Über den Käringsjön bin ich schnell hinüber; muss nur noch kurz nach dem sehr schmalen Wasserlauf suchen, der zum Ausstieg führt. Zu Beginn fahre ich mich im beginnenden Schilf regelrecht fest, da es hier super flach ist, und so muss ich ordentlich mit dem Paddel wühlen und abstoßen, um wieder frei zu kommen. Einmal in dem Flusslauf hineingekommen, staune ich doch sehr über die Enge. Maximal 2 Meter ist es hier breit und ich kann mir kaum vorstellen, wie da jemand mit einem sperrigen Kanadier durchkommen soll.
    An der Anlegestelle, ziehe ich nur kurz das Boot aus dem Wasser und gehe den Pfad hinauf zu den Gebäuden und entriegele schon von weitem mein Auto. Das Zelt nehme ich nun doch aus dem Packsack und lege es zum weiteren Trocknen locker auf der Rückbank aus.
    Die fehlenden Sachen sind schnell beieinander, oder ausgetauscht.
    Zurück beim Boot ist alles schnell im Rucksack verstaut und ich fahre den schmalen Flusslauf ein zweites Mal hinunter, was nun schon deutlich flüssiger abgeht.
    Einmal zurück auf dem Käringsjön ist es nun nicht mehr weit bis zum Treffpunkt mit Bernd an seiner Südspitze.
    Als ich dort ankomme, ist Bernd schon beim Kaffee trinken….
    Nicht ganz leicht, hier einen einigermaßen ebenen Platz für das Zelt zu finden…..




    Platzsuche im buckligen Gelände nicht ganz einfach



    Da passt es

    Heute sind wir deutlich zeitiger am Platz und das entspannt die Abläufe schon sehr und zieht sie entsprechend auseinander.
    Herrlich hier, absolut still und selbst in Wurfweite des Wanderweges waren nur einmal in Stunden Stimmen zu hören.
    Gesehen haben wir niemanden.






    Südspitze Käringsjön



    Blick aus dem Zelt


    Langsam senkt sich die Sonne und verschwindet hinter den Baumwipfeln. Der Abend folgt, und ein weiterer, herrlicher Tag endet. Eine tiefe Ruhe kehrt ein und taucht den Wald in sein dunkles Nachtkleid.

    Einen Kommentar schreiben:


  • andrea2
    antwortet
    Ich hab gerade gesehen, dass ich das Bild gar nicht in meinem Kanubericht habe, sondern nur bei der Wanderung um den Rogen.
    Hier ist er der Wandteppich aus Rödviken

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC07198.jpg Ansichten: 0 Größe: 353,1 KB ID: 3018998

    Einen Kommentar schreiben:


  • evernorth
    antwortet
    Hallo Andrea,

    das freut mich natürlich sehr, dass dir unser Reisebericht so gut gefällt. Deinen Reisebericht über eure Rogen - Tour habe ich gerade vor mir liegen. So erfahre ich doch noch, welche Ecken uns in der Gegend entgangen sind und wie es dort ausschaut. Sehr schön.

    Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
    Hängt in dem Windschutz eigentlich immer noch der „wunderschöne“ Wandtepppich?
    Auch bei mir klingelt es da, wenn auch nicht allzu laut. Den „wunderschönen“ Wandteppich habe ich
    auch nicht vor Augen.

    Einen Kommentar schreiben:


  • LapplandJens
    antwortet
    Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    Haha, ja. Und ich bin der "Früh-Aufbrechen-UND-Tagsüber-Durchmarschieren"-Typ. Länger als 15 min Pause mache ich nie. Und koche dementsprechend tagsüber nichts. Von äußerst seltenen Ausnahmen abgesehen.
    Dann oute ich mich mal als "Morgens Zeit lassen UND tagsüber viele lange Pausen machen" - Typ. Hat sich zusammen mit meiner Frau so eingependelt und wir fühlen uns beide wohl damit. Das kann auch zu einer halben Stunde Pause im strömenden Regen führen. Aber dafür machen wir dann auch um so früher Feierabend 😉. Unser Rekord war, dass wir um 15:30 schon unser Zelt aufgebaut haben. Aber der Platz war einfach zu genial, als dass man hätte weiterlaufen können.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Ljungdalen
    antwortet
    Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Deine Analyse mit "Früh-Aufbrechen-Mensch der gerne tagsüber Pausen macht" vs. "Morgens Zeit lassen und tagsüber durchmarschieren" ergänzt hier nur einen weiteren Faktor, den man vorher nicht unbedingt auf dem Schirm hat.
    Haha, ja. Und ich bin der "Früh-Aufbrechen-UND-Tagsüber-Durchmarschieren"-Typ. Länger als 15 min Pause mache ich nie. Und koche dementsprechend tagsüber nichts. Von äußerst seltenen Ausnahmen abgesehen.

    Eigentlich kenne ich nur unsere mittlere Tochter, die sowas mitmacht. OK, die große auch, aber da ist der frühe Aufbruch problematischer.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Blahake
    antwortet
    Zitat von Borgman Beitrag anzeigen
    ... also, so eine Tour wie diese, ja klar, aber bei längeren Wanderstrecken und Deinem üblichen Rucksackgewicht hätte ich schon Bedenken, noch mal drei oder vier Kilo draufzupacken ... oder Du müsstest an anderer Stelle Abstriche beim Komfort machen .
    Hm, wohl wahr! Da muss ich wohl entweder weniger Essen mitnehmen, statt im Zelt unterm Boot schlafen oder mehr Calisthenics trainieren.

    Da reise ich lieber erst mal virtuell bei Euch weiter mit, das macht schon arg viel Spaß und ist so leicht!

    Einen Kommentar schreiben:


  • Freedom33333
    antwortet
    Ich finde es prima, dass ihr hier so einen ehrlichen Reisebericht schreibt .
    Es zeigt eben doch einmal mehr, dass die ständige Frage von Bekannten - warum machst du das alleine, warum nicht mit anderen, das wäre doch viel besser - der zugrundeliegenden Thematik einfach nicht gerecht wird.

    Wenn nicht sehr viel passt, dann müssen die Kompromisse auf beiden Seiten sehr groß sein. Welches Reiseziel, welche Gehgeschwindigkeit, welche Tagesdistanz, Zeltplätze mit schöner Aussicht vs. ebene Stellfläche, Ruhetag bei schlechtem Wetter vs. Weiterlaufen usw.

    Deine Analyse mit "Früh-Aufbrechen-Mensch der gerne tagsüber Pausen macht" vs. "Morgens Zeit lassen und tagsüber durchmarschieren" ergänzt hier nur einen weiteren Faktor, den man vorher nicht unbedingt auf dem Schirm hat.

    Keines von beidem ist besser oder schlechter - aber beides passt letztlich nur dann zusammen, wenn man sich vorher auf ein gemeinsames Tagesziel festlegt (und auch miteinander kommunizieren kann per Satellit).
    Zuletzt geändert von Freedom33333; 02.02.2021, 19:11.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Borgman
    antwortet
    Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Ihr macht einem ja schon arg Lust, das Packraften mal auszuprobieren!

    ... also, so eine Tour wie diese, ja klar, aber bei längeren Wanderstrecken und Deinem üblichen Rucksackgewicht hätte ich schon Bedenken, noch mal drei oder vier Kilo draufzupacken ... oder Du müsstest an anderer Stelle Abstriche beim Komfort machen .


    Bevor es weitergeht, kommen noch ein paar Fotos vom 03. September mit Tom und seinem schicken Alligator:


    Aufbruch am Öster-Rödsjön










    Väster-Rödsjön, an der Anlegestelle der Hütte


    Weiter am 04. September auf dem Uthussjön



    Die dunklen Wolken im Westen haben wir schon viel zu lange nicht ernst genommen, schienen sie doch kaum näher zu ziehen. Außerdem war unser Ziel, der Windschutz zwischen Uthus- und Källsjön, nicht mehr weit. Als wir dort anlegen, sehen wir ein Zelt auf dem Hügel ... aha, da wohnt schon jemand ... ist ja nicht schlimm ... wird wohl kein Griesgram wie der Inselherrscher sein. Wir steigen auf den Hügel ... mal gucken wie die Leutchen hier so drauf sind ... dann taucht das nächste Zelt auf, dann noch eins und ganz viele andere. Hier lagert eine ganze Gruppe, aber es ist niemand zu sehen. Sind wohl noch auf dem Wasser. Nee, hier bleiben wir nicht.





    Inzwischen haben die Wolken uns eingeholt, es riecht nach Regen. Dann sollten wir mal zackig einen Platz für die Nacht finden. Der Übergang zum Källsjön ist steinig und nicht wirklich paddelbar, ständig sitzen wir auf Felsen direkt unter der Wasserlinie auf, aber danach dauert es lediglich ein paar Minuten bis zur nächsten Landzunge. Hier müssen wir was finden, nur an welcher Stelle? Sieht alles steinig und dicht bewachsen aus. Tom erkundet das Ufer an der südlichen Bucht, sein Zelt stellt ja die höheren Ansprüche, und kommt kopfschüttelnd zum Boot zurück. Dann also an der schmalsten Stelle der Landzunge. Tom macht wieder den Vorgucker.

    Ja“ sagt er, „für mein Zelt gibt es eine Stelle, aber für dich wird es schwieriger.“ - „Egal, ich finde schon was. Das Akto passt fast überall hin.“ Erste Regentropfen treiben zur Eile. Um die Boote kümmern wir uns später. Als ich die Landzunge absuche, muss ich feststellen, dass Tom recht hatte. Der Boden ist überall steinig und uneben. Das wird hier nix. In mittlerweile kräftigem Regen laufe ich eine ganze Weile den Hügelrücken entlang, bis ich hinter einem umgestürzten Baumstamm, unter den tropfenden, tief hängenden Zweigen einer Kiefer die einzig mögliche Stelle finde. Noch ein paar Äste und Butzeln wegräumen, dann passt es schon. Aber ich ärgere mich, dass wir nicht früher aufgebrochen sind. So‘n Scheiß, der Rucksack ist auch ganz nass geworden, das war echt nicht nötig. Eine Stunde früher wäre ja wohl ohne die geringste Hetze möglich gewesen. Ist jetzt auch egal. Ich knalle ihn in die Apsis, gehe zurück zum Boot und binde es an einen Baum. War ja nicht geplant, dass ich so weit weg von der Anlegestelle zelte, sonst hätte ich das vorhin noch gemacht.

    Dann schaue ich bei Tom vorbei, dem auch etliche Sachen nass geworden sind. Geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt man, aber so richtig hilft das nicht. Wenn ich eins nicht mag, dann sind das klitschnasse Sachen, die man am nächsten Morgen zum Paddeln braucht. Einigermaßen schlecht gelaunt sage ich Tom, dass ich am nächsten Tag meinen eigenen Rhythmus haben möchte. „Ich wäre ja heute schon früher aufgebrochen!“ - „ Warum hast du‘s nicht gemacht?“ Na, warum wohl – weil ... sonst kann ja jeder für sich losziehen ... und eigentlich hat das heute zusammen doch Spaß gemacht ... bis zum Regen jedenfalls. Der hat eben auch seine eigene Zeit.


    Rückblende: Zwei ausgeschlafene Gesellen an einem wunderschönen Platz am Väster-Rödsjön. Jeder frühstückt für sich im eigenen Zelt, weil es regnet ... schon seit vielen Stunden. Man kann ja gegen Regen sagen, was man will, aber dies Art von Regen, der gemächliche schwedische Landregen, erfüllt alle Zeltbewohner mit einer äußerst befriedigenden Trägheit. Wer will da raus? Wir jedenfalls nicht. Dafür hat man schließlich ein gutes Buch dabei und genügend Spiritus für einen zweiten Kaffee.

    Wir hatten uns angesichts der Wettervorhersage darauf verständigt, dass wir gegen zwölf Uhr aufbrechen, doch schon um zehn zeigt sich, dass der Vormittag ganz offensichtlich trocken bleibt. Keine Regenwolke in Sicht, im Gegenteil – die Sonne kommt durch. Mein Vorschlag, die Gunst der Stunde zu nutzen und schon früher loszupaddeln, stößt bei Tom nicht auf Zustimmung. Okay, das kommt anscheinend zu plötzlich – der Mann möchte die meditative Stimmung noch länger auskosten. Dann bleibt es eben bei zwölf Uhr, so war es schließlich verabredet.

    Um alleine aufzubrechen, sehe ich keinen Grund, und es wäre auch schwierig, einen Treffpunkt auszumachen. Wir wissen ja noch nicht, welche Route wir durch das Gewirr der kleinen Seen nehmen und wo gute Tragestellen sind. Das sollten wir auf jeden Fall gemeinsam machen.

    Also verdödeln wir den Vormittag an diesem tatsächlich sehr netten Platz. Gegen elf oder halb zwölf dränge ich zum Packen, was erfahrungsgemäß eine Weile dauert. Nämlich in diesem Fall bis 13:00 Uhr. Da setzt Tom sein Packraft ins Wasser und paddelt aus unerfindlichen Gründen zurück, wie wir gestern gekommen sind, während ich meine Sachen zur Hütte trage, um direkt dort auf der anderen Seite einzusetzen. Das gibt mir auch Gelegenheit, noch mal das Plumpsklo zu benutzen, eine zu rauchen, aufs Wasser zu starren und ... aha, da kommt er. Ging ja eigentlich recht schnell.

    Gut gelaunt paddeln wir mit dem Wind über den See, entlang der Inseln und Buchten, die wir von gestern schon kennen. Nur suchen wir heute die Durchfahrt zur nordöstlichen Bucht des Öster-Rödsjön. Ob man da überhaupt fahren kann wissen wir nicht, das wird sich zeigen. Vom Boot aus kann man oft nicht erkennen, was Insel und was Landzunge ist, wo nur eine Bucht ist oder der Durchlass zum nächsten See.

    Schließlich finden wir eine fahrbare Engstelle, die richtig aussieht und freuen uns schon über die souverän gelöste Orientierungsaufgabe. Plötzlich sehen wir einen Berg voraus, der da gar nicht hingehört. Ja, nee, auf der Karte ist da kein Berg, aber den kennen wir - das ist Bustvålen! - haha, na toll, das war ja eine navigatorische Glanzleistung! Wir sind um eine Insel herumgepaddelt und fahren gerade wieder zurück nach Westen. So kann man auch den Tag verbringen.

    Nachdem im zweiten Versuch die richtige Stelle gefunden ist, läuft allerdings alles wie am Schnürchen. Vom Südzipfel der östlichsten Bucht kommen wir über eine breit ausgetretene Tragestelle auf einen kleineren See, über eine weitere Tragestelle auf den nächsten kleinen See und dann folgt eine längere Portage durch Moor zum Uthussjön. Mittagspause!


    erste Tragestelle


    Moor am Uthussjön


    Uthussjön

    Das hat Spaß gemacht. Anlanden, Rucksack schultern, Boot unter den Arm klemmen und wieder einsetzen ging mit den Packrafts ganz mühelos. Dazu das unerwartet gute Wetter, Sonnenschein, mäßiger Westwind, es ist einfach nur herrlich! Ich bin ganz überrascht, dass seit dem Aufbruch tatsächlich schon drei Stunden vergangen sind.

    Die Pausen sind für Tom eigentlich nicht so wichtig, wogegen ich mich gerne an einem schönen Platz einrichte, das Zelt trockne, Kaffee koche und ein bisschen ausspanne. So wird es viertel nach fünf, bis wir wieder die Boote besteigen und über den Uthussjön paddeln. Morgentrödler und Pausentrödler – kein Wunder, dass wir am Ende nass werden.












    Über die elende Zeltplatzsuche ist der Abend hereingebrochen. Uff! Ich reiße mir die tropfnassen Regenklamotten vom Leib, verstaue sie mit den anderen nassen Sachen in der Apsis, koche im Dunklen meinen verspäteten Nachmittagskaffee und denke nach. Ja, jeder hat mit den Jahren seine Marotten kultiviert, die werden wir beide nicht mehr ändern. Meine lange Mittagspause hat uns schließlich auch aufgehalten. Es war wirklich nicht in Ordnung, Tom den späten Aufbruch vorzuwerfen. Hoffentlich denkt er jetzt nicht, ich wäre sauer auf ihn. Eigentlich könnte man das morgen wieder so machen wie am Mittwoch. Als Tom über den Rogen kam, hatte ich schon meine Pause und jeder war zufrieden. Ohne Regen hätte ich noch mal bei ihm vorbeigeschaut, ja, und wenn sein Zelt nicht so weit weg wäre, aber ... nee, so schlimm ist mein schlechtes Gewissen auch wieder nicht ... ich schreibe ihm lieber ne Nachricht mit dem Vorschlag für morgen.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Blahake
    antwortet
    Ihr macht einem ja schon arg Lust, das Packraften mal auszuprobieren!

    Einen Kommentar schreiben:


  • Bergahorn
    antwortet
    Die wilden Träume sind also der Grund für das ausführliche Sortieren des Inventars. Auch ein Weg, sich nach solchen "Verwerfungen" wieder in dieser Welt zurechtzufinden!
    Schlauerweise hast du natürlich mit dem Ende wieder Spannung erzeugt, mal sehen, wie sich das Zeitempfinden unter diesen Wolken entwickeln wird!

    Einen Kommentar schreiben:


  • evernorth
    antwortet
    Noch 03. September: Bustvålen, Öster - Rödsjön, Hütte am Väster - Rödsjön

    Das püstert hier oben ganz ordentlich! Hat da jemand „Säcke vor der T..“?
    Also ab in die geschützte Nische am Hang. Dass es nach einem ruhigen Aufstieg zum Bustvålen oben auf dem Gipfel aber auch gleich so winden muss….nee!


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 357E8069-69F6-46E3-AB88-E904C59D62FA_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 3,70 MB ID: 3016279

    Der große Rogen - See


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: C7686C60-F2E8-4084-9734-6CCCB8D90AEA_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 4,78 MB ID: 3016280

    Öster - Rödsjön


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 18C2C2A5-7699-4F46-B65A-1257FAEBAE09_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 4,47 MB ID: 3016281

    Nachbar - Gipfel (li., 28m höher), Skedbrofjället (re.)


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 0CE2E0D7-15E6-41E5-9570-D14EBE222EFF_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 4,78 MB ID: 3016296

    On the top


    Schnell ist klar, dass wir hier oben nicht so lange verweilen werden. Also nur eine kurze Riegel - Pause.
    Bernd will langsam wieder runter und gibt Gas, wie schon den ganzen Vormittag.
    Heute kann ich ihn ja verstehen. Schon der Start in den Tag geriet für ihn zu einer kleinen? Geduldsprobe.

    Ich war so ein wenig im „Verwaltungsmodus“ verstrickt.
    Wobei mir eigentlich gar nicht zum Lachen zumute war.
    In der Nacht hatte ich nicht nur „beseelt“, sondern auch „wild“ geträumt, und ich war nach dem Aufstehen noch ganz mit meinen Gedanken beschäftigt. „Abschweifen“ ist dann so eine Form, die Art und Weise, der ich mich dann „hingebe“, um das nächtliche Chaos zu „bewältigen“.
    Die Monate der Obskurität forderten ihren Tribut und führten letztlich zu diesen nächtlichen „Verwerfungen“.
    All die geplatzten Pläne, Träume und Sehnsüchte….ungewöhnlich viele Enttäuschungen….und das in weniger als sechs Monaten! Über allem die Ungewissheit: Wie soll es weitergehen? Was kommt noch?
    Nur ein Virus, ein neues und nicht einmal ein besonders gefährliches (zumindest nicht für alle) hatte alles durchsetzt und vollständig in Beschlag genommen: Gedanken, Verstand, Geist und Seele, gelähmt und ausgebremst, das ganze Leben, die „alte“ Kommunikation, die Vitalität und ganz besonders die Nähe.
    Der Schleier der Ungewissheit hatte sich in der Nacht ein wenig gelichtet und aus den Niederungen des Unterbewusstseins war so eine Art Erkenntnis hervorgekommen und das wurde mir an diesem Morgen langsam bewusst:
    Nichts ist mehr so, wie es mal war, alles unterliegt gerade einem allumfassenden Wandel und das Vergangene ist definitiv vorbei, kommt auch nicht mehr wieder. „Jetzt“ ist wichtig und wir haben die Chance für einen Neubeginn, der jetzt beginnt.
    Noch deutlicher: Im Grunde haben wir gar keine andere Wahl.

    Hier oben auf dem Bustvålen ist davon wenig zu spüren, eigentlich gar nichts. Ich weiß nicht, wie der Neubeginn aussieht, auch der Bustvålen weiß es nicht. Der steht hier nur, also steht hier nur rum. Dem ist das scheißegal.

    Also weiter im Text.

    Der Abstieg vom Bustvålen geht natürlich ruck zuck. Hört, hört, auch so kann es gehen.



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 58CE82E4-CA54-4BCA-BBDF-EF1E7005E223_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 4,26 MB ID: 3016297

    Rogen im Abstieg

    An den Rückweg habe ich kaum eine Erinnerung. Da hat sich ein wenig der „Schleier des Vergessens“ drübergelegt.
    Kaum sind wir wieder auf dem Pfad, erreichen wir auch schon unsere Bucht am Öster - Rödsjön, ebenfalls ruck zuck. Das ist fast wie bei Raumschiff Enterprise: Scotty, Öster - Rödsjön, beam me to the beach.…..und schon da!

    Ganz so fix sind wir dann am Öster - Rödsjön nicht in die Boote gekommen, ganz nach dem Motto:
    Das alte „Schnell“ ist das neue „Langsam“.
    Bis das Gerödel verpackt und die Boote klar sind vergeht etwas….Zeit!
    Die folgende Zeit auf dem Wasser entschleunigt dann noch umso mehr. Es ist Nachmittag und genug Zeit, ja, alle Zeit der Welt.
    Wir haben nur eine recht kurze Strecke vor uns und könnten uns auch treiben lassen….wenn der Wind mitspielt. Tut er aber nicht. Die Boote drehen lustig umher, sobald wir mit dem paddeln innehalten.
    Eine Hütte ist im Übergang zum Väster - Rödsjön in der Karte eingezeichnet. Die ist nicht weit entfernt und unser heutiges Paddel - Ziel. Wir haben keine Ahnung, was wir dort vorfinden werden.
    Hoffentlich einen guten Platz für unser Camp.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: image_14755.jpg
Ansichten: 525
Größe: 5,01 MB
ID: 3016283


    Wo ist die Hütte?



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 18C73138-C01C-4B5E-8B3E-EC211D9AD23E_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 3,94 MB ID: 3016299

    Dort muss sie sein


    Nach etwas Rumsuchen finden wir die Hütte, die sich nicht nur als private Hütte entpuppt, sondern zudem eine beachtliche Größe hat. Jedenfalls, was wir so vom Wasser aus erkennen können.
    Der offizielle Zugang zur Hütte ist das aber nicht, und so beschließen wir noch, um die Landzunge herum zu paddeln.
    Wir haben aber nicht bedacht, wie sehr sich diese Umfahrung in die Länge zieht, aber, hey, schnell hat sich totgelaufen. Wir haben doch Zeit, und so dauert es eben, bis wir die Spitze erreicht haben.
    Jetzt nur noch bis zum Ende der rückwärtigen Bucht……



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 469DBF06-738C-4874-BB9B-E098E226AE6B_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 3,56 MB ID: 3016282


    Dort ist ein richtiger, kleiner Anlege - Steg. Wir steigen aus und schauen uns das ganze mal an.
    Es ist niemand da, kein Boot, kein Mensch. Gerade wird ein neues Nebengebäude errichtet, in dem wohl eine Sauna untergebracht werden soll.
    Zwar gibt es direkt vor dem Anleger wunderbar - ebene Flächen für mehrere Zelte, doch hier, so dicht am Haus, mag keiner von uns zelten.
    So gehen wir erst einmal zum weiteren Erkunden der Bucht am Ufer entlang und, siehe da, schon nach recht kurzer Zeit werden wir fündig und finden einen schönen Platz unter Kiefern.
    Wir gehen zurück zu den Booten und umfahren auch diese Landzunge, die aber deutlich weniger ausladend ist.
    Auf Höhe des vermuteten Zeltplatzes gehen wir an Land und binden erst einmal die Boote an, damit sie nicht plötzlich davon fliegen.
    Es dauert nicht lange und schon steht das Akto von Bernd.
    Bei mir dauert`s……etwas länger, aber das kenne ich ja schon.
    Nach einer Wäsche im See, dem folgenden Abendessen und einem guten Schluck schottischen single malt ist es auch schon bald Zeit, schlafen zu gehen.
    Wie auf Bestellung kommt noch mal kurz die Sonne raus:



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 503F0065-EC02-4546-8BDF-A1356D04E60B_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 6,04 MB ID: 3016287


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 226C560C-3A85-4AC8-B24A-4FD147DFC173_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 6,68 MB ID: 3016284

    Camp Väster - Rödsjön


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 772B22A5-DAA0-422A-93B6-B507C8F91BA1_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 7,19 MB ID: 3016285


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 73A7EA6C-7C67-4500-BE8C-5187C25D80C5_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 6,65 MB ID: 3016286


    04. September: Uthussjön

    Unser heutiges Ziel ist ein offizieller Lagerplatz mit Windschutz am Ende des Uthussjön.
    Doch es geht mal wieder nicht los, also so gar nicht. Ich bin recht früh wach, liege aber einfach nur so da. Es wird 8 Uhr, dann 9 Uhr. Aufbruch? Ne, ne,ne,nee!
    Was ist los? Was ist denn nun schon wieder? Habe ich meine Regel??
    Nein, es ist diesmal ganz einfach: Es regnet, und da bleiben wir schön im Zelt und warten erstmal ab, bis der vorüber ist. Bis 10 Uhr müssen wir warten, dann ist es endlich trocken.

    Ja, wir brechen gemeinsam auf, und, nein, ich weiß nicht mehr genau, wie lange es diesmal gedauert hat. Geht aber schneller los, weil ich schon einen Teil im Zelt in den Rucksack verstaut habe.
    Rein von der Entfernung, also Luftlinie, ist es nicht allzu weit. Schwer einzuschätzen sind allerdings die „Portagen“, die erst einmal gefunden werden müssen und deren Länge und mögliche Schwierigkeiten wir nicht kennen. Außerdem erwarten wir zum Ende des Tages noch Regen. Der norwegische „Sprühregen“, „YR“, also der norwegische weather forecast, hat sich da eindeutig festgelegt.

    Wir setzen also auf der günstigen, der Hütte zugewandten, Seite die Boote ins Wasser.
    Bernd hat schon angekündigt, das kurze Stück direkt bei der Hütte zu Fuss zu überqueren.
    Da hatte ich meinen brainstorm wohl noch nicht eingeschaltet und ich denke nur: Alles wieder abtüdeln?? Nein, nach dem doch recht kurzen Stück über die kleine Bucht will ich unbedingt noch weiter paddeln.
    Bernd ist erstaunt.
    „Wirklich?“
    „Ja, bis gleich.“
    Ich paddel also alleine los und so langsam dämmert mir, auf was ich mich da eingelassen habe:
    Ich Schussel! Das ist doch diese ewig lange Landzunge!
    Also haue ich in die Blätter und treffe, nach einer gefühlten Ewigkeit und mit wirklich schlechtem Gewissen auf einen schon recht lange wartenden Bernd, der inzwischen nicht nur Moos angesetzt hat, sondern auch einen gaanz langen, grauen Bart bekommen hat.
    Diese Episode der „gelernten“ Langsamkeit war definitiv vermeidbar.

    Wir paddeln eine ganze Zeit....paddeln und paddeln und
    nach etwas Rumsuchen finden wir die richtige Bucht. Schon von weitem können wir am Ende den aufsteigenden, deutlichen Pfad erkennen.
    Hier sind definitiv schon etliche Boote über den Hügel gekarrt worden.



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 9B18BBFE-D311-419B-8B33-EE8F09CCDE73_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 4,33 MB ID: 3016288

    Kurz vor der Portage 1


    Hinter dem Hügel setzen wir wieder ins Wasser ein. Später geht es noch einmal einen Sumpf- und Wiesenfluss ein Stück hoch, bis es nicht mehr weiter geht und wir die Boote aus dem Wasser nehmen. Dieser sumpfigen Gegend folgen wir eine Weile, bis wieder offenes Wasser vor uns auftaucht. Hier baut Bernd das Akto zum Kochen und trocknen auf und wir machen erst einmal eine Essens- und Kaffee - Pause.



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: E5544660-BF68-4585-9CF5-A51AECB24072_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 5,90 MB ID: 3016290

    Versumpft


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 49CF6E8B-6DB2-448E-93AD-0A4A2A626113_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 5,46 MB ID: 3016289

    Portage 2


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 04690CB3-2FD9-405E-9CFC-4332ECFF613F_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 5,50 MB ID: 3016291


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14766.jpg Ansichten: 4 Größe: 5,89 MB ID: 3016293

    Pause

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14765.jpg Ansichten: 4 Größe: 5,14 MB ID: 3016292


    Nachdem wir die Pause beendet haben, dürfen wir erst einmal ein längeres Stück paddeln, denn bis zum Ende des Uthussjön und seinem Windschutz liegt nun noch ein Gewirr einzelner, kleiner und größerer Inseln und Landzungen. Das ist schon ein wenig verwirrend, doch bleibt man fokussiert und gleicht das Bild immer wieder mit der Karte ab, so gelingt die Orientierung recht gut.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 74759854-AB06-42C3-A1C7-F4CA4F1C9144_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 4,75 MB ID: 3016300

    Uthussjön


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DB360048-F8A7-48E4-81A0-3579E3F6E2BA_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 3,94 MB ID: 3016295


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 9E2E5C95-6C69-4BD9-B4B3-7146B636EC6F_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 3,54 MB ID: 3016294


    Das Wetter sieht heute die ganze Zeit wirklich gut und sonnig aus und zumindest ich habe die Schlechtwetter - Front im Rücken nicht allzu ernst genommen.
    Die ist (scheinbar?) noch recht weit entfernt und vor uns liegt traumhafter Sonnenschein.
    Da sollten wir uns aber schwer getäuscht haben.



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 57BBB0ED-9F3F-421C-AEE3-0D3514A58637_1_201_a.jpeg Ansichten: 0 Größe: 4,04 MB ID: 3016301

    Oha!

    Zuletzt geändert von evernorth; 27.01.2021, 08:03.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Fjellfex
    antwortet
    Zitat von evernorth Beitrag anzeigen

    Das Anfibio Basic 4p wird nicht grundlos beim Verleih des Packrafting Store verwendet, wo ich es bei meiner Vistasjohka - Befahrung auch in den Händen hielt. Sehr solide und überaus robust. Auch wegen des Preises sehr empfehlenswert.
    Danke für den Tip! Deine Vistasjohka-Befahrung war ja ein wilder Ritt - wenn das Basic 4p den überstanden hat, sollte es für meine Zwecke absolut ausreichend sein.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Fjellfex
    antwortet
    Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen
    Naja, so ein literarischer Tourbericht ist ja (zum Glück) keine Zeugenaussage, das würde ein pingeliger Jurist, pingelig, wie er ist, sicher differenzieren können. Hoffe ich jedenfalls!
    Also was Bernd andernorts in seinen Berichten über Geländebeschaffenheit, Furtbarkeit von Flüssen etc. schreibt nehme ich durchaus als Zeugenaussage und nicht als "literarisch".

    Einen Kommentar schreiben:


  • Bergahorn
    antwortet
    Naja, so ein literarischer Tourbericht ist ja (zum Glück) keine Zeugenaussage, das würde ein pingeliger Jurist, pingelig, wie er ist, sicher differenzieren können. Hoffe ich jedenfalls!

    Einen Kommentar schreiben:


  • evernorth
    antwortet
    Zitat von Fjellfex Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon gefällt mir gar nicht, was ich hier über das Anfibio Fly zu lesen bekomme. Dann lieber 500g mehr schleppen (z.B. Anfibio Basic 4p), aber man hat dafür was Zuverlässigeres... oder geht dieses Paddel auch so leicht kaputt?
    Das Anfibio Basic 4p wird nicht grundlos beim Verleih des Packrafting Store verwendet, wo ich es bei meiner Vistasjohka - Befahrung auch in den Händen hielt. Sehr solide und überaus robust. Auch wegen des Preises sehr empfehlenswert.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Fjellfex
    antwortet
    Zitat von Borgman Beitrag anzeigen
    [FONT=Arial] Steht im Bericht jeder Gedanke, jedes Zitat minutengenau an der korrekten Stelle? Nein. Ist er dennoch wahr? Ja, absolut.
    Eine gewagte These! Hier auf ODS - seines Zeichens ein Verein von (Lebens-)künstlern - darfst du auf volles Verständnis hoffen, ein pingeliger Jurist würde dir das aber nicht durchgehen lassen.

    Abgesehen davon gefällt mir gar nicht, was ich hier über das Anfibio Fly zu lesen bekomme. Dann lieber 500g mehr schleppen (z.B. Anfibio Basic 4p), aber man hat dafür was Zuverlässigeres... oder geht dieses Paddel auch so leicht kaputt?

    Einen Kommentar schreiben:


  • Borgman
    antwortet
    @Fjellfex: Nee, mach Dich mal nicht lustig über den Tom. An jenem 3. September hatte ich wahrscheinlich zum ersten Mal wirklich akzeptiert, dass jeder sein eigenes Zeitgefühl hat. Dass man sogar davon lernen kann. Das ist beim Berichteschreiben nicht anders.

    Und zu „Dichtung und Wahrheit“: Denk mal an die Erdnuss, mein Guter - die Wahrheit liegt im Kern, nicht in der Schale. Und mit einem Körnchen Salz schmeckt sie noch besser. Steht im Bericht jeder Gedanke, jedes Zitat minutengenau an der korrekten Stelle? Nein. Ist er dennoch wahr? Ja, absolut.

    @vobo: Also, Volker, Du hast ja Recht: mündlich (ziemlich kurz nach der Tour) habe ich wohl mehr die Unterschiede betont, und dass ich mir gerade an den ersten Tagen einen strafferen Tagesablauf gewünscht hätte. Nach der zweiten windigen Rogenquerung habe ich mir in Wirklichkeit auch mehr Sorgen gemacht, als im Bericht rüberkommt, das war schon etwas stressig. Aber beim Schreiben sortiert sich das alles ein bisschen besser, man sieht mehr den größeren Zusammenhang. Am Ende war es doch die entspannteste und erholsamste Tour aller Zeiten – nur das zählt .

    @Bergahorn: Ooh ja ... Du hast richtig gelesen. Mit Obertönen kenne ich mich tatsächlich ganz gut aus ... wir sagen lieber Teiltöne, weil das den Grundton einschließt. Nicht alle Teiltöne sind harmonisch, aber ohne sie klingt es langweilig . Die mehr oder weniger dezente ironische Brechung ist Dir also nicht entgangen. Eine Erkenntnis über Zeit und Gelassenheit heißt ja nicht automatisch, dass man sie schon verinnerlicht hat...

    @Andrea2: Deinen schönen Bericht über Eure erste Kanutour möchte ich auch noch mal lesen, jetzt kommt mir bestimmt manches bekannt vor. Freut mich, dass Du dabei bist . Wandteppich, Wandteppich ... da klingelt was, ohne dass ich es vor Augen hätte. Vielleicht weiß Tom es noch genauer. Ich war da mit Kaffeekochen beschäftigt, wie immer . Über den Rogen fegte so ein ungemütlicher Wind, dass wir an der Bucht nicht lange nach einem Zeltplatz gesucht haben. Sandstrand hatten wir zwar nicht, aber schön war es trotzdem am Öster-Rödsjön. Und mit Kind ist es natürlich ganz anders, soll ja allen Spaß machen. Tom und ich hätten als gestandene Solowanderer genauso gut getrennt losziehen können.

    @Highbeat: Danke für den Hinweis zum Fly. Hätte nicht gedacht, dass so was passiert. War das ein Materialfehler, haben sie was gesagt? Ich war zuerst sehr vorsichtig damit, weil es so leicht ist, bekam dann aber doch mehr Vertrauen. Vielleicht etwas zu viel, denn letztes Jahr im Westhavelland ist mir beim Abstoßen von einem Stein das Blatt eingerissen. Konnte ich flicken ... seitdem bin ich wieder vorsichtig.

    @agricolina: Die Entdeckung der Langsamkeit lohnt sich – aber ich bin trotzdem froh, dass Du jetzt an Deinem Bericht weiter arbeitest . Für Deine erste Packraft-Tour kannst Du Dich gut an dem orientieren, was bei uns noch kommt. Das dürfte gut passen. Alleine mit Hund würde ich den Rogen auch nicht so ohne Not queren. Jedenfalls nicht für den Anfang.

    Einen Kommentar schreiben:

Lädt...
X