[SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

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  • Pfiffie
    Fuchs
    • 10.10.2017
    • 1966

    • Meine Reisen

    [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

    Tourentyp
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    Mitreisende


    Noch ein Sarekbericht? Ja leider?

    Prolog

    Zugegebener maßen habe ich lange überlegt ob ich einen Bericht schreibe, nicht zuletzt weil gefühlt das halbe Forum dieses Jahr dort war und die Etappen teils wesentlich anspruchsvoller aussahen als meine.
    Auf der anderen Seite war es nach 4 Jahren Vorbereitung eine der schönsten Dinge die ich bisher in meinem Leben machen durfte. Nicht das ich speziell für den Sarek trainiert habe, aber als ich den Plan Lappland und Wandern schmiedete stieß ich immer wieder auf diesen Fleck.
    Das Bild, und das nehme ich jetzt mal vorweg, liegt im Auge des Betrachters. Jemand der am Kiosk jeden Mittag seine Bockwurst kauft wird eine andere Sicht haben als jemand der sie zum ersten mal isst. Aber dazu vielleicht im Fazit etwas mehr.
    Das war und ist ein beschissenes Jahr. Viele Unsicherheiten und Frust begleiten mich seit März. Man merkt doch wie viele Menschen und ich selbst auch doch recht angespannt sind und ein Stückchen Freiheit hergeben mussten zum wohl aller. Um so wichtiger war für mich diese Tour im Sarek auf jeden Fall zu ermöglichen.
    Bereits im August 19 nach meiner letzten Trekkingtour von Ritsem nach Kvikkjokk buchte und plante ich recht schnell was ging. Flug, Langzeitparkplatz Berlin, Nachtzug und die suche nach der perfekten Strecke begleiteten die ersten Monate nach meinem Urlaub in 2019.

    Was kam dabei raus? Vorweg gesagt, viel zu viel. Andrea2 sagte glaube mal, das mit dem Finger auf der Karte alles so einfach aussieht. Sie hatte vielleicht recht.

    So stand der Plan über die Standardroute Berlin-Stockholm-Gällivare-Kebnats so schnell wie möglich dort an zu reisen, meinem Chef noch 4 Wochen Urlaub ab zu wirken, um dann über den Sitojaure einmal querr durch den Park bis nach Kvikkjokk zurück zu laufen und später noch eine 85km Runde über den Prinskullen zur Boarekebene zu spazieren. Mit dem Finger in 10sek gemacht.

    Leider hatte ich im Winter und Frühling große Probleme mit meinen Knien, sogar das gesunde bekam nach 10km schmerzen und ich konnte nie länger als 20km laufen. Dazu kam das anfänglich Muskelkater hartneckig teilweise 4 Tage vorhanden waren und ich bekam echt Zweifel ob da alles so eine Gute Idee gewesen war. Ich legte in den Jahren zuvor innerlich irgendwann mal fest das mir für solche Touren 30km ohne Rucksack leicht vorkommen müssen um es durch zu führen. Davon war ich am Anfang des Jahres meilenweit weg. Dann kam Corona und noch mehr Fragezeichen. Den meisten im Forum schwam innerlich der Urlaub davon und die Auswirkungen sind bis heute zu spüren.
    Was nun? Kann ich fliegen? Was macht die Verfassung? Ich zwang mich zur Geduld, trainierte und traf im Juni die Entscheidung den langen Weg mit dem Auto da hoch zu fahren und eventuell keine Flugkosteten rückerstattet zu bekommen. Eigentlich wollte ich nie wieder mit dem Auto da hoch fahren, aber die Entscheidung war richtig. Denn im Juli wurde der Flug endgültig gecancelt und ich bekam dann auch mein Geld zurück.
    Im Sommer konnte ich dann zumindest gut 20km schmerzfrei laufen und eingebaute Höhenmeter gingen leicht vom Fuß.

    Und so fängt dann meine Geschichte an. Ich stand am nördlichen Ende des Sitojaure und schaute nach Norden zum Basstavagge. Die Sonne strahlte und es war Windstill. Meine (erste) richtige Trekkingtour (fast) weglos einmal durch den ganzen Park. Mit 30,5kg und einer ganzen Portion „Einfach nicht drüber nachdenken“ ging es los.

    Technische Daten:

    Nördl. Sitojaure-Basstavagge-Mikkastugan-Alggavagge-Sarvesvagge-Lullihavagge-Partestugan-Kvikkjokk

    110-120km

    Einige Höhenmeter

    Essen für 12 Tage

    Start: 18.08.2020

    Zuletzt geändert von Pfiffie; 15.10.2020, 21:25.
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  • Blahake

    Dauerbesucher
    • 18.06.2014
    • 844

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [SE] Sarek 2020 "Det sista kapitlet"

    Abonniert!

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    • Freedom33333
      Dauerbesucher
      • 09.09.2017
      • 637

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [SE] Sarek 2020 "Det sista kapitlet"

      Ich bin natürlich auch dabei und schon sehr gespannt!

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      • evernorth
        Fuchs
        • 22.08.2010
        • 1496

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [SE] Sarek 2020 "Det sista kapitlet"

        Och, wieder nur so ein langweiliger Sarek - Bericht.....her damit!!
        Ick freu mir.
        My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

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        • Ljungdalen
          Fuchs
          • 28.08.2017
          • 1463

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [SE] Sarek 2020 "Det sista kapitlet"

          Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
          Noch ein Sarekbericht? Ja leider?
          Es kommen noch mindestens zwei bis vier, wetten?

          Auf deinen hier gespannt, bis hierher schon mal vielen Dank...

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          • Lisos
            Anfänger im Forum
            • 30.10.2018
            • 19

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

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            • Fjellfex
              Dauerbesucher
              • 02.09.2016
              • 551

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

              "sista kapitlet" bedeutet hoffentlich nicht Dein letzter Bericht hier?
              Freue mich schon drauf, mich mit Deinen Erlebnissen zu langweilen.

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              • Pfiffie
                Fuchs
                • 10.10.2017
                • 1966

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                Zitat von Fjellfex Beitrag anzeigen
                "sista kapitlet" bedeutet hoffentlich nicht Dein letzter Bericht hier?
                Freue mich schon drauf, mich mit Deinen Erlebnissen zu langweilen.
                Nein natürlich nicht das bedeutet was anderes

                Ich denke am Sonntag/Montag kommt die Fortsetzung
                "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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                • vobo

                  Erfahren
                  • 01.04.2014
                  • 470

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                  Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                  Nein natürlich nicht das bedeutet was anderes

                  Ich denke am Sonntag/Montag kommt die Fortsetzung
                  OT: Ich glaube mittlerweile an eine Verschwörung der Sarekreisenden - gesteuert vom Vereinsvorstand. Im Frühjahr dieses Jahres haben sie im Streß mit den vielen Corona-Threads und wegen der Schwierigkeiten des Upgrades bei der Migration der Bilderdatenbank geheime Wort-Schlüssel mithilfe alternder Fjellpoeten verteilt - die auf bestimmte Signale hin jetzt wieder einen Berichtsteil veröffentlichen. Ziel kann eigentlich nur die weltweite Kontrolle über alle Reiseberichte im Sarek sein, um dann aufgrund der poetischen Beschreibungen ein neues Zentrum der einzig wahren Wildnis aufzubauen.

                  Kommentar


                  • Fjellfex
                    Dauerbesucher
                    • 02.09.2016
                    • 551

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                    Zitat von vobo Beitrag anzeigen
                    OT: Ich glaube mittlerweile an eine Verschwörung der Sarekreisenden - gesteuert vom Vereinsvorstand. Im Frühjahr dieses Jahres haben sie im Streß mit den vielen Corona-Threads und wegen der Schwierigkeiten des Upgrades bei der Migration der Bilderdatenbank geheime Wort-Schlüssel mithilfe alternder Fjellpoeten verteilt - die auf bestimmte Signale hin jetzt wieder einen Berichtsteil veröffentlichen. Ziel kann eigentlich nur die weltweite Kontrolle über alle Reiseberichte im Sarek sein, um dann aufgrund der poetischen Beschreibungen ein neues Zentrum der einzig wahren Wildnis aufzubauen.
                    Oh mein Gott... jetzt wo Du es sagst...
                    Die Beweislast scheint erdrückend!
                    Aber zu den "alternden Fjellpoeten" rechne ich mich nicht, da ich ja in Jämtland unterwegs war...

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                    • Mika Hautamaeki
                      Alter Hase
                      • 30.05.2007
                      • 3943

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                      So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                      A. v. Humboldt.

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                      • Highbeat
                        Gerne im Forum
                        • 04.10.2020
                        • 50

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                        Ich freue mich auf die Fortsetzung.

                        Konnte gut nachvollziehen, dass die Planung schnell und leicht gemacht ist - in der Realität sieht es meist etwas komplizierter aus

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                        • andrea2
                          Dauerbesucher
                          • 23.09.2010
                          • 766

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                          Wie schön, es geht los.

                          Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                          "sista kapitlet"
                          Mach doch bitte mal ein Fragezeichen dahinter. Ich bin mir ganz sicher, dass es irgendwann wieder anders aussieht.

                          Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                          Zugegebener maßen habe ich lange überlegt ob ich einen Bericht schreibe, nicht zuletzt weil gefühlt das halbe Forum dieses Jahr dort war und die Etappen teils wesentlich anspruchsvoller aussahen als meine.
                          Das sind 1:1 im Moment auch meine Gedanken. Bisher hab ich noch überhaupt keine Lust zu schreiben. Ich freue mich aber sehr auf deinen Bericht Maik.

                          Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                          Andrea2 sagte glaube mal, das mit dem Finger auf der Karte alles so einfach aussieht.
                          Ja, das sag ich immer. Das schützt aber auch mich/uns nicht davor, immer mehr zu wollen, als eigentlich realistisch ist.

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                          • Pfiffie
                            Fuchs
                            • 10.10.2017
                            • 1966

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"


                            https://opentopomap.org/

                            Tag 0 / 18. August / 4,3km / Rinim-Basstavagge Ost

                            Es war bereits schon fortgeschrittener Nachmittag und ich war immer noch unsicher ob ich noch richtig ins Basstavagge rein laufen sollte oder nur bis davor. Am nächsten Tag wollte ich zumindest die Bielaebene erreichen.
                            Die ersten Schritte waren ungewohnt und etwas ängstlich. Ich war ziemlich aufgeregt und musste mich doch ein wenig zwingen das ganze etwas geplanter an zu gehen, auf das GPS zu schauen und die Richtung zu peilen.

                            Hier lief ich noch durch gefühlt 5 Birken und war quasi auf dem Kahlfjäll, später stieß ich auf einem kleinen Pfad bzw. wurde das Gelände härter und trittfester.



                            Eingang Basstavagge




                            Hier gab es scharen von Rentieren, ich sah bereits mehr als im ganzen letzten Jahr und konnte sogar einige auf Videos aufnehmen. Dadurch brauchte ich für die 4,3km heute ganze 2h 40min.
                            Beim Blick zurück, wie im Prolog zu sehen hatte man einen herrlichen Blick über den Sitojaure, welcher fast ohne Wellen da rum lag.

                            nochmal Richtung Sitojaure


                            Hier war um diese Zeit kein Mensch mehr zu sehen, obwohl ich mir sicher war das ich wahrscheinlich nicht der erste heute hier war. So schaute ich immer wieder vergeblich nach Menschen und Zelten.
                            Da es leicht bergauf ging und es nun schon um 18Uhr rum war, mind. 4 Reservetage in der Tasche hatte und einen wunderschönen Zeltplatz sah siegte der Hunger. Meine Schulter tat eh schon weh und fragte mich natürlich wie im letzten Jahr „Wer ist so blöd son haufen Zeug durch die Pampa zu schleppen“. Beim absetzen spielten die Rucksackriemen und meine Bandscheiben Lotto. Naja das gehört halt irgendwie dazu.

                            Fast am Lagerplatz






                            Ich war hier am Eingang ins Basstavagge mit dem Blick auf ein kleines Stück des Ähpár Massiv. Ich musste noch eine ganz kleine Stufe absteigen und sah ein richtig tolles Stück Wiese mit einem Stein in der Größe eines Bungalows, welcher der Perfekte Windschutz war. Direkt daneben der Gletscherbach an dem ich meine 5l Beutelflasche füllte. Ich baute das Zelt auf und war immer noch recht aufgewühlt und voll mit irgendwelchen Hormonen die für einen schnelleren Herzschlag sorgen, jedoch mit einem breitem Grinsen. Die Sonne schien und aus dem Tal kam bereits ein schwacher kalter Wind, da sich dort die Luft abkühlte am Abend und bergab floß.

                            Nachdem das Zelt stand, die Kleidung gewechselt und die Füße versorgt waren, baute ich hinter dem Stein Windgeschützt das Abendmahl auf, Pflanzte mich auf meine kurzfristig gekaufte Z-Lite und beschloss auch noch das die jetzt immer mitkommt nachdem ich ungefähr 10sek darauf gesessen habe.

                            Das erste Abendmahl


                            Ja und nun muss ich hier auch eine Lanze brechen. Während des Essens hörte ich „Rock my Soul“ Liveaufnahme von Peter und Paul dann hoch und runter, glotzte dumm aus dem Basstavagge hinaus nach Osten und wurde langsam schläfrig.....



                            Zur Ausrüstung:
                            Ich bin mir nicht Sicher ob ich den Rucksack richtig gewogen habe, denn eigentlich hatte ich das Gefühl mehr als im letzten Jahr eingepackt zu haben. Das waren 2 Zusätzliche Tage Essen und 2 große Powerbanks von angegebenen 26k. Dazu kam die Kopflampe und der große Schlafsack statt den mittleren (0°c) welcher auch nochmal 500g mehr wog, da er bis -7grad Wohlfühltemperatur ging und eine Extraanfertigung für meine 198cm ist.
                            Essen hatte ich für 12 Tage dabei. Frühs 180g Müsli (letztes Jahr 220) + Milchpulver und Kakaou, tags 70g Trockenfleisch und ca. 60g Schoki (3xmal Rittersport a 4 Stückchen; 2mal kleine Snickers) und am Abend Real Turmat und für jeden Tag ein Seelenträumer, den ich aber meistens Sammelte das ich gleich 2 Tüten auf einmal machen konnte. Das Zelt sieht man auf den Bildern, ein Nammatji 3 mit 3,5kg Gewicht. Und nicht zu vergessen, Vorsicht nächster Lanzenbruch, einen Schirm. Ich hatte absolut keinen Plan ob mein Regenkonzept aufgeht. Aber vorweg genommen: ich habe ihn mind. einmal benutzt. Er diente zum drauflegen von nassen Sachen als Trockenständer. War also super nützlich. Was hatte ich noch mit? Für richtig kalte Tage zu wenig und für Regentage nix vernünftiges außer Reservetage. Alles in allem aber recht solide. Egal, ändern konnte ich es eh nicht mehr, nicht mal den Schirm konnte ich wegwerfen.



                            Voll Fotogene Rentiere




                            Warum Tag 0? Mit 4,3km würde selbst ich mich schämen das als Etappe zu bezeichnen
                            Zuletzt geändert von Pfiffie; 20.10.2020, 16:59.
                            "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

                            Kommentar


                            • sinje
                              Dauerbesucher
                              • 13.11.2017
                              • 667

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                              Warum muss man Strecke machen, wenn es gleich zu Anfang schon soooo schön ist?! Ich freue mich auf deine Tour!

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                              • Blahake

                                Dauerbesucher
                                • 18.06.2014
                                • 844

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                                Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                                ...Noch ein Sarekbericht? Ja leider?
                                Nein, zum Glück!! Ich will sie alle lesen, die, die schon eingestellt sind und die hoffentlich vielen, die noch kommen! Und Deinen besonders!

                                Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                                Zugegebener maßen habe ich lange überlegt ob ich einen Bericht schreibe, nicht zuletzt weil gefühlt das halbe Forum dieses Jahr dort war und die Etappen teils wesentlich anspruchsvoller aussahen als meine.
                                Ja, aber dass die höher-schneller-weiter-Berichte nicht unbedingt die beliebtesten sind, siehst Du doch nicht zuletzt an den Klickzahlen Deiner Berichte! Und ich habe gerade erst einer Arbeitskollegin, die überlegt, ob sie sich auch mal zum Wandern nach Lappland trauen soll, Deinen Zaubertraumbaumbericht und blubbis Try to come to kvikkjokk empfohlen. Bessere Mutmacherberichte als Eure gibt es doch gar nicht!

                                Kommentar


                                • Pfiffie
                                  Fuchs
                                  • 10.10.2017
                                  • 1966

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                                  Hmm der Threadtitel scheint doch ein abartiger Cliffhänger zu sein So war das gar nicht beabsichtigt.
                                  "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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                                  • andrea2
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                                    • 23.09.2010
                                    • 766

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                                    Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                                    Warum Tag 0? Mit 4,3km würde selbst ich mich schämen das als Etappe zu bezeichnen
                                    Das darf man nicht so eng sehen. Wenn du wüßtest, wie oft wir in diesem Jahr kaum über die 5 km hinaus gekommen sind...

                                    In diesem Sinne, ein schöner erster Tag.

                                    Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
                                    Ja, aber dass die höher-schneller-weiter-Berichte nicht unbedingt die beliebtesten sind, siehst Du doch nicht zuletzt an den Klickzahlen Deiner Berichte! Und ich habe gerade erst einer Arbeitskollegin, die überlegt, ob sie sich auch mal zum Wandern nach Lappland trauen soll, Deinen Zaubertraumbaumbericht und blubbis Try to come to kvikkjokk empfohlen. Bessere Mutmacherberichte als Eure gibt es doch gar nicht!
                                    Das unterschreib ich sofort!!

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                                    • Pfiffie
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                                      • 10.10.2017
                                      • 1966

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"


                                      Quelle: https://opentopomap.org/

                                      Tag 1 / 19. August / 14,7km / 459m rauf und 376m runter / Basstavagge zur Bielaebene

                                      Zur ersten Nacht gibts tatsächlich nix weiter zu berichten, außer vielleicht das ich zwischen durch nicht raus musste. Ich habe richtig gute Laune, heute steht die erste richtige Etappe an. Was mich wohl erwartet? Wie sind die Wasserstände?

                                      Die Sonne scheint, das Zelt wird warm und ich schwitze im Schlafsack. Ich stehe auf und rolle mich in die Sonne und baue an dem Klumpen Stein mein Frühstücksbuffet auf.


                                      Was für ein Wetter, watt die immer erzählen von Sturm und Regen...bestimmt ein Mythos um motivierte Trekker zu verscheuchen.
                                      Ich hänge alles auf was irgendwie den Eindruck macht Kondensnass zu sein und packe später mit leichtem Sonnenbrand auf meiner Ummel irgendwie wieder alles in den Rucksack. Ich habe doch was raus gefuttert? Da ist aber weder Platz noch Gewicht weg und ich bin leicht genervt von dem grauen Brocken.



                                      Alles zusammen gezurrt und unter Beobachtung der knietschenden Bandscheiben werf ich mir den Rucksack so geschwind über den Rücken das fast zu weit fliegt. Ok, ganz ehrlich? Ich habe ihn an meinem Bein hochgeschliffen und mit letzter Kraft, fast mit einem Krampf im Arm, auf den Rücken bekommen. Oh Gott bist du bescheuert. Und so stampfe ich los.




                                      Direkt in ein Weidenfeld hinein und stolpere gleich zwei mal.


                                      Ok. Das sind also schon mal die Brusthohen Weidenbüsche. Mir wurde schlecht als ich daran dachte das es ja auch noch höhere gab. Ich kam relativ gut durch, war halt etwas überraschend gleich zu Beginn. So lief ich immer weiter um die Kurve. Es wurde seitlich etwas steiler und bald lief ich neben dem Gletscherbach mal etwas höher mal fast drinnen an einem kleinen Pfad entlang.





                                      So kam mir auch gleich jemand entgegen, der lief 3 mal so schnell wie ich und hatte Turnschuhe an....ich redete mir ein das er ja bergab lief und verdrängte mein schneckenartiges voran kommen. Einen kurzen Gruß konnte ich noch los werden und schon war wieder weg.
                                      Die Lanndschaft wurde jetzt noch karger und steiniger, aber im Vergleich zu dem was mich an anderen tagen noch erwartet war es doch leicht zu gehen. Große Anstiege gab es nicht, höchstens kleinere Rampen. Das Tal war herrlich, mir ging es gut und ich versuchte jeden Schritt zu genießen. Manchmal lief mir ein Grinsen übers Gesicht, was ja alleine schon recht merkwürdig ist. Denn lachen tut man ja sonst lieber gemeinsam.













                                      Ich kam an einen Bach, genau weiß ich nicht mehr welchen wo ich lieber die Stiefel ausgezogen habe. Vielleicht hätte ich auch so geschafft, aber ich wusste das da noch eine Furt kommt die nicht so einfach ist. Zumindest für einen Anfänger, denn man glaubt es ja kaum, das war meine erste Furt mit Crocks und es war arschkalt. Was man an der Stelle vll sagen kann, ich klebe meine Füße mit Kinesiotape ab (Fußballen, Fersen und die rechte große Zehe). Mit dem Wasser haben sie meist ganz gut gehalten.





                                      Skajdasjvagge (Übergang zum Rapadalen, da wäre ich ohne Corona runter gekommen)




                                      Blick zurück









                                      Zurück in den Stiefeln war der Bademoment doch nun schon wieder recht angenehm und latschte frohen Mutes weiter durch diese bizarre Landschaft. Och war das schön hier, ich musste immer wieder halten und mich umblicken.
                                      Langsam kam ich in die Mitte des Tals und somit dem höchsten Punkt. Jetzt konnte man schon das Massiv nördlich der Bielaebene sehen. Ich musste schon nah der 2. Furt heute sein.









                                      Da war sie nun, eiskalt und voller Steine. Aber eigentlich super einfach und der Wasserstand war doch ganz ok nur das ich auch die Hose ausziehen musste weil ich sie nicht über die Waden bekam. Da sie länger dauerte als die erste dauerte es aber ein paar Minuten bis ich wieder Gefühl in den Zehen hatte.

                                      Alep Basstajegna




                                      Yeti


                                      Yeti von Oben






                                      Ein paar Wolken zogen auf und es kam jetzt etwas Wind entgegen. Für mich war das aber noch nicht Besorgniserregend, es war ein Lüftchen. Ich querrte ein Schneefeld und anschließend ein mittleres Blockfeld. Dann kamen mir bestimmt insgesamt glaube 3 Pärchen entgegen welche alle nach dem Boot in Rinim fragten. Weiter unten machten sich immer wieder herrliche Ausblicke breit und langsam merkte ich auch das ich irgendwie immer nur noch halbe Schritte machte. Ich war jetzt recht leer, sogar das Armeheben zum Fotographieren fiel mir schwer.



                                      Vor mir öffnete sich die Bielaebene und ich entschied mich vorzeitig nach einem Platz zu suchen. Er sollte Flach sein, einen schönen Ausblick haben, Wasseranschluß und ein Naturklo.





                                      Den Biergarten fürs kühle Blonde hab ich wohl dann übersehen.
                                      Der Blick fiel hier Richtung Skarja, das Zwischenziel für morgen. Es drängten sich dunkle Wolken dort durch und es sah nach Regen aus, der aber nicht kam. Ich ließ alles fallen und setzte mich erst mal hin. Jetzt war ich richtig kaputt, das Adrenalin verflogen und mir tat irgendwie alles weh, außer meine Nase die förmlich das Essen aus den Tüten riechen konnte. Aber erst kamen meinen selbst gefällten Goldenen Regeln. Zelt aufstellen, Matratze aufblasen und vor allem aus den Sachen raus. Ich hatte quasi 2 mal Wandersachen (Trekkingsocken, Unterhose, Poloshirt, Pullover). Das wurde immer abends gewechselt. Früh wurden die Füße mit Tapes immer neu gemacht und abends mit Hirschtalk eingerieben.
                                      Viel passierte nicht mehr....Essen, Trinken, Austreten, Müde, hinlegen, schlafen.






                                      Eine außergewöhnliche Etappe, eine der schönsten die ich erleben durfte. Und der Wettergott war wieder bei mir
                                      Zuletzt geändert von Pfiffie; 20.10.2020, 16:58.
                                      "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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                                        • 12.03.2018
                                        • 1495

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

                                        Oh wie schön, dein Bericht ist auch unterwegs Da bin ich dabei!

                                        Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                                        Der Blick fiel hier Richtung Mikkastugan, das Zwischenziel für morgen.
                                        Meinst du die Pielastugan, da wo Bierikvágge, Bastavágge und Rapadalen sich treffen? Die Mikkastugan ist mein ich vor ueber 10 Jahren in Rauch aufgegangen und lag bei Skárjá.

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