[SE] Sarek 2020 "sista kapitlet"

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  • Pfiffie
    antwortet
    Vielen Dank Euch allen und ja es gab ganz ganz viele Fragen hier die letzten Jahre, nicht zuletzt dann auch die Privaten Nachrichten für Fragen die eventuell einem zu (Dumm) vor kamen, was sie sicher nicht waren oder ich einfach dachte aufgrund der Spezialität (zum Beispiel war der die jenige genau dort wo ich hin wollte und/oder man wollte den Reisebericht nicht zerschreiben) Ich erinnere mich da an dich Andrea und Vobo zum Beispiel, das hat echt geholfen

    Mit dem Wasser, ja, ich war in erster Linie unsicher wegen folgenden Fakten:

    großes stehendes Wasser
    ich meine die Parte Stugan lag oberhalb der Einströmrichtung (ist aber falsch wie ich grade sehe, aber so war der Gedanke damals)
    Und ich hatte mal gelesen das man nur aus fließenden Wasser trinken soll, ich hätte also nur von kleinen stehenden Wasser getrunken das sich schneller austauscht.

    Wahrscheinlich war es wohl auch so trinkbar, aber die Angst hatte gesiegt, es war der vorletzte Tag und Gas hatte ich auch genug. Also auf Nummer sicher gehen. Ich stand quasi vor dem See und hatte im Kopf das weiße und das rote Männchen.

    Viele Grüße Maik

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  • andrea2
    antwortet
    Liebe Maik, auch von mir einen herzlichen Dank, dass du uns mitgenommen hast auf deine ganz besondere Wanderung. Es freut mich sehr, dass sie am Ende so gut geklappt hat.

    Ich weiß noch genau, wie du hier im Forum angekommen bist mit all deinen Plänen und Fragen. Viele tun das, aber ein Teil möchte eigentlich nur die eigenen Vorstellungen bestätigt bekommen und ist oft nicht bereit Ratschläge anzunehmen. Bei dir war das anders, du warst offen für alle Vorschläge, hast deine Ausrüstung, deine Erwartungen und deine Touren angepasst und der Lohn ist nun die Erfüllung deines Traums.

    Ich hoffe bald neue Kapitel im nächsten Buch lesen zu dürfen.

    Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Dieser Platz im Sarvesvagge ist bis heute einer der schönsten für mich, mitten im nichts und weit weg von beschilderten Wanderwegen. Wenn man so dasitzt und vor sich hin duselt wird einem das sehr bewusst und löst in einem so ein wohliges Gefühl aus. Zumindest wenn die Sonne scheint.
    Das empfinde ich genauso, und sogar bei Regen ist es dort wunderschön. Wenn wir im letzten Sommer nicht erste ein paar Kilometer gelaufen wären, wären wir auch gerne dort geblieben.

    Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Später kochte ich noch genügend Wasser ab für die Nacht und den morgen. Es schmeckte anders, etwas abgestanden (logisch), aber es war klar und dann auch abgekocht.
    Gab es einen besonderen Anlass das Wasser abzukochen? Ich würde das Wasser aus einem großen See immer so trinken dort oben.

    Deinem Fazit den Sarek betreffend stimme ich zu, ich hab hier schon so oft geschrieben, dass es so viele andere schöne Ecken gibt und nicht nur den Sarek. Da ist Instagramm und Co. sicher auch mit schuld.

    Wunderschön ist es aber trotzdem. 😀

    Andrea

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  • Blahake
    antwortet
    Hmpf - "Vielleicht sollte ich mit etwas weniger Text berichten" - Nein! Auch von mir kommt heftiger Widerspruch!! Ich will auch in Zukunft regelmäßig meinen Nachschub an formidablen Pfiffie-Berichten, gerne auch von Micro-Abenteuern in den Alpen!

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  • oesine63
    antwortet
    und vielen lieben Dank auch von mir! Du hast so viel geschafft in den letzten Jahren, es ist schön, diese Entwicklung miterleben zu dürfen. Weniger Text? Nein bitte nicht! Ich mag deinen sehr eigenwilligen Erzählstil und deine Fantasie. Ich freu mich immer, wenn ich dich auf deinen Touren mit dem Finger auf der Landkarte begleiten darf . Gruß, oesine

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  • vobo
    antwortet
    Vielen Dank Maik für den schönen und ehrlichen offenen Abschluss. Ich kann mich noch an zahlreiche Fragen und Zweifel vor der Tour von Dir erinnern - und trotzdem hat es offenbar wirklich gut geklappt, nicht mit dem Maximum Deiner Pläne aber auch nicht mit dem Minimum. Insofern hast Du recht, das Kapitel eines Neulings hast Du definitiv schließen können. Ich freue mich auf weitere Kapitel und Bücher von Dir und wette jetzt schon, dass Du nicht bis Anfang 2022 mit einem Exposé warten kannst .

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  • Pfiffie
    antwortet
    Vielen Dank Euch allen, das freut mich sehr das er Euch gefallen hat. Es war nicht ganz einfach, jetzt nach so langer Zeit mich in die Details zurück zu denken und weiter zu schreiben, vor allem aber auch wenn man schon wieder was anderes Plant und sich tief gedanklich damit auseinander setzt. Aber wie sag ich so schön, der halbe Urlaub ist schon die Planung.

    Ich habe immer mal den Gedanken an ein Treffen hier in Deutschland mit allen Lapplandverrückten die Interesse daran haben. Vielleicht mal ein Thema für 2022.

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  • evernorth
    antwortet
    Super - toller Bericht mit klasse Fotos. Respekt für deine beeindruckende Willens - Leistung über all die
    Jahre. Wunderbare Traum - Verwirklichung. Viel Spass in den Alpen. Grüße Tom

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  • DerNeueHeiko
    antwortet
    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: Danke Pfiffie, dass du uns mitgenommen hast. Auf diese Wanderung, aber auch auf deinem Weg von den ersten Ideen (ich erinnere mich glaub ich noch an deine ersten Beiträge hier) bis jetzt.

    Schön, dass du deinen Weg gefunden hast, trotz aller Widrigkeiten.

    Viele Grüße,
    Heiko

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  • toppturzelter
    antwortet
    Danke, dass ich hier nochmal in Ruhe und mit Bildern erfahren konnte, wo du warst und wie es war. Nochmal: beeindruckende Tour! Und generell auch ein Danke, dass du uns (bei ODS) ueber die letzten 2-3 Jahre an deiner grösseren Tour hast teilhaben lassen. Ich wuensch dir noch viele schöne Kapitel in deiner Geschichte.

    Zu Fazit 2: kann ich nur Unterschreiben.

    Das mit dem Bier muessen wir mal nachholen. Ich war da grad erst aus dem Zelt gekrochen, nach vier Stunden wandern hätte ich sicher was anderes gewählt Fands auch schön, dass es geklappt hat, sprich dass wir uns noch begegnet sind.

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  • Highbeat
    antwortet
    Ich gratuliere herzlich zum Ereichen des Langzeitzieles! Dazu benötigt man ein großes Durchhaltevermögen und die Fähigkeit nach Rückschlägen neuen Mut zu fassen. Hut ab! Ich schätze, den meisten wäre es nicht gelungen, jahrelang auf die Verwirklichung eines Traumes hinzuarbeiten. Toll, dass du durchgezogen hast.
    Vielen Dank für den schönen Bericht - die Bilder sind super.

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  • ks
    antwortet


    Danke für Deinen Bericht und die tollen Bilder. Und nein, ich fand Deine Texte sehr unterhaltsam, muss wirklich nicht weniger sein. Gruß Stefan

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  • Pfiffie
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    Tag 10/11 12,8km/10,6km Ijvvarlahko-östlich Stuor Dahta / östlich Stuor Dahta – Kvikkjokk

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    Ein sonniger ruhiger Tag. Früh ist alles eingefroren, sogar die Trinkflasche.

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    Meine Anspannung der vergangenen Tage hatte sich komplett gelöst. Ich war auf einem Weg, der bis Kvikkjokk führte. Ich überlegte und schaute, wie weit es noch ist und kam zu dem Ergebnis, das ich lieber noch 2 Etappen laufen sollte. Das war spätestens nach dem ersten Kilometer klar. Meine Schwerfälligkeit wollte sich nicht lösen und jeder kleine Anstieg war sehr anstrengend und nervig.

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    Heute würde ich behaupten das es ein Fehler war nach dem Pass von einem „Weg nach Hause“ zu reden. Offensichtlich hat der Körper dann auch unbewusst auf Ausruhen umgeschaltet und ich konnte keine Leistung mehr abrufen. Oder es war der Tribut des letzten Passes, wahrscheinlich ein bisschen von beiden.

    hmm ein Seelentraum
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    Es ging über die östliche Kuppe des Gallakvarre und wenig später der erste Baum seit Sitojaure, der für mich bedeutete das ich nun den Rest meiner Tour wieder unterhalb der Baumgrenze verbringen sollte. Natürlich müsste ich die paar Bäume im Sarvesvagge mitzählen, aber dort stieg ich keinen Moment unter die Baumgrenze, sondern befand mich eher zwischenzeitlich auf ihr. Die Vegetation nahm ungewohnt zu bis zu einem dichten Birkenwald der undurchdringbar schien. Und dann der endgültige Bruch mit dem Hochfjäll, der erste Nadelbaum, riesige Pfützen auf dem Weg und überall Pilze. Es war merkwürdig und schön zugleich wieder durch Wald zu laufen und überhaupt auf einem Weg, der aber bis zum Kungsleden keine großen Schwierigkeiten machte.

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    der erste Baum
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    Ich wollte auf den Kungsleden und dann mal schauen, wie weit ich laufen konnte.

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    Der erste Nadelbaum
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    Etwa 2km vor der Parte Fjällstuga traf ich auf den Kungsleden und es war als hätte jemand das Programm umgeschaltet. Der ständige weite Blick in die Landschaft und die Berggipfel, die man immer sah, wechselten zu dichtem Nadelwalde mit kleinen Seen und einem ausgetretenen Wanderweg, der natürlich auch hoch und runter ging.

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    So richtig weit war ich noch gar nicht gelaufen, aber die Beine brannten schon. Ich musste immer wieder kleine Pausen machen da mir mal wieder schwindlig wurde. Auf der anderen Seite wollte ich auch endlich nach Kvikkjokk kommen.

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    Bis zum Stuor Dahte war der Weg ganz ok, dann konnte man aber oft nicht mehr von Weg reden. Es war eben Kungsleden, viele Steine und man konnte oft den Fuß nicht gerade aufsetzen und man lief zick zack. Auf dem Fjäll war es definitiv einfacher, der Weg hier nervte einfach nur. Du kommst um die Ecke und überall garstige Steinbrocken. Jetzt wollte ich mein Lager aufschlagen und suchte am Weg entlang des Sees einen schönen Platz. Mal rechts am See schauend, mal links einen Weg auf eine kleine Terrasse genommen. Aber überall gabs kein Wasser oder es war ungeeignet ein 3 Personenzelt auf zu bauen. Der Druck stieg, denn nach 10-12km war ich schon richtig am Ende und null Bock auch nur über den kleinsten Stein zu steigen, lieber drumrum laufen.

    Der Stuor Dathe
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    Irgendwann fand ich einen schönen, aber schlammigen Platz am See und kein Wasser. Aber die Aussicht war wunderschön und so ließ ich alles fallen und setzte mich erst mal irgendwo hin. Dann schaute ich wie ich das Zelt hinstellen wollte und breitete den Ground Sheet aus. Abermals machte ich wieder eine längere Pause. Bei jedem Bücken wurde mir schwindlich und so sollte das Zelt dann nach ca. 1h stehen und nach insgesamt wohl 2h war auch die Inneneinrichtung ausgepackt, aufgeblasen und eingerichtet. Alles war schwer, ich zog die Stiefel aus und wollte jetzt dann endlich auch Abendbrot machen. Ein kleiner Platz direkt am Wasser wo man wie auf einem Stuhl saß suchte ich mir aus, die Z Lite drauf und hinblumsen lassen. Links von mir war eine Landzunge, da saß doch jemand, der hat aber einen tollen Platz, denn da schien die Sonne viel mehr als bei mir. Später liefen vom Kungsleden auf die rechte Landzunge noch 2 Mädels die freundlich grüßten. Sie schienen sehr jung zu sein, vielleicht noch nicht mal 20 und verharrten dort ein Weilchen, lachten und suchten vergeblich Empfang mit ihren Handys. Ob es ihre erste Tour ist? Wo sie hin wollten? Skierfe? Sehr wahrscheinlich, dachte ich mir! Als sie die Rücksäcke wieder schulterten brachen sie fast zusammen, die mussten für sie richtig schwer sein und ich wusste nun auch, warum sie ihre Hände unter den Rucksack verschränkten und den Rucksack mit unterstützten.

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ID: 3015413

    Ich saß auf meinem Platz nahm Wasser aus dem See kochte es ab. Was war da? Jammi da war doch noch ein Abendbrot für morgen übrig. Ich hatte tatsächlich noch 2 Turmats und ich kochte die auch am Stück, das war ein Fressgelage. Später kochte ich noch genügend Wasser ab für die Nacht und den morgen. Es schmeckte anders, etwas abgestanden (logisch), aber es war klar und dann auch abgekocht. Später kam dann der linke Landzungenzelter herüber und wollte mal gucken wer hier so campiert. Wir sprachen Englisch, bis wir merkten das wir uns in Deutsch unterhalten sollten. Das Erlebnis hab ich irgendwie mindestens einmal auf Tour. Von wo und wohin er wollte hab ich leider vergessen, eher war ich überrascht, kaputt und wollte alleine sein. Aber ich war freundlich und wartete brav bis er ging, er konnte ja nix dafür und er war sehr freundlich und gesellig. Ich wollte ihn nicht kränken.

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    Dann saß ich weiter auf dem kleinen Platz am See schaute auf das Wasser und wartete das vielleicht ein Fisch springt. Hinter mir lief immer mal jemand auf dem Kungsleden und ich verhielt mich still, um nicht entdeckt zu werden.

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    Dann wurde es langsam Zeit fürs Bett und ich freute mich riesig, nur noch etwa 10km und in Jokkmokk gibt’s dann Burger, Bier und sowas alles. Und in Kvikkjokk, da war ja noch was und die Zeit passte auch so ungefähr, morgen ist Samstag, aber ich hatte noch kein Handyempfang.

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    Früh regnete es wieder, natürlich nur im Zelt. Alles rund rum war Nass, aber das war mir egal. Ich stopfte mir ein Riegel rein kochte einen Kaffee und packte sofort alles zusammen. Das dauerte aber trotzdem sehr lange, denn das Schwindelgefühl ging nicht weg.

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    06:12 ging es los und gegen 10 war ich in Kvikkjokk trotz Pausen. Ein Anfall von Übermotivation. Zwischendurch hatte ich dann endlich Empfang und zu meiner Verwunderung hatte ich bereits von Toppturzelter eine Nachricht auf dem Handy. Er war in Kvikkjokk angekommen und noch da, Genial.

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    Ich antwortete gleich und hoffte das er schon wach ist. Danach buchte ich das Hotelzimmer in Jokkmokk und wanderte weiter, bis ich auf dem Parkplatz vor meinem Auto stand. Ich stand da wie ein Fremdling, gehöre ich hier her, komisch. Geschafft, Gott sei Dank, ich hab’s geschafft. So wie ich allerdings aussah konnte ich nicht in die Fjällstation und zog mich auf dem Parkplatz komplett um egal wer da gerade zuschaute. Hier ist doch jeder bissel bluna.

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    Wir wollten uns in der Fjällstation treffen, gleich mal ein schönes Bier trinken, aber erst mal mussten wir uns finden. Wir haben uns noch nie in echt gesehen und sowas wie „Ich trage eine gelbe Mütze“ gab es nicht. Trotzdem haben wir uns recht schnell gefunden und tranken wenig später statt Bier, Kaffe und Tee. Es war auch erst so 10Uhr. @Topptourzelter: cool das das geklappt hat, ich fand sehr schön doch noch jemanden aus dem Forum zu treffen, so weit weg von zu Hause. Das hat was. An dem Gruppenfoto muss ich noch arbeiten, schade das wir nicht dran dachten. Aber total nett dich kennengelernt zu haben!




    Und so geht dieses Kapitel jetzt zu.?

    Fazit1 (die Geschichte hinter der Tour):
    Viele wissen nach meinen anderen Berichten was in etwa hinter dieser Tour steckte und es hat auch einen Grund warum ich es „letztes Kapitel“ genannt habe. Aber ich fange erstmal von vorne an und (versuche) mich kurz zu halten. Wen es nicht Interessiert scrollt zu Fazit 2 weiter.

    Vor etwa nun mehr 12 Jahren ließ ich mich inspirieren von Wandern mit Zelt und kaufte mir mein Vaude Mark 3 Long, empfohlen von meinem Chef der mir tolle Stories aus Pakistan erzählte. Ich war begeistert davon einmal mit Rucksack und Zelt durch die Gegend zu Hüpfen.
    Die Realität sah aber anders aus. Mit 16 einen Knorpelschaden im Knie und nach 3 Operationen 160kg auf den Rippen. Nach 10km ohne Rucksack fing das Knie an zu stechen und Fit war ein Fremdwort. 2012 also so ungefähr 4 Jahre später fing ich erstmal mit Golfspielen an. Das war Mega anstrengend, ca. 8-10km laufen und ca. 500 Schläge ausführen. Später wurden teilweise 2 Runden gespielt und bis zu ca. 120 Tage im Jahr. Ich wurde fitter, Knie und Rücken bekamen sehr viel Stabilität durch den Golfschwung. Und so kam es wie es kommen musste, 2016 fuhr ich ganz spontan nach Dalarna, dort spielte ich auch noch Golf und machte sehr viele Tagestouren. Fulufjäll, Grövelsjön, Nippfjällt usw.. Richtig ich war in Idre und fing dort auch meine erste Äsche. Und hier traf ich die Entscheidung mein Traum mit Rucksack und Zelt in Lappland rum zu latschen wieder auf zu nehmen. Und so begann eine Zeit der Planung und etwas Training. Meldete mich im Trekkingforum an (nicht hier), kaufte Ausrüstung und stand 2017 am Skulenskogen mit meinem 4,1kg schweren Vaude und meinem 100l Rucksack mit Autogurtverlängerung für den Hüftgurt und wollte erst mal eine Probetour dort machen, bevor ich weiter nach Nikkaluokta fahre.
    Alle 100m sprang der Gurt auf, beim Umdrehen fiel ich fast vom Bohlenweg und der Rucksack war so schwer, dass ich später weiße hügelchen auf der Schulter hatte und tiefe Einschnitte vom Rucksack. Nach 10km stand ich wieder am Auto und war frustriert, denn es war 100% sicher das es keine Tour auf den Kungsleden geben würde. Ich fuhr Richtung Kvikkjokk um mal kurz über den See in den Sarek zu schauen und später wieder nach Idre zurück für Tagestouren. Nach kiruna bin ich in diesen Jahr nicht gefahren, zu groß war die Enttäuschung.
    Der Urlaub 2017 war ein Desaster. Ich war richtig enttäuscht und brauchte einige Zeit, um das zu verarbeiten. Am 10.10.2017, dann auch wieder zu Hause meldete ich mich bei ODS an, so richtig aufgeben wollte ich nicht und letztendlich gab ich Ende des Jahres das Golfspielen ganz auf um mich mit Geld und Zeit voll auf das Wandern zu konzentrieren. Ich wanderte viel mehr, erkundigte mich im Forum, stellte viele Fragen und beschäftigte mich mit Orientierung und GPS. Dokumentierte Höhenmeter und Lauflänge, sowie dessen Zeit und konnte mich selbst immer besser einschätzen. Der entscheidende Grundstein wurde dann 2018 gelegt. Erst mal eine Hüttentour mit einem leichten Rucksack und Erfahrung sammeln. Der Plan ging auf und die Sonne war jedes Jahr mit mir. Im darauffolgenden Jahr hatte ich schon Trainingsstrecken von bis zu 38km, kaufte ein neues Zelt und wollte nun auch schon Richtung Sarek schauen. Denn 2008 war es dieser Park den ich ergooglet habe und auf der Karte sah. Immer wieder lief dieser mir über den Weg, aber immer wieder sagte ich mir „nee das ist nix für dich“. Jetzt war ich aber mutiger und plante für den Sommer 2019 eine Tour auf dem Padjelantaleden von Ritsem nach Kvikkjokk. Aber nur auf dem direkten Weg erschien es mir langweilig, genau wie ich schon im Jahr zuvor trotzdem noch über die Vistasstuga lief von Nikkaluokta nach Abisko, wollte ich nun hier auch sowas machen. Bei den Recherchen hier im Forum und im Internet fand ich heraus das die beiden Sarektäler Ruotes und Allgavagge auch noch die einfachsten wären. Ich rechnete das Essen aus und die Tage die ich vll brauche und so lief ich schon bei meiner ersten richtigen Tour in Lappland mit Zelt 8 Tage weglos durch den Sarek. War doch garnich so schwer wie gedacht, klar wenn die Sonne scheint geht das auch.

    Fazit2 (die Tour selbst)
    Das war nun die Geschichte zu einer vollendeten Tour im Sarek 2020. Diese steht für ein Ende eines persönlichen Projektes das jedes Jahr neu geplant wurde. Ich hätte es vor vielen Jahren für unmöglich gehalten. Von daher „das letzte Kapitel“ aber nicht das Ende. Ich möchte jetzt ein neues Buch aufmachen, ich bin nicht mehr der Anfänger der raten muss oder sich auf Aussagen verlassen muss. Ich weiß was ich kann und möchte meine Grenzen weiter vergrößern, aber auch genießen. Die Tour war einzigartig, aber sie hat deutlich gezeigt, dass eine gute Vorbereitung der Fitness, der Ausrüstung und der eigenen Erfahrung unabdingbar ist. Und manchmal auch eine Schritt rückwärts zu machen.
    Oft hat man den Eindruck der Sarek wäre die letzte Wildnis Europas, viel Werbung etc.. Ist sie das aber wirklich? Was du gehst in die Wildnis, ist das nicht gefährlich. Ja drum rum gibt es genau die gleiche Wildnis und ich darf Euch sagen ich habe vor den Leuten die außerhalb des Sarek´s weglos durch die Wildnis schlendern noch viel mehr Respekt. Warum?

    Das ist ganz einfach. Zu keiner anderen Wildnis in Skandinavien bekommt so viele Videos und Informationen wie vom Sarek. Eine Sarektour lässt sich extrem gut planen. Aber außerhalb des Sareks weglos bekommt man nicht so viele gute Infos und einen Wanderführer noch dazu. Daher würde ich sogar jedem Empfehlen der Weglos laufen möchte, eine Tour im Sarek zu machen und erst später im Rest von Skandinavien (meine Meinung). Selbst den Schwierigkeitsgrad für eine Sarektour kann man ganz genau abwägen. Und schlechtes Wetter kannst du überall haben. Auf dem Langfjällt sind vor ein paar Jahren 4 Menschen in einen Sturm gekommen und fast gestorben, dafür muss man nicht in den Sarek, es ist in ganz Skandinavien gefährlich gerade in der dortigen Bergwelt.

    Die Orientierung empfand ich sehr einfach. Die Täler sind langgezogen und wenn man die Karten studiert hat könnte man sogar auch ganz ohne klar kommen. Genauer hab ich bei Furtstellen hingeschaut um die beschriebenen stellen wirklich zu finden und habe schon zu Hause auf dem GPS eine Route gelegt wo ich genau zu den Stellen navigieren konnte.

    Ich hatte Anfang des Jahres Probleme mit dem gesunden Knie, es war mir nicht möglich Tagesstrecken über 30km zu laufen und das sollte der Grund sein als ich im Alggavagge über einen Abbruch nachdachte und unsicher wurde. Vielleicht war es auch der Grund, warum ich am Ende so ausgebrannt war, vielleicht war es aber auch das wenige essen, oder es war einfach so wie bei jeden.

    Ich werde zurückkommen, zuletzt hab ich immer wieder geschaut was ich im Kebnekaisefjäll so anstellen könnte, was will ich wirklich? Ein Fakt ist das für mich die Pässe etwas ganz besonderes waren, „the point without gras on the path“. Gletscher sind etwas ganz tolles.

    Ich verschreibe mir 1 Jahr Skandinavienpause und werde nächstes Jahr in den Alpen mit Microabenteuern in sicherer Umgebung meine Grenzen suchen und dann entscheiden, wie es im Norden weiter geht. Ich bin selbst gespannt wie ich zum Beispiel meine Höhenangst weitestgehend in den Griff bekomme und ob ich mit Steigeisen laufen kann. Ich bin gespannt und freue mich auf 2022 in Europas größter nördlicher Wanderbude. Von daher wünsche ich uns allen immer genug Gummi unter den Füßen und bedanke mich für das interessierte mitlesen und Euren herzlichen Kommentaren. Es macht auch Spaß, wenn man jemanden erzählen kann was man erlebt hat!

    Vielleicht sollte ich mit etwas weniger Text berichten

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  • Pfiffie
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    Tag 09 / 27.08.2020 / 249m rauf 546 runter / Einzugsgebiet Barddejiegna

    Es ist sehr früh als ich aufwachte, bewegen konnte ich mich aber nicht so viel. Um genau zu sein, es reichte nur für von links auf rechts oder umgekehrt drehen, weiß ich nicht mehr so genau wie rum genau. Ich fühlte mich wie Kater ohne Alkohol. Die Augen trocken und verknittert, der Mund trocken die Lippen faltig und wenn man ans Essen dachte wurde einem schlecht. Naja ich glaube es waren noch 2h als ich mich wieder bewegte, Kaffe kochen, den Reißverschluss 10cm auf gequält, Wasserflasche suchen….verdammt ich komm nich ran…ok noch ein paar Minuten nur so rumliegen.

    Irgendwann regte sich leben und ich schaffte es auch eine Tasse Kaffe zu kochen, danach packte ich alles zusammen, Hunger hatte ich überhaupt keinen. Der Zeltabbau dauerte länger als gewöhnlich und ich war ziemlich schwerfällig, ich war von mir selbst genervt. Letztlich siegte der Gedanke das ich bald meine Tour geschafft habe und das es ja nur noch ein kleines Stück ist, was ich in dem Moment ziemlich unterschätzte.
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    Beim Laufen meldeten sich dann langsam auch die Gehirnzellen die nicht nur ein Zelt abbauen konnten und bei wieder mal herrlichem Wetter durfte ich ganz tolle Ausblicke genießen. Allerdings in die Richtung, in die ich lief, waren gar keine so hohen Berge mehr. Es ging runter, ich war dabei aus dem Sarek heraus zu laufen. Da ich am Vortag den Bach schon gequert hatte und nun nördlich an diesen lang lief war so erstmal keine Furt in Sicht, die kam erst später ein paar Kilometer vor der Brücke.
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    So richtig hatte ich keine Linie. Immer wieder kleine Bäche, Sandhügel die teilweise nicht hoch, aber steil waren. Öfter umrundete ich sie nur. Der letzte Tag steckte mir definitiv sehr in den Beinen.
    Hier gab es noch mehr Rentiere als sonst wo. Immer wieder konnte ich einige entdecken und das sollte im laufe des Tages noch zunehmen. Beim Blick zurück konnte man später auch den riesigen Gletscher sehen und die Berggipfel dieses riesigen Massivs. Etwas traurig war das schon, kein Axel und auch kein Observatorium, das war einfach nicht drinnen gewesen.
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    Es war klar, dass die Anschlusstor ein viel zu hohes Risiko wäre, zumindest wurde mir das an diesem Tag ziemlich klar. Das war aber nicht schlimm, das wesentliche lag bereits hinter mir und den Rest an Traurigkeit brannte die Sonne nieder. War das schön hier und beim Blick zurück auf das Schneefeld vom letzten Pass war das wie eine Umarmung.
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    Ich erreichte die Brücke und beim Hügelumrunden hatte ich wohl die Rentiere überholt die ich schon eine weile vor mir her trieb. Sie schauten neidisch über die Kuppe als ich die Brücke überqueren wollte. Ein toller Blick hier und wie einschneidend der Bach hier ist. Ganz weit hinten das Rappadalen, der Bach türkis blau grün und Glasklar. Ich lief über die Brücke, machte noch ein Video und rannte ganz konkret mit dem Kopf vor das dicke Kabel. Die Brille schief. Das tat weh und ich glaube das Kabel hat so ziemlich jeden bösen Spruch abbekommen. Zum Schluss schimpfte ich über den Erbauer, warum er denn hier so Kabel hinhängen musste.
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    Jetzt musste erstmal eine Pause her und ich konnte zumindest schon mal alles essen was Süß war. Wie geht’s jetzt weiter, die ebene war riesig. Rechts links Mitte? Ich wollte mich rechts halten in der Annahme das es dort vielleicht weniger Sumpfig ist. Allerdings lief ich nicht so weit rechts wie es vll gut gewesen wäre. Immer wieder kamen riesige Sumpfbecken mit tiefen Bächen drum rum. Und natürlich immer wieder kleine egliche Hügel die heute besonders in die Beine gingen, vor allem wenn man kurz davor durch sumpf lief. Hier gabs aber jede Menge leckere Moltebeeren von gelb bis rot. Ich war immer wieder am naschen.
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    Blick zum Rappadalen
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    Lecker
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    Später wurde es langsam Zeit nach der Hütte ausschau zu halten und klar war auch „keine Experimente“, ich wollte den Samibuggyweg heute noch finden. Vor der Hütte musste es noch ein paar Höhenmeter deutlich nach unten gehen und an diese Schwelle kam ich dann. Links vor mir sah ich sehr weit hinten die Hütte glitzern. Dazwischen ein riesen Sumpffeld mit einem Hügel mittendrinn. Ich blieb stehen, rechts oder links? Ich versuchte das Gelände wie ein Profi zu lesen um irgendeine Entscheidung herbei zu führen. Das lass ich das nächste mal, hat keinen Sinn. Der Bauch sagte rechts und nach dem Sumpf links einschwenken. Ca. 100m später stand direkt in Laufrichtung ein weißes Rentier, als wollte es mir sagen das du richtig bist. (Das Foto irritiert etwas, da es nach links lief und dann auf der Linie zur Hütte stand als ich das Foto machte!). das hatte was. Denn später traf und genau auf den Samiweg, den ich erst in die falsche Richtung lief. Ich wusste nicht ob dieser von Parte zur Hütte geht und dort endet oder umgekehrt. Aber ein paar 100m später bog er zurück auf die Ebene ab und da war klar das ich umdrehen musste.
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    Der Punkt ist aber der, das wenn ich links gelaufen wäre, die Hütte erreicht hätte aber wahrscheinlich nie den Samiweg gefunden hätte, denn der führte aus Entfernung nur dran vorbei und ich hätte ihn nicht gesehen (aus meiner Optik). Ich wäre an der Bewaldeten Schlucht hinuntergelaufen und hätte wohl noch mehr Energie verloren.

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    Jetzt war es Zeit ein schönen Platz zu finden. Das war nicht so einfach, alles garstig hier. Trotzdem fand ich was. Einigermaßen gerade und augenscheinlich weich. Natürlich war das beim ersten Liegen dann nicht mehr so, das weiche ging weg und ich lag auf einem Riesen buckligen Stein. Also das habe ich mittlerweile gelernt, probeliegen vor dem Aufbau. Hab ich auf der ganzen Strecke nicht einmal hinbekommen.
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    Und so ging der erste von 3 Rückreisetagen zuende. Ich lag auf dem Stein, vor dem Zelt stinkende Rentierköttel und während der Nacht regnete es, aber nur im Zelt
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  • Pfiffie
    antwortet
    Er liegt wohl schon mehrere Jahre dort, kenne ihn glaube aus anderen Berichten

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  • nunatak
    antwortet
    Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen

    Das mit dem Ski muss ein mega witziger Moment gewesen sein.
    Für denjenigen, der da im Schnee wahrscheinlich seinen Ski verloren hat, war die Situation wahrscheinlich nicht ganz so witzig. Ich hoffe mal, er hat den/die Ski nicht einfach nur entsorgt, z.B. weil nach einer Warmfront zu wenig Schnee lag und man die Ski die ganze Zeit hätte tragen müssen am Rucksack. In dem Fall wären sicherlich aber beide entsorgt worden.

    Bei Schneeauflage war es aber sicherlich ein Drama, was da passiert ist. Ohne oder mit nur einem Ski kommt man kaum vorwärts. Ich dachte erst, dass der Ski möglicherweise bei der Abfahrt verloren ging, was v.a. im pulvrigen Tiefschnee passieren kann bei einem Sturz, wenn man keine Fangriemen anhat, der abgelöste Ski unter der Schneedecke weiterrutscht und man ihn dann nicht mehr findet. Die Bindung ist allerdings auf Aufstiegsmodus mit Steighilfe eingestellt mit geöffneter, anscheinend leicht beschädigter Bindung vorne, aber ohne Fell, das man bei dieser Hangneigung zum Aufstieg bräuchte. Vielleicht wurde der Ski bei einer Pause abgelegt und hat sich dabei so weit nach unten verabschiedet, dass er nicht mehr gefunden wurde. Das Fell kann sich dabei natürlich auch abgelöst haben, wenn es schlecht geklebt hat, falls es nicht der Erstfinder mitgenommen hat.

    Was vermutet ihr?

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  • Pfiffie
    antwortet
    Das ist eine gute Frage die ich so gar nicht beantworten kann, weil ich erst gar nicht in so eine Situation kommen möchte und quasi schon Vorkehrungen dafür treffe. Im Alggavagge als ich mich entschied die geplante Route weiter zu laufen konnte man an der Wetterlage davon ausgehen das es die nächsten 5-6 Tage recht stabiles maximal schauriges Wetter gibt. Daher war schon von anfangan eine gewisse Sicherheit da mit einem kleinen Risiko das es doch anders wird.

    Bei Nieselwetter wäre ich auch gelaufen, sowie bei moderaten Nebel. Richtig dicke Suppe oder Starkregen hätte ich mindestens noch 2 Reservetage gehabt, mit Esseneinteilung 4. Das war auch ein Sicherheitsfaktor den ich am fuse des Passes noch hätte ziehen können. Also bei ganz schlechten Bedingungen hätte ich so garkeine Lust gehabt und hätte gewartet, aber ich war auch drauf eingestellt mittendrin plötzlich nicht mehr zu sehen, auf dem GPS habe ich versucht sehr genau die Route zu planen und auch die Schummerung mit zu beachten (zumindest bei diesen Pässen). Dann hätte ich mich mit dem GPS orientiert. Das wäre aber der schlimmste Fall und ganz wohl wäre mir dabei nicht!

    Der Schräghang war bei mir durch die frühe Zeit trotzdem ganz schön Nass!

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  • evernorth
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    Hallo Maik,

    alle Achtung und Respekt für diesen wirklich anspruchsvollen Tour - Tag! Good job!
    Wärest du auch das Lullihavagge bei Regen, oder gar Nebel hinaufgegangen?
    Bin auf deine Antwort gespannt. Tom

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  • Pfiffie
    antwortet
    Vielen Dank für die Blumen
    Blahake, ich selbst bin ja auch nicht ganz schwindelfrei, es ist wirklich kein Problem dort. Aber die 750hm hat man deutlich gemerkt und auf der Südseite das Blockfeld empfand ich sehr schwierig.

    @Freedom: ich kann mich dran erinnern, da war ich voll in der Planung und dann dieser Bericht von dir, das saugt man förmlich alles auf

    In der Zwischenzeit meine Abendbrottüte die mehr als Überfällig war an dem Abend, ich war richtig kaputt und bin beim essen schon fast eingeschlafen.
    Ich muss noch ein paar Bilder entwickeln (zu wenig von dem nächsten sonnigen Tag), daher geht es eventuell erst morgen weiter.
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  • Freedom33333
    antwortet
    Hammergeile Passüberquerung!


    Da werde ich ja total neidisch, weil meine Passüberquerungen alle längst nicht so lang waren.
    Das mit dem Ski muss ein mega witziger Moment gewesen sein.

    Und, um dich zu zitieren:
    Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

    Spaß beiseite, da will ich auch hin

    Danke für diesen speziellen Teil , ich plane tatsächlich dort von unten ins Lullihavagge zu laufen, daher hab ich das noch interessierter gelesen als eh schon.
    Glückwunsch zur Realisierung. Es ist doch immer schön, wenn man sich etwas von langer Hand vornimmt und es dann durchziehen kann (Und nicht wegen Wetter etc. weglassen muss).

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  • Blahake
    antwortet
    Eine ganz hervorragende Kirsche auf dem Kuchen!!
    Und interessant, zu lesen, dass Du die Absturzgefahr als gar nicht so schlimm eingeschätzt hast. Ich hatte nämlich das Lullihavagge generall aus meinen Plänen gestrichen, seit ich im Grundsten die Beschreibung gelesen habe.

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