[FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno

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  • Lance
    Anfänger im Forum
    • 21.08.2015
    • 36

    • Meine Reisen

    [FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno

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    "Pandemic area starts over there", freundlich aber bestimmt weist die finnische Grenzpolizistin uns ab. Mit einem Holztisch und Sonnenschirm ist der lange ungenutzte Grenzposten nun wieder in Betrieb. "Of course you can go to Sweden, but only Finnish citizens can return." Nach 10 Tagen in der finnischen Wildnis haben wir unser Ziel Karesuvanto erreicht. Diese Ortschaft liegt direkt auf der Grenze, geteilt durch den Fluss Muniojoki. Und nur auf der schwedischen Seite gibt es einen Supermarkt. Aber am Ende unserer Reise, die uns kurz durch Nordnorwegen, am Halti, dem höchsten Berg Finnlands vorbei und über mehrere Wildflüsse im äußersten Norden Finnlands führte, ist es uns nicht vergönnt, auch noch schwedischen Boden zu betreten. Aber ich fange am Besten von vorn an diese außergewöhnliche Tour zu berichten.



    Pandemic area starts over there - die finnisch-schwedische Grenze in Karesuvanto

    Im vorigen Jahr hatten wir eine Packraft-Tour auf dem Lainioälven im Norden Schwedens unternommen (Bericht hier: https://www.outdoorseiten.net/forum/...orne%C3%A4lven), und die Landschaft schlug uns so in den Bann, dass wir wieder nach einem ähnlichen Fluss, nur mit noch anspruchsvollerem Wildwasser suchten. Holger empfahl mir hier im Forum die drei ineinander übergehenden Flüsse Valtijoki, Poroeno und Lätäseno. Er selbst hatte diese Reise 2012 unternommen und sich mit dem Wasserflugzeug zum Somasjärvi einfliegen lassen. Aus Klimaschutz- und Kostengründen kam das für uns nicht in Frage. Nach dem Abwägen unterschiedlicher Möglichkeiten entschieden wir uns für folgende Anreise: Flug von Berlin über Helsinki nach Rovaniemi, am nächsten Tag 7 Stunden Busfahrt von Rovaniemi nach Kilpisjärvi. Hier begann dann der sportliche Teil, 50 km Wanderung über den Nordkalottleden zum Somasjärvi und dann 80 km paddeln auf den drei Wildflüssen bis Karesuvanto. Von hier dann wieder mit dem Bus nach Rovaniemi und Rückflug nach Berlin.



    Route von Kilpisjärvi nach Karesuvanto

    Drei wesentliche Hindernisse waren bereits vor Reiseantritt absehbar, die Pandemie, die knappe Zeit, und die Mückenplage. Lange war nicht klar, ob wir die Reise überhaupt durchführen konnten, Finnland öffnete die Grenzen erst am 15.07., Finnair änderte mehrfach unsere Flugdaten. Am Ende ging der einzige mögliche Flug am 24.07. morgens von Frankfurt, denn unsere Zeit war knapp bemessen. Ich war bis zum 24.07. zu einer vierwöchigen Wehrübung einberufen, und Jannikas Ferien endeten am 05.08., blieben also mit An- und Abreise nur 13 Tage Zeit für diese anspruchsvolle Tour. Wir mussten also ordentlich Strecke machen und waren jeden Tag mindestens 10 Stunden unterwegs. Gerade zu Anfang zweifelte ich mehrfach, ob wir es überhaupt pünktlich zu unserem Rückflug schaffen würden. Dazu kamen die Mücken. Bereits vor der Abreise lasen wir Berichte von der heftigsten Mückenplage in Skandinavien seit Jahren, Schuld war der milde Winter. So hatte ich extra Mückennetze für den Kopf bestellt. Beim Packen stellte sich dann allerdings heraus, dass man mir stattdessen selbstaufblasende Sitzmatten geschickt hatte. Was für ein nutzloser Ausrüstungsgegenstand. Doch wie schlimm es um die Mücken wirklich bestellt sein sollte, wurde mir erst im Hotel in Rovaniemi bewusst, als ich mich in der Sauna mit einigen finnischen Anglern unterhielt. Diese hatten ihre Tour abgebrochen, weil sie es einfach nicht mehr aushielten. Verzweifelt suchten wir am nächsten Morgen vor der Abfahrt des Busses noch in mehreren Outdoorläden nach Mückenschleiern, doch alle waren ausverkauft. Tatsächlich sollten die Biester uns, vor allem Jannika, ziemlich zerstechen, nur beim Paddeln ließen sie uns glücklicherweise weitgehend in Ruhe. So konnten wir letztlich alle Hindernisse überwinden und wurden mit einer atemberaubenden Reise belohnt.


    Selbst ins Augenlied wurde Jannika gestochen - und am nächsten Tag auch noch auf der anderen Seite

    Tag 1:
    Nach siebenstündiger Busfahrt erreichen wir gegen 17:30 bei strömendem Regen Kilpisjärvi an der finnisch-norwegischen Grenze. Wir kaufen im Supermarkt noch ein paar Zehen Knoblauch - der leider auch nicht gegen die Mücken helfen sollte. Ansonsten haben wir alles dabei, mit unserer Ausrüstung, den beiden Booten und 11 kg Essen tragen wir jeweils knapp 25 kg Gepäck auf dem Rücken. Das Wetter klart schnell auf und der Nordkalottleden führt direkt durch die schönste finnische Tundralandschaft, mit mehreren kleinen Wasserfällen und zahlreichen Seen. Knapp 10 km legen wir zurück und überqueren auch unbemerkt die Grenze nach Norwegen. Am See Saarijärvi schlagen wir unser Zelt bei ziemlich starkem Wind auf, der immerhin die Mücken fernhält.



    Beim Aufsetzen des Hinkelsteins

    Tag 2:
    Wir stehen früh auf, denn heute wollen wir mindestens 20 km zurücklegen. Nach kurzem Frühstück aus Porridge und Kaffee brechen wir das Zelt ab und marschieren los. Allerdings merken wir auch gleich wie beschwerlich der Weg werden sollte: Zwar ist er ausgezeichnet mit kleinen orangenen Holzpflöcken markiert, doch führt er wortwörtlich über Stock und Stein, zahlreiche Steinfelder sind zu passieren, später folgen auch noch Flussquerungen und Altschneefelder. In den ersten Stunden kommen wir nur mit 2 km/h voran. Wir wandern nun über einen Gebirgspass, die schneebedeckten Gipfel bieten ein herrliches Panorama. Beim Abstieg ins Tal gehen wir durch die tiefhängenden Wolken, die plötzlich anfangen gussartig abzuregnen. Erschöpft sind wir und völlig durchnässt, als wir am Nachmittag die Schutzhütte Kuonjarjoki erreichen. Drinnen sitzen bereits mehrere finnische Wandergruppen, aber wir finden noch einen Platz am Holzofen und werden schnell wieder trocken.
    Nach einer Stunde Pause geht es weiter, tatsächlich ist auch der Weg jetzt viel besser, wir kommen zügig voran. Die Sonne zeigt sich und wir wandern bis wir um gegen 21:00 Uhr die nächste Schutzhütte Meekonjärvi am gleichnamigen malerischen See erreichen, in deren Nähe wir das Zelt aufbauen. Die Wanderstiefel stellen wir über Nacht an den Holzofen zum Trocknen.



    Aufstieg auf den Pass



    Abstieg ins Tal über Altschneefelder



    Zeltplatz am Meekonjärvi

    So, morgen schreibe ich weiter...
    Zuletzt geändert von Lance; 14.01.2021, 17:56.

  • fwgdocs
    Erfahren
    • 15.12.2012
    • 105

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno

    Bin gespannt wie es weiter geht mit eurer Wander-Packrafting Tour

    mit unserer Ausrüstung, den beiden Booten und 11 kg Essen tragen wir jeweils knapp 25 kg Gepäck auf dem Rücken.
    Welche Packrafts hattet Ihr im Einsatz ?

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    • Lance
      Anfänger im Forum
      • 21.08.2015
      • 36

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno


      Durchquerung des Bierfejohka

      Tag 3:
      Unsere heutige Route beginnt mit der Durchquerung des Bierfejohka, der hier doch recht wild in den Meekonjärvi mündet. Die starke Strömung und die schweren Rücksäcke fordern den Gleichgewichtssinn heraus. Wir sind relativ spät aufgestanden, die Sonne steht bei klarem Himmel schon recht hoch am Horizont, dadurch ist es heute ziemlich warm, so ist das kalte Wasser erfrischend. Wir gehen weiter am Vuomakasjoki entlang, ein schöner Wildfluss der mit mehreren beeindruckenden Wasserfällen das Tal durchfließt.



      Weg am Vuomakasjoki, im Vordergrund die typischen organgenen Markierungspfähle

      Nach 6 km erreichen wir eine Brücke, der Weg wird deutlich steiler und wir passieren die ersten Schneereste, die wir vorher nur aus der Ferne an den Berggipfeln sahen. Weiter am Fluss entlang gelangen wir zum Pihtsusköngäs, dem "Niagara Finnlands", mit 17 m der höchste Wasserfall des Landes.



      Pihtsusköngäs (17 m), der höchste Wasserfall Finnlands

      Wir kommen jetzt schnell voran, an einem kleinen Dorf aus wenigen Häusern vorbei, und fragen uns, wie die Bewohner wohl den Weg zum nächsten Ort zurücklegen. Am frühen Abend bereiten wir uns einen Kaffee an der Pithusjärvi Schutzhütte, aber wir wollen noch weiter. Bis hier hin waren relativ viele Wanderer auf dem Nordkalottleden unterwegs, von denen die meisten weiter nach Norden gehen und den Halti, den höchsten Berg Finnlands besteigen. Das hätten wir auch gerne noch gemacht und ist mit 24 km hin und zurück sicher eine schöne Tagestour - sollten wir die Route nochmal wiederholen, werden wir definitiv die Zeit einplanen, die uns jetzt hierfür fehlt. Denn mein ursprüngliches Ziel war es, schon heute zu unserer Einsetzstelle für die Packrafts zu gelangen. Wo genau diese sein wird, wissen wir noch nicht, ich habe zwar den Somasjärvi als Ziel im Sinn, hoffe aber nach der Kartenerkundung vielleicht schon höher im Gebirge einsetzen zu können.








      Ab jetzt treffen wir fast keine anderen Wanderer mehr, genießen dafür die Einsamkeit und wunderbar karge Landschaft im Gebirge. Die Sonne steht tief und erzeugt lange Schatten, wird aber auch heute nicht untergehen, sodass wir noch lange gehen können. Der Gebirgsfluss ist leider doch zu flach und steinig um schon hier mit dem Paddeln zu starten. Wir fangen an nach einem Zeltplatz zu suchen, den wir neben einer sprudelnden Quelle finden als der Weg beginnt, sich wieder ins Tal zu neigen. Morgen sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Somasjärvi, an dem wir definitiv einsetzen können - denken wir zumindest.




      Der dritte Tag war der schönste Wandertag der Route, als wir diesen gegen 21:00 Uhr beenden sind wir doch ziemlich erschöpft. Jannika zaubert trotzdem noch ein köstliches Curry, eins von den vielen Gerichten die sie vorher eingedörrt hatte. Hier das Rezept zum Nachkochen:

      1/2 Bund Lauchzwiebeln
      1 Dose Mais
      300 g Rinderminutensteaks (in kleine Stücke schneiden, salzen und pfeffern)
      1-2 Knoblauchzehen (in Streifen schneiden)
      1 Zwiebel (in Streifen schneiden)
      1/2 Dose Ananasstücke
      1 Päckchen Pulver für Kokosmilch
      2 Esslöffel Currypulver
      1 Esslöffel Curryblätter
      Reis
      (für 4 Gerichte)

      Das Fleisch und Gemüse dörren und die Gewürze dazugeben. Unterwegs den Reis (ca. 250g) in einem Liter Wasser kochen, nach etwa 5 Minuten die Tüte mit den Dörrzutaten hinzugeben. Einkochen und ggf. etwas Wasser nachgießen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Abschließend 10 Minuten bei geschlossenem Deckel ziehen lassen.


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      • Lance
        Anfänger im Forum
        • 21.08.2015
        • 36

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno

        Zitat von fwgdocs Beitrag anzeigen
        Bin gespannt wie es weiter geht mit eurer Wander-Packrafting Tour

        Welche Packrafts hattet Ihr im Einsatz ?
        Wir hatten ein MSR Alligator 2S Pro und ein Adventure X2, werde dazu im Bericht noch detaillierter eingehen. Ab morgen folgt dann endlich auch der erste Tag auf dem Wasser

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        • fwgdocs
          Erfahren
          • 15.12.2012
          • 105

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno

          Hi Lance,

          sehr schön und Danke für die Info der Packrafts - das MSR Alligator 2S Pro haben wir auch im Gebrauch

          Das finnische Käsivarsi Wilderness Area https://www.nationalparks.fi/kasivar...ectionsandmaps und das Malla Strict Nature Reserve https://www.nationalparks.fi/malla und der Haltitunturi als höchste Berg Finnland sind auf der zukünftigen Rentner To-Do Liste

          Wir werden euren Bericht mit Spannung verfolgen

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          • sompio

            Erfahren
            • 25.04.2013
            • 257

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno

            Zitat von fwgdocs Beitrag anzeigen
            ...und der Haltitunturi als höchste Berg Finnland...
            OT: Der Gipfel des Haltitunturi liegt in Norwegen. Lediglich der höchste Punkt Finnlands befindet sich auf dem Haltitunturi. Der höchste Berggipfel Finnlands dürfte der Ritničohkka gleich nebenan sein.

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            • earlyworm

              Erfahren
              • 07.03.2007
              • 385

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno

              Ach wie toll. Ihr habt euch also doch die schwierigste Tour rausgesucht welche ich damals vorgeschlagen habe. Respekt, vor allem da wir das ganze ja mit gemütlicher Anreise im Wasserflieger gemacht haben. Da bin ich jetzt echt mal gespannt wie es weiter geht.... wenn hier auch gerade wohl nicht aktiv weiter geschrieben wird.

              Erkenne aber schon ein paar Stellen vom Fluß. Hoffentlich gehts bald weiter

              Grüße Holger
              ------------------------------------------------
              http://www.canoeguide.net
              Only the early worm catches the fish
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              • Mika Hautamaeki
                Alter Hase
                • 30.05.2007
                • 3933

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [FI] Packrafting auf Valtijoki, Poroeno und Lätäseno

                Zitat von earlyworm Beitrag anzeigen
                [...] Hoffentlich gehts bald weiter

                [...]

                Ja, bitte weiter schreiben...
                So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                A. v. Humboldt.

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                • Lance
                  Anfänger im Forum
                  • 21.08.2015
                  • 36

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Entschuldigt, dass ich Euch so lange hab warten lassen, mein Medizinstudium hat mich dieses Semester dann doch mehr in Anspruch genommen, als gedacht. Jetzt habe ich aber erstmal Semesterferien, und mir fest vorgenommen den Bericht endlich zu Ende zu schreiben. Weiter geht's also:

                  Tag 4: Der erste Paddeltag

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20200728_164533_4.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,98 MB ID: 3012626

                  Eigentlich wollten wir heute früh aufstehen, um schnell zum Somasjärvi zu kommen und endlich die Boote einzusetzen, aber nach der langen Wanderung am Vortag schlafen wir doch ziemlich lange. Dafür verzichten wir aufs Frühstück. 6 km sind es nur noch bis zur Hütte am See im Tal, es geht nur bergab, sollte also schnell zu schaffen sein. Ein Weg ist nur manchmal sichtbar, aber die markierten Holzpflöcke führen an einem ziemlich wilden Gebirgsfluss entlang, der leider zu flach und steinig zum paddeln ist. Wir machen allerdings den Fehler, uns zu pedantisch an die Markierung zu halten, wodurch wir mehrfach den Fluss durchqueren müssen. Durch den ständigen Wechsel der Schuhe kostet das recht viel Zeit.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: image_13497.jpg
Ansichten: 95
Größe: 3,38 MB
ID: 3012624
                  Der Weg zum Somasjärvi


                  Gegen Mittag kommen wir an der Hütte am Somasjärvi an. Nach kurzer Mittagspause sind wir natürlich heiß darauf, endlich die Boote einzusetzen und die schweren Rucksäcke nicht mehr tragen zu müssen. Aber erst müssen wir eine passende Einsetzstelle finden. Der Nordkalottleden verläuft von der Hütte nach Norden weiter und umrundet den See, wir wollen aber Richtung Süden, laufen also querfeldein grob in die richtige Richtung, wobei uns mehrere kleinere Seen zu Umwegen zwingen. Dann stehen wir endlich auf einer Art Wall am Somasjärvi. Ans Einsetzen ist hier aber nicht zu denken, das Ufer fällt hier sehr steil ab, dazu pfeift ein ordentlicher Nordwestwind - das Vorankommen auf dem offenen Wasser wäre ein frustrierender Kampf gegen den Wind. Also laufen wir erstmal weiter, passieren den Ausfluss des Somasjärvi, ein recht ordentlicher Wasserfall, spätestens hier hätten wir eh wieder umtragen müssen.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20200728_141430_9.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,70 MB ID: 3012623
                  Abfluss des Somasjärvi

                  Auf den nächsten Metern treffen wir zahlreiche Angler, die hier mehrere kleine Camps aufgebaut haben, offenbar ein besonders guter Spot. Und dann finden wir endlich an der Mündung eines kleinen Baches unsere Einsetzstelle. Perfekt ist diese nicht, der Valtijoki ist hier ziemlich schnell und auch steinig. Aber es ist jetzt schon 16:00 Uhr, und wir sind natürlich heiß, uns in die Fluten zu stürzen. Also die Boote mit den Pumpsäcken aufgeblasen, das Gepäck verzurrt, und los geht es. Gleich auf den ersten Metern stoße ich an einige Steine und hänge mehrmals fest, ein Feststoffboot wäre jetzt schon hinüber, aber das Packraft ist zum Glück gutmütig und verzeiht alle Fahrfehler. Von denen ich jetzt allerdings ziemlich viele mache, der Fluss ist hier sehr flach, und man muss sehr genau darauf achten die richtige Linie zu finden. Jannika gelingt das besser als mir, ich bin ziemlich frustriert als ich in der ersten Stunde schon mehrmals aussteigen und treideln muss.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20200728_145859_0.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,92 MB ID: 3012619
                  Endlich paddeln!

                  Kurz darauf fängt es dann aber wirklich an Spaß zu machen: Vor uns schlängelt sich der Valtijoki durch eine ziemlich verwinkelte Schlucht, die wir zunächst besichtigen. Zwar können wir nicht alle Stellen einsehen, was wir sehen scheint aber machbar, und so ist es dann auch, Wildwasser vom Feinsten.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20200728_155531_2.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,10 MB ID: 3012620
                  Am Ausgang der Schlucht

                  Es folgen dann zwei Wasserfälle, die nicht befahrbar sind. Der erste ist recht gut zu sehen und die Umtragung leicht, der zweite ist tückischer (und deutlich steiler), hier wäre ist fast hinuntergestürzt. Jannika ist etwas vor mir, bemerkt die Stelle deutlich früher als ich, und fährt links ans Ufer. Ich reagiere ziemlich spät, und als ich versuche, sie am Ufer zu erreichen, merke ich, dass die Strömung schon so stark ist, dass ich ihr mit Paddelschlägen nicht mehr entkommen kann. Zum Glück ist das Wasser hier flach, also springe ich schnell aus dem Boot und ziehe es an Land. Welchen Absturz ich da in letzter Sekunde noch verhindert habe wird mir aber erst so richtig bewusst, als ich den Wasserfall anschließend betrachte, hier geht es schon einige Meter in die Tiefe. Wegen der steilen Felswände müssen wir dann auch ein ganzes Stück umtragen.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20200728_155721_5.jpg Ansichten: 0 Größe: 4,52 MB ID: 3012621
                  Wasserfall 1

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20200728_163223_2.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,25 MB ID: 3012618
                  Wasserfall 2, von oben kaum einzusehen, hier wäre ich fast abgestürzt

                  Am Ende des Tages sind wir durch den langen Weg zur Einsetzstelle, mehrere Besichtigungen und Umtragungen nicht besonders weit vorangekommen, aber doch ziemlich erschöpft. Um die Mücken fernzuhalten, wählen wir als Standort für unser Zelt einen kleinen Hügel am Fluss auf, wo es recht windig ist. Aber das hilft kaum, die Biester stürzen sich schon beim Aufbau auf uns, an gemütlich draußen sitzen ist nicht zu denken, also verkriechen wir uns schnell im Zelt.
                  Zuletzt geändert von Lance; 14.01.2021, 15:10.

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