[NO] Hardanger Vidda 1960

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  • recurveman
    Erfahren
    • 17.08.2011
    • 301

    • Meine Reisen

    #21
    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    Wenn ich die Bilder sehe bin ich richtig traurig dass die Farbdias, die meine verstorbene Mutter bei ihrem Norwegen-Roadtrip 1964 gemacht hat, komplett die Farben verloren haben und nur noch Rotabstufungen aufweisen (wie schwarz-weiß, nur mit rot statt schwarz)...
    Negative konnte ich leider nicht finden (gibt es die bei Dias überhaupt?).

    Die Dias von 1962 in Griechenland (alleine auf der Akropolis) und 1963 (fast alleine in der Alhambra) haben leider das gleiche Problem.

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    • DerNeueHeiko
      Fuchs
      • 07.03.2014
      • 2189

      • Meine Reisen

      #22
      AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

      OT:
      Zitat von recurveman Beitrag anzeigen
      Negative konnte ich leider nicht finden (gibt es die bei Dias überhaupt?).
      Nein, Dias werden (im Normallfall) direkt aus dem Film gemacht, der in der Kamera steckt, da gibt es keine Negative.

      Vielleicht ist ein Scan mit Umwandlung in s/w schon ein Fortschritt, vielleicht sind natürlich die Farben auch unterschiedlich verblasst...

      MfG, Heiko

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      • Ljungdalen
        Fuchs
        • 28.08.2017
        • 1462

        • Meine Reisen

        #23
        AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

        OT:
        Zitat von recurveman Beitrag anzeigen
        Negative konnte ich leider nicht finden (gibt es die bei Dias überhaupt?).
        Wie Heiko schon schrieb, nein. Das ist ja gerade der Unterschied zum Negativfilm (von dem Abzüge auf Papier gemacht werden). Dia daher auch Diapositiv(film) genannt.

        Und hm, die Dias meiner * privilegierten * Großeltern, Guinea 1964 und so, aus der DDR, also Ostfilmmaterial, sind erstaunlicherweise noch ziemlich gut. Lagerung?

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        • recurveman
          Erfahren
          • 17.08.2011
          • 301

          • Meine Reisen

          #24
          AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

          Wenn ich dass wüsste...
          Ich wollte vor 5 bis 6 Jahren die Dias mal scannen um sie zu archivieren aber da war es schon zu spät. Ich habe versucht die Bildqualität per Bildbearbeitung zu retten, es kam aber nichts brauchbares raus. Auch die Umwandlung in schwarz-weiß gab nur eine graue Suppe statt einer roten Matsche...

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          • Voronwe
            Erfahren
            • 03.04.2008
            • 437

            • Meine Reisen

            #25
            AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

            Hier wird das Problem der Dialagerung erklärt - das das eine Seite eines Digitalisierers ist, übersehen wir mal.

            Wie heißt es im "Marsiander" so schön: "Chemie ist eine ungenaue Schlampe"
            "We aren't lost! We only don't know where we are!" - Cartman

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            • Peter35
              Anfänger im Forum
              • 04.04.2020
              • 46

              • Meine Reisen

              #26
              AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

              Ich bedanke mich für das positive Echo auf meinen Reisebericht aus alten Zeiten.

              Einige der von Usern gestellten Fragen beantworte ich, indem ich etwas über eine „Outdoor-Bewegung“ der 1950er Jahre erzähle:

              Es gab in dieser Zeit zahlreiche Jugendbünde, die alle das Naturerlebnis in Gemeinschaft mit gleichgesinnten Freunden suchten. An den Wochenenden gingen wir „auf Fahrt“ und wanderten hinaus in die freie Natur, Basis waren dabei die zahlreichen Jugendherbergen. Wir trafen uns in Zeltlagern mit anderen Jugendgruppen an traditionellen Plätzen wie der Jugendburg Ludwigstein an der Werra und an anderen Orten, die bereits bei den „Wandervögeln“ der 1920er Jahre beliebt waren. Viele Gruppen gaben sich etwas elitär, man trug ein Abzeichen am Ärmel, unterwegs führte man einen Wimpel mit und manche Gruppen hatten eigene Trachten wie bei den Pfadfindern, die Mädchen trugen Dirndlkleider. Man glaubt es ja heute kaum, in den Jugendherbergen durften Mädchen keine Hosen tragen, das bestimmte die Hausordnung! Musizieren und Singen gehörte unbedingt dazu, so waren auch immer Gitarren dabei. Höhepunkte waren mehrwöchige „Großfahrten“, meistens in die deutschen Wandergebiete. Es gab aber auch schon Fahrten ins Ausland. Eines der Sehnsuchtsziele der Jugendbünde war damals Skandinavien, beeinflusst von den Jugendbüchern des Schriftstellers Walter Scherf („Schwedenfahrt“), so planten wir denn 1960 unsere Fahrt in die Hardanger Vidda.


              Zum Thema Ausrüstung und Reisevorbereitung.

              Unsere Wanderausrüstung entsprach dem damals Üblichen: Feste Bergschuhe mit Profilsohlen, Wanderhosen und Schlafsäcke aus Lodenstoff, Anoraks aus imprägnierter Baumwolle, Wollpullover, Rucksäcke in guter Standardqualität. Wir hatten pro Person eine imprägnierte Dreieckszeltbahn dabei, die auch als Regenschutz unterwegs diente und aus der man einfache Zelte ohne Boden zusammenknöpfen konnte. Wildnistauglich nach heutigem Maßstab war die Ausrüstung nicht, wir vertrauten im Falle von Schlechtwetter auf die Hütten des DNT. Wanderkarten und Reiseführer bestellte ich damals beim örtlichen Buchhandel.


              Zum Thema Fotografieren und Digitalisieren von alten Fotos.

              SW-Film war damals der Standard, Farbfotos machte man als Diapositiv, der Farbnegativfilm war noch neu. Fotografieren war eine teure und auch aufwendige Angelegenheit, daher wollte jedes Bild gut überlegt sein: Motiv suchen, Belichtung und Entfernung messen, gute Lichtverteilung bestimmen durch Einsatz von Filtern und erst dann abdrücken. Mit einer heutigen Digitalkamera ist das alles einfacher.

              Ich habe in den letzten Jahren alle meine alten Filme digitalisiert und festgestellt, dass man ein wirklich gutes Ergebnis nur mit einem professionellen, aber leider recht teuren Filmscanner erzielt. Einen guten Kompromiss fand ich mit dem Standardscanner „CanoScan 9000F MarkII“, der eine Zusatzfunktion für Filmscannen verschiedener Filmformate und auch für Dias hat. Eine Nachbearbeitung der Bilddateien mit einem Bildbearbeitungsprogramm ist unerlässlich, man muss ein wenig experimentieren und üben. SW-Filme bringen ein gutes, Farbnegativfilme ein mäßig gutes und Farbdias ein in der Regel nicht gutes Ergebnis, weil bei sehr alten Farbdias meist eine der Farbschichten verblasst ist und somit rot- oder blaustichige Bilder entstehen. Da kann man auch nichts nachbearbeiten, weil nichts mehr da ist.

              Peter35
              Zuletzt geändert von Peter35; 10.05.2020, 13:08.

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              • Mika Hautamaeki
                Alter Hase
                • 30.05.2007
                • 3943

                • Meine Reisen

                #27
                AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

                Unglaublich. Ein absoluter Traum. Solche Reiseberichte sind ja nun schon historisch wertvoll

                Von wo aus hast Du das Foto vom Hamburger Hafen gemacht. Vom Michel oder wie kommt die Höhe zustande?
                So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                A. v. Humboldt.

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                • pekra62
                  Dauerbesucher
                  • 02.03.2012
                  • 689

                  • Meine Reisen

                  #28
                  AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

                  Hallo Peter,

                  vielen Dank auch von meiner Seite. Ein genialer Bericht. 1960 - meine Güte, da waren doch solche Touren noch eine ganz andere Herausforederung als heutzutage mit Kunstfaser, Goretex, ultraleichten Zelten und Astronautennahrung

                  Und eine schöne Bestätigung meiner Ansicht, dass sich solche Reisen fest in's Gedächnis brennen und man ein Leben lang was davon hat (anders als bei einem all-incl-Urlaub am Mittelmeer). Dass du nach so vielen Jahren noch so genau berichten kannst, klasse!

                  Kurz ein Abstecher für Interessierte zum Digitalisieren "alter" Dias, in meinem Fall aus den 80ern:
                  Ein guter Kompromiss zwischen Aufwand (Zeit und Kosten) und Ertrag (Bildqualität) ist für mich ein entsprechender Vorsatz für eine gute Digitalkamera, vorzugsweise mit Wechselobjektiv, in den das Dia eingesetzt und abfotografiert wird.
                  Klappt natürlich nur, wenn das Ausgangsmaterial noch entsprechend okay ist.

                  Peter

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                  • Ljungdalen
                    Fuchs
                    • 28.08.2017
                    • 1462

                    • Meine Reisen

                    #29
                    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

                    Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
                    Von wo aus hast Du das Foto vom Hamburger Hafen gemacht. Vom Michel oder wie kommt die Höhe zustande?
                    Da bisher keine Antwort: Das ist definitiv vom Michel.

                    Der Elbarm, der dort drüben abgeht, ist der Reiherstieg (in der Ferne die Reiherstieg-Eisenbahnbrücke noch als Bogenbrücke). Am linken Bildrand mit dem Turm der vom Krieg übriggebliebene Teil des "Kaispeichers A". Wenig später, 1964, wurde der gesprengt/abgerissen und neugebaut. Der Neubau ist heute der "Unterbau" der Elbphilharmonie.

                    Kommentar


                    • Mika Hautamaeki
                      Alter Hase
                      • 30.05.2007
                      • 3943

                      • Meine Reisen

                      #30
                      AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

                      Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
                      Da bisher keine Antwort: Das ist definitiv vom Michel.

                      Der Elbarm, der dort drüben abgeht, ist der Reiherstieg (in der Ferne die Reiherstieg-Eisenbahnbrücke noch als Bogenbrücke). Am linken Bildrand mit dem Turm der vom Krieg übriggebliebene Teil des "Kaispeichers A". Wenig später, 1964, wurde der gesprengt/abgerissen und neugebaut. Der Neubau ist heute der "Unterbau" der Elbphilharmonie.
                      Vielen Dank für die Erklärung. Es ist schon erstaunlich, wie sich das Bild der Stadt geändert hat. Ich war bestimmt schon 20 mal auf dem Michel, aber trotzdem war ich mir nicht sicher. (Wenn ich daran denke, wie sich in Poppenbüttel meine "Geburts-und Kindheitsstraße"geändert hat, die würden meine Kinder auf einem alten Foto auch nicht wiedererkennen)
                      So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                      A. v. Humboldt.

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                      • waldgeist
                        Neu im Forum
                        • 30.11.2007
                        • 9

                        • Meine Reisen

                        #31
                        Herzlichen Dank für dieses ganz tolle Grossfahrten-Kino.
                        Eine Grossfahrt in den hohen Norden ist auch heute noch in den jugendbewegten Gruppen ein absoluter Höhepunkt im Gruppenleben.
                        Horridoh und Gut Pfad

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                        • Belge
                          Erfahren
                          • 23.02.2021
                          • 147

                          • Meine Reisen

                          #32
                          Großartig. Vielen Dank für den Bericht, der bleibt hängen. Diese Bilder sind ebenfalls Gold wert.



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