[SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

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  • dingsbums
    Fuchs
    • 17.08.2008
    • 1503

    • Meine Reisen

    [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Land: Schweden, Norwegen
    Reisezeit: September
    Region/Kontinent: Nordeuropa

    Schon lange habe ich keinen Bericht mehr geschrieben. Holger ist der Meinung, ich muss erst den alten fertigstellen, bevor ich einen neuen Tourbericht schreiben sollte, aber ich bin einfach motivierter, den neuen anzugehen. Und deswegen kommt er hier und jetzt. Tatsächlich plane ich aber auch, den letzten noch zu beenden, bei Gelegenheit.



    Unter anderem der ein oder andere Bericht hier im Forum brachte mich dazu, Hellemobotn auf meine Wanderungs-Wunschliste zu setzen. Holger wollte gerne einmal den Abschnitt von Stáddajåhkå nach Pieskehaure laufen, denn dieses Stück fehlt uns noch. So wurde eine Route festgelegt: Start in Hellemobotn, ein Stück weglos nach Kutjaure, mal wieder ein paar Abschnitte des Padjelantaleden, dann nach Pieskehaure und danach - egal, denn wir mussten mal wieder die Strecke ändern. Die Hütten des Padjelanta schließen einfach recht früh, zu viel Essen wollten wir aber nicht mitnehmen, so entschieden wir schon zuhause: Entweder wir können in Stáloluokta noch was nachkaufen oder wir wandern von dort nach Sulitjelma ab. Nun, es gab nichts mehr in Stáloluokta. Damit muss die Strecke aus nördlicher Richtung nach Pieskehaure noch etwas länger auf uns warten. Aber egal, ich mag den Padjelanta ja sehr, in einigen Jahren wird sich wieder eine Tourvariation finden, in die wir diesen Abschnitt einbauen können.

    Aber nun erst einmal zum Bericht unserer Wanderung von Hellemobotn nach Sulitjelma.

    31.08. Back to Bodø

    Bodø war schon mehr als einmal der Ort, von dem aus wir zum Startpunkt einer Wanderung fuhren bzw. an dem wir noch die letzten Tage vor dem Rückflug verbrachten. So fühlt sich Bodø mittlerweile fast vertraut an, irgendwie "Heimkehr in den Urlaub".

    Wir hatten diesmal keinen ganz so frühen Flug, so klingelte der Wecker am Samstag kurz vor 6. Allerdings hatte ich am Vorabend noch auf den letzten Drücker berufliche Dinge fertiggestellt und war doch erst nach 1 im Bett, damit war das trotzdem eine kurze Nacht für mich. Das war nun aber gut erledigt und um so mehr freute ich mich auf Urlaub, Wandern und Alltag vergessen. Wie meist fuhr uns unser bester Freund zum Flughafen nach Frankfurt, keinerlei Probleme auf den Straßen. Im Flughafen war dafür um so mehr los, unglaublich. Eine Riesenschlange an der Gepäckabgabe, na, dann reihen wir uns mal ein. Allerdings kam schnell ein Mitarbeiter zu uns und meinte, wie sollten mit den Rucksäcken zum Schalter XYZ. Das war der Schalter fürs Sperrgepäck und tatsächlich war dort fast keiner vor uns. Perfekt. Auch beim Sicherheitscheck war viel los, zum Glück ging es auch hier relativ zügig voran. So blieb dann noch Zeit für ein Frühstück, wie meist kauften wir am Bäckereistand ein und gingen dann zum Gate.

    Der Flieger nach Oslo war voll, aber um 10:00 musste wenigstens kein Gepäck wieder ausgeladen werden (das passiert uns sonst gefühlt bei jeder Anreise in den Norden). Keine besonderen Vorkommnisse auf dem Flug, ich hatte aber auch die meiste Zeit die Augen zu. In Frankfurt war uns gesagt worden, wir müssen unsere Rucksäcke abholen. Da wir in Oslo sowieso an einem Gate in der Nähe dieser 'Passierstelle' ankamen, fragten wir noch kurz nach. Diese Aussage war korrekt, das neue System funktioniert nur, wenn man mit SAS, Norwegian & Co ankommt, nicht bei einem Flug der Lufthansa. (Damit ist dies vergleichbar zu Stockholm.) Also gingen wir zum Gepäckband, holten unsere Rucksäcke und checkten wieder ein. So mussten wir noch einmal durch die Security, das ging aber zügig. Was uns Zeit ließ für eine wichtige Tradition: Das erste Urlaubsbier beim Umstieg!


    Umstieg in Oslo

    Auch der Flug nach Bodø war unspektakulär, nicht ganz so voll, aber doch gut gefüllt. Auch hier hatte ich meist die Augen zu, kurz vor Bodø guckte ich dann mal aus dem Fenster. Manchmal gab es ein Loch in den Wolken, wir flogen über Berge (mit Schnee), Täler und auch der Rand eines Gletschers war zu erkennen. In Bodø waren die Rucksäcke ruckzuck da. Obwohl es ja nicht sehr weit ist zur Innenstadt, stiegen wir doch in den Bus, der stand da so wartend. Der Bus hielt beim Rathaus, die paar Meter zum Hotel waren schnell zurückgelegt. Wir bekamen ein schönes Zimmer mit Blick Richtung Hafen, setzten erst mal nur die Rucksäcke ab, wechselten in die Crocs und gingen schnell einkaufen, bevor die Geschäfte schlossen.


    Blick aus dem Fenster im Hotel

    Im Einkaufscenter bei Sport Norge bekamen wir unser Gas. Die kleine Kartusche war zwar Wintergas, aber das sollte es jetzt im September auch tun. :-) Im Supermarkt wurde Wurst und Schokolade gekauft. Jetzt musste ich mich nur noch um meine Uhr kümmern. Diese Schlaufe, in die man das Armband steckt, damit es in der Schnalle hält, war gerissen. Es gab sogar ein Uhren-/Schmuckgeschäft, aber solche Ersatzteile haben sie nicht. Ein passendes Armband auch nicht. Die nette Verkäuferin hat mir aber gleich einen einfachen Gummi angeboten. Da bin ich aber lieber gegenüber in den Haarschmuckladen und habe kleine Stoffhaarbänder gekauft. So eins passte perfekt und störte auch gar nicht auf der Haut.

    Zurück im Hotel hatten wir uns dann das Begrüßungsbier in der Bar im obersten Stock verdient. Leider fing es an zu regnen, aber schön war es da oben trotzdem. Nach etwas Räumen und Richten im Zimmer war es schon Zeit für das Abendessen. Wir gingen ins Bryggerikaia, gewohnt lecker! Zurück im Hotel entschieden wir uns gegen einen Absacker und waren tatsächlich schon gegen 10 im Bett. Nun, morgen mussten wir ja auch früh raus.


    Begrüßungsbier in der Hotelbar

  • Fjellfex
    Dauerbesucher
    • 02.09.2016
    • 514

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

    Herrliche Gegend! Davon kann man gar nicht genug bekommen...

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    • dingsbums
      Fuchs
      • 17.08.2008
      • 1503

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

      01.09. Hochzeitstag (Anlegestelle Hellemobotn - Vuodnabatjavrre)

      Auch heute klingelte der Wecker schon vor 6. Duschen, Rucksack fertig packen, auschecken. Beim Buchen hatte ich im Kommentarfeld vermerkt, dass wir vor dem Frühstück schon los müssen, und gefragt, ob es da Optionen gibt. So bekamen wir ein Breakfast Package, jedem wurde eine Tüte in die Hand gedrückt, und ich konnte am Automaten in der Lobby noch einen Kaffee bekommen. Damit ging es rüber zur Bushaltestelle. Ein komischer junger Mann sprach uns an, ob wir wüssten, ob bald ein Bus nach Saltstraumen fährt. Ich guckte online nach - erst am Nachmittag. Der Typ reagierte komisch und erzählte uns was, dass er eigentlich nach Spanien will - ich glaube, der hatte eine zu gute Nacht in Bodø und war am Morgen hier am Busbahnhof gestrandet. Er zog dann ab.

      Unser Bus kam pünktlich, los geht die Reise. Der Busfahrer war sehr nett und erklärte uns auch später genau, dass wir jetzt und hier umsteigen müssen. Im Bus gab es dann Frühstück. Es gab zwei dicke leckere Scheiben Brot, Butter, Käse, Schinken, Marmelade, Tomate, Radieschen, ein Apfel, Ananassaft und ein Miniküchlein. In Fauske hatten wir 30 Minuten Pause, kurz vor Drag dann nochmal 10 Minuten. Ich habe ja immer Angst, was zu verpassen, aber zwischendurch hatte ich doch mal die Augen zu - immer nur Bäume machen halt doch müde. An der Kreuzung nach Drag stiegen wir dann in einen Mini-Bus, mit uns noch ein weiterer Gast. Der wurde direkt an der Fähre abgesetzt, wir wirklich die weniger als 100 Meter weiter, wo das Hurtigbåt hält.


      Ausblick in Drag

      Allerdings hatten wir noch über zwei Stunden Zeit. So gingen wir unter anderem rüber zum Grill und aßen die letzte 'fremdgekochte' Mahlzeit für die nächsten zwei Wochen. Weder das Entrecôte noch der Burger waren eine Delikatesse, aber es war in Ordnung, und die Bedienung war sehr nett. Wir gingen dann wieder rüber zum Hurtigbåtkai, dort saßen 3 Menschen, die wollten auch nach Hellemobotn. Ich hatte sie erst falsch verstanden und dachte, sie hätten dort eine Hütte. Sie hatten aber 'nur' irgendwo in der Gegend eine Hütte und machten die Fahrt als Ausflug, um den Fjord zu bewundern. Wir waren tatsächlich die einzigen, die in Hellemobotn ausstiegen, während doch mehr als von mir erwartet einstiegen.


      Warten in der Sonne

      Das Boot kam 'hurtig' und überpünktlich. Im Grill hatte ich schon beobachtet, dass fast jeder ein Softeis aß. Auch die Besatzung von unserem Boot kaufte sich Eis, man hatte da eine große Auswahl an Streusel, die man drauf machen konnte. Ich dachte ja erst, das ist eine Spezialität hier vor Ort, musste aber nach unserer Wanderung feststellen, dass das wohl generell in Norwegen beliebt war. Die Fahrt war klasse, wobei wir meist drinnen saßen. Man sieht auch gut raus. Zwischendurch ging ich schon mal vor die Tür, Musken liegt auch einfach herrlich da. Auf der Karte wurden die Wassertiefen angezeigt, das hat mich fasziniert. Mir war schon klar, dass die Berge nicht nur steil aus dem Wasser rausragen, sondern die Kanten auch unter Wasser steil abfallen, aber mehrere hundert Meter fand ich trotzdem heftig.


      Die MS Stadda kommt angerauscht.


      Im Hellmofjord


      Im Hellmofjord

      Und dann waren wir da. Wie schon erwähnt wollten ca. 10 Leute einsteigen, wir waren aber die einzigen, die von Bord gingen. Jetzt hieß es alles richten. Dieses Jahr hatte ich neue Trekkingstöcke und wir beide waren mit neuem Rucksack unterwegs. An meinem Gregory wären kleine Reparaturen fällig gewesen, und so schaute ich nach einem leichteren Modell. Was mir nicht leicht viel, ich liebe meinen Shasta. Am Anfang war ich auch etwas enttäuscht vom Baltoro, aber im Laufe der Wanderung wurden mein Rucksack und ich doch mehr und mehr zu Freunden.


      Gleich legt die MS Stadda wieder ab und wir sind vermutlich recht alleine hier in der Gegend.

      Gegen 15:00 ging es los, wir wollten heute gar nicht weit. Es waren gut 2 km zur Brücke bzw. dem See in der Nähe, dort wollten wir uns einen Zeltplatz suchen. Der erste Anstieg ließ natürlich nicht lange auf sich warten, aber ansonsten war der Weg gut zu gehen. Schnell waren wir an der ersten Brücke und dann an der zweiten. Wir bogen vom Weg ab zur Lichtung am See. Diese war wie befürchtet, von mir aber natürlich anders erhofft, verdammt sumpfig. Der Sumpf war zwar relativ trocken, aber der Boden gab ganz schön nach. Am See selbst gab es eine Stelle, die zur Not okay war, was machen wir? Als wir starteten, hatten wir strahlenden Sonnenschein. Aber jetzt sah es aus, als würde der angekündigte Regen bald kommen. Also entschieden wir uns für eine Stelle, ermittelten noch ein bisschen, wo der Wind jetzt wohl wirklich herkommt, dann stand das Zelt. Gutes Timing, denn der erste Schauer kam. Wir aber saßen gut im Zelt.


      Der erste Blick zurück auf Hellemobotn


      Die erste Brücke


      Unser Zeltplatz (am nächsten Morgen)

      Und dann packte Holger seine Hochzeitstagsgeschenke aus. Wir hatten letztes Jahr geheiratet (nach vielen Jahren wilder Ehe) und so unseren ersten Hochzeitstag. Ich muss zugeben, vor Rührung habe ich ein paar Tränen geweint. Mein Mann ist einfach der beste. Wie gut, dass wir geheiratet haben. Es wurde auch gleich alles probiert! Er hat die Toblerone übrigens auch weiter getragen, wobei sie nicht so lange hielt. Die 360 g verteilten sich auf 11 'Hügel', jeden Tag gab es einen Hügel für jeden und am 5. Tag kam Holger zu dem Schluss, dass der letzte jetzt auch noch verputzt werden sollte. :-) Jetzt verstand ich auch, warum er im Supermarkt weniger Schokolade kaufen wollte als ich.


      Hochzeitstag

      Ich beschloss, dass der kleine Elch bestimmt unterwegs seinen Namen finden würde. Es gab einige Kandidaten, aber am Ende hieß er dann Rülpsi. Dazu gibt es hier keine Details.

      Wir hielten erst mal ein Nickerchen, zwischendurch prasselte es auch richtig auf das Zelt. Aber dann hörte der Regen auf, wir sind raus und es wurde gewaschen. Wie immer: erst kalt, dann super! Ich ging noch auf Beerensuche, viel gab es aber nicht zu finden. Also kam ich zurück und schrieb Tagebuch. Es regnete auch wieder. Ich habe nicht notiert, ob Holger draußen oder im Vorzelt gekocht hat. Vermutlich draußen, aber gegessen haben wir wie meist im Zelt.

      Zwei Dinge waren wirklich untypisch im Vergleich zu unseren sonstigen Herbstwanderungen. Zum einen war es diese Nacht noch so warm (okay, wir waren ja auch nur auf 60 m im Gegensatz zu x hundert sonst), dass ich den Schlafsack nur als Decke nutzen konnte, das ist mir noch nie passiert. Zum anderen hörte irgendwann der Wind auf, was unseren Zeltplatz Mücken-verseucht machte - sowohl Stechmücken als auch Knots. Dummerweise hat man bei seinem Geschäft im Freien einfach zu viel exponierte Haut, insbesondere wenn man noch nicht mit einer Mückenplage rechnet und mit nackten Beinen in Crocs raus geht. Und die Biester lieben mich! Jetzt musste ich aufpassen, dass ich nicht zu viel kratze.
      Zuletzt geändert von dingsbums; 16.04.2020, 14:23. Grund: Strecke im Titel ergänzt

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      • Blahake

        Dauerbesucher
        • 18.06.2014
        • 755

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

        Juhu, endlich wieder ein Bericht von Claudia! Ich freue mich sehr drauf! Und ganz besonders, weil ich letztlich noch mit dem Finger auf der Landkarte zwischen Hellemobotn und Kutjaure unterwegs war und dachte "das müsste doch gut gehen"... Jetzt bin ich gespannt!

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        • Blubbi
          Erfahren
          • 17.01.2016
          • 215

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

          Ich bin auch dabei
          Freue mich sehr darauf, weiterzulesen

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          • Sausemann
            Erfahren
            • 11.10.2018
            • 114

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

            Hallo Claudia,

            Super! Ich habe schon sehnsüchtig darauf gewartet!
            Freu mich auf die Fortsetzung.

            Liebe Grüße
            Sause

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            • dingsbums
              Fuchs
              • 17.08.2008
              • 1503

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

              Schön, dass ihr dabei seid.

              Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
              Und ganz besonders, weil ich letztlich noch mit dem Finger auf der Landkarte zwischen Hellemobotn und Kutjaure unterwegs war und dachte "das müsste doch gut gehen"...
              Das passt ja. Wobei unsere Variante vermutlich die einfachste war, wir sind erst ein Stück dem Nordkalottleden gefolgt, beim Suollagajåhkå abgebogen und dann 'immer geradeaus', bis wir da waren. Im Grundsten (Padjelanta och Sulitelma) gibt es eine Beschreibung von Kutjaure nach Hellemobotn, da quert er zwischen Stibokjavrre und Galbejavrre und geht dann direkter nach Hellemobotn. Am Stibokjavrre gibt es eine Brücke, Henning hätte dazu Beweise. Nachtrag: Oder auch nicht. Ich habe gerade erst gesehen, dass er bei seinem Foto ergänzt hat, dass die Brücke mittlerweile abgebaut ist. Er schreibt aber, waten sollte möglich sein.
              Grundstens Route ist bestimmt auch toll, aber wir waren mit unserer sehr zufrieden.

              02.09. Der erste zweite Tag (Vuodnabatjavrre - See östlich des Njallajavrre)

              Für mich ist der zweite Tag irgendwie immer der anstrengendste, mein berühmter zweiter Tag. Da wir am Sonntag ja aber nur das kurze Stück gelaufen waren, stellte sich die Frage - ist heute schon der zweite Tag oder erst morgen? Nun, nach Holgers Gefühl war es heute, nach meinem aber erst der Tag danach. Ich erinnere mich nicht, dass ich schon mal so extrem einfach nur dachte "Ich habe keinen Bock mehr." Und ich hatte mir den Weg (der übrigens gut zu laufen war) ja ausgesucht, selbst schuld. Wäre es eine Option gewesen, hätte ich alles stehen und liegen gelassen und nichts mehr gemacht. Aber da musste ich halt durch. So ließ ich an 'meinem zweiten Tag' aber sehr früh Holger vorgehen und mich dadurch 'ziehen'. Und zwar den ganzen Tag. Aber das war jetzt vorgegriffen, das war am nächsten Tag, berichte ich doch mal von heute.

              Während des Wanderns überlege ich mir oft schon, wie wohl abends der Titel lauten wird. Heute war ein Arbeitstitel 'Der norwegische Bluff'. Warum das? Ich bin vermutlich noch nie einen so gut markierten, gebohlten und gesicherten Weg in Norwegen gegangen wir hier. Das ist für Norwegen nicht normal. Und warum ein Bluff? Nun, es werden bestimmt Leute von Schweden nach Hellemobotn wandern. Dann denken die, alle norwegischen Wege sind so, kommen zurück nach Norwegen und sind plötzlich mit ganz anderen Wegen konfrontiert. Nun, wir haben uns über dieses Angebot gefreut und den guten Weg mit Dank angenommen, besonders wenn es über schräge, feuchte Felsplatten ging. Weitere Arbeitstitel waren 'Der Blaubeer-Abgang' und 'Der fliegende Crocs', dazu dann später mehr.


              "Still und starr ruht der See."


              Der Zeltplatz in allen Richtungen


              Der Zeltplatz in allen Richtungen


              Der Zeltplatz ohne Zelt


              Der Zeltplatz von oben nach den ersten Metern

              Unser Zeltplatz am See war ja schon idyllisch, Mücken-verseucht hin oder her. Was für uns auch Premiere war: Die vielen Mücken zwischen Innen- und Außenzelt hörten sich fast an, als würde es leicht regnen. Obwohl zum ersten Mal in diesen Urlaub, lief morgens alles in gewohnter Routine ab, gegen 10:00 ging es dann los. Wie von der Vorhersage versprochen hatte es aufgehört zu regnen, so konnten wir das Zelt auch mehr oder weniger trocken einpacken. Es war klar, dass diverse Höhenmeter auf uns warten, ich fühlte mich auch fit, war aber trotzdem nicht sehr schnell. Nun, das ist normal.


              Erster Blick zurück


              Hier ein Beispiel dafür, wie hervorragend der Weg gepflegt ist.


              Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht besser.

              Die Aussicht auf dem Weg nach oben war immer fantastisch, und schon war es Zeit für die erste Pause. Die war noch trocken, aber kaum hatten wir wieder die Rucksäcke aufgesetzt, kam ein Regenschauer. Also wieder absetzen, Regenhülle auf den Rucksack, Regenjacke anziehen, aber die Wanderhose sollte das noch abkönnen, so viel war es ja nicht. Der Regen war auch schnell vorbei, also wieder Regenjacke aus. Es war viel zu warm, um in der Jacke bergan zu gehen. Der Aufstieg zog sich ganz schön hin. Ich habe mir notiert, dass wir einmal an eine Aussicht kamen, da ging es sicher tief hinunter in die Schlucht. Meine Achtung vor der Höhe wird immer größer, früher wäre ich da näher ran gegangen. Holger war da schon immer zurückhaltender. So gibt es keine spektakulären Fotos direkt runter in die Schlucht, aber die anderen Bilder zeigen auch ganz gut, wie toll die Gegend hier ist.


              Pausenblick, da kommen wir her.


              Pausenblick Richtung Canyon


              Pausenblick, Kanonen ist gut zu erkennen


              Pausenblick


              Immer wieder muss man stehenbleiben und zurückgucken.


              Weiter bergan ...


              Mit Respekt vor dem Abgrund


              Canyon

              Einmal stürzte ich fast beim Aufstieg. Bewuchs und Erde auf dem Fels hielten nicht unter meinem Fuß, so rutschte ich ab. Zum Glück harmlos, es passierte auch nichts, außer dass ich wohl mit der Außentasche meiner Hose über den Fels schrammte, die hatte danach zwei Löcher. Wenn nicht mehr passiert, wollen wir nicht klagen. Holger fragte dann irgendwann, ob wir nicht mal Pause machen wollen. Ich war aber noch relativ fit und wollte eine schöne Aussicht. Vermutlich hätten wir bei der Felsformation Kanonen einfach etwas abseits vom Weg eine schöne Stelle suchen sollen, aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Als ich dann wirklich Pause wollte, war die Stelle, die ich gewählt hätte, Holger zu sehr am Abhang. Wenn er sich während der Pause nicht wohl fühlt, bringt ja auch nix. So gingen wir noch ein kleines Stückchen weiter.


              Kurz vor Kanonen, wäre bestimmt ein schöner Rastplatz gewesen.


              Kanonen, draufsteigen und Fotos machen wollten wir so oder so nicht. Sind wir etwa alt und langweilig? Immerhin eindeutig keine Instagrammer.

              Bald querten wir theoretisch einen Fluss, aber er rauschte nur unter uns. Man hörte ihn, sah ihn aber nicht, da sowohl Fels als auch Erde darüber lagen. Dann war aber wirklich Zeit für die Pause. Man sah nicht mehr wirklich in die Schlucht, aber schön war es trotzdem. Jegliche Beschwerde wäre Jammern auf hohem Niveau. Dann ging es weiter, wir sahen die Abweigung zur Hütte, aber die interessierte uns nicht wirklich. Bald war die Watstelle erreicht, die man in allen Berichten sieht. Hier sind unter Wasser Steine gelegt, über die man problemlos die andere Seite erreichen kann. Der Weg dorthin war aber bergab erst einmal 'erkämpft', je später am Tag, desto anstrengender werden auch so kleine Auf und Abs.


              Pausenblick


              Pausenblick


              Pausenplatz, da geht es weiter.


              Dort unten liegt die Watstelle.


              Watstelle


              Watstelle, hier sieht man gut, wie unproblematisch sie ist.

              Schon bald war auch die nächste Watstelle erreicht, hier gab es noch einmal eine Pause. Ursprünglich hatten wir die Brücke über den Suollagajåhkå als Tagesziel angepeilt, das wäre aber noch ziemlich weit, und es war schon recht spät. Wir beschlossen, einfach noch ein gutes Stück zu gehen, aber schon vor der Brücke nach Zeltplätzen zu gucken. Beim Blick auf die Karte meinte Holger "Was habe ich denn geplant, zelten wir zweimal oder dreimal auf dem Stück (vom Zeltplatz heute bis Kutjaure)?" Tja, nur einmal. Er daraufhin so trocken "Was? Habe ich da den Schuss nicht gehört?" Um es vorweg zu nehmen - wir zelteten noch zweimal, aber man kann das auch wie zuerst geplant problemlos in zwei Tagen laufen, ich bin einfach recht langsam.


              Die zweite Watstelle


              An der zweiten Watstelle


              Hier geht es weiter. Dieser recht typische Trampelpfad spielt gleich noch eine Rolle.

              Allerdings - nach der Pause gestärkt und auf einem wirklich einfachen Weg, ging es erst einmal etwas zügiger. Der Pfad war so ein 'tief' ausgetretener durch ein Blaubeerfeld. Dummerweise sind die meist recht schmal. Und so kam es, dass ich mit einem Fuß hängen blieb, nach vorne fiel, mich nicht mehr halten konnte und dann kam der Rucksack über den Kopf geschossen und ich lag da. Sah bestimmt spektakulär aus und im ersten Moment wusste ich nicht, wie da wegkommen, weil ich ja am Rucksack hing. Mir war aber gar nix passiert, das teilte ich auch sofort Holger mit. Ich hatte mich auch schnell sortiert, öffnete Brust- und Hüftgurt und dann saß ich erst einmal da. Und da ich jetzt mitten im Blaubeerfeld saß, war der nächste Gedanke, der mir kam: Naschen. Und während ich also da sitze und Blaubeeren futterte, fragte ich mich, was Holger jetzt wohl denkt. Ich hatte mich anscheinend doch mehr erschrocken als gedacht, fand die Situation dann aber ziemlich skurril und musste sehr lachen.

              Als wir am namenlosen See östlich des Njallajavrre ankamen, dort wo sich der Weg laut Karte teilt, sah es nach Regen aus. Es gab direkt am See einen Zeltplatz, der ganz sicher schon einmal genutzt war, der erschien auch uns akzeptabel. Das Zelt war innen kaum nass, ich konnte es einfach nur leicht auswischen. Die ganzen Mücken, die außen am Innenzelt klebten, waren kein schöner Anblick, aber irgendwann fielen sie ab. Das Timing war aber wieder gut, es fing an zu tröpfeln. Viel Regen gab es allerdings nicht. Ansonsten gab es Abendroutine. Waschen wie immer kalt und prima. Dann gab es den restlichen Tee mit dem nächsten Stück Toblerone. Holger kochte uns draußen, gegessen haben wir aber nur im Zelt. Das ist der Nachteil des Wanderns im September. Wir sind sowieso immer recht spät an, es wird dann kühl am Lagerplatz, ich tendiere nach dem Waschen und vor dem Essen sowieso zum Zittern, also gibt es das Essen im Zelt im Schlafsack. Wenn ich Sommerberichte lese, denke ich manchmal, es ist schon schön, draußen zu sitzen - aber stören tut mich unsere Variante nicht. Ich habe ja schon den ganzen Tag die Natur draußen bewundert und genossen.

              Als Holger zum Kochen war, stolperte er über die Zeltschnur. Er flog aufs Knie und verlor dabei einen Crocs. Das tat weh, und ich hätte nicht lachen sollen. Aber ich im Zelt hatte ja nur die Akustik und seine 'Verzweiflung', dass sein Crocs verschollen war, war wirklich lustig. Er leihte sich dann einen von mir und fand seinen Schuh recht nah am See. Der flog wirklich weit, zum Glück nicht in den See.


              Unser Zeltplatz (am nächsten Morgen)

              Offensichtlich war es doch ein langer Tag für mich. Wenn ich das Abendessen als (zu) viel empfinde, ist das meist ein eindeutiges Zeichen. Aufgegessen wird trotzdem, der Körper braucht gerade dann Energienachschub. Ich wollte auch die Snacks zum Nachtisch verweigern, aber Holger bestand auf einem Stück Wurst. Zum Zähneputzen gab es noch eine nette Überraschung. Ich stehe da, denke "Oh, man sieht einen Stern, vielleicht gibt es ja auch was von dem angekündigten Sonnensturm" ... und war da nicht etwas buntes am Himmel? Schon war es wieder weg, aber dann kamen sie: tanzende, bunte Polarlichter, toll. Es war zwar nur kurz, kam aber immerhin noch einmal zurück, so dass auch Holger den Tanz bewundern konnte. Ich stand dann noch mindestens 10 Minuten halb bekleidet draußen und wartete, aber außer grauen Polarlichtstreifen am Himmel war erst mal nichts mehr zu sehen. So ein bisschen verwöhnt wird man ja schon, wenn man zu viel tolles Polarlicht gesehen hat. Wobei - ich freue mich auch über graue Bänder, die sich am Himmel bewegen. So schliefen wir dann nach einem ereignisreichen Tag bald ein.
              Zuletzt geändert von dingsbums; 16.04.2020, 20:37. Grund: Ergänzung

              Kommentar


              • DerNeueHeiko
                Fuchs
                • 07.03.2014
                • 2134

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                Zitat von dingsbums Beitrag anzeigen
                Wenn ich Sommerberichte lese, denke ich manchmal, es ist schon schön, draußen zu sitzen - aber stören tut mich unsere Variante nicht. Ich habe ja schon den ganzen Tag die Natur draußen bewundert und genossen. [...]

                So ein bisschen verwöhnt wird man ja schon, wenn man zu viel tolles Polarlicht gesehen hat. Wobei - ich freue mich auch über graue Bänder, die sich am Himmel bewegen. So schliefen wir dann nach einem ereignisreichen Tag bald ein.
                Und ich denke mir immer bei den September-Berichten "sieht ja schon schön aus, so Herbstfarben und Polarlicht, aber es ist eben auch schön, abends bei warmem Sonnenschein draußen zu sitzen". So muss jeder seine Version finden. Wobei ich auf meiner letzten Tour im August das Schlechteste von beidem hatte

                Danke für deinen Bericht,
                MfG, Heiko

                Kommentar


                • Fjaellraev
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                  • 21.12.2003
                  • 13802

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                  Zitat von dingsbums Beitrag anzeigen
                  Am Stibokjavrre gibt es eine Brücke, Henning hätte dazu Beweise. Nachtrag: Oder auch nicht. Ich habe gerade erst gesehen, dass er bei seinem Foto ergänzt hat, dass die Brücke mittlerweile abgebaut ist. Er schreibt aber, waten sollte möglich sein.
                  Grundstens Route ist bestimmt auch toll, aber wir waren mit unserer sehr zufrieden.
                  Wenn du es nicht schon erwähnt hättest wäre die Bemerkung sicher von mir gekommen, denn dass ich hier mitlese ist ja wohl klar.
                  Den ersten Hinweis darauf dass die Brücke entfernt wurde bekam ich übrigens hier im Forum und es wird seitdem auch auf der Webseite von Laponia darauf hingewiesen.
                  https://laponia.nu/upplev/broar/
                  Eigentlich war angedacht dass ich mich diesen Sommer wieder in der Ecke rumtreiben würde um allenfalls auch zu schauen wie einfach die Watstelle ist - von einem einmaligen Eindruck soll man ja nicht generalisieren - aber wahrscheinlich wird das ja nichts. Die Hoffnung gebe ich aber erst auf wenn es wirklich soweit ist...

                  Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den weiteren Lesestoff.

                  Viele Grüsse
                  Henning
                  Es gibt kein schlechtes Wetter,
                  nur unpassende Kleidung.

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                  • andrea2
                    Dauerbesucher
                    • 23.09.2010
                    • 746

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                    Hallo Claudia, wie schön, dass du wieder schreibst, obwohl ich auch immer noch auf das Ende der Leavasledentour warte. .
                    Das sieht nach einer schönen interessanten Strecke aus, da freue ich mich doch sehr auf den Bericht

                    Ich mag die Herbstzeit auch sehr. Klar ist es oft kalt und ungemütlich, so haben wir auf unserer Tour im letzten Jahr fast nur in der Apsis gekocht. Wenn ich an Touren im Juli denke, dann hab ich immer die vielen Mücken vor Augen. Wie oft haben wir dann auch im Sommer im Zelt gegessen. Jede Jahreszeit hat ihre Vor- und Nachteile. Ist ja auch gut, dass nicht alle zur gleichen Zeit dort wandern wollen.

                    Andrea

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                    • dingsbums
                      Fuchs
                      • 17.08.2008
                      • 1503

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                      Zitat von Sausemann Beitrag anzeigen
                      Super! Ich habe schon sehnsüchtig darauf gewartet!
                      Ich glaube, es ist zu einem nicht kleinen Teil deinem Bericht zu verdanken, dass ich mich endlich wieder an einen Tourbericht setze. Deine Erzählung war so schön, wir waren ja recht kurz hintereinander unterwegs, da wollte ich auch mal wieder.

                      Zitat von Fjaellraev Beitrag anzeigen
                      Eigentlich war angedacht dass ich mich diesen Sommer wieder in der Ecke rumtreiben würde um allenfalls auch zu schauen wie einfach die Watstelle ist - von einem einmaligen Eindruck soll man ja nicht generalisieren - aber wahrscheinlich wird das ja nichts. Die Hoffnung gebe ich aber erst auf wenn es wirklich soweit ist...
                      Wir planen bisher wie gehabt im September. Noch bin ich relativ optimistisch, wir werden sehen. Sollte es klappen, wirst du noch von mir hören, dann habe ich Fragen zu deinem Weg in den ersten Tagen deiner Wanderung 2017. Ich drücke auch dir (und allen anderen im Forum, die noch auf eine Reise dieses Jahr nach Lappland hoffen) die Daumen.

                      Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
                      Hallo Claudia, wie schön, dass du wieder schreibst, obwohl ich auch immer noch auf das Ende der Leavasledentour warte. .
                      Dann sollte ich hier mal voranmachen, damit ich das auch irgendwann schaffe.

                      03.09. Der zweite zweite Tag (See östlich des Njallajavrre - kleiner See hinter Nuortap/Oarjep Galbek)

                      Heute morgen schien die Sonne, da freut man sich doch gleich auf den Tag. Ich pflückte noch schnell ein paar Blaubeeren für mein Müsli, so war das Frühstück lecker. Heute waren wir etwas früher an, konnten das Zelt trocken einpacken und starteten schon vor 10. Laut Karte sollte ungefähr an unserem Zeltplatz der direkte Weg Richtung Brücke über den Suollagajåhkå abgehen. Da wir keine Abzweigung sahen, folgten wir einfach noch ein Stück dem Pfad, bis er eindeutig nicht mehr in die für uns passende Richtung führte. Wir hielten nun weglos auf unser Tal zu. Dabei querten wir den alten Weg Richtung Brücke, aber folgten ihm trotzdem nicht weiter. Es gab keinen Grund, bis zur Brücke zu laufen, wenn wir jetzt parallel zum Fluss ins Tal ansteigen konnten und später sowieso rechts am Hang hoch wollten.


                      See am Zeltplatz


                      See am Zeltplatz

                      Wir kamen an einem besonders schönen Moltebeer-Hügel vorbei. Ich bat Holger um ein Foto, und er meinte, ich könnte auch pflücken. (So kurz nach dem Start ist eine Pause immer etwas kritisch, aber die paar Beeren waren ja schnell geerntet.) Die ungefähre Richtung war klar, aber die Natur zwingt einen immer wieder zu kleinen Umwegen. Als wir wegen einer vor uns liegenden Felskante quer gehen mussten, lief da plötzlich ein Fuchs. In den vielen Jahren im Fjäll hatten wir noch nie einen Fuchs gesehen, das war schön! Wie meinte Holger: "Das allein war es schon wert, hier entlang zu laufen." Da war noch alles gut, und irgendwann war es Zeit für meine erste Pause.


                      Mein Moltebeer-Hügelchen


                      Aussicht beim Moltebeerpflücken


                      Da geht es weiter.


                      Pausenblick zurück


                      Pausenblick zur Seite


                      Pausenblick nach vorne, weiter und irgendwann rechts hoch

                      Aber danach. Wir hatten Gegenwind, kalten Gegenwind. Während ich morgens noch nur im Pullover startete, wurde jetzt schon das Softshell ausgepackt. Und dann kam mein Tiefpunkt. Es ging bergan, der kalte Gegenwind, mein Körper war doch müde und langsam, alles war doof. Wie schon berichtet, ließ ich dann Holger vorgehen, und mich mental ziehen, das half. Was mit uns beiden gut klappt, wenn wir weglos unterwegs sind: Wir sind uns eigentlich immer einig, wo wir entlang wollen. Wobei hier auf dem Stück Holger seine norwegische Seele entdeckte. Klar war, wir müssen den Hang hoch. Das kann man direkt angehen oder in Serpentinen auf etwas flacheren Stücken. Nun, Holger nahm den Hang im direkten Anstieg, dies empfinden wir eher typisch für norwegische Wegführung. Es war aber auch nur ein kurzes steiles Stück und absolut okay.


                      Unterwegs im Hang, Blick auf den Suollagajåhkå


                      Blick Richtung Talkessel


                      Blick Richtung Tjårok

                      Ich weiß nicht, ob ich so fertig aussah, aber Holger schlug dann vor, eine Pause zu machen. Wir waren noch ca. 500 m von der Renvaktarstugan entfernt. Um dem Wind etwas zu entgehen, hockten wir uns hinter einen Stein, ich so richtig in eine Kuhle. Das war ganz okay, aber trotzdem fing ich irgendwann an zu zittern. Die Pause tat mir aber sehr gut, danach ging es sich wieder viel besser.

                      Ich habe zuhause versucht, die Bilder der Pause richtig zuzuordnen. Beim Tjårok bin ich mir nicht ganz sicher. Ihr dürft gerne korrigieren, falls ihr das anders seht.


                      Pause, Blick Richtung Renvaktarstugan


                      Pause, Blick Richtung Rautåive


                      Pause, rechts der Tjårok


                      Pause, Blick nach Süd(west)en

                      Ungefähr um diese Pause herum geschah noch was doofes. An meinem tollen neuen Rucksack sprang der Brustgurt auf der einen Seite raus. Unterwegs knüpfte ich die Seite erst mal irgendwie fest, abends im Zelt versuchten wir das zu reparieren, aber keine Chance. Zuhause zeigte meine Kommunikation mit Gregory, dass ich genau die richtige Idee hatte, das unten wieder 'einzufädeln'. Man muss diese Rille/Führung einfach unten platt genug drücken, dann kann man die Brustgurthalterung wieder draufdrücken. Aber nur mit Leatherman statt vernünftiger Zange bekamen wir das im Zelt nicht hin. Aber man hat ja einen Ersatz-Spanngurt dabei, damit baute Holger eine behelfsmäßige Befestigung.


                      Hier die Schultergurte, auf diese Rille muss der Brustgurt draufgesteckt werden. Am oberen Schultergurt sieht man auch die Misshandlung, die aber nicht half, weil ...


                      ... dieses Ding da drauf muss. Und es soll ja eigentlich nicht rausspringen, deswegen ist das eine enge Sache.

                      Nach der Pause hatten wir schnell die Renvaktarstugan erreicht, danach ging es zwischen Oarjep und Nuortap Galbek hindurch. Als hier das gröbste geschafft war, brauchte ich nochmal eine Pause, wieder schön geschützt. Diesmal ging es auch ohne Zittern. Eigentlich wollten wir nach der Pause noch ein gutes Stück gehen, aber als wir am 'letzten See über 800 m' ankamen, wurde die Luft feucht. Da wir gleich einen guten Zeltplatz sahen, deuteten wir das als Zeichen und beschlossen, dass wir hier bleiben. Damit wurde es zwar recht unwahrscheinlich, am nächsten Tag bis Kutjaure zu kommen, aber was soll's. Wir sind schließlich im Urlaub.


                      Letztes Foto für heute, unterwegs, Blick zurück

                      Nachdem das Zelt stand und der Rucksack mehr oder weniger geflickt war, schien es sich einzuregnen. Ich wollte aber unbedingt noch waschen. Also liefen wir nur mit Regenjacke und Mütze bekleidet zum See. Falls sich jemand fragt, warum nicht ganz nackt: Dazu war es einfach zu kalt, ansonsten hätten wir damit natürlich keine Probleme, mit anderen Wanderern war kaum zu rechnen. Das Waschen war wie immer eine Wohltat. Zurück im Zelt gab es den letzten Tee (aus der Thermoskanne, wir kochen morgens immer eine für den Tag), dann schrieb ich Tagebuch, während Holger kochte. Es gab heute auch Wurst und Käse als Snack.


                      Unser Zeltplatz (am nächsten Tag)

                      In einer Regenpause ging ich nochmal raus zum Zähneputzen. Während ich den Tagebucheintrag abschloss, schlief Holger schon. Es war noch vor 10, als ich fertig wurde, so kamen wir heute beide recht früh ins Bett. An diesem Abend schrieb ich noch darüber, dass ich mir leichte Sorgen um meinen rechten Knöchel machte, der schnell überreizt ist. Nun, der Knöchel hielt, Probleme gab es ab dem nächsten Tag aber trotzdem. Dazu morgen dann mehr.
                      Zuletzt geändert von dingsbums; 28.04.2020, 16:18. Grund: Korrekturen

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                      • evernorth
                        Fuchs
                        • 22.08.2010
                        • 1467

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                        Die "norwegische Wegführung", herrlich.
                        Genauso machen es die Norweger: Fast immer direkt nach oben, und Serpentinen sind eher selten.
                        Wieder eine spannende Tour von euch, da freue ich mich und bin gespannt, wie es weiter
                        geht.
                        My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

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                        • Blubbi
                          Erfahren
                          • 17.01.2016
                          • 215

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                          Ich bin ebenfalls gespannt

                          Kommentar


                          • dingsbums
                            Fuchs
                            • 17.08.2008
                            • 1503

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                            04.09. Regen, Sonne, Regen, ... aber immer viel Wind (Kleiner See hinter Nuortap/Oarjep Galbek - letzter eingezeichneter Fluss vor dem Vierttsajåhkå)

                            Das Wetter heute war gemischt, aber eigentlich für den regelmäßigen Regen überraschend gut. Trotzdem musste man in voller Regenmontur laufen, da war nix zu machen. Mit halb 10 waren wir heute recht früh an und konnten das Zelt sogar trocken einpacken. Wir entdeckten gleich am Anfang einen kleinen Pfad, aber vielleicht war der eher von Rentieren als von Menschen. Rentiere hatten wir übrigens vom ersten Tag an gesehen, immer ein paar. Meist landen sie nicht im Tagebuch, heute hatte ich es aber vermerkt. Außerdem gab es immer mal wieder einen Regenbogen zu sehen. Der lässt einen in Schlechtwetterphasen hoffen, schließlich scheint wenigstens irgendwo die Sonne.


                            Zeltplatz hinter Nuortap/Oarjep Galbek


                            Der 'kleine' See am Zeltplatz


                            Zeltplatz, Blick zurück

                            Zur Strecke habe ich heute ansonsten nicht so viel vermerkt. Holger und ich waren uns meist einig, wo wir entlang wollen. Es ging sich eigentlich immer gut. In den Pausen mussten wir uns einen Windschutz suchen. Und in der ersten Pause fing es prompt an zu regnen, war ja klar. Am Anfang war die Orientierung etwas schwierig, weil durch das schlechte Wetter selten Fernsichtpunkte auszumachen waren. So verlief unser Weg durch die Ebene vielleicht etwas im Zickzack, wir kontrollierten einfach zwischendurch mit dem GPS, korrigierten die Richtung etwas und fanden so einen guten Weg.


                            Erste Pause, wenig Aussicht bei dem Wetter


                            Erste Pause, wenig Aussicht bei dem Wetter


                            Erste Pause, wenig Aussicht bei dem Wetter

                            Es kann einem so natürlich auch passieren, dass plötzlich ein See vor einem auftaucht, in unserem Fall war das der 'dreiblättrige', der in die Spitze des Galbejavrre fließt. Von der Karte her hätte ich gesagt, wir sollten ihn 'untenrum' umgehen. Aber Kompass und Sonnenstand ließen das als zu südlich erscheinen, so ging es obenrum. Vielleicht ein kleiner Umweg, aber wer weiß, wofür es gut war. Wie hier beschrieben steht es in meinem Tagebuch, wenn ich jetzt zuhause die Karte betrachte, frage ich mich, was wir als 'zu südlich' empfunden haben. Wenn wir auf den See gestoßen sind, hätten wir ganz sicher nach Süden gemusst, um ihn zu umgehen. Egal, wir sind also nördlich um den See, hat prima gepasst.

                            Irgendwann nach der zweiten Pause spürte ich am rechten Fuß einen Druckschmerz, ich hätte gesagt, an der Sohle hinten. Es war etwas unangenehm, aber nicht wirklich schmerzhaft, deswegen ignorierte ich das einfach. Ich tendiere auch gar nicht zu Blasen. Um so überraschter war ich, als ich abends im Zelt an der Ferse seitlich innen zwei große Blasen entdeckte. Sie sollten mich noch eine ganze Weile ärgern. Ich stellte bei der Ankunft auch fest, dass mein Schuh nicht mehr richtig fest gebunden war, vielleicht hat das was ausgemacht. Oder der Untergrund war zu weich, so komisch das klingt. In den nächsten Tagen war es aber tatsächlich so, dass es angenehmer war, über einen festgetretenen Pfad zu laufen als über weichen, nachgebenden Untergrund.

                            Schon in der ersten Pause stellten wir fest, dass es total unrealistisch war, heute bis Kutjaure zu kommen. Deswegen beschlossen wir, einfach nur so weit zu gehen, wie es passt, und am nächsten Tag dann nach Kutjaure. Zwischendurch hatten wir dann auch einen schönen Blick auf die Seen, es war schon klasse hier. Und wir sahen auch endlich den Sieberjåhkå. Dafür, dass wir von der Grundidee her an diesem Fluss entlangliefen, sahen wir ihn übrigens sehr wenig.


                            Stibokjavrre und Galbejavrre kommen in Sicht


                            Stibokjavrre und Galbejavrre


                            Sieberjåhkå


                            Blick zurück

                            Nach der dritten Pause beschlossen wir, noch ca. eine Stunde zu gehen, dann würden wir nach einem Zeltplatz Ausschau halten. Einer der Flüsse, die wir kreuzten, floss über bunte Felsen, das sah gut aus. Und er war zum Glück auch einfach zu queren. Als wir eigentlich schon an Feierabend dachten, tauchte noch ein kleiner See auf, der zu klein war, um in der Karte eingezeichnet zu sein, aber groß genug, um eine Umrundung kurz vor Schluss noch als anstrengend zu empfinden. Aber dahinter sah man schon den Fluss vor dem Vierttsajåhkå, der sollte es dann sein, dort würden wir nach einem Zeltplatz suchen. Genau genommen landeten wir dann an einem kleinen Nebenfluss direkt davor, eine richtig gute Zeltstelle. Da der Wind den ganzen Tag heftig geweht hatte, achteten wir bei der Ausrichtung noch besonders auf den Wind - aber dann abends im Zelt war er fast weg.


                            Fluss über bunte Felsen


                            Fluss über bunte Felsen

                            Kaum war das Zelt aufgebaut, kam der nächste Schauer, das war mal wieder gutes Timing. Es regnete den ganzen Abend immer wieder, aber wir fanden zwischendurch Regenpausen zum Waschen, Kochen und Zähneputzen. Ach ja, kurz vor Schluss der Wanderung sprang dann auch die andere Seite des Brustgurts aus dieser Führung. Bis dahin war ich mit meiner Lösung recht zufrieden gewesen, aber auf der anderen Seite war dieser Workaround nicht möglich. So musste ab dann ein Spanngurt als Ersatz für den Brustgurt herhalten. Die eine Seite konnte ich fixieren, die andere nicht, aber eigentlich ging das überraschend gut.


                            Zeltplatz am nächsten Morgen, der hinten sichtbare Fluss ist der vor dem Vierttsajåhkå eingezeichnete.


                            Mein Rucksack (ein paar Tage später), man sieht hier, dass ich auf der einen Seite den Spannriemen einhängen konnte, auf der anderen zog ich ihn einfach um den Schultergurt.

                            Holger schlief heute noch früher, ich beendete wieder meinen Tagebucheintrag. Meine letzten Worte waren "Morgen abend also wirklich Hütte, das wird dann richtig Luxus. Hoffentlich haben wir bis dahin noch so einen schönen Wandertag wie die Tage bisher."
                            Zuletzt geändert von dingsbums; 28.04.2020, 19:46. Grund: Korrekturen

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                            • Meer Berge
                              Fuchs
                              • 10.07.2008
                              • 2289

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                              Ein schöner Bericht, der mal wieder die Sehnsucht nach dem Norden befeuert!
                              Danke!
                              Hier die Schultergurte, auf diese Rille muss der Brustgurt draufgesteckt werden. Am oberen Schultergurt sieht man auch die Misshandlung, die aber nicht half, weil ...
                              ... dieses Ding da drauf muss. Und es soll ja eigentlich nicht rausspringen, deswegen ist das eine enge Sache.
                              Das kenne ich gut - mache ich in "normalen Zeiten" einige Male die Woche bei Kinder-Schultaschen
                              Ziemliches Gefummel, aber man bekommt mit der Zeit Übung.
                              Hast du es zu Hause wieder hinein gekommen?
                              Kalender *Papageitaucher 2021* Familienplaner
                              Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

                              Kommentar


                              • dingsbums
                                Fuchs
                                • 17.08.2008
                                • 1503

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                                Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                                Ziemliches Gefummel, aber man bekommt mit der Zeit Übung.
                                Hast du es zu Hause wieder hinein gekommen?
                                Ja, mit der richtigen Zange konnte man die Rille unten dann flach genug quetschen, wobei es immer noch Gefummel ist. Ich befürchte ja auch, dass ich bei der nächsten Wanderung Übung bekomme, weil das Ding weiter rausspringt, aber ich werde dem Rucksack eine zweite Chance geben. Holger hatte das Problem nicht, und auch Sause und ein weiterer Wanderer mit Baltoro, dem wir begegneten, sind sehr zufrieden mit dem Rucksack. Ich mit der Zeit dann auch, ich habe mich einfach damit abgefunden, dass die dünneren Riemen anscheinend eher etwas 'durchrutschen' und ich sie nachziehen muss. Das war ich von meinem alten Shasta nicht gewohnt. Der Rucksack sitzt immer erst mal prima, aber das lässt mit der Zeit nach. Ein Nachziehen von sowohl Schultergurt, Lageverstellriemen als auch Hüftgurt korrigiert das wieder.

                                05.09. Eine warme Hütte hat schon was! (Letzter eingezeichneter Fluss vor dem Vierttsajåhkå - Kutjaure)

                                Die Nacht und auch am Morgen war es trocken, das stimmte uns optimistisch. Ich hatte noch ein paar Moltebeeren für mein Müsli, das war lecker. Wir waren zwar die Tage an vielen Blaubeeren vorbeigelaufen, aber ich hatte keine mehr in die Vorratsdose fürs Frühstück gepflückt. Macht bei so durchwachsenem Wetter auch keinen Spaß. Außerdem stelle ich seit Jahren das Müsli zusammen, so dass es mir auch ohne frische Beeren schmeckt - was nichts daran ändert, dass es mit noch besser ist. Aber früher war Müsli essen ja immer ein K(r)ampf für mich, jetzt ist es so oder so okay.


                                Zeltplatz am Morgen


                                Zeltplatz am Morgen

                                Als wir kurz davor waren, unser Zelt einzupacken, fing es an zu nieseln. Das musste doch nicht sein! Also ging es wieder in voller Regenmontur los. Und es regnete sich ein, deswegen gibt es heute auch wenig Fotos. Manchmal meinte man zwischendurch, jetzt hört es auf, aber nein, dann kam der nächste Tropfen. Wir konnten feststellen, dass unser Zeltplatz ziemlich optimal war, denn danach war das Gelände meist Sumpf oder bestand aus 'Kamelhöckern'. Da sind wir übrigens auf unserer weglosen Strecke über wirklich viele gelaufen.

                                Der Fluss, an dem wir zelteten, war ziemlich groß, aber hatte bei uns zwei Arme, so war er kein Problem. Der Vierttsajåhkå hatte ein großes, breites Flussbett mit vielen fetten Steinen, aber heute nur wenig Wasser und war genauso problemlos. Holger ging wieder vor. Es ging sich meist gut, allerdings war es oft sumpfiger, als uns lieb war. Aber auch das war nie ein Problem.

                                Zur ersten Pause hatten wir gut 3 km Luftlinie hinter uns gebracht, das ist für mich gut. Danach wurde ich dummerweise etwas früher müde, bei der nächsten Pause waren wir weniger weit, aber Pause musste sein. Und so saßen wir dann fast wie ein Häufchen Elend im Regen und schauten runter auf den Sieberjåhkå. Zu dem blieben wir wie gehabt in gebührendem Abstand, an den wenigen Fotos sieht man auch, dass das sinnvoll war. Holger rutschte in einem Flüsschen weg, aber ihm ist nichts passiert. Als ich nach Verletzung fragte, meinte er "Nur mein Stolz".


                                Entfernt der Sieberjåhkå


                                Sieberjåhkå, Blick in Laufrichtung


                                Sieberjåhkå, Blick 'zurück', der See müsste der Bajkasjavrre sein.

                                Holger meinte, er will bis Kutjaure keine Pause mehr, es waren noch 3,5 km Luftlinie. Natürlich hätte er für mich jederzeit eine gemacht, falls notwendig. Aber ich sagte mir: "Ein Spaziergang von 3,5 km, das schaffst du." Der Weg wurde aber nicht leichter, es kam Gestrüpp dazu. Ih! Aber immer an den Spaziergang denken, passt schon! Leider gab es das Gelände nicht her, die Hütte zeitig zu sehen, so navigierten wir mit dem GPS. (Navigieren heißt bei uns, wir packen es immer mal wieder aus und gucken drauf, mehr nicht.)

                                So weit, so gut. Irgendwann mussten wir zweifellos einen Hang runter und 'raten', wo hinter dem nächsten kleinen Hügel wohl die Hütte liegt. Im Nachhinein kann ich nur sagen: Hätte ich vielleicht mal besser auf die Karte geguckt statt nur auf das kleine GPS Display, wo ich vorher doch recherchiert hatte, dass wir am besten längs des Flusses runter gehen. (Wir standen auf dem Hügel nördlich dieses kleinen Sees.) Das mit dem Fluss hatte ich zwar eigentlich im Hinterkopf, das Problem dabei war: Dieser auf der Karte eingezeichnete Fluss war vor uns nicht zu erkennen, da waren ein paar kleine Seen und ein sachter Hügel auf der anderen Seite dieser Senke. Wir sind also den Hang runter, an den Seen vorbei, auf der anderen Seite hoch, um uns zu orientieren, da raffte ich es plötzlich. Zu spät, jetzt standen wir auf dem Hügel direkt oberhalb von Kutjaure und konnten auch wunderbar die (vermeintliche) Hütte unter uns erkennen. Dahinter der Sieberjåhkå, das sah gut aus.


                                Kutjaure, wenn auch nicht die STF Hütte


                                Sieberjåhkå

                                Aber was tun? Der Hang sah steil, aber machbar aus. Dummerweise waren zwischen uns und der Hütte aber nicht nur der Hang, sondern auch noch ein paar Bäume, aber an der rechten Seite sah das recht licht aus. Wir hatten keine Lust, nochmal zurück zu gehen, wir versuchten uns am 'direkten' Weg. Der Hang war auch kein Problem - bis die großen Steine kamen, die wir umgehen mussten, und dann der Wald doch schon früher als gedacht erreicht war. Ich wollte jetzt aber ganz sicher nicht mehr zurück, also ging ich vor und kämpfte uns durch diesen Wald. Wenn wir nicht schon rundherum nass gewesen wären, dann spätestens jetzt. Das war wirklich sich ein zwischen Bäumen und Ästen durchschieben und -drücken, heftig, hätte ich nicht gedacht. Zusätzlich rutschte ich einmal weg, weil im leichten Hang der Boden unter mir 'nachgab', aber nix passiert. Und dann war der Wald geschafft, und es gab einen Trampelpfad zur Hütte. Aber je näher wir kamen, desto mehr wurde uns klar: Nein, das kann sie nicht sein. Und so ging es noch ein paar Meter weiter, Trampelpfad, nochmal Sumpf, noch ein Flüsschen, dann bergan, aber dann standen wir vor der Hütte. Juchu! Das letzte Stück war mal wieder hart erkämpft.

                                Der Hüttenwart Anders, ein älterer Mann aus Uppsala, hieß uns willkommen. Wir waren heute die einzigen Gäste, ich glaube, er war froh, nicht alleine zu sein. Ich bemühte mein eingerostetes Schwedisch, das lief ganz gut. Anders kam auch mehrfach zu uns rüber, um ein Schwätzchen zu halten. Holger dachte, es sei kein Holz da (er übersah den Schrank, der randvoll war) und ging (ich glaube, ein klein bisschen grummelig) Holz machen. Aber es war ja welches da, und Anders machte mir dann gleich hilfsbereit den Ofen an, sehr nett. Ich sagte Holger Bescheid, aber jetzt machte er weiter, so war gleich für den nächsten Tag aufgefüllt. Ich begann mit Räumen. Unsere äußere Schicht plus Socken und Schuhe waren nass. Um so schöner war die warme Hütte. Die Zeit verging wie im Flug.

                                Es gab Tee und die letzte SuperEheFrau-Schokolade (den Zusatzhügel, erinnert euch 11=5*2+1, hatten wir uns verdient). Wir entschieden uns aber, Indoor zu Waschen. Der Weg zum kalten Wasser wäre steil bergab gegangen, dazu hatten wir keine Lust. Wobei Holger netterweise für uns noch Wasser holen ging, auch für Anders brachte er einen Eimer mit. Der hatte uns nämlich erzählt, der hätte Probleme mit dem Fuß, der steile Weg war dadurch nicht so einfach für ihn. Von daher war es gut für ihn, dass der STF wohl keinen Bootstransport über den Akkajaure für ihn finden konnte, so sollte er in ein paar Tagen mit dem Hubschrauber abgeholt werden.

                                Wir unterhielten uns unter anderem darüber, dass wir falls möglich in Stáloluokta noch Proviant kaufen wollen, die anderen Hütten hatten ja sowieso schon zu. Er meinte, er verkauft nichts (wussten wir ja), aber er hätte privat noch einiges Gefriergetrocknetes, falls wir davon was wollen ... Und so kauften wir ihm vier Portion Blå Band (also für zwei Abende) ab, das erwies sich als perfekt. Wir hätten unser Essen ansonsten auch strecken können und trotzdem so laufen, wie wir es dann taten, aber so war es prima. Es gab dann auch gleich heute Abend das erste Blå Band, sehr lecker.

                                So eine Hütte hat ja diverse Vorteile. Mal wieder auf einem Stuhl an einem Tisch zu sitzen, dort Tagebuch zu schreiben, das hat schon was. Außerdem trinken wir in einer Hütte abends eindeutig mehr als im Zelt. Wir befürchten ja, dass wir an Zelttagen eher zu wenig trinken, aber solange es uns gut geht.

                                Meine beiden Blasen hatten wir am Morgen mit einem großen Blasenpflaster bedeckt. Zuerst spürte ich den Fuß fast gar nicht, aber über den Tag wurde das anders. Vor allen Dingen die weichen Schritte (und der gab es viele) waren unangenehm. Nun, einfach ignorieren! Als ich vor dem Schlafengehen nochmal guckte, waren beide Blasen richtig fett geworden. Holger meinte, ich sollte sie aufstechen. Ich habe da keinerlei Erfahrung, also vertraute ich auf sein Urteil. Er meinte aber, das muss ich selbst machen, und ja, das kann weh tun. Na gut. Er zückte sein Messer, ich stoch vorsichtig in die Blase - null Schmerz! Das gesammelte Wasser lief raus. Ich machte für die Nacht ein normales Pflaster drüber, falls es sapscht.

                                Man hört auch in der Hütte noch den Fluss unten rauschen, aber wir schliefen trotzdem gut in unseren Betten.

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                                • Sausemann
                                  Erfahren
                                  • 11.10.2018
                                  • 114

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                                  Zitat von dingsbums Beitrag anzeigen
                                  Außerdem gab es immer mal wieder einen Regenbogen zu sehen. Der lässt einen in Schlechtwetterphasen hoffen, schließlich scheint wenigstens irgendwo die Sonne.
                                  Sehr gute Einstellung! Das meinte ich mit lustig, positiv

                                  Zitat von dingsbums Beitrag anzeigen
                                  Als ich vor dem Schlafengehen nochmal guckte, waren beide Blasen richtig fett geworden.
                                  Also ich fand die sahen in Staloluokta immernoch furchtbar aus. Ich glaube ich hätte keinen ganzen Tag mehr durchgehalten mit den Dingern.

                                  Zum Baltoro: Ich liebe das Ding. Ich finde zwar, das er an manchen Stellen etwas dürftig verarbeitet ist (z.B. ist mir bereits nach einer Tour der eigentlich tolle Zuzieh Mechanismus des Deckels kaputt gegangen. Gregory hat zwar repariert, aber ein stinknormales Zugband eingebaut) Aber der Tragekomfort ist einfach der Hammer und ich freue mich jedesmal über die Flaschentasche an der Seite.

                                  Ansonsten vielen Dank bis hierher. Macht richtig Spaß Interessant zu lesen, wie sich das Wetter bei Euch entwickelt hat, an den gleichen Tagen, an denen wir auch unterwegs waren. Bin weiter gespannt.

                                  Liebe Grüße
                                  Sause

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                                  • oesine63
                                    Erfahren
                                    • 27.11.2013
                                    • 376

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                                    Zitat von dingsbums Beitrag anzeigen
                                    Der Hüttenwart Anders, ein älterer Mann aus Uppsala, hieß uns willkommen. Wir waren heute die einzigen Gäste, ich glaube, er war froh, nicht alleine zu sein. Ich bemühte mein eingerostetes Schwedisch, das lief ganz gut. Anders kam auch mehrfach zu uns rüber, um ein Schwätzchen zu halten.
                                    Anders ist wirklich ein netter Typ. Als ich dort war, war die Hütte wirklich rappelvoll, und trotzdem war er immer bei den Gästen um sich zu unterhalten. Er ging nur kurz in seine Kemenate, um sich was zu kochen und war nachher schon wieder bei uns im Gemeinschaftsraum. Probleme mit dem Bein hat er da noch nicht beklagt. Er war sicher froh, mit dem Heli zurückzufliegen, der jüngste ist er ja auch nimmer

                                    Freu mich wenn's weitergeht! Gruß, oesine

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                                    • dingsbums
                                      Fuchs
                                      • 17.08.2008
                                      • 1503

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                                      06.09. 17 km, meist Regen und viele Bohlen (Kutjaure - Låddejåhkå)

                                      Auch in der Hütte stellte sich gleich wieder die Morgenroutine ein. Eine meiner Blasen hatte noch etwas Wasser gebildet, die stoch ich nochmal auf. Dann kam wieder ein Blasenpflaster über die Stelle, heute hatte ich dann auch keinerlei weitere Probleme damit. Wir genossen nochmal die Aussicht an der Hütte, bevor es los ging. Anders erzählte uns, er hätte den ein oder anderen Baum gefällt, damit man gute Aussicht hat. Ich war erst verwundert, aber die Hütte liegt nicht im Nationalpark. Außerdem wies er darauf hin, dass wir kurz nach Start einen guten Blick auf den Wasserfall haben. Also los.


                                      Blick an der Hütte, man erkennt einen abgesägten Baum.


                                      Kutjaure

                                      Wir waren bzgl. des Wetters optimistisch (oder sollte man das naiv nennen ) und gingen nur mit Rucksackhülle. Am Wasserfall konnten wir schon den ersten Regenbogen bewundern, und kurz später wechselten wir in Regenhose und -jacke. Der Weg lief sich super, ich ging auch wieder vor, alles prima. An der ersten Pause waren dann schon 5 km geschafft, das ist sehr gut für mich.


                                      Wasserfall, der Regenbogen schwach zu erkennen


                                      Blick zurück zur Hütte

                                      Wir waren noch ca. 1 km von den drei Brücken entfernt. Schon auf dem ersten Stück waren wir überrascht über die Vielzahl der Bohlen, aber der nächste Kilometer übertraf alles - den liefen wir komplett über Bohlen. Auch später gab es viele Abschnitte mit Bohlen, so schafften sie es auch in den Titel. Ich glaube, ich bin noch nie vorher eine Etappe mit so vielen Bohlen gelaufen. An den Brücken (ich vermerkte: Alle drei sind mittlerweile neu und 'unspektakulär') trafen wir zwei Schwedinnen, die ersten Wanderer, denen wir auf dieser Tour begegneten. Sie kamen aus Kisuris und waren auf einer Runde Akka - Kisuris - Kutjaure - Vaisa. Wir hielten einen kurzen Schwatz und ich bin mir sicher, dass Anders sich freute, auch diese Nacht nicht alleine zu sein.


                                      Unterwegs zu den 3 Brücken


                                      Immer wieder ein paar Rentiere

                                      Die lange Brücke schwankte schon ganz schön, außerdem pfiff der Wind irgendwie durch die Rohre, sie machte lustige Geräusche. Ich dachte mir dabei aber: Kein Wunder, dass ich vor 16 Jahren über die Holzvariante ganz schön geschlichen bin.


                                      Die große Brücke


                                      Und so sah die Holzbrücke 2003 aus.


                                      Ich hatte 2003 großen Respekt und schlich regelrecht über das feuchte Holz dieser Brücke.

                                      Wie scheuchten auch das ein oder andere Rebhuhn auf. Ich frage mich ja immer, ob wir mehr die erschrecken oder die uns, wenn sie dann wegfliegen. Spät am Tag lief ein Huhn vor uns auf den Bohlen - und wollte genau so auch weglaufen, ungeschickt. Irgendwann flog es dann aber doch zur Seite weg. Rentiere sahen wir auch weiter jeden Tag.

                                      Bei der nächsten Pause waren wir dann nicht ganz so weit gekommen, aber weitere 3 km Luftlinie lagen hinter uns. Leider war es den ganzen Tag regnerisch und windig und wurde irgendwie immer schlimmer. In der ersten Pause hatten wir uns zuerst noch mit schöner Aussicht zum Wind gehockt, wechselten aber dann auf die andere Seite des Steins. In der zweiten Pause suchten wir gleich Schutz hinter einem Stein.


                                      Pausenblick


                                      Pausenblick

                                      Weiter ging es. Holger glaubte einen Wanderer hinter uns zu sehen - der tauchte dann aber nie auf, er hätte uns einholen müssen. Er fragte sich dann schon, ob es nicht doch ein Rentier war. :-) Nein, er hatte keine Halluzinationen, am nächsten Tag überholte uns der junge Schwede dann wirklich. Er erzählte, dass er bei dem schlechten Wetter nicht mehr auf die Kuppe steigen wollte, sondern sich lieber gleich einen geschützten Platz suchte.



                                      Irgendwo im Hang, Blick zurück, das letzte Foto für heute

                                      Wir stiegen langsam bergan. Als ich allmählich wieder eine Pause hätte brauchen können, wurde das Wetter aber so richtig schlecht. Da dachte ich mir, so nötig ist die Pause noch nicht, bergan bin ich sowieso langsam, also ziehe ich weiter. Nachdem der Anstieg geschafft war, war der Weg wieder super zu gehen. Also lief ich immer noch weiter, aber irgendwann war ich einfach zu fertig. So hockten wir uns auf eine der manchmal unnötigen Bohlen neben dem Weg. Hier gab es zwar keinen Windschutz, aber mit dem Rücken zum Wind ging es schon. Da diese dritte Pause so spät war, blieb es wirklich bei drei. Drei Pausen und 17 km, dafür bin ich sonst zu schwer und zu alt. Ich hatte Zwischenmahlzeiten für 5 Pausen in das Tagessäckchen gepackt. :-)

                                      Es waren noch 4 km, da sagte ich mir 'Die habe ich gestern weglos, am Schluss durch dichten Urwald, geschafft, das wird doch heute locker. Immer an den Spaziergang denken! Ca. 2 km vor der Hütte mussten wir dann nochmal lachen. Wir mussten einen Fluss furten. Der war zwar flach und einfach, aber trotzdem: Über jeden kleinen Bach gibt es Bohlen (insofern sie nicht defekt sind), aber wenn ein 'echter Fluss' kommt, dann muss man furten.

                                      Die letzten 2 km wurden nochmal heftig. Es ging bergab und das war anstrengend für die Beine. Erst viel über Bohlen. Abschüssig auf nassen, manchmal zur Seite geneigten Bohlen, Horror! So vorsichtig (und dadurch noch langsamer) setze ich meine Schritte selten. Dann sah man endlich die Hütten, aber der Hang hörte einfach nicht auf, sie kamen lange nicht näher. Schritt für Schritt waren wir dann irgendwann doch da, kurz vor 7. Ich war k.o. Und wir waren nass.

                                      Wir waren alleine in der Winterhütte, aber es gab Gas und einen Trockenraum. Während Holger das Gas öffnete, die Schutzkappen draußen entfernte und dann Wasser holte, machte ich die Öfen in der Hütte an. Raus aus dem nassen Zeug und alles schön in den Trockenraum gehangen. Außerdem gab es schon wieder Indoorwaschen. Nach dem Abendessen ging es gleich ins Bett, das Tagebuch musste einen Tag warten.
                                      Zuletzt geändert von dingsbums; 14.05.2020, 15:06. Grund: Korrekturen

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                                      • Ljungdalen
                                        Fuchs
                                        • 28.08.2017
                                        • 1426

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [SE][NO] Hellemobotn, Padjelanta, Sulitjelma

                                        Auch von mir besten Dank für den schönen Bericht.

                                        Zitat von dingsbums Beitrag anzeigen
                                        Die lange Brücke schwankte schon ganz schön, außerdem pfiff der Wind irgendwie durch die Rohre, sie machte lustige Geräusche. Ich dachte mir dabei aber: Kein Wunder, dass ich vor 16 Jahren über die Holzvariante ganz schön geschlichen bin.
                                        Die neue wurde übrigens 2009 gebaut. Wir kamen da 2011 vorbei. Soll die längste in Schwedisch-Lappland überhaupt sein (also die alte auch schon).

                                        Zitat von dingsbums Beitrag anzeigen
                                        ...das ein oder andere Rebhuhn...
                                        Kleine Korrektur: Schneehuhn. Rebhühner gibt es so weit nördlich bzw. im Gebirge nicht.

                                        Entweder Alpenschneehuhn (Lagopus muta) oder Moorschneehuhn (Lagopus lagopus). Die schwedischen Bezeichnungen, entsprechend fjällripa und dalripa, also Berg- und Tal-(Schneehuhn) sind im Grunde passender. Obwohl die Talhühner auch in den Bergen vorkommen, umgekehrt weniger.
                                        Zuletzt geändert von Ljungdalen; 02.05.2020, 18:44. Grund: typo

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