[NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

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  • Mortias
    Dauerbesucher
    • 10.06.2004
    • 956

    • Meine Reisen

    [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

    Tourentyp
    Lat
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    Mitreisende
    Mit der gewohnt langen Wartezeit habe ich endlich mal wieder meine Schreibfaulheit überwunden und den Bericht von meiner Lapplandtour letzten Sommer angefangen. Glücklicherweise sind andere Forumsmitglieder diesbezüglich immer etwas schneller, so dass ich mich bereits an etlichen anderen tollen Berichten hier erfreuen konnte. Da ist es nur recht und billig jetzt auch mal etwas zurückzugeben.


  • Mortias
    Dauerbesucher
    • 10.06.2004
    • 956

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

    Vorwort
    Nachdem ich mir die letzten Jahre mit zwei Touren in Nordalaska sowie einer in Südgrönland etliche lang ersehnte Reiseziele erfüllt habe, hatte ich dieses Jahr mal wieder Lust den Norden Skandinaviens unsicher zu machen. Zum hatte dies ganz profane finanzielle Gründe (ich muss nicht jedes Jahr mehrere 1000 € für meinen Urlaub ausgeben) und zum anderen hatte ich einfach mal wieder Lust auf Lappland. Nicht ohne Grund hat es mich ja bereits schon so oft in diese Region gezogen.

    Da kam es mir sehr zupass, dass ich mir bereits vor vielen Jahren eine Route von Sulitjelma quer durch den Padjelanta und den Sarek Nationalpark überlegt habe, aber diesen Plan bisher nie in die Praxis umgesetzt hatte. Das wollte ich nun endlich ändern. Da diese Variante für eine zweiwöchige Tour allerdings ein bisschen zu kurz war, habe ich nach einigem Überlegen als Startort den 20 km südlich von Fauske gelegenden Ort Rognan gewählt und dadurch noch ein paar Tage in der Region um den Junkerdal Nasjonalpark mit hinzugefügt.

    Eine gewisse Premiere gab es außerdem noch dahingehend, dass ich zum allerersten Mal eine Lapplandtour von Norwegen aus gestartet habe. Auch wenn ich bei früheren Touren durchaus mal (auch mehrtätige) Abstecher nach Norwegen hatte, verlief die An-und Abreise doch stets über Schweden. Nun durfte ich also endlich das erste Mal nach Norwegen reisen. Wurde aber auch echt mal Zeit.

    Der genaue Routenverlauf kann dann übrigens
    UNTER DIESEM LINK HIER
    angeschaut werden. Ich hoffe das hilft um dann später meine Landschaftsbeschreibungen etc. besser nachvollziehen zu können. Es handelt sich dabei allerdings um eine aus dem Gedächtnis nachgezeichnete und nicht getrackte Route. Somit ist sie sicherlich nicht zu 100% fehlerfrei.

    Kommentar


    • Mortias
      Dauerbesucher
      • 10.06.2004
      • 956

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

      Tag 1 (30.07.)
      In aller Herrgottsfrühe verließ ich gegen 6 Uhr meine Wohnung und machte mich zum Flughafen auf. Viel zu früh für meinen Geschmack, aber es gab nunmal morgens gegen 9 eine gute Verbindung nach Oslo. Von dort ging dann auch kurze Zeit später schon der Anschlussflug nach Bodø. In weiser Voraussicht wählte ich einen Fensterplatz auf der rechten Seite. Das war definitiv die richtige Entscheidung.


      Fertig gepackter Rucksack. Mein Startgepäck lag bei 29 kg. Im Vergleich zu meinen beiden letzten Touren war das schon fast ein Leichtgewicht.

      Denn bereits der Flug nach Nord-Norwegen war unheimlich spektakulär. Der wolkenlose Himmel bot mir eine fantastische Aussicht auf das Okstindan Massiv sowie den Svartisen Gletscher und zahlreiche andere Berge, Flüsse, Gletscher und Seen. Herrlich. Da kam richtig Vorfreude auf. Am liebsten wäre ich glatt mit dem Fallschirm abgesprungen und gleich losgewandert.


      Okstindan Massiv im Hintergrund


      Svartisen Gletscher


      Bergwelt nahe Bodø


      Landeanflug auf Bodø

      In Bodø erwartete mich dann aber erstmal eine unangenehme Überraschung. Als ich gerade meinen Rucksack vom Gepäckband holen wollte, wurden wir auf einmal von den Security Leuten aufgefordert zurückzutreten und uns zu entfernen. Nach einiger Zeit kam die Polizei und hat das komplette Gebäude abgesperrt (der Flughafen bestand de-facto nur aus dem einen Gebäude). So ganz verstand ich nicht was los war, aber jemand meinte, dass es wohl ne Bombendrohung gab. Tja, da stand ich nun. Wäre das Ganze eine Minute später passiert, hätte ich noch meinen Rucksack erwischt und bereits zum Bahnhof laufen können. Nun musste ich noch ca. 45 Minuten warten, bis der Alarm wieder aufgehoben wurde.


      Bahnhof von Bodø

      Aufgrund dessen habe ich dann auch den für 16 Uhr angepeilten Zug nach Rognan verpasst. Blöd, so musste ich nun auf den nächsten Zug um 17.30 Uhr warten. Die Verzögerung bedeutete natürlich, dass ich heute vermutlich nicht mehr so weit wie geplant würde wandern können. Immerhin war der Zug dann pünktlich und brachte mich innerhalb von 1 ¼ Stunden nach Rognan. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass bereits die Zugfahrt landschaftlich ein absolutes Highlight war.


      Im Zug nach Rognan. Trotz der Verspätung ließ ich mir die gute Laune nicht verderben.

      Nun war ich also endlich am Ziel, packte meinen Rucksack und marschierte los. Und zwar erstmal nur entlang der Straße. Spektakulär ist sowas nicht, aber unvermeidbarer Bestandteil um erstmal in die Natur zu gelangen. Ungefähr 4 km lief ich noch, bis ich den Luonosjåhkå erreichte. Am Ostufer schlug ich dann auf ner größeren Kiesbank mein Zelt auf. Ich war zwar längst nicht so weit gekommen wie ursprünglich geplant, aber immerhin hatte ich den nervigen Straßenabschnitt schonmal hinter mir. Morgen würde es dann allerdings erstmal zünftig ne Forststraße bergauf gehen. Jetzt aber genoss ich den warmen und hellen Sommerabend und freute mich einfach darüber wieder im hohen Norden zu sein. Schon irgendwie cool, dass ich heute Morgen noch in ner Großstadt war und jetzt quasi am Rand der Wildnis campierte.


      Straßenwandern auf der E6


      Luonosjåhkå


      Abendsonne


      Erster Zeltplatz auf dieser Tour


      Abenddämmerung gegen kurz vor 11

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      • Mortias
        Dauerbesucher
        • 10.06.2004
        • 956

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

        Tag 2 (31.07.)
        Bei sonnigem Wetter wachte ich auf und ließ mir gemütlich Zeit mit dem Packen meiner Sachen. Gerade zu Beginn einer Tour, wo der Rucksack aufgrund des vielen Proviants noch proppenvoll ist, dauert sowas mitunter etwas länger. Um 11 Uhr brach ich dann auf. Ich checkte noch ein allerletztes Mal den Wetterbericht (jo, sah recht vielversprechend aus), bevor ich mein Handy ausschaltete und los marschierte. Nun ging es für die paar nächsten Kilometer erstmal ca. 500 Höhenmeter auf einer Forststraße hinauf. Ein wirklich anstrengender und ätzender Abschnitt. Die noch neuen (und nicht wirklich eingelaufenen) Wanderschuhe drücken an den Füßen, der volle Rucksack wog schwer und zog mich runter, die Hitze ließ mich schwitzen und die Monotonie der Landschaft (Birkenwald und Schotterstraße) hatte auch nicht grad was allzu Motivierendes an sich. Ich erwischte mich tatsächlich bei dem Gedanken, dass ich nun ja noch volle 14 Tage von dem Blödsinn vor mir hatte und fragte mich, warum ich mir das eigentlich antue. Tja, solche Startschwierigkeiten können durchausmal vorkommen.


        Schotterstraße


        Langvatnet. Hier hatte ich ursprünglich geplant zu zelten wenn ich gestern nicht meinen Zug verpasst hätte.


        Wie schön, immer noch Schotterstraße


        Ab und zu gab‘s immerhin ein bisschen was zu sehen.

        Irgendwann endete dann zum Glück die Straße und ich lief über Trampelpfade durch den nun lichter werdenden Wald weiter. Nach kurzer Zeit hatte ich dann auch die Baumgrenze überquert. Was war ich doch froh, jetzt wieder in der Tundra zu sein und die Fernsicht sowie das leichte Wandern genießen zu können. Einfach wunderbar. Am nächstbesten größeren See gönnte ich mir dann erstmal ne entspannte Mittagspause. Das tat echt gut.


        Der Wald lichtet sich


        An der Baumgrenze


        Endlich in der Tundra


        Entspannte Mittagspause

        Nachdem ich knappe 1 ½ Stunden gefaulenzt habe (ein Schläfchen in Ehren…) rappelte ich mich wieder zum Weiterlaufen auf. Jetzt galt es mich in südwestlicher Richtung am Hang parallel zum Knallerdalen zu halten. Dabei sollte es weiterhin bergaufgehen aber sehr moderat vom Anstieg. Eigentlich ein recht leichtes Wandern, aber irgendwie war ich noch nicht so im richtigen Rhythmus drin, so dass ich mich irgendwie schwertat es zu genießen.


        Blick ins Knallerdalen. Die Schlucht habe ich dann über den rechten Höhenrücken umgangen.


        Blick zurück zum Saltsdalsfjord

        Meine erste Tiersichtung bestand dann nicht aus Rentieren, sondern aus einer Schafsherde, die mir neugierig entgegen kam. Anfangs fand ich das noch sehr lustig, da die Viecher keinerlei Scheu zeigten. Dafür hatten sie aber auch haufenweise Mücken und Bremen im Schlepptau, die über meine Anwesenheit höchst erfreut schienen und mich fortan nicht mehr in Ruhe ließen. Ätzende Sache. Außerdem schmerzten wieder die Schuhe und der Rücken und irgendwie war grad alles sowieso blöd. Relativ lustlos schleppte ich mich daher weiter bergauf. Dabei war die Landschaft durchaus ansehnlich, aber irgendwie war heute die Luft raus oder halt noch gar nicht richtig reingekommen.


        Neugierige Schafherde


        Kleine Pause. An den Schneefeldern hielt sich zumindest das Mückenaufkommen gefühlt etwas in Grenzen.


        Botnvatnet im Vordergrund und dahinter wieder den Saltsdalsfjord


        Eigentlich ja wirklich eine sehr dankbare Route. Nur wenn's mal nicht läuft, dann läuft es nicht.

        Gegen 19 Uhr hatte ich dann genug für heute. An einem kleinen Bach fand ich eine geradezu vortreffliche Campstelle auf ca. 1000 Höhenmetern. Der Boden war schön eben und es gab sogar einen kleinen Wasserfall, der mir dann noch als Dusche gedient und die dringend benötigte Erfrischung verpasst hat. So fühlte ich langsam meine Lebensgeister zurückkehren.


        Traumhafter Zeltplatz


        Es geht doch nichts über eine erfrischende Dusche.

        Außerdem (und das war das allerbeste) hatte ich von hier aus einen wirklich fantastischen Fernblick nach Westen zum Saltdals- bzw. Skjerstadfjord und dem umliegenden Küstengebirge. Wirklich traumhaft, besonders weil in der Richtung dann auch noch die Sonne unterging. So konnte ich nun bei den milden Sommertemperaturen im Gras sitzen, meinen Blick in die Ferne schweifen und mich vom Abendrot verzaubern lassen. Die Mühe und Anstrengung waren nun komplett von mir abgefallen und ich war einfach nur glücklich diesen Moment erleben zu dürfen. Jetzt, wo sich die Natur von dieser unbeschreiblich schönen Seite präsentierte und ich dies in Ruhe und frei von jeglicher Anstrengung wahrnehmen durfte, fühlte ich mich wieder motiviert und wusste warum ich mitunter auch solche Strapazen auf mich nahm.


        Herrliche Aussicht


        Essenszeit


        Zelt in der Abendsonne


        Einfach nur genial jetzt hier sein dürfen.


        Ich konnte mich einfach nicht sattsehen an diesem Anblick.

        Ich saß noch lange draußen. Erst nachdem die Sonne sich gegen 23 Uhr verabschiedet hat, hab ich mich dann auch schlafen gelegt. Ich glaube das heute war einer der schönsten Sonnenuntergänge, die ich bisher bei meinen vielen Touren erlebt habe.


        Sonnenuntergang um kurz vor 11


        Nachdem die Sonne verschwunden war, konnte ich mich endlich schlafen legen.

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        • vobo

          Erfahren
          • 01.04.2014
          • 453

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

          Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
          Nachdem ich knappe 1 ½ Stunden gefaulenzt habe (ein Schläfchen in Ehren…) rappelte ich mich wieder zum Weiterlaufen auf. Jetzt galt es mich in südwestlicher Richtung am Hang parallel zum Knallerdalen zu halten.
          Schön, dass Dein Bericht beginnt, bin sehr gespannt nach dem ich ja schon einige Bilder gesehen habe. Aber dass Du gleich so verknallt und nach Südosten gelaufen bist, überrascht mich schon .

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          • DerNeueHeiko
            Fuchs
            • 07.03.2014
            • 2142

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

            Bei mir gehts dieses Jahr wahrscheinlich auch Richtung Padjelanta+Sarek, ich denke mal, ab Kvikkjokk auf dem Padjelantaleden, dann schräg nach Nordosten am Sarek-Nordrand entlang - deswegen lese ich besonders gespannt mit Vielen Dank, dass du uns mitnimmst!

            MfG,
            Heiko

            Kommentar


            • evernorth
              Fuchs
              • 22.08.2010
              • 1474

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

              Oh, schick. Interessante Route, da bin ich gerne dabei.
              Zumal ich für den Herbst etwas Ähnliches geplant habe, allerdings eher vom Rago kommend.
              Fängt ja vorzüglich an, da bleibe ich gespannt.
              My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

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              • geige284
                Dauerbesucher
                • 11.10.2014
                • 796

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                Das startet ja interessant, super! Solche kleinen Haderein am Beginn einer Tour kenne ich auch, aber nach dem ersten Abend bin ich zuversichtlich, dass sich deine Motivation noch erhöht!

                OT: Die Bilder sind verschwunden. Vorhin am Handy waren sie noch zu sehen, jetzt am PC nicht mehr...

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                • Fjellfex
                  Dauerbesucher
                  • 02.09.2016
                  • 521

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                  Das lässt sich ja super an! Herrliche Bilder und eine spannende Route, die auch bei mir manche Erinnerungen wach werden lässt. Freue mich auf den Bericht.

                  Kommentar


                  • Mortias
                    Dauerbesucher
                    • 10.06.2004
                    • 956

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                    Vielen Dank für die vielen freundlichen Kommentare. Sowas motiviert mich doch mal stark dazu bald weiterzuschreiben.

                    Zitat von vobo Beitrag anzeigen
                    Schön, dass Dein Bericht beginnt, bin sehr gespannt nach dem ich ja schon einige Bilder gesehen habe. Aber dass Du gleich so verknallt und nach Südosten gelaufen bist, überrascht mich schon .
                    Ja da mir hat wohl die Sonne tatsächlich ein bisschen zu stark auf den Schädel geknallt. Oder die Anwesenheit des Knallerdalens hat mich so weggeknallt, dass ich glatt die Himmelsrichtungen verwechselt habe. Du hast natürlich recht mit Deiner Korrektur. Aber ich steh zu meinem Fehler, von daher lasse ich das im Bericht unverändert so stehen.

                    Zitat von geige284 Beitrag anzeigen
                    OT: Die Bilder sind verschwunden. Vorhin am Handy waren sie noch zu sehen, jetzt am PC nicht mehr...
                    Hmm seltsam. Also bei mir sind die Bilder alle problemlos zu sehen. Auch wenn ich über einen anderen PC und ohne einloggen den Bericht öffne.

                    Kommentar


                    • Hapi
                      Erfahren
                      • 22.09.2015
                      • 426

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                      sehr geil... und Traumwetter dazu ...die 29kg auf'm Buckel...puhh
                      Look deep into nature and you will understand everything better (A. Einstein)

                      Kommentar


                      • Blahake

                        Dauerbesucher
                        • 18.06.2014
                        • 770

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                        Jippie, ein neuer Mortias-Lappland-Bericht!!! Nach Deinen ausgesprochen spannenden Alaska- und Grönlandreisen ist das ja ein bisschen 'back to the roots'. Freue mich sehr drauf!!

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                        • pekra62
                          Dauerbesucher
                          • 02.03.2012
                          • 687

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                          Und ich klinke mich hier jetzt auch mal mit ein
                          Hatte erst kürzlich perspektivisch einen ähnlichen Routengedanken im Kopf. Da kommt mir dein Bericht doch wie gerufen
                          Allerdings...bei 29 kg......sollte ich das überdenken

                          Aber ich freu' mich auf den Bericht

                          Peter

                          Kommentar


                          • Meer Berge
                            Fuchs
                            • 10.07.2008
                            • 2289

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                            Oh, prima!
                            Lappland!
                            Da könnte ich auch mal wieder hin.

                            Bin dabei, komme mit!
                            Kalender *Papageitaucher 2021* Familienplaner
                            Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

                            Kommentar


                            • Pfiffie
                              Fuchs
                              • 10.10.2017
                              • 1953

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                              Das wird mal eben Aboniert
                              "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

                              Kommentar


                              • Mortias
                                Dauerbesucher
                                • 10.06.2004
                                • 956

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                                Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
                                Jippie, ein neuer Mortias-Lappland-Bericht!!! Nach Deinen ausgesprochen spannenden Alaska- und Grönlandreisen ist das ja ein bisschen 'back to the roots'. Freue mich sehr drauf!!
                                Vielen Dank (auch stellvertretend für die vielen anderen positiven Kommentare). Ja back to the roots trifft es ganz gut. Hab doch gemerkt, dass ich es nach den zwei Sommern Abwesenheit sehr genossen habe wieder zurück in Lappland zu sein.

                                Zitat von pekra62 Beitrag anzeigen
                                Und ich klinke mich hier jetzt auch mal mit ein
                                Hatte erst kürzlich perspektivisch einen ähnlichen Routengedanken im Kopf. Da kommt mir dein Bericht doch wie gerufen
                                Allerdings...bei 29 kg......sollte ich das überdenken
                                Peter
                                Nun, ich muss an der Stelle auch sagen, dass ich pro Tag etwa 950 g Essen dabei hatte. Ich weiß von anderen Leuten, dass sie unterwegs deutlich weniger verputzen. Aber ich brauch die Menge einfach. Hab 2015 bei meiner ersten Alaska Tour recht eindringlich erfahren, dass mir zuwenig Essen nicht gut tut.

                                Außerdem hätte ich theoretisch auch zur Mitte der Tour in Staloluokta etliches an Proviant nachkaufen können. Der Kiosk da ist recht gut sortiert. Aber ich hab es halt vorgezogen den gesamten Provioant mitzuschleppen. Von daher wäre beim Gewicht durchaus noch Einsparpotential vorhanden gewesen.

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                                • Mortias
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                                  • 10.06.2004
                                  • 956

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                                  Tag 3 (01.08.)
                                  Es ist doch immer schön vom warmen Sommerwetter geweckt zu werden. Und immerhin würde mich heute definitiv ein angenehmerer Abschnitt erwarten, da ich nur baumlose Tundra aber keinen Wald oder Schotterstraße vor mir hatte. Aufgrund fehlender markanter Orientierungspunkte wusste ich zwar nicht ganz genau wo am Hang ich mich grad befand (und von daher wie weit ich gestern schon gekommen bin) aber das war nicht weiter kritisch. Für eine bessere nachträgliche Routenidentifikation ich deshalb einfach noch schnell ne SPOT Nachricht rausgeschickt (meinen Routenverlauf habe ja rein aus der Erinnerung nachgezeichnet und von daher ist er sicherlich nicht fehlerfrei).

                                  Erneut brach ich dann gegen 11 Uhr auf. Schließlich hatte ich Zeit und bin generell eher ein Spätaufsteher. Kurze Zeit später sah ich dann auch meine ersten Rentiere an mir vorbeiziehen. Die Landschaft hier war insgesamt recht leicht zu durchwandern, erforderte es aber noch ein bisschen weiter aufzusteigen um einer größeren Schlucht es dem Weg zu gehen. Aber schon klasse, da befinde ich mich auf ca. 1100 Höhenmetern und laufe durch eine hochalpine Umgebung aus Felsplatten, Schneefeldern und kleinen Seen. Zudem bot sich mir ein vorzüglicher Fernblick. Herrlich. Natürlich hätte ich auch weiter unten durchs Knallerdalen laufen können, aber dann wäre mir längst nicht so ein cooler Ausblick vergönnt gewesen.


                                  Aufbruch gegen kurz nach 11


                                  Herrlicher Fernblick


                                  Erste Rentiersichtung


                                  Hochalpine Landschaft

                                  Nachdem ich dann den höchsten Punkt passiert habe, konnte ich im Osten einen ersten Blick auf den Årjep Savllo sowie den Nuortta Savllo werfen. Dazwischen bzw. den beiden Bergen vorgelagert lag der wunderschöne Balvatnet. Dort bin ich bereits vor drei Jahren von der schwedischen Seite kommend vorbeigekommen. Nur bei geringfügig schlechterer Wetterlage. Nun freute ich mich tierisch über das Widersehen zu solch vortrefflichen Bedingungen.


                                  Årjep Savllo, Nuortta Savllo und dazwischen dann der...


                                  ...Balvatnet. Was für ein Anblick

                                  Der Abstieg gestaltete sich recht leicht und kurze Zeit später durchlief ich eine angenehme Graslandschaft, die durch den Anblick auf die besagten Berge sowie den Balvatnet und andere Seen nochmal enorm verschönert wurde. Ja solch einen Landschaftstyp und so leichtes Wandern habe ich bei meinen letzten beiden Touren in Grönland und Alaska doch manchmal ein klein wenig vermisst. Einfach nur sorglos über festen ebenen Boden ohne große Hindernisse voranzukommen, gepaart mit einer tollen Fernsicht und dem Gefühl von unermesslicher Weite, ist schon echt was Tolles.


                                  Blick zurück zum Höhenrücken von dem ich gekommen bin.


                                  Ein bisschen Schnee lag ja schon noch rum.


                                  Pause bei toller Fernsicht. So lob ich mir das.


                                  Blick zum Sulitjelma Massiv

                                  Weiter unten, so auf Höhe des Råstnijavris, wurde es dann aber doch etwas uneben und daher anstrengender, da hier viele kleine Hügel einem ein ständiges auf-und ab beschert haben. Es aber als schwer oder sonderlich hinderlich zu bezeichnen wäre definitiv übertrieben gewesen. Allerdings merkte ich langsam wieder meine Füße (jaja die neuen Schuhe) sowie den typischen Druck den der Wanderrucksack an Schultern und Becken verursacht. Gerade an den ersten Tagen ist das schon immer etwas lästig. Ich denke mal, ich bin hier nicht der einzige, der ein Lied davon singen kann.


                                  Hier wurd das Wandern dann etwas beschwerlicher.

                                  Gegen halb 6 erreichte ich dann die Brücke über den Rosnaelva. Hier traf ich dann auch auf einen Wanderweg, dem ich nun folgte. Dieser war gut ausgetreten und ordentlich markiert, so dass ich angenehm schnell vorankam. Sogar ein paar Leuten bin ich hier begegnet. Naja, letztendlich nicht allzu verwunderlich. Immerhin lag die Gegend ja noch sehr zivilisationsnah und war daher auch für Kurzausflügler gut geeignet.


                                  Rosnaelva


                                  So ne Brücke ist schon was Praktisches. Aber hier wäre es zur Not auch ohne gegangen.


                                  Gut zu folgender Wanderweg

                                  Ich folgte dem Weg noch eine gute Stunde, bis ich dann gegen 18.30 Uhr an einem kleinen See mein Zelt aufschlug. Insgesamt bin ich heute doch ganz gut vorangekommen und konnte recht zufrieden sein. Auch wenn ich mich immer noch bisschen mit den typischen „Startproblemen“ rumgequält habe, so lief es doch schon deutlich besser als gestern. Und das Wetter war weiterhin auf meiner Seite, so dass ich ganz entspannt und zuversichtlich den nächsten Tagen entgegen sehen konnte.


                                  An diesem kleinen namenlosen See habe ich dann heute mein Zelt aufgestellt.


                                  Schon schön wenn man beim Kochen noch die Abendsonne genießen kann.


                                  Sulitjelma im Abendlicht


                                  Årjep Savllo und Balvatnet


                                  Zeltplatz im Gegenlicht. Das Zelt ist dabei kaum zu erkennen.

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                                  • Mortias
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                                    • 10.06.2004
                                    • 956

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                                    Tag 4 (02.08.)
                                    Schon irgendwie cool aufzuwachen und keine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Ist hier oben schließlich auch nicht unbedingt selbstverständlich, aber habe das natürlich gerne angenommen. Diesmal war ich auch ein kleines bisschen zügiger mit dem Packen und startete bereits schon um 10:10 Uhr. Für meine Verhältnisse war das ja fast schon früh.


                                    Aufbruch bei perfektem Wetter

                                    Ich folgte nun weiter dem Weg Richtung Coarvihytta, traf dabei ein paar Wanderer bzw. Angler und konnte hin und wieder einen kleinen Blick auf den Balvatnet werfen. Insgesamt schon ein sehr schöner und angenehm leicht zu laufender Abschnitt. Nach ein paar Kilometern wurde ich aber leider, wieder daran erinnert, dass hier bestenfalls eine gezähmte Wildnis vorliegt. Unter mir erblicke ich nämlich die Staumauer vom Balvatnet und die dazu gehörende Infrastruktur mit Hütten und Straße. Sowas hat auf mich dann schon einen leicht demotivierenden Effekt.


                                    Wow, der Blick auf den Balvatnet war echt mal traumhaft.


                                    Viele kleinere Seen schmückten die Landschaft.


                                    Sulitjelma Massiv im Hintergrund


                                    Landschaftlich war das ein wirklich wunderschöner Abschnitt.


                                    Staumauer inklusive zugehöriger Infrastruktur

                                    Kurze Zeit später lief ich dann in der Talsenke kurz durch einen kleinen Birkenwaldabschnitt, bevor es nach der Coarvihytta wieder in die offene Tundra ging. Zum Glück kreuzte ich dabei nur kurz die Straße und musste nicht länger drauf wandern. Interessanter Nebeneffekt war aber, dass ich anhand der Beschilderung an der Coarvihytta feststellte, dass ich mich hier ja im Junkerdal Nasjonalpark befand. Das hatte ich vorher irgendwie noch gar nicht so aufm Schirm gehabt.


                                    Beim Abstieg in den Birkenwald


                                    Son bisschen Wald zwischendurch ist ja auch immer eine nette Abwechslung.


                                    Ich war also im Junkerdal Nasjonalpark. Gut zu wissen.

                                    Der Weg dem ich nun folgte war weiterhin ordentlich markiert, auch wenn ich dann an einer Abzweigung erstmal falsch abgebogen bin. Nach ca. 10 Minuten bemerkte ich, dass ich irgendwie nicht in die richtige Richtung lief. Ziemlich dämliche Aktion von mir. Aber irgendwie auch lustig. Und zum Glück hat es ja kein anderer Wanderer mitbekommen.


                                    Blick zurück auf das bewaldete Tal


                                    Kleiner namenloser See


                                    Die Abzweigung wo ich dann erstmal ruhmreich falsch abgebogen bin.


                                    Letzter Blick zum Årjep Savllo. In die Richtung sollte es aber nicht gehen.

                                    Der Weg führte nun stetig oberhalb der Waldgrenze am Hang entlang und ermöglichte mir damit einen herrlichen Ausblick. Ein hübscher Panoramaweg war das. Und auch rein vom Wandern her hat das echt Spaß gemacht. Richtig glücklich war ich. Hier fiel mir dann auch wieder das norwegische Wort „Turglede“ ein, was ich mal in einem anderen Zusammenhang aufgeschnappt habe und wortwörtlich so viel wie „Tourenglück“ bedeutet. Und genau das habe ich gerade empfunden. Die schiere Freude darüber hier und jetzt unterwegs sein zu dürfen. Turglede eben.


                                    Schön anzusehendes fruchtbares Tal


                                    Turglede


                                    Das war wirklich ein geiler Abschnitt. Es passte einfach alles.


                                    Doarroelva

                                    Allerdings hatte ich mit der Zeit dann doch wenig den Eindruck, dass sich der Abschnitt etwas in die Länge zog. Ständig rechnete ich damit hinter der nächsten Hügelkuppe endlich den Callanasjavri zu erblicken, nur um dann erneut enttäuscht zu werden und das Gefühl zu bekommen, dass es einfach nicht vorangeht. Zumal es auch über einen längeren Abschnitt keine Wasserquelle gab, was bei der Wärme doch ein wenig ungünstig war. Die paar Bäche an denen ich vorbeikam waren jedenfalls schon längst ausgetrocknet. Dem heißen Sommer sei Dank.


                                    Find es ja immer lustig, dass die Norweger sich wirklich die Mühe machen die Wanderwege mit nem "T" zu markieren, während in Schweden einfach nur rote Punkte verwendet werden.


                                    Blick zum Blåmannsisen-Gletscher

                                    Gegen Viertel vor 5 erblickte ich dann endlich den Callanasjavri. Ich wollte dort unten zwar nicht zelten, aber immerhin wusste ich nun, dass ich gut vorangekommen bin. Da der Wanderweg aber nun zur Tjalalveshytta ins Tal führen würde, musste ich diesen jetzt verlassen und querfeldein weiter. Der Boden hier war allerdings sehr uneben und recht steinig. Von dem vorhin noch empfundenen Turglede war jetzt nicht mehr sonderlich viel übrig. Eher empfand ich nun ein bisschen Turgenervtheit (oder wie immer man das Gegenteil von Turglede bezeichnen mag). Diese legte sich aber schnell wieder, als ich einige Höhenmeter gewonnen hatte und zurück auf den auf den in der Nachmittagssonne glitzernden Callanasjavri blickte. Das war wirklich mal ein geiler Anblick.


                                    Erster Blick auf den Callanasjavri


                                    Pause an einem namenlosem Bach


                                    Callanasjavri in der Nachmittagssonne

                                    Etwas weiter oben traf ich dann auch wieder auf den Wanderweg, dem ich noch ein klein wenig folgte, bis ich gegen 18.45 Uhr einen kleinen namenlosen See entdeckte, an dem ich dann mein Zelt aufschlug. Jetzt war erstmal ein erfrischendes Bad in dem milden Wasser des Sees angesagt. Das tat echt gut und hat die Lebensgeister wieder ordentlich geweckt. Danach habe ich mir erstmal die Zeit genommen ein bisschen die Landschaft hier in Augenschein zu nehmen. So bei näherem betrachtet war das wirklich ein äußerst idyllisches Fleckchen wo ich mich aufhielt.


                                    Es geht doch nichts über ein kleines Bad.


                                    Traumhaft gelegener Zeltplatz. Im Hintergrund wieder das Sulitjelma Massiv.


                                    Ich liebe diese Momente wo ich einfach aufm Boden sitze, die Abendsonne spüre und dabei einen tollen Ausblick genießen kann. Einfach nur herrlich!!!

                                    Kurze Zeit später kamen noch zwei Norweger (Vater und Sohn) vorbei und campten in meiner Nähe. Sie waren hier aus der Gegend und für ein paar Tage in den Bergen unterwegs um ein bisschen zu Wandern und zu Angeln. Und angeblich ginge das Angeln an diesem See wohl ganz gut. Sie waren jedenfalls beide sehr nett, auch wenn ich gemerkt habe, dass mein rudimentäres Schwedisch doch nicht ausreichte, um damit eine Konversation mit Norwegern zu führen. Irgendwie schade, dass ich dann aufs Englische ausweichen musste. Aber war trotzdem ein sehr interessantes Gespräch mit denen.


                                    Gekocht wurde natürlich wieder außerhalb des Zeltes.

                                    Abends kamen dann aus dem Norden noch dichte Wolken herangezogen, die kurze Zeit später die ganze Landschaft verschlangen. Das gab nochmal ein paar coole Lichteffekte im Zusammenspiel mit der Abendsonne und sorgte für einen schönen Ausklang dieses Tages. Muss ja abschließend sagen, dass ich am heutigen Tag wirklich das Gefühl hatte so langsam wieder in meinen normalen Wanderrhythmus zu gelangen. Es war zwar ein etwas längerer Abschnitt und bisweilen auch schon recht anstrengend, aber im Großen und Ganzen hat es einfach extrem gut gepasst heute. Das hat mich doch sehr optimistisch gestimmt und die Vorfreude auf die nächsten Tage gesteigert.


                                    Aufziehende Wolken


                                    Sah richtig cool aus wie ich finde.


                                    Anschließend lag der Zeltplatz dann fast vollständig im Nebel.

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                                    • Mortias
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                                      • 10.06.2004
                                      • 956

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                                      Tag 5 (03.08.)
                                      Diesmal wurde ich zur Abwechslung mal von einem bedeckten Himmel geweckt. Aber um nicht allzuviel Abwechslung zu geben verzogen sich die Wolken alsbald auch wieder. Meine beiden norwegischen Nachbarn waren schon wach und versuchten sich im Fischfang. Einmal hatten sie sogar einen recht stattlichen Saibling an der Angel, der dann aber beim Einfangen in den Kescher wieder entwischen konnte. Ich glaube Angeln ist nichts für mich. Da fehlt mir schlicht und einfach die Geduld für. :-D


                                      Wer allzeit angelt, dem nimmer mangelt.


                                      Meine Nachbarn von letzter Nacht


                                      Aufbruch

                                      Ich verabschiedete mich nun von den beiden und brach gegen 10 vor 11 auf. Nach der Überquerung zwei kleiner Passhöhen lag nun der lang erwartete Anblick auf den Låmivatnet vor mir. Leider aber versteckte sich das Sulitelma Massiv etwas in den Wolken. Schade eigentlich. Und auch wenn die türkise Wasserfarbe des Låmivatnet echt ansehnlich war, so hat die steinige Uferlandschaft ihn doch klar als Stausee erkennbar gemacht. Dies wurde dann erst recht deutlich, als ich die Uferlinie erreichte und auf die Schotterstraße stieß.


                                      Kleine Talsenke, bevor ich dann den Låmivatnet erblicken durfte.


                                      Steinige Landschaft


                                      Låmivatnet (Für alle Panoramabilder gilt Doppelklick für vergrößerte Bildansicht)


                                      Leider klar als Stausee erkennbar


                                      Die Straße wartet.

                                      Nun lagen also erstmal 8 km Straße vor mir. Nicht gerade das absolute Highlight auf der Tour, aber leider nunmal unvermeidbar. Zudem es landschaftlich hier auch echt trist war und der menschliche Eingriff sichtbare Spuren in der Natur hinterlassen hat. Mehrere Autos kamen an mir vorbei. Hauptsächlich Arbeiter oder Kurzausflügler. Für Einheimische ist die Gegend aufgrund der guten Erreichbarkeit sicherlich ein sehr lukratives Ziel. Überraschenderweise hilf dann auf einmal ein Pick-Up mit zwei jungen Norwegern neben mir an und ich wurde gefragt wo ich denn hinwolle. Nachdem ich denen mitteilte, dass es nach Ny-Sulitjelma gehen sollte, boten sie mir an, mich zumindest bis zur Abzweigung mitzunehmen, von wo aus die Straße dann nach Sulitjelma ins Tal ging. Das hätte mir bestimmt 4 km Wanderung auf der Straße erspart. Ein reizvoller Gedanke, aber dennoch lehnte ich ab. Es kam mir einfach falsch vor zu mogeln, auch wenn deren Angebot wirklich unheimlich nett war. Aber ich weiß ganz genau, dass ich ansonsten abends im Zelt permanent ein schlechtes Gewissen gehabt hätte, nicht die gesamte Strecke gelaufen zu sein.


                                      Schotterstraße


                                      Recht triste und unspektakuläre Umgebung

                                      Also lief ich weiter. Immerhin schien die Sonne und ich konnte ein paar Paraglider beobachten. Außerdem war der Anblick nach Sulitjelma ins Tal runter auch gar nicht so übel. Zudem ich auf der Straße echt gut vorankam. Von daher dauerte es auch gar nicht so lange, bis ich dann gegen 16 Uhr die Ny-Sulitjelma Fjellstue erreichte. Hier stieß ich dann auch wieder ein auf einen kleinen Wanderweg (der allerdings noch parallel zur Straße verlief). War also alles in allem doch gar nicht so schlimm mit der Schotterstraße und deshalb definitiv die richtige Entscheidung die Mitfahrgelegenheit ausgeschlagen zu haben.


                                      Gleitschirmflieger voraus


                                      Blick auf den Langvatnet wo auch Ortschaft Sulitjelma liegt.


                                      Ny-Sulitjelma Fjellstue


                                      Kleiner Wanderweg parallel zur Straße

                                      Eine Dreiviertelstunde trennte sich dann der bisher parallele Verlauf von Straße und Wanderweg und ich ließ die Straße endlich hinter mir. Nun also sollte ich für den Rest dieser Tour nur noch Wanderwege oder querfeldein-Routen vor mir haben. Keine Unterbrechungen durch Straßen mehr. Herrlich, da kam echt mal Freude auf. So sehr ich die letzten Tage landschaftlich genossen habe, so habe ich doch festgestellt, dass die beiden Unterbrechungen durch Straßen und Staumauern schon etwas störend waren. Ich finde es macht schon einen gewissen Unterschied aus für längere Zeit durch eine (zumindest größtenteils) unberührte Natur zu laufen oder eben regelmäßig Anzeichen der Zivilisation (wie z.B. Straßen) zu begegnen.


                                      Blick zur Stelle wo sich Straße und Wanderweg endgültig trennten.


                                      Endlich wieder richtig in der Natur unterwegs.

                                      Nun konnte ich also durch diese steinige, aber trotzdem sehr schöne, Gebirgslandschaft am Fuße des Sulitjelma Massivs laufen. Dem Weg ließ sich gut folgen und auch sonst kam ich hier ordentlich voran, so dass ich mit Vergnügen noch ein paar Kilometer weiterlief. Gegen 18.15 Uhr erreichte ich dann das Ostufer vom Storelvvatnans. Hier gab es größere Grasflächen mit guten Campingmöglichkeiten. Die Sonne wärmte angenehm, so dass sich damit auch ein Bad gut angeboten hat. Dennoch haderte ich etwas und spielte mit dem Gedanken noch bis zum Bajep Sårjåjavraj weiterzulaufen. Ich war einfach grade in einem so guten Wanderrhythmus drin und lag außerdem eh noch ein paar Kilometer hinter meinem geplanten Zeitplan. Da hätte sich das Weiterlaufen super angeboten. Allerdings lag der Bajep Sårjåjavraj auch 150 m höher, so dass es unklar war, ob sich bei der steinigen Landschaft da noch gute Zeltmöglichkeiten geboten hätten. Hier in Norwegen liegt die Wachstumsgrenze für Gräser und Moos ja deutlich niedriger als weiter östlich in Schweden.


                                      Blick zum Stortoppen


                                      Storelvvatnan


                                      Sehr einladende Landschaft

                                      Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich deshalb dafür hier zu bleiben und mein Zelt aufzuschlagen. Nachdem ich noch ein überaus erfrischendes Bad in der Abendsonne genießen konnte, begann es dann später, gegen 20 Uhr, langsam zuzuziehen. Falls ich weitergelaufen wäre, hätte es mit dem Bad doch etwas kühl werden können. Von daher fühlte ich mich nochmal bestärkt in meiner Entscheidung, was einfach gut tat. Hinzu kam, dass mich schon tierisch auf den morgen vor mir liegenden Abschnitt freute. Dieser wurde ja bereits in einigen Reiseberichten beschrieben, so dass ich erwarten konnte, dass er nicht der Allerschlechteste werden würde.


                                      Gute Zeltplätze gab es hier.


                                      Alle paar Tage habe ich, wie gewohnt, eine SPOT Nachricht rausgeschickt.


                                      Aufziehende Wolken


                                      Jetzt wurde es doch etwas kühler. Zumal auch ein ordentlicher Wind wehte. Aber zum Kochen draußen hat es schon noch gereicht.


                                      Nach dem Essen bin ich noch ein bisschen durch die Gegend gelaufen. Sonderlich spektakulär war die Aussicht aber nicht.


                                      Dichte Bewölkung um 2 Uhr nachts

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                                        #20
                                        AW: [NO][SE] Von Rognan nach Saltoluokta - Eine kleine feine Lapplandtour

                                        Tag 6 (04.08.)
                                        Nachdem sich nachts eine Nebelschicht über den See legte, löste diese sich morgens wieder auf und begann sukzessive der Sonne Platz zu machen. Ein bisschen wie gestern also. Gegen 10 vor 11 brach ich dann auf und machte mich an den weiteren Aufstieg. Mehrere Wanderer mit leichtem Gepäck kamen mir entgegen. Nun, bei der Nähe zur Straße ist das natürlich durchaus nachvollziehbar hier mal nen kleinen Abstecher zu machen. Reizvoll ist die Gegend ja allemal.


                                        Bewölkter Morgen


                                        Blick zurück zum Stortoppen...


                                        ... und zum Storelvvatnan

                                        Nach etwa einer halben Stunde erreichte ich dann den Bajep Sårjåjavraj. Eine karge Landschaft aus Schnee, Fels und Geröll begrüßte mich hier. Landschaftlich durchaus schick anzusehen, aber hinsichtlich Zeltplätze extrem schwierig. Eventuell wäre es möglich gewesen etwas zu finden, aber im Großen und Ganzen war ich sehr froh, dass ich nicht gestern noch bis hierher gelaufen bin. Spätestens beim Bad (in diesem teilweise noch von Schnee bedecktem See) wohl doch etwas ungemütlich geworden.


                                        Bajep Sårjåjavraj


                                        Steinige Landschaft. Zelten wäre hier ziemlich schwierig geworden.


                                        Blick zum Blick zum Sorjostjåkkå

                                        Der Weg führte mich jetzt noch einige Meter weiter bergauf, bis ich die Passhöhe auf ca. 1060 Höhenmeter erreichte. Der anschließende Abstieg ging recht leicht von statten. Insgesamt lag hier noch ziemlich viel Schnee rum, so dass große Teile der Route über Firnfelder führten. Ein wenig abweisend wirkte das alles ja schon. Zum Glück war‘s Wetter aber recht ordentlich, ansonsten hätte dieser Abschnitt schon ziemlich trist wirken können.


                                        Auf der Passhöhe mit Blick zum Bajit Sorjosjavri


                                        Langsam wurd es wieder ein bisschen grüner.


                                        Blick zurück zum Pass


                                        An Schnee herrschte hier wahrlich kein Mangel.

                                        Ich erreichte nun den Bajit Sorjosjavri und passierte die Sorjoshytta. Nun ging es ständig am Ufer entlang, was mal ganz gut tat, da ich der gefühlten Enge des steinigen Tals entkam und die Vegetation auch etwas grüner wurde. Am Nordende des Sees machte ich dann erstmal ausgiebig Mittagspause. Die Sonne schien und der Blick auf schneebedeckten Berge war einfach nur traumhaft. Ein wahres Glückgefühl war das jetzt hier entspannt sitzen zu dürfen und die Natur auf mich einwirken zu lassen. Sowas gehört für mich immer mit zu den schönsten Momenten auf so einer Tour.


                                        Bajit Sorjosjavri mit Sorjoshytta


                                        Gemütlicher Uferwanderweg


                                        Mittagspause am Bajit Sorjosjavri


                                        Die Umgebung war einfach herrlich. Lustigerweise haben die hier abgebildeten Berge (zumindest auf meinen Wanderkarten) gar keine Namen.

                                        Tiefenentspannt und gut erholt ging es nach über eine Stunde weiter. Ich kam nun zum Sårjåsjavrre und näherte mich der schwedischen Grenze. Vorher galt es aber noch einen namenlosen Strom zu durchqueren. Unten am Zufluss zum Sårjåsjavrre hätte man problemlos mit Crocs durchführten können, aber aus Bequemlichkeit beschloss ich dem Weg zu folgen, der zu einer etwas höher gelegenen Brücke auswies.


                                        Letzter Blick zurück zum Bajit Sorjosjavri


                                        Sårjåsjavrre


                                        Namenloser Bach. Weiter oben ging es zu der Brücke, die mich trockenen Fußes rüber bringen sollte.

                                        Als ich dann bei der Brücke ankam, erwartete mich aber eine böse Überraschung. Auf dem ersten Blick spannte sie sich, wie jede x-beliebige Hängebrücke, über die kleine Schlucht, die der Fluss durchströmte. Bei näherem Betrachten stellte ich aber fest, dass auf der rechten Seite die Halteseile komplett gelöst waren und runterhingen. Das sah gar nicht gut aus. Über diese Brücke wollte ich definitiv nicht laufen. Wer weiß wie sicher und stabil sie wäre. Und ein Sturz hätte an dieser Stelle durchaus böse Folgen haben können. Also lief ich wieder zum Zufluss zurück, den ich dann mit meinen Crocs furtete. Insgesamt hat mich dann der kleine Abstecher gute 45 Minuten gekostet.


                                        Die besagte Brücke. Auf dem ersten Blick sah sie halbwegs intakt aus.


                                        Bei näherem Hinsehen hat sich das aber als krasser Irrtum rausgestellt.


                                        Zum Glück ließ sich der Fluss an dieser Stelle hier problemlos furten.

                                        Kurze Zeit später erreichte ich dann die deutlich erkennbare norwegisch/schwedische Grenzmarkierung. Lustigerweise schien die Grenze auch landschaftlich einen deutlichen Übergang darzustellen. Auf der schwedischen Seite erwartete mich jetzt eine sanfte grasbedeckte Hügellandschaft, während der Blick nach Norwegen auf eine steinige und vom Schnee verzierte Gebirgswelt fiel, die gerade im Gegenlicht der tiefer stehenden Sonne überaus malerisch anzusehen war. Zugegeben die deutlich spektakulärere Aussicht. Trotzdem freute ich mich sehr darüber wieder zurück in Schweden zu sein. Das Land ist einfach aufgrund vieler früherer Aufenthalte gefühlt schon sowas wie eine zweite Heimat für mich.


                                        An der Grenze zwischen Norwegen und Schweden


                                        Blick zurück nach Norwegen


                                        Blick nach Schweden. So angenehm ich diesen Anblick auch fand...


                                        ...mit dem Sorjostjåkkå auf norwegischer Seite konnte das einfach nicht mithalten.

                                        Ich lief jetzt noch ca. 2 Kilometer weiter, passierte einige Blumenwiesen und beschloss dann mich über die leicht sumpfige Graslandschaft zum Ufer des Sårjåsjavrre durchzuschlagen um dort mein Zelt aufzustellen. Nun war erstmal wieder eine Wasch-und Badesession auf dem Programm. Blöd war nur, dass der See in Ufernähe sehr flach war. So wurden es eher müheselige Schwimmversuche statt ein echtes Badevergnügen. Aber sei's drum, immerhin war ich angenehm erfrischt und sauber.


                                        Saftige Blumenwiese


                                        Sårjåsjavrre

                                        Anschließend konnte ich mich zurücklehnen und die Abendsonne genießen. Der Platz hier war wirklich traumhaft und bot eine überaus herrliche Sicht auf den Sorjostjåkkå und die umliegende Bergwelt. Ein paar Möwen flogen vorbei, während ich einfach nur den Sonnenuntergang in dieser urtümlichen Tundralandschaft genoss. Auf die vielen Mücken hätte ich zwar gerne verzichten können, aber ansonsten passte einfach alles. Ich freute mich einfach über diesen herrlichen Moment versuchte so viele Eindrücke wie nur irgend möglich aufzunehmen. Was für ein geiler Abschluss eines eh schon genialen Tages.


                                        Der Zeltplatz hier war wirklich genial.


                                        Sonnenuntergang überm Sårjåsjavrre


                                        Sorjostjåkkå im Abendlicht


                                        Ein wunderbarer Moment in Ruhe in Frieden


                                        Abenddämmerung


                                        Ein paar Möwen leisteten mir Gesellschaft.

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