[GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

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  • SvenW
    Erfahren
    • 02.11.2012
    • 296

    • Meine Reisen

    [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Eigentlich wollte ich ja nach Florida...
    Da ich aber so meine Mühen hatte einen Mitreisenden zu finden weckte ein Thread im Fliegenfischerforum in dem ein Mitreisender für Grönland gesucht wurde mein Interesse, ist ja fast das Selbe

    Vorbereitung

    Der grobe Plan für die Tour: Ca. 130km abseits der Wege zu Fuß und mit dem Packraft durch Grönland mit Zwischenhalt an einigen schönen Flüssen zum Fliegenfischen auf Arctic Char (Arktischer Saibling).

    Unser erster Ansatz war eine Tour in ein paradisisches Tal mit unberührter Natur, wilden Moschusochsen und Flüssen voller großer Saiblinge. Nachdem wir die Anreise etc. bereits halbwegs geklärt hatten stellte sich leider heraus das das Tal größtenteils in einem Schutzgebiet liegt und auf der restlichen Tour kaum vernünftige Angelmöglichkeiten vorhanden sind. Schwarzangeln im Schutzgebiet wollten wir selbstverständlich nicht also war das Thema für uns vom Tisch.

    Die nächste Idee war dann eine Tour vom Flughafen Kangerlussuaq nach Sisimiut. Einige Bäche und Flüsse, sehr große Seen mit stationären Fischen sowie ggf. Angelmöglichkeiten im Fjord.Wir arbeiteten eine schöne Route aus, irgendwann kam ich auf die Idee diese mit dem Arctic Circle Trail zu vergleichen. Leider waren die Routen auf weiten Strecken deckungsgleich. Da wir beide lieber eine etwas abgeschiedenere Gegend wollten war auch diese Option vom Tisch.

    Martin wollte an diesem Punkt schon aufgeben aber ich hatte mich aber festgebissen. In stundenlanger Kleinarbeit suchte ich bei Google Earth sämtliche Gewässer in 50km Umkreis um die beiden Städte Kangerlussuaq und Sisimiut zusammen die Fisch beinhalten könnten. Da kam dann doch einiges zusammen und ich konnte auch Martin wieder begeistern. Und so bastelten wir uns eine Route vom Startpunkt Sisimiut die möglichst viele der potentiellen Saiblingsflüsse abdeckt in der Hoffnung das zumindest einige davon auch tatsächlich einen Aufstieg haben.

    Unser geplante Route sah dann folgendermaßen aus:



    Falls es mit den Saiblingen nicht klappt sollte als Alternative sollte auch die Dorschangelei an der Küste möglich sein. Nach einigem Schriftverkehr mit dem Fischereiministerium war auch sichergestellt das wir diese Flüsse bis auf einen ( an dem das Angelcamp "Camp North" positoniert ist) auch tatsächlich befischen dürfen.

    Als die Route geklärt war ging es an die Ausrüstungsoptimierung, um Gewicht zu sparen machte ich einige Neuanschaffungen:

    Zelt: Tarptent Scarp
    Isomatte: Therm a Rest Neoair Xlite
    Schlafsack: Cumulus Quilt 450
    Eine Tierra Roc blanc Goretex Jacke

    An Angelgerät kam meine #7 Scott Tidal sowie die #7 TFO als Backup, Wathose und Schuhe und zwei Fliegendosen (Eine für Saibling und eine für Dorsch)
    Beim Essen entschied ich mich morgens für Müsli mit Vollmilchpulver, Mittags gab es zwei Flapjacks und Abends eine Treckingmahlzeit von Travellunch .





    Zur Navigation kam mein Handy und ein kleines GPS gerät mit, desweiteren ein Sattelitentelefon (Iridium Go) für Wetterdaten,ok Meldungen nach Hause und natürlich für Notfälle.
    Und das wichtigste und Schwerste Utensil, ein MRS Adventurer X2 Packraft.

    Hier nochmal meine komplette Packliste: Grönland_Packliste_1.2.pdf


    Tag 1: Anreise nach Kopenhagen



    Anfang Juli war es dann endlich soweit, ich machte mich mit 30kg beladen auf den Weg quer durch Hamburg zum Flixbus, mit dem ging es Richtung Kopenhagen, wo ich dann meinen Reisepartner Martin das erste mal persöhnlich traf.
    Wir teilten das Gepäck etwas auf 20kg aufzugebendes Gepäck + 8kg Handgepäck pro Person, schafften wir grade so eben.
    Danach ging jeder erstmal zu seinem Schlafplatz, ich hatte mir für die letzte Nacht noch ein Hotelzimmer gebucht, Martin schlief einfach neben dem Flughafengelände im Zelt

    Tag 2:Kangerlussuaq und Sisimiut

    Morgens ging es mit ordentlich Zeitpuffer Richtung Flughafen da wir ggf. probleme beim aufgeben der schweren und sperrigen Rucksäcke befürchteten. Klappte aber alles problemlos und so blieb genug Zeit für ein Frühstück und Kaffe, dann ging der Flug Richtung Kangerlussuaq los.
    Aus dem Flieger konnte man zunächst Südnorwegen, dann den Atlantik und nach 3 Stunden das Grönländische Inlandeis bestaunen.
    Angekommen checkten wir das Gepäck für den weiterflug nach Sisimiut ein und warteten ab.





    Der Flug wurde einige male nach hinten verschoben, dies scheint hier aber soweit normal zu sein.
    Dann ging es endlich in die kleine Propellermaschiene auf den Weg Richtung Sisimiut. nach einer halben Stunde waren wir praktisch da und der Flieger drehte mehrere Runden.
    Fanden wir erstmal toll, so konnten wir schonmal unser erstes Gewässer sowie 2 der Fjord und Passquerungen von oben begutachten.



    irgendwann drehte der Flieger dann aber leider (nach einer Durchsage auf Dänisch)komplett um. Meine Sitznachbarin übersetzte das der Wind zu stark für die kurze Landebahn sei und morgen der nächste Flug geht.

    Zurück in Kangerlussuaq gabs dann Essensgutscheine die wir dankend annahmen und einen Hotelgutschein den wir ablehnten.
    Statt dessen wollten wir an einem einige km vom Flughafen entfernten See unser Zelt aufschlagen.

    Nach einer ausgiebigen Mahlzeit machten wir uns auf den Weg durch die kahle Stadt,entlangg dem schlammigen Gletscherfluss und einer alten Radarstation.













    Am See wurden wir von einer großen Menge Mücken empfangen, mit etwas Antibrumm ließ es sich aber aushalten.
    Wir versuchten beide noch unser Glück auf Saiblinge (zumindest ein paar kleine konnten wir sichten) blieben aber erfolglos.


  • SvenW
    Erfahren
    • 02.11.2012
    • 296

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

    Tag 3:Start in Sisimiut

    Morgens sind steigende Saiblinge im See zu sehen, die Zeit reicht grade noch für ein paar Würfe, ich habe aber leider keinen Erfolg.



    Wir brechen die Zelte ab und machen uns auf den Rückweg nach Kangerlussuaq.





    Nach einem ausgiebigem Frühstück gehts dann wieder in den Flieger nach Sisimiut, diesmal ist es fast windstill, allerdings hängen die Wolken sehr tief. Der Pilot wagt trotzdem den Anflug, diesmal klappt alles und wir laufen zum kleinen Flughafengebäude.
    Während wir noch Rätseln wo das Gepäckband ist werden hinter uns die Koffer per Hand reingetragen



    Wir fahren noch schnell per Taxi in die Stadt und machen die letzten Einkäufe (Gaskartuschen und einige Snacks), trinken eine letzte Cola und dann gehts per Taxi zurück zum Flughafen. Direkt neben dem Flughafengebäude wird das Packraft aufgepumpt und wir quetschen uns zwischen das Gepäck. Platzteschnisch ist das ganze leider etwas grenzwertig geht aber.







    Das Wasser ist erstmal spiegelglatt und wir haben sogar leichten Rückenwind.
    Wir paddeln direkt um die Landebahn herum und entscheiden uns entgegen des ursprünglichen Plans nicht den Gebirgspass zu nehmen und den Fjord im Inland zu queren sondern auf dem Seeweg außen rumzufahren.
    Nach einigen Kilometern machen wir in einer sandigen Bucht Pause um uns etwas die Beine zu vertreten, der Wind frischt etwas auf, das Wasser ist für meinen Geschmack schon grenzwertig kabbelig fürs Packraft, Martin ist sich aber sicher das das ganze noch safe ist.





    Gegen 19 Uhr paddeln wir dann vorbei an einigen desinteressierten Innuit in unseren ersten Zielfluss. Dieser Fluss ist auch soweit das vorher über Google Earth erkennbar war der letzte Berührungspunkt mit der Zivilisation (Wobei er auch für die Innuit ausschließlich per Boot erreichbar ist, Straßen oder Wege gibt es hier nicht)



    Eine kurze Erkundungstour zeigt das zumindest vereinzelt Fische im Fluss sind, in einer Reuse der Innuit hängen ebenfalls einige Saiblinge.

    Wir machen die Ruten fertig und laufen den Fluss hoch, nach einem kurzen Stück landen wir an einem großen See, weiter wollen wir heute Abend nicht mehr, also fischen wir wieder langsam runter. Ich bekomme einen Biss in einer Rausche der ca. 40er Saibling hängt leider nicht.







    Nach dem Abendessen stehe ich so gegen 23 uhr wieder an der Flussmündung und sehe eine Welle auf den Fluss zusteuern. Sieht irgendwie verdächtig aus, also angeworfen und den ersten Biss versaut. Nächster Wurf, nächster Biss und diesmal klappt alles, der erste Arctic Char wird gelandet.
    haben ja noch 2 Wochen Zeit um an der Größe zu arbeiten.



    Ich fische noch bis 1 Uhr Nachts weiter, dunkel wird es ja nicht, es kommen immer wieder neue Trupps von Saiblingen an und ich kann noch 3 weitere Fische in der selben Größenordnung landen.

    Als ich grade am einpacken bin durchschwimmt noch ein Polarfuchs die Bachmündung und verschwindet am anderen Ufer.
    leider zu weit weg um Bilder zu schießen.

    Ziehmlich übermüdet gehts ab ins Zelt.



    Kommentar


    • codenascher

      Alter Hase
      • 30.06.2009
      • 4280

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

      Hier entsteht ein sehr interessanter Bericht (gerade als Nichtangler), freue mich auf deine weiteren Erzählungen.

      Nebenbei finde ich es beeindruckend, dass du ein Jahr nach deinem Trekking-samt-Angel Beginn mit Packraft nach Grönland gehst. Super!

      Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

      meine Weltkarte

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      • Antracis
        Fuchs
        • 29.05.2010
        • 1267

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

        Werde, als Neuangler und demnächst auch Neu-Packrafter, sehr interessiert mitlesen.

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        • Pfiffie
          Fuchs
          • 10.10.2017
          • 1966

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char



          Finde ich auch überaus Interessant, ich bin gespannt wie es weiter geht. Klasse!
          "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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          • Freierfall
            Fuchs
            • 29.06.2014
            • 1003

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

            Als nicht Angler und nicht mal besonders gerne fisch-esser: sind das irgendwie besonders leckere fische? oder sind die besonders anspruchsvoll zu beangeln, dass man eine Tour um die herum plant? Was habt ihr mit den gefangenen gemacht? Nach dem Abendessen, als du schon 4 so brummer hattest, die eig. für ein Abendessen fast schon reichen? Oder werden die vor ort ausgenommen, eingesalzen und dann mit nach Deutschland genommen?

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            • Annichristine
              Gerne im Forum
              • 16.05.2017
              • 88

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

              Ja, mich würde auch mal interessieren ob ihr all die gefangenen Fische dann auch verspeist habt. Wir waren im Juli auch 3 Wochen in Grönland und haben da sehr viele Leute getroffen, die zum jagen und fischen da waren. Soweit ich das richtig verstanden habe, war aber das Ausführen von Fleisch verboten oder nur in einigen Ländern die Einfuhr verboten? So richtig habe ich das nicht rausbekommen.
              Annichristine

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              • SvenW
                Erfahren
                • 02.11.2012
                • 296

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
                Nebenbei finde ich es beeindruckend, dass du ein Jahr nach deinem Trekking-samt-Angel Beginn mit Packraft nach Grönland gehst. Super!
                Grade dem packraft Teil stand ich Anfangs auch eher skeptisch gegenüber. Martin ist aber ein alter Hase mit vielen Jahren Erfahrung von daher war ich hier ja nciht auf mich gestellt.


                Zitat von Freierfall Beitrag anzeigen
                Als nicht Angler und nicht mal besonders gerne fisch-esser: sind das irgendwie besonders leckere fische? oder sind die besonders anspruchsvoll zu beangeln, dass man eine Tour um die herum plant? Was habt ihr mit den gefangenen gemacht? Nach dem Abendessen, als du schon 4 so brummer hattest, die eig. für ein Abendessen fast schon reichen? Oder werden die vor ort ausgenommen, eingesalzen und dann mit nach Deutschland genommen?
                Naja lecker sind Saiblinge schon,aber mit dem kulinarischen Erlebnis hat das ganze eher weniger zu tun. Anspruchsvoll zu befischen sind sie eigentlich auch nicht eher im Gegenteil, allein durch die große Anzahl der Fische. Letzteres macht aber schon einen Teil des Reizes aus, solche Fischmengen kennt man hier aus Europäischen Gewässern einfach nicht...

                Und nein ich marschier nicht mit nem Rucksack voll konservierter Fische durch die Grönländische Wildnis
                Entnommen wurden nur wenige Fische, die restlichen schwimmen wieder im Fluß. Gefischt wird beim Fliegenfischen mit kleinen Einzelhaken ohne Widerhaken und im Gegensatz zu Naturködern werden diese auch nicht verschluckt, die Fische sind also unverletzt und können idr. wieder freigelassen werden ohne auch nur aus dem Wasser gehoben zu werden.
                Falls das jetzt für Diskussionsbedarf sorgt dafür bitte einen eigenen Thread starten und nicht den hier auseinandernehmen ;)

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                • SvenW
                  Erfahren
                  • 02.11.2012
                  • 296

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                  Tag 4: In der Dorschbucht

                  Am nächsten Morgen ist die Mündung des Flusses voll mit Fisch, ein Schwarm von 40 oder 50 Fischen steht direkt in der Strömung weiter draußen drehen noch einige weitere Trupps ihre Runden.
                  Wir fangen jeder einige Fische auf pinke Wooly Bugger, diesmal hat der größte ca. 45cm hoch.
                  Größere Fische sind nicht zu sehen, aber wir haben ja auch noch einige Flüsse vor uns.

                  Gegen 10 machen wir uns auf den Weg und entscheiden uns für eine Abkürzung, statt 1,5km um eine Landzunge herumzupaddeln gehen wir lieber einige wenige hundert Meter zu Fuß zur nächsten Bucht.



                  In der flachen schlickigen Bucht wird das Packraft aufgeblasen und los gehts.





                  Nach wenigen Minuten fahrt glaube ich im vielleicht 1,5m tiefe einen Schatten im Wasser gesehen zu haben, dann nochmal. Ich höre auf zu paddeln und beobachte konzentriert, Martin scheint ebenfalls etwas bemerkt zu haben.
                  Wir treiben über Sandboden und auf einmal sehen wir einen Schwarm großer Fische (ca. 50cm++) direkt unterm Boot, ich denke zunächst an Saiblinge, kann die Fische aber beim genaueren hinsehen als Dorsche identifizieren.

                  Wir paddeln ans Ufer und in Rekordzeit bin ich umgezogen und habe einen Clouser Minnow montiert.
                  Vor mir verläuft eine Rinne zwischen zwei Tangfeldern und ich sehe 10 Dorsche vorbeischwimmen. Aufgrund der Felswand hinter mir missglückt mein Wurf leider, statt die Fliege einige Meter vor den Fischen zu präsentieren landet diese neben den Dorschen und wird von den Fischen nicht wahrgenommen. Dann taucht allerdings ein besonders großer Nachzügler auf, schwimmt direkt auf den Clouser zu und nimmt.

                  Ich kann den Fisch, geschätzt 70+ was weit von allem entfernt ist was ich in den letzten 20 jahren in der Ostsee fangen konnte, bis ans Ufer drillen, beim Versuch ihn zu landen löst sich leider der Haken.



                  Die 3 50er Dorsche und der kleine Saibling die ich in der nächsten halben Stunde noch erwische können über den Verlust leider nicht so wirklich hinwegtrösten.
                  Wir paddeln mit montierter Rute noch eine Runde durch die Bucht können aber keine Fische mehr sichten.

                  Da der Wind weiter auffrischt gehen wir zu Fuß weiter, Ziel ist heute noch die nächste Fjordquerung (mit Rückenwind) zu schaffen.

                  Unterwegs treffen wir auf die Überreste eines Moschusochsen.



                  Am Fjord angekommen stellen wir aber fest das grade Flut ist. Etwas peinlich aber die Gezeiten hatte von uns beiden keiner so Richtig auf dem Zettel bei der Planung, also per Sattelitentelefon erstmal eine Gezeitentabelle von den Kollegen zu Hause angefordert .

                  An die Fjordquerung ist z.Z. nicht zu denken in der Bucht drückt das Wasser so stark in den Fjord das man meinen könnte an einem Fluß zu stehen.





                  Wir machen also eine längere Zwangspause und ich versuche nochmal mein Glück auf Dorsch.

                  Eigentlich ein Spot wie auf dem Lehrbuch, vor mir eine stark abfallende Kante mit ordentlich Strömung, Seetangfeldern und großen Steinen.
                  Ich fische 2 Stunden lang komplett erfolglos die Kante ab und will schon aufgeben, auf dem Weg zurück sehe ich dann aber doch noch einen Dorsch im knietiefen Wasser über Kiesboden

                  Ich werf den Fisch an und er nimmt auch arglos, wenig später sehe ich noch einen weiteren Dorsch und erwische auch diesen.



                  Irgendwann erreicht die Flut den Höchststand und wir machen uns an die Fjordquerung. Das Wasser ist zwar immernoch etwas unruhig aber wir kommen gegen 19 Uhr sicher auf der anderen Seite an.



                  Jetzt noch schnell die 5km zu Fuß zum nächsten Fluss denken wir uns...

                  Falsch gedacht, das Gelände ist extrem anstrengend, erst Recht mit den schweren Rucksäcken, unsere Topographischen Karten sind auch wenig hilfreich weil viele 50m Hügel und Felskämme garnicht verzeichnet sind.









                  Gegen 23 Uhr schlagen wir dann unser Lager auf, wir haben es nicht ganz bis zu unserem Zielfluss geschafft, sind aber nur wenige 100m entfernt.



                  Tag 5: Die ersten "richtigen" Saiblinge

                  Morgens wache ich auf da starker Wind an meinem Zelt rüttelt, einige Heringe hatten sich schon ziehmlich gelockert.
                  Martin hat sein UL Zelt schon abgebaut, das hatte dem Wind noch deutlich weniger entgegenzusetzen.

                  Wir machen uns auf den Weg zur Flussmündung und erreichen diese gegen 11.
                  Angekommen klettere ich zunächst mal bewaffnet mit meiner Polbrille auf einen Felsen.
                  Direkt im untersten Pool kann ich bereits mehrere gute Fische ausmachen, also Rute montiert und los gehts!



                  Dauert auch nicht lang bis ich die ersten Fische landen kann, die Durchschnittsgröße ist hier schon deutlich besser als am vorherigen Fluss.
                  Einen sehr guten Fisch verliere ich leider nach einer Flucht bis fast ins Backing.



                  Die Fische sind alle frisch Aufgestiegen und erinnern optisch ein wenig an Meerforellen, haben aber trotz des kalten Wassers deutlich mehr Power.

                  Flussaufwärts kommt zunächst ein langsam fließender Abschnitt mit großen Eisfeldern.



                  darauf folgt ein schnell fließender Abschnitt mit einigen kleinen Pocket Water.



                  Und im Anschluß ein langer tiefer Pool bevor der Fluss sich zu einer Schlucht mit ordentlich Weißwasser aber auch einigen weiteren Pools verengt.





                  Der Pool unterhalb der Schlucht ist voll mit Fisch





                  In der Schlucht selbst habe ich mir allerdings an einem pool die Zähne ausgebissen, der Pool ist auf dem bild Links an der Felswand und beherbergte mehrere Fische die ich auf 60+ schätze. Den Pool von oberhalb zu erreichen ohne von den Fischen gesehen zu werden ist leider nicht möglich, von unterhalb kam ich auf wenige Meter an die Fische ran konnte die Streamer aber nicht vernünftig anbieten und Nymphen, Eifliegen o.ä. wollten sie nicht.



                  Als wir gegen Abend zurück zu unserem Lager kommen liegt die Flussmündung mehrere 100m weiter oberhalb, das Eis ist komplett unter Wasser. War wohl grade Flut :grin:



                  Ganz unberührt sind die Gewässer leider nicht, wenn die Saison richtig los geht werden die Flüsse wohl von einigen Einheimischen mit Netzen und Keschern befischt, entsprechendes Material lag bereits am Gewässer deponiert, am Wasser ging ein Trampelpfad bis zur Schlucht und auch wir fanden auch einige weitere Hinterlassenschaften.



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                  • SvenW
                    Erfahren
                    • 02.11.2012
                    • 296

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                    Tag 6: Fluss ohne Fisch

                    Morgens brechen wir die Zelte am Fluss ab und queren den Fluss in Wathose.





                    Weiter gehts zum nächsten Fluss, das Gelände ist diesmal flacher fester Boden, zur Abwechslung mal sehr angenehm zu laufen.
                    Wir kommen an einigen Rentier Geweihen vorbei die wirklich Klasse aussehen, hätte gerne eins für Zuhause mitgenommen, aber zum einen müsste ich das dann die komplette Strecke mitschleppen und zum anderen könnte es probleme mit dem Zoll geben, also mache ich nur einige Bilder.









                    Gegen Mittag kommen wir dann am Zielfluss an und dieser sieht auch echt gut aus, nur eins fehlt leider komplett: Fisch.
                    Ich folge dem Fluss komplett bis zur Mündung ins Meer aber nirgends ist auch nur ein Stichling zu sehen.
                    Wir machen trotzdem einige Stunden Pause, ich schlafe in der Sonne ein und hole mir nen ordentlichen Sonnenbrand.













                    Gegen Abend füllen wir unsere Wasservorräte auf und laufen weiter,bis zu einer Bucht mit Verbindung zum Fjord und bauen dort die Zelte auf.





                    Der Plan ist am nächsten morgen solange es noch halbwegs windstill ist die 3. Fjodquerung anzugehen diese ist der kritischste Teil der Tour da es ca. 2km über offenes, eiskaltes Wasser geht. Mit dem Packraft hat man im Schnitt eine Geschwindigkeit von 4km/h, da ist man also nicht mal eben schnell drüben und das das Wetter hier innerhalb von Minuten komplett umschlagen kann durften wir einige Tage später erleben.
                    --> Nicht zum nachmachen empfohlen

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                    • SvenW
                      Erfahren
                      • 02.11.2012
                      • 296

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                      Tag 7: Fjord im Nebel

                      Morgends ists wie erhofft windstill und so beladen wir das Raft und machen uns auf den Weg.



                      Wir starten noch bei recht schönem Wetter, leider bildet sich recht schnell Nebel und die Sichtweite geht auf wenige Meter runter, bei einer 2km Fjordquerung sicherlich nicht optimal, aber wir haben sowohl GPS als auch Kompass dabei also machbar. Der Bootsverkehr hält sich hier zum Glück stark in Grenzen nur ein mal höre ich in einiger Entfernung ein Motorboot vorbeifahren.





                      Statt zu Fuß weiterzumachen schippern wir an der Küste entlang Richtung Flussmündung.
                      Angekommen das selbe vorgehen wie an den anderen Flüssen, erstmal Auschau halten, zum Glück sehe ich diesmal sofort einige Fische in der Mündung stehen und so machen wir unsere Ruten fertig. In einem Pool unterhalb eines Abschnitts mit starkem Gefälle stehen 50-60 Fische, dauert natürlich nicht lange bis der erste am Haken hängt...







                      Weiter oben fließt der Fluss etwas ruhiger aber auch hier das selbe Bild, alle tiefen Gumpen sind voll mit Fischen.





                      Zum Mittag gibts... Saibling :grin:



                      Nachdem wir uns sattgefischt haben gehts weiter Richtung Norden.
                      Da wir für die nächsten 3 Flüsse das Packraft nicht mehr brauchen deponieren wir es zusammen mit allem anderen was wir die Tage vorraussichtlich nicht mehr benötigen.
                      Mit dem jetzt mehrere Kilo leichteren Rucksack gehts entspannt weiter. Unterwegs begegnen wir einigen Rentieren.





                      Das Gelände ist leider wider deutlich schwieriger, ausgedehnte Sumpfgebiete und jede Menge Felskämme quer zu unserer Marschrichtung machen uns das leben schwer. Trotz der leichten Rucksäcke kommen wir nur mit 2,5km/h vorwärts.





                      Wir schlagen unsere Zelte an einem kleinen Teich auf, hier sind wir durch einen Hügel recht gut vor dem auffrischendem Wind geschützt.
                      Unser Ziel "Fluss" ist leider deutlich kleiner als erwartet, eher ein Bach.





                      Sowohl in dem See als auch im Bach sind zwar zahlreiche Saiblinge zu sehen die Durchschnittsgröße ist allerdings nur ungefähr handlang.
                      ich mach am Abend noch eine 3km Runde bis zur Mündung, die größten Fische die ich sehe haben ca. 30cm, fischen lohnt sich also leider nicht.

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                      • Matterhorn
                        Gerne im Forum
                        • 18.02.2016
                        • 82

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                        Vielen Dank für den sehr schönen Reisebericht und für die dazugehörigen Bilder! Ich muss ja gleich gestehen, dass ich nicht fische, aber dieser Kulisse bekommt Lust dazu, das einmal zu versuchen. Es ist halt nicht Florida geworden, aber meines Erachtens ist das eine Destination, die leichter in Angriff genommen kann... Grönland ist sicher schon von der Planung usw. her ein härteres Stück Arbeit und dementsprechend etwas Spezielleres...

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                        • SvenW
                          Erfahren
                          • 02.11.2012
                          • 296

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                          Tag 8: Saibling satt

                          Nachts frischt der Wind weiter auf und das Zelt wird ordentlich durchgeschüttelt, ich hab zum Glück die Heringe sehr fest verankert so das ich mir keine Sorgen machen muss das sich etwas losrüttelt.
                          Am Morgen ist es windstill, ich werde aber von dem surren hunderter Mücken geweckt die sich im Außenzelt versammelt haben. Bei Martin sah es wohl ähnlich aus.



                          Wir brechen unser Lager am See ab und machen uns auf den Weg durch die karge Landschaft zum ca. 5km, sprich 2h Fußmarsch, entfernten nächsten Fluss.





                          Am Fluss angekommen sind wir begeistert, hier MUSS es einfach Fisch geben.
                          ca. 3km von der Mündung entfernt schlagen wir unser Zelt auf und beginnen zu fischen.





                          Wir haben jeder einige Fischkontakte und Martin kann auch einen guten Saiblin landen, insgesamt ist die Fischerei aber eher zäh und so beschließen wir dem Fluss Richtung Mündung zu folgen. In den teilweise endlos langen ruhigen Passagen ist, wie es auch bereits an den anderen Flüssen zu beobachten war, kein einziger Fisch zu sehen.



                          Flussabwärts stoßen wir auf einen kleinen Wasserfall von ca. 2m höhe sowie einige Rauschen. Als ich mir den pool unterhalb des Wasserfalls ansehe fallen mir fast die Augen aus, die Saiblinge stehen hier so gestapelt das man den Boden des Pools nicht sehen kann.
                          Wenig überraschend das wir hier schnell Erfolg haben.





                          Nach einigen Fischen bis ca. 50 cm schnappt sich größerer Saibling meine Fliege und steuert zielstrebig auf die Rausche am Ende des Pools zu.
                          Ich mache mir eigentlich keine Sorgen, bis jetzt sind die Saiblinge immer in ihrem Pool geblieben, blockiere aber sicherheitshalber trotzdem die Rolle mit der Hand und belaste das 0,30er Vorfach auf äußerste um den Fisch zu stoppen.
                          Der Saibling hat leider andere Pläne, in der vollen Strömung unterhalb des pools kann ich den Fisch erst recht nicht halten und so reißt es mir immer mehr Schnur von der Rolle. Ich muss dem Fisch folgen und zwar schnell.

                          Ich stolpere über glitschige Steine Flussabwärts, der Fisch ist bereits ein ordentliches Stück im backing und 3 Pools weiter unten, die Schnur hat sich hinter einigen Steinen verhakt, aber der Fisch hängt weiterhin. Ich springe ins Wasser um die Schnur zu lösen, es ist deutlich tiefer als erwartet, aber es bleiben zum Glück noch 10cm Puffer bis zum Rand der Wathose.
                          Ich quere den Fluss und kann den Fisch in einem ruhigen Bereich landen.



                          Hier sieht man es ganz gut, gebissen hat der Fisch ca. 20m oberhalb, Die Flucht ging bis zu der sandigen abbruchkante im Hintergrund, um den Stein vorne vor der Rausche und den Steinhaufen weiter hinten hing die Schnur.



                          Martin entschloss sich,ohne Rucksack weiter Richtung norden zu laufen, ca. anderthalb Stunden Fußmarsch entfernt ist noch ein weiterer Fluss.
                          Ich enschließe mich zu bleiben, die Fischerei ist gut und eine kleine Pause auch mal was schönes.

                          Ich fische weiter und kann noch einige gute Saiblinge landen, irgendwann setzte ich mich an den Wasserfall und beobachte die aufsteigenden Saiblinge.



                          Martin war von dem anderen Fluss wenig Begeistert zu einem Teil sehr breit und langsam fließend und dann geht er in eine Schlucht über, diese war ihm allein zu gefährlich zu befischen.







                          Auch an diesem Fluss gab es Trampelpfade und Müll.





                          Martin begegnete hier außerdem einen Einheimischen der die Netze für die kommende Saison vorbereitete. Dieser erzählte ihm das wir eigentlich viel zu früh dran seien und z.Z. noch kaum Fische in den Flüssen sein (Dann möchte ich nicht wissen wie voll die Flüsse zur Hauptsaison sind ) Außerdem erzählte er das der Fluss den ich zu dem zeitpunkt befischte demnächst ein weiteres Angelcamp beherbergen soll, was ihn ziehmlich ärgert da dadurch auch die Netzfischerei verboten wird.

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                          • SvenW
                            Erfahren
                            • 02.11.2012
                            • 296

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                            Tag 9: Gefährliche Fjordquerung

                            Morgens wache ich auf weil es im Zelt ziehmlich warm wird. Die Mücken haben das auch mitbekommen und sind sehr aktiv.



                            Mir wird bewusst dieser Fluss war der nördichste Punkt unserer Reise, ab hier geht der Rückweg los.
                            Wir sind zwar sehr gut im Zeitplan, da uns aber noch insgesamt 3 Fjordquerungen bevorstehen und diese nur bei guten Wetterbedingungen machbar sind planen wir lieber einige Reservetage ein.

                            Ich mache noch ein Abschiedsfoto vom Fluss und auf geht unsere Tour Richtung unserem Depot.



                            Der Weg zurück zum Depot geht mit den jetzt ziehmlich leichten Rucksäcken recht flott, danach nochmal ungefähr die gleiche Entfernung aber jetzt wieder voll beladen und durch schwieriges Gelände ist dagegen richtig anstrengend.

                            Gegen Nachmittag kommen wir an einer kleinen Seitenbucht des Fjordes an und beratschlagen wie wir weitermachen.
                            Der Wind ist nicht grade schwach, kommt aber direkt von hinten und so entscheiden wir uns loszupaddeln. Leider kommt auf dem offenen Fjord der Wind nicht mehr von hinten sondern von der Seite, zurückpaddeln gegen den Wind wäre ebenfalls sehr schwierig geworden und so entschieden wir uns für "Augen zu und durch". Kurs halten war allerdings nicht einfach und mehrmals schwappten Wellen ins Boot.
                            In dem Moment denkt man schon über die eine oder andere Lebensentscheidung nach, vor allem die die dazu geführt haben das man in einem wackeligen einkammer Schlauchboot über 1km weit vom nächsten ufer entfernt durch eiskaltes Wasser paddelt.
                            Ist dann aber doch alles gut gegangen,wir steuerten eine windgeschützte Bucht an und wurden mit einem gigantischen Ausblick entschädigt









                            Direkt am Strand das Zelt aufgebaut und den Tag ausklingen lassen.





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                            • SvenW
                              Erfahren
                              • 02.11.2012
                              • 296

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                              Tag 10: 2 Flüsse

                              Morgens ists ziehmlich am Regnen, lasse mir mit den aufstehen etwas Zeit, irgendwann kommt dann doch die Sonne raus und der Fjord liegt windstill vor uns.
                              In der Nähe sind zwei Flüsse die durch eine Langgezogene Bergkette voneinander getrennt sind, der eine Fluss der ca. 1km entfernt ist sieht bei google earth eher klein und unscheinbar aus, der andere ca. 5km entfernte deutlich größer und interessanter.

                              Wir entscheiden uns das Lager aufgebaut zu lassen und statt dessen erst eine Weile vom Packraft zu fischen und dann zu dem großen Fluss zu paddeln.

                              Für die Fischerei vom Boot wählten wir eine sehr spezielle Technik die Eng mit dem Czech Nymphing verwandt ist. Hierbei wird eine stark beschwerte Fliege am langen Vorfach (Vorfachlänge ca. doppelte Wassertiefe) möglichst direkt unter der Rutenspitze und weitestgehend grundnah geführt. Durch leichte auf und abbewegungen der Rutenspitze wird der Fliege zusätzlich leben eingehaucht. Den Biss muss man dabei entweder erfühlen oder an einem wegziehen der Schnur erkennen.

                              Hier nochmal ein Bild zum besseren Verständnis :



                              Bei absolutem Ententeich und herrlicher Kulisse ließ der erste Biss auch nciht lange auf sich warten.





                              Allerdings fingen wir nicht wie erwartet Dorsche sondern farbenprächtige Seeskorpione und einige Plattfische.





                              Von den Platten durften 2 fürs Abendessen mit.
                              Ziehmlich abrupt kam Wind auf in wenigen Minuten wechselte es vom Ententeich zu Wellen mit Schaumkronen, fahren war nurnoch mit dem Wind möglich.
                              Zu unserem Glück ging der Wind genau in Richtung unseres Ziels und so erreichten wir den 5km entfernten Fluss in Rekordzeit. Leider stellte sich heraus das der Fluss extrem eingetrübt ist. Nun könnte man natürlich im trüben Wasser trotzdem fischen, Fische hats auch da sicherlich genug, wenn man aber am Tag vorher noch in kristallklarem Wasser fischen konnte dann fehlt einem da irgendwie die Motivation.





                              Wir machten also eine Stunde Pause, packten das Packraft zusammen und machten uns auf den Rückweg.

                              Unterwegs nochmal ein kurzer halt an dem anderen Fluss, der war wie erwartet sehr schmal und vor allem extrem schnellfließend.
                              Das Wasser war aber klar und wir konnten auch einige Saiblinge spotten, also versuchten wir unser Glück, blieben aber erfolglos.





                              Der Wind frischte immer weiter auf und so langsam machten wir uns Gedanken um die Zelte, also abmarsch zum Lager.

                              Mein Scarp war selbst ohne zusätzliche Abspannung von den Windböen eher unbeeindruckt, Martins ultraleicht Zelt drückte es dagegen ordentlich platt.



                              Zu zweit schafften wir es zum Glück das Zelt ohne Zwischenfälle abzubauen.

                              Wir machten uns auf den Weg, für den Resttag war nur eine kurze Etappe angedacht, einfach den kleinen Fluss 3km hoch zu einem See.
                              Weiter oben wurde der Fluss dann auch ruhiger und breiter und mehrere Pools waren voller Fisch





                              Gegen 21 uhr schlugen wir unser Lager unterhalb des Sees auf, fingen jeder noch einige Saiblinge, dann gabs Essen und wir legten uns voller Vorfreude auf den nächsten tag schlafen.

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                              • SvenW
                                Erfahren
                                • 02.11.2012
                                • 296

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                                Tag 11: Im Saiblinsparadis

                                Wir haben unsere Zelte zufällig am besten Gumpen des Flusses aufgebaut.



                                Morgens ists auch diesen Tag wieder halbwegs warm, ich krabbel in Unterwäsche aus dem Zelt, widme mich kurz der Körperflege, und mit Zahnbürste im Mund fällt mein Blick auf den Fluss und die fertig montierte Rute ... ops

                                Ungefähr 5 Minuten später mache ich ein schnelles Foto vom bis jetzt größten Saibling der Tour



                                Danach dann erstmal angezogen und ausgiebig Gefrühstückt und dann ging es wieder ans Fischen.

                                Die Fischerei hier war wirklich spektakulär und einmalig. Der Fluss voll mit Fisch, einer schöner gezeichnet als der andere und die Durchschnittsgröße war enorm.






                                Der Fluss selbst war landschaftlich ebenfalls ein Traum.









                                Zum frühen Nachmittag waren wir wirklich sattgefischt, selbst die Aussicht das nur noch ein weiterer Fluss auf unserer Tour lag war in dem Moment egal, alles was wir uns hier fischereilich erhofft hatten war schon in Erfüllung gegangen und so machten wir uns wieder auf den Weg.
                                Da wir Rückenwind hatten schipperten wir erstmal 3km mit dem Packraft über den kleinen See.



                                Dann kamen ein paar km Landweg bis zu einem weiteren deutlich größeren See. Leider verschlechtert sich das Wetter immer mehr.





                                Rechts im Bild sieht man im Hintergrund am anderen Ufer schon eine kleine Einbuchtung in den Felsen, da sollten wir durch, also wieder ins Packraft.
                                Die Einbuchtung entpuppte sich als kleiner Hafen, und von hier aus führte sogar eine befestigte Straße vorbei an einem Bergwerk? runter zum Fjord.



                                Wir hatten da wirklich Glück, ohne die Straße hätten wir durch ein Steinfeld gemusst das extrem schwer passierbar aussah. Die vielen dicken Steine auf dieser scheinbar regelmäßig befahrenen Straße wirkten aber auch nicht vertrauenserweckend.



                                Leider nimmt der Regen immer weiter zu, und so bauten wir bei der erstbesten Möglichkeit unsere Zelte auf und hofften das es am nächsten Tag wieder besser wird.

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                                • SvenW
                                  Erfahren
                                  • 02.11.2012
                                  • 296

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                                  Tag 12: Fjordfischerei

                                  Morgens liegt das Tal noch im Nebel, dann kommt zum Glück die Sonne wieder raus.







                                  Der Bach sieht zwar sehr Interessant aus ist aber stark eingetrübt, nach der tollen Fischerei am Vortag haben wir beide wenig Lust im trüben zu fischen.
                                  Wir machen daher erstmal Waschtag und hängen die Klamotten zum trocknen auf.
                                  Gegen Mittag marschieren wir die 2km bis zum Fjord, ab hier geht es mit dem Raft weiter, mit Rückenwind und ablaufendem Wasser fast von allein.



                                  Nach einer Stunde haben wir bereits 5km geschafft und entschließen uns in einer kleinen Bucht eine Pause einzulegen.
                                  Nachdem wir das Boot gesichert haben klettere ich auf den nächsten Fels und halte Ausschau nach Fischen und tatsächlich schwimmt genau in diesem Moment ein Schwarm von ca. 30 Saiblingen vor dem Felsen vorbei. Keine Riesen aber Fische bis 45cm sind dabei.

                                  Also Rute montiert und wieder auf den Aussichtspunkt, die Saiblinge sind weg, dafür schwimmt direkt vor der Kante ein guter Dorsch vorbei.
                                  Angeworfen und nach kurzem aber heftigem Drill steht fest: Zum mittag gibts Dorschfilet.





                                  Der Saiblingsschwarm taucht auch wieder auf, der Clouser Minnow scheint nicht der optimale Köder zu sein, aber ich kann 2 Fische landen.



                                  Dann drehe ich eine kleine Runde entlang der Felsküste und kann noch einige weitere Dorsche und einen Saibling auf Sicht fangen.





                                  Als zusätzlicher Snack gab es dann noch einige Miesmuscheln.



                                  Nach dem Essen gehts dann nochmal 5km weiter mit dem Packraft und wir bauen unser Lager anschließend direkt am Fjord auf. der Platz ist etwas suboptimal weil sehr schräg und uneben aber man kann nicht alles haben ...



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                                  • sarek2007
                                    Erfahren
                                    • 22.08.2007
                                    • 442

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                                    Gratuliere! Zum deinem Bericht und zu eurer Tour!
                                    Das muss schon der Hammer sein, vor den Pools voller Fische zu stehen. Dream come true.

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                                    • SvenW
                                      Erfahren
                                      • 02.11.2012
                                      • 296

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                                      Tag 13: Dorsch im Flat

                                      Der Morgen beginnt wieder mit Strahlendem Sonnenschein, im Bereich vor unserem Lagerplatz ist eine ausgedehnte Flachwasserzone, bei Ebbe ist das Wasser ca. einen halben Meter tief. ich überlege kurz an die Abbruchkante zu waten um dort zu fischen, hab aber bei den Wassertemperaturen keinen Bock auf Watfischen und bleibe lieber noch etwas liegen.



                                      Nach dem Frühstück montiere ich meine Rute und klettere etwas an den Uferfelsen entlang und schaue ob ich was entdecken kann.
                                      Tatsächlichdauert es nicht lange bis der erste Dorsch direkt über dem Seetang in Ufernähe vorbeischwimmt. Mein Clouser landet einem Meter vor dem Fisch und wird arglos eingeschlürft und ich kann einen ordentlichen Dorsch landen.



                                      Und so geht es dann weiter, ich komme mir etwas vor wie bei der Fischerei in den Tropen, Sichtfischerei auf Dorsche dieser Größenordnung war so ziehmlich das letzte was ich erwartet hätte.
                                      Irgendwann drille ich einen Dorsch und plötzlich folgt ein weiterer, nochmal deutlich größerer bis direkt vor meine Füße und versucht dem kleineren die Beute abzunehmen. Hab erstmal schnell ein Foto geschossen im Drill ist der Dorsch von dem man nur den Schwanz sieht.



                                      Hab den kleinen dann in Rekordzeit gelandet und releast, der große schwamm langsam von mir weg richtung tiefes Wasser. mein erster Wurf ging aufgrund der Felsen hinter mir leider voll daneben. jetzt war der Dorsch schon ca. 20m entfernt und kaum noch zu erkennen. Ich Riss nochmal ordentlich Schnur von der Rolle und konzentrierte mich voll auf den Wurf, diesmal gelang es mir tatsächlich die Fliege ca. 4m vor dem Dorsch zu platzieren. Ich Lasse die Fliege absinken, den Fisch kann ich mittlerweile nicht mehr sehen, als ich glaube in der richtigen tiefe zu sein beginne ich mit dem einstrippen. Erster Strip, zweiter Strip,und Rumms hängt der Fisch und marschiert mir erstmal ganz gemühtlich ins Backing (wohlgemerkt ich fische mit ca. 10m Schusskopf, einer ungekürzten 30m Running Line und 0,30er Tippet...)
                                      Nachdem ich die Flucht dann stoppen kann gelingt es mir den Fisch nach einigem hin und her so langsam Richtung Ufer zu bugsieren und zu landen.



                                      Danach fange ich dann noch einige "lütte" bis ca. 60cm. hier nochmal ein Suchbild, finde den Dorsch :grin:



                                      Gegen 14 Uhr packen wir langsam zusammen, für heute steht noch eine Passquerung an, 400 Höhenmeter hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Bergauf wird ziehmlich anstrengend, den Tag ist es zu allem überfluss warm und windstill, irgendwann laufe ich, zur Freude der Mücken, in kurzer Hose und Shirt.







                                      Weiter gehts mit dem Packraft über einen See und dann eigentlich noch 2km entlang eines Baches bis zur Mündung in den nächsten Fjord.



                                      Es zieht aber eine ordentliche Schlechtwetterfront auf uns zu und so entschließen wir uns lieber einen Lagerplatz zu suchen. Aufgrund von Martins nicht sonderlich robustem zelt war die Priorität diesmal weniger das der Platz bequem ist sondern mehr das er halbwegs geschützt liegt.
                                      Wir schaffen grade noch unser Abendessen dann gehts los mit Regen und Wind und wir verkrichen uns in unsere Zelte.

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                                        #20
                                        AW: [GL] Auf der Jagd nach den Arctic Char

                                        Zitat von SvenW Beitrag anzeigen
                                        Nach einigem Schriftverkehr mit dem Fischereiministerium war auch sichergestellt das wir diese Flüsse bis auf einen ( an dem das Angelcamp "Camp North" positoniert ist) auch tatsächlich befischen dürfen.
                                        Wie sah denn die genaue Regelung aus? Musstet ihr eine Lizenz erwerben oder ist Angeln ohne Weiteres möglich? Gibt es Unterschiede zwischen dem Angeln im Meer und in Binnengewässern (wie in Norwegen)? Alle Angaben, die ich zum Thema "Angellizenz in Grönland" im Netz gefunden habe, waren nicht wirklich hilfreich.
                                        Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät.

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