[SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

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  • bourne
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    • 30.01.2016
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    • Meine Reisen

    [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

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    VON NIKKALUOKTA NACH ABISKO
    Láddjuvággi, Tjäktjavagge, Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Alesvagge, Čoalmmevággi, Abiskodalen und Kårsavagge


    Eine Herbsttour im schwedischen Fjäll erwartet euch! Mit dabei: leuchtende Herbstfarben in allen Gelb-, Orange- und Rottönen, Nordlichter in grün und violett und natürlich Rentiere in weiß und braun!

    Unsere Route führt durch die schönsten Täler im Kebnekaise-Fjäll, weitgehend abseits des berühmten Kungsleden. Nach dem Start in Nikkaluokta geht es durch das Láddjuvággi zur Kebnekaise Fjällstation und am nächsten Tag weiter in das Tjäktjavagge, wo wir in Sälka übernachten und dann in das Stuor Reaiddávággi abzweigen. Die Nacht verbringen wir in der Nallostugan und erleben gleich eine magische Nordlichtnacht. Am nächsten Tag geht es weiter zur Vistasstugan, danach gehen wir durch das Visttasvággi nach Alesjaure und von dort weiter durch das Čoalmmevággi nach Unna Allakas. Dort bleiben wir für drei Tage, genießen die traumhafte Landschaft und machen einen Ausflug nach Norwegen. Weiter geht es dann durch das Abiskodalen nach Abiskojaure und über den Pass in das Kårsavagge, dem wir nach Abisko folgen.


    Ein Hinweis für Freunde hochauflösender Fotos: hier im Forum werden Bilder leider auf 700 Pixel Breite beschränkt, auf unserem Blog werden sie mit 1.920 Pixel bzw. für UHD/Retina-Displays auch mit 3.840 Pixel ausliefert. Die Panoramen sind dort mit Breiten bis zu 20.000/30.000 Pixel verfügbar.
    Zuletzt geändert von bourne; 03.06.2018, 16:35.
    lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

  • bourne
    Dauerbesucher
    • 30.01.2016
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    • Meine Reisen

    #2
    AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...



    SCHWEDEN 2017: PROLOG UND ROUTE DURCH DAS KEBNEKAISE-FJäLL
    DAS FJäLL IM HERBSTMANTEL
    BY MARKUS
    Original mit hochauflösenden Bildern auf Lustwandler.at

    Der Kungsleden war letztes Jahr unser später Einstieg in die Welt des Trekkings – die Tour war großartig und kaum wieder zu Hause haben wir überlegt, was wir im nächsten Jahr machen könnten. Die fast dreiwöchige Tour des letzten Jahres findet auch hier als Reisebericht. Die Wahl für unseren heurigen Haupturlaub fiel auf Island (auch dazu gibt es einen Reisebericht) – aber der Wunsch, nach Schweden zurückzukehren, war stark und so haben wir noch eine kleine Herbsttour im Fjäll eingeplant.

    Start- und Zielpunkt der Tour waren aufgrund der guten Erreichbarkeit mit Start Nikkaluokta und Ziel Abisko schnell klar, auch wollten wir diesmal das Zelt zu Hause lassen und eine Hüttentour machen. Allerdings wollten wir nicht einfach die Route nach Norden gehen, die wir in Gegenrichtung bis Singi aus dem Vorjahr schon kannten. Statt dessen haben wir die Tour durch bezaubernde und zu dieser Jahreszeit recht einsame Seitentäler gelegt: Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Abiskodalen zwischen Unna Allakas und Abiskojaure und Kårsavagge. Ganz ohne "Haupttäler" ging es natürlich nicht, so sind wir lange Strecken im Láddjuvággi und kurze Strecken im Tjäktjavagge und Alesvagge gegangen.

    Wir sind von Nikkaluokta über die Kebnekaise-Fjällstation direkt nach Sälka gegangen und haben dort den Kungsleden verlassen, um über Nallostugan und Vistasstugan nach Alesjaure zu gehen. Die Belohnung war eine atemberaubende Bergkulisse in Nallo und - speziell für uns, die noch nie Nordlichter gesehen hatten - eine super Nordlicht-Nacht in Nallo! Es folgte ein bei Wind, Regen, Wolken und Nebel mystisches Vistastal. In Alesjaure haben wir nur eine Nacht verbracht und sind dann über den Pass nach Unna Allakas gegangen, wo wir in der traumhaft gelegenen Hütte drei gemütliche Tage verbracht haben. Von dort sind wir durch das langgestreckte Tal ins überlaufene Abiskojaure marschiert und von dort über den nächsten Pass in das Kårsavagge und dann durch dieses Tal nach Abisko.



    Gesamtroute

    Die Streckenlänge dieser Tour waren moderate 140 km. Auf dem folgenden Höhenprofil seht ihr, dass das Springen zwischen den Tälern manchmal mit ordentlichen Anstiegen verbunden ist.


    Höhenprofil mit Hütten


    Aufgeteilt auf die einzelnen Tage war das unsere Planung mit groben Höhenmeterangaben Aufstieg/Abstieg:
    Nikkaluokta - Kebnekaise Fjällstation: 18 km, 200/20 HM
    Kebnekaise Fjällstation - Sälkastugorna: 24 km, 400/200 HM
    Sälkastugorna - Fjällstuga Nallo: 10 km, 220/160 HM
    Fjällstuga Nallo - Fjällstuga Vistas: 10 km, 0/300 HM
    Fjällstuga Vistas - Alesjaurestugorna (durch das Vistasvággi): 17 km, 280/100 HM
    Alesjaurestugorna - Unna Allakasstugorna: 15 km, 480/550 HM
    Unna Allakasstugorna - Abiskojaurestugorna: 23 km, 20/220 HM
    Abiskojaurestugorna - Kårsavaggestugan: 8km, 620/420 HM
    Kårsavaggestugan - Abisko: 14km, 60/380 HM
    (9 Tage, im Schnitt sind das ca. 15,5km/Tag)

    Unsere geplante Tour wird von der Fjällkarte BD6 Abisko-Kebnekaise-Narvik abgedeckt. Schweden hat die Daten, die den Fjällkarten zugrunde liegen, öffentlich zugänglich gemacht (Lantmäteriet: http://www.lantmateriet.se/en/Maps-a...aps/oppna-data). Online kann man sie auf https://kso.etjanster.lantmateriet.se/?lang=en ansehen (Umschalten von Topo auf Fjällkartan). Aufbauend auf diesen Daten findet man bei http://bengt.nolang.se/kartor/fjallkartan hervorragende Aufbereitungen in Form hochauflösender JPGs und Dateiformate für GPS Geräte. Dies ist auch die Quelle für die Screenshots auf dieser Seite. Außerdem baue ich unsere Tageskarten auf diese Weise. Einfach Screenshots des entsprechenden Ausschnitts in ein Word-Dokument kopieren und das Ganze dann in Farbe ausdrucken. Das jeweilige Blatt des Tages (gefaltet in einer A5-Klarsichthülle) ist schnell zur Hand und ebenso schnell wieder verstaut und man muss es nicht so pfleglich behandeln wie die BD6. Und am Abend hilft es beim Feuermachen mit!

    Zum Abschluss noch die Gesamtansicht der Route – etwas größer und aufgeteilt auf drei Karten:

    Route Teil I


    Route Teil II


    Route Teil III
    Zuletzt geändert von bourne; 03.06.2018, 19:33.
    lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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    • Pfiffie
      Fuchs
      • 10.10.2017
      • 1966

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

      Genau das richtige Ich hol mal das Popcorn raus. Ich habe dies Jahr eine sehr ähnliche Strecke im September dort geplant und auch ohne Zelt.

      Vg maik
      "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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      • andrea2
        Dauerbesucher
        • 23.09.2010
        • 773

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

        Prima, ich freu mich schon auf den Bericht.
        Heute Nachmittag hab ich noch gedacht, der Islandbericht ist fertig, jetzt kann bald mal der Lapplandbericht kommen.

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        • bourne
          Dauerbesucher
          • 30.01.2016
          • 518

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

          Haha, ja, irgendwie haben wir immer soviel um die Ohren und die Fotos brauchen doch recht viel Zeit. Ich wollte den Bericht schon im Winter machen...

          Außerdem war es so unendlich mühsam mit dem Bilderupload hier im Forum und dem manuellen Übertragen der Texte aus unserem Blog und drum ist auch beim Islandbericht im Forum nichts mehr weitergegangen, der ist ja am Blog mittlerweile fertig. Heute hatte ich endlich mal Zeit und hab mir eine Wordpress-Funktion geschrieben, die mir den Export für das Outdoorforum macht, in Zukunft geht das ruckzuck!
          lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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          • bourne
            Dauerbesucher
            • 30.01.2016
            • 518

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...



            TAG 2: NIKKALUOKTA – KEBNEKAISE FJäLLSTATION
            TOURSTART IN BESTER LAUNE UND BEI BESTEM WETTER
            BY MARKUS
            Original mit hochauflösenden Bildern auf Lustwandler.at

            Wir können den Start kaum mehr erwarten, das erklärt den für uns atypisch frühen Wecker um 7 Uhr und die Tatsache, dass wir kurz darauf die zweiten beim sehr reichhaltigen Frühstücksbuffet sind. Wir genießen das Frühstück, wissend, dass wir die nächsten Tage kulinarisch etwas kürzer treten müssen. Nach dem Frühstück räumen wir unsere Hütte zusammen, schultern unsere Rucksäcke und sind um 9:15 Uhr abmarschbereit. Davor gibt es selbstverständlich ein Start-Selfie – seht ihr unsere Vorfreude?


            Wir beide am Start, die Vorfreude ist riesig!

            Nach dem Start geht es auf breitem Weg durch den Birkenwald, die Sonne lacht vom Himmel und bei 18° sind wir kurzärmelig unterwegs. Bald treffen wir auf die ersten kleinen Bohlenwege – ach, wie haben wir die Bohlenwege vermisst!


            Markus auf dem breiten Weg durch den Birkenwald


            Elisabeth auf dem breiten Weg durch den Birkenwald


            Der erste Bohlenweg!

            Das Fjäll trägt bereits sein Herbstkleid, während der Birkenwald erst am Beginn der Verwandlung ist, da sind wir noch ein paar Tage zu früh dran. Das macht aber überhaupt nichts, am Ende unserer heurigen Tour kommen wir wieder durch den Abisko Nationalpark mit seinem ausgedehnten Birkenwald. Ich kann jetzt schon verraten, dass das ein außergewöhnliches Farbenspiel war und ja, davon gibt es dann auch Fotos!


            Durch das Laddjuvággi nach Westen


            Gármasbákti und Čievrračohkka, dahinter sieht man schon das Kebnekaise-Massiv


            Dichter Birkenwald bei Nikkaluokta


            Die erste Brücke – in Island wäre da nur eine Furt gewesen


            Elisabeth


            Wir beide (Foto: Heidi)

            Durch den ausgetretenen Weg kommen wir schnell voran und erreichen bald eine Brücke, schwedischer Komfort, in Island wäre da bestimmt nur eine Furt gewesen. Während wir noch an der Brücke fotografieren, werden wir von einem Paar eingeholt, die wir gestern schon beim Abendessen auf der anderen Seite des Raumes gesehen haben und wie sich herausstellt, kommen die beiden auch aus Niederösterreich, na so ein Zufall! Wir tratschen kurz mit den beiden, sie fotografieren uns auf der Brücke und dann gehen wir – jeder in seinem Tempo – weiter.


            Ausgetretene Wege


            Herbstfarben im Fjäll, im Hintergrund der Guodekčohkka


            Enoks

            Knapp vor 11 Uhr erreichen wir den Ostrand des Sees Láddjujávri. Hier gibt es einiges an touristischer Infrastruktur, neue Hütten, ein neues Restaurant und die schwedische Ausgabe des gelben M – allerdings sind wir wohl zu früh dran und wir müssen mit Zimtschnecken und Käsebaguette vorliebnehmen. Die beiden Niederösterreicher sitzen bereits gemütlich vor der Hütte und trinken Kaffee, wir gehen weiter, um später irgendwo an einem schönen Platz eine Mittagspause zu machen. Das ist übrigens die Stelle, wo man einige Kilometer über den See mit dem Boot abkürzen könnte – was wir natürlich nicht tun:

            By fair means means z'Fuaß!



            Lap Dånalds


            Lap Dånalds


            Kaffee und Kuchen beim Bootsanleger


            Láddjujávri mit dem Kebnekaise-Massiv im Hintergrund

            Auf dem oberen Bild sieht man das Kebnekaise-Massiv und die schneebedeckte Gipfelpyramide des Kebnekaise, der mit 2.102m Höhe Schwedens höchster Berg ist. Den Kebnekaise haben wir letztes Jahr durch ein Seitental von Westen kommend bestiegen, ein absolut großartige Tour und eines unserer schönsten Bergerlebnisse. Ihr findet sowohl den Zustieg in zwei Teilen als auch den Gipfeltag im Reisebericht des letzten Jahres, heuer werden wir ihn nicht besteigen, obwohl es uns in den Füßen juckt. Das Bild zeigt leider auch, dass wir noch nicht wirklich in der Wildnis angekommen sind. Die Stromleitungen gehen doch tatsächlich bis zur Kebnekaise-Fjällstation, dem Hub zur Besteigung des Berges auf der Normalroute bzw. östlich über den Gletscher.

            Der Weg ist nun nicht mehr ganz so breit und ausgelatscht, man merkt, dass viele das Boot nehmen. Apropos: es gibt noch eine Steigerung der Dekadenz: man kann sich auch mit dem Hubschreiber von Nikkaluokta aus zur Kebnekaise Fjällstation einfliegen lassen und offensichtlich geht das Geschäft gut, der Hubschrauber fliegt immer wieder über uns drüber.


            Sinničohkka, Duolbbagorni, Vierranvárri und Kebnekaise


            Fjällbjörken


            Herbstfarben im Fjäll


            Herbstfarben im Fjäll

            Nun ist es endgültig Zeit für die Zimtschnecken – und unbelastet vom Rucksack bietet sich gleich auch die Möglichkeit für Nahaufnahmen der kleinen Pflanzen im Fjäll.


            Pause mit Zimtschnecken


            Fjällbjörken


            Alpen-Bärentraube mit einsamer Preiselbeere


            Herbstfarben im Fjäll

            Die Zeit vergeht wie im Flug und als wir später noch einmal eine kurze Pause einlegen – jetzt sind die Käsebaguettes dran und Snickers werden auch aus den Vorräten gefischt, die Rucksäcke müssen ja schließlich leichter werden. Nicht lange danach werden wieder von den beiden Niederösterreichern überholt. In Unkenntnis der Namen nennen wir die beiden intern "Team NÖ II".


            Wir zwei


            Heidi und Markus

            Jetzt kommt eines meiner Lieblingsbilder dieses Tages – ein Panorama, das auf Einzelaufnahmen mit 70mm basiert. Endlose Birkenwälder mit dazwischenliegenden kleinen freien Flächen und Sümpfen, eingerahmt von dieser tollen Bergkulisse. Erinnert ihr euch an den ersten Tag? An den runden Berg in Bildmitte, an dem wir morgen linkerhand vorbeigehen? Nun sind wir schon ein ordentliches Stück nähergekommen. Den Kebnekaise haben wir nun auch wieder gut im Blick und wir schwelgen in Erinnerungen an den Aufstieg letztes Jahr.


            Skárttačohkka, Sinničohkka, Duolbbagorni, Vierranvárri und Kebnekaise

            Habt ihr gewusst, dass der Name "Kebnekaise" – auf Nordsamisch "Giebmegáisi" – von "giebmi", was soviel wie (großer) Kessel oder Kochtopf bedeutet und von "gáisi" mit der Bedeutung großer Berg abstammt? Jetzt hat der Kebnekaise aber eine Gipfelpyramide und absolut keine Ähnlichkeit mit einem Kessel. Ein Blick in die Umgebung bringt uns dem Rätsel näher, da steht doch tatsächlich ein Berg, der eine entfernte Ähnlichkeit mit einem Kessel/Kochtopf hat: der Tolpagorni, auf Nordsamisch Duolbagorni. Diese Geschichte haben wir auf einer Hütte aufgeschnappt und jetzt für euch nachrecherchiert, mit Unterstützung der ehrenamtlichen Lustwandler Schwedisch-Deutsch Übersetzerin Ylva. Man findet dazu Einschätzungen, die von Mythos bis Tatsache reichen, die gängigste Theorie, die ich gefunden habe, lautet, dass dieser Berg in der Nähe ursprünglich den Namen Giebmegáisi trug und auf einer Karte von 1832 war dieser auch so eingezeichnet bzw. sogar hervorgehoben. Späteren Kartographen dürfte dann ein Fehler unterlaufen sein und sie haben durch die Markierung angenommen, der bedeutendere – aus ihrer Perspektive der höhere Berg und nicht der mit der besonderen Form – wäre hevorgehoben. Und so trägt der höchste Berg Schwedens heute den Namen eines Kessels/Kochtopfes und der kleinere Berg (1662m) wurde einfach neu benannt. Diese Version findet sich auch in der schwedischen Version der [wiki href="https://sv.wikipedia.org/wiki/Tolpagorni"].


            Herbstfarben im Fjäll


            Herbstfarben im Fjäll


            Kebnekaise


            Weg durch den dichten Birkenwald


            Dichter Birkenwald

            Die Fjällstation Kebnekaise kommt um ca. 15.30 Uhr in unser Blickfeld, aber bis dahin ist es schon noch ein schönes Stück. Wir machen noch eine letzte kurze Pause, essen getrocknetes Beef und gönnen unseren Füßen ein bisschen Freiheit, ein wenig barfuß fördert die Erholung ungemein! Der weitere Weg führt nun am Darfaljohka entlang und dann über eine Brücke darüber. Gerade aus geht der Weg weiter zur Tarfalastugan.


            Kebnekaise Fjällstation

            Um 17:00 erreichen wir dann nach etwas mehr als 19km die Kebnekaise Fjällstation. Wobei das ja fast eine Untertreibung ist, das ist eine Riesenhütte mit einer Menge an Nebengebäuden. Wir hatten natürlich nicht reserviert, bei an die 200 Betten sollte das ja kein Problem sein, oder? Naja, macht uns das nicht nach, Elisabeth bekommt an der Rezeption grad noch ein Stockbett in einer Hütte für uns zwei. Dafür in einer total netten Hütte: 3 Zimmer, je 6 Betten und lauter Schweden drin. Perfekt!

            Nach Duschen und Sauna und ein bissl Wäsche waschen haben wir dann Zeit, um in der Hütte Tagebuch zu schreiben und mit den anderen zu tratschen. Eine kleine Gruppe Schweden ist heute von Sälka hierhergegangen mit "Abschneider" durch das Sinnivággi. Nach dem Anstieg von Sälka ins Hochtal war ihm so heiß, dass er im See 953 gebadet hat. Der Abstieg entlang des Šiellajohka am steilen Berghang des Sinničohkka hatte es dann in sich. Die Erzählung hat nicht danach geklungen, als müsste man das nachmachen, war wohl eher ein Husarenritt mit Absturzgefahr (sie hatten schweres Trekkinggepäck) und sie haben für die anstrengende Etappe sehr lange gebraucht.


            Kebnekaise Fjällstation


            Kebnekaise Fjällstation


            Kebnekaise Fjällstation


            Unsere Hütte


            Speiseraum in der Fjällstation


            Speiseraum in der Fjällstation

            Das Abendessen in der Fjällstation haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen, Trekkingluxus muss sein. Großes Vorspeisenbuffet, Mousse au Chocolat als Nachtisch und Lachs als Hauptspeise. Mein "no fish" beim Reservieren und der Wunsch nach einem herzhaften Elch oder Rentier hat mal wieder nicht hingehaut, mein Hauptgang war ein trauriger vegetarischer gefüllter Zwiebel. So sad!  Unsere Tischnachbarn waren ein schwedisches Paar, die in einer geführten Gruppe über den Västra leden auf den Kebnekaise wollten. Sie hat nach 2.5 Stunden umgedreht, ihr war das Tempo der Gruppe zu hoch, er hat den Gipfel erreicht, ist uns aber sehr müde gegenüber gesessen.

            In der Kebnekaise Fjällstation ist ein Aushang, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Es wird darauf hingewiesen, dass derzeit der westliche Weg auf den Kebnekaise ausgebaut wird, um die Sicherheit der Wanderer zu erhöhen. Jetzt haltet euch fest: die Arbeit wird von nepalesischen Sherpas(!) durchgeführt, die Aufsicht haben Norweger(!?), die viel Erfahrung im Anlegen von Trails haben. Durchgeführte Arbeiten: Planen, Steine auswählen und bewegen, Helikoptertransporte organisieren. Sicher ein kontroversielles Thema, aber ich denke, dass man Berge nicht immer leichter zugänglich machen sollte, jeder Berg hat eben seine spezifischen Anforderungen an die Bergsteiger und wenn es über dem eigenen Niveau liegt, muss man sich eben einen leichter bezwingbaren Berg suchen. Wege zu vereinfachen und immer weiter auszubauen halte ich für den falschen Zugang [mit Ausnahme von fixen Stahlseilen an einzelnen stark ausgesetzten Stellen mit Absturzgefahr].


            Aufstiegsrouten auf den Kebnekaise

            Falls ihr euch jetzt denkt, sehr touristisch, viel los, etc. – das ist eben einfach der Hotspot und der Rummel um den höchsten Berg Schwedens. Da passt es ja dann auch wieder gut ins Bild, dass man den Aufstiegsweg leichter gestaltet ...

            Ihr werdet sehen, ab übermorgen sind wir so gut wie allein unterwegs, selbst am morgigen Tag ist nicht wirklich viel los. Wir sind jedenfalls sehr froh, dass wir den Kebnekaise letztes Jahr auf dem kaum begangenen Durlings led bestiegen haben, wo nur der letzte Teil mit dem Västra leden ident ist und nicht zur Gänze den Västra leden gegangen sind. Mich würde ja der Östra leden reizen, darum habe ich auch die in der Fjällstation hängenden Karten abfotografiert. Da war neben dem obigen Bild auch noch eine sehr detaillierte Topo-Karte des Kebnekaise samt Umgebung aufgehängt, aus urheberrechtlichen Gründen kann ich das Foto davon hier nicht dazugeben, aber zur Info für euch, ich wusste vorher nicht, dass es eine eigene Topo-Karte gibt.

            Falls jemand von euch den Östra leden gegangen ist, schreibt uns doch bitte unten von euren Erfahrungen!
            lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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            • Vintervik

              Fuchs
              • 05.11.2012
              • 1798

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

              Schöne Bilder, bin gespannt auf die Fortsetzung!
              Und es ist so menschenleer bei Keb Fjällstation, da hätte ich mehr erwartet...

              Zitat von bourne Beitrag anzeigen
              Habt ihr gewusst, dass der Name "Kebnekaise" – auf Nordsamisch "Giebmegáisi" – von "giebmi", was soviel wie (großer) Kessel oder Kochtopf bedeutet und von "gáisi" mit der Bedeutung großer Berg abstammt? Jetzt hat der Kebnekaise aber eine Gipfelpyramide und absolut keine Ähnlichkeit mit einem Kessel. Ein Blick in die Umgebung bringt uns dem Rätsel näher, da steht doch tatsächlich ein Berg, der eine entfernte Ähnlichkeit mit einem Kessel/Kochtopf hat: der Tolpagorni, auf Nordsamisch Duolbagorni. Diese Geschichte haben wir auf einer Hütte aufgeschnappt und jetzt für euch nachrecherchiert, mit Unterstützung der ehrenamtlichen Lustwandler Schwedisch-Deutsch Übersetzerin Ylva. Man findet dazu Einschätzungen, die von Mythos bis Tatsache reichen, die gängigste Theorie, die ich gefunden habe, lautet, dass dieser Berg in der Nähe ursprünglich den Namen Giebmegáisi trug und auf einer Karte von 1832 war dieser auch so eingezeichnet bzw. sogar hervorgehoben. Späteren Kartographen dürfte dann ein Fehler unterlaufen sein und sie haben durch die Markierung angenommen, der bedeutendere – aus ihrer Perspektive der höhere Berg und nicht der mit der besonderen Form – wäre hevorgehoben. Und so trägt der höchste Berg Schwedens heute den Namen eines Kessels/Kochtopfes und der kleinere Berg (1662m) wurde einfach neu benannt. Diese Version findet sich auch in der schwedischen Version der [wiki href="https://sv.wikipedia.org/wiki/Tolpagorni"].
              In der schwedischen Nationalenzyklopädie, die bei Wikipedia als Referenz angegeben ist, steht nur, dass der Name Kebnekaise wahrscheinlich sich ursprünglich auf den heutigen Tolpagorni bezog, der Name dann allerdings später ”aus irgendeinem Grund” auf das Hauptmassiv übertragen wurde, welches bis dahin als Passetjårro oder Passevare bezeichnet wurde. Auf der Generalstabskarte von 1889 ist der Tolpagorni nicht mit Namen erwähnt, der Name ”Kebnekaisse” steht beim Hauptmassiv.

              In der Kebnekaise Fjällstation ist ein Aushang, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Es wird darauf hingewiesen, dass derzeit der westliche Weg auf den Kebnekaise ausgebaut wird, um die Sicherheit der Wanderer zu erhöhen. Jetzt haltet euch fest: die Arbeit wird von nepalesischen Sherpas(!) durchgeführt, die Aufsicht haben Norweger(!?), die viel Erfahrung im Anlegen von Trails haben. Durchgeführte Arbeiten: Planen, Steine auswählen und bewegen, Helikoptertransporte organisieren. Sicher ein kontroversielles Thema, aber ich denke, dass man Berge nicht immer leichter zugänglich machen sollte, jeder Berg hat eben seine spezifischen Anforderungen an die Bergsteiger und wenn es über dem eigenen Niveau liegt, muss man sich eben einen leichter bezwingbaren Berg suchen. Wege zu vereinfachen und immer weiter auszubauen halte ich für den falschen Zugang [mit Ausnahme von fixen Stahlseilen an einzelnen stark ausgesetzten Stellen mit Absturzgefahr].
              Das ist auch in Schweden etwas kontrovers diskutiert worden.
              Mit ”Ausbau” ist allerdings gemeint, dass ein Abschnitt des Weges, der über loses Geröll führt und sehr häufig für Verletzungen sorgte, mit grösseren Steinen versehen wurde, die wie eine Art Treppe verlegt wurden. Die Absicht dahinter ist, dass die Besucher damit auf diesem Abschnitt auf dem Weg konzentriert und nicht nebenher laufen und die Verletzungsgefahr verringert wird. Was ich bisher gehört habe, hat sich dieser Ausbau in Bezug auf die Anzahl der Verletzungen, die dieser Wegabschnitt verursacht hat, schon positiv bemerkbar gemacht.
              Kann Deine Einstellung verstehen, aber der Kebnekaise ist speziell, da er zum einen Schwedens höchster Berg und zum anderen verhältnismässig leicht zu besteigen ist, was zusammen eine hohe Anziehungskraft für Besucher ausmacht.

              Da war neben dem obigen Bild auch noch eine sehr detaillierte Topo-Karte des Kebnekaise samt Umgebung aufgehängt, aus urheberrechtlichen Gründen kann ich das Foto davon hier nicht dazugeben, aber zur Info für euch, ich wusste vorher nicht, dass es eine eigene Topo-Karte gibt.
              Es gibt von Calazo eine Hochalpinkarte des Kebnekaise im Maßstab 1:15000.

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              • Pfiffie
                Fuchs
                • 10.10.2017
                • 1966

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                Ich werd ganz traurig wenn ich das so lese muss noch sooooo lange warten


                Sehr sehr schön, selbst die erste Etappe, welche doch noch recht Kommerziell verhubschraubert angelegt ist, lässt mein Herz hoch schlagen


                "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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                • bourne
                  Dauerbesucher
                  • 30.01.2016
                  • 518

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                  @Pfiffie: das versteh ich sehr gut, ich hab auch schon große Sehnsucht nach dem Fjäll, auch wir sind erst wieder im Herbst oben. Tatsächlich ist man den ersten Tag zwar noch gefühlt ein bissl im Massentourismus, andererseits haben wir auch da nicht wirklich viele Leute auf der Strecke getroffen, eine Handvoll nur.

                  @Vintervik:
                  Kebnekaise ist nur auf meinen Fotos menschenleer, ich hab einfach den Ausschnitt beim Fotografieren richtig gewählt bzw. in dem Moment fotografiert, wo eben keiner auf dem Weg war oder von einer Hütte verdeckt wurde. Tatsächlich war da einiger Fußgängerbetrieb, die Sauna war gut besucht und auch das Lokal am Abend war voll, wir haben in der zweiten Schicht gegessen, und da war auch alles voll oder weitgehend. Die Fotos sind nach dem Essen entstanden, wir sind lange sitzengeblieben und haben getratscht.

                  Danke fürs Nachschauen in der Nationalenzyklopädie, spannend, ich hab das übernommen.

                  Und zum Ausbau: ich versteh die Motivation gut und man senkt damit die Unfälle, die Rettungseinsätze, etc. Ist ja bei uns in den Alpen das Gleiche. Das Problem damit ist nur, dass man damit noch mehr schlecht vorbereitete, schlecht ausgerüstete und noch unerfahrene Touristen anlockt, weil ja der Weg eh immer leichter wird und damit kommt man in eine Spirale, wo man wieder mehr in die Sicherheit investiert, einfacher macht, absichert, verbietet, informiert, whatever.
                  Grad beim Kebnekaise, auch wenn er keine große bergsteigerische Herausforderung ist, die Strecke ist lang und anstrengend, wenn dann noch schlechte Bedingungen, ein Wetterumschwung, eisiges Gipfelschneefeld/Gipfel oder schlicht eine körperliche Überforderung dazukommt, kann es dann doch wieder schnell gefährlich werden.
                  Dabei fällt mir ein: passieren am schmalen Gipfel eigentlich öfter Unfälle?
                  lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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                  • Tortuga
                    Gerne im Forum
                    • 27.06.2017
                    • 68

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                    Superschöne Bilder, da bekommt man direkt Lust, sich auf den Weg zu machen! Wann genau wart ihr denn unterwegs, dass ihr so tolle Herbstfärbung hattet?

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                    • Pfiffie
                      Fuchs
                      • 10.10.2017
                      • 1966

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                      So jetzt bekome ich wahrscheinlich richtig aufs Maul

                      Ich denke bei dieser Fjällstation und dem andrang wäre ein Schienenfahrzeug angebracht und eine Seilbahn.


                      Ergebnis:

                      -keine Hubschrauber
                      -keine/kaum Unfälle


                      Für jeden ist dieser unglaublich schöne Ausblick in die Natur zugänglich und hat damit einen hohen Stellenwert.


                      Ich weiß das wird nicht jeden (vielen hier) gefallen, es müsste aber die konsequens sein! Die Touristische Erschließung von Natur geht ja nun mal mit zerstörung dieser einher...ja was soll man machen. Im Umkehrschluß müsste sie dann für jeden unzugänglich gemacht werden. Ich glaube der Kebnekaise würde damit gut klar kommen und die Region ganz gut stärken!

                      VG Maik
                      "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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                      • bourne
                        Dauerbesucher
                        • 30.01.2016
                        • 518

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                        Zitat von Tortuga Beitrag anzeigen
                        Superschöne Bilder, da bekommt man direkt Lust, sich auf den Weg zu machen! Wann genau wart ihr denn unterwegs, dass ihr so tolle Herbstfärbung hattet?
                        Start in Nikkaluokta war am 5. September (am Blog ist das Datum am Ende jeden Posts immer das Tourdatum, nicht das Datum des Posts).


                        @Pfiffie: ich sag jetzt nichts [ich bin eindeutig Team Nicht-Erschliessung bzw. Rückbau (in den Alpen)]
                        lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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                        • Pfiffie
                          Fuchs
                          • 10.10.2017
                          • 1966

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                          Kann ich mir gut vorstellen, ich wäre auch nicht unbedingt dafür, nur hab ich eben an die ständigen Hubschrauber gedacht, die man auch nicht verhindern kann. Aber das wäre ein eigenes Thema, wahrscheinlich ohne ein Ende. Daher greif ich nochmal in die Popkorntüte und warte auf den nächsten Tag
                          "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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                          • bourne
                            Dauerbesucher
                            • 30.01.2016
                            • 518

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...



                            TAG 3: KEBNEKAISE FJäLLSTATION - SäLKA
                            26 abwechslungsreiche aber doch lange Kilometer
                            BY ELISABETH
                            Original mit hochauflösenden Bildern auf Lustwandler.at

                            Um 6:20 Uhr läutet der Wecker. Da wir heute eine lange Etappe vor uns haben, gehts bald zum Frühstücksbuffet. Das Buffet bietet viel Auswahl, aber allzu viel dürfen wir nicht essen, schließlich müssen wir uns ja gleich wieder bewegen. Auf dem Weg zurück zur Hütte treffen wir wieder die beiden Niederösterreicher (Team NÖ II), die gerade zum Frühstück marschieren. Wir müssen sie wirklich endlich nach ihren Namen fragen!

                            Nach Hüttensäuberung und Rucksackpacken gehen wir um 8:30 los. Wir wollen bis zur Abzweigung nach Sälka durchgehen und dann erst eine lange Pause machen. Es ist sonnig, der Weg ist gut aber steinig und somit mehr oder weniger gut zu gehen. Die Blicke und die Herbstfärbung sind phantastisch. Rechts vor uns ragt das Kebnekaise-Massiv auf, gerade vor uns liegen Sinničohkka und Duolbbagorni.


                            Markus


                            Laddjujohka/Laddjuvággi in Richtung Nikkaluokta


                            Sinničohkka und Duolbbagorni, wir gehen links am Sinničohkka vorbei, in das Tal, das im Schatten liegt


                            Elisabeth nach der Brücke über den Giebmejohka


                            Duolbagorni (1662m) und der Västra leden im Kittelbäcken


                            Sinničohkka (1704m)

                            Wir gehen gemütlich dahin und machen immer wieder kurze Pausen zum Schauen und Photographieren. Es ist so schön hier, dass wir auch gerne eine längere Pause gemacht und in der Sonne gechillt hätten. Nachdem die Wettervorhersage aber tendenziell in Richtung schlechteres Wetter geht, haben wir beschlossen, hier auf dem Hauptweg Kilometer zu machen, um dann auch in Nallo und Vistas noch schönes Wetter zu haben.


                            Herbstfarben im Fjäll


                            Laddjujohka/Laddjuvággi in Richtung Nikkaluokta

                            Das obere Bild zeigt nun einen letzten Blick zurück auf das Laddjuvággi, durch das wir gestern aus Nikkaluokta gekommen sind. Das folgende Panorama zeigt einmal mehr die Bergwelt, aber auch den gut erkennbaren Västra leden, der hier abzweigt und durch das Kittelbäcken über den Vierranvárri auf den Kebnekaise führt.


                            Duolbagorni (1662m) und der Västra leden auf den Kebnekaise im Kittelbäcken
                            Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2017/09/06/tag-3-kebnekaise-fjaellstation-saelka/

                            Nach ca. 2 Stunden gehen wir links am Sinničohkka vorbei, in das Tal, das im Schatten liegt. Der Weg führt zwischen Liddubbákti und Sinničohkka durch. Es ist nun deutlich kühler und windig. Vor uns ist ein älteres Schweizer Paar, die sich über unsere schweren Rucksäcke wundern. Sie sind mit 14 kg bzw. 8 kg unterwegs. Oh mein Gott, wir müssen wirklich noch optimieren! Gegen ein paar Kilo weniger im Rucksack oder auch einen kleineren Rucksack hätte ich nämlich gerade nichts einzuwenden!

                            Die Strecke ist leicht, auch nicht steil, aber wegen der großen Steine mühsam zu gehen – jeder Schritt muss bewusst gesetzt werden und wir kommen nun deutlich langsamer voran.


                            Der Weg führt durch das Tal zwischen Liddubbákti und Sinničohkka


                            Elisabeth


                            Blick zurück zeigt den Skárttoaivi

                            Nach vier Stunden machen wir unsere erste größere Pause an einem halbwegs windstillen Platz mit Blick auf den See. Die beiden Schweizer, die schon davor eine Pause gemacht haben, holen uns wieder ein, wir tratschen ein bisschen und gehen dann gemeinsam weiter, bis wir die Abzweigung erreichen: Singi 3 km, Sälka 15 km. Wir sind also erst 10 km gegangen – fühlt sich irgendwie anders an. Es ist bereits 13:15 Uhr, wird also noch ein langer Tag...

                            Die Schweizerin erklärt uns trocken, dass sie sehr froh ist, jetzt nicht mehr 15 Kilometer gehen zu müssen, die 3 Kilometer nach Singi reichen ihr. Mir würden sie auch reichen. Aber das Wetter – Sälka also.


                            Wegweiser

                            Nach der Abzweigung geht es gleich einmal ordentlich bergauf und es ist kalt und windig. Wir überlegen, die Handschuhe auszupacken, es geht aber gerade noch ohne. Die Ausblicke sind traumhaft: das Fjäll leuchtet gelb und rot, dazu kommt das Blau der Seen. Wenn wir den Weg zurückschauen, erkennen wir in der Ferne schon Team NÖ II, die uns schon knapp auf den Fersen sind, an ihrer bunten Tourenhose. Es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis sie uns einholen.


                            Elisabeth


                            Blick zurück auf Skárttoaivi und Liddubbákti und die Seen


                            See 980 auf dem kleinen Pass am westlichen Hang des Sinničohkka


                            See 980 mit der Sälka-Gruppe im Hintergrund

                            Nach Überschreitung des Passes liegt uns das Tjäktjavagge und der Kungsleden zu Füßen. Was für ein Ausblick! Dort unten sind wir letztes Jahr in Gegenrichtung nach Singi gegangen!


                            Vom westlichen Hang des Sinničohkka öffnet sich der Blick ins Tjäktjavagge


                            Schweden2017_85A0332


                            Panorama Tjäktjavagge mit Rusjka, Mádir, Sälka
                            Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2017/09/06/tag-3-kebnekaise-fjaellstation-saelka/

                            Nach 4 Kilometern treffen wir dann auf den Kungsleden. Noch immer ein ordentlicher Hatscher, der vor uns liegt, aber der Weg wird nun einfacher – wir kennen diese Passage ja schon vom letzten Jahr, es ist ein gut ausgetretener breiter Weg. Bei der Abzweigung zum Sinnivággi, die wir im letzten Jahr nahmen, um den Kebnekaise zu auf dem Durlings led zu besteigen, machen wir eine Pause und Team NÖ II holt uns nun ein. Wir tratschen ein bisschen und vereinbaren, dass das erste Team an der Sälkastugorna Bescheid gibt, dass das andere Team noch kommt.


                            Da geht es hinauf ins Sinnivággi und weiter zum Kebnekaise (Durlings Led)

                            Wie schön diese Gegend ist, wissen wir ja schon vom letzten Jahr, aber die Herbstfärbung macht das ganze noch interessanter.


                            Kungsleden im Tjäktjavagge


                            Kungsleden im Tjäktjavagge

                            Bei der Nothütte treffen wir wieder die beiden Niederösterreicher, die nun ihrerseits Pause machen. Jetzt ist endlich Zeit für die Namen, Heidi und Markus. Wir plaudern und legen die Füße hoch. Nach dem kühlen Tal und Paß ist es hier im Tjäktjavagge nun herrlich warm.


                            Elisabeth, Heidi und Markus bei der Rasthütte am Guobirjohka

                            Um 17 Uhr gehen wir weiter, noch 7 Kilometer, die wir in gemütlichen 2 Stunden packen. Wir passieren die Stahlbrücke, die wir vom Gewitter aus dem letzten Jahr kennen und erhaschen einen super Blick auf den Kebnekaise.

                            Es folgen noch zwei weitere Brücken, an die wir uns vom Vorjahr aber nicht erinnern und wir fragen uns, ob es die damals wirklich schon gegeben hat. Der Weg ist leicht, endlich ist schnelles Gehen möglich, die Füße sind aber schon sehr müde.


                            Blick zurück zur Rasthütte


                            Sälka

                            In Sälka werden wir von den Stugvärds wieder freundlich begrüßt, wir kaufen im kleinen Shop ein und tratschen eine Weile mit ihnen. Dabei erfahren wir auch, dass heute Nacht eine hohe Wahrscheinlichkeit für Nordlichter besteht. Heidi und Markus haben uns schon zwei Betten gecheckt, wir haben sogar eine Hütte, die Säkerhetsstuga, für uns vier allein. Wir genießen die Sauna nach dem langen Tag, essen, tratschen und die Zeit vergeht wie im Flug.

                            In der Nacht stellen wir uns extra den Wecker und Markus steht zweimal auf und schaut nach Nordlichtern – aber leider erfolglos.
                            lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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                            • andrea2
                              Dauerbesucher
                              • 23.09.2010
                              • 773

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                              Zitat von bourne Beitrag anzeigen
                              In der Nacht stellen wir uns extra den Wecker und Markus steht zweimal auf und schaut nach Nordlichtern – aber leider erfolglos.
                              Oh ja, das gleiche hab ich in dieser Nacht in Vistas auch gemacht. Es war aber nur saukalt und beim zweiten Mal hatte es schon gefroten, aber Nordlichter hab ich in der Nacht keine gesehen. Dabei war es so wunderbar klar und sah so vielversprechend aus.

                              Wie immer ein toller Bericht, und so schöne Bilder, die Herbsfärbung war ja auch einfach traumhaft.

                              Respekt für die 26 km, kein Wunder dass es am nächsten Tag dann etwas später wurde.

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                              • Pero
                                Erfahren
                                • 15.12.2006
                                • 339

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                                Oh man das ist ein toller Bericht mit tollen Bildern. Es ist viel zu lange her, dass ich da oben war. Danke für’s Teilen!

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                                • bourne
                                  Dauerbesucher
                                  • 30.01.2016
                                  • 518

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                                  Danke @Pero, wir freuen uns stets über virtuelle Mitreisende!

                                  Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
                                  Oh ja, das gleiche hab ich in dieser Nacht in Vistas auch gemacht. Es war aber nur saukalt und beim zweiten Mal hatte es schon gefroten, aber Nordlichter hab ich in der Nacht keine gesehen. Dabei war es so wunderbar klar und sah so vielversprechend aus.
                                  Wie immer ein toller Bericht, und so schöne Bilder, die Herbsfärbung war ja auch einfach traumhaft.
                                  Respekt für die 26 km, kein Wunder dass es am nächsten Tag dann etwas später wurde.
                                  Ja, die 26km hatten was. Wir finden ja, 20km pro Tag reichen mit schwerem Gepäck, aber irgendwie kommt es dann immer wieder dazu, dass wir doch mehr gehen. Schauen wir mal, ob wir heuer im Herbst vernünftiger sind
                                  Ich hoffe jedenfalls, dass wir heuer wieder so ein Glück mit Herbstfärbung und Wetter haben!
                                  Bezüglich der Nordlichter, in der Nacht drauf hat es bei uns geklappt, die müsstet ihr ja dann in Sälka gesehen haben.
                                  lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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                                  • Ljungdalen
                                    Fuchs
                                    • 28.08.2017
                                    • 1521

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                                    Zitat von bourne Beitrag anzeigen
                                    Ja, die 26km hatten was. Wir finden ja, 20km pro Tag reichen mit schwerem Gepäck, aber irgendwie kommt es dann immer wieder dazu, dass wir doch mehr gehen.
                                    Ja, wer kennt das nicht... geht aber machmal nicht anders. Ich finde auch, um 20 ist perfekt, 25 geht noch, drüber wird anstrengend... Wir sind mal vor einigen Jahren Stáddájåhkå - Pieskehaure gegangen. Das ist mittlerweile (da sind überall neue Schilder) mit 32 km ausgeschildert; damals noch 29, wenn ich mich recht erinnere. Die letzten Kilometer, wo man die Pieskehaure-Hütten schon ewig sieht und die lange nicht "größer" werden, waren keine Freude mehr. Aber am nächsten Tag war's vergessen

                                    Zitat von bourne Beitrag anzeigen
                                    Bezüglich der Nordlichter, in der Nacht drauf hat es bei uns geklappt, die müsstet ihr ja dann in Sälka gesehen haben.
                                    Das ging wohl den größten Teil des September so. (Wieder) im Padjelanta/Sulitjelma hatten wir vom 13. bis 20. jede Nacht welche. Schon in der ersten Nacht durch die Wolken scheinend, dann meist so gut wie bis völlig wolkenlos...

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                                    • bourne
                                      Dauerbesucher
                                      • 30.01.2016
                                      • 518

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...

                                      Bei uns hat das Wetter dann nicht mehr so ganz mitgespielt und wenn wir dann später doch noch Nordlichter gesehen haben, dann ganz ruhige grüne, nicht diesen wilden Tanz am Himmel, den wir in Nallo erlebt haben – aber ich greife vor und morgen geht es hier regulär weiter....
                                      lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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                                      • bourne
                                        Dauerbesucher
                                        • 30.01.2016
                                        • 518

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [SE] Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Kårsavagge, ...



                                        TAG 4: SäLKA – NALLO
                                        Stuor Reaiddávággi
                                        BY MARKUS
                                        Original mit hochauflösenden Bildern auf Lustwandler.at

                                        Nach der anstrengenden Etappe gestern lassen wir den heutigen Tag gemütlich angehen, wobei Heidi und Markus eindeutig mehr Aktivität entfalten. Wir wachen so halb auf, als die beiden den Schwedenofen einheizen. Während wir noch gemütlich in den Schlafsäcken kuscheln, schnappt sich Heidi schon die Yogamatte, Markus seine Nikon und weg sind sie. Wir stehen erst auf, als das Feuer wohlig knistert und sich der Raum schon etwas erwärmt hat. Als ich dann deutlich später vor der Hütte bin, lösen sich grad die letzten Reste des Morgennebels auf – ich vermute, Markus hat hier die cooleren Bilder gemacht.


                                        Letzte Reste des Morgennebels in Sälka


                                        Letzte Reste des Morgennebels in Sälka


                                        Letzte Reste des Morgennebels in Sälka

                                        Das ist übrigens die Säkerhetsstuga in Sälka, also die Nothütte, die auch zugänglich ist, wenn Sälka unbesetzt ist. Neun breite Betten, die man notfalls doppelt belegen kann, ein Schwedenofen und eine Gasplatte – die typische schwedische Hüttenausstattung. Wasser holt man vom Fluss, Abwasser trägt man zu einer Sickergrube und das Holz sägt und hackt man natürlich selbst. Und in der Früh verlässt man die Hütte schöner als man sie vorgefunden hatte, mit wieder aufgefülltem Holz- und Wasservorrat, damit sich müde/erfrorene/durchnässte Wanderer gleich aufwärmen und regenerieren können und sich erst später um den Nachschub kümmern müssen!


                                        Sälka: Haupthaus & Shop


                                        Unsere Hütte, die Säkerhetsstuga


                                        Säkerhetsstuga


                                        Säkerhetsstuga

                                        Wir frühstücken in Ruhe zu viert, packen unsere Sachen, putzen gemeinsam die Hütte und füllen alles wieder ordnungsgemäß auf. Unsere Wege trennen sich leider heute, Heidi und Markus gehen direkt über Tjäktja und Alesjaure nach Abisko (also unseren Weg vom Vorjahr in Gegenrichtung), wir gehen weiter zur Nallostugan. Mittlerweile ist es ungefähr 11 Uhr, wir tauschen noch schnell unserer Kontaktdaten aus, machen ein Abschiedsfoto und dann geht es los!


                                        Heidi, Markus und wir zwei in Sälka


                                        Kungsleden in Richtung Tjäktja

                                        Unsere heutige Etappe ist mit nur 10 Kilometern recht kurz, hat dafür aber einige Höhenmeter. Mit den ausgelatschten Wegen ist es auch vorbei, nach dem satten Grün zu Beginn wird es teilweise recht steinig und die ersten größeren Blockfelder warten auf uns. Die Sonne lacht vom Himmel und im Tjäktjavagge hat es angenehme 16°C. Unmittelbar nach Sälka queren wir kleine Flüsse über Bohlenbrücken und dann beginnt auch schon der Aufstieg. Dabei gewinnen wir schnell an Höhe und Sälka im Tal wird immer kleiner, dafür sieht man die Sälka-Gruppe und den namensgebenden Gletscher immer schöner.


                                        Aufstieg in Richtung Nallo


                                        Sälka (Sealggá mit Sealggaglaciären)

                                        Sälka liegt ungefähr auf 840 m Höhe. Wir steigen rasch die ersten 250 m in das hoch gelegene Tal Stuor Reaiddávággi auf. Je höher wir kommen, desto mehr sehen wir von der Berglandschaft und wie vorhin bereits angekündigt, wird der Weg deutlich steiniger, steigt dafür aber dann nur mehr leicht. Den höchsten Punkt erreichen wir dann beim See mit ungefähr 1060 m.


                                        Stuor Reaiddávággi


                                        Im Stuor Reaiddávággi mit Blick auf die Gipfel des Tjäktjajåkka, Šielmmácohkka und Nállu

                                        Nach zwei Stunden machen wir eine kleine Pause und essen wieder getrocknetes Beef. Dabei genießen wir die Aussicht, die Bergkulisse hier heroben ist gewaltig und die unterschiedlichen Formen der einzelnen Berge faszinieren uns. Allzu lang ist die Pause leider nicht, hier oben auf über 1000 m Höhe ist es nun doch recht frisch, trotz Sonne weht ein kalter Wind durch das Hochtal.


                                        Reaiddájávri
                                        Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2017/09/07/tag-4-saelka-nallo/


                                        Reaiddájávri


                                        Wollgras

                                        In der Ferne tauchen zwei Wanderer mit Hund auf, auch der Hund trägt seinen eigenen Rucksack, d. h. eigentlich eine Packtasche links/rechts vom Körper. Als wir uns dann treffen, beginnt ein typisches Wanderergespräch auf Englisch über die aktuelle Route in beide Richtungen und ob es besondere Vorkommnisse oder Probleme gibt. Irgendwann erkennen wir, dass wir auch Deutsch sprechen können und als wir uns dann unterhalten, was wir jeweils schon im Fjäll an Touren gemacht haben und wir von der Boarek-Hochebene sprechen, werden wir doch tatsächlich identifiziert – unser Gegenüber ist "Andrea2" aus dem Outdoorforum mit ihrem Mann. Welche nette Überraschung! Der Hund ist dann natürlich Benny. Andrea erzählt uns, dass der Stugvärd in Vistas ebenfalls ein Forumsmitglied ist und berichtet außerdem von einem Elch, der nur 10 Meter neben dem Weg stand und den sie total spät gesehen haben. Wegen des Hundes waren sie ein wenig in Sorge und gingen schnell weiter. Das Gespräch bleibt leider kurz, es ist einfach zu kalt hier oben und Benny schaut nicht grad zufrieden drein ob des Aufenthalts – bleibt die Hoffnung, dass wir uns wieder mal an geeigneterer Stelle über den Weg laufen. [Den Reisebericht von Andrea findet ihr übrigens hier, die drei sind eine coole Route gegangen]


                                        Stuor Reaiddávággi mit Šielmmáčorru, Šielmmácohkka und Nállu
                                        Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2017/09/07/tag-4-saelka-nallo/

                                        Wir sehen einen einsamen Wanderer auf der anderen Seite des Flusses und wundern uns, welche Route er wohl geht. Jedenfalls kommt er schnell voran, während auf unserer Seite das Blockfeld immer ärger wird. Wir sind mittlerweile im Abstieg, links von uns rauscht der Fluss hinunter und in der Ferne taucht die Nallostugan auf der anderen Seite des Flusses auf. Die Hütte ist wirklich genial gelegen, eine winzige Hütte vor der massiven Felswand des Nallo. Der Nallo ist 1585 m hoch, die Nallostugan liegt auf ungefähr 820 m Höhe.


                                        Ein erster Blick auf die Nallo Fjällstuga vor dem mächtigen Nallo, im Hintergrund der Šielmmácohkka

                                        Merke: Auch wenn du einen einfachen, geraden Weg durch ein Hochtal gehst, wo man sich nicht verlaufen kann – prüfe stets, ob du einen Fluss queren musst und vor allem wo!

                                        Ja, da haben wir die Misere. Natürlich war da eine Furt, viel weiter oben, an einer breiten Stelle des Flusses, dort, wo er recht eben dahinfließt. Und der Wanderer auf der anderen Seite ist richtig unterwegs, woraus sich unmittelbar ableiten lässt, dass wir falsch sind. Zurück, sprich wieder aufsteigen, freut uns nicht, also steigen wir weiter durch das Blockfeld ab und suchen uns dann eine Stelle, an der der Fluss wieder ein bisschen breiter ist und nicht zu schnell fließt, um dort zu furten. Wir sind zu faul, uns die Furtschuhe anzuziehen, also lieber ein bissl nach flachen Stellen suchen, ein bissl über Steine springen und am Ende stehen wir am anderen Ufer – mit doch leicht nass gewordenen Schuhen, innen wohlgemerkt. :/

                                        Merke: Furtschuhe schleppt man mit, damit man sie beim Furten anzieht und die Wanderschuhe schön trocken bleiben!

                                        Auf dem folgenden Bild seht ihr die Stelle, an der wir gequert haben, halb so wild eigentlich, aber die Steine sind halt nun einmal rutschig.


                                        Tjäktjatjåkka im Gegenlicht

                                        Von hier ist es dann nicht mehr weit bis zur Nallostugan, hinter der der mächtige Berg Nallo bedrohlich aufragt. Auf dem nächsten Bild seht ihr Elisabeth und auf ihrem Rucksack baumeln glücklich die zufriedenen, weil trockenen, Furtschuhe.


                                        Elisabeth auf den letzten Metern zu Nallo Fjällstuga

                                        Um 17 Uhr an der Hütte angekommen, werden wir von der Hüttenwirtin mit süßer Limonade versorgt und bekommen eine 4er Koje zu zweit, außer uns ist nur noch ein Schwede aus Mittelschweden in der Hütte, ein anderer junger Schwede macht hier nur Pause, geht aber heute noch bis zur Unna Räitastugan, weil er morgen über den Pyramidenpass gehen möchte. Sauna gibt es hier leider keine, also ist Katzenwäsche im eiskalten Fluss angesagt. Danach folgt ein typischer Hüttenabend mit Abendessen (diesmal Blåband Pasta), Tee, Schokolade, Cappuccino, wir tratschen mit unserem Mitbewohner und lesen noch ein wenig. Das folgende Foto der Abendstimmung in Nallo ist um 20 Uhr entstanden.


                                        Abendstimmung in Nallo

                                        Der nächste Post heißt nicht "Tag 5", sondern trägt die Bezeichnung "Nacht 4" und ihr könnt euch sicher denken, dass das nur einen Grund haben kann: Nordlichter!
                                        lustwandler.at: Trekking in Schweden, Norwegen und Island

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