[NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach Lhasa

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  • Lederstiefel
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Zitat von OutofSaigon Beitrag anzeigen
    Lieber Walter,
    natürlich sind deine Fotos toll, wie schon einige andere angemerkt haben.

    Was deinen Bericht in meinen Augen aber wirklich großartig macht, ist der Text, das erkennbare Bemühen nicht nur um eigenes Verständnis sondern auch darum, den Leser/innen zu einem Verständnis der Fotos, der Reise, der Länder und der Menschen zu verhelfen. Absolut Spitze! Guten Text dieser Art vermisse ich in manch anderem Bericht aus fernen Ländern.

    Herzliche Grüße, Gottfried
    Dem kann ich mich ohne jede Einschränkung anschließen!

    Allemal könnte man den Geotag auf "Autotour" ändern sowie etwas weiter nach Westen verschieben, damit dieser tolle Bericht auch leichter gefunden werden kann (was er ja reichlich verdient hat).

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  • Chrissli
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    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    1001 Dank für diesen phantastischen Bericht!

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  • ChrisH
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    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Wow, was für tolle Bilder!!! Und eine echt tolle Tour!

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  • rippingera
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    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Danke schön, so etwas dachte ich mir schon.. Es lohnt sich wahrscheinlich trotz allem

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  • BukitTimah
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    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Als nicht-chinesischer Staatsbuerger darf man in Tibet -ausserhalb Lhassas- nur mit authorisierter Person unterwegs sein.

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  • derSammy
    antwortet
    [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach Lhasa


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  • derSammy
    antwortet
    [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach Lhasa

    Ich kann nur sagen dass unser tibetischer Guide alle "Paar" km an nem Checkpoint einen Stapel Papiere rauszieht ... Ich denk der bürokratische Aufwand "free Solo" is gewaltig

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  • rippingera
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Ist jemand im Forum, der bescheid weiss? Möchte keinen neuen Thread eröffnen...

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  • rippingera
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Ich glaube Tibet darf man überhaupt nicht ohne Begleitung betreten, oder? Man muss einen von der chinesischen Regierung authorisierten Reisebegleiter haben, nicht wahr?

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  • OutofSaigon
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Lieber Walter,
    natürlich sind deine Fotos toll, wie schon einige andere angemerkt haben.

    Was deinen Bericht in meinen Augen aber wirklich großartig macht, ist der Text, das erkennbare Bemühen nicht nur um eigenes Verständnis sondern auch darum, den Leser/innen zu einem Verständnis der Fotos, der Reise, der Länder und der Menschen zu verhelfen. Absolut Spitze! Guten Text dieser Art vermisse ich in manch anderem Bericht aus fernen Ländern.

    Herzliche Grüße, Gottfried

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  • BlackDaytona
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash u.durch den Changthang n.Lhasa

    Zitat von robert77654 Beitrag anzeigen
    Was meinst du: Ist es gut möglich, die eigentliche Tour ohne Träger zu gehen? Falls nein, kann man sicher auch in Katmandu buchen, oder? Du hattest die Firma Thamserku genannt.
    Für die Himalaya-Überquerung von Simikot aus brauchst Du ein Permit. Das wird vor Ort auch kontrolliert. Das Permit war auf 7 Tage ausgestellt, mit Anfangs- und Enddatum und Aufzählung der Route. Kostenpunkt damals: 90 US$. Das war 2007. Sicherlich kann man das auch ohne Träger machen. Schwieriger dürfte dann die weitere Tourplanung in Tibet sein. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob man legalerweise ohne Begleitung in Tibet zurzeit reisen darf. Ich vermute mal eher nicht. In Kathmandu gibt es jede Menge Touranbieter, wo Du das buchen kannst. Hauser macht ja auch nichts anderes. Allerdings hast Du dann keinen deutschen Ansprechpartner, falls mal etwas schief läuft.

    Gruß Walter

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  • robert77654
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash u.durch den Changthang n.Lhasa

    Zitat von BlackDaytona Beitrag anzeigen
    Ja das stimmt, eigentlich waren die 32 Tage noch zu kurz, obwohl gerade im Changthang auch viel Fahrerei dabei war.
    Die Tour haben wir bei Hauser Exkursionen, München, gebucht. Inzwischen ist sie aber nur noch 24 Tage.
    Es wird nur noch die Südroute in Tibet befahren.
    Im Mai ist das Saga-Dawa-Fest dabei, was auch wirklich sehr eindrucksvoll war.
    Man kann aber auch im August oder September die Tour machen, dann allerdings ohne das Fest.

    Gruß Walter
    Was meinst du: Ist es gut möglich, die eigentliche Tour ohne Träger zu gehen? Falls nein, kann man sicher auch in Katmandu buchen, oder? Du hattest die Firma Thamserku genannt.

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  • BlackDaytona
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash u.durch den Changthang n.Lhasa

    Zitat von robert77654 Beitrag anzeigen
    Danke für den Bericht. Hervorragende Bilder.
    Das sind ja eigentlich schon zu viele Eindrücke für einen Monat...

    Habt ihr die Tour vor Ort in Katmandu gebucht oder in bzw. von Deutschland aus? In welchen Monaten ist sie möglich?
    Ja das stimmt, eigentlich waren die 32 Tage noch zu kurz, obwohl gerade im Changthang auch viel Fahrerei dabei war.
    Die Tour haben wir bei Hauser Exkursionen, München, gebucht. Inzwischen ist sie aber nur noch 24 Tage.
    Es wird nur noch die Südroute in Tibet befahren.
    Im Mai ist das Saga-Dawa-Fest dabei, was auch wirklich sehr eindrucksvoll war.
    Man kann aber auch im August oder September die Tour machen, dann allerdings ohne das Fest.

    Gruß Walter

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  • robert77654
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash u.durch den Changthang n.Lhasa

    Danke für den Bericht. Hervorragende Bilder.
    Das sind ja eigentlich schon zu viele Eindrücke für einen Monat...

    Habt ihr die Tour vor Ort in Katmandu gebucht oder in bzw. von Deutschland aus? In welchen Monaten ist sie möglich?

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  • Mika Hautamaeki
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Wow, tolle Fotos!!!!!

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  • BlackDaytona
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    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash u.durch den Changthang n.Lhasa

    Tag 26: Tashilunpo und Gyantse

    Am Vormittag besuchen wir Thashilunpo. Das Kloster des Panchen Lama, des neben dem Dalai Lama zweitgrößten Lama im Gelugpa- oder Gelbmützenorden, ist riesengroß. Es beinhaltet viele Tempel, darunter den mit dem größten Buddha der Welt in einem unzugänglichen Innenraum und anmutsvollen Ecken, Wandelhallen, Gassen. Der Panchen Lama ist im Gegensatz zum Dalai Lama von China geduldet, war aber lange nicht vom Dalai Lama, der vor der Kulturrevolution ins Exil nach Indien floh, anerkannt. Die heiligen Gebäude sind rot oder rötlich angestrichen, die weißen Bezirke sind Wohnungen der Mönche.











    Leider sind an diesem Morgen sehr viele Besucher da, dieser Ort ist halt ein begehrtes Touristenziel. Wir schlendern über zwei Stunden durch den Klosterbezirk, in dem aktuell fünfhundert Mönche leben. Er ist, wie alle bisherigen buddhistischen Stätten, wunderschön. Das Fotografieren in den Hallen ist kostenpflichtig und mir viel zu teuer . Also spar ich mir das. Aber auch im Außenbereich gibt es genug Motive.











    Anschließend fahren wir durch ein langes und Dank Bewässerung auch grünes Tal nach Gyantse, in dem wir unser Hotel beziehen, gleich Mittag essen und zur Klosteranlage Baiju fahren. Dort steht ein begehbarer Stupa aus dem 15. Jahrhundert, der prachtvoll aussieht, das schönste buddhistische Gebäude, das ich bisher sah. Um das Areal herum ist eine dicke Mauer gebaut. Zerstört hat es erst die Kulturrevolution aber auch nicht vollständig. So blieb vieles wirklich Alte erhalten, sowohl in dem Stupa, als auch der Stupa selbst. 108 ist die Zahl, die alles bestimmt: Kammern mit Statuen, Umfang in Ellen, Fensteröffnungen etc. Wir besichtigen die Gompa, kriechen in dem Stupa, der nur ganz enge Gänge hat, herum.



















    Anschließend besuchen wir auch noch den Dzong, eine Burganlage, die hoch über der Stadt weithin sichtbar thront. Wir hecheln die 130 Höhenmeter hinauf, die Sonne brennt. Ein paar Szenen aus dem alten Leben der unterdrückenden Mönchskaste (aus der Sicht der Chinesen) vor der Befreiung durch China, sind mit Puppen nachgestellt. Zum Beispiel wie man Steuern erhob und was man tat, um diese einzutreiben. Das Pendent der Staatsmacht zur religiösen Gompa hat eine fantastische Aussicht .


















    Tag 27: Ankunft in Lhasa

    Das Ziel unseres letzten Fahrtages ist Lhasa. Weil die direkte Straße seit zwei Jahren wegen Bauarbeiten gesperrt ist, nehmen wir die Umleitung über das Tsangpotal. Diesmal ist mit Tsangpo der Brahmaputra gemeint. Wir fahren zunächst ein Stück zurück Richtung Shigatse, dann biegen wir in einen unscheinbaren Feldweg an Bewässerungskanälen entlang durch unbebaute Felder, bis wir zu richtigen Sanddünen kommen. An den Bergflanken ist Sand angeweht, kleine Dörfer liegen an den Hanganläufen. Der Fluss selbst fließt im Sandbett dahin, blaugrün und friedlich in seinem Bett. Eine Fähre erzeugt das harmonische Bild einer Flusslandschaft.



    Nur Ab und Zu gibt es bebautes Land. Bald verengt sich das zuerst weite Tal zu einer Schlucht, in die roh die gut ausgebaute Straße gepresst wurde. Der Fluss schäumt in Stromschnellen. An einer Brücke stolpern wir in eine Radarfalle. Wir kommen der Hauptstadt näher. Es dauert eine dreiviertel Stunde, bis der Strafzettel bezahlt ist. Man kann Herunterhandeln. Da dies eigentlich unser Fahrer alleine tragen muss, beteiligen wir uns an der Knolle. Wir verlassen den Tsangpo und folgen dem Lhasa-River. Aufgemalte Buddhas markieren an einer Felswand die Nähe der Stadt. Die Bebauung verdichtet sich, bis wir auf einer sechsspurigen Straße mit formschönen, gelb bepinselten Laternen, die endlos entlang der westlichen Ausfallstraße stehen, ins Zentrum von Lhasa rollen. Unser Hotel ist mitten drin. Nach dem Duschen gehen Ferdinand und ich zur Jokhang-Gompa schauen den Menschen beim Niederwerfen zu und gehen eine Khora um den Tempel.
















    Tag 28: Lhasa, der Potala-Palast

    Heute ist Lhasa-Stadt-Sightseeing angesagt. Zuerst rollen wir mit unserem neuen Kleinbus zum Kloster Drepung. Es liegt an einem Berghang etwas erhöht über der Stadt und ist das größte Kloster Tibets mit vielen Einzelgompas und Wohnräumen. Wiederum gehört es den Gelbmützen.









    Große und kleine Buddhastatuen sind an allen Ecken und in allen Innenräumen zu finden. Sie haben seltsame Namen und lächeln verklärt. Manche haben auch grausige Gesichter, aber das sind dann keine Buddhas, sondern Dämonen. Innerhalb der Gompas kostet das Fotografieren wieder ein Heidengeld, so dass ich es lasse.





    Wir fahren wie gestern auf der sechsspurigen Einfallstraße, für die ein großer Teil der gewachsenen tibetischen Altstadt platt gemacht wurde, zum Potala. Ein märchenhaftes und imposantes Gebäude. Strenge Sicherheitschecks am Eingang. Fotografieren ist im Inneren absolut untersagt .





    Wir schreiten die breite Freitreppe hinauf, besichtigen die Gemächer des Dalai Lama, der hier seit Beginn des Buddhismus in Tibet bis zum Exil residierte. Natürlich gibt es auch viele Räume, die nur der Repräsentation dienten, dem zur Schau stellen der eigenen Macht und der Abschottung des Dalai Lamas vor der realen Welt, wie dies ja von Heinrich Harrer eindrucksvoll geschildert wurde. Er wird wohl die meisten der 1000 Zimmer des Potala während seinem siebenjährigen Aufenthaltes auch gesehen haben. Viele der Räume haben religiöse Funktionen, sind mit Stupas ausgestattet oder mit den sterblichen Überresten zahlreicher Dalai Lamas, mit Reichtum und Prunk. Der Personenkult schafft auch hier Überfluss für einige und bittere Armut für die Meisten. Der Potala ist ein riesiger, in sich verschachtelter Gebäudekomplex, wirkt dabei ziemlich kompakt, so dass ein wuchtiges Monstrum von gewaltigen Ausmaßen entsteht. Ein Machtzentrum. So kann das Buddha wohl ursprünglich nicht gemeint haben. Wie das eben so ist, mit den Religionen und dem, was die Menschen daraus machen.






    Blick vom Potala-Ausgang aus auf Lhasa


    Tag 29: Jokhang

    Auf dem Programm steht die Besichtigung von Norbulinka, den Sommerpalästen diverser Dalai Lamas. Einer der wenigen Regentage. Wir fahren nach Jokhang, um uns auch noch das wichtigste Kloster zu geben. In einer langen, hektisch drängelnden Menschenschlange klappern die Tibeter alle der vielen Seitenkapellen ab. Für gläubige Tibeter ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben und in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Verdienste zu ergattern. Deswegen waltet ein Geschubse, Geboxe, Gemurmle der Gebetsformeln, Gedrängle, Gedrehe der unvermeidlichen Gebetsmühlen und rastloses Umherblicken nach günstigern Positionen. Klaustrophobe haben keine Chance im Jokhang. In den Kapellen ist es dunkel und zum Luftzerschneiden stickig. Im Himalayan Hotel gibt’s ein Abendbuffet und eine Tanzvorführung verschiedener Volksgruppen, farbenfrohe Kostüme, die lebendig zu übersteuerter Musik durch den Raum wirbeln. In unserer Stammkneipe verbraten Ferdinand und ich unsere letzten Yüen mit dem Konterfei von Mao drauf.


    Tag 30: Flug über den Himalaya zurück nach Kathmandu.

    Der Flughafen liegt eine Busstunde außerhalb Lhasas im Brahmaputratal und ist durch einen modernen Tunnel erschlossen. Das Gebäude ist so gut wie leer als wir ankommen. Wir sind der einzige Flug, müssen vier Formulare ausfüllen und haben endlich die chinesische Bürokratie hinter uns. Es folgt ein wunderschöner Flug. Ich habe einen Fensterplatz auf der rechten Seite. Zuerst fliegen wir im Brahmaputratal entlang, dann queren wir den Himalaya. Herrlich schauen Everest/Lhotse und Makalu aus dem Wolkenmeer.




    Der Everest

    In Kathmandu haben wir zwei Tage Zwischenstopp, residieren wieder in dem schönen Hotel Dwarikas. Wir haben diesmal eine fürstliche Suite im vierten Stock.



    Wir gehen nachmittags nach Bodhnath zum weltberühmten Stupa. Unübertönbares Gehupe im Verkehrskollaps aus Autos, Bussen, Mopeds, Fahrrädern, und Massen von Fußgängern.




    Tag 31: Kathmandu

    Einige von uns nehmen sich ein Tuc Tuc, ein dreirädriges Mopedtaxi, das uns den ganzen Vormittag rumkutschiert. Das ist ein besonderes Erlebnis, denn das Kühlerwasser brodelt und spritzt aus seinem Tank heraus. Der Kühlerdeckel fehlt wahrscheinlich schon lange. Am Weg zu unserem ersten Ziel, nach Budhanilkantha, muss, da es den Berg hinauf geht, Kühlerwasser nachgefüllt werden.





    Hier noch einige Eindrücke von unserem letzten Tag in Kathmandu:


    Durbar Square


    Telekom Kathmandu


    Swayambunath








    Abschlussessen im Dwarikas


    Tag 32: Rückflug nach Deutschland

    Um halb fünf müssen wir aus den Federn zum Flughafen. Der Kampf mit den nepalesischen Formalitäten ist ein langer und zäher. In der Luft jedoch entschädigen der Manaslu, die Annapurna und der Dhaulagiri für die Unannehmlichkeiten. Kurz nach dem Start schauen sie nämlich in aller Pracht aus den Wolken. Über Doha bis Deutschland überfliegen wir nur noch eine Schicht aus Wolken.

    Damit geht eine der abwechslungsreichsten und interessantesten Touren, die ich je gemacht habe, zu Ende. Hab viel Fotos gezeigt, hoffentlich nicht zu viele, aber ich denke die meisten finden Bilder eh interessanter als Reiseprosa . Wenn es einigen gefallen hat und neue Gegenden gezeigt hat, ist der Zweck ja erfüllt. Die Nachbetrachtung nach 7 Jahren hat mir jedenfalls Spaß gemacht.

    Gruß Walter

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  • BlackDaytona
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    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash u.durch den Changthang n.Lhasa

    Tag 20: Die Nordroute

    Gleich hinter Ali beginnt eine solide Schotterpiste, die uns den ganzen Tag begleitet. Es ist die sogenannte Nordroute, der wir jetzt nach Osten folgen. Durch die karge Landschaft aus großen Gesteinsschutthaufen fahren wir den Staubfahnen unserer Vorderjeeps hinterher. An der Straße tauchen immer wieder Trupps von Wanderarbeitern auf, die mit einfachen Schaufeln vorher vom LKW geworfene Erdhäufchen verteilen. Sie winken uns im Vorüberfahren freundlich zu. Während wir in Ali bei 4200 Metern gestartet sind, kommen wir heute den ganzen Tag nicht mehr unter die 4500 Meter Marke. Die Pässe, die wir zahlreich, oft kaum merklich, überwinden, liegen im oberen 4000er Bereich. Zunächst fahren wir noch am Indus entlang. Eine Flussdurchfahrt gerät zum Verhängnis, da einer der Landcruiser hängenbleibt. Es dauert eine Weile, bis unser Begleit-LKW ihn herausziehen kann.


    Wanderarbeiter


    Der Indus




    Erst beim dritten Versuch hielt das Abschleppseil

    Die weiten Täler sind von Nomaden mit ihren Zelten und ihren Schaf/Ziegen- oder Yakherden bevölkert.





    In Gejge machen wir einen kurzen Einkaufsstopp. Wir fahren weiter bis wir wieder auf fließendes Wasser stoßen und schlagen unser Nachtlager auf.


    Billard über 4000 m








    Tag 21: Tong Tso

    Weiter geht unsere Fahrt nach Osten. Zunächst hinunter nach Zagar, einem kleinen Städtchen, das sich wegen des Salzabbaues am nahen Salzsee gebildet hat. Es ist staubig, der Müll liegt in der Straße und vor den Häusern. Am attraktivsten ist noch die Spielhalle. Fünf Billardtische stehen frei im Straßenstaub .









    Wir folgen einer Talkette. Die Täler sind weiträumig, von Nomaden mit ihren gewaltigen Herden bevölkert. Diese haben wahrscheinlich die Wildtiere hier am Changtang verdrängt. Einmal ist da eine wunderschöne Nomadenwintersiedlung an einem türkisblauen See. Die Siedlung ist geschmückt mit Gebetsfahnen und durch brusthohe Mauern aus sonnengetrockneten Lehmziegeln eingefasst. Phantasievolle und schöne Gestaltung lassen auf lange, sesshafte Winter schließen.









    Bald funkelt dann der See Tong Tso am Horizont, der sich im Laufe unseres Näherkommens zu einem riesigen Gebilde auswächst. Wir zelten nahe an seinem Ufer, weil hier eine Süßwasserpumpe ist, die wir nach kurzer Verhandlung mit den Nomaden auch benutzen dürfen. Am Ufer des Sees ist Salz in einer breiten Kruste abgelagert.






    Schauen wir den Langnasen mal ins Zelt rein








    Tag 22: Richtung Süden, Tsochen

    Die Nomaden sehen uns beim Abbauen der Zelte zu. Unser 2000-Kilometer-Weg nach Lhasa schwenkt nach Süden. Eine lange, langsam ansteigende Fahrt bringt uns auf einen namenlosen Pass, hinein in ein braunes Gebirge mit einzeln stehenden Schnee- und Gletscherbergen, die bis 6700 Meter hoch sind.







    5000 Meter hohe Pässe, wie der Norgera La verbinden gleichförmige Landschaftsteile. Ein türkiser See ist noch weit in der Ferne, als es auf einer kleinen Sanddüne Mittagessen gibt. Ein zweiter See, gleich nebenan in dieser Wüsteneinöde, hat geradezu unwirkliches Türkis. Er heißt Dawa Tso.





    Wir erreichen Tsochen. Der Polizeipalast wirkt wie von einem anderen Stern eingeflogen. Prompt werden wir auch mehrmals kontrolliert.



    Gleich nach Tsochen, am Soma Tsangpo, schlagen wir unser Nachtlager auf. Es ist noch früh, die Sonne knallt heiß und wir sind auf einer Wiese am Fluss, auf 4500 Metern Höhe.


    Tag 23: Die Südroute

    Wir fahren eineinhalb Stunden, fünfzig Kilometer, durch mehrere Täler mit braunen Gesteinsschutthaufen rechts und links. Dann kommt ein See. Wieder ein weites Tal mit braunen Geröllhaufen rechts und links. Alles wiederholt sich. Jetzt allerdings ein hoher Pass (Semoh La, 5400m). Die Landschaft ist öde, kahl und eintönig, aber irgendwie auch faszinierend.



    Wenige Kilometer hinter den Tageija Geysiren schlagen wir unser vorläufiges Lager auf. Wir müssen die Zeit bis zum Abend abwarten, da die Südroute, auf die unsere Straße jetzt mündet, wegen Bauarbeiten tagsüber gesperrt ist. Während wir am Lagerplatz angekommen so vor unseren Zelten sitzen, kommt der Hirte der Yakherde vorbei und zeigt uns, wie seine Steinschleuder funktioniert. Es sind zwei zwei Meter lange Lederbänder mit einer Lasche am Ende, in die ein Stein gelegt wird, dann wird kraftvoll über dem Kopf geschleudert und ein Band losgelassen. Der Stein saust mit erstaunlicher Geschwindigkeit los, zielsicher trifft der Hirte in die Region, die er uns vorher angegeben hat. Er braucht sie um die Yaks zusammenzuhalten, denn er hat keine Hunde.



    Wir fahren zum Schlagbaum der Baustelle. Eine lange Schlange Fahrzeuge, besonders schwerbeladene Sattelschlepper wartet schon. Jetzt folgt eine 200 Kilometer lange Straßenbaustelle mit unzähligen Wanderarbeitern und ihrem Gefolge, Familien, Händlern etc. Wie im Hindernislauf mogeln wir uns durch die Baustelle, in der keine Fahrspur vorgegeben ist. Etwas abseits, aber noch innerhalb der Baustelle finden wir bei einbrechender Dunkelheit einen Lagerplatz und bauen in aller Hektik unsere Zelte auf.






    Tag 24: Lhatse

    „Good morning Sir, early morning tea“. Heute stimmt das sogar mit dem early morning. Es ist noch dunkel, als Santos und Surky uns wecken. Nur schnell weg hier und in die Baustelle, bevor der Betrieb anfängt. Die Straßenbauregion reicht bis Sang Sang, ca. 100 km. Um 8 Uhr beginnt die Arbeitszeit des Arbeiterheeres. Da sind wir schon über die ersten Pässe. In Sang Sang müssen wir in den Reifen von der Baustelle einen neuen Schlauch einziehen. Ein bisschen Zeit zum Ortsrundgang. Ein trostloser Ort.









    Es geht weiter. Weil wir immer weiter Meereshöhe verlieren, wird es deutlich grüner. Allerdings nur dort, wo ohnehin Wasser ist, oder Wasser hingeleitet werden kann. Auf 4300 Metern tauchen die ersten Gerstenfelder auf. Hinter einer Kurve liegen ein Bilderbuchtibetdorf und eine weite, grüne Ebene vor uns. Ein wilder Yakschädel hängt über dem Eingangstor in die verschachtelte Flachbausiedlung.





    Wir fahren nach Lhatse hinein und wollen im Innenhof des Lhatse Bin Guan Hotels zelten. Aber als wir den trostlosen Kieshof sehen, hat keiner mehr Lust auf Zelten und alle nehmen sich ein Bett. Die Zimmer sind um den Hof gruppiert und haben vier bis fünf Betten, diese werden einzeln vermietet.



    Abends, im Esszelt, das wir mitten im Hotelhof aufgeschlagen haben, gibt es eine erste Abschiedsfete von unserem Sherpa-Team, vom Reiseunternehmen Thamserku aus Kathmandu, die Morgen über den hier einmündenden Friendship-Highway zurückfahren .




    Tag 25: Shigatse

    Die Straße nach Shigatse ist asphaltiert und bestens in Schuss. Wir fahren in einem Paralleltal zum Brahmaputratal durch liebliche, grüne Talböden mit Bewässerungsfeldbau, vor allem Gerste und Weizen, tibetischen Kubushäusern am Hang und braunroten, schroffen Bergen im Hintergrund. Das Grün macht die Landschaft so fantastisch, dass wir alle Augenblicke einem Fotostopp einlegen. Wir sind kein grün mehr gewöhnt .



    Dann liegt Shigatse vor uns. Die zweitgrößte Stadt Tibets ist ein Wust von Reklamen mit chinesischen Buchstaben. Dazwischen schimmert das Riesenkloster hindurch. Wir fahren zielstrebig ins Hotel und sind in einer anderen Welt. Pagen springen eilfertig herum. Eine riesige, buntornamentierte, glitzernde Eingangshalle erschlägt einen förmlich. Im Zimmer haben wir Zeit, uns frisch zu machen. Danach gibt es in den Prunkräumen des Hotels ein feines Essen, endlich wieder mit Messer und Gabel.





    Wir fahren zum Markt unterhalb des neuerbauten Dzong. Ferdinand und ich machen eine Fotopirsch durch die Stadt zurück zum Hotel. Die Leute sind so nett und so kurios, es macht viel Spaß.

















    Fortsetzung folgt.
    Gruß Walter

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  • BlackDaytona
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash u.durch den Changthang n.Lhasa

    Tag 15: Die Kailash-Umrundung beginnt

    Die Nacht war Vollmond und sternenklar. Der Bach ist morgens wieder gefroren. Gegen 8 Uhr ist Wecken mit Morgentee. Unsere Yaks sollen gegen Mittag am Zeltplatz sein. Nach dem Frühstück starten wir unsere Etappe. Die Sonne erreicht unseren Zeltplatz. Noch liegt das Tal des Lha Chu im Schatten.





    So langsam setze ich mich von der Gruppe ab. Es geht eher gemächlich das Tal entlang mit einigen wenigen Steigungen. Schließlich erreiche ich den vereinbarten Lunchtreff mit einigen Zelten. Nach etwa einer Stunde taucht der Rest der Gruppe auf und wir essen noch eine superscharfe, chinesische Instantsuppe mit Glasnudeln in einem der Zelte.








    Die Westseite des Kailash

    Wir setzen unsere Wanderung fort. Die Steigungen mehren sich. Unser zweites Camp wird auf etwa 4900 m liegen. Schließlich bin ich wieder so weit vorne, dass ich an der Diraphuk Gompa warte. Beim Fotografieren entdecke ich unsere Yaks und schließe mich ihnen an bis zu unserem Camp. Unser Sherpa Santos wartet schon. Er war schon gestern vorgelaufen, um die Lage Richtung Pass zu erkunden. Ich helfe den Sherpas beim Zelte aufstellen. Nach dem Dritten brauche ich erst mal eine Pause, die Höhe setzt mir zu. Nach und nach trifft die restliche Gruppe ein. Einige haben Magenprobleme. Dies wird mit 4940 m unsere höchste Übernachtung auf der gesamten Tour. Mal sehen, ob es morgen alle packen, über den Pass zu kommen. Nach dem Abendessen gehe ich noch etwas zu den Yaks. Stolz führt unser Treiber mir seine Tiere vor.


















    Tag 16: Der Dölma La Pass

    Die Nacht ist klar und eiskalt. Die Yaks haben es sich zwischen den Zelten gemütlich gemacht. Während wir frühstücken und das Lager abbauen, strömen schon Pilger schon über das kleine Eisfeld, der sich neben unserem Lager befindet und den anschließenden Moränenhang hinauf. Wir starten noch im Morgenschatten des Kailash, dabei ist es schon neun Uhr. Wir haben etwa 600 m Auf- und 700 m Abstieg vor uns. Hinter Santos her, der einen stetigen und langsamen Schritt vorlegt. Wir queren den Gletscher und erklimmen bedächtig den Moränenhang. Der Weg ist nicht zu verfehlen, denn alles was Beine hat, zwei oder vier, benutzt ihn. Am Ende des Hanges erreicht uns die Sonne und wir den Totenacker. Jeder lässt auf dem fantastischen Platz gegenüber der herrlichen Nordflanke des Kailash etwas von sich zurück: Haare, Kleidungsstücke, Schuhe. Viele Steinmännchen sind regelrecht angezogen.







    Die Yak-Karawanen holten uns ein. Der Weg zieht sich leicht ansteigend in ein Hochtal hinein, um dann steil aufwärts nach Südosten zu schwenken. Hier beginnt ein geschlossenes Schneefeld. Der Anstiegsweg zum Pass wird immer flacher. Schon glaubt man sein Ende bewältigt zu haben, da legt er sich noch einmal zurück und zeigt uns einen neuen Horizont auf. Doch dann sind wir oben. Wir haben den höchsten Punkt der Khora, den Dölma La erreicht. Der Pass ist 5600 Meter hoch.






    Fahnenmehr am Dölma La auf 5600 m

    Was hier abgeht, ist wie ein kleines Volksfest. Alle liegen sich in den Armen, jeder ist glücklich und voller Hochstimmung. Die skurrilsten Typen sind unterwegs: Dicke Inder aus der Tiefebene, die nur auf einem Pferd heraufgeschleift wurden, allerdings liegt dann der Verdienst fürs Kharma beim Pferd, magere kleine Tibeterinnen mit großen Säcken auf dem Rücken, die haben dann ihre ganze Ausrüstung für mehrere Runden und viele Tage dabei, coole Typen mit langen schwarzen Haaren und Sonnenbrille, Mönche im vollen Ornat, ein buntes, charmantes Völkchen. Alle möglichen Sprachen tönen durcheinander. Pasang, unser Koch, spendiert heißen Orangensaft. Als alle da sind, gruppieren wir uns natürlich zum Beweisfoto. Gegen 14 Uhr machten wir uns an den Abstieg. In herrlicher Berglandschaft wandern wir bis zu ein paar Zelten, dem Ort Shapje Dakthok, in denen es neben literweise Tee auch Dosencola gibt. Wir sind am oberen Ende des Zhong Chhu- Tales, des Osttales und haben in dem flachen U-Tal noch eine dreistündige Wanderung vor uns. Der Weg zieht sich elendig. Einmal sieht man zur Ostflanke des Kailash, aber dies ist nicht mehr spektakulär. Gegen 18 Uhr erreichen wir unseren Zeltplatz. Ein langer beeindruckender Tag geht zu Ende.




    Tag 17: Ende der Khora und Kloster Thirapuri

    Gleich nach dem Losgehen zu unserer letzten Khora-Etappe sehen wir Murmeltiere und Gämsen, oder etwas ähnliches. Die Tagesetappe wird eher kurz werden. Nach einer Stunde liegt die Zuthulphuk Gompa am Wegesrand. Das Kloster ist an der Stelle erbaut, an der Milarepas und Narubönchungs Höhle ist.







    Unterwegs kommen wir an Felsen vorbei, die künstliche Mahlstellen aufweisen. Auch das Aushöhlen eines Steines bringt Kharma, Verdienste für das nächste Leben. Am Ausgang des Tales schneidet sich der Zhong Chhu noch einmal tief, schluchtartig ein. Die sandige Erde ist aufgrund der besonderen geologischen Situation durch Mineralien rot und gelb gefärbt.













    Am Talausgang holen uns unsere Jeeps zur Weiterfahrt ab. Das Gepäck wird vom Rücken der Yaks auf die Geländefahrzeuge umgeschlagen. Wir vervollständigen die Khora, die letzten vier Kilometer, mit dem Jeep. Aber das macht gar nichts, erfahren wir im Nachhinein. Buddha würde nämlich nicht darauf bestehen, dass man die ganze Khora zu Fuß macht. Na dann.



    Von Darchen aus fahren wir zwischen Himalaya und Transhimalaya auf kiesiger Piste in leicht welliger, brauner, kaum bewachsener Steppenlandschaft. Die Gurla Mandata strahlt fast wolkenlos am Horizont, wie andere Schneegipfel auch. Die unbefestigte Straße staubt im Windschatten unserer Fahrzeuge enorm. Jedes Mal, wenn uns ein Auto, oder noch schlimmer ein LKW, entgegenkommt, ist die Staubentwicklung so stark, dass wir die Fenster schließen und die Luft anhalten müssen. Wir sind mit Halstüchern als Mundschutz vermummt, die bald die Farbe der Steppe annehmen. Nur wenige Wasserläufe haben Brücken, wir müssen einige durchfahren. Durch diese typisch tibetische Landschaft kommen wir in ein trostloses: Moinsiere, genannt Menzi. Die Chinesen versuchen mit Einheitsplattenwohnungsbau die Nomaden anzusiedeln. Doch für sesshaftes Leben taugt diese Landschaft nicht, das erkennen wir schon beim ersten Kontakt. Keiner will die Häuser. Immerhin gibt es in den vermüllten Straßen Klopapier und Bier zu kaufen.
    Von hier aus führt ein abenteuerlicher Feldweg nach Thirtapuri. Die Landschaft mutiert zur Halbwüste. Dann ist da der Sutlej der zweite, heilige Kailash-Fluss, dem wir begegnen. Das Kloster liegt an einem schönen Platz an seinem Ufer, am Ausgang eines Felsdurchbruches und in der Nähe von aktiven Thermalquellen. Das Rotmützenkloster ist Padmasambhava geweiht.









    Schließlich erreichen wir unseren Übernachtungsplatz, gleich neben einem Straßenbaucamp, auf einem, von einem Caterpillar eben geschobenen Platz mit Müllhalde. Ein idyllisches Plätzchen im heißen Staub einer gnadenlosen Sonne auf immer noch 4500 Metern Höhe.


    Tag 18: Sutley-Schlucht und Tsaparang

    Wir verlassen unseren Müllplatz schleunigst. Kurze Zeit später erreichen wir eine Straßengabelung. Die Straße, in die wir einbiegen, ist nicht mehr als eine Fahrspur. Sie führt hinauf auf den etwa 5000 Meter hohen Pass Lalung La, in die Bergkette des Ayila Ri’gyü, einem Ausläufer des Garhwal-Himal.



    Dieser Tag übertrifft alles, was ich bisher in Richtung Erosionslandschaft gesehen habe. Die Erde ist in unzähligen Farben abwechslungsreich bunt gestaltet. Später fahren wir mit 30km/h durch erodierte Seitentäler und erblicken die weiß funkelnde Hauptkette des Garhwal mit der alles überragenden Nanda Devi am Horizont.











    Wir fahren bis zur Kante der Sutlej-Erosionslandschaft, der Sutlej-Schlucht. Wir warten auf die zwei anderen Landcruiser, die wohl weit zurück sind. Zeit diese immens beeindruckende Szenerie zu betrachten und zu fotografieren. Nach einer Weile vergeblichen Wartens wandern wir zu dritt auf der Straße in den Canyon hinunter. Norbu, einer der Guides, und ein Fahrer drehen mit unserem Jeep um und suchen den Rest der Truppe. Eine umwerfende Szenerie, dieser Canyon. Oft besteht die Straße nur aus knöcheltiefem Staub, so dass unsere Schritte wie aufplatschende Regentropfen wirken. Nach etwa einer Stunde holen uns die beiden ergebnislos ein.


    Die Sutlej Schlucht







    Wir müssen wohl oder übel nach Toling, der Stadt am Canyongrund, die ohnehin unser Ziel war, zumindest um Sprit zu holen. Je tiefer wir eindringen, desto spektakulärer wird die Erosionslandschaft. Wir bewegen uns mitten in einem Gewirr aus Lehmrippen und –türmchen. Eine Fahrt in wilder Landschaft. Trotz meiner Erfahrung in Erosionslandschaften, ist diese ein absolutes Highlight. Wir fahren hinunter bis zum weiten, sandigen Tal des Sutlej. Bald ist da die Oasenstadt Toling, die im Gegensatz zur gelbweißen Einheitslehmfarbe der Erosionsformen mit architektonisch glatten, rosa Fassaden aufwartet. Wir ziehen in einem Guesthouse an der Pracht- und einzigen Straße ein und machen uns frisch. Toling liegt recht tief, auf 3600 Metern, es herrscht heißes Wüstenklima. Per Handy kontakten wir die Vermissten. Es stellt sich heraus, sie sind schon in Tsaparang, irgendwie müssen sie uns überholt haben.



    Wir fahren gleich hin. Die Straße führt am Rand der Sutlej-Schlucht entlang, an gigantischen Formationen aus Lehm/Ton vorbei. Der ehemalige Königssitz des Königreiches Guge thront auf einer Erosionebene, fast freistehend im Sutlejtal. Wirklich sehr ausdrucksstark. Vor 900 Jahren war dies ein blühendes buddhistisches Zentrum.







    Um bis in den oberen Palast zu kommen müssen wir 300 Höhenmeter über Stufen und durch Gänge erklimmen. Die Tempel sind weiß und rot angestrichen, wurden bei der Kulturrevolution schwer beschädigt und nicht mehr aufgebaut. Vielleicht bringen touristische Interessen ein Umdenken bei den Chinesen in Gang. Die alte tibetische oder gugesche Kultur und Form wird das freilich nicht mehr zurückbringen können. Den Megafiguren in der riesigen Halle des weißen, ebenso des roten Tempels zum Beispiel wurden die Bäuche aufgeschlitzt, weil die ignoranten Chinesen nach materiellen Schätzen suchten. Es sieht verheerend aus. Fotografieren in der Halle ist leider verboten .











    Die umgebende Erosionslandschaft integriert die Anlage und verstärkt ihre Wirkung.










    Tag 19: Fahrt nach Ali

    Wir haben in dem Guesthouse „Be Hei Hotel“ übernachtet. Angenehm mal wieder ein Bett zu haben. Dass wir uns in einer Schüssel am Zimmer waschen müssen und das Abwasser einfach aus dem Fenster kippen, daran sind wir schon gewöhnt. Aber an die Toiletten hier kann man sich einfach nicht gewöhnen. Wir gehen zum benachbarten Chinesen frühstücken. Reissuppe aber auch Momos. Am Ende der Ortschaft ist in einer großen Kaserne die chinesische Staatsmacht präsent. Stocksteife Soldaten marschieren im Verband laut schreiend durch die Straße und machen kleine Übungen.
    Schließlich fahren wir los, erst durch ein langes Seitental, durchmessen die Erosionszone und stoßen auf das Hochplateau mit ins Endlose reichenden Telegrafenmasten neben der Piste.





    Vor dem ersten Pass ist wieder einmal ein Checkpoint, eine Straßensperre, bestehend aus einem Band zwischen zwei alten Teerfässern, mit rotem Faden umwickelt. Unsere Permits werden kontrolliert. Die Chinesen möchten gerne wissen wo sich Ausländer aufhalten. Dann fahren wir in ein düsteres, wolkenverhangenes Gebirge hinein. Der winzige Weg schlängelt sich auf den Laocha La Pass (5240m).





    Spektakulär ist, wenn uns in den steilen Bergflanken andere Fahrzeuge begegnen. Wenn es ein Landcruiser ist, geht’s ja noch, aber bei den LKWs müssen wir uns schon eine günstige Stelle suchen und ein bisschen Hin und Her rangieren. Gleich nach dem ersten folgt ein zweiter Pass, der Ayi La (5076m), der ist schon wieder viel mehr in der Sonne. Wir erblicken wieder das typische Landschaftsbild der tibetischen Hochebene, des Changtang: weiße Schäfchenwolken auf tiefblauem Untergrund, gelbliche, relativ sanfte Hügel vor Schneebergen.





    Auf der Abfahrt fährt unser cooler Fahrer eine Abkürzung nach der Anderen. Wie auf der Achterbahn geht es immer steiler nach unten. Plötzlich ist die Bremse heiß und der Zylinder fest. Während alle Fahrer mit Hämmern daran herum klopfen, nutzen wir die Zeit, unsere restlichen Momos zu verputzen. Wie auch schon bei den vielen Plattfüßen bisher, haben die Fahrer ihre Sache im Griff und bald können wir weiterfahren.



    Jedenfalls mündet die Piste bald in eine ultrasaubere Asphaltstraße, der Hauptverbindung nach Ali, oder der chinesischen Provinzverwaltungshauptstadt Shiquan He. Sie kriecht noch über einen kaum merklichen Pass, dann fallen wir in ein weites Becken ein, das des Tsangpo oder Indus.





    Wir erreichen Ali und drehen erst eine Runde durch die knapp zwanzigjährige ultramoderne Chinesensiedlung, die das Zentrum von ganz Westtibet darstellen soll. Glasfassaden und glänzender Kunststein, Megareklame chinesischer Schriftzeichen und breite Avenuen, an denen man versucht, Bäume zu pflanzen. Wir allerdings freuen uns auf ein bisschen Luxus, auf Betten und Dusche/Toilette am Zimmer. Vorgebucht hatten wir in einem staatseigenen Hotel. Als wir hinkommen, hat die Regierung, wer immer das ist, irgendwie alles belegt, somit sind alle Reservierungen storniert. Aber unsere Reiseleiterin organisiert schnell eine Alternative.







    Fortsetzung folgt.
    Gruß Walter

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  • ViviKimi
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Herzlichen Dank für diesen tollen Bericht.
    Wahnsinns Fotos.
    Etwas ganz besonderes!!

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  • BlackDaytona
    antwortet
    AW: [NP/CN] Tibet, über den Himalaya zum Kailash und durch den Changthang nach L

    Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    wie ich vorher schon schrieb ist dies ein sehr lesenswerter Bericht mit einmaligen Fotos
    Die Landschaft und Kultur ist wirklich grandios, das erhöht die Vorfreude auf meine eigene Nepalreise

    Ich hätte aber nicht gedacht daß man da auf der tibetischen Seite durch so viel Zivilisation kommt (moderne Plattenbauten, LKW-Pisten usw) Selbst bei den Camps am Kailash sieht man ja überall LKW´s und Geländewagen rumstehen. Wandert man da auf der tibetischen Seite nur auf Pisten, oder täuschen die Fotos?
    Also die Bevölkerungsdichte in Westtibet ist 1 Einwohner auf 10 km², die Orte Purang und Darchen sind Dörfer.
    Am Kailash waren halt wegen dem Saga-Dawa-Fest ne Menge Pilger aus den umliegenden Ländern, die reisen dann auch mit Jeeps oder LKW's an. Die meisten Straßen in Westtibet sind nicht geteert.
    Nach der Himalaya-Überquerung haben wir uns in Tibet mit drei Jeeps und einem LKW bewegt, abgesehen von der 3-Tage Khora um den Kailash.
    Hier der Maximalausbau :



    Ohne fahrbaren Untersatz dürfte das Reisen in Tibet sehr langwierig sein, soll heißen mit 40 kg Rucksack und zu Fuß schwierig , mal abgesehen von den notwendigen Permits.
    Nepal ist da schon einfacher für's individuelle Trekking, allerdings kenn ich da auch nur die Nationalparks vom Everest und Manaslu.

    Gruß Walter
    Zuletzt geändert von BlackDaytona; 07.03.2014, 19:06.

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