[US] washington state, oregon, idaho, bissl montana. 1988

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  • danobaja
    Alter Hase
    • 27.02.2016
    • 2791

    • Meine Reisen

    [US] washington state, oregon, idaho, bissl montana. 1988

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    dran denken: 1988 neunzehnhundertachtundachtzig!

    zusammen mit meiner damaligen freundin gaby flog ich im sommerurlaub zum wiederholten male in den nordwesten der usa. ende august oder september muss es gewesen sein, eher anfang september. wir sassen rechts im flieger und ich hatte diesmal einen hervorragenden blick hinunter zu mt. baker und mt. shuksan kurz bevor wir seattle erreichten. ganz spontan, beschloss ich einer von denen muss heuer auf die tourenliste. es sollte mt. baker werden. doch dazu später.

    nach dem gepäck einsammeln und leihwagen abholen waren wir unterwegs zu meinem freund leo, eine gute fahrstunde östlich von seattle. es wurde ein wochenende vollgepackt mit party, und mit mehr party und zwischen den parties, ebenso wie währenddessen, immer essen vom feinsten. die palette reichte von selbstgefundenen austern und king crabs, über frischen lachs bis hin zu wildkräutern aus dem eigenen wald. einer der gäste, bill mcc, ein freund leos, und selbst auch aktiver sportler und bergsteiger, war mit seiner seiner frau kiki und will -dem sohn- 4 wochen in der gegend auf urlaub. ich kannte bill bereits vom vorigen jahr als wir zusammen mit leo und einem weiteren freund eine mt. rainier besteigung versuchten. wir scheiterten auf halber strecke im high-camp kläglich an seil, zu langsam, party, fressflash, boah, die sonne geht auf, mach mal was rein und reich rüber. und ein wenig später nur läutete ein "ey, alda, du willst nicht ernsthaft da hoch, oder?" das vorzeitige ende unserer bergtour ein. naja, dann halt nochmal was von dem leckeren eintopf nachfassen und in die sonne setzen. aber bill und ich fanden heraus, dass wir sehr viele gemeinsamkeiten hatten, insbesondere hatten wir beide den gleichen stil am berg und auf party.

    weil es gerade so in den plan passte ging es gleich montags zum mt. baker. kiki wollte mit will und gaby unten am ende der strasse abhängen und dort ein bischen wandern und die gegend erkunden. sie hatten ja auch das auto und konnten zurück fahren in den letzten ort. bill und ich wollten aus der 2-tagesour, mit übernachtung am fuss des gletschers, eine 1-tagestour machen. er war halbprofi-rennradfahrer und ebenso fit wie ich.

    anfahrt


    mt. baker


    etwas näher


    murmeltier



    bill hatte von seiner firma, zur wahrnehmung eines termines, einen fetten lincoln continental bekommen. wir hatten alle jede menge platz zum sitzen während der fahrt und auf der schotterpiste enormen spass. wie unterschiedlich sich das äussern kann. die frauen quietschten mit verdrehten augen und stiessen wüste drohungen aus. bill und ich grinsten uns einen ab, und will jauchzte vor wonne in seinem kindersitz jedesmal wenn es eine ruckartige schleuderbewegung durch die ausbrechenden hinterräder gab. im gleichen moment fingen die frauen wieder an mit ihren schimpftiraden.

    die schotterpiste für die holzlaster war hervorragend gepflegt, nicht ein schlagloch. und bill war perfekt im driften. kurz vor ende der piste stoppten wir am parkplatz für den heliotrope ridge trailhead. in aller ruhe suchten wir uns zeltplätze und verbrachten einen ruhigen abend bei bier und selbstgegrowtem aus dem mittleren westen. wir gingen alle früh ins bett. es war alles vorbereitet für einen wirklich frühen und schnellen start.

    noch vor dem ersten tageslicht ging es los. die rucksäcke waren leicht und fast leer. lediglich warme kleidung für weiter oben, die goretexsachen und ein wenig brotzeit für hochleistungssportler und wasser hatten wir dabei. steigeisen und pickel natürlich auch. durch den nadelwald zog sich der weg, keineswegs dem bach folgend, immer auf halbem hang nach oben. stetig bergauf, scheinbar endlos in der düsternis des ankommenden tages. bill legte ein nettes tempo vor! schwitzen war angesagt. kalt wars ja sowieso nicht, eher kühl und klamm von der hohen luftfeuchte und der kühle der nacht. nebel verhing den himmel. wir liefen hindurch, kamen aus dem wald, die sonne kam kurz darauf hoch.


    noch näher, da gehts hoch!



    bill



    bald darauf wären wir froh um den schatten der bäume gewesen. wenn der weg in der sonne und gleichzeitig aus dem wind lag war es sehr warm inzwischen. nach einer kurzen pause und einem erfrischenden liter wasser wurden noch schnell die flaschen am klaren bach gefüllt. für den rückweg deponierten wir 2 dosen bier im eiskalten wasser. gegen 8 erreichten wir was landläufig als "basecamp" bezeichnet wird. eine letzte, eher die einzige, flache stelle seit kilometern, knapp unterhalb des gletschers. es standen 3 zelte dort. es war keiner da und wir waren gespannt wann und ob wir die gruppe einholen würden.



    auf heliotrope glacier ging es hoch, die spur verlor sich und wir wechselten im oberen bereich auf den coleman glacier, immer einen sicheren weg zwischen den spalten suchend. so hatten wir gut zeit und genügend luft um uns gut zu unterhalten während des aufstieges. am ende des coleman glaciers querten wir zum roman wall. dort sahen wir die andere gruppe im unteren drittel der ca. 45° steilen eiswand ins gespräch vertieft. es waren 5 leute an einem seil. während wir weiter anstiegen begannen sie, kurz bevor wir sie erreichten, den abstieg.

    es ist alles in ordnung ergab die nachfrage, nur dem ältesten am seil wurde die höhe zuviel und das ganze zu anstrengend und deshalb steigen sie jetzt ab. ausserdem fanden sie den roman wall doch sehr beeindruckend steil und an diesem tag über ihren möglichkeiten. es war gegen 11 und wir hatten den berg für uns!


    oberhalb coleman glacier


    brotzeit


    roman wall


    heliotrope ridge und bill


    am gipfel, windig aber nicht kalt



    durch brüchiges eis ging es den roman wall in direkter linie hinauf, danach über das gipfelplateau, einen alten aufgefüllten krater, hinüber zum gipfel des mt. baker. es war sehr stark windig, schnüre hingen horizontal in der luft. dadurch, dass die luft warm war, war es erträglich. unangenehm war nur der windchill. wir machten bilder und starteten den rückweg. beide bedauerten wir es, dass wir zurück mussten und nicht einfach weiterlaufen und eine überquerung machen konnten. oberhalb des roman walls beschlossen wir die eisplatte links liegen zu lassen und durch den noch steileren abbruch direkt auf den coleman glacier abzusteigen.

    irgendwelche vulkanischen aktivitäten konnten wir auf unserer route nicht bemerken. auf anderen aufstiegen kommt man an rauchenden löchern im eis und an höhlen, die von warmem gas geformt werden, vorbei. bald hatten wir die alte aufstiegspur erreicht und folgten ihr zurück zum basecamp. die anderen waren inzwischen alle dort eingetroffen und bereits am kochen. den angebotenen tee lehnten wir dankend ab, unser kühles bier wartete ja nur ein klein wenig weiter unten im bach.

    wir sassen kurz in der sonne, tranken das bier, kühlten die heissen füsse im kalten wasser und stellten bald fest, dass sich wieder der nebel im tal zu formen begann. kurz bevor er zu uns aufgestiegen war machten wir uns auf den weg und erreichten am späten nachmittag will, unsere frauen und die zelte. alle 5 waren wir so richtig zufrieden! auch die 3 im tal hatten einen schönen tag gehabt.


    coleman glacier




    rein in den nebel


    blick zurück aus dem nebel


    kontrolle des permits


    wieder im wald



    am nächsten tag ging es in aller ruhe zurück zu leo und unserem auto. wir besuchten snoqualmie falls, andere feunde von mir und nach 2 tagen gings los zum mt. rainier. mein eigenartiger sonnenbrand, ein dreieck, entstanden durch mütze und schweisserbrille, brachte mir viel freundliches lachen ein. besonders eine sehr süsse supermarktkassiererin konnte kaum mehr an sich halten.

    mt. rainier






    sonnenbrand



    bill hatte in dieser zeit seine termine und es war vereinbart, dass wir uns an einem bestimmten zeltplatz im mt. rainier ntl. park treffen. leo wollte mit bill mitfahren und vorher noch was erledigen. gaby und ich waren bereits vor ort, als der fette lincoln einfuhr. mitten auf dem weg am campingplatz hielt bill an und rollte die scheibe runter. nur er, kiki und will waren im auto.

    "no leo?" war meine frage- seine antwort war:
    "no rope!" .... mit einem breiten grinsem im gesicht.

    tags darauf fuhren wir zum sunrise visitor center, holten die permits und am späten vormittag gings los. wie bereits erprobt blieben die mädels zusammen im park und versprachen uns am vereinbarten ziel, dem paradise visitor center, am nächsten tag abzuholen.

    ich war zum zweiten mal auf dieser, der ostseite, des berges. beim letztjährigen versuch das erste mal, von einem mal mit dem auto und einem weiteren mal im flugzeug abgesehen. es ist hier im osten, im windschatten des giganten, spürbar trockener als auf den 3 anderen seiten. trotz der hitze gaben wir kräftig gas, wir wollten das übliche camp erreichen und waren schon ein wenig spät dran.

    zuerst ging es durch wald, schattig warm, harziger duft überall. bald war die baumgrenze ereicht. der weg zu burrows mtn. war sandig und schwer. ein letzter steiler anstieg brachte uns auf den emmons glacier. im firn war das vorankommen teilweise mühsam, aber rechtzeitig zum sonnenuntergang kamen wir am camp shurman beim steamboat prow an. steamboat prow ist ein felsriegel, der emmons und winthrop glacier trennt. nach einer üppigen mahlzeit gings früh ins den schlafsack. morgen zum gipfel und drüber war der plan. alternative hatten wir keine, abstieg halt. keep it simple! aber wie immer wenn ich in washington state bin herrscht bestes wetter. auch morgen wird die sonne scheinen. wir hatten schon überlegt das zelt zurück zu lassen uns aber dann doch dagegen entschieden. abends warf der berg seinen schatten über das weite land im osten. als die sonne weg war wurde es schnell kalt und wir verschwanden in den schlafsäcken.


    die trockene seite des berges




    endlich wieder auf dem eis


    der berg wirft seinen schatten übers land


    aufstiegsroute im morgenlicht


    sonnenaufgang über wa state


    mit dem ersten licht gab es frühstück und sobald es halbwegs hell war waren wir auf dem hart gefrorenen firn unterwegs. die aufstiegsroute für heute war in rosa licht getaucht. wir wollen einfach nur nach oben, irgendeine routenvorgabe hatten wir nicht. früh los und schnell hoch. es würde noch früh genug sulzig werden, spätestens beim abstieg. heute war für uns beide neuland, bis zum camp kannten wir den weg ja schon. zwischen den beiden verschmolzenen gletschern arbeiteten wir uns nach oben. immer wieder fanden wir alte spuren, teilweise folgten wir ihnen, teilweise stiegen wir auf eigener linie voran. eine schöne hochtour wurde es, mit bestem wetter, eis und schnee von dem man nur träumen kann. besser gehts nimmer.



    bill


    einfach ein genuss, der anstieg


    auf dem emmonds glacier






    da kommen wir her


    am gipfel, mt. adams hinten


    am gipfel fanden wir auf anhieb den felsen an den das buch gekettet ist. von der anderen seite kommend ist das nicht so ganz einfach. wir stöberten ein bischen, meine einträge aus 1986 waren nicht mehr im buch, es lag ein neues in der box. nach einer kurzen brotzeit, doritos - wie immer, gings über den gipfelkrater, und die "columbia crest" auf gespurtem weg in richtung camp muir und paradise im süden des gipfels. die standartroute auf dieser seite führte uns über ingraham glacier zum gibraltar rock. dort machten wir kurz pause. wir nahmen die abkürzung über cadaver gap und stiegen lieber steil auf eis ab als eine stunde oder mehr um die unteren ausläufer von gibraltar rock herum zu laufen. ich hatte das noch als ekelhaften fels und bröselstein in erinnerung. rutschig, staubig, mit steigeisen nicht gut zu gehen, und ohne auch nicht gut. kurze pause am camp muir, das eigentlich nur eine halbwegs winddichte hütte ohne einrichtung ist. ein raum nur, bei vollbelegung haben im liegen 12 leute platz. es gibt aber jede menge zeltplätze direkt drumrum. und draussen, ein paar meter weg eine solarbetriebene kompost-toilette. der ranger der einmal pro woche hochkommt um die auszuleeren hat immer schlechte laune und würde am liebsten schon tickets für blicke in die falsche richtung ausstellen. dem geht man an diesem tag besser weit aus dem weg. wir statteten dem guideservice, der seine hütte nur wenige 100m von camp muir entfernt hat, einen blitzbesuch ab. katie, die nette köchin von vor 2 jahren war nicht da. es kannte sie auch keiner mehr dort. saisonjobs hat man selten lang. katie kochte den besten heissen kakao diesseits der rockies. ich bin mir bis heute nicht sicher ob es an den zutaten lag oder an den grünen augen und den roten, lockigen haaren.


    aufgefüllter krater, mittendurch zum runterweg


    da gehts hin


    keine tour ohne büsserschnee


    saublöd zu laufen mit schräglage


    ingraham glacier




    der berg von unten


    pünktlich kamen wir spätnachmittags am paradise und der strasse an und wurden mit einem eis begrüsst. kurz ausgecheckt bei den rangern und dann zum zeltplatz, kochen und pläne machen. unsere wege würden sich trennen. bill und familie mussten nach hause, gaby und ich wollten noch eine runde im auto drehen. ich kannte das meiste schon, aber das war mir egal. am nordwesten der usa kann ich mich nie sattsehen, egal wie oft ich schon an diesen orten war.

    unser nächstes ziel war mt. st. helens. der explodierte vulkan. wir liessen uns zeit, übernachteten gelegentlich auf einem campingplatz um die wäsche zu waschen. gaby tat ihre nagelneue lange polyester-unterwäsche mit in den trockner und hatte hernach einen schlafanzug in puppengrösse mit kettenhemdcharakter. der fluch der technik wurde von gaby´s fluch lautstark übertroffen.

    die meisten nächte der ganzen tour zelteten wir einfach irgendwo abseits der hauptstrassen. abgebogen auf die schotterpiste, ausser sicht gefahren und zelt aufgebaut. einmal kam ein arbeiter im pick-up vorbei. wir durften bleiben. er bat uns lediglich darum unseren müll mit zu nehmen.

    1986 war ich das erste mal am mt. st. helens gewesen. wo heute die blühenden büsche und blumen die graubraune aschelandschaft bunt verfärben, wo die seen mit den unmengen an kaulquappen darin schwarz sind an den flachen uferstellen, dort war 1986 fast noch nichts lebendiges. erst zaghaft machte sich damals leben breit, in nischen an geschützten plätzen, am wasser. ein paar kaulquappen fand man, ganz vereinzelt.


    am weg zum mt. st. helens


    mt. st. helens, blick in den krater


    in der blowout zone


    spirit lake


    blowout


    mt. adams sunrise


    gaby vor mt. st. helens




    harry truman, der ehemalige präsident der usa liegt hier am mt. st. helens begraben. so dachte ich zumindestens jahrelang. stimmt aber nicht. ein anderer harry truman war der "truman" um den es am mt. st. helens geht. nicht der präsident, der war 1980 schon 8 jahre verstorben. harry truman hatte seine lodge direkt im national volcanic monument, am spirit lake. als die anwohner 1980 evakuiert wurden weigerte er sich zu gehen und entschied sich hier an dem ort, den er am meisten liebte zu sterben. er kam beim ausbruch ums leben. seine leiche wurde nie gefunden und es hat mir zu vorgerückter stunde mal jemand erzählt, hitler habe ihn holen lassen rechtzeitig vor dem ausbruch und truman sei jetzt irgendwo unter der antarktis in der illustren gesellschaft vieler offiziell verstorbener. vorgerückte stunde wohlgemerkt. hollywood hat einen film über den ausbruch und trumans rolle dabei gedreht. der ist auch nicht besser wie die geschichte zu vorgerückter stunde.

    spirit lake war angefüllt mit baumstämmen die von der explosion und der hitzewelle umgelegt worden sind. angeblich ist das mt. st. helens holz das beste bauholz, das man bekommen kann. insektensicher, ein leben lang, von den heissen schwefeldämpfen imprägniert. man sprach davon dass jeden tag 100 lkw-ladungen bestes holz abtransportiert wurden in 1986.

    an der südflanke liegt die ape cave, eine rund 3 km lange, 2000 jahre alte begehbare lavaröhre, gaby und ich liefen die röhre in ca. 3 stunden gemütlich ab. weil ich den sehr versteckt liegenden, kleinen ausgang kannte waren wir gegen die übliche richtung gelaufen und verliessen die lavatube über die grosse höhle in der sich die geführten gruppen treffen. bis die erste führung begann waren wir schon wieder weg. ich war die gleiche tour 1986 mit leo und seinen beiden hunden schon einmal gegangen. damals hatten wir in der grossen höhle wolly, den pudel, verloren. als wir am ausgang feststellten, dass wir nur noch einen hund dabei hatten gingen wir zurück und fanden wolly zitternd auf einem felsen sitzend. er war aus dem lichtschein unserer stirnlampen geraten und beschloss lieber zu bleiben als seine nase zu benutzen und uns zu folgen. eine halbe stunde später waren wir alle wohlbehalten im freien.

    berg und krater




    erstes grün


    ape cave ausgang


    für uns der eingang


    in der lava tube






    für uns der ausgang




    ich beschloss gaby ins trout lake inn auszuführen. das restautrant mit blick auf mt. adams, den zweithöchsten berg washington states ( seit der explsion von st. helens) war bekannt für seine bioküche und dessen hervorragende qualität. nach einem kurzen blick auf die karte bestellte ich irgendein sandwich, kurz darauf kam gaby´s essen und ich bekam die karte nochmal. also nochmal was bestellt, 2 minuten später war die kellnerin wieder mit der karte da. und ein 3. versuch eine bestellung nach karte, die auch von der küche erfüllt werden kann, zusammen zu bekommen scheiterte wiederum. entweder war der belag aus, oder die brotsorte. letztendlich gab es eine sehr empfehlenswerte kartoffelsuppe auf empfehlung der kellnerin. das hätte sie einfacher haben können...


    früh am morgen


    facebook/whats app anno 1988


    trout lake inn


    in der eishöhle






    statt nachspeise besuchten wir die nahe eishöhle. dort wurde früher in grossem stil eis abgebaut und nach seattle verkauft. im frühjahr hatte sich die höhle immer wieder aufgefüllt. anfangs angenehm kühl und schön wurde es bald zu kalt in der funkelnden unterwelt und wir waren dann doch froh oben wieder im warmen zu sein. am mt. adams basecamp steht die grosse ponderosa pine. man hat einen fantastischen blick auf mt. st. helens im sonnenuntergang. wir sassen lange draussen und genossen den herrlichen, warmen abend.

    der nächste in der reihe der vulkane war mt. hood in oregon. wir querten den columbia river etwas östlich. dort ist es knochentrocken. man findet keinen baum und keinen busch mehr. in dieser gegend gibt es viele versteinerte dinge zu finden. das reicht von landschaftsachaten bis hin zu dinosauriereiern. leo hatte mit mir 1986 dort einmal einen edelsteinladen besucht. im grunde war es eine riesige lagerhalle voll mit unzähligen kisten. leo kam jedesmal in den laden wenn er in der gegend war und kannte den über 80 jährigen besitzer seit vielen jahren. der nahm sich zeit für eine fast 2 stündige führung durch alle seine schätze. die meisten hatte er selbst gefunden in seiner über 70 jährigen karriere als schatzsucher und rock hound.

    er schnitt eine druse auf für uns. aussen nur ein brocken dreck, innen eine herrliche bunte landschaft. und er wusste genau was da drin war! faszinierend. für jeden stein hatte er eine geschichte, alle spielten sie hier in seinem "garten". er war noch nie von hier weg gewesen. direkt hinter dem haus ging die unberührte wildnis los die er seinen "garten" nannte. leo kaufte immer eine handvoll steine für ein paar dollar. als ich ihn fragte was er damit macht, er braucht sie doch gar nicht, rechnete er mir vor, dass dieser besuch im edelsteinladen deutlich billiger war wie ein kinobesuch oder 2 bier in der kneipe. er sah den kauf der edelsteine als eintrittskarte in die welt des alten mannes. die gekauften steine wurden grosszügig an kinder verteilt.

    leider war der alte herr verstorben, der nachfolger war so langweilig wie die zeitung von gestern. ich kaufte keine steine, wir blieben nicht lange. schade, aber der laden hatte seine seele verloren.



    mt. adams von trout lake aus


    big tree am mt. adams basecamp




    mt. st. helens sunset frm mt. a basecamp aus


    mt. hood in oregon


    columbia river, staatsgrenze wa-or




    am mt. hood ist apfelland. riesige plantagen, baum an baum passiert man. je näher die küste kommt desto grüner wird alles. am mt. hood gibt es ein skigebiet, im sommer ist allerdings kein betrieb. gaby, die zuhause durchaus alpin unterwegs war, hatte keine lust auf berge in diesem urlaub. wir liessen mt. hood links liegen und besuchten oregon dunes ntl. irgendwas, südwestlich von eugene.


    mt. hood




    auf der suche nach der bierbanane


    blick zurück


    welcher fluss?, aber schöne brücke


    am weg dahin gings über mckenzie pass. eine schwarze lavawüste, die ihresgleichen sucht. unseres schuhsohlen litten sehr auf unserer nur kurzen wanderung. die lava hat teilweise messerscharfe kanten, der schnelle tod für jede schuhsohle. berühmt aus diversen hollywood filmen sind die 3 sisters, 3 markante berge südlich davon. in der nacht wars ganz schön frisch, gaby klammerte sich an der kaffeetasse fest in der früh.


    kalte gaby


    frühstück


    on the road


    lavafeld


    mckenzie pass


    seelöwen in der höhle



    an der küste herrschte starker wind die ganze zeit, aber auch sonne. warm war es nicht wirklich, der wind war zu frisch um ihn zu geniessen. nach einem spaziergang war man richtig froh den sand aus den schuhen zu bekommen und die ohren aus dem wind. bis zu 150 meter hoch werden die dünen, die von wechselnden winden jahreszeitlich umgeschichtet werden. sisiphos bei der arbeit. hier in den dünen leben mehr vogelarten als in den wäldern oregons. teile des gebietes sind freigegeben für beach buggies. mit ultrabreiten reifen wird über die dünen gerast, in autos die alle wie umgebaute alte vw käfer aussehen.

    wir besuchten noch die seelöwen die in einer nahegelegenen höhle leben. abends zelteten wir in den dünen, bis spät beschallt vom ghettoblaster des nachbarn.



    leuchtturm


    in den dünen








    danobaja
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    resist much, obey little!

  • danobaja
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    • 27.02.2016
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    • Meine Reisen

    #2
    AW: [US] washington state, oregon, idaho, bissl montana. 1988

    am nächsten morgen verliessen wir die küste wieder und machten uns auf den weg nach osten, zum crater lake. ein vulkankegel in dem sich ein see befindet, dessen wasser das ganze jahr die gleiche temperatur hat. er hat auch keinen zu- und keinen abfluss. und nur an ganz wenigen stellen sieht man wasser nach aussen dringen wenn man um die caldera auf der ringstrasse herumfährt. das wasser hat eine unvergleichliche farbe. tiefes blau, magisch. dazu einen orangen sonnenuntergang, viel besser gehts nicht mehr. der pacific crest trail führt hier vorbei. für mich wäre crater lake ganz sicher das highlight auf dem pct.


    grün und wasser!


    und schon wieder trocken


    crater lake












    der kleine vulkankegel im see heisst wizzard island und kann neuerdings auch mit einer geführten tour besucht werden. in den 80ern war das damals sperrgebiet, auch schwimmen gehen durfte man nicht offiziell. heute geht das. der see hat das sauberste wasser in ganz amerika. gefüllt nur von regen und schneeschmelze fehlen schwebeteilchen, die in anderen gewässern anzutreffen sind. dies ist der grund dafür, dass das wasser so klar ist. 43m sichttiefe sind auch weltweit gesehen ein absoluter spitzenwert.














    unser weg führte uns geradewegs nach osten. wir kamen an einem geysir vorbei. old faithfull hiess er. auf jeden fall kam der wassserstrahl pünktlich zur versprochenen zeit aus dem boden geschossen. von der grösse her war der geysir kein vergleich zu seinem bekannten namensvetter aus dem yellowstone nationalpark. trotzdem ist es immer wieder schaurig schön und unheimlich wenn die erde zu beben anfängt und zu grollen und dann mit pfeifen und zischen das wassser hochgeschossen kommt.

    donner und blitzen heisst die gegend in der sogar die pflanzen schwefelgelb sind. so trocken wie es auch ist hier im schatten der berge, leben gibt es. auch gibt es einen fluss mit 100 km länge. wo der sein wasser her hat? keine ahnung! aber vielleicht schneit es im winter hier. antilopen sahen wir jeden tag, vögel jede menge.

    vogel


    squirrel


    geysier


    donner and blitzen






    antilope




    dabei frag ich mich schon wie auf der schwarzen lava überhaupt ne pflanze gedeihen kann. aber es lebt um uns herum, eindeutig. wir passierten eines der ältesten gebäude in den usa. dieser stall, der zum einreiten von pferden errichtet worden ist, ist ein denkmal. einzigartig ist, dass er rund ist, das ist dem zweck des einreitens geschuldet. usa weit ist er angeblich das einzige gebäude dieser art.

    lavafeld


    round barn




    stinker station


    antilope



    wir kamen zum craters of the moon, ntl. monument. idaho war erreicht, die rockies nah. am einzigen schlechtwettertag unserers urlaubes hatten wir craters of the moon fast ganz für uns alleine. wir waren ja schon vorbereitet durch mckenzie pass, aber das ist hier wirklich wie man es sich auf dem mond vorstellt. selbst die nasa hatte ihre astronauten zum üben dort hin geschickt. steine und löcher und sonst fast nix mehr. so richtig schön trostlos, besonders im nieselregen. wir machten einen langen spaziergang, das tat gut nach den ganzen kilometern im auto. die schmerzen verlagerten sich vom hintern aufs gemüt. wir wollten gar nichts mehr reden.



    craters of the moon













    unwirtlich, bedrohlich wirkte das ganze. ich fühlte mich überhaupt nicht wohl dort. auch laufen half nicht und ich war froh als es weiterging. die berge sind der wahnsinn und verändern sich mit jedem tag fahrtstrecke. immer gibts was neues!



    riesige lavatube, zerbrochen teilweise











    wir machten zwar viele pausen und fuhren generell keine all zu langen strecken pro tag, aber es gibt halt schöneres als die sardinendose mit rädern. wir folgten den rocky mountains nach norden um dann vor der canadischen grenze wieder in richtung seattle zu fahren. spätnachmittags suchten wir uns immer einen schönen platz zum übernachten, kochten gut, und liessen es uns gut gehen. abends war schon auch mal ein barbesuch drin. gaby liebte diese fensterlosen ganzholzkneipen mit den plastiksitzen und zombies.... ich durfte fahren, aber ich musste auch die reste austrinken. ein riskantes unterfangen je nachdem was reingemischt wurde und wie durstig gaby war.




















    die szenerie ist einfach eindrucksvoll. wir arbeiteten uns langsam nach norden und montana vor. lange spaziergänge, zelten über nacht und viel zeit im auto prägten die nächsten tage. pictoglyphen findet man gelegentlich direkt neben dem highway, aber wenn man sich die mühe macht ein wenig abseits zu wandern kann man so manche entdeckung machen die in keinem führer steht. der glacier national park ist unglaublich schön. gerade wenn man aus der trockenen zone zwischen cascades/sierras und rockies kommt beeindrucken das grün und die erhabenheit der bergriesen mächtig. wasser im überfluss, sauber und klar. freunde von mir aus texas sind die gleiche strecke mit dem rad gefahren, das hätte ich auch viel lieber gemacht. logan pass und die going-to-the-sun-road sind ein einziger knochenharter, langer, steiler, niemals endender anstieg. der traum eines jeden fitten radlers.




















    2 tage lang brannte der wald. man konnte die hitze der erst kürzlich erloschenen flammen und der noch aktiven glutnester deutlich spüren. überall stiegen rauchfahnen auf. wir waren froh als wir durch waren. immer wieder mal war die strasse gesperrt, umleitung wegen der grossen distanzen nicht möglich. so hiess es gelegentlich mal ein paar stunden warten bis man vom berechtigten fahrzeug im konvoi durch die gefahrenzone gelotst wurde.














    südlich der canadischen grenze schwangen wir dann die grosse linkskurve richtung küste. den highway i90 vermieden wir und fuhren den grossteil der strecke noch nördlicher über die landstrassen. ein geschickt versteckter cop brauchte einen haufen überzeugungskunst und gesülze von autobahn und no speed limit, und, ich weiss nicht mehr was allem, bis er sein ticket auf eine verständliche höhe reduzierte. dabei war ich nur mit schwung über den hügel gekommen, kaum zu schnell, war ja schotterpiste. 80 statt 55 würd ich schätzen. er hat letztendlich 65 geschrieben und 45 dollar kassiert. aber der autobahnbonus hat wie immer funktioniert.

    und wie immer kündigte liberty bells an, dass wir in den cascades angekommen waren. das ist auch noch eine besteigung, die mir fehlt in der sammlung. wohl auch immer fehlen wird. sehr anspruchsvolle felskletterei, deutlich über meinem momentanen niveau. ein grund mehr dinge dann zu tun wenn man sie tun kann und nichts auf die lange bank zu schieben. irgendwann gehts nicht mehr..... dabei war ich mit partner so oft so nah.



    liberty bell








    heisse quellen im olympic ntl. park


    deer







    lake chelan, kühl, unnahbar, auch wie immer. nieselregen an und aus, auch wie immer dort. cascades national park kenne ich nur nass. nicht feucht, nass! ausser mal kurz ein bischen sonne hab ich dort ausschliesslich nieselregen als wetter erlebt. 4 oder 5 mal bin ich durchgefahren, fast jedesmal mit dem wunsch ein bischen zu bleiben. aber dann hats immer geregnet und ich bin lieber an die küste.

    also erstmal zu leo alles sortieren, und dann noch auf die olympische halbinsel, bevor es wieder nach hause geht. nach wenigen tagen waren wir wieder an der pazifikküste. wir badeten in den olympic hot springs, fuhren die hurricane ridge mit dem auto hoch und parkten letzendlich an der küste. von makah beach aus nach süden war der plan. alternativen gibts keine. im norden meer, rechts meer und links urwald. permit und tiden-tabelle geholt und los gings. oil city, unser ziel kann man nicht verfehlen. wenn wir vor dem grossen fluss stehen und das meer rechts haben dann sind wir da. aber ich kenne oil city von vielen übernachtungen. das ist übrigens keine stadt oder sowas, das ist nur ein strand mit einem riesigen treibholzgürtel. überall sind flache stellen für zelte geschaffen worden. perfekt zum abhängen. abends, wenn der chief der angrenzenden reservation zum fischen geht, kann man sich für 5 dollar einen grossen lachs bringen lassen.

    1. beach


    big driftwood


    bachdurchquerung




    schwammerl deluxe





    an einigen punkten kann man nicht am strand laufen und muss zum deutlich höher gelegenen wald aufsteigen. teilweise sind provisorische treppen verbaut. an einigen wenigen stellen muss man die ebbe abwarten bis man über die felsen laufen kann, es gibt dort kein ausweichen in den wald. timing ist angesagt, das wasser ist kalt hier. 3 nächte verbrachten wir ohne zelt am strand. das wetter war nicht gut, aber es regnete auch nicht. am nachmittag des 4. tages schafften wir es gerade noch vor einsetzender flut über die sonst unpassierbaren felsen. gaby kommt ins rutschen als eine welle sie erwischt und vom felsen zieht. ich versuche sie zu greifen, bekomme sie zu fassen und im selben moment verliere ich auf den nassen felsen den grip. es folgt ein olympiareifer hechtsprung mit einfachem salto und rucksack. irgendwie schaffe ich es unter gaby zu landen und sie am felsen zu halten. zwar sind wir beide patschnass, aber immerhin waren wir nicht schwimmen. naja, wir waren eh in kürze auf dem weg zur strasse um zum auto zurück zu stoppen.













    so verbringen wir noch eine nacht in oil city und bekommen schnelle rides am nächsten tag. als wir an der hoh ranger station unser permit abgeben bekomme ich gelegenheit meine kamera auseinander zu bauen und auf dem klo mit dem händetrockner wieder funktionstüchtig zu blasen. wir machen noch einen langen spaziergang am hoh river flussaufwärts. eine schöne abwechslung zur küste, auch deshalb weil die sonne durch die wolken blinzelt. ich würde gaby gerne die herde elk zeigen die bei sonnenaufgang täglich den hoh river hochwandert. aber sie will lieber weiter, findet die option auf die elk, die amerikansichen hirsche, nicht sicher genug. und nach vergebens zelten steht ihr der sinn nicht mit den feuchten sachen an.




    husch husch


    another big tree




    am hoh river







    3 stunden fahrt bringen uns wieder zu leo. wir rüsten zur heimreise, es gibt eine kleine abschiedsparty. die verbleibenden tage nutzen wir noch für mehrere besuche in seattle. stoffe kaufen bei seattle fabrics, bei feathered friends downtown vorbeischauen auf ein schwätzchen, the northface hatte auch einen laden dort. rei und the swallows nest waren fantasische sportgeschäfte in denen ich stundenlang abhängen konnte. am letzten abend gönnten wir uns ein feines abendessen in der space needle und einen besuch im baseball stadion. ich sah eines der besten spiele jemals, taktisch vom feinsten, und einen ganzen haufen hits. das ist ja nicht selbstverständlich beim baseball. gaby war von den salzigen erdnüssen und der total entspannten atmosphäre im stadion mehr beeindruckt. tags darauf brachten wir den leihwagen zurück und leo uns zum flughafen.


    leos büro 1988




    spaceneedle in seattle


    seattle
    Zuletzt geändert von danobaja; 14.06.2018, 17:41.
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    • TilmannG
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      • Meine Reisen

      #3
      AW: [US] washington state, oregon, idaho, bissl montana. 1988

      Coole Zeiten, coole Tour...
      Bin überrascht wie ausgeapert Mt. Baker (das Zustiegeisfeld zur NW-Eisnase) und Mt. Rainier (Turtle von Paradise gesehen) damals schon waren. Aber ihr wart spät in der Saison dort...
      Am Baker waren wir 2010 und 2015, in diesem Zeitraum ist der Gletscher massiv zurück gegangen. Am Hogsback-camp (das base-camp, das ihr ausgelassen habt) bin ich beim zweiten Mal vorbeigerannt, weils 2010 noch am Gletscherrand lag.
      Habe gerade die Fotos von dort auf meiner neuen website eingestellt...
      Grüße von Tilmann
      Zuletzt geändert von TilmannG; 14.06.2018, 17:57.
      http://www.foto-tilmann-graner.de/

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