[RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перм

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Dima
    Gerne im Forum
    • 25.08.2009
    • 86

    • Meine Reisen

    [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перм

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Russland 2015 -Ural, Permskaja Oblast, Sverdlovskaja Oblast
    Flüsse: Uls, Wishera, Sajgatka
    Städte: Moskau, Nizhnij Tagil, Severoruralsk, Perm, Tschaikowskij, Izhevsk
    14.07 - 11.08

    Vorbereitungsphase.





    Im Sommer des Jahres 2013 bin ich irgendwie auf den Trichter gekommen meine zukünftigen Reisen, auch, mit einem Kajak zu bestreiten. Mit freundlicher Unterstützung von „Schnapsmax“ waren wir (ich und meine Freundin) dann soweit das wir diesen Sommer mal eine ernsthafte Tour in Angriff genommen haben. Dafür ein großes Danke!

    Wo sollte es hingehen? Klar, die Favoriten waren erstmals die üblichen Verdächtigen. Schweden, Finnland und was es da noch alles gibt. Aber uns ist aufgefallen das wir das letzte mal 2012 in Russland waren und diesen Umstand vielleicht ändern sollten? Ja ein guter Plan! Schnell habe ich angefangen auf der Landkarte alle Flüsse abzugrasen die unserem Anforderungsprofil entsprechen.

    Nicht nur Paddeln, sondern auch mal die Möglichkeit irgendeine Wanderung mit einzubauen. Land und Leute kennenlernen wäre ebenso nicht verkehrt. Paar Städte mitnehmen. Noch aus einer alten Spinnerei von vor 5 Jahren wollten wir unbedingt in den Ural, auf den Fluss Wishera. Wir haben es nie gemacht, weil es uns immer in andere Gegenden Russlands verschlagen hat und so war es auch klar wo es diesmal hingeht.

    Die Planung begann im Januar/Februar dieses Jahres. Schließlich musste man viel Gepäck an einen Ort bringen, der sehr schwer erreichbar war. Straßen waren nicht vorhanden und die die vorhanden waren konnten nur mit schweren Fahrzeugen bezwungen werden und das auch nur bei gutem Wetter. Das Internet geizte auch mit Informationen über dieses Gebiet. Die letzten halbwegs verwertbaren Aussagen waren 5 Jahre alt. Natürlich habe ich den einen oder anderen angeschrieben und es wurde immer klarer das es eine alte Holzfäller-Straße gibt und sich nur die letzten 10km in einem schlechteren Zustand befinden würden. Sogar PKWs, im Schritttempo fahrend, sollten gesichtet worden sein. Es blieb nichts anderes über als es auf sich zukommen zu lassen.

    Die Zeit bis zum Sommer verging wie im Flug und aus „Google-Earth“ wurde langsam aber sicher Realität. Es gab viele Fragen die mich etwas nervös gemacht haben. Vor allem, weil es unsere erste Reise mit soviel Gepäck war. Im Flugzeug war alles klar. Sportgepäck. Aber wie quetscht man das alles in die russischen Züge rein? Und kommt man überhaupt in die Metro? Und passt die Ausrüstung + Kajak in ein PKW? Fragen über Fragen.

    Die Kajaks und die Ausrüstung haben wir so kompakt wie möglich gehalten. Zwei Rucksäcke auf dem Rücken und zwei 120L Wassersäcke auf einem faltbaren Sackkarren. Die Ausrüstung war so gut optimiert das sogar ein Tentipi 5er neben dem Kajak noch Platz gefunden hat. Das System ging auf. In der Gegend um München konnten wir so gut wie jeden See problemfrei mit den öffentlichen erreichen. Klar, es ist ein Geschleppe, aber leidensfähig sollte man eh sein, wenn man vorhat das alles irgendwohin in den Ural zu bringen.

    Am Flughafen zeigte die Waage bei mir 20kg für den Rucksack an und 32kg für die Sporttasche mit Kajak und Zelt.
    Bei meiner Freundin waren es, meiner Meinung nach, 15kg auf dem Rücken und 24kg für die Sporttasche. Die Angel konnte man bei der Lufthansa problemfrei als Handgepäck mitnehmen, nur sollten die spitzen Gegenstände im Rucksack mit abgegeben werden. Die Faltbaren Sackkarren gingen ebenso problemfrei als Handgepäck durch. 200€ hat der Transport der Taschen gekostet. War also alles wie erwartet.



    Es konnte also losgehen.

    Anreise - Moskau



    In Moskau angekommen erwartete uns die gewohnte Atmosphäre von „keinen Bock auf euch“. Ein Grund weshalb ich Russland-Reisen sehr schätze, ist die Tatsache das ich sehr schnell den Alltag hinter mir lassen kann. Enge Gänge, Metalldetektoren am Eingang zum Bahnhof (und das mit viel Gepäck) sind ein Traum für jeden Menschen, der die gegenwärtige Situation dazu nutzen will, um sein altes Leben zu vergessen. Zumindest habe ich mir zwei weitere Fragen beantworten können.

    1. Nein, in die Metro kommt man mit soviel Gepäck nicht rein.
    2. Und Ja, zwei Kajaks und zwei Rucksäcke + zwei Menschen haben im PKW Platz finden können (Taxi)

    Moskau habe ich schnell hinter mir lassen wollen, aber so einfach ist das nicht. Kajak ist Sportgepäck und das wird an der Kasse 21 angemeldet. Dort angekommen erwartete uns der übliche Wahnsinn. Lange Warteschlangen und Menschen die herumschreien, weil sie sich unfair behandelt fühlen. Ich bin angekommen.

    Paar Stunden später sind die Tickets gekauft und wir betreten den Zug Richtung Jekaterinburg.

    Der Schaffner fragt wo wir her kommen und wo es denn mit soviel Gepäck hin geht? Nach wie vor löst die Antwort „aus Deutschland“ Verwunderung darüber aus, was Touristen aus Deutschland denn hier so treiben? Und wie es sich dort lebt, vor allem im Hinblick auf die Ukraine-Krise. Und warum zum Teufel sprechen wir so gut Russisch!?!? Meine Eindrücke habe ich leicht umrissen, meine Geschichte schnell erzählt. Denn ich möchte nie mit Fremden in eine politische Diskussion verwickelt werden.











    Das Deutsche an Bord sind macht im Zugpersonal schnell die Runde, das merken wir im Bordrestaurant als sich ein Betrunkener 2m Mann zu uns wendet und spöttisch auf „deutsch“ fragt wie wir es hier mögen. Fehlte nur noch der Hitlergruß um die Provokation abzurunden. Wir antworten auf Russisch und er dreht sich, zum Glück, um. Sonst verlief alles ohne Zwischenfälle. Die Landschaft von Wald und Feld ist ein ständiger Begleiter auf unserer Reise von 26h nach Jekaterinburg. Und ich bin eine weitere Frage leichter.

    3. Ja, die Kajaks passen unter die unteren Betten. Aber nicht in das obere Gepäckfach.

    Jekaterinburg – Nizhnij Tagil - Severouralsk



    Noch vor meiner Reise nach Russland habe ich mich darum bemüht Kontakte mit Einheimischen aus der Region zu knüpfen. Anfangs ging es nur darum eine Anlaufstelle mit Übernachtung zu haben, später haben wir festgestellt das wir so gut miteinander können das Plötzlich alles möglich war. Aus einer Übernachtung wurde ein kennenlernen der ganzen Familie und man muss hier nicht mehr erwähnen, dass es nicht nur bei einer Flasche Wodka geblieben ist

    Man machte uns mit diesem und jenem Freund bekannt, lud uns in die Banja ein, erzählte, zeigte und machte alles dafür das es uns gut geht. Die Russische Gastfreundschaft ist etwas wunderbares und bisher war es immer so, dass ich Russland mindestens eine Freundschaft reicher verlassen habe.

    Dieser Umstand hat uns schon früher gelehrt das Pläne in Russland besser nicht feinsäuberlich strukturiert werden sollten, denn man wird den Zeitplan nie im Leben einhalten können. So war es auch dieses mal. Am 4 Tag wollten wir eigentlich schon im Wasser sein, aber wir waren am Tag 6 noch nicht an Ort und Stelle ;)











    Der Mann unserer Gastgeberin (hier rechts im Bild) wollte uns einfach nicht gehen lassen und würde am liebsten mitkommen. Aber wenn wir denn schon so frühzeitig aufbrechen wollen, dann könnte man das nicht einfach tun ohne die Höhlen und die „nahegelegenen“ Wälder gesehen zu haben. Der Tagesausflug stand also fest.























    Zuletzt geändert von Dima; 26.02.2018, 01:24.
    В жизни всё как в бане, хочешь - паришься, хочешь - нет.

  • codenascher

    Alter Hase
    • 30.06.2009
    • 4301

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

    uuuuh, da freue ich mich ja schon auf die Fortsetzung!!!!

    OT: Den Hitlergruß haben wir 2012 auf Kamtschatka einmal entgegen geschleudert bekommen

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

    Kommentar


    • Dima
      Gerne im Forum
      • 25.08.2009
      • 86

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перl

      Waldstraße Richtung Fluss

      Auch die Sorgen um ein geeignetes Fahrzeug wurden schon längst während unserer Ankunft gelöst. Man kennt wen, der kennt wieder wen und darum wird alles klappen. Kurzum - das Auto ist organisiert und es geht los. Wir verladen unser Gepäck in den alten Uaz, liebevoll Уазик (Uazik) genannt. Davor werden noch ein paar Anrufe getätigt - wie es mit dem Wetter dort aussieht und wir brechen auf.



      Obwohl mir die Russische Kultur nicht fremd ist: Da bewegen fremde Menschen Welten, damit zwei Spinner aus Deutschland ihren Urlaub im Ural verbringen können. Das schlimme daran ist, die nehmen für ihre Leistung kein Geld der Welt an. Und Geld ist nun mal das einzige Mittel Unterwegs, um ein Mindestmaß an Dankbarkeit auszudrücken. Neben dem „Danke“ und dem Schnaps.

      Der Startpunkt des Flusses beginnt ca. 100km-Straße Westlich von „Severouralsk“. Ist somit auf der Europäischen Seite. Da müssen wir hin.

      Die Straßen sind für Russische Verhältnisse gut und so sind wir 5-6 Stunden unterwegs. Nach den ganzen Schlaglöchern traue ich meinen Augen kaum. Da bewegt sich ein mit 6 Leuten vollgeladener PKW langsam in die andere Richtung an uns vorbei. Wir stellen unser Auto ab und warten darauf bis die „Einbahnstraße“ wieder frei wird. Weil der Weg stellenweise auf gar keinen Fall von einem PKW befahren werden kann, sehe ich die Insassen aussteigen und das Fahrzeug über arg schwierige Stellen schieben. Verrückt. In diesem Tempo würden die 10 Stunden brauchen, um aus dem Wald heraus-zu-kommen. Dem zufriedenen Gesicht der Leute nach, scheint es die aber gar nicht groß zu interessieren wann die aus dem Wald kommen. Wichtig scheint nur die Gewissheit zu sein das sie raus kommen.













      Unser Fahrer fragt uns wie wir solche Situationen in Deutschland bewältigen. Ich gebe ihm zu verstehen das es in Deutschland nie zu so einer Situation kommen kann, weil man für alles eine Regel und eine Erlaubnis braucht und es da keine Wälder in solchen Dimensionen gibt. Er stellte für sich fest das wir ein langweiliges Leben dort führen müssen, startete den Motor und fuhr weiter. Unterwegs stellte er sich wohl noch vor wie man in den Wald geht und kein Feuer machen, oder keinen Baum fällen darf….“Ihr habt ein langweiliges Leben“ sagte er nochmal ;) Ich richtete das Augenmerk auf die Größe von Deutschland und die Einwohnerzahl. „Wenn jeder im Wald ein Feuer machen würde, wäre alles schon eine einzige Feuerstelle“. Gab ich zu verstehen. Er konnte sich das einfach nicht vorstellen, breitete die Arme aus und machte damit eine Geste die mir klarmachen sollte das der ganze Wald keiner sau gehören würde. „Mach hier was du willst“.

      Ein Grund für das Fortbestehen der Straße sind die Sehenswürdigkeiten die einige Touristen aus Russland herlocken. жигаланские водопады (Zhigalanskie Wodopady, Wasserfälle vom Zhigalan) und das Plateau Кваркуш (Kwarkusch) sind die bekanntesten Orte die man dort besucht haben sollte. Nur man muss eine Menge Zeit mitbringen, das Areal ist riesig. Einige Übernachtungen oben sind aufjedenfall Pflicht, um alles sehen zu können. Aber das heben wir uns für ein anderes mal auf.







      Fluss Uls

      Der Start unserer Kanuwanderung beginnt am Fluss Улс (Uls). Dieser ist ein Zufluss in die Вишера (Wishera) und mündet ziemlich genau in etwa die Hälfte des Flusses.

      Der Plan war es, die Boote weiter unten in den Strom des Wasserfalls Zhigalan reinzulegen und 2km in die östliche Richtung bis zum Uls zu schieben, bestenfalls zu paddeln. Aber das Wasser ist niedrig und wir müssen das ganze Gepäck 2km durch den Wald tragen.

      Diesen Umweg haben wir deshalb auf uns genommen, weil ich irgendwo gelesen habe das der Uls weiter unten mit Bäumen zugeschüttet wäre und da kein Durchkommen mehr sei. Deshalb wäre es besser, weiter oben zu starten. Und tatsächlich habe ich „weiter oben“ einen Waldweg ausgemacht, der von einigen Menschen schon begangen worden war. Vermutlich wollte man genau das umgehen wovor man uns gewarnt hatte. Das werde ich wohl nicht erfahren ;)

      Dafür gab es eine Feuerstelle und ein paar improvisierte Sitzbänke. Hätte auch anders kommen können, aber solche Kleinigkeiten heben die Laune immer an.

      Das Wetter hielt noch ein paar Tage an. In den Nachrichten, die wir vor der Abfahrt konsumiert hatten, redete man von einem Sturm, der uns wohl streifen sollte. Natürlich hat man uns immerzu abgeraten unter solchen Bedingungen zu fahren. Wir wollten nicht hören ;)







      Dadurch das wir unsere “German Befindlichkeiten” schon irgendwo davor verloren hatten, war uns das fast egal und wir bereiteten uns auf schlechtere Zeiten vor.

      Schlimmer als alles andere war jedoch die Tatsache, dass ich schon während der Zugreise krank geworden bin, dieser Zustand hat lange angehalten und mich zusätzlich zermürbt. Aber abbrechen stand einfach nicht zur Debatte. Ich wusste, das würde ich bereuen.

      Der Fluss Uls war eher ein Bergbach. Niedrig und steinig. Oftmals war nicht genug Wasser da und „Kajakschubsen“ war die Regel. Der Regen, der uns den Rest der Reise begleitete, hat diesen Umstand natürlich verbessert, aber dafür wurde es kälter und nasser. Schöne Fotos konnte ich demnach auch nicht mehr machen.









      In Summe meisterten wir alles ganz gut. Unsere Paddeltechniken funktionierten, das Wetter war Anfangs noch angenehm und wir haben nichts Daheim liegen lassen ;) Einzig die Thermoskanne ist irgendwo beim Verladen des Rucksacks verloren gegangen.





      Nach mehreren Tagen Regen und sommerlichen Temperaturen von bis zu 10 Grad, sank die Laune auf den Nullpunkt. Kälte, Nässe, Passagen aus dem man das Kajak wieder herausziehen musste, setzten uns extrem zu. Meine Krankheit machte das alles nicht besser. Die Schwimmweste fungierte mittlerweile als Wärmeisolation die man auf keinen Fall ablegen wollte. Aber es gibt aus dieser Situation kein Entkommen. Die weitläufige Landschaft zwingt uns dazu das Beste draus zu machen......Zelt aufbauen, Feuer machen, Wodka trinken, Wäsche trocknen.

      Umso mehr freuten wir uns darauf ein Feuerchen in unserem Tentipi machen zu dürfen.
      Oder sagen wir es mal so. Nach 9h Dauerregen war die Möglichkeit, im Zelt ein Feuer zu machen und die Klamotten zu trocknen ein Geschenk des Himmels. Unsere Laune besserte sich von „alles Dreck“ auf „ich gehe in Badehose holz hacken“. Der Wodka hat sein übriges zur erheiternden Situation beigetragen.





      Unser Wunsch in völliger Einsamkeit zu Paddeln konnte ebenso nicht ganz erfüllt werden. Auf dem Fluss trieben Studenten ihr Unwesen und absolvierten mit ihren Kursleitern, ebenso wie wir, eine Flusswanderung. Beide Parteien, sowohl wir als auch sie, wollten keinen Stören und so ging die Kontaktaufnahme über ein „Privet“ nicht merklich hinaus. Mal wurden wir überholt, mal sie. Erst als einer der Katamarane unterwegs einen ernsthaften Schaden erlitten hatte und wir zu Überbringer der schlechten Nachricht an Katamaran 1 auserkoren wurden, haben wir uns halt doch alle miteinander bekannt gemacht und hatten von nun an Reisebegleitung ;)





      Fluss Wishera

      Wishera gilt ab der Mitte (hier fließt auch der Uls in die Wishera) eher als „vielbefahren“ und als „Touristengebiet“. Und ja, Fischerboote, Boote, viel mehr Boote, sind nun unterwegs. Nicht weit entfernt ist die Derewnja „Vaya“. Hier kann man schon mit dem Auto anreisen, was für weniger ambitionierte Paddler-Gruppen eine gute Möglichkeit darstellt für einige Tage abzuschalten, ohne viel Stress zu haben.

      Regen Kälte und Nässe halten an. Unsere neuen Wegbegleiter Witzeln über unsere Kajaks die aussehen wie zwei „Mistral Raketen“. Überhaupt ist unsere neue Reisebegleitung an guter Laune nicht zu übertreffen. Trotz schlechtem Wetter wird gesungen, gelacht und man hat eine Menge Spaß. Am Abend profitieren wir von der Kettensäge, im Gegenzug laden wir alle herzlich dazu ein in unserem Tentipi am Feuer zu sitzen und sich aufzuwärmen. Das gefällt allen so gut, das die gar nicht mehr raus wollen.





      Überhaupt ist die Neugierde der Gruppe recht groß. Was machen die Deutschen hier in der Wildnis? Braucht man für Russland ein Visum? Und zahlreiche anderen Fragen gilt es zu beantworten, bis eine Kommunikation in zwei Richtungen überhaupt erfolgen kann. Unser Equipment ist genauso interessant wie alles andere und versetzt alle in Erstaunen. Fast schon fühlen wir uns wie ein Museum der Moderne, oder so. In Russland gilt es nach wie vor. Mit wenig Mitteln möglichst viel erreichen.

      Der Fluss selber ist sehr interessant. Wir ziehen vorbei an längst verlassenen Ortschaften, die Früher nur deshalb existierten, weil der Fluss für den Holztransport verwendet worden war, an Massiven Felsformationen, die früher von den Steinzeitmenschen zur Kommunikation verwenden wurden. Und tatsächlich kann man die eine oder andere Zeichnung von damals noch bewundern. Vieles wurde aber auch einfach schon zerstört. Leider.















      Je näher wir zum Ausstiegspunkt kommen, desto mehr Leute sieht man. Die letzte Haltestation (8 km vor Krasnowishersk) steht einem Campingplatz in nichts mehr nach. Hier treffen sich unglaublich viele Leute, um für 1-2 Tage zu trinken und sich ohne große Anstrengung zu erholen. Wir hingegen nutzen das gute Wetter zum trocknen von Klamotten und für Wanderungen.










      Eine Banja darf natürlich auch nicht fehlen. Hierführ wird ein großer Haufen steine 4 Stunden lang heiss gemacht, um dann später eine Plane drüber zu stellen und sich kollektiv drin zu wärmen und sich mit Birkenästen zu schlagen







      Unsere neue Gruppe praktiziert seit jeher ein Ritual: Anfänger, die das erste mal in der Russischen Wildnis unterwegs waren, müssen getauft werden. Weil wir nun als ein Teil der Gruppe angesehen worden waren und das ebenso unser erstes mal war, musste auch wir da durch.
      Es galt unter den Katamaran unten durch zu kriechen, dabei wurde das Ding aber Richtung Wasser geschoben, sodass man gar keine andere Wahl mehr hatte als den Katamaran auf der anderen Seite durch das Wasser zu verlassen. Als Belohnung gab es einen Schluck aus der Wishera, ein Foto in der Telnjashka und ein Abzeichen, als Erinnerung.





      Unsere Weggefährten bieten uns an, mit nach Perm zu kommen, wir schlagen nicht aus und beenden unseren Trip nach nun gut 3 Wochen.

      Fluss Kama, Sajgatka

      Unsere Reise geht weiter nach Perm und Tschaikowski. Kaum 7 Tage aus dem Wasser sind wir angeödet und entschließen uns dazu dort nochmal das Boot ins Wasser zu lassen und etwas abzuschalten. In der Natur geht es doch am besten Dann beginnt eh wieder die stressige weiterreise richtung Deutschland......über Moskau.









      Moskau

      Dank des Regens und der starken Strömung haben wir unsere Ziele zu schnell erreicht, sodass noch Zeit übrig war in Moskau zwei Tage zu verbringen.

      Aber auch das war nicht von nervigen Ereignissen verschont geblieben. Unser Gepäck wollten wir am Bahnhof abgeben, um es nicht durch Moskau schleppen zu müssen. Nachdem unsere Pässe angeschaut worden waren, verlangte der Mitarbeiter an der Gepäckannahme für jedes Teil des Gepäcks separat Geld. Sprich, für den Sack mit dem Kajak, für die Sackkarre und (er hat gesehen wie in ein Souvenir in den Kajak Sack gesteckt habe) dann eben auch für das Souvenir. Wir konfrontierten ihn damit, das wir diese Prozedur bei der Hinreise nicht durchgemacht hatten. „dann hat eben ein anderer für euch bezahlt!“…… Alles klar. Muss man nicht verstehen. Wir haben nur das schwerste Gepäckstück abgegeben, damit sich hier keiner die Taschen vollhauen kann und begannen unsere Sightseeing-Tour durch Moskau.









      Am Flughafen durften wir ein weiteres mal die Erfahrung machen, dass in Russland alles etwas anders ist. Die Lufthansa-Bestimmungen für den Transport des Kajaks gelten hier nicht mehr. Man hat eigene Preise die für uns 50€ mehr pro Boot bedeutet haben. Irgendwie hat es mich nicht mehr gewundert ;)

      Was würde ich heute anders machen?

      Die Kilometer die man an einem Tag zurücklegen kann, wenn man nur will, habe ich unterschätzt. Das schnittige Kajak ist in der Lage bei guter Strömung 60km am Tag zu machen. Da schmelzen die ~200km nach Wunsch schnell dahin, sodass man sich schon fast bremsen musste. Gut gefallen hat mir die Tatsache das wir in unserem Baumwoll-Zelt tatsächlich mal ein Feuer machen konnten, das ist ein großes Plus und hat echt was, sich im Zelt am Feuer zu wärmen, während es draußen auf die 5 Grad zugeht ;)

      Das Zelt, das Kajak, alles hat gut gehalten. Das die Sackkarre ein Loch in den Boden des Kajaks riss, habe ich eher meiner Unachtsamkeit zu verdanken. Man sollte halt keine spitzen Gegenstände am Boden lagern ;)
      Das Zelt (Tentipi 5) lässt sich ohne Zeltboden aufbauen, alternativ kann man sich natürlich so einen Zeltboden kaufen und auslegen…Funktioniert auch gut, aber mit der Zeit laufen dennoch Ameisen und Zeug im Zelt herum. Das liegt daran das der Zeltboden einfach ausgelegt wird und nicht zum Zelt aufschließt. Es muss in Zukunft also ein Innenzelt her.
      Ansonsten hat sich Unterwegs vieles bewährt und es war die richtige Entscheidung auf aufblasbare Iso-Matten zu verzichten. Diese gingen auf einer anderen Tour durch Karelien einfach kaputt…Packmaß hin oder her, aber Unterwegs muss man sich auf die Iso-Matte verlassen können ;)
      Zuletzt geändert von Dima; 25.02.2018, 23:17.
      В жизни всё как в бане, хочешь - паришься, хочешь - нет.

      Kommentar


      • Tie_Fish
        Alter Hase
        • 03.01.2008
        • 3550

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

        Ganz prima Bericht! Vielen Dank dafür!

        Russland wäre auch noch mal sehr interessant für uns, allerdings aufgrund der Korruption und der Kriminalität wohl nicht so sehr empfehlenswert.

        Würdest du diese Reise auch machen, wenn du kein Russisch sprechen würdest (oder wie ich sieben Jahre in der Schule hattest, aber der Platz auf der Festplatte schon anderweitig überschrieben wurde)? Warum sprichst du eigentlich so gut russisch - das ist offengeblieben? Wie siehts aus, wenn man mit dem Auto/WoMo dahin wollen würde? Ohne Allrad wohl nicht zu empfehlen, oder?
        Grüße, Tie »

        Kommentar


        • Dima
          Gerne im Forum
          • 25.08.2009
          • 86

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перl

          Zitat von Tie_Fish Beitrag anzeigen
          Ganz prima Bericht! Vielen Dank dafür!

          Russland wäre auch noch mal sehr interessant für uns, allerdings aufgrund der Korruption und der Kriminalität wohl nicht so sehr empfehlenswert.

          Würdest du diese Reise auch machen, wenn du kein Russisch sprechen würdest (oder wie ich sieben Jahre in der Schule hattest, aber der Platz auf der Festplatte schon anderweitig überschrieben wurde)? Warum sprichst du eigentlich so gut russisch - das ist offengeblieben? Wie siehts aus, wenn man mit dem Auto/WoMo dahin wollen würde? Ohne Allrad wohl nicht zu empfehlen, oder?
          Hallo!

          Ersteinmal Danke dir für das Interesse und es freut mich natürlich, wenn ich hier etwas zurückgeben kann. Lese ja nun schon lange genug mit, ohne viel zu sagen ;)

          Es kommt leider oft vor, das man als Ausländer abgezogen wird, weil man einfach Fehler macht, oder sich nicht sofort zurecht findet. Die ersten Stunden in Moskau haben uns auch aus Leichtsinn mal eben 70€ gekostet.

          Die Geschichte war die, das wir bei einem Taxifahrer den Preis angefragt haben. Mit 34€ war der zwar hoch, aber für Münchner Verhältnisse noch im Rahmen, also abstrahiert man das auch auf Moskau.
          In Wirklichkeit, so denke ich zumindest im Nachhinein, hat der Taxifahrer einfach ausgelotet was geht. Wer schon bereit ist 34€ zu zahlen, den kann man auch abziehen. So war es dann auch. Bei der Fahrt hängte er noch beiläufig "pro Person" an.

          Das zweite mal in Moskau ist uns das nicht mehr passiert. Wir haben sofort alle Eventualitäten beseitigt und die abgemachten 20€ vor der Fahrt gezahlt. Davor sollte man herumlaufen und alle Taxifahrer fragen wieviel sie nehmen, damit man ein Gefühl für den Marktpreis hat.
          Weis man halt alles erst später. Die erzählen dir zwar alle was von "Tarifpreis", aber das ist Müll. Wenn man dir n Bären aufbinden kann, dann wird das auch gemacht.

          Wir waren dummerweise diesmal auf ein Taxi angewiesen. Die anderen Touren in Russland absolvierten wir immer mit Normalgepäck (Trekkingrucksack) und waren mit den öffentlichen unterwegs. Sprich von Kriminalität und Korruption hat man nichts mitbekommen. In den letzten 10 Jahren hat sich auch sehr viel verändert in dem Land. Aber auch hier: Kommt immer darauf an wo du bist. Russland ist groß und was in Moskau noch gilt, gilt woanders nicht mehr.

          Ich zweifle daran das diese Reise ohne Russisch überhaupt so leicht von der Hand gehen würde. In Moskau kommst du noch durch, aber später kann ich mir nicht vorstellen wie ich mich mit Händen und Füßen verständlich machen könnte. Das war halt mehr als nach dem Weg fragen. Das Gepäck macht hier und da Probleme und vieles gilt zu beachten, bzw. erst zu erfragen. Und wenn es darum geht die Sache mit irgendwem zu klären, vorallem im tiefsten Russland. Ja, wie soll man das ohne Russisch machen?

          Die Frage können wir gleich an codenascher richten. Er war bereits auf Kamtschatka ;)

          Ich denke das sind dann die Hauptprobleme die man ohne die Sprache hat. Mit Sicherheit lässt sich wer finden der dir hilft, zweifle ich gar nicht an, aber es wird nicht einfach.

          Viele vor dir haben die wildesten Sachen in Russland gemacht. Auch mit dem Wohnmobil ;) Aber ich fahre in Russland kein Auto. Die kennen einfach keine Verkehrsregeln ;) Ich wollte jetzt Russland nicht so aussehen lassen als ob es da keine normal-asphaltierten Straßen gibt In Russland generell kannst du mit ganz normalen PKWs fahren, aber wenn du dann auf die Idee kommst z.B. Waldwege anzusteuern, dann lieber ein Allrad.

          Selbst bei uns stand die Fahrt in den Wald, wegen Regen, auf der Kippe. Wenn es da mal richtig schifft, ist die Straße Matsch und sogar unser Fahrer hat eine Menge Respekt vor Matschigen Straßen gehabt. Und er fuhr einen Geländewagen.

          Ich bin in Russland geboren und mit neun nach Deutschland gezogen. Bzw. meine Eltern. Daher kann ich die Sprache Ich wollte das im Bericht nicht zum Thema machen, weil ich nicht dachte das es jemanden interessiert ;)
          Zuletzt geändert von Dima; 18.08.2015, 20:37.
          В жизни всё как в бане, хочешь - паришься, хочешь - нет.

          Kommentar


          • Tie_Fish
            Alter Hase
            • 03.01.2008
            • 3550

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

            Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich spare dann mal auf einen Unimog und melde mich vorher zum Russischkurs an. Meine Schwägerin kommt aus Kirgisien, bloß die will nicht mit auf Reisen gehen...
            Grüße, Tie »

            Kommentar


            • Schnapsmax
              Fuchs
              • 11.06.2007
              • 1439

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

              Hi Dima,

              sehr schöner Bericht, den ich bei ein oder zwei Gläschen gerne nochmal life bekommen würde...
              ... und danke für die nette Erwähnung eingangs.

              Bis bald
              Max
              Schöne Grüße
              Max

              Rausgehen ist wie Fenster aufmachen, nur vieeeel krasser.

              Kommentar


              • Torres
                Freak

                Liebt das Forum
                • 16.08.2008
                • 26606

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

                Ja, auch von mir ein Danke für den Bericht und die ausführlichen Erläuterungen. Das war sehr aufschlussreich.
                "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

                Kommentar


                • atlinblau
                  Alter Hase
                  • 10.06.2007
                  • 2799

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перl

                  OT: Bin etwas nachdenklich geworden, denn ich kenne die Gegend seit mehr als 45 Jahren -
                  aber nur vom erzählen meines Vaters.
                  Vor 75 Jahren waren bei Sewerouralsk die Kriegsgefangenenlager 377 und 531 für deutsche Gefangene.
                  Fast vier Jahre war er dort




                  Thomas
                  Zuletzt geändert von atlinblau; 19.08.2015, 19:42.

                  Kommentar


                  • Dima
                    Gerne im Forum
                    • 25.08.2009
                    • 86

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перl

                    Zitat von atlinblau Beitrag anzeigen
                    OT: Bin etwas nachdenklich geworden, denn ich kenne die Gegend seit mehr als 45 Jahren -
                    aber nur vom erzählen meines Vaters.
                    Vor 75 Jahren waren bei Sewerouralsk die Kriegsgefangenenlager 377 und 531 für deutsche Gefangene.
                    Fast vier Jahre war er dort


                    Thomas
                    OT:
                    Ja das stimmt. Diese Gefangenenlager waren in Jekaterinburg bzw. Sverdlovsk. Die Stadt Severouralsk hat meines Wissens nach erstmal nichts damit zutun.

                    Es gab noch ein Gulag mit dem Namen Sevurallag. Aber der hat seinen Namen eher von seiner Lage geerbt. Severo-Uralksij-gulag. Also Nordural-Gulag. Der befand sich, meines Wissens nach, am Fluss Sosva, der Ort heisst genauso.

                    ---edit

                    Achja, natürlich habe ich mit dem Bericht eher eine positivere Emotion auslösen wollen ;)


                    Zitat von Schnapsmax Beitrag anzeigen
                    Hi Dima,

                    sehr schöner Bericht, den ich bei ein oder zwei Gläschen gerne nochmal life bekommen würde...
                    ... und danke für die nette Erwähnung eingangs.
                    Das ist ja das mindeste! Ohne deine Paddelschläge wären wir schon längst an irgendeinem Stein zerschellt gewesen ;) so ungefährlich wie ich es geplant hatte war es dann, mit dem Regen, doch nicht.
                    Zuletzt geändert von Dima; 19.08.2015, 20:25.
                    В жизни всё как в бане, хочешь - паришься, хочешь - нет.

                    Kommentar


                    • Abt
                      Lebt im Forum
                      • 26.04.2010
                      • 5726

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

                      Danke war intressant zu lesen, ist aber nicht mein Ding im Boot.
                      Der Name Nishni Tagil.- wenn mich meine Erinnerung an Mineraltauschtage nicht trübt,-gab es da nicht besondere Bodenschätze? Platin oder so etwas? War was mineralogisch intressantes in der Höhle zu sehen, oder war das nur Eis?`

                      Kommentar


                      • Schnapsmax
                        Fuchs
                        • 11.06.2007
                        • 1439

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перl

                        Zitat von Dima Beitrag anzeigen
                        Das ist ja das mindeste! Ohne deine Paddelschläge wären wir schon längst an irgendeinem Stein zerschellt gewesen ;) so ungefährlich wie ich es geplant hatte war es dann, mit dem Regen, doch nicht.
                        Meine Paddelschläge ... das klingt ja richtig wichtig
                        Schön, dass Ihr von meinen Tipps profitieren konntet.
                        Bis die Tage
                        Max
                        Schöne Grüße
                        Max

                        Rausgehen ist wie Fenster aufmachen, nur vieeeel krasser.

                        Kommentar


                        • grenzenlos
                          Dauerbesucher
                          • 25.06.2013
                          • 566

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

                          Schöner, interessanter Bericht. Danke
                          Sprachen sind immer wichtig, zumindest wenn es um die Details geht
                          LG, Wi grenzenlos
                          Unsere Webseite: http://www.grenzenlosabenteuer.de

                          Gruß, Wi grenzenlos

                          Kommentar


                          • Dima
                            Gerne im Forum
                            • 25.08.2009
                            • 86

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&

                            Zitat von Abt Beitrag anzeigen
                            Danke war intressant zu lesen, ist aber nicht mein Ding im Boot.
                            Der Name Nishni Tagil.- wenn mich meine Erinnerung an Mineraltauschtage nicht trübt,-gab es da nicht besondere Bodenschätze? Platin oder so etwas? War was mineralogisch intressantes in der Höhle zu sehen, oder war das nur Eis?`
                            Ich kann dir das wirklich nicht sagen. Dafür interessiert es mich zu wenig, bzw. ich kenne mich nicht wirklich mit Steinen und sowas aus.

                            Das ganze Gebiet ist natürlich voll von Bodenschätzen, sogar jetzt noch wird da Gold abgebaut. Und es scheint sich zu lohnen, weil Strommasten in den tiefsten Wald verlegt werden. Das heißt das es da wohl bald Arbeiter geben wird.

                            In der Höhle gab es halt die Stalaktiten und die Stalagmiten, aber sonst eher nicht soviel. Aber wie gesagt, ich habe kein Auge dafür. Man hat mir ein Buch geschenkt, da steht drin das der Ural voll von irgendwelchen Steinzeug und sonst noch was ist. Da kannst du ne Schaufel mitnehmen und zu graben anfangen, die wahrscheinlichkeit das man was findet ist wohl recht hoch.
                            Zuletzt geändert von Dima; 20.08.2015, 19:03.
                            В жизни всё как в бане, хочешь - паришься, хочешь - нет.

                            Kommentar


                            • Wanderkobold
                              Anfänger im Forum
                              • 24.10.2014
                              • 21

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

                              Interessanter Bericht mit schönen Bildern, danke dafür!
                              Anscheinend ist es aber doch nicht ganz so schwierig, am Ural eine Tour zu machen, oder?
                              Gibt es da evtl. Reiseguides oder ähnliches?
                              Bei den Landschaftsbildern muss ich immer denken, dass es so Tausende von Kilometern weiter geht, bis die Tundra kommt...
                              Da kommt man sich etwas klein vor, irgendwie.

                              Gruß
                              Vitali

                              Kommentar


                              • Dima
                                Gerne im Forum
                                • 25.08.2009
                                • 86

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перl

                                Zitat von Wanderkobold Beitrag anzeigen
                                Interessanter Bericht mit schönen Bildern, danke dafür!
                                Bitte!

                                Zitat von Wanderkobold Beitrag anzeigen
                                Anscheinend ist es aber doch nicht ganz so schwierig, am Ural eine Tour zu machen, oder?
                                Gibt es da evtl. Reiseguides oder ähnliches?
                                Vor der Tour habe ich mich auch in die Richtung informiert. Es kommt ganz darauf an wo du Startest und wie deine Anreise ist. Geführte Touren beginnen ab dem ersten drittel des Flusses Wishera, weil hier das Wasser steigt und quasi jeder, ohne groß geübt zu sein, gut durchkommt. Der Startpunkt wäre dann in "Krasnowishersk". Gruppen von 20 Mann sind keine Seltenheit.
                                der 2/3 des Flusses, richtung Norden, wird schon interessanter. Hier ist das hinkommen schon beschwerlicher und normale Touristen sieht man hier, laut Bericht, kaum. Guides gibt es sicher nach Anfrage, aber die kosten. Vorallem deshalb, weil es nicht so einfach ist eine rentable Gruppenstärke zusammen zu kriegen. Aber einen Transporter kann man organisieren.

                                Der nördlichste Teil, also das letzte drittel, ist nur mit einer Lizenz befahrbar. Da ist ein Naturschutzgebiet. Hat man die erworben, kann man sich mit dem Boot, ab dem Ende der Autostraße, so weit wie möglich weiter Nordwärts bringen lassen. Aber auch da ist irgendwann Schluss und das Motorboot hat nicht genug Wasser um weiter zu fahren.

                                Ein Hubschrauber wird auch angeboten Kostet aber 900 Euro den starten zu lassen.

                                Wie du siehst, ist alles davon abhängig wieviel Kraft du hineininvestieren willst ;) Zum Fluss Uls, wo wir angefangen haben, gibt es gar keine Transporter. Man kann sich offiziel hinkarren lassen, aber das auch nur vom 500km weit entfernten Jekaterinburg. Die Kosten für uns wären enorm hoch. Deshalb haben wir geschaut das wir in Severouralsk wen finden, aber das war halt eine Fahrt ins blaue. Hätte klappen können, aber vielleicht auch nicht. Offiziel gibts nichts. Zumindest im Internet.
                                Zuletzt geändert von Dima; 21.08.2015, 12:24.
                                В жизни всё как в бане, хочешь - паришься, хочешь - нет.

                                Kommentar


                                • Mika Hautamaeki
                                  Alter Hase
                                  • 30.05.2007
                                  • 3945

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&#108

                                  Wow, vielen Dank für den Bericht, der hat mir den gestrigen und heutigen Abend sehr versüßt.
                                  So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                                  A. v. Humboldt.

                                  Kommentar


                                  • Kris
                                    Alter Hase
                                    • 07.02.2007
                                    • 2682

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перl

                                    Der Bericht liest sich sehr spannend! Schade, dass die bei imageshack eingestellten Fotos allesamt nicht mehr verfügbar sind. Vielleicht findest du ja mal eine ruhige Stunde und bebilderst den Bericht wieder...
                                    „Barfuß am Leben ist auch was wert.“ - Kasperl

                                    Kommentar


                                    • Dima
                                      Gerne im Forum
                                      • 25.08.2009
                                      • 86

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Перl

                                      Zitat von Kris Beitrag anzeigen
                                      Der Bericht liest sich sehr spannend! Schade, dass die bei imageshack eingestellten Fotos allesamt nicht mehr verfügbar sind. Vielleicht findest du ja mal eine ruhige Stunde und bebilderst den Bericht wieder...
                                      Ja, ich werde mich mal dran setzen. Finde das auch blöd.
                                      В жизни всё как в бане, хочешь - паришься, хочешь - нет.

                                      Kommentar


                                      • Spartaner
                                        Alter Hase
                                        • 24.01.2011
                                        • 2749

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [RU] Ural, Wishera, Uls - Урал - Нижний Тагил, р.Улс, р.Вишера, Пер&

                                        Interessanter Bericht! Ich bin gerade darüber gestolpert, weil auf der Karte der Europa-Reiseberichte im Gesamt-Zoom-Bereich nur eine einzige Paddeltour erscheint.

                                        Zitat von Tie_Fish Beitrag anzeigen
                                        Russland wäre auch noch mal sehr interessant für uns ... Wie siehts aus, wenn man mit dem Auto/WoMo dahin wollen würde? Ohne Allrad wohl nicht zu empfehlen, oder?
                                        Sicher ist Allrad schön zu haben, vor allem in robusten Geländewagen oder SUVs. Dann kann man nämlich hemmungslos mit 100 Sachen über die Schlaglochpisten brettern. Aber es geht auch ohne. Ohne Russland-verstärktes Fahrwerk muss man halt vorsichtiger fahren, und kommt in der Wildnis nicht ganz so weit. Wir haben eine ähnliche Ural-Tour 2014 mit einem Daihatsu Cuore gemacht, nicht unbedingt das typische Fernreise-Auto, außer wenn man Spartaner ist. Ich liebe dieses Auto

                                        Im Filmchen sind einige Minuten auf den Straßen zu sehen.

                                        Kommentar

                                        Lädt...
                                        X