[IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

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  • Weitwanderer
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    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

    Sehr schöner Bericht und Bilder über den Via degli Dei!

    Ich bin diesen Weitwanderweg diesen Juni direkt nach dem Lockdown gegangen und war überaus begeistert.
    Es war mein erste Weitwanderweg und und ich würde ihn auf jeden Fall weiter empfehlen.
    Man lernte einfach sehr viel über die italienische Kultur. In meinem Fall war das natürlich sehr einfach da ich mit eine italienischen Freundin gegangen bin.
    Ich war einfach begeistert von dem guten Essen nach einem langen Wandertag!

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  • WalterR
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    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)


    Samstag 15.6.2013
    Gabbiano - Bivigliano 26,8 km ↑ 945m ↓ 660m ca 8 h


    Mit einem Superfrühstück und dazu noch Jausenbroten als Proviant geht eine Übernachtung in einem empfehlenswerten Quartier bei einer sehr gastfreundlichen Familie zu Ende.


    bei Gabbiano


    bei Gabbiano


    Bauernhof mit Mohn


    San Piero a Sieve

    Wandern an einer Landstraße mit wenig Verkehr bis San Piero a Sieve. Auffüllen der Vorräte im Supermarkt - Getränke.
    Heißer Aufstieg nach Trebbio, aber immer wieder schöne Blicke, Toskana wie in der Vorstellung. Feines Wandern an Kulturlandschaften, Alleen, alten Gehöften und Mauern - schön ist immer wieder der freie Blick nach der langen Tour im Wald gestern.


    Trebbio


    Schilderwald für einen Feldweg







    Jeder Tag hat irgendwie seinen eigenen Charakter, uns gefällt es. Nach einem Abstieg und der Querung einer Straße, verlieren wir den empfohlenen Weg, wer zu spät auf die Karte schaut, den "bestraft" die Sonne mit Hitze. Wir finden den Weg wieder, rasten auf einem frisch gemähten Feld bei einem verfallenden Kloster und erreichen auf einem Waldweg das Kloster Montesenario.


    das verfallende Kloster Badia di Buonsolazzo


    das Kloster Montesenario


    Kloster Montesenario



    beim Kloster Montesenario

    Schöne Aussichtslage, guter Brunnen mit kaltem Wasser. Um drei Uhr wird die Kirche und die Bar geöffnet, beides ist schön, der Klosterlikör sehr lecker. Er kommt aus dem Kloster Camaldoli, dieses werden wir einige Tage später erreichen. Wir genießen die Atmosphäre auf dem Berg Montesenario, schauen den Touristen zu, manche würden am liebsten mit dem Auto bis in die Kirche fahren - zu Fuß gehen ist nicht in. Nach den längeren bisherigen Etappen sitzen wir in der Sonne, man gewöhnt sich immer mehr an die feine Wärme, es ist nicht mehr weit zum heutigen Ziel.
    Das Hotel im Park hat früher auch bessere Zeiten gesehen, die Erhaltung des Palazzo ist aufwändig. Wir sind auch hier die einzigen Gäste, nach einem Prospekt ist der Umbau zu einem Altersheim geplant. Das Abendessen war für uns eine kulinarische Katastrophe, das heißt was in Italien.
    Ganz Bivigliano ist heute, am Samstag abends beim Sportplatz versammelt, es gibt einen Ausschank - das ganze sieht aber privat aus.


    die besten Zeiten des Hotels sind vorbei


    Sonntag 16.6.2013
    Bivigliano - Fiesole 18,7 km ↑ 408m ↓ 689m ca 5:15 h


    Nach dem Flop mit dem gestrigen Abendessen verzichten wir auf das Frühstück und brechen dafür um 06.30 auf.
    Klassisch schön die Ausblicke über die Wiesen hinunter auf Florenz mit dem Dom. Wiederum die feine Hochstimmung des frühen Aufbruches, belohnt mit Postkartenblicken, teilweise geht der Weg durch tiefes Gras.


    der erste Blick auf Fiesole und Florenz


    in den Hügeln vor Fiesole


    Blick auf Florenz


    Blick zurück auf Montesenario und dem Start der heutigen Tour (am Horizont)


    am Gipfel des "Il Pratone" (702m)



    Wir hatten hier, kurz vor Florenz mit viel mehr Straßenstrecken gerechnet, der Weg ist aber immer schmal und geht im Wald über zwei Hügel und erreicht erst kurz vor Fiesole wieder Asphalt. Kurz gesagt, die Etappe ist wieder einmal schöner als erwartet.

    Zu mittag erreichen wir Fiesole, überströmt mit Touristen angekarrt in Bussen. Ein Lokal, in welches man als Tourist mit Rucksack und "leicht" duftender Kleidung gehen kann und mit erträglichen Preisen, wäre schön, wird aber hier nicht geboten.
    Mit dem nächsten Bus fahren wir nach Florenz, die letzten 5 Kilometer hungrig zu Fuß zu gehen, hatte keiner mehr Lust.

    In Florenz geniessen wir dann, frisch gewaschen und ohne Rucksack eine gute Pizza und dann einen lauen Sommerabend, wir laufen viel durch die Stadt und freuen uns über den guten ersten Teil der Tour.

    Wir haben auf der ganzen Strecke von Bologna keinen einzigen Weitwanderer getroffen, nur einige wenige italienische Tagesausflügler. Die Strecke hat uns sehr gut gefallen, war abwechslungsreich und bis auf die Abschnitte mit dem Matsch auch gut zu gehen. Wir hatten die gesamten 5 Tage gutes, fast wolkenloses Wetter, aber auch recht warm, der Wetterbericht meldete in Florenz und Bologna zwischen 33 und 37 Grad!


    Florenz


    der Dom von Florenz


    Florenz

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  • WalterR
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    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

    @blauloke @hawe

    Auf vielen Wanderungen in außeralpinen Regionen Italiens (ua. im Apennin, Abruzzen) haben wir feststellen können, daß durchaus aktive lokale Gruppen des Italienischen Alpenvereins (CAI) tätig sind, was sich durch vermehrte gute Markierung bzw. Beschilderung der Wege sowie die Errichtung und den Betrieb von Schutzhütten aller Klassen zeigt. Auch dadurch gibt es durchaus eine Wandertradition in Italien, die Begegnungen mit den Einheimischen waren geprägt von echter Gastfreundschaft und großem Interesse am Woher und Wohin.

    Nennenswerte Probleme ergaben sich höchstens durch das "Eindringen" in das Reich eines Hirtenhundes und dessen Verteidigung seiner Güter/Herde.

    P.S. wir waren allerdings nie zur Jagdsaison unterwegs, vermutlich ist es dann wesentlich ungemütlicher!

    Beste Grüße
    Walter

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  • Hawe
    antwortet
    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

    Hallo Walter
    vielen Dank für Deinen Bericht, bin schon gespannt auf die Fortsetzung.
    Es ist noch nicht lange her, da wurde man in dieser Gegend von Bauern, Jägern und sonstigen Leuten mit der Lupara aus dem Wald gescheucht, wenn man mal versuchte, dort zu wandern.
    Da hat sich ja einiges getan, und Dein Bericht macht neugierig...
    Grüsse
    Hawe

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  • WalterR
    antwortet
    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

    Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Man hört immer die Italiener wandern wenig. Seit ihr auf euerer Wanderung mal wegen dieser "seltsamen" Tätigkeit angesprochen worden?
    Hallo Blauloke!

    Auf der Tour von Bologna nach Florenz haben wir überhaupt keine (Weit)wanderer getroffen, wir vermuten, dies hängt mit der vorangegangenen langen Schlechtwetterperiode zusammen. Wie gesagt, haben mehrere Vermieter erwähnt, dass durchaus immer wieder Wanderer aus vielen Nationen die Strecke gehen und es gibt dazu einige Berichte und Videos im Internet.

    Auf der Strecke weiter von Florenz nach Assisi haben wir deutlich mehr Wanderer getroffen (viele Deutsche aber auch durchaus Italiener), dies liegt aber wahrscheinlich daran, dass dieser "Franziskusweg" wesentlich bekannter ist, als der "Götterweg" - Via degli Dei.

    P.S. Fortsetzung gibt's vermutlich morgen!

    Beste Grüße
    Walter

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  • blauloke
    antwortet
    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

    Ein Wanderbericht aus Italien! Da gibt es relativ wenig hier.
    Man hört immer die Italiener wandern wenig. Seit ihr auf euerer Wanderung mal wegen dieser "seltsamen" Tätigkeit angesprochen worden?

    Ich hoffe der Bericht wird bald fertig.

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  • WalterR
    antwortet
    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)


    Freitag 14.6.2013

    Madonna dei Fornelli - Gabbiano
    31,5 km ↑ 1001m ↓ 1471m ca 9,5 h


    Heute ist wegen der langen Etappe ein Frühstart angesagt, jedoch ist die Bar um kurz nach sechs Uhr schon erfüllt vom Duft der eben gelieferten Backwaren. Der Tag startet mit einem Capuccino, einem herrlich frischen Kipferl, feinen Temperaturen und wolkenlosem Himmel. Stimmungshoch durch die noch tiefstehende Sonne mit den warmen Farben und Konturen der Blumen, Wiesen und dem leichten Dunst über den Hügeln.







    Zuerst ziemlich steil hinauf dann vorbei an derzeit unbewohnten Sommerhäuschen. Die Reste einer antiken Römerstraße beeindrucken uns nur mäßig. Dann an einem kleinen See das erste Wildschwein gehört und kurz darauf im Wald einen schwarzen Schatten gesehen, beim Weitergehen löste sich das "Wildschwein" zu einem schwarzen Hund auf, und das Qieken kam von kleinen, tierischen Bewohnern des Teiches.










    Der Forstweg wurde immer feuchter und nässer, teilweise stand das Wasser in den Spurrinnen einen halben Meter tief. Die Umgehungen sind mühsam und zeitaufwändig, durch kratzende, dornige Büsche suchend, mal von jener Seite auf die andere hüpfend.








    Aber es könnte schlimmer kommen, und es kam schlimmer! Durch riesige Forstarbeitsmaschinen ist der Weg knietief in klebenden Schlamm umgewandelt, und über die volle Breite komplett ungangbar.

    Sehr nervend und mühsam, garantiert nicht vergnügungssteuerpflichtig, suchen wir den bestmöglichen Weg durch den Urwald, zerkratzt von zahlreichen Dornen, behindert von den herumliegenden Ästen. Abgekämpft erreichen wir den Passo di Futa, mit Asphaltstraßen und dem ganzen Zivilisationslärm. Ein Kaffee wäre gut, wir haben die Bar jedoch nicht gesehen, zurückgehen mögen wir auch nicht mehr.








    Es folgt der nächste Aufstieg zum Monte Gazzaro, ein Gipfel mit Rundumsicht. Mittagspause.





    Im Abstieg sind einige Passagen, welche Konzentration erfordern, wir sind froh um die Stöcke und dass es hier nicht nass ist. Es folgen lange Passagen durch Laub- und Mischwälder auf Forstwegen leicht fallend dann wieder Steigungen, weit weg von jeder Siedlung. Ab Sant Agata sind noch drei Kilometer auf einer staubigen Schotterstraße durch Kulturlandschaften bis zur Unterkunft zurückzulegen.








    Nach der notwendigen Dusche und in frischen Kleidern genießen wir, wieder als einzige Gäste, den freundlichen Empfang und die tolle Bewirtung durch unsere Gastgeber - Ausklang bei einer Flasche "Brusco dei Barbi". Schön war's!
    Zuletzt geändert von WalterR; 27.10.2013, 08:30.

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  • Juno234
    antwortet
    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

    Schöne Tour Macht Spaß zu lesen

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  • WalterR
    antwortet
    AW: [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

    Donnerstag 13.6.2013


    Badolo (Nova Arbora) - Madonna dei Fornelli
    28 km ↑1605m ↓1203m ca 8:00 h




    Angenehme Temperatur am Morgen, feines Wetter, der Tag beginnt mit einem Kilometer auf einer kaum befahrenen Straße zum Dorf Badolo. Kurz vor dem Erreichen der ersten Häuser zieht der Weg in den Wald und mit teilweise hohen, felsigen Stufen steil hinauf auf den Monte Frate. Weite Sicht auf die Berge und Hügel des Appennin durch den Steilabbruch des Berges, dasselbe nochmals, vielleicht noch imposanter am nächsten Berg, dem Monte Adone. Am Gipfel ein Treffen mit einem älteren italienischen Ehepaar, die beiden zeigen uns ganz entfernt am Horizont die Windräder kurz vor unserem heutigen Tagesziel. Es sieht einfach weit, weit weg aus.






    Blick vom Monte del Frate zum Monte Adone









    Blick zurück, am Horizont vor dem Dunst ist noch die Basilika San Luca sichtbar






    Gipfel des Monte Adone



    Das Tagesziel liegt ganz hinten am Horizont






    Ginstergelb und mit intensivem Blütenduft geht es in einem Bogen nach Brento und dort weiter über die asphaltierte Landstraße.



    Blick zurück zum Monte Adone





    Einem Aufstieg wird über Feldwege auf der Südseite des Hügels, diesen umrundend ausgewichen, inzwischen ist es heiß geworden. Nach wenigen, erfolglosen Versuchen die nächsten vier Asphalt-Kilometer durch Autostoppen abzukürzen, war die Devise Augen zu und durch. Rast und Stärkung in einer Bar in Monzuno, dann eine Stunde Aufstieg, schwitzend! Es war heiß, aber der Weg wieder abwechslungsreich, meist auf der Kuppe einer Hügelkette. Die früher einflügeligen Windräder auf dem Monte del Galletto wurden jetzt gegen dreiflügelige ausgetauscht, verbunden mit einer Verbreiterung des Waldweges auf fünf Meter, das Wandern wird aber dadurch nicht schöner.





    Nach kurzer Pause in einem Feld mit schöner Aussicht auf die umgebenden Hügelketten ist das Ziel Madonna dei Fornelli erreicht. Das Hotel liegt zentral, die Zimmer sind einfach, aber das Dorfleben spielt sich in der Bar ab, und man kann gemütlich zusehen, bei einem frisch gezapften Bier im Schatten.








    Zuletzt geändert von WalterR; 27.10.2013, 06:44.

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  • WalterR
    hat ein Thema erstellt [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei).

    [IT] Wanderung von Bologna nach Florenz (Via degli Dei)

    Mittwoch 12.6.2013

    Bologna - Badolo (Nova Arbora) 24,7 km ↑ 927m ↓ 570m ca 7,50 h



    Endlich gehen! Die Wetteraussichten sind bestens, das Frühstück reichlich, gesund und lecker.
    Die Arkadengänge von Bologna beeindrucken und schützen uns am gesamten Weg von der Stadt bis zur Basilika San Luca auf einem Berghügel etwa 3 km außerhalb von der Sonne und Hitze. Na ja, zumindest meistens, da auch einige Abschnitte direkt in der Sonne liegen. Diese überdachte Stufenstrecke erfreut sich großer Beliebtheit bei Joggern aller Altersstufen. Die Basilika bietet eine erste Rast im Schatten, der Weiterweg nach Casalecchio di Reno ist leicht zu finden.


    Laubengänge in Bologna












    Santuario della Madonna di San Luca





    Die nächsten 8 Kilometer seien laut Beschreibungen im Führer und im Netz sehr sumpfig, allgemein wird die Umfahrung dieser Strecke per Bus angeraten. Wir sind ziemlich gespannt und wollen den Versuch zu Fuß zu gehen wagen, obwohl jetzt nach einer langen Schlechtwetterperiode die ersten trockenen und heute "der erste warme Tag des Jahres" ist. Viele Wegspuren verzweigen sich hier, führen wieder zusammen und leiten uns hier im Uferbereich des Flusses Reno Richtung Süden.
    Den nassen, sumpfigen Stellen kann man recht gut ausweichen, am besten schien uns immer die Pfadspuren mit den Mountainbike-Reifenabrücken zu folgen, eine Markierung gibt es hier nicht. Das Buschwerk und der Bewuchs gedeiht hier prächtig, die Pfade sind stark verwachsen und es zeichnen sich zunehmend Kratzer auf den ungeschützten Armen und Beinen ab. Auch Insekten sind froh über die Abwechslung mit zwei schwitzenden Touristen und stechen sich munter ins Blut. Gänzlich ungewohnt ist der hohe Lärmpegel durch die vielen Vögel und anderes Getier in den dicht belaubten Baumkronen, es erinnert ein wenig an die Tropenhäuser im Zoo. Immer wieder ergeben sich Blicke auf das schotterige Ufer des Reno, auf der anderen Seite Hänge mit starken Erosionen und dem typischen trockenheitsresistenten, meist harten und stacheligen Bewuchs, der an die Crete, eine Landschaft südlich von Siena, erinnert.






    Am Ufer des Flusses Reno




















    Die "Sumpfstrecke" ist bald danach auf eigenen Beinen durchwandert, ein bisschen Stolz ist dabei, wegen "alles zu Fuß". In Google Maps ist auf der Strecke in Vizzano eine Trattoria eingezeichnet, welche im Führer und den Beschreibungen mit keinem Wort erwähnt wird, neugierig wird von uns das unscheinbare Haus mit einer Terrasse über dem Reno beäugt.
    Wir werden sehr freundlich und nett auf die Aussichtsterrasse eingeladen und sitzen bald mit einem Prachtblick über den dreißig Meter tief unter uns fließenden Reno im Schatten einer Pinie. Hier ist für Wanderer von Bologna ein idealer Punkt für eine kulinarische Mittagspause mit bester Hausmannskost. Der Wirt erzählt von immer wieder vorbeikommenden anderern, aber "nein heute ist keiner vorbeigekommen" und "nein gestern auch nicht". Auf meine Frage, warum am Haus kein Hinweis auf den Gastbetrieb zu sehen sei, meint der Wirt, dass die Trattoria den Einheimischen bestens bekannt und gut besucht sei. Na ja, die Wanderer werden keine große Kundenanzahl darstellen, obwohl die Trattoria sich für eine Mittagsrast mit der herrlichen Lage über dem Steilufer des Reno geradezu anbietet.


    Terasse der Trattoria Vizzano über dem Reno





    Frisch gestärkt biegen wir nach kurzer Asphaltstrecke nach rechts über eine Brücke in den Wald ein, dieser öffnet sich kurz darauf zu einer sehr sumpfigen Wiese um nach kurzer Passage durch ein Waldstück vor einem rauschenden Bach zu enden. Da auch die Pfadvarianten wenig einladend sind, wird der Rückzug aus dem ersten Verhauer angetreten. Wir gehen meist nach den lokalen Wegweisern, einem "Gefühl für den Weg" gepaart mit einem recht guten Orientierungsinn, und lesen nur sehr selten in den Führern nach. Dies führt kurz danach zum nächsten Verhauer, wobei wir eine gut versteckte Abzweigung "bei einem gelben Haus" übersehen. Kurz danach ist die Wegführung für uns nochmals verwirrend, aber nach kurzem Hin und Her erreichen wir das schön gelegen B&B Prati di Mugnano. Die Wegführung am Waldrand, durch lichte Wälder und an winzigen, menschenleeren Weilern vorbei ergibt ein wunderbar zufriedenes Gefühl der Stimmigkeit der Geschwindigkeit des Wanderns mit dem Erlebnis der Natur und der Kulturlandschaft.





    Durch die recht leichten Rucksäcke (aber keineswegs UL), welche mit jeder Tour und Erfahrung weiter an Gewicht verlieren, und dem ausreichenden Training und der Gewöhnung an die höheren Temperaturen bei einer mehrtägigen Wanderung im Vinschgau, ist der Weg purer Genuß. Keine Spur von Plage oder Anstrengung, nur Spaß und Freude. In bester Stimmung erreichen wir das B&B Nova Arbora in der Nähe des Weilers Badolo, inmitten eines riesigen botanischen Gartens mit enormer Vielfalt an Blumen und Pflanzen. Feinste Bänke im Schatten laden zur Rast in der Blütenvielfalt, Unterhaltung bieten auch die Katzenmütter mit der Aufgabe ihren quirligen, unendlich neugierigen Nachwuchs vor allen Gefahren des Katzenlebens zu schützen. Bei Donatella, der freundlichen Wirtin erhalten wir noch ein Abendessen mit einem frizzante Rotwein und stillem Wasser direkt im Wohnzimmer der Familie.

    Zuletzt geändert von WalterR; 25.10.2013, 15:55.
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