[PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2011

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  • lina
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    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Der Vollständigkeit halber (und weil wir im Vorfeld sehr lange danach gesucht haben): Der angenehm zu fahrende Weg nach Litauen zweigt, aus der Richtung Grzybina kommend, kurz vor dem Ortseingang von Wiżajny ab (ca. 54°21'50.38"N / 22°51'19.68"E). Nach einer kurzen Strecke am See-Ufer entlang teilt sich die Straße. Hier gibt es kein Hinweisschild, aber links abbiegen hat geklappt

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  • lina
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    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    ... polnische Holzlaster ...
    Die haben aber trotzdem was:
    Sie ziehen aber eine feine Holz-Duftwolke mit sich – jedenfalls in der kurzen Zeit, bevor die Dieselwolke ankommt und wenn sie in die selbe Richtung fahren, bekommt man etwas Schwung mit

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  • Torres
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Prosze bardzo
    Zuletzt geändert von Torres; 25.05.2012, 07:06.

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  • Abt
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    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Dziękuję!

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  • Torres
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    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Das kann ich nicht beantworten.

    Die Tour hat mich verändert, ohne Zweifel.

    a) die nächste Radtour fand in Polen statt (Lubuskie)
    b) die betriebliche Weihnachtsfeier fand auf meinen Wunsch im litauischen Restaurant statt
    c) mit polnischen Kollegen verstehe ich mich seither grandios
    d) die gemeinsamen Erlebnisse verbinden unser Team bis heute
    e) ich bin offener gegenüber Reisen nach Osteuropa geworden
    f) ich habe gelernt, mich in Sprachen zu verständigen, die ich weder verstehe noch jemals lernen können werde
    g) mir wurde noch bewusster als zuvor, wieviel gemeinsame Geschichte unser Land und die bereisten Gebiete haben
    h) mir wurde deutlich, welch geschichtsträchtiger Boden Masuren ist
    i) ich habe die Heimat meiner Tante kennen gelernt
    j) ich fühle deutlicher als zuvor, wie der zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus Millionen von Schicksale beeinflusst hat
    k) ich habe entdeckt, das die Landschaft dort den Landschaften in MVP oder S-H ähnelt, die ich sehr mag
    l) wer polnische Schlaglöcher und polnische Holzlaster überlebt, kann Fahrrad fahren

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  • Abt
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Was ist euch/dir am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben?
    Mal abgesehen von dem Sturz.

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  • bjoernsson
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    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Danke, Torres, für diesen schönen Bericht - der mir zwar einen "Urlaubstraum" in etwas weitere Ferne hat rücken lassen, mich aber trotzdem gleichzeitig zu neuen Ideen inspiriert hat.

    Schade, dass es vorbei ist (auf der anderen Seite kann ich so jetzt ruhiger in den Urlaub fahren! )!

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  • Torres
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Der letzte Tag (26.05.2011) 12 km


    Wir fahren am Bahnhof Giruliai vorbei auf der Radstrecke durch den Wald Richtung Universität.





    In der Friedrich Passage essen wir ein letztes Mal litauische Spezialitäten. Aus Deutschland kommen beunruhigende Nachrichten über eine EHEC - Infektion, die gerüchteweise durch den Genuss von Salat, Gurken oder Tomaten ausgebrochen sein soll. Es wird sich erst später herausstellen, dass Sprossen die Ursache sind.
    Frische Cepelinai (Zeppeline – eine Art gefüllte Klöße), mein Lieblingsessen, dass mich immer wieder hierher zurückführt, haben sie leider nicht vorrätig (das Bild ist vom Vortag).





    Aber was sie servieren können, ist auch lecker.








    Dann gehen wir Richtung (alter) Hafen und vertreiben uns die Zeit. Unser Fährterminal befindet sich am anderen Ende der Stadt im Bereich des Industriehafens. Hier dagegen passieren Segelboote, legen die Ausflugsschiffe an und starten die Fähren zur Kurischen Nehrung. Ein Kreuzfahrtschiff liegt vor Anker, dessen Passagiere den Landgang zum Kauf von Bernsteinschmuck nutzen.
































    Unser fünfter Mann meldet sich, seine Fähre geht früher und er ist bereits in Richtung Fährhafen unterwegs. Wenig später sehen wir das erste Mal unsere Fähre.








    Wir haben noch viel Zeit bis zur Abfahrt, fahren aber dennoch zügig auf verschlungenen Pfaden, die nur für Eingeweihte und Ortskundige praktikabel sind , Richtung Terminal.

















    Wir dürfen als erstes – noch vor dem arroganten Porschefahrer - Richtung Schiff radeln, wo wir dem Ausladevorgang zu sehen und weitere Radler treffen, die diese Strecke in weniger als 14 Tagen gefahren sind .














    Das Wettrennen Fahrrad gegen Porsche gewinnt das Fahrrad...... (Insider).





    Dann warten wir auf dem Sonnendeck mit einem Motorradfahrer zusammen auf die Abfahrt.





























    Das Schiff setzt sich in Bewegung. Ich sehe noch einmal auf die Wohnblöcke, die uns bei der Ankunft in Klaipeda an der vierspurigen Hauptstraße begrüßt haben. Es kommt mir vor, als wäre das ewig her.





    Hier haben wir heute mittag gesessen.








    Langsam nähern wir uns dem offenen Meer.
































    Und dann ist vor uns und hinter uns nur noch das weite, große Meer.





    Auf Wiedersehen Polen, auf Wiedersehen Litauen. Schön war es.
    Zuletzt geändert von Torres; 01.06.2012, 07:06. Grund: Fotolink

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  • Abt
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    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Einen Comandante brauchten wir nicht. Wir kannten uns gut genug von den verschiedensten Nordlichtertreffen und den Probetouren.
    Auch wir sind gut geübte Freigeister, nur wenn die losgelassen, wird es sch....

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  • Torres
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Nö: Morgens das Ziel (Campingplatz) festgelegt und dann in 2-3 Gruppen gefahren. Wer zu erst am Ziel war, hat die Campingplätze oder die Alternativen gesucht und den anderen Bescheid gegeben. Wozu gibt es moderne Kommunikationsmittel

    Einen Comandante brauchten wir nicht. Wir kannten uns gut genug von den verschiedensten Nordlichtertreffen und den Probetouren.

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  • Abt
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Wie,- habt ihr immer abgestimmt? Weiterfahren,- Stadt besichtigen,-Baden,- im Bier und Eis dahinschlemmern.
    Stell ich mir gar nicht so einfach vor. Und wer war Comandante?

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  • lina
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Es waren 5 wagemutige ODSler

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  • Abt
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Danke für den Bericht.
    Auch schön mal von einer Radgruppe etwas zu lesen, die sich zudem hier beim Schreiben abwechselt. Zu wievielt war'd ihr denn unterwegs?

    (Die Einzel-Lastigkeit anderer Reiseberichte hier fällt schon langsam auf.)

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  • Jack68
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    ...danke! Das ist ein sehr aufwändiger Reisebericht! Macht viel Spaß ihn zu lesen bzw. nach zu verfolgen!

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  • Torres
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Zweiter Ruhetag Klaipeda


    Am Morgen zieht es uns ans Meer.










    Es weht ein kräftiger Wind und nordseetypische Wellen rauschen. Heimat.














    An der Bushaltestelle mache ich ein Foto für eine Kollegin in Deutschland.






    Mit dem Bus passieren wir die Bahnstrecke an dem Wäldchen, an der wir am ersten Tag gescheitert sind.





    An der Hauptstraße.





    Der Kreisel. Hier sind wir auf dem Hinweg falsch gefahren, da wir uns von einem Einbahnstraßenschild abschrecken lassen haben. Tatsächlich dürfen Fahrräder die zentrale Hauptstraße gegen die Einbahnstraße befahren, da es einen Radweg gibt. Übrigens befindet sich hier eine gute Bäckerei.





    In der Friedrich Passage sehen wir Fahrräder, die uns bekannt vorkommen.





    Wir bummeln zurück Richtung Marktplatz.

















    Ännchen von Tharau.





    Der Markplatz mit den Ständen der Bernsteinhändler.





    Mit einem Bus der Magdeburger Verkehrsbetriebe geht es zurück zum Campingplatz.





    Nach einer Ruhepause lockt erneut das Meer.

















    Wir sehen den Bus von Franzosen, die wir bei Danzig auf dem Campingplatz getroffen hatten. Sie fahren durch Europa. Die Route ist auf der Karte eingezeichnet. Deutschland fehlt noch.





    Der letzte Abend unserer Reise hat begonnen.
    Zuletzt geändert von Torres; 24.05.2012, 08:13.

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  • Torres
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    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Erster Ruhetag Klaipeda


    Wir warten auf den Bus, da sieht uns ein Ehepaar mit Wohnmobil vom Campingplatz und fährt uns an den Rand der historischen Altstadt.





    Oberer Teil des vom Bildhauer A. Sakalauskas gestalteten Denkmals. Die Worte „Esame Viena taute, viena zeme, viena lietuva“ stammen von Eve Simonaitytes.

    Übersetzt: „Wir sind ein Volk, ein Land, ein Litauen“.





    Der Fluss Dane.









    Die Brücke der Liebesschlösser. Die Schlösser sollen ewige Liebe symbolisieren und werden von Jungverliebten angebracht.





    Impressionen:












    Kulinarischer Mittelpunkt: Die Friedrichpassage. Hier gibt es ein Lokal, das litauische Spezialitäten frisch zubereitet.





    Die Markthallen





    Bauersfrauen bieten die Früchte ihres Gartens feil. Das erste Mal wird Armut sichtbar. Ein Kontrast zu den wohlhabenden, gut gekleideten, jugendlichen Litauern in den Restaurants und Cafés Klaipedas.





    Der historische Stadtkern.





    Moderne Architektur am Rand der historischen Altstadt.





    Am Nachmittag gehe ich in Giruliai an den Strand.


















    Eine Küste, an der die Ostsee die Nordsee ist. Sozusagen.























    Der schwarze viereckige Kasten ist übrigens eine Umkleidekabine.

    Langsam gehe ich durch das Wäldchen zurück zum Campingplatz.








    Die anderen haben Borschtsch gekocht. Lecker.


    Zuletzt geändert von Torres; 16.05.2012, 07:30.

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  • Torres
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Vente - Klaipeda 59 km


    Am nächsten Morgen ist es windig.





    Das Tarp flattert im Wind, aber unsere Zelte stehen stabil. Das kann man von dem Zelt eines Holländers nicht mehr behaupten, das sich hin und her wiegt und dessen Hutze sich so dramatisch im Wind hebt und senkt, dass er sie abbaut, bevor sie abreißt. Und leider auch, bevor ich sie fotografieren kann. Ich identifiziere meine „Lieblingszeltmarke“.





    Ich messe den Wind mit meinen Windmesser, aber es ist nur eine Brise von ca. 30 km/h. Dennoch entscheide ich mich, mein Zelt mal sicherheitshalber an der windzugewandten langen Seite mit 3 Heringen zu befestigen. Kurz fange ich den Blick des Holländers ein, der mir völlig fassungslos zu sieht. Ohne befestigt zu sein, steht mein Zelt ohne Abspannung ungerührt im Wind, während seines gerade abhebt. Kurz darauf baut er ab und flüchtet, während ich noch ein wenig weiter schlafe.





    Dann ist wieder Aufbruch angesagt.











    Der Wind ist etwas schwächer geworden, aber immer noch recht stark. Wir sind froh, dass er von der Seite kommt.





    Der andere Campingplatz des Ortes, der sich am dem Meer abgewandten Teil der Straße befindet. Er ist zu verkaufen.





    Libellen fliegen neben uns her. Ich bemerke sie nicht. Dafür sehe ich den unvermittelt an der Straße stehenden Schornstein,








    die Kreuzung, die zur Schotterstrecke von gestern führt,





    den lokalen Supermarkt, an dem wir Wasser kaufen und frühstücken,





    den Fluss,











    ein rosafarbenes Schmuckstück,





    die ausgedehnten Felder,











    und ein letztes Mal eine Dorfidylle.




    Dann geht es auf einer zunächst zweispurigen und dann vierspurig ausgebauten Hauptstraße Richtung Klaipeda. Die Umgebung ist reizarm, nur der Zug verführt zu einem Foto.





    Erste Anzeichen urbanen Lebens





    und dann geht es navigeführt über einen Radweg in die Stadt hinein. Sie stellt sich zunächst als von Wohnblöcken dominierte Trabantenstadt mit mehrspuriger, vielbefahrener Straße dar und es dauert lange, bis wir die historische Innenstadt erreichen. Die Radwege sind passabel, aber öfter müssen wir die Straße kreuzen, die Bordsteine sind hoch und der Radweg ist an einigen Stellen mit dem Fußgängerweg kombiniert. Dann kommen wir in ruhigere Seitenstraßen, verfahren uns einmal und sind dann endlich am Stadtkern angelangt.




    Wir queren die Innenstadt.











    und lassen uns vom Navi zum Campingplatz leiten. An einer Stelle müssen wir die Fahrräder eine Treppe hochheben – der Radweg ist wohl noch verbesserungswürdig.

    An der Universität geht es links ab.





    Ein Fahrradfahrer erklärt uns, dass man durch den Wald nach Giruliai, einem Stadtteil Klaipedas, zum Campingplatz kommt. Der Wald ist wunderbar zu fahren, aber es gibt keine Schilder und wir verfahren uns. An der Bahnlinie ist Schluss und wir müssen wieder zur Straße.





    Tatsächlich gibt es einen schönen Radweg quer durch den Wald nach Giruliai, der Teil eines ganzen Radwegnetzes ist, aber dazu muss man sich die lokale Radkarte besorgen, die bei der Tourist Information oder am Campingplatz kostenfrei erhältlich ist.

    Einem Campingplatzschild folgend, stellen wir fest, dass der vereinbarte Campingplatz nur mit Navi zu finden ist, da er nicht ausgeschildert ist, sondern nur an einem Wegweiser vor Ort zu erkennen ist. Der Campingplatzschilder an der Straße gelten einem in 10 km entfernt befindlichen Campingplatz. Unser fünfter Mann, der bei diesem Gegenwind heute von Siline aus Richtung Vente radelt (also genau gegen den Wind! - Kompliment!), erst am nächsten Tag Klaipeda erreichen wird und kein Navi besitzt, wird trotz unserer Erklärungen per sms den Campingplatz verfehlen und auf dem ausgeschilderten Platz einchecken.





    2 Ruhetage haben wir herausgefahren. Am Abend besorge ich Nudeln und Tomatensoße für das Abendessen in einem Lokal am Bahnhof von Giruliai. Man spricht dort sogar ein wenig deutsch.
    Zuletzt geändert von Torres; 12.05.2012, 07:10.

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  • Torres
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    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Siline – Vente 134 km


    Der längste Streckenabschnitt der Tour liegt vor uns. Es ist sonnig und windstill. Um 8 Uhr geht es auf den Memelradweg.























    Die Brücke bei Jurbarkas vom Radweg ausgesehen.




    Leider ist hier die Ausbaustrecke zu Ende und wir radeln von da an auf der wenig befahrenen Landstraße (es ist Sonntag) weiter.













    An einem Poller, der den Radweg im Ort von der Straße trennt, bleibe ich mit den Radtaschen hängen und stürze. Natürlich nicht unbeobachtet, sondern vor den verblüfften Augen sich langweilender Polizisten einer Verkehrskontrolle. Die Bilder meines blutenden Knies erspare ich Euch. Es geht die gelbe 141 entlang, die fast autoleer ist und einen exzellenten Straßenzustand aufweist.




















    In einem kleinen Ort kaufen wir Wasser. Ein Litauer spricht uns auf deutsch an. Er hat einige Jahre in Deutschland gearbeitet und erinnert sich gerne an die Zeit. Litauisch ist für uns dagegen nicht zu verstehen.










    Möglicherweise ein zukünftiger Fernradweg?





    Als ich beim Vorbeifahren ein Fotos einer sich gerade bei der Arbeit streitenden Familie schieße, bekomme ich wütende Blicke zugeschossen und mache noch ein Foto. Das Foto zeigt, dass Landwirtschaft hier nicht reich macht.





    Doch deutlicher zeigt sich die Armut, als wir an einer Bushaltestelle Rast machen. Wie lange sich die alte Frau wohl noch selbst versorgen kann?











    Die Straße ist wunderschön. Viel Natur, kleine Brücken über die Flüsse und Landleben. Wir kommen gut voran.
































    Leider ist die idyllische Strecke irgendwann vorbei und wir kommen in eine kleine Ortschaft, die direkt an der Transitstrecke zwischen einem der zentralen Grenzübergänge nach Russland (Sovetsk) und einer der wenigen litauischen Autobahnen liegt. Entsprechend hoch ist die Kontrolldichte litauischer Polizei.









    Wir sehen ein rustikales Restaurant und angesichts der brütenden Mittagshitze und der Tatsache, dass wir bereits ungefähr die Hälfte der Strecke hinter uns haben, ist es eine gute Gelegenheit, das erste Mal Saltibarsciai – kalte rote Beete Suppe mit heißen Kartoffeln – zu essen, die uns von einer befreundeten Litauerin empfohlen wurde. Die Preise sind human und es bestätigt sich, dass das Preisniveau in Litauen ungefähr mit dem Preisniveau in Deutschland zu vergleichen ist. Was letztlich bedeutet, dass die Lebenshaltungskosten für Litauer sehr hoch sein müssen.




    Dann geht es auf der Landstraße 141 weiter, die in den Karten nun rot statt gelb eingezeichnet ist. Die Straße ist gut ausgebaut und der Verkehr hält sich in Grenzen. Es war eine gute Idee, an einem Sonntag zu fahren. An einem vermüllten Rastplatz machen wir Pause und ich schlafe eine halbe Stunde tief ein.
    Schöne Fotomotive begegnen uns allerdings nur an einem weiteren Pausenplatz.







    Die Bahn kreuzt unseren Weg, die ansonsten in weiterer Entfernung parallel zur Straße verläuft.







    Schließlich erreichen wir Silute. Ein wunderschöner Ort, der zum Bummeln einladen würde. Aber wir sind müde und fahren zügig weiter, obwohl wir gut in der Zeit sind. Es ist gegen 16.00 Uhr und unser Ziel ist nicht mehr weit. Denken wir.

    Denn hinter Silute biegen wir fröhlich und optimistisch auf den idyllischen Fernradweg 10 ein und trauen unseren Augen kaum, als dieser in eine huckelige, zum Teil versandetet Schotterpiste übergeht. Staub schlucken ist angesagt. Das hat uns am Ende eines so langen Radtages gerade noch gefehlt!








    Auf unser Zeichen hin fahren einige Autos zwar etwas langsamer, damit wir nicht von dicken Steinklumpen getroffen werden, aber der Staub ist dennoch überall. Außerdem ist die Strecke für mich in weiten Teilen unbefahrbar, da sie versandet ist und die größeren Steine mich immer wieder aus der Spur bringen. Und wir haben keine Ahnung, wie lang sie sein wird. Es sei verraten: Es sind „nur“ 5 km. Aber das wissen wir nicht und so quälen wir uns bestimmt 1,5 Stunden lang demoralisiert fahrend und schiebend voran. Die nächsten drei Tage werde ich große Probleme mit den Handgelenken haben.











    Dann ist das Ende doch in Sicht.





    Wir mobilisieren die letzten Energiereserven und fahren Richtung Vente. Die anderen haben auf dem Campingplatz am Leuchtturm eingecheckt.

    Wir gehen das erste Mal auf dieser Tour in einem Restaurant essen. Es gehört zum Campingplatz und das Essen ist sehr gut und preislich in Ordnung. Im Gegensatz zu Polen sind gastronomische Angebote in Litauen – zumindest hier im ehemalig ostpreußischen Teil – selbstverständlich.







    Als wir das Restaurant verlassen, schwirren tausende Stechmücken lautstark über den Bäumen. Wir sind in einer Seenlandschaft. Erstaunlicherweise bleibt eine Belästigung jedoch aus. Wie mag das hier wohl im Sommer sein?





    Der Blick auf die Kurische Nehrung verzaubert.








    Ein Boot, das uns wie geplant nach Nidda übersetzen kann, gibt es leider nicht. Es ist noch Vorsaison und die Boote fahren noch nicht. Wir werden morgen auf dem Festland Richtung Klaipeda fahren müssen.
    Zuletzt geändert von Torres; 02.05.2012, 20:53. Grund: Tippfehler

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  • Cervantes
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Bisher

    Sehr informativer Bericht! Ich habe nämlich diese Tour ganz oben auf dem Zettel.

    Weiter ... weiter ... weiter

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  • Torres
    antwortet
    AW: [PL][LT]Polnische Ostsee,Danzig,Masuren,Litauen - Fotoalbum einer Radreise 2

    Siline - Skirsnemune-Siline 4 km

    Heute ist Ruhetag. Nur eine kurze Fahrt zum Einkaufen, ansonsten ist Erholung angesagt.


    Ein Kundenevent des Besitzers am Vormittag.









    Wäsche waschen.





    Sportlicher Ehrgeiz.








    Frösche und jede Menge Kaulquappen.





    Ein toller Platz.











    Eine Hochzeitgesellschaft feiert.








    Stillleben.








    Ein Hobonaut








    Am Abend wieder komplett.





    Er dagegen muss weiter.





    Kostbare Info: Die Campingplatzkarte von Litauen.





    Morgen wird das längste Teilstück unserer Reise erfolgen - die Fahrt zum zweiten Fähnchen von links im unteren Teil der Karte (Nr. 8).

    Nachtrag: Die aktuelle Position: Drittes Fähnchen von unten an der rechten Seite der Karte (Nr 21). Davor waren wir auf dem Platz des untersten Fähnchens der Karte (Nr. 5).
    Zuletzt geändert von Torres; 22.04.2012, 20:58.

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