[PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

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  • Roccabird
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    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    schöner Bericht und die Fotos waren Inspiration für unseren Urlaub :P

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  • AndreasE
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet



    Das ist ein Erdbeerbaum und die Früchte sind echt lecker!
    Die Bäume kommen im gesamten Mittelmeerraum vor. Die Einheimischen kochen aus den reifen Früchten Marmeladen LEEECCKKERR!

    Andreas

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  • HaegarHH
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Seit über 2 Jahren geht mir dieser Artikel nicht mehr aus dem Kopf, jeden Herbst auf's Neue mehrfach gelesen … erstmal DANKE dafür

    Ich habe da noch ein paar Fragen [PT] Algarve - Küste und Hinterland, Via Algarvina …ein paar Fragen … vielleicht hat ja jemand, der das Posting hier mitbekommt, ein paar Ideen - DANKE

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  • PWD
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Zwei Live Webcams von genau der Gegend (zur Wettertestung für Schnellentschlossene):


    - Blick üb. Martinhal-Strand u. Hafen auf Sagres,

    - und Salema.

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  • Werner Hohn
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Mit der Zustimmung von Sabine38 kapere ich ihren Reisebericht für eine kleine Ergänzung.


    Karte von OpenStreetMap Veröffentlicht unter ODbL

    Blau: Teilstrecke der Via Algarviana, hier etwa 30 km, markiert
    Rot dick: Alternativroute auf meist staubigen Wirtschaftswegen
    Rot dünn: Alternativeroute, überwiegend auf Trampelpfaden
    Markierung der Alternativroute: keine
    Grüne Kreise: Campingplätze
    Roter Kreis: Bauernhof (2008 brauner Anstrich, 2012 weißer Anstrich, ...)
    Karte: keine offizielle, Ausdrucke von OpenStreetMap, noch besser Satfotos in Hybriddarstellung helfen bei der Orientierung
    Literatur: da bietet sich so alles an worin Wanderungen in der Algarve beschrieben werden. Diesen Küstenabschnitt lässt kein Autor aus.
    Siedlungsdichte: ab Martinhal (nordöstl. von Sagres) unbebaut
    Verpflegung, Wasser unterwegs: nirgends, die letzte Bar steht am Strand der Ferienanlage Martinhal, im Winter meist dicht. In Sagres und Raposeira gibt es Lebensmittelläden.
    Bus: Sagres wird mehrmals von den Bussen der EVA Transportes angefahren. Linie Lagos-Sagres. Je nach Saison fahren die Busse weiter zum Cabo de São Vicente. Der Bus hält auch in Raposeira. Die Bushaltestelle ist an der Ampelkreuzung auf der Hauptstraße. Frühzeitig Handzeichen geben schadet nicht.

    Warnung: Für die Alternativroute ist Trittsicherheit erforderlich. Oft führen die Trampelpfade über Geröll dicht an die Abbruchkante heran oder an der entlang. Zwischendurch sind einige sehr einfache Kletterstellen. Mit Rucksack sind dann schon mal die Hände gefordert. Jedes Jahr fallen in Portugal einige Menschen von den Klippen, was diese in der Regel nicht überleben. Die meisten sind zwar Klippenangler, doch auch Wanderer sollten das ernst nehmen.

    Blick zurück nach Sagres. Rechts die Ferienanlage Martinhal.

    Sabine38 beklagt in ihrem Reisebericht die Wegführung über Teerstraßen oder breite Wirtschaftswege. Besonders nach dem Start am Kap. Wenn man bereit ist auf eine Markierung zu verzichten, dazu nicht vor etwas Anstregung und ganz leichten Kletterpassagen zurückschreckt, etwas Orientierungsvermögen besitzt, kann man direkt an der Küste entlang gehen und so die erste Etappe abkürzen. Einer der großen Nachteile der Via Algarviana ist in meinen Augen, dass sie die Küste praktisch nicht berührt. Wer fährt schon nach Portugal und verzichtet auf die Küste? Wenn diese Strecke entlang der Küste auch nicht lang ist, doch zum Einlaufen mit Vollbad im Atlantik zwischendurch, ist die in meinen Augen besser geeignet als der Weg durch das Hinterland. Man muss halt aufpassen.

    Sagres-Raposeira

    In der Regel wird man in Sagres übernachten, aus diesem Grund verzichte ich auf eine Beschreibung ab dem Leuchtturm auf dem Kap. Bei der Übernachtung auf dem Campinplatz lohnt eine nachmittägliche Kurzwanderung zum Kap und wieder zurück. Wer möchte, kann sich am nächsten Morgen das Städtchen erspraren, indem Martinhal angesteuert wird. Martinal ist eine geschlossene Ferienanlage mit Luxushotel und Luxus-Ferienhäusern. Nicht von dem Wachmann am Eingang abschrecken lassen. Der Zugang zum Strand ist frei, schon alleine wegen der Strandbars, die auch leben wollen. Rein in die Ferienanlage und direkt am Eingang die Straße nach rechts runter nehmen. In der Nebensaison ist das Wärterhaus meist unbesetzt.

    Start im Städtchen: Vom Hafen in Sagres rüber zur Bucht unterhalb der Feriensiedlung Marthinal. Ganz am Ende des Sandstrands führt links ein Trampelpfad hoch zu den Hotels. Ein Schild warnt vor Steinschlag und dem Betreten der Küstenzone. Hoch, erster Abzweig (nach 30 m) nach rechts, dann 400 m dem Pfad folgen. Aufpassen, dass keine Steine losgetreten werden. Unten könnten Menschen am Strand liegen! Sehr kurzer steiler Abstieg hinunter in die nächste Bucht. Die kleine Bucht ist nicht zum Zelten geeignet. Kindskopfgroße Steine. Kleine Kletterpassage hoch auf die Steilküste (40-50 m). Ab hier wahlweise den Pfaden nach Osten folgen. Unendlich viele Pfade laufen hier kreuz und quer über das kleine Plateau, so dass eine Wegbeschreibung nicht möglich ist. Weglos nach Osten geht auch. Man braucht auch keine, solange man sich zwischen der Küste und dem links immer wieder auftauchen weißen Bauernhof hält. Das ist das einzige Gebäude hier. Ob das dauerhaft bewohnt wird, ist nicht ganz klar. Im Herbst 2008 war der Hof verlassen, im Herbst 2012 standen Autos davor und im Hof sprangen Hütehunde herum. Der Bauernhof liegt so weit von der Küste weg, dass man einen Umweg machen muss, um hinzukommen. Ein halbe Stunde nach dem Bauernhof stößt man auf die nächste zugängliche Bucht, mit dem Strand Praia do Barranco. Das ist zwar keine ganz einsame Bucht mehr, doch immerhin so einsam, dass die Hippies unbehelligt bleiben.


    Der Bauernhof auf der Hochfläche

    Aus der Bucht führt ein langer Fahrweg, der nur ein kurzes Stück mit Rasensteinen befestigt ist, über 5 bis 6 Kilometer hinauf nach Raposeira. Ganz zum Schluss, bei den ersten Häusern, kommt von links die Via Algarviana. Der erste Wegweiser stand 2012 noch an der T-Kreuzung der ersten Querstraße am Ortsrand (führt nach Hortas de Tabual und zur Praia do Zavial), der man dann nach rechts folgen muss.

    Wer plant eine Nacht in der Bucht zu verbringen, muss Wasser und Essen mitschleppen. Dort gibt es nichts. Es ist möglich, der Küste über Pfade weiter nach Osten zu folgen, bis man die Praia do Zavial (Strand mit Bar/Restaurant) kommt. Gehzeit etwas über eine Stunde. Das Restaurant hat außerhalb der Saison meist zu. Etwas zurück, doch gut sichtba,r befindet sich der einfache Camping da Ingrina. Angeblich hat der das ganz Jahr auf. Einen Laden gibt es dort nicht. Wer dort übernachten möchte, kann über die einsame Zufahrtstraße hoch zur Via Algarviana wandern.

    Wie immer: alle Angaben ohne Gewähr und aufpassen muss jede/r schon selber.

    OT: *örgs*, diese Farben!
    Zuletzt geändert von Werner Hohn; 19.11.2012, 10:56.

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  • Sabine38
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Zitat von tob Beitrag anzeigen
    Ich musste gerade lachen: Genau diese Straßenlaterne habe ich vor 3 Jahren auch fotografiert!


    Ansonsten toller Bericht mit schönen Fotos!
    War halt auch ein tolles Motiv!

    Und danke!

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  • tob
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Zitat von Sabine83 Beitrag anzeigen



    ...man merkt an jeder Ecke...
    Ich musste gerade lachen: Genau diese Straßenlaterne habe ich vor 3 Jahren auch fotografiert!



    Ansonsten toller Bericht mit schönen Fotos!

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  • Ditschi
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    OT Hallo Sabine,

    die Herzensdame hat mir beruflich definitv abgesagt. Und ich weiß halt auch noch nicht so genau. Hängt von dem Arbeitsanfall kommende Woche ab. War ja grade im verlängerten Wochenende.
    Wenn, dann Wein aus Portugal, nee, portugiesischen aus dem Supermarkt.

    Gruß Ditschi

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  • Sabine38
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Hey Ditschi,

    Wein habe ich zwar keinen aus Portugal mitgebracht, aber da lässt sich im Supermarkt bestimmt was finden. Und ansonsten tut es einer von den üblichen Verdächtigen ja auch... Daher: Ja, Wein auf alle Fälle! Hoffe also dass du kommst (mit Herzensdame?)!

    Sabine

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  • Ditschi
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Hallo Sabine,

    schöner Bericht, tolles Erlebnis. Ich weiß noch nicht, ob ich es schaffe, am Wochenende zu kommen.Wenn ja, wie wäre es mit einem Rotwein aus Portugal?

    Gruß Ditschi

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  • Sabine38
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Zitat von PWD Beitrag anzeigen
    Vielen Dank Sabine! Toller u. ehrlicher Bericht mit sehr schönen Bildern. Ja, das Wetter in Portugal, es ist nicht immer berechenbar.

    Ist es z. T. wirklich so schlecht mit der Ausschilderung? Das sollte man denen ruhig mitteilen, machen so viel Werbung.

    Wenn´s deine Zeit irgend wie zuläßt, könntest du mir die wichtigsten Wegstrecken sagen mit mangelnder Kennzeichnung. Ich werde dann mal mit denen plauschen.

    Gruß, Joachim
    Bitte, gern geschehen! Ich lese selber so gerne die Reiseberichte hier im Forum, da teile ich dann auch selber gerne und hoffe dass sie andere so inspirieren wie es umgekehrt auch der Fall ist.

    Die Ausschilderung: Die Etappe von Monchique nach Silves ist grauenhaft. An einigen Stellen hast du über mehrere Kilometer kein Zeichen, was ja okay ist wenn es keine Abzweigung gibt und das immer so ist. Aber es gibt halt auch Teilstücke da ist an jedem zweiten Stein was gemalt, da fragt man sich dann halt unweigerlich ob man ne Abzweigung übersehen hat.

    Schlimmer sind aber die Stellen an denen es eine Abzweigung gibt aber keine Kennzeichnung erkennbar ist. Die schlimmste Stelle war an meinem letzten Wandertag vielleicht fünf Kilometer hinter Cortes. Ich stehe nachdem ich schon lange keine Kennzeichnung mehr gesehen habe an einer Kreuzung die mir vier Möglichkeiten gibt weiter zu gehen. Nirgendwo ein Wegzeichen. Also suche ich in den Abzweigungen nach Kreuzen (die symbolisieren hier bin ich falsch) oder nach den parallelen Balken. Nix gefunden. Also ein Stück zurück und nochmal auf die Kreuzung zu. Und siehe da ich entdecke auf einem Betonmast in ca. 2,5 Meter Höhe ein paar rote Pünktchen. Das hat dann meinen Neugier geweckt und ich bin da hoch geklettert und konnte dann anhand der Färbung des Betons erkennen, dass da in der Tat mal Farbe drauf angebracht war. Die Form gab mir dann auch dass ich gerade aus musste. Nur welchen von den beiden Wegen die da lang führten? Den halb links oder den halb rechts? Ich habe mich dann für den halb rechts entschieden weil das von der Richtung her auf der Karte besser hin kam. Und es stellte sich nen Kilometer oder so weiter auch als der richtige hinaus. Aber das war schon abenteuerlich von der Kennzeichnung her. Leider habe ich die Stelle nicht fotografiert, war in dem Moment zu sehr damit beschäftigt meinen Weg zu finden...

    Die anderen Etappen waren besser gekennzeichnet, wenn ich auch in anderen Ländern schon bessere Kennzeichnungen gesehen habe.

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  • PWD
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Vielen Dank Sabine! Toller u. ehrlicher Bericht mit sehr schönen Bildern. Ja, das Wetter in Portugal, es ist nicht immer berechenbar.

    Ist es z. T. wirklich so schlecht mit der Ausschilderung? Das sollte man denen ruhig mitteilen, machen so viel Werbung.

    Wenn´s deine Zeit irgend wie zuläßt, könntest du mir die wichtigsten Wegstrecken sagen mit mangelnder Kennzeichnung. Ich werde dann mal mit denen plauschen.

    Gruß, Joachim

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  • Sabine38
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Mittwoch, 04.01.2012

    Ich schlafe erstmal aus – halbwegs, jedenfalls. Ich will ja auch Frühstück haben. Außer mir sind noch nicht wirklich viele Leute wach, also mache ich mich alleine auf den Weg die Stadt zu erkunden. Aber als allererstes brauche ich eine saubere Hose und ein sauberes Oberteil! Im Touristenbüro hole ich mir einen Plan und auf gehts...


    Bunt angemalte, kurz vor dem Zusammenbruch stehende Häuser...


    ...Dattelpalmen...


    ...man merkt an jeder Ecke...


    ...dass man nicht in Deutschland ist.


    Die Kirche Nossa Senhora do Carmo...






    ...der Innenhof der Kirche...




    ...und die Attraktion: die Capela dos Ossos. Brrrr.


    Auf dem Dach der Kirche...


    ...wieder draußen.

    Abends gibt es eine kleine Party im Hostel. Mit von einem Brasilianer gemixten Caipirinhas die ganz hervorragend schmecken, und „flambierter“ Chorrizo. Als uns dafür der Spiritus ausgeht, kommt der Rest den ich von meiner Wanderung übrig habe zu einer sinnvollen Verwendung...








    Donnerstag, 05.01.2012

    Vormittags besorge ich noch ein paar kleine Mitbringsel, Spezialitäten aus der Region. Und ein Picknick. Und ein bisschen über den Markt schlendern....


    Picknick!


    Alles fangfrisch.


    Und Storche gibt es hier auch!

    Heute Mittag geht es auf die Ilha Deserta, gemeinsam mit dem Brasilianer und einem Finnen (der sehr gut Deutsch spricht) aus dem Hostel.


    Ein gestrandeter Wal!




    Fotos machen...


    ...Muscheln sammeln...


    ...am endlosen Strand entlanglaufen.

    Herrlich. So muss Urlaub auch mal sein.





    Aber irgendwann wird es dann halt doch Abend und es heißt zurück nach Faro, zurück ins Hostel.









    Der Tag geht zu Ende, und somit auch mein Aufenthalt in Portugal. Noch meine Sachen packen, soweit möglich und dann ins Bett. Mein Flug geht recht früh, verschlafen wäre nicht gut. Es war schön, hier in Portugal. Ich habe nette Menschen getroffen, tolle Wanderungen unternommen, die Sonne genossen. Ach ja, ich komme bestimmt irgendwann wieder.


    Fazit:

    Ich hatte eine wirklich tolle Zeit. Portugal ist ideal um dort außerhalb der Sommermonate zu wandern. Auch im Winter kann man mit ein wenig Glück ideale Wanderbedingungen antreffen, so wie ich.

    Die Via Algarviana ist nix für Wildness Trekker. Sie führt durch Kulturlandschaft und man kommt jeden Tag durch einen Ort, es gibt relativ viel Straße. Die letzte Etappe (meine erste) ist wirklich gar nicht zu empfehlen, spart sie euch, es ist wirklich frustrierend. Ansonsten ist zumindest der Teil der Via den ich gelaufen bin auch für Anfänger wunderbar zu wandern. Man bekommt einiges von der Landschaft zu sehen, die sich auch über die Etappen hinweg deutlich verändert.

    Am Besten gefallen haben mir jedoch die ersten Tage am Meer. Das waren traumhaft schöne Wege, wenn auch an einigen Stellen wirklich Trittsicherheit gefragt war. Für Leute die in der Hinsicht unsicher sind kann ich die Küste nur mit Einschränkungen (also zum Beispiel ohne Gepäck) empfehlen.

    Was ich hätte zuhause lassen können: Das Regenzeug, die Mütze und die Daunenjacke. Ja, lacht ruhig, ich hatte eine dünne Daunenjacke dabei. Sie ersetzt bei mir ein Fleece, aber ich habe keinen dieser Gegenstände gebraucht. Als Kissen war sie allerdings Top!

    Was mir fehlte: Nix. Habe wirklich keinen Gegenstand vermisst.

    Was war der nützlichste Gegenstand: Mein Pole-Extender. Super Erfindung, da kann man die schwere Mittelstange vom Shangri-La 3 zuhause lassen.

    Ganz lieben Dank an PWD und Werner Hohn, die mir im Vorfeld einige Fragen beantwortet haben! Und ganz besonders noch einmal vielen, vielen Dank, Werner, für die Karten die du mir geliehen hast!

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  • Sabine38
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Montag, 02.01.2012

    Der nächste Tag beginnt mit... Regen?! Willst du mich ver***? Ich beschließe noch ein halbes Stündchen liegen zu bleiben in der Hoffnung, dass der Regen sich verzieht. Ich habe schließlich Urlaub und keine Eile. Aus der halben Stunde wird eine ganze, aber dann ist es draußen auch tatsächlich trocken. Nebelig wie Sau, aber es regnet nicht mehr.



    Mein Plan ein wunderschönes Foto von meinem Shangri-La auf den Terassen zu machen, bei schönstem Sonnenschein, so dass alle ODSler neidisch werden kann leider nicht umgesetzt werden. Verdammt. Was will man machen, also: einpacken und nicht rumheulen.


    Ja, ich hör euch lachen...

    Während ich anfange meinen Kram zu packen wird mein Wasser heiß, Frühstück muss schließlich auch sein. Ich setze mich mit meinem Tee, dem halb gepackten Rucksack und noch ein zwei Sachen auf einen der Felsen am Rande der Terasse und genieße mein Frühstück. Bis... ja bis... mir das bereits in den Packsack gepackte Inlett für den Schlafsack vom Stein kullert. Natürlich muss sich dort ein riesiger Dornenbusch befinden. Dass er nicht brennt ist auch schon alles.

    Und jetzt? Inlett opfern oder sich todesmutig in die Dornen stürzen? Heldenhaft wie ich bin entscheide ich mich für zweiteres. Im wahrsten Sinne des Wortes – wobei „entscheiden“ vielleicht eine irreführende Wortwahl ist. Während ich noch versuche mit dem Fuß irgendwie das Säckchen aus den Dornen zu fischen gerate ich – genau! – ins Rutschen. Naja, wenigstens habe ich jetzt mein Inlett wieder. Doch wie zur Hölle komme ich jetzt hier raus ohne meine Regenbekleidung zu ruinieren? Verdammt. Irgendwie klappt es dann doch ohne größere Schäden und ich kann mein Frühstück beenden und weiter packen.

    Inzwischen ist das Wetter auch aufgeklart – hey, sowas wollte ich fotografieren! – und los geht es.


    Der gleiche Blick wie auf dem Ersten Bild!

    Nach nur ein oder zwei Kilometern treffe ich zum aller ersten Mal auf der Route auch eine andere Wandersfrau. Wir unterhalten uns kurz und gehen dann jeder unseren eigenen Weg, sie ist in der anderen Richtung unterwegs und auch nur auf Tagesausflug.



    Der Weg nach Monchique führt durch Eukalyptus- und Korkwälder, die echt hübsch anzusehen sind. Leider ist hier auch die Kennzeichnung wirklich schleckt, und ich verlaufe mich trotz Karte an einer Stelle ganz schön. Nur durch Zufall finde ich die Via Algarviana wieder.



    In Monchique selbst bevorrate ich mich erneut mit Wasser und ein paar Lebensmitteln (ganz wichtig zwei Kuchenteilchen, die noch vor Ort verdrückt werden!).





    Das Stück hinter Monchique ist ziemlich steil und zieht sich. Es ist der Anstieg auf den zweithöchsten Gipfel der Algarve den Picota. Stolze 774 Meter sind zu erklimmen! Mit insgesamt fünf Liter Wasser im Rucksack (für heute und morgen) ist das schon recht anstrengend, aber es lohnt sich. Oben auf dem Gipfel gibt es eine Wetterstation oder ähnliches. Aus der Ferne sieht sie so aus, als könne man sie betreten, daher beschließe ich da oben meine Mittagspause zu machen. Der Blick muss super sein.



    Und er ist es, nur leider ist die Kabine auf dem Turm geschlossen. Um sich ein bisschen umzuschauen ist der Turm trotzdem super, auch wenn es windig ist wie Sau und ich mich recht schnell wieder von dort oben verdrücke. Wobei schnell relativ ist... Das Ding ist so wackelig, ich bin wirklich vorsichtig beim runter klettern.


    Der Turm.


    Der Blick zurück auf Monchique...


    ...und in die andere Richtung.

    Der Rest des Tages ist relativ eintönig. Es geht ein bisschen rauf, ein bisschen runter, die Via schlängelt vor sich hin. Und ist unglaublich schlecht markiert. Immer wieder zögere ich. Habe ich ein Zeichen übersehen? Hätte ich abbiegen müssen? Eine Überprüfung auf der Karte ergibt immer dass ich zumindest in der richtigen Richtung unterwegs bin. Aber diese schlechte Kennzeichnung macht mich wahnsinnig. Ich habe kein Problem damit nach Karte zu laufen, aber dann konzentriere ich mich auch nur darauf. Nicht auf die Kennzeichnung.





    Als es anfängt zu dämmern bin ich in der Nähe von Cortes, und ich beginne nach einem geeigneten Schlafplatz Aussicht zu halten. Keiner spricht mich wirklich an. Aber irgendwo muss ich ja mein Zelt aufbauen. Also wähle ich den nächsten der einigermaßen geschützt liegt. Fehlanzeige. An dieser Stelle habe ich keine Chance die Häringe in den Boden zu bekommen. Ein Stück weiter biegt ein Waldweg von der Via ab, ein paar Meter weiter ist er durch einen umgekippten Baum versperrt. Ich entschließe es erneut zu versuchen, und siehe da, es klappt. Mitten auf dem versperrten Weg schlage ich also mein Lager auf. Noch eine Suppe gekocht, etwas gelesen und ab in die Falle. Ich bin müde.



    Dienstag 03.01.2012


    Ich wache relativ spät auf, bin aber trotzdem nicht später dran als ich mich endlich auf den letzten Teil meines Via Abenteuers mache. Ich habe am Abend ausgiebig die Karten studiert und entschieden, dass für mich in Silves, das ich heute Abend erreiche Schluss ist. Ich wollte noch einen ganzen Tag in Faro haben um mir die Stadt anzugucken bevor ich wieder nach hause fliege. Das würde zwar bedeuten dass ich den morgigen Tag noch mit wandern verbringen könnte, aber bis zum nächsten bekannten Bahnhof wären es von Silves aus 30 km. Auf eine so lange Etappe habe ich keine Lust. Nicht, wenn ich alleine unterwegs bin.

    Bis Cortes bin ich schnell gelaufen, es sind vielleicht drei, vier Kilometer. Kurz danach... Hmm. Schnelltraße? Naja, vielleicht sind es ja nur ein paar Meter. Hmm. Zwei gerade Balken bedeuten gerade aus. Ich habe so meine Zweifel und krame nach der Karte. Doch könnte sein. Hier und dann da und dann dort... Außerdem sind das eindeutig zwei gerade Balken. Und der Weg der rechts abgeht ist mit einem Draht abgesperrt. Also Schnellstraße.



    Nach ca. einem oder zwei Kilometer komme ich an die Stelle an der ich davon ausgehe dass die Via mich rechts führen wird. Aber hier? Keinerlei Kennzeichnung. Lange Rede, kurzer Sinn, ich hätte natürlich schon vorher rechts gemusst.

    Egal. Ich habe die Wahl: Entweder die Straße zurück laufen oder mir einen Weg ab hier selber suchen. Ganz klar. Ich habe keine Lust gerade dieses Stück zurück zu laufen. Ein (etwas längerer) Blick auf die Karte ergibt aber dass ich das auch nicht muss. Von hier aus gibt es auch eine andere Möglichkeit nach Silves zu gelangen.

    Tja. Oder gab es zumindest mal. Nach weiteren zwei Kilometern endet mein Weg in einem Staudamm. Einem, der auf der Karte von 2008 noch nicht drauf ist. Sch****. Der Tag fängt ja super an. Also zurück zum letzten Wegzeichen. Nur statt zwei Kilometern sind es jetzt vier. So ein Mist.


    Der wunderschöne Blick auf den Staudamm.

    Die Wegführung war aber auch wirklich eindeutig! Wie konnte ich hier nur gerade aus laufen? Wer zum Teufel dachte bitte es sei eine gute Idee das Schild gerade auf dieser Höhe aufzuhängen?!


    Grummel. Ich ärgere mich immer noch über dieses Schild...

    Nach diesem kleinen Seitenausflug schlängelt sich der Weg auch wieder wesentlich pittoresker durch die Berge. Okay, nennt es Hügel, wenn ihr wollt. Die Karte packe ich weg, es ist wohl besser sich auf Wegzeichen zu konzentrieren. Ich laufe wieder an Höfen vorbei, bellende Hunde werden von einem Steine schmeißenden alten Mann verjagt, die Kennzeichnung des Weges ist grauenvoll. An einigen Abzweigungen muss ich mehrere Minuten suchen ehe ich herausfinde welcher Weg der richtige ist. Manchmal sind nur noch kleine Pünktchen der ursprünglichen Wegzeichen zu finden.





    Irgendwann, wie zu erwarten, ist es soweit. Keine Wegzeichen und keinen Schimmer wo ich bin. Es müssten noch so 5 oder 6 Kilometer bis Silves sein wenn ich nicht total daneben liege. Rucksack absetzen. Karte und Kompass raus. Hm. Ratlos in die Gegend starr. Die Hügel sind alle gleich hoch. Hmm. Kein Fluss oder Bach in der Nähe. Hmmm. Die Kreuzung hat nix was nicht alle anderen Kreuzungen hier auch haben. Hmmmm. Den ratlosen Blick von der Landschaft auf die Karte senk. Hmmmmm. Da war ich heute Mittag und dann bin ich ungefähr hier... Hmmmmmm. Nee, ungefähr hier oder doch...

    Und dann: Meine Rettung. Sie quietscht und knattert und ist himmelblau. Gefahren wird sie von einem schon etwas älteren Portugiesen, der mich und die Karte und dann mein Gepäck anguckt. Er hält an.

    Wo ich denn hin müsse.

    Nach Silves. Ob er mir die Richtung sagen könne?

    Klar, da geht’s lang. Aber das ist noch ein Stück. Er muss eh nach Silves, ob er mich mitnehmen soll?

    Meine Wanderehre ist tief empört. „Neeeeein!“ Schreit sie lauthals.

    Hmmmmmmmm. Überlege ich. Naja, vielleicht...

    Okay, der Rucksack kommt auf die Rückbank, ich auf den Beifahrersitz und ab geht es nach Silves. Nach wenigen Minuten entdecke ich eine Wegmarkierung und überlege kurz ob ich meinen Fahrer bitten soll mich doch raus zu lassen. Aber nein, wir unterhalten uns nett, mit Händen und Füßen fünf englischen Worten auf seiner und fünf portugiesischen Worten auf meiner Seite und sooooo motiviert bin ich gerade auch nicht.

    Silves, so erfahre ich war in grauer Vorzeit auch mal die Hauptstadt der Algarve. Und eine Burg gibt es auch – die wollte ich mir eigentlich auch noch angucken. Aber naja, man kann nicht alles haben. Ich habe wirklich Glück, und ich werde sogar noch bis zum Bahnhof kutschiert, der ein ganzes Stück außerhalb von Silves liegt.

    Auf den Zug muss ich eine ganze Weile warten, aber das macht nix. Direkt auf dem Bahnhofsgelände steht ein kleiner Mandarinenbaum und ich bediene mich ausgiebig. Wieder ganz ohne schlechtes Gewissen in Anbetracht der vielen Früchte die unter dem Baum verrotten.


    Wegzehrung.


    Die hübschen Kacheln am Bahnhofsgebäude (das geschlossen war)...


    ...weitere verspielte Details.

    Wieder in Faro angelangt quartiere ich mich wieder im gleichen Hostel ein wie in meiner ersten Nacht in Portugal. Sie erwarten mich zwar eigentlich erst am nächsten Tag zurück, aber es ist noch ein Bett frei.


    Fortsetzung weiter unten...

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  • ckanadier
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Hallo Sabine,
    erst mal Danke für den wunderschönen Bericht, der auch bei mir Erinnerungen weckt.
    Wir haben unsere Hochzeitsreise, bisher auch einzige Reise ohne Kinder, dort unten verbracht und sind teils auf den selben Wegen unterwegs gewesen.
    Uns ist aufgefallen, dass sich in den Bergen relativ häufig Deutsche Aussteiger niedergelassen haben. Die Eukalyptuswälder sehen zwar ganz nett aus, sind aber an ihrem Standort fast ein ökologischer Todesstoß der Papiermafia.
    LG Jürgen

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  • Martn
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    um nochmal kurz auf ein Bild auf Seite 1 zurück zu kommen
    Ich glaube, das ist kein Kürbis - sondern vielmehr eine Zuccini!

    Sehr schöner Bericht, danke für die Mühen

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  • Markus Mohr
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Vielen Dank für den Reisebericht. Wir werden Ende April nach Lagos in die Flitterwochen fahren bzw fliegen und freuen uns auch schon auf einige Wanderungen entlang der Küste. Im Gegensatz zu unseren üblichen Urlauben übernachten wir dieses mal nicht im Zelt sondern in einem Hotel.
    Hatte über Googleearth mal die Küste abgeflogen, und so richtige Küstenwanderwege wie in der Bretagne scheint es dort ja nicht zu geben. Dein Bericht zeigt aber das man dennoch an bestimmten Küstenabschnitten Pfade vorfindet.

    Gruß Markus

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  • Lotta
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Oh ja, schreib noch ein bisschen weiter!

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  • PWD
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Ich schließe mich Werner an und muss mich einstweilen mit diesem aktuellen Bild von der Gegend begnügen. Vielleicht findest du bald etwas Zeit.
    Edit: da warst du einen Tick schneller...

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  • Sabine38
    antwortet
    AW: [PT] Klippen und Hügel, ein Bisschen von dem was die Algarve so bietet

    Schon verstanden... Du hast ja Recht. Ich schau mal ob ich es heute fertig bekomme...

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