[HR] Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

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  • Suomalee
    Erfahren
    • 15.10.2010
    • 232

    • Meine Reisen

    [HR] Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Hier sitze ich - wieder zu Hause und versuche anzukommen...das bedeutet für mich Abschied nehmen von meiner Seekajaktour in Kroatien...
    Das Leben ist unbestechlich, es geht einfach weiter und genau dieser Umstand erzeugt in mir jeden Augenblick so intensiv wie möglich wahr zu nehmen...es ist das Eigentliche was bleibt...außer den Fotos und den Fundstücken die ich ansehen und anfassen kann und die mir bestätigen: ja, das hast Du wirklich erlebt – es ist nur leider schon vorbei.
    Mhm...noch eine Möglichkeit gibt es die Reise zu verlängern (und vielleicht auch Abschied zu nehmen): das Erzählen über das Erlebte. Und das will ich tun, für mich aus beschriebenen Gründen und für Euch, weil ich damit etwas zurückgeben oder einbringen kann in die ODS, schließlich haben einige ODSsies daran mitgewirkt, das ich jetzt auf diese Reise zurück blicken kann!
    Es begann mit dem Angebot von Beyond eine Reise von ein paar Wochen gemeinsam zu machen. Mit meiner riesigen Liebe fürs Seekajaken sagte ich zu um mehr Erfahrung und Wissen zu sammeln und meinem Herzenswunsch zu frönen.
    Durch die neuen Möglichkeiten als Vereinsmitglied konnte ich mir einen Lettmann Eski (mit Lenzpumpe) leihen und hatte schon fast alle Voraussetzungen geschaffen. Natürlich gab es noch einigen Kleinkram zu besorgen und zusammen zustellen...Und mit Beyond einiges zu besprechen. Wir trafen und zuvor einige Male, um uns zu beschnuppern, zusammen zu paddeln und abzuschätzen, ob wir einigermaßen dieselbe Outdoorwellenlänge haben, bevor wir uns auf dieselben Meereswellen begaben.
    Kurz bevor es losging hatte ich noch einen sms-Wechsel mit Zahl in seiner Funktion als Wanderwart meines/unseres Vereins, der mit einem „Sauf nicht ab“ seinerseits endete...bei so viel zarter Fürsorge war meine Rührung nicht mehr mit Worten zu beschreiben. Im Nachhinein wäre mir allerdings ein „Hals und Beinbruch“ lieber gewesen!*
    Also am 28.8.2011 ging es los. Ich holte den Eski aus dem Bootshaus ab und entdeckte dass das Steuer an der schmalsten Stelle kräftig angebrochen war... Dezente Panik machte sich breit, denn es war Samstag zu fortgeschrittener Zeit und ich hatte noch bis 22:00h Dienst.
    Zunächst fuhr ich mit meinem Luftschiff nach Mainburg zu Beyond und dort wurde der Eski notverarztet mit zwei ziemlich derben Aluwinkeln, Schrauben und Sekundenkleber, damit die Schrauben auch schön dranblieben. Mir war das alles egal, Hauptsache das Steuer funktionierte in den nächsten Wochen, ich wäre auch mit Schraubzwingen gepaddelt, wenn es die einzige Möglichkeit gewesen wäre.
    Okay, alles ins Auto verstauen, zweites Boot aufs Dach und da es vielleicht den einen oder anderen geneigten Leser interessiert: ich hatte mit zuvor zwei weitere Kajakbügel von Daagoo ausgeliehen um ohne lange Diskussionen zwei Boote auf einem Autodach zu transportieren (hier jetzt ein Smiley Eurer Wahl) ((wer nicht durchsteigt dem bleibt wohl nichts anderes übrig als den thread „mein seekajakherz ausschütten“ zu lesen))
    Einmal werden wir noch wach - heißa dann ist Losfahrtach.
    Auf der Fahrt nahm ich mir fest vor ein Seeigelgehäuse zu finden. Ich hatte erst ein Einziges in meinem Leben gefunden und das war mir letztes Jahr heruntergefallen und zerbrochen...Ich konzentrierte mich auf dieses kleine runde Gebilde wie ein Indianer, der einen Büffel jagen will und das Ereignis in Gedanken vorweg nimmt damit es eintreffen kann...
    Wir fuhren in einem Rutsch bis ans Meer. War nicht so geplant, doch wir kamen gut durch und die kroatische Küste immer näher - die Dunkelheit allerdings auch! Ich fand mich sepentienfahrend wieder in einer inzwischen müden Verfassung und bedauerte nichts von der schönen Gegend sehen zu können...und kam an meine Grenzen sodass die Fahrt abrupt in einem Handvollhäuserort (Devcic Draga) in einer Pension endete. Am nächsten Tag beäugten wir was wir davon hatten: Eine super Lokation um unsere Reise zu starten!
    Unser Wirt besaß an seinem Haus das sich von der Straße bis zum Meer drei Etagen tief bergab zog einen Slip. Es war schnell mit ihm ausgemacht das Auto in seiner Obhut zu lassen, die Boote zehn Meter weit bzw. tief zu tragen und unsere Reise konnte losgehen.
    Nur noch die Boote beladen. Ich habe es diesmal sehr genossen meine sieben Sachen und die Lebensmittel zu verstauen. Wir hatten Essen für 5 warme Mahlzeiten dabei, an die 30 Liter Süßwasser, einige frische Lebensmittel, wie Äpfel, Melone, Tomaten und Karotten und Brotaufstrich in Konserven, Frühstücksfleisch, Knäckebrot und geräucherten Speck...das meiste in Bioqualität. Beyond ließ es sich nicht nehmen 18 hart gekochte Eier zu verstauen. Daraus entwickelte sich in den nächsten Tagen ein Spiel zwischen uns, das Eierroulette; wer isst das erste Ei, das nicht mehr gut ist? Wir spielten dieses Spiel ungefähr eine Woche, dann stieg ich mit leichter Übelkeit aus und Beyond hatte gewonnen. Grundsätzlich sei hier angemerkt, dass wir eigentlich jeden Abend warm gegessen haben, meist Eintöpfe mit Reis, Mais oder Bulgur als Basis.
    Zurück auf Start:
    Jedes Mal ist es für mich faszinierend das Meer zu sehen, die andere Luftfeuchtigkeit zu fühlen und die Wärme zu spüren...ein toller Moment, der ganze Urlaub liegt noch vor mir, ich betrete die weiße Schneefläche, schlage ein neues Buch auf, setze den ersten Pinselstrich ... diesmal setzte ich mich ins Boot und wir begannen mit der Überfahrt in Richtung Westen, unter der Brücke hindurch die Pag mit dem Festland verbindet und mieteten uns bei Schafen auf einer kleinen Steininsel ein, die dem Planeten vom kleinen Prinz Konkurrenz machen könnte...nur dass das mit dem ständigen Sonnenuntergang nicht so klappte. Dafür kamen die Schafe um so öfter auf ihren Inselumrundungen in der Nacht vorbei.
    Überhaupt hatte ich den Eindruck war es den Schafen ziemlich langweilig auf ihrer Insel. Vielleicht war es auch so ne Art Alcatraz für schwarze Schafe (obwohl diese hier weis waren)...jedenfalls hatten sie so ziemlich alles gefressen was zu fressen war und ich vermute sie bohrten ebenfalls vor Langeweile die vielen Löcher in die abgerundeten Steine am Strand, denn davon gab es hier auffallend viele. Vielleicht hatte aber auch das Meer an dieser Insel Langeweile - ich will mich da nicht festlegen...ich hatte keine denn ich suchte mir die schönsten Lochsteine aus. Mein Boot bekam die erste Zuladung und auch eine knöcherne Verzierung in Form von einen Navigationsschafswirbels an der Bugspitze.
    Der nächste Tag kam ohne zu zögern und in leichten Dunst gehüllt mit fast spiegelglatten Wasser. Die kahlen Hügel vermittelten mir den Eindruck an einer anderen Stelle auf dieser Welt zu sein. Ich fühlte mich ans tote Meer versetzt. Ich paddelte also in Jordanien los, zum Teil durch Untiefen obwohl das Land unnah war. Es sah aus wie in einer Wahrsagerkugel: In einem Rund um mich herum konnte ich durch das Wasser auf den Grund sehen. Hinter diesem Rund gab es einen fließenden Übergang wie eine Überblendung auf die Wasseroberfläche...an ihrem Ende eingerahmt von Steinwüste. Wir unterfuhren die Brücke nach Vir und machten eine Espressopause in Privlaka. Kleiner Ort mit großen Hafen und aufgeschütteten Sandstrand. Wir besichtigten die letzten Badegäste der Saison und brachen zu einer der schönsten Strecken unserer Reise auf.
    Die Überfahrt zur Insel Molat. Ungefähr 17 km nur Wasser bis zum nächsten Anlanden.
    Und dazu hatte sich der Tag ausgedacht die ganze Welt in Blautöne zu hüllen. Samtig weiche Wasseroberfläche mit silbrigen Schimmer, die Bergrücken in der Ferne blaugrau laviert...blausilbergraue Monotonie... Trancepaddeln garantiert...
    Ich fuhr mit Abstand doch auf Sichthöhe mit Beyond. Ich wollte diese perfekte Tristesse ohne jede Ablenkung in mich aufsaugen. Ebenso das Gefühl des endlosen Wassers um mich herum, das mir Unsicherheit vermittelt wollte ich empfinden.
    Es ist dieses Wissen um das Bodenlose im wahrsten Sinne des Wortes. Wasser ist zwar sichtbar im Gegensatz zur Luft, aber es bietet ebenso wenig Halt. Ich vermute das fasziniert mich enorm. Trotz eintöniger Endlosigkeit wuchsen die kleinen Berge vor uns zu Inseln an denen wir uns neu orientieren mussten. Nach kurzen Herantasten fanden wir unseren Weg, oder besser unseren Kurs und paddelten zur Küste von Molat um einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Ehrlich gesagt mussten wir nicht lange suchen. Wir fanden eine allerliebste Bucht mit sehr seichtem Wasser. Noch waren Menschen darin, eine Stunde später hatten wir sie für uns allein.
    Endlich Bäume! Wie anders das Land wirkte mit dem lebendigen Grün und wie anders es roch als das seidige Wasser. Mir war schon beim Annähern an Molats Küste aufgefallen, dass ich die Macchia riechen konnte. Diese Nacht gab es Seetangbett mit Sternen garniert und zum ersten Mal in diesem Urlaub konnte ich mich am Nachthimmel satt sehen...und dabei einschlafen.
    Noch in unseren Schlafsäcken liegend beobachteten wir wie die aufgehende Sonne die letzten schläfrigen Wolken des Nachthimmels einschmolz.
    Dann brachen wir auf zum Ort Molat um frische Lebensmittel und Wasser nach zu laden. Nach unserem Einkauf paddelten wir ganz oben im Norden, noch am östlichen Ende zur Insel Dugi Otok und suchten an Ihrer Küste, bestehend aus Felsenbändern unser nächstes Domizil. Wir fanden eine perfekte Bucht, wie aus dem Bilderbuch.
    Ein langer silbergebleichter Ast steckte zwischen den Felsen, verziert mit Lochsteinen, zusammengebunden an einer Angelschnur, als Zeichen dass sich bereits Andere an diesem Ort eine gute Zeit gemacht hatten. An einer Seite war die Bucht durch Felsen begrenzt, auf die jeder Zoo neidisch gewesen wäre; wir kamen uns vor wie Pinguine. Nur dass wir die Felsen zum Kochen benutzten anstatt zum Rumstehen. Fürs Rumliegen mussten wir ganz schön ausprobieren um eine einigermaßen waagerechte Stelle zu finden, aber wir waren aufgrund der Schönheit dieser Lokation wirklich sehr ambitioniert. Wo die Felsplatten aufhörten, begann ein Kiesstrand an dem allerlei Strandgut in Form von Müll angeschwemmt worden war. Für mich ist so ein Ort ein Mekka! Ich ging an die äußerste Stelle um von dort rückläufig allen Rat und Unrat mit meinen Augen zu durchkämmen.
    Als erstes fand ich zwei Früchte der Wassernuss! Keine Ahnung wie und von wo die hier her kamen? Ich weiß, dass sie unter Naturschutz stehen, ich weiß, dass sie vor Jahrhunderten im ganzen Ostseeraum verbreitet waren, ich weiß dass es in den Rheinaltarmen bei Karlsruhe noch welche gab, als ich dort vor 18 Jahren wohnte, ich weiß, dass in Maria Laach in der Klostergärtnerei die Pflanze zum Verkauf angeboten wird und es in Indien auch welche gibt, die allerdings ein wenig anders in den Proportionen sind. Für mich waren sie schon immer eine der abgespaceten Erscheinungsformen, die die Pflanzenwelt hervorbringt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wassernuss
    Das war ja hier wie Kinderüberraschungsei für Große!
    Dann fand ich Vulkansteine für mein Badezimmer und ich fand kunstvoll ausgewaschene Diestelblätter.

    Beim Vorzeigen meiner Funde auf dem Pinguinfelsen, fiel mir eine Wassernuss ins Gestrüpp und ich bückte mich dort hinein um meinen Schatz zu bergen und einen weiteren zu finden. Was ich jetzt in den Händen hielt war noch außerirdischer als die Wassernuss und tierischen Ursprungs. Mochte es sich bei mir um eine Bildungslücke handeln (die ich am nächsten Lagerplatz schloss) aber ich konnte mir nicht erklären was das war. Und nichts in der Umgebung was hätte Aufschluss geben können!
    Klar war es in der Nähe - das ganze Meer war ja voll davon. Aber ich wusste das nicht, denn genau von diesen Stellen im Meer hielt ich mich mit ordentlichen Respekt fern. (wen es interessiert: ich benutze es jetzt als Avatar). Bei so vielen ästhetischen Fundsachen war mein innerer Künstler animiert zu fotografieren, was ich ausgiebig tat. Außerdem bastelte ich noch eine weitere Kette aus Lochsteinen und Netzschwimmern bestehend und hängte sie in den Pinguinfelsen. Müßiggang bis zum Abend, schwimmen, kochen, essen, Schlafsackgespräche...nachts sah ich in den Sternenhimmel und in die Augen einer kleinen Ratte. In dem Fall quiekte ich... Wir beobachteten Wetterleuchten am westlichen Himmel und mitten in der Nacht fielen ein paar große Tropfen auf uns herab. Ich baute mein Zelt auf, so wie man den Regenschirm mit nimmt, damit es garantiert nicht regnet. Und das tat es dann auch nicht mehr.
    Am nächsten Morgen einigten wir uns darauf an diesem wundervollen Platz noch einen Tag zu verweilen. Außerdem beschlossen wir dass ich in Veli Rat Wasser, Obst und Gemüse einkaufen paddele. Es fühlte sich anders an allein unterwegs zu sein, das Wasser wirkte noch haltloser und unheimlicher. Es war eine wichtige Erfahrung diese Grenze in mir abzutasten. Leider hatte der kleine Markt im Hafen noch für etliche Stunden geschlossen und ich kaufte nur Wasser in einem Restaurant und kehrte zurück in unsere Outdoorpuppenstube für Erwachsene...Anderntags war es Beyond, der nach Veli Rat paddelte und Lebensmittel einkaufte, wir wussten ja nun die Öffnungszeiten des kleinen Ladens. So hatte ich ebenfalls ein paar Stunden für mich allein im Paradies...Später brachen wir auf zur Westseite Dugi Otoks, die dem offenen Meer zugewandt und bis auf ein paar Badeplätze fast unerschlossen ist. Wir wollten unbedingt genug Proviant dabei haben für den Fall dass es uns irgendwo sehr gut gefällt oder der inzwischen stetige Yugo sein Finale im Gewitter erreicht. In diesem Fall hätten wir vielleicht nicht ablanden zu können, weil die See zu unruhig ist. Ich gebe zu dass ich das unglaublich spannend fand und ich froh war Jemanden wie Beyond an meiner Seite zu haben, mit dem ich mich sicher fühlen konnte. Oben an der Nordwestspitze lag ein Schiffswrack im Meer, man konnte es an den Booten erkennen, die dort Halt machten um zu tauchen. Auch an der Küste lagen größere rostige Schiffsteile. Eine etwas schaurige Begrüßung für die Etappe, die wir vor uns hatten. Dann wurden die Felsen zusehends spitzer, rauer und signalisierten deutlich: Anlanden kannst Du hier vergessen, zieh weiter! Links die Felsen, rechts die offene See...hier erlebte ich meine extremsten Momente, das Gefühl, welches mich so fasziniert, erfüllt, anzieht...die Weite und die Masse an Wasser...nicht Wellen auch Dünung spüren! (wer mehr Schwärmereien möchte, dem sei der erste Post aus dem thread mit dem Seekajakherz ausschütten an das seine gelegt - ich möchte hier nicht langweilen)
    Zuletzt geändert von Suomalee; 09.06.2013, 08:00.
    Die Welt ist ein schönes Fleckchen Erde!

  • Julia
    Fuchs
    • 08.01.2004
    • 1384

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

    Hast Du inzwischen rausgekriegt, was Du gefunden hast (Avatar)? Wenn nicht, kann ich Dir auf die Sprünge helfen! Habe selber als Kind in Kroatien viele solche Dinger gefunden, und mit einem Zoologen-Pappa unterwegs seiend, erhält man Aufschluss ! Ich habe sogar eine gewisse Theorie, wie das Ding in dem Busch gelandet ist...

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    • Reichhi
      Dauerbesucher
      • 18.04.2010
      • 719

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

      Suomalee hat doch schon geschrieben, dass sie es mitlerweile weiss, oder habe ich das falsch verstanden?
      Mag sich bei mir um eine Bildungslücke handeln (die ich an dem nächsten Lagerplatz schloss) aber ich konnte mir nicht erklären was das war.
      Aber ich weiss, dass ich es nicht weiss. Also bitte schliesst meine Bildungsluecke! Was ist das? Was ist deine Theorie Julia?

      P.S. Sehr schöner Reisebericht (wenn auch, wegen dem ein oder anderenm Tipfeler, manchmal etwas holprig zu lesen. Aber das kann ich auch nicht besser . Dennoch kleiner Tip: Mal schnell in Word kopieren könnte Abhilfe schaffen. Und nein, das ist jetzt keine Kritik, sondern einfach ein gut gemeinter Ratschlag. Und bitte bitte schnell die Fotos nachliefern! ;)
      .........."Do not talk the walk; walk the walk." .............."He who can, does. He who cannot, teaches."

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      • Suomalee
        Erfahren
        • 15.10.2010
        • 232

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

        @ Julia, ja ich weiß was es ist, aber bitte nicht verraten!
        Später bin ich sehr interessiert an Deiner Meinung wie es dahin gekommen ist...

        @ Reichhi, leider oder Gott sei Dank ist morgen 1000 Seenmarathon und das mit dem Schreiben und den Fotos wird noch dauern, und die Korrektur der Fehler auch...sorry dafür
        LEE
        Die Welt ist ein schönes Fleckchen Erde!

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        • hotdog
          Freak

          Liebt das Forum
          • 15.10.2007
          • 16102

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

          Ich finde den Text so schön, dass er auch gut ohne Fotos auskommen würde. Wäre ja auch mal was: die Bilder nur im Kopf entstehen lassen, wie in einem Buch.
          Arrivederci, farewell, adieu, sayonara WAI! "Ja, wo läuft es denn? Wo läuft es denn hin?"

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            Alter Hase
            • 13.07.2005
            • 3045

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

            Zitat von hotdog Beitrag anzeigen
            Ich finde den Text so schön, dass er auch gut ohne Fotos auskommen würde. Wäre ja auch mal was: die Bilder nur im Kopf entstehen lassen, wie in einem Buch.

            Volle Zustimmung !
            Wo war ich bloß?

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            • Itchy ST
              Fuchs
              • 10.06.2009
              • 1048

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

              Zitat von hotdog Beitrag anzeigen
              Ich finde den Text so schön, dass er auch gut ohne Fotos auskommen würde. Wäre ja auch mal was: die Bilder nur im Kopf entstehen lassen, wie in einem Buch.

              Bin der gleichen Meinung.

              Kommentar


              • Atze1407
                Fuchs
                • 02.07.2009
                • 2425

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                Ja, weiter bitte.

                LG
                Atze1407
                Wenn du den Charakter eines Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht.
                Abraham Lincoln

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                • Anja2
                  Dauerbesucher
                  • 05.12.2007
                  • 988

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                  Ich finde den Text so schön, dass er auch gut ohne Fotos auskommen würde. Wäre ja auch mal was: die Bilder nur im Kopf entstehen lassen, wie in einem Buch.
                  Das finde ich auch, freue mich aber trotzdem auf die Bilder , ich habe dort als Kind oft Urlaub gemacht und ich glaube auch zu wissen was du dort gefunden hast.

                  L.G.
                  Anja
                  Aerodynamisch gesehen sind Hummeln nicht in der Lage zu fliegen -
                  doch da Hummeln nichts von Aerodynamik verstehen,
                  werden sie wohl auch weiterhin fliegen.
                  (Jack Black, Das MindStore-Buch)

                  Kommentar


                  • Suomalee
                    Erfahren
                    • 15.10.2010
                    • 232

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                    Wir kamen Kilometer später an eine sehr weise Bucht mit türkisfarbenen Wasser und Badebetrieb. Dort landeten wir an um eine Pause zu machen, Müll zu entsorgen und schwimmen zu gehen. Dann machten wir uns auf die Suche nach einem Lagerplatz. Nach ein paar weiteren Kilometern hatten wir unseren Platz gefunden, zwar nicht so weiß und türkis wie die vorherige Bucht, dafür jedoch sehr unerschlossen und wild. Wild deshalb weil es hier einerseits viel Müll gab und andererseits viel Schwemmholz. Es lagen ganze Bäume zwischen Kies und Macchia, von den Gezeiten ausgebleicht und legten Zeugnis ab von der offenen See. Alles hatte eine andere Größenordnung...Tief einatmen und diese Wildheit aufsaugen, diese Dimensionen auf sich wirken lassen...und möglichst viel anschauen, Steine suchen... einen Strand weiter war das Gefälle so beschaffen, dass es sehr runde Steine geben musste. (Je nach Steigung kullert das Meer die Steine viel herum. Dann ist die Chance regelrechte Steinkugeln zu finden besonders groß...) Nach dem Essen ging ich zu diesem Strand und suchte ihn nach runden Steinen ab.

                    Ich stehe gern mit dem Rücken zum Meer, die Füße im Wasser von Wellen umspült, das Rieseln der Steine um meine Füße herum, den Rücken gebeugt um mit den Augen ganz nah am Boden zu sein um alles anschauen, anfassen, wieder zu verwerfen, mitzunehmen, später zu sortieren und schließlich das Schönste behutsam zu verstauen.
                    Diesmal fand ich sehr schöne flache Linsensteine. Dieser Strand hatte von den Stürmen im Winter mehrere Terrassierungen im Kies, ganz hinten an der Buschgrenze lagen das Strandgut und das Schwemmholz und ich stieg auf das oberste Plateau um zurück zu gehen. Jede Menge Unrat aber auch schon wieder interessanter Trash war hier beieinander. Puppenköpfchen ohne Körper, Schuhe und entstellte Plastikteile die ihre Funktion verloren haben. Die Sonne und das Salzwasser hatten ihre Farben verändert, das hier war die Geisterstadt des Gestrandeten...Ich entdeckte etwas kleines Rundes, zum Teil mit Stacheln bekleidet, noch eins, zwei...noch mehr!
                    Ein Freudenschrei über die Bucht in die Brandung gebrüllt: hier waren meine Seeigelgehäuse!

                    Weil ich nichts mehr tragen konnte bediente ich mich im großen Wegwerfsupermarkt und sammelte meine Schätze in einem unidentifizierbaren Kinderspielzeug. Ich fand noch weitere, zum Teil schon gesprungene Gehäuse, aber zum Anschauen und inspizieren kamen sie erst mal alle mit. Sie waren lilagrau und grünlich und manche hatten noch, verklebt mit ihren eingetrockneten Weichteilen, diese abgespacete Konstruktion in der unteren Öffnung stecken!
                    Das außerirdische Teil, welches ich in der letzen Bucht gefunden hatte, war also ein Seeigelgebiss!

                    http://de.wikipedia.org/wiki/Laterne_des_Aristoteles
                    Beyond und ich gingen später noch einmal gemeinsam diese Bucht auf der Suche nach Seeigeln ab und fanden weitere.
                    Nachts klapperten Schafe zwischen Macchia und Strand auf ihrem Trampelpfad an uns vorbei. Ich schreibe Klappern deshalb, weil die Steine einen hellen Klang hatten beim Aufeinanderschlagen, ähnlich wie Porzellan. An der Klapperfrequenz konnte ich hören ob es ein forsches oder ein ängstliches Schaf war, das hinter unserem Schlafplatz vorbeiklapperte. Irgendwie erzeugte dieses Geräusch bei mir das Bild von Schafen auf Stöckelschuhen...
                    Am folgenden Morgen entfernte ich die Stacheln und putzte die Gehäuse der Seeigel mit einer kleinen Bürste im Meer. Ich säuberte sie von letzten vertrockneten Innereien und betrieb nebenbei mein Seeigel-Ingenieursstudium, was die wunderbare Konstruktion dieses Tieres anbelangt.

                    Dann packten wir unser Hab und Gut wieder in unsere Boote und setzten unsere Reise entlang der Westseite Dugi Otoks fort. Es war insofern spannend, als dass Beyond keine genaue Vorstellung davon hatte, wann der nächste verwertbare Lagerplatz kommen würde. Er hatte sich auf Google Earth die Küste angesehen, doch in echt sieht die Welt eben anders aus...Wir fuhren keine 10 Kilometer, da kam vom Meister die Ansage: Anlanden.
                    Komisch, wir hatten uns doch erst aufs Paddeln eingestellt und nun sollte es für heute schon wieder vorbei sein? Tatsächlich hatten wir stärkeren Gegenwind und auch eine deutliche Dünung.
                    Grundsätzlich zog ich es vor mich an die Anweisungen von Beyond zu halten. Ich ging davon aus, dass er schon wissen würde was er tat und das hatte sich die ganze Zeit über bewahrheitet. Was ihn jetzt bewegte die Tagesetappe schon zu beenden, war das Wissen um den folgenden Küstenabschnitt: Je weiter wir nach Süden gelangten, desto schwieriger wurde es an Land zu kommen und...irgendwo beginnt dann Steilküste, ab da heißt es durchpaddeln.
                    Da ich mit Beyond seine Vorlieben bezüglich der Lagerplatzwahl teilte, war ich sehr erfreut über die kleine, tief eingeschnittene Bucht die er im Zurückblicken entdeckt hatte. Sie besaß gerade genug Hinterland damit sie auch bei einem Wetterumschwung noch sicher war - wir warteten ja noch auf das Ende vom Yugo, also auf ein Gewitter.

                    Wir bauten unser Lager auf und ich unternahm eine Spazierklettertour in den Küstenfelsen. Raus aus dem tiefen Einschnitt ans offene Meer...Die Macchia roch hier extrem würzig, ich entdeckte Trampelpfade von Tieren und unter anderem wilden Salbei. (Dieser begleitete uns auch noch bis zum nächsten Lagerplatz, wo ich ihn dann zum Kochen verwendete. Wir fanden es sehr lecker!!)
                    Ich sah in die nächsten Buchten, die völlig unerreichbar waren und kehrte um. Wieder im Lager und so viel Zeit zur Verfügung fragte ich Beyond ob er mir das Navigieren erklären mochte. So bekam ich eine Einführung in diese Materie und mein Gehirn hatte allerliebst zu tun. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Danke an dieser Stelle an Beyond! Nebenbei gesagt: Ich mochte Geometrie schon immer sehr gern. Was für ein Glück!

                    Wir beobachteten wilde schwarze Ziegen, die in den Felsen kletterten...auch einen Ziegenbock mit imposanten Hörnern.

                    Es kam der Abend und die Nacht und es kamen die Wolken und später das Gewitter in der Ferne und der Regen zu uns. Es war das einzige Mal wo wir das Tarp wirklich benötigten. Das Wasser wurde in dieser Nacht wesentlich unruhiger und die Wellen kamen an unseren Schlafplatz bis auf wenige Zentimeter heran.
                    Es blieb auch am nächsten Morgen so unruhig und diesmal war der Einstieg ins Boot ein wenig tricky. Unser Strand war recht steil und deshalb trafen die Wellen mit ziemlicher Wucht darauf. In der Nacht hatte das Meer bereits den Kies umgeräumt und nun war der Strand noch steiler als bei unserer Ankunft. Wir mussten uns beeilen die Boote schnell ins Wasser zu bekommen, sofort irgendwie einsteigen und rauspaddeln bevor das Meer sie querstellt und mit Vehemenz ans Ufer schlägt.
                    Es ist so unerbittlich dieses schöne Meer in solchen Momenten. Es ist nicht lieblich. Es umspielt nicht. Es fordert und zerstört. In solchen Momenten erlebe ich das Meer als etwas, dass den Strand auffrisst und mich auch, wenn ich nicht aufpasse.
                    Aber wir kamen gut raus auf die offene See und spürten die sehr starke Dünung, welche weit draußen auf dem Meer ihren Ursprung hatte. Der Südwind jedoch hatte sich gelegt, da die klimatischen Bedingungen der letzten Tage nach dem Gewitter in sich zusammengebrochen waren.
                    Wir konnten wunderschöne Lichtbrechungen auf der Wasseroberfläche beobachten. An manchen Stellen sah das Meer aus wie Öl, an anderen wie Quecksilber.
                    Noch war die Küste relativ flach und bis auf den Felsengürtel bewachsen. Wir kamen an vereinzelten Buchten vorbei, manchmal stand eine Hütte darin. Doch richtig bewohnt wirkten sie nicht.
                    Wir zogen Resümee über die Wahl des letzten Schlafplatzes und fanden uns darin bestätigt eine gute getroffen zu haben.
                    So sinnierend und beobachtend erpaddelten wir uns die geologische Metamorphose dieser Insel und gelangten an ihre wunderschöne Steilküste. Für mich war das ein weiterer Höhepunkt* dieser Reise. Atemberaubend schön stand der helle Felsen viele Meter steil bis ins petroltürkisfarbene Wasser hinab. Kleinere Höhlen und Felsenrisse formten die Gischt in imposanten Sekundengebilden. In manchen Abschnitten war der Fels auch mit einem frischen Hellgrün überzogen.
                    (Ich weiß beim besten Willen nicht, was für eine Gattung Nadelbaum das war)
                    Allerdings blieb uns auch nichts anderes übrig als diesen majestätischen Flecken Erde zu bewundern. Haben wollte er uns nicht. Insgesamt dauerte unsere Bewunderung so um die 20 km an der Westseite der Insel, dann kam eine Sandbucht und wir zu einer wohlverdienten Pause.

                    Bei so viel Naturbetrachtung möchte ich die Geräusche erwähnen. Das Meer klingt überall anders. Je nachdem wie heftig der Wind ist, Ebbe oder Flut herrscht und auf welches Land es trifft. Wir schliefen in Buchten aus Felsenplatten gebildet, wo das Meer geradezu Wassermusik machte. An anderen Plätzen toste es wie ein abgesoffenes Kieswerk. In den großen Felsenspalten rülpste es und in den kleinen hatte es Schluckauf. An den Steilküsten war es ein unglaubliches Rauschen, Dröhnen und Donnern wie ein riesiges Orchester welches die Instrumente stimmte...

                    *bei so viel Höhepunkt-weiter gehts dann mit einem Tiefpunkt dieser Reise...
                    Zuletzt geändert von Suomalee; 08.10.2011, 02:19.
                    Die Welt ist ein schönes Fleckchen Erde!

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                    • zahl
                      Dauerbesucher
                      • 17.09.2006
                      • 932

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                      Zitat von Suomalee Beitrag anzeigen
                      Kurz bevor es losging hatte ich noch einen sms-Wechsel mit Zahl in seiner Funktion als Wanderwart meines/unseres Vereins, der mit einem „Sauf nicht ab“ seinerseits endete...bei so viel zarter Fürsorge war meine Rührung nicht mehr mit Worten zu beschreiben.
                      Ja, so isser halt der zahl, immer um seine Vereinskameraden bemüht.
                      Und letztendlich bist du ja auch nicht abgesoffen, hat also geholfen ...

                      Liest sich sehr schön dein Bericht. Da ich ja die ganze Zeit im Kopf bei Euch in Kroatien mitfuhr, ist es schön nachher von deinen Erlebnissen zu lesen, die du so wunderbar mit Worten ausdrücken kannst.
                      Danke.
                      "Es liegt da ganz einsam am Strand, ein kleiner, dunkler Fleck, ein Nichts ohne mich, und indem ich mich gegen das Boot setze, denke ich, auch ich wäre nichts ohne Boot." Dr. Hannes Lindemann, Allein über den Ozean, 1957

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                      • ronaldo
                        Moderator
                        Lebt im Forum
                        • 24.01.2011
                        • 9605

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                        Hi,

                        danke für den schönen Bericht, hoffe er geht bald weiter...
                        Ich mag deinen Stil, vor allem die Gabe, genau zu beobachten bzw. zu hören.

                        Grüße, Ronald

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                        • Suomalee
                          Erfahren
                          • 15.10.2010
                          • 232

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                          Oh vielen Dank für die schriftlichen Blumen, das macht es mir leichter den Reisebericht auch wirklich fertig zu stellen.

                          Wegen der Meinungen für einen Bericht ohne Fotos, habe ich mir überlegt Fotos ans Ende des Textes zu stellen, dann können die, die nichts sehen wollen das auch gut handhaben.

                          Hoffe es ist Euch angenehm so.

                          Gruß LEE
                          Zuletzt geändert von Suomalee; 28.09.2011, 21:22.
                          Die Welt ist ein schönes Fleckchen Erde!

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                          • Itchy ST
                            Fuchs
                            • 10.06.2009
                            • 1048

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                            Jeep, wäre mir angenehm. Wobei ich mir die Fotos natürlich dann trotzdem anschaue.

                            Gruß
                            Itchy

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                            • Markus K.

                              Lebt im Forum
                              • 21.02.2005
                              • 7452

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                              Hallo Suomalee,
                              gibt es irgendwo einen Link, wo man die Bilder schon einmal anschauen kann?
                              "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

                              -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

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                              • Suomalee
                                Erfahren
                                • 15.10.2010
                                • 232

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                                Nein, es gibt keinen Link bisher...

                                LEUTE ich übe noch um mit der Technik hier klar zu kommen....
                                (man kann ja nicht alles können)
                                und ich warte auch noch auf die Fotos von Beyond, damit ich alles zusammenstellen kann.

                                Aber großes Ehrenwort, dass es wie gewünscht im Anschluss an den Text Bilder geben wird

                                LEE
                                Die Welt ist ein schönes Fleckchen Erde!

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                                • Suomalee
                                  Erfahren
                                  • 15.10.2010
                                  • 232

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                                  Wir beratschlagten was wir mit dem fortgeschrittenen Tag machen sollten:
                                  In der Sandbucht unser Lager aufschlagen oder weiter ziehen und dafür jedoch nicht zu wissen, wann sich die nächste Möglichkeit ergeben würde einen Fuß auf die Erde zu kriegen?
                                  In dieser Bucht campierte bereits ein Pärchen und es machte allen Anschein, dass sie zu dieser Tageszeit auch nicht mehr aufbrechen würden. Doch zunächst kamen wir mit ihnen ins Gespräch. Sie wollten von uns wissen welche Beschaffenheit die Westküste hat die wir entlanggefahren sind und wir benötigten Informationen über das Wetter.

                                  Die Beiden erkundigten sich wie viele Möglichkeiten es auf der Westseite Dugi Otoks gab um zu Übernachten und auf welche Langstrecken sie sich einstellen mussten.
                                  Auf die Frage der Frau, ob ich ihnen zutraue das zu schaffen, konnte ich nur in meiner Art antworten: Ich weiß nicht ob Ihr das leisten könnt, ich kann Dir nur sagen, dass wir es konnten.
                                  Klingt vielleicht erst mal überheblich, aber ich finde es fatal die Beurteilung der eigenen Fähigkeiten einem anderen Menschen zu überlassen, der mich nicht kennt und deshalb mich auch nicht einschätzen kann. (Über Menschen die solche Fragen stellen wundere ich mich sehr)
                                  Beyond und ich beschlossen weiter um die Insel herum zu paddeln und dabei nach einen Schlafplatz zu suchen. Der Sand hier gefiel uns gar nicht, auch berichteten die Beiden, dass es am Abend zuvor Mücken gegeben hatte.
                                  Wir waren halt inzwischen ganz schön verwöhnt und vielleicht auch etwas Menschenscheu geworden...

                                  Ehrlich gesagt dieses „einfach Weiterziehen“ liegt mir total. Sein Glück herausfordern und mal sehen ob es noch „was Besseres im Zufallssortiment gibt“ bereitet mir großartige, intensive Gefühle.

                                  Ein weiterer Fortbewegungsgrund war, dass wir in den nächsten Tagen in die südlich angrenzenden Kornaten paddeln wollten, aber noch mehr Süßwasser benötigten. Der nächste Ort, Sali, befand sich jedoch schon auf der unteren Ostseite der Insel. Wir wollten also den nächsten Tag für eine Einkaufstour verwenden um dann möglichst westlich in den Kornaten die offene See zu erleben.
                                  Kaum waren wir weitergezogen, da veränderte sich die Landschaft drastisch:
                                  Sie wurde Baum- und Buschlos und die Welt um mich herum bestand nur noch aus einer Wasserlinie und steinernen Kegeln in allen Varianten und Größen. Ich brauchte noch einen ganzen Tag um diesen Wechsel von Steilküste zu überall verstreuten Kegeln innerlich zu vollziehen.
                                  Links von uns begann jetzt eine große Bucht, die mit schrägen Felsenbändern gesäumt war. Beyond steuerte dort hinein, wie ein Spürhund bei der Jagd. Eigentlich gab es hier keine wirklich guten Anzeichen einen geeigneten Lagerplatz und so gelangten wir tief bis in die hinterste Stelle dieser Bucht.
                                  Dort befand sich ein momentan unbewohntes Haus und in dessen Nähe eine Mole, an der Ausflugsboot angelegt hatte, damit die Badegäste auf den imposanten Felsenplatten einen unvergesslichen Nachmittag verbringen konnten.
                                  Mhm, das war etwas verzwickt heute, noch konnten wir unser Nachtlager nicht sehen. Beyond und ich zögerten und ließen uns im Wasser treiben. Weiterfahren bedeutete für den heutigen Tag einen weiteren Kraftakt...Und es war schon gegen vier Uhr nachmittags...
                                  Da tutete das Badeschiff, die Menschen auf den Felsen gerieten in Bewegung und eins, zwei, drei...weg waren die lärmenden Gestalten samt kroatischer Schlagermusik.

                                  Also ohne die Leute und das Boot sah die Mole eigentlich richtig gemütlich aus! Nichts wie anlanden! Die Boote auf die Felsenplatten gezogen...dann richteten wir uns direkt auf der Mole häuslich ein. Die war auch sehr schön gerade zum Schlafen.
                                  An diesem Abend spürte ich die Dünung noch bis zum Einschlafen in mir. Vielleicht lag es an der bizarren Landschaft dass wir an diesen Abend das Zwielicht ausgesprochen intensiv empfanden...

                                  Der Sonnenaufgang jedoch überbot jeden Kitsch: Alle Farben waren am Himmel versammelt um uns ein Schauspiel in mehreren Akten zu liefern. Wir lagen in der ersten Reihe auf unserer Logen-mole und beobachteten wie die noch nicht persönlich erschienene Sonne im dritten Akt die Wolken anzündete um diese im vierten dann mit rosa Spitze zu umhäkeln. Kurz vor dem Finale erschien sie dann doch mit viel dramatischen Gold-Glamour.

                                  Nach dem Frühstück brachen wir nach Sali auf. Abends wollten wir wieder auf dieser Stelle nächtigen um dann zügig in die Kornaten zu gelangen. Ich freute mich unglaublich auf mehr Unberührtheit und Wildheit, denn ich hatte in den letzten Tagen Blut geleckt!
                                  Auf dem Weg nach Sali begegneten wir einer ausklingenden Bora und mit ihr erstmals Wolken und einen eingetrübten Himmel. Während Beyonds Kodiak sich wie ein gutmütiges Brauereipferd durch die seitlichen Wellen fortbewegte, nahm sich der Eski wie ein nervöses Dressurpferd dagegen aus.
                                  In Sali kauften wir ordentlich viel Lebensmittel und Wasser für die nächsten drei, vier Tage ein, tranken Kaffee in einem Café, schauten dort neugierig in den Spiegel und zogen gut gelaunt von dannen. Wir wussten ja was uns erwartet. Auf dem Rückweg aßen wir in einem Restaurant in einer Meeresenge, dass sich auf Segler spezialisiert hatte (was anderes kam dort ja auch nicht vorbei) und dann wiederholte sich dieselbe Prozedur, wie am Nachmittag zuvor...

                                  Ich bitte den Leser jetzt vor zu spulen. Bis zu dem Moment wo ich noch ein paar Schritte auf den Felsen machte....

                                  Habt Ihr die Einstellung? (*Hier kommt jetzt auch die Fußnote zu dem Kommentar von Zahl aus dem ersten Post)

                                  Ich gehe also über die zum Teil zerklüfteten Felsen, die sich von den Kornaten in nichts mehr unterscheiden, außer dass eben dieses Fleckchen Erde noch als Dugi Otok bezeichnet wird....

                                  Ihr könnt Euch jetzt eine Version der Beschreibung aussuchen:
                                  1.
                                  Auf einmal standen 20 Glücksschweine um mich herum, die mich freundlich anlächelten...
                                  2.
                                  In einem Anfall von Sentimentalität versuchte ich mir die Kornaten auf den Körper zu tätowieren...
                                  3.
                                  Da ich meine handwerkliche Ader nicht unterdrücken konnte, gab ich dem inneren Drang nach und klöppelte mich als Intarsie in die Felsen...

                                  Bei der Gewichtsverlagerung auf einen großen zerklüfteten Stein oder kleinen Felsbrocken (das liegt im Auge des Betrachters) war ein ausgewaschener Steingrad abgebrochen und dadurch bekam der ganze Brocken Spiel und bewegte sich einige Zentimeter. Im Gegensatz zu mir, die sich viele Zentimeter bewegte und gar nicht so schnell mitbekam was passierte. Schon drehte ich mich um 180 Grad und lag auf dem Rücken und schlug mit dem Kopf auf einen herausragenden Stein.
                                  Das war das Erste wo meine Hand hinlangte: an meinen Hinterkopf, nach Blut tastend. Ich hatte mehrere große Schürfwunden an den Beinen, eine aufgeschlagene rechte Hüfte, einen Schnitt in der rechten Hand, eine Wunde am linken Fuß...und einen Schock.
                                  Aber der aufmerksame Leser weiß:
                                  Da standen ja 20 Glücksschweine und so blieb mein Kopf unversehrt.
                                  Doch das mit dem Tätowieren klappte auf meiner rechten Körperhälfte ganz gut.
                                  (Ich verlor bei diesem Sturz eine kleine schöne Dose jedoch nicht meinen Humor)

                                  Ich kürze jetzt hier ab und steige wieder ein als ich später im geöffneten Schlafsack lag und mir furchtbar schlecht war bei der Vorstellung, was alles hätte passieren können...Und was alles nicht mehr passieren wird!
                                  Die Kornaten waren nun leider gestorben.
                                  Ab jetzt ging es nur noch darum, wie ich die Strecke bis zum Festland im Boot bewältigen konnte.
                                  Außerdem möchte ich hier anmerken dass der Spruch: „Es ist schön wenn der Schmerz nachlässt“ nach wie vor an seiner Aktualität nichts eingebüßt hat.
                                  Ehrlich gesagt ich war so dankbar, dass ich mir nichts gebrochen hatte, keinen Knochen auf geschabt und wirklich kein Loch im Kopf gehabt habe...und ich hatte diese wunderschöne Natur und viel Sonne um mich herum...in Deutschland wäre es mir schlechter gegangen, da hätte ich nicht mal gewusst, was ich hätte anziehen sollen. Das fand ich noch auf der Heimreise schwierig. Vor allem wegen der Wunde am Becken.
                                  Zuletzt geändert von Suomalee; 08.01.2012, 22:37.
                                  Die Welt ist ein schönes Fleckchen Erde!

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                                  • ckanadier

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                                    • 24.02.2011
                                    • 565

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                                    Moin
                                    Glückwunsch zu deinem Schutzengel und dem spannenden Reisebericht.
                                    ckanadier

                                    PS: Besonders symphatisch ist mir, dass dich Seeigel scheinbar genauso wie meinen jüngsten Sohn faszinieren. Ich habe den Eindruck, dass er öfter nur deswegen mit kommt.
                                    http://www.canadierforum.de/t7285f19...Paddel-AB.html

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                                    • Suomalee
                                      Erfahren
                                      • 15.10.2010
                                      • 232

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                                      @ ckanadier

                                      ja, die Tour war auch für mich sehr spannend!
                                      Habe soeben die Fotos von Beyond bekommen und könnte sofort wieder los ziehen.

                                      Und Grüße an Deinen Sohn...ich habe im Text bei der Aufklärung noch einen Link eingefügt. Dieser Kieferapparat des Seeigels wird auch die Laterne des Aristoteles genannt.
                                      Finde ich ja zum Dashinschmelzen schön!

                                      Gruß LEE
                                      Die Welt ist ein schönes Fleckchen Erde!

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                                      • Suomalee
                                        Erfahren
                                        • 15.10.2010
                                        • 232

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: Dalmatinische Inseln - mein Seekajakherz auffüllen

                                        Der nächste Tag wurde ein Ruhetag um abzuwarten ob sich eine der Wunden entzündet hatte. (Ich bemerkte dass ich mir auch Prellungen längs der Wirbelsäule zugezogen hatte)
                                        Ich nutzte die Zeit um Überlegungen anzustellen wie ich weiterpaddeln konnte mit der Schnittwunde in meiner rechten Hand?
                                        (Übrigens war der Schnitt in der Hand genau im Ende der Herzlinie, als sollte mein Schicksal noch mal umgestaltet werden. Ich behalte mir vor davon zu einem späteren Zeitpunkt zu berichten)
                                        Und überhaupt stellten wir Überlegungen an, welche Route wir nun einschlagen sollten. So entschieden wir uns dafür in kleinen Etappen zwischen den Inseln auf deren unbewohnteren Seiten den Rückweg anzutreten. Dann hätten wir relativ kurzfristig Hilfe holen können oder die Tour beenden, falls ich nicht zurechtgekommen wäre mit Wunden, Salzwasser und Paddeln mit verletzter Hand...Allein das Wort Rückweg war traurig genug für mich. Aber abbrechen wollte ich die Tour auf keinen Fall. Jedenfalls wollte ich es erst mal probieren bevor ich aufgab. Ich saß Probe im Boot um herauszufinden ob ich es schaffte darin zu sitzen ohne mit den Schürfungen & Co ans Bootsinnere zu stoßen. Denn das sah ich als mögliche Infektionsquelle an. Das Becken war das größte Problem, der Rest war machbar.

                                        Wir kamen auf die abenteuerlichsten Versionen wie mit meiner Hand zu verfahren sei, doch letztlich tapte ich mir die Hand, zog einen abgeschnittenen Sockenbund darüber und steckte einen flachen Schwamm (ich nenne sowas einen Brotschwamm) zwischen Hand und Paddelschaft um das erste Tropfwasser aufzufangen. Den Schwamm musste ich halt immer wieder auswringen. Ich klappte den Kleinen- und Ringfinger in die Handinnenfläche, um damit die Wunde vor Bewegung und gegen das Salzwasser zu schützen. Paddeln musste ich mit drei restlichen Fingern und aufpassen, dass mir keine Welle an die Hand kam.
                                        An der Hüfte war es nur mit Abstand zur Spritzdecke zu regeln. Da war auch nach einem Tag Pause nichts verschorft. (Wir kauften später ein Abflusssieb das ich als luftdurchlässigen Abstandhalter über die Wunde legte) Die erste Strecke nach dem Unfall dauerte nicht länger als 12 km, dann waren der Verband und die Spritzdecke so durchgeweicht, dass meine Wunden brannten.

                                        Höchste Zeit für „time out“.

                                        Wir paddelten um den südlichen Teil von Dugi Otok herum, wie schon zuvor nach Sali, aber diesmal auf der angrenzenden westlichen Seite der Insel Lavdara. (Also so viel Abwechslung muss sein) Es war ein trüber Tag, im Gegensatz zum Gestrigen, die Welt wirkte wie ausgebleicht und ein wenig glanzlos ohne die direkte Sonne. Es gab auch mehr Wellen, was es mir nicht leichter machte meine Hand trocken zu halten. Also öfter den Schwamm ausdrücken...und unsteter Paddeln.
                                        Die Westseite wollte keinen Lagerplatz für uns hergeben, alle Felsenplatten zu schief, zu klein oder mit so einer Art Laubenpieperwochenenddomizilen bestückt. Wahrscheinlich alles wohlhabende Leute aus Sali oder von anderen Inseln wenn nicht gar aus Zadar. Wir waren also schon um den nördlichsten Punkt von Lavdara herum gefahren, die See rau und die Küste alles andere als anlandefreundlich, da sagte ich Beyond, dass ich unbedingt eine Pause brauchte.
                                        Wir waren zu allerhand Kompromissen bereit, es ging jetzt nur darum auszusteigen, nach meinen Wunden zu sehen und neu zu überlegen was zu tun sei.
                                        Immer näher fuhren wir an die Felsen heran um eine Passage zu finden die uns ein Stück Land freigeben könnte.

                                        Da sah ich eine Felsenplatte die parallel zur Küste flach aus dem Meer stand, sodass sie die Wellen abschirmte und dahinter einen Mininaturhafen bildete. Aus unserer Perspektive war er kaum einzusehen. Das Wasser war zu unruhig als dass wir hätten sehen können, ob ein Boot zwischen den Felsplatten ohne Grundberührung liegen konnte. Ich machte Beyond darauf aufmerksam und er fuhr vorsichtig hinein...
                                        und siehe, der Hafen war gut!
                                        Ich wartete in den Wellen bis er sein Kajak auf den Fels beiseite gezogen hatte und dann konnte ich auch endlich aussteigen.
                                        Wetter nicht gerade freundlich, meine Kapazitäten erschöpft...Wir sahen uns um:
                                        Dieser Platz war ungewöhnlich doch atemberaubend schön. Die Küste war nicht wirklich geschaffen zum Lagern, dafür waren die Felsenplatten zu begrenzt durch einen Absatz im Gestein. Danach stieg schon der Hang an.
                                        Die Flut war auch noch nicht an ihrem Höhepunkt und die wenigen flachen Felsen würden dann Land unter sein...Das konnten wir ganz gut an der Verfärbung der Felsen ablesen. Dort wo regelmäßig Feuchtigkeit hin kam (in dem Fall die Flut und Brandungswellen) hatten die Felsen eine dunkleren Ton.
                                        Wir liefen die Gegend ab um heraus zu finden, ob wir für heute das Paddeln beenden konnten. Ich glaube wir hatten es uns einfach in den Kopf gesetzt. Beyond entdeckte noch ein weiteres Felsniveau welches im Notfall unser Nachtlager geworden wäre, falls die Flut zu viel für sich eingenommen hätte.

                                        Obwohl Ebbe und Flut im Mittelmeer eigentlich zu vernachlässigen sind, sind sie es eben doch nicht. Unsere Steinplatten waren so knapp bemessen, dass wir ein Boot hochlegen mussten auf die nächste Felsstufe.
                                        Außerdem gab es eine Schnellfähre von Zadar nach Sali, die in großer Entfernung an der Insel vorbeizog. Sie machte jedoch solche Wellen, dass bei Flut nicht viel mehr als unser Schlafplatz vom Wasser unberührt blieb.
                                        Wir konnten das zunächst mit den Ohren verfolgen. Die Fähre war schon lang vorbeigezogen, da entstand ein gewaltiges Rauschen im Wasser, welches stetig näher kam. Die Bug- oder Heckwellen oder beides, erreichten die Insel und kreierten ihre eigene Brandung auf Zeit. Das war schon fast gespenstisch, weil sie so aus dem Nichts kam. (die Fähre war ja schon lange außer Sicht- und Hörweite) Ein paar hohe Wellen donnerten in unsere Felsenniesche und der Spuk ebbte wieder ab.

                                        Langsam begriff ich, dass wir auf einen Brutplatz von Möwen befanden. Die Brutzeit war vorbei und hier war weit und breit keine lebendige Möwe zu sehen. (tote Möwen schon) Diese Felsenlandschaft passte hervorragend zu den Möwen, denn die brüten ja gerne ungestört. Das hieß jedoch auch, dass dieser Platz zu einer anderen Jahreszeit unbenutzbar gewesen wäre. Möwen sind durchaus aggressiv, wenn es um die Verteidigung ihrer Brut geht, in erster Linie in Form von Kotbomben.
                                        Nun hatten wir Zeit und richteten uns auf dieser exponierten Stelle ein, erkundeten die Gegend und beobachteten nebenbei das steigende Wasser.
                                        Beim Herumlaufen oberhalb des ersten Felsniveaus entdeckte ich immer wieder Mövenskellette, wobei die Federn auch noch dabei lagen. Sie sind sehr zersetzungsunwillig. Die Macchia grenzte meist unmittelbar an die Fundorte. Ich entdeckte in den Büschen Tunnel die von Tieren hineingelaufen wurden. Sah ich eine tote Möwe, suchte ich die Büsche ab und fand einen Eingang ins Tunnelsystem in der Macchia. Da gab es also Möwenjäger!
                                        Ein bisschen grausig war das aber ein bisschen zu Dank verpflichtet fühlte ich mich dem Jäger auch, denn ich suchte schon länger nach einem Vogelschädel. Zwar hatte ich mir eher einen Kranich, Storch oder Reiher gewünscht. Aber wollen wir mal nicht unzufrieden sein.

                                        Der folgende Tag begann mit verklärtem Licht und einer blutroten Sonne. Wieder einmal konnten wir dem Schauspiel nicht widerstehen und gaben uns dieser magischen halben Stunde hin. Sozusagen unser allmorgendliches Fernsehprogramm. Beyond und ich waren inzwischen eingespielt auf einander. Deshalb war es selbstverständlich Wasser für einen Sonnenaufgangskaffee zu bereiten und mit dessen Genuss das Schauspiel zu veredeln.
                                        Der Tag wurde zunehmend klarer und das Wetter wieder heiß und schön. Da wir in der Nacht nicht fortgespült wurden, beschlossen wir zu bleiben und unsere Errungenschaft einen ganzen Tag bei schönem Wetter zu genießen.
                                        Zuletzt geändert von Suomalee; 15.10.2011, 22:49.
                                        Die Welt ist ein schönes Fleckchen Erde!

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