[RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

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  • anthe
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Hi,

    danke für den schönen Bericht. Hat einige Erinnerungen geweckt. Hab 2008 fast die gleiche Tour gemacht.

    Gruß
    anthe

    edit: weil das Thema "Hunde" auch in den Kommentaren angesprochen wurde, hier hatte ich auch schon mal was zu meinen Erfahrungen in Rumänien geschrieben
    Zuletzt geändert von anthe; 02.10.2011, 18:20.

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  • volx-wolf
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    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Wer sich den Reisebericht lieber ausdruckt, der sei darauf hingewiesen, dass bei www.karpatenwilli.com der Reisebericht als pdf hochgeladen ist.

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Tag 8

    Der Sonntagmorgen wird ruhig angegangen. Dann werden die Rucksäcke für die Rückfahrt gepackt und wir laufen los in Richtung Stadt, um uns irgendwo ein Taxi anzuhalten.
    Verschlafen geht es natürlich erst einmal zweihundert Meter in die falsche Richtung. Ist nicht weiter schlimm, hat aber den Vorteil, dass wir noch einmal auf Wegweiser für das Rote Band stoßen.
    Wer also wirklich die komplette Tour laufen möchte, der kann von/bis Cluj-Napoca laufen!

    Mit dieser freudigen Erkenntnis geht es nun in die richtige Richtung und nach einigen Minuten finden wir auch ein freies Taxi. Wir lassen uns zum Bahnhof bringen, um dort die Rückfahrt-Tickets nach Budapest für den Nachtzug um 02:00 Uhr zu kaufen. Das Gepäck wollen wir in die Aufbewahrung geben. Der Ticketkauf ist problemlos. Die Gepäckaufbewahrung verblüfft uns, hat sie abends nur noch bis 21:30 geöffnet und bietet keinen 24-Stunden-Service mehr an. Schließfächer gibt es leider keine. Wenigstens für einige Stunden wollen wir die Rucksäcke aber doch abgeben.
    Als es geglückt ist, machen wir uns auf den Weg in die Altstadt. Auf dem Marktplatz löst sich dann das Rätsel um die Musik der letzten Nacht: Es findet ein an diesem Wochenende ein kostenloses Musikfestival, sponsert von einer der größten rumänische Bierbrauereien, mit rumänischer Alternativmusik statt. Als ich dann sehe, dass am Vorabend „Zdob zi Zdub“ gespielt haben, ärgere ich mich dann aber reichlich, dass wir letzten Abend nicht in die Stadt gefahren sind. Seit Jahren höre ich die Band begeistert. Nun hätte sich die Gelegenheit geboten, die Band einmal live (und kostenlos!) zu sehen und die Chance ist aufgrund der eigenen Müdigkeit vergeben … *grummel*
    Wir laufen kreuz und quer durch die Stadt, schauen uns dieses und jenes an. Dann holen wir gegen 18:00 Uhr die Rucksäcke von der Gepäckaufbewahrung und machen uns wieder auf zum Marktplatz. Dort willigt einer der vielen Helfer an einer der vielen Bierverkaufsstände ein, unsere Rucksäcke bei ihm zu lagern. Unbelastet können wir uns auf die nun kommenden Bands konzentrieren. Es gibt ein lustiges Potpourri aus rumänsichen Rock-, Pop und Rap-Bands. Von Band zu Band wird die Stimmung ausgelassener. Eine wunderschöne Abschlussfeier für unsere Tour
    Gegen Mitternacht ist der Spaß dann leider zu Ende, so geht es zurück zum Bahnhof, wo wir uns die letzten beiden Stunden bis zur Zugeinfahrt um die Ohren schlagen.
    Die Rückfahrt verläuft wenig spektakulär. In Budapest essen wir noch gemeinsam Frühstück, bevor ich mich mit dem RailJet in Richtung Österreich, Passau und Mitteldeutschland auf den Weg mache, so dass ich spät abends daheim bin.
    A. bleibt noch bis zum Abendzug nach Berlin Budapest und ist dann erst am nächsten Morgen wieder zu Hause.

    Schön war's !!!!


    Epilog
    In Vorbereitung auf die Tour habe ich verzweifelt nach Zeitangaben für verschiedene Teilstrecken gesucht. Hin und wieder fand ich in Reiseberichten verschiedene Angaben, manchmal hatte jemand mit Absicht oder zufällig einen Wegweiser fotografiert. Für einige besondere Besuchsregionen (Padis) gibt es auch online Streckenbeschreibungen inklusive Zeitangaben.
    Gerade aber für die von uns begangene Strecke war im Vorfeld kaum etwas herauszufinden. Deswegen habe ich kontinuierlich alle Wegweiser, derer wir auf unserer Strecke habhaft werden konnten, fotografiert. Einzig der erste auf unserer Tour, jener oberhalb des Cricau-Flusses fehlt.

    Wie bekannt, sind je nach eigener Kondition, Wetterlage und anderer Umstände die angegebenen Zeiten mit einem persönlichen Faktor größer oder kleiner eins zu multiplizieren.
    Also, möge die folgende Aufzählung jemandem nützen!


    Wegweiser an der Piatra Cetii, dort wo Rotes Band und Rotes Dreieck aufeinandertreffen (leider habe ich vergessen, die Seite für das Rote Band zu fotografieren)



    Wegweiser 1 in Cheia



    Wegweiser 2 in Cheia



    Tafel mit Übersicht über die Wanderwege im Trascau in der Nähe des Kloster Râmeț (für weitere Infos einfach reinzoomen)



    Wegweiser auf dem Plateau Bredelui


    Wegweiser auf dem Plateau Bredelui



    Wegweiser an der Burg Trascaului bei Coltesti



    Wegweiser am Ortseingang von Coltesti von der Burg aus kommend



    Wegweiser irgendwo zwischen Plateu Secuiului Moldovenesti (am Ende des Plateaus bevor es in den Wald und bergab nach Moldovenesti geht)



    Wegweiser im neu erbauten Kloster auf dem Kamm nördlich der Fernstraße 75



    Wegweiser zwischen dem Kloste rund der Cheile Turzii



    Wegweiser am östlichen Ausgang der Cheile Turzi



    Wegweiser in Cluj-Napoca in der Nähe des Campingplatzes Faget

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Tag 7
    Wir erwachen und hören den Regen auf das Hüttendach prasseln.
    Noch einmal umgedreht und weiter geschlafen. Beim nächsten Mal ist die Situation nicht viel anders, also dösen wir noch einmal weiter.
    Dann endlich hat es aufgehört zu regnen, während wir frühstücken gibt es aber den nächsten Schauer.

    Wir sind unentschlossen: Auf der Fernstraße 75 verkehren stündlich Busse nach Turda/Thorenburg. Von Turda nach Cluj ist es dann easy.

    Sollen wir einen Bus nehmen und die Tour hier abbrechen? Im Regen zu wandern ist nicht wirklich spaßig. Wir haben eine schöne Strecke hinter uns und können auch zwei Tage in Cluj verbringen. Andererseits: Auf die Cheile Turzii haben wir Lust und irgendwie auch den Ehrgeiz, auch noch das letzte interessante Stück des Trascau-Gebirgs zu erlaufen.
    Wir verschieben die Entscheidung ein wenig und holen uns erst einmal einen Kaffee aus der Pension, denn die Gaskartusche hat auch gerade ihren Geist aufgegeben.

    Nach dem Kaffee wird gepackt. Als wir fertig zum Aufbruch sind, scheint die Sonne. Wir nehmen es als gutes Zeichen und beginnen den letzten Teil der Wanderung. Es ist zwar schon 10:00 Uhr, aber die heutige Strecke ist auch nicht übermäßig lang.
    Erst ein wenig am Bergrücken entlang, dann finden wir den Abzweig, der hinauf führt. Oben soll dann der Weg direkt auf dem Rücken bis zur Turzii-Klamm führen.
    Am Abzweig finden wir mit etwas suchen sogar eine alte, zugewachsene Markierung. Gefunden haben wir den Aufstieg aber durch gute Kartenlektüre. Der Weg ist gerade etwas frei geholzt. Irgendwann wird es aber dann doch wieder eng und zugewachsen. Freundlicherweise hat jemand Plastetüten-Fetzen an die Äste geknotet, die uns das letzte Teil des Weges weisen. Markierungen gibt es bis kurz vor der Cheile Turzii kaum.



    Schämt es ich für seinen Zustand? Verstecktes Wegzeichen.



    Blick ins Aries-Tal


    Und dann sind wir auf einmal oben und stehen mitten in einem neu erbauten Klosterkomplex.
    Wir pausieren kurz und genießen die Aussicht. Dann folgen wir dem Wanderweg der durch einen uralten Wegweiser, der nun mitten im Klosterkomplex steht, angezeigt wird – direkt am übergroßen Outdoor-Kruzifix vorbei



    Kloster im Entstehen



    Klein & fein an ausgesuchter Stelle und bester Lage.


    Der Wind bläst kräftig, hinter uns ist es wieder einmal duster am Horizont, ab und an nieselt es auch etwas. Doch das Wetter hält, vom großen Regen bleiben wir verschont und auch die Sonne schaut hin und wieder, was wir wohl so treiben.
    Es geht immer genau auf dem Bergrücken entlang. Am späten Mittag erreichen wir die Klamm. Mit einem schönen Ausblick auf die Umgebung vespern wir, bevor der Abstieg ins Tal in Angriff genommen wird.



    Blick zurück ins Trascau-Gebirge



    Freundlichere Ausblicke


    Unten angekommen gibt es direkt an der Abstiegsstelle keinen Übergang über den Fluss, der außerdem auch aufgrund der vielen Regenfälle kräftig Wasser führt.
    Folgen wir ihm einige hundert Meter aufwärts bis zu dem alleinstehenden Haus. Hier gibt es eine Hängebrücke. Außerdem stellt sich das Haus als Café, Bar und Pension mit angeschlossenem Zeltplatz heraus. Gar nicht auf der Karte verzeichnet.
    Außer einer spanische Familie zeltet hier allerdings niemand – im Gegensatz zu dem wilden Zeltplatz auf der anderen Seite der Klamm, wie wir später feststellen werden.
    Uns kommt das Café gerade recht, denn der Regen hat uns nun doch eingeholt. Während es schüttet, sitzen wir unter einem Pavillon und trinken Kaffee.



    Ankunft an der Cheile Turzii



    Gibt's auch im Hochformat.


    Danach geht es los in die Schlucht - womit wir endgültig das Rote Band verlassen, welches weiter nordwärts nach Cluj-Napoca führt. Landschaftlich ist die Schlucht überwältigend, aber schon kräftig touristisch ausgebaut und es sind auch - gefühlt und im Verhältnis zu den letzten Tagen sowieso - viel zu viel Tagestouristen unterwegs. Am Ende/Beginn der Schlucht wollen sie sogar Eintritt haben. Wir werden aber nicht angesprochen – nur die Tagestouristen, die uns entgegenkommen. Auch gut...



    Nördlicher Eingang der Cheile Turzii.



    Schön, dass wir hier noch hergekommen sind.



    Ausgebaut für Stöckelschuhtouristen



    Übrigens sind viele Kletterrouten im Fels angelegt. Wer also Kletterzeug dabei hat...



    ...dürfte hier viel Spaß haben.



    Spaß am Wegesrand


    Überraschend die jahrmarktähnlichen Zustände am Ostende der Schlucht: Grillstand, Bierzelt, Süßigkeiten und viele, viele Zelte auf einem wilden Zeltplatz. Wir lassen alles schnell hinter uns und steigen aus dem Tal hinaus. Da der Weg nun wieder eine Schotterstraße ist, läuft es sich leicht.



    Südlicher Eingang der Schlucht mit Zeltplatz.



    Ein Schäfer, dessen Hunde Touristen gewohnt waren.


    Dann lenken wir unsere Schritte wieder in Norden. Den Abzweig nach Turda hinein ignorieren wir, wollen wir doch nördlich davon auf die Fernstraße 1 stoßen. So hoffen wir, längere Strecken durch irgendwelche öden Industriegebiete zu vermeiden und schneller einen Bus nach Cluj anzuhalten.

    Kurz hinter Sandulesti ist das Glück uns dann ganz hold: Drei Frauen im PKW erhören unser Trampen und laden uns ein, mitzufahren. Zum Glück haben wir gestern geduscht!
    Sie fahren uns nach Turda und lassen uns am ersten Busstop hinaus, den sie sich erfragen. Hier stehen wir auch nur wenige Minuten, bevor ein Bus nach Cluj kommt.
    Als wir aus dem Bus steigen, beginnt es wieder in Strömen zu regnen. Das erstbeste Taxi ist unser und bringt uns hinauf zum Campingkomplex Faget.
    Da ich erst einmal in der Stadt gewesen bin, kam mir zwar bei der Ankunft mit dem Bus die Strecke hinunter in die Stadt bekannt vor, aber reagiert habe ich nicht. Ansonsten hätten wir uns die Einfahrt in die Stadt schenken können und uns gleich am Abzweig zum Campingplatz hinaus lassen könne. Es wären nur einige hundert Meter zu laufen gewesen. Egal, die 4,-€ für das Taxi machen uns auch nicht arm und wir kommen direkt & trocken an der Rezeption an.

    Platz ist genügend auf dem Platz auch wenn von den Pappeln viele Äste herumliegen, die die letzten Gewitter hinunter gefegt haben.
    Ein freundlicher Ungar lässt uns auf seinem Kocher das Wasser für's Abendbrot kochen. Dann gibt es endlich die ersehnte heiße Dusche. Anschließend wird mit Bier vom benachbarten Restaurant und dem letzten Wodka aus dem Rucksack der Abend begossen. Lange halten wir aber nicht durch – zu müde.
    Beim Einschlafen hören wir noch das laute Bumm-Bum aus der Stadt von einem Live-Konzert, kümmern uns aber nicht mehr weiter darum.
    Tja, hätten wir mal...
    Zuletzt geändert von volx-wolf; 01.09.2011, 20:02.

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Tag 6
    Wir haben uns den Wecker zeitig gestellt, denn wir wollen schon ein Stück des Weges geschafft haben, bevor wir ansonsten von der Hitze des Tages geschafft sind.
    So starten wir zeitig in diesen Tag. Beim Aufbruch begegnen wir noch dem Hirten vom Vorabend, der uns freudig begrüßt. Er ist einer der verschiedenen Originale, die wir auf dieser Reise und in diesem Gebirge begegnen. Schade, dass ich bis auf einige Brocken kein Rumänisch spreche. Schade, dass ich mich nicht getraue, Menschen zu fotografieren.



    Der Hirte des Morgens.


    Dort, wo sich das Blaue und Rote Band trennen, verabschieden auch wir uns temporär vom Roten Band, dass nun nach Rimetea führt. Wir wollen einen Abstecher zur Burgruine Trascaului (Cetatea Trascaului) in der Nähe des Dorfes Coltesti machen, wo das Blaue Band vorbei führt.
    Der Weg führt nun wieder bergab und in die Schlucht Silasului (Cheile Silasului), nicht wirklich spekatkulär, aber eine nette Abwechselung.



    Blick in Richtung Cheile Silasului.


    Die Gegend um die Klamm ist als Naturschutzgebiet deklariert, wie auch viele der anderen Schluchten und Felsformationen, die wir besucht haben. Meistens auf ein sehr enges Gebiet beschränkt – aber immerhin. In der Schlucht von Surului hat es in den letzten Jahren wohl eine EU Natura 2000–Förderung gegeben, wo wohl auch Gelder für einen nachhaltigen, naturverträglichen Tourismus geflossen sind.
    Auf unserem Weg durch die Schlucht haben wir jedenfalls 6 (in Worten: sechs!) übergroße, identische Schilder gesehen, die über die Flora und Fauna in diesem Gebiet aufklärten. Auf einer Wegstrecke von maximal 2 Kilometern! Und schenkt man den Angaben auf diesem Schild Glauben, stehen noch einmal 7 weitere identische Informationstafeln in diesem eng begrenztem Gebiet.

    Die Angaben waren eher knapp gehalten, viele Photos – vor allen Dingen aber ausschließlich auf rumänisch! Und klärten darüber auf, dass es Bär, Wolf und Kreuzotter gibt .. und eine Handvoll Blümchen und Kräuterlein.
    Um den Spaß auch wirklich auf die Spitze zu treiben, standen die Tafeln teilweise abseits der Wege und so ungünstig (Wasser/Morast), dass sie überhaupt nicht erreichbar waren! So kann man Naturschutz-Tourismus-Fördergelder natürlich auch versenken!!!



    Eines der vielen Schildbügerstreiche.


    Die Burg ist den Abstecher wirklich wert. Wir genießen ein zweite, spätes Frühstück. Notwendig ist die Pause aber auch, weil es inzwischen nicht nur wieder sehr warm, sondern unerträglich drückend geworden ist. Es scheint, als läuft alles auf ein Gewitter hinaus.



    Burgruine von Coltesti



    Mit steilem Anstieg



    Blick von der Burg - überall wird fleißig Heu aufgehockt.


    Wir steigen dann von der Burg hinab und laufen nach Coltesti hinein, wo wir uns im Dorfladen erst einmal eine eisgekühlte Cola gönnen.
    Seit Ampoita sind wir erstmalig wieder in einem richtigen Dorf. Alles andere waren nur kleine und kleinere Siedlungen mit selten mehr als 10 Gebäuden. Was an Coltesti ebenfalls auffällt: es ist ein hauptsächlich von Ungarn bewohntes Dorf. Die Aushänge und Plakate im Dorf sind zweisprachig, teils sogar ausschließlich in ungarisch. Zwar wusste ich um die große ungarische Minderheit in Rumänien, doch war ich bisher kaum in deren Siedlungsgebieten.
    Die noch kommenden Dörfer sind ähnlich ungarisch geprägt und auch die Leute, die wir sprechen, stellen sich als Ungarn vor bzw. sprechen ungarisch.

    Nach Coltesti geht es wieder steil den nächsten Bergrücken hinauf. Eigentlich wollten wir dem Blauen Kreuz folgen, bis wir wieder dem Roten Band begegnen. Doch außer einem Zeichen im Dorf macht das Zeichen sich rar. Der Weg und die Richtung, den wir gehen müssen, ist aber aufgrund der Topographie gut zu erkennen.



    Blick zurück auf Coltesti und die Cetatea Trascaului im Hintergrund.



    Blick auf den Piatra Secuiului - und nein er ging leider nicht zu umgehen, auch wenn das Foto einen andern Eindruck macht.


    Es ist sehr, sehr schwül und am Horizont ist sind nun auch die (Gewitter-)Wolken sichtbar, die wir schon seit dem Morgen gefühlt haben. Wir beeilen uns, auf den Piatra Secuiului (1129 m) zu steigen. Doch immerhin sind es 550 m Höhenmeter, es ist Mittagszeit, außerdem heiß & schwül, so dass es einiger kurzer Verschnaufpausen bedarf.
    Oben auf dem Berg gibt es zwar eine schöne Aussicht, doch diese zu genießen, bleibt nur im Vorübergehen Zeit, denn das Gewitter zieht kräftig auf. Ich habe keine Lust auf dem dem höchsten Berg der Umgebung das Gewitter zu erleben. Die beiden vom Blitz getroffenen und ausgebrannten Bäume, die wir unterwegs sehen, tragen auch nicht gerade zur Beruhigung bei. Die Hirten rundherum ziehen mit ihren Herden auch schon bergab.



    Blick vom Secuiului



    Ebenda


    Wir eilen über den Bergrücken bis es wieder bergab geht. Dann kommen wir in das erste Buchen-Eichen-Wäldchen, in das wir uns schlagen. Wir sind zwar immer noch – relativ zur Umgebung – sehr hoch – aber wenigsten in einem Wald und nicht auf freiem Felde oder unter einem Einzelbaum. Nach einer kurzen Rast beginnt auch schon das Gewitter. Wir bauen schnell das Überzelt auf und verkriechen uns darin. Dann geht es richtig los … hossa, die Waldfee!
    Das Gewitter zieht genau über uns hinweg und die Blitze wirken bedrohlich nah. Glücklicherweise ist nach einer dreiviertel Stunde alles wieder vorüber. Wir haben die Pause als Chance für ein verspätetes Mittagessen genutzt. Wohlgestärkt und geruht, aber mit dem Adrenalin des Gewittererlebnisses im Blut, ziehen wir weiter. Es läuft sich nun – leicht bergab und in der kühlen Luft des Nach-Gewitters, sehr gut. Die Rote Band Markierung ist seit dem Gipfel wieder bei uns. Entgegen den Angaben auf der Karte ist der Weg zischen Coltii Trascaului (dort wo wir wieder auf das Rote Band gestossen sind) und Moldovenesti nicht besser oder schlechter ausgezeichnet als im bisherigen Verlauf. Es gibt sogar mehrere Markierungsstangen bzw. Wegweiser. Zwar alle alt, aber immerhin noch vorhanden. Irgendwann muss dieser Wanderweg einmal sehr ausführlich ausgebaut worden sein.

    Wir eilen uns trotzdem voran zu kommen in Richtung Moldovanesti, dem nächsten größeren Dorf und Etappenziel, denn am Horizont ist es immer noch dunkel und grummelt vor sich hin.
    Nach einer sehr schönen Strecke über eine weitere Hochebene geht es dann durch den Wald und steil bergab. Wir erreichen Moldovensti. Aufgrund des stark bewölkten Himmels machen wir uns zügig daran, den Ort zu queren und in Richtung des Flusses Aries und der Fernstraße 75 zu laufen. Jenseits von Fluss und Straße geht der Wanderweg wieder auf den nächsten Kamm. Wir spekulieren jedoch auf eine in der Karte eingezeichnete Pension mit angeschlossenem Campingplatz.



    Augenblicke mittendrin



    Hochplateau mit Schafherde



    Blick auf Moldovenesti, Aries und Fernstraße (im Hintergrund Cornesti)

    Als wir in der Flußeben ankommen und eigentlich nur noch einen Kilometer Weg vor uns haben, holt uns das Gewitter ein – beziehungsweise wir treffen nun aufeinander, da wir uns aufeinander zu bewegten. Als wir sehen, wie in den Berghang gegenüber, vor tiefschwarzer Kulisse, die ersten Blitze einschlagen, haben wir keine Lust, durch die Ebene zu laufen. Insbesondere ich nicht mit dem Aluminium-Außengestellrucksack.
    So biegen wir erst einmal in die andere Richtung zur Tankstelle ab. Hier genießen wir ein vorzeitiges Abendbrotbier, bis sich das Gewitter verzogen hat, das währenddessen draußen kräftigst tobt.

    Dann gehen wir zur Pension, wo wir uns überreden lassen, statt des Zeltes wieder einmal eine kleine Holzhütte zu mieten. Diese ist etwas teurer als die letzte, aber dafür auch um Längen komfortabler – mit richtigen Federbetten!
    Nur auf eine warme Dusche müssen wir wieder verzichten. Egal, mittlerweile sind wir dran gewöhnt und trotz des Regenfalls ist es immer noch ausreichend warm draußen um auch kalt zu duschen.
    Wir schlafen entspannt ein, während draußen ein Gewitter nach dem anderen vorüber zieht und der begleitende Platzregen ein Trommelkonzert auf dem Hüttendach veranstaltet.

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  • Abt
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord


    Bucium= Alphörner im Trascaugebiet
    Zuletzt geändert von Abt; 15.08.2011, 07:24.

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Allergrößtenteils ist der Weg schon ausgezeichnet.
    Aber wenn halt wenige Leute dort unterwegs sind, auch wenig Hirten - dan verwachsen die Wege halt.
    Oder es werden neue Trampelpfade oder Treibewege angelegt, die dann etwas woanders verlaufen.
    Aber es ist halt ärgerlich, wenn man sich dann auf 1 Kilometer Strecke den Weg im Unterholz oder verbuschten Wiesen suchen muss - bleibt halt auch etwas hängen im Gehirn.
    Beschrieben ist es hier auch, damit jene, die dort ebenfalls hinmöchten, wissen, worauf sie sich einlassen. Es ist eben nicht der Rennsteig... (zum Glück )

    Versuche heute Abend mal noch einen weiteren Tag zu schreiben & einzustellen. Da ich aber ganztägig am PC arbeiten muss, habe ich abends häufig nicht so viel Lust, noch zusätzlich die Feierabendstunden damit zu verbringen. Und genügend mit Haushalt & Familie ist ja auch zu tun

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  • Abt
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Warum ausgerechnet dieser schöne Weg schlecht bzw. nicht markiert ist, verstehe ich,- ehrlich gesagt, überhaupt nicht.
    Aber sehn wir mal, wie's bei Volx-Wolf weitergeht mit der Tour...
    Zuletzt geändert von Abt; 13.08.2011, 13:45.

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Tja, die Zeit ist auch mir mir immer das niedrigste Brett an der Minimum-Tonne.

    Menschen sind wir wenigen begegnet. Schrieb ich ja weiter oben schon. In den kleinen Siedlungen 1-2 Menschen. Je nach Strecke gab es aber auch Tage ganz ohne Häuser undoder Siedlungen.
    Außerdem zwei bis drei Herden mit jeweils einem oder zwei Hirten je Tag.
    Andere Wanderer gab es nicht - außer in den touristischen Highlight (Rimet-Klamm, Turzi-Klamm). Und auch dort hielt es sich in Grenzen.

    Hobo könnt Ihr gut benutzen, das Gebiet ist ja nicht sehr hoch, weswegen man immer abwechselnd im Wald und auf Freiflächen läuft. Aber selbst in letzterem Fall gibt es noch Gebüsch und Strauchwerk oder die Waldgrenze ist nicht weit entfernt.
    Holz ist also genügend da.
    Ihr könnt auch gleich auf offenem Feuer kochen - ist vielleicht einfacher? Wenn Ihr in oder bei Schäferhütten seit, gibt es dort oft schon Feuerstellen, so dass keine neuen angelegt werden müssen. Haben wir ja teils auch so gemacht.
    Interessieren tut sich dort kein Mensch dafür, solange Ihr nicht den Wald abfackelt.
    Vernünftigen Umgang mit Feuer und ein gewisses ökologisches/naturschutzerisches Verständnis darf ich aber sicherlich voraussetzen, oder?

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  • SolidJ
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Danke für die ausführliche Antwort!!!

    Werde die Tour auf jeden Fall machen, weiß nur nicht, ob ich es dieses Jahr schaffe

    Wie vielen Leuten seid ihr den auf den Wanderstrecken begegnet? Ward ihr so abgeschieden, dass man einen Hobo problemlos benutzen konnte?

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Tag 5
    Heute geht es wieder auf die „Piste“. Wir verabschieden uns von der Cabana Cheile Râmetului und machen uns an den Aufstieg hinauf auf den Pass, wo die Straße von Râmet nach Bradesti verläuft. Diese wollen wir queren um dann weiter quer-bergein dem Roten Band zu folgen.



    Abschied von der neu renovierten Cabana



    Blick zurück auf die Felsformation am Valea Manastirii


    Bis nach Valea Uzei gibt es einen Feldweg bergan. Frei nach rumänischer Wanderweg-Führung wird ab dort dann der kürzeste und damit auch steilste Weg genommen; hat aber auch den Vorteil, dass wir somit auf einem nur kleinen Fußpfad auf einer Bergwiese unterwegs sind.



    Blick zurück auf einige Häuschen von Valea Uzei



    Die Kirche von Valea Uzei


    Schnell ist die Schotterstraße nach Bradesti erreicht. Den Abzweig auf dem wir sie wieder verlassen und laut Karte und Markierung auf Pfaden nach Floresti wandern können, finden wir zwar noch. Es gibt zwar keinerlei Wegmarkierung aber die Stelle ist eindeutig. Aber dann ist jeglicher zielführender Weg verschwunden – Markierungen gab es sowieso nicht. Da wir nicht weglos durch das Gelände irren wollen, nehmen wir wieder die Schotterstaße, von der dann kurz vor Bradesti ein offizieller Weg nach Floresti abzweigen soll.



    Blick auf Bradesti



    Blick nach Süden



    Blick nach Südwesten


    So läuft es sich zügig. Die Sonne scheint vom klaren Himmel und wir genießen die Ausblicke.
    Dank Wegweiser wissen wir dann auch, wo wir wieder abbiegen müssen, es ist auch gut so, denn es ist nur eine größere Fahrspur, der wir nun zu der kleinen Siedlung folgen.



    Floresti passt auf ein Photo


    Unser erster Anlaufpunkt ist dann die dörfliche Quelle & Viehtränke, wo wir uns satt trinken. Es ist mittlerweile Mittagszeit und die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Auch die Wasserflaschen befüllen wir wieder, jedoch nicht komplett, da wir nicht zu viel tragen wollen und noch an einigen Wasserläufen vorbeikommen werden. Leider unterliegen wir hierbei einigen Fehleinschätzungen: Wir haben einen dem höheren Wasserverbrauch aufgrund der gnadenlosen Hitze; die Wasserläufe sind keine Quellen und nur temporär – nach so einer langen Trockenheit nicht mehr vorhanden; ungenauem Kartenlesen, den echte Quellen wird es bis zum späten Nachmittag nicht mehr geben. Damit verschaffen wir uns zwei Stunden kräftigen Durst – nicht tragisch aber doch sehr unangenehm.

    Bislang wissen wir nichts davon und machen uns wieder auf den Weg. Hinauf auf den nächsten Berg und damit hinaus aus der Siedlung. Oben finden wir dann endlich wieder einmal ein Rotes Zeichen – aber eigentlich ist klar, wo wir entlang laufen müssen. Zwar ist der Weg mehr oder weniger zu gewachsen.



    Verwachsene Wege

    Aber es geht immer an den Stromleitungen entlang zu einem einzelnen Gehöft, dass nun auf unserem Weg liegt. Nachdem wir es passiert haben, gönnen wir uns unser alltäglich Knäckebrot mit Speck, wenn auch der Hunger und Appetit bei der Hitze eher gering ist. Jetzt geht es auf etwas größeren Wegen weiter, was uns ganz recht ist, nicht durch kniehohes Gras und Gestrüpp laufen zu müssen, sondern zügig laufen zu können.



    Hinter der Kuppe liegt Floresti

    Schon die ganzen letzten Tagen haben wir ein kräftiges Grillenzirpen im Ohr gehabt. Ab und an hört es sich auch so an, als würde es im Gras neben uns zischen. Ob uns die Grillen narrten, unsere Ohren trügten oder tatsächlich die eine oder andere Schlange begrüßte, war uns nicht ganz klar.
    Die Warnungen vor den Schlangen ist dieser Region ist uns jedenfalls noch im Kopf, sind hier eben auch Kreuzotter und Hornviper heimisch und zahlreich vorhanden. Am Vormittag haben wir dann unsere erste Kreuzotter gesehen, die allerdings schon in den Schlangenhimmel eingegangen war. Eindruck hat es jedenfalls hinterlassen. Wenn sie auch nicht tödlich sind, so möchte ich nicht wissen, was mir in dieser gottverlassenen Gegend passiert, der auf Insektengifte aller Art ziemlich heftig reagiert.
    Nachdem ich dann im Schatten beinah auf eine Blindschleiche getreten wäre, gab es noch einmal einen Adrenalinschub. So sind wir froh über die offenen Wege, ist hier doch besser ersichtlich, was möglichweiser auf dem Weg liegt. Andererseits wiederum: Wir sind im Kalkstein-Gebirge und der Weg besteht aus weißem Gestein. Irgendwann fühlen wir uns wie Broiler – von oben und unten gleichmässig gegrillt. So sind wir froh, als der Weg dann endlich immer mal wieder und auch auf etwas längeren Strecken durch Wald führt, wo es schattig ist. Es gibt an diesem Tag auch drei Nachmittags-Hitze-Pausen. Die Gegend allerdings hat es in sich: menschenleer, weite Ausblicke über ein gefälliges Mittelgebirge.



    Kreuzi


    Wegmarkierungen, die man nicht übersehen sollte. Auch wenn sie 20 m abseits vom Weg sind (wir hatten aber geahnt, hier abbiegen zu müssen und deswegen die Augen extra offen gehalten).


    Wegmarkierungen gibt es allerdings nur selten, die wenigen vorhandenen, sind aber relativ frisch angebracht. Fast immer ist klar, wo entlang es geht. Wir umrunden den Secului (1281 m) - linkerhand ist der Prislop (1281 m); sind dann aber wirklich orientierungslos, denn es fehlt nun schlagartig der Weg und auch jedes Zeichen. Nur ein Kuhhirte mit seiner Herde ist kürzlich noch vor uns hier entlanggegangen. Wir folgen den Spuren, die auch in die richtige Richtung führen, soll der Weg doch einen haken beschreiben. Im Wald soll er irgendwo auf das Blaue Band treffen und dann wieder nordwärts führen. Doch im Wald ist nicht derartiges zu erkennen, noch nicht einmal ein Weg, geschweige denn Markierungen. Dafür so dichtes Unterholz, dass wir kaum vorankommen. So geben wir wieder auf und kehren zurück auf die Wiese. Angeblich soll es noch einen unmarkierten, abkürzenden Pfad am Wald vorbei geben. Gibt es natürlich nicht. So schlagen wir uns , schweißtriefend durch hüfthohes Gras, Brennesseln, Brombereranken und Gesträuch. Mehr zufällig finden wir dabei aber eine Rote Band Markierung an einem Baum. Ah ha?!? Doch tatsächlich finden wir bald einen gangbaren Weg der dann auch tatsächlich beide Markierungen (Rotes und Blaues Band) trägt – komplett neu markiert.
    Diese sind dann auf den nächsten Kilometern derart üppig angebracht, dass bei entsprechender Einteilung der Farbvorräte auch locker die gesamte Wegstrecke bis zur Cabana Rimet vernünftig hätte markiert werden können. Hätte uns diverse Zweifeleien und Irrungen erspart.
    Verstehe einer die rumänische Markierungspolitik...
    Die Wege laufen sich wieder gut, die Hitze macht uns aber immer noch zu schaffen. Es ist zwar mittlerweile Nachmittag, die Sonne nicht mehr gar so heiß, dafür wird es aber drückender.



    Noch knappe 45 min bis zur Quelle.

    Wir laufen abwechselnd durch Mischwälder und über freie Wiesenflächen.
    Am späten Nachmittag gegen 17:0 Uhr erreichen wir dann die Quellen in der Nähe des Bedeleului (1227m), die auch auf der Karte verzeichnet sind. Wir freuen uns ungemein, als wir feststellen, dass sie tatsächlich existieren und trinken uns kräftig satt.

    Die Gegend ist schön – wir haben zwei funktionierende Quellen/Viehtränken direkt anbei außerdem einen Wegweiser für alle Himmelsrichtungen (hier kreuzt zusätzlich noch das Rote Kreuz)– warum also nicht hier bleiben? Der Tag war nun wirklich anstrengend genug. Der steile Anstieg am Morgen und die Hitze des gesamten Tages sowie die Wegsuche im Unterholz und verbuschten Wiesen am Nachmittag waren ausreichend Tagesleistung. Wir können uns noch nicht einmal aufraffen, 2 km dem Roten Kreuz zu folgen und uns die Felsformationen „Porta Zmeilor“ (Drachenfenster) sowie die anbeiliegende Höhle anzuschauen.

    In der Nähe ist noch ein Kuhhirte, der aber sich aber auch bald auf den Weg zur Nachtunterkunft begibt. Ihn sehen wir erst am nächsten Morgen wieder.
    Essen, trinken, duschen, trinken und Gegend anschauen... A. geht zeitig ins Zelt. Mir ist es noch zu warm, denn ich trage die Wärme des Tages bis lang in die Nacht in mir. So bleibe ich noch ein Stündchen länger wach.



    Der Hirte mit seiner Herde am frühen Abend



    Abendstille mit Zelt

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Freut mich, dass Dir der Bericht so gut gefällst, dass Du auch dorthin willst
    Lohnt sich wirklich!

    Karten hatten wir vom Dimap-Verlag und zwar Trascau Süd und Trascau Nord (1:50.000).
    Ziemlich aktuell und ganz gut brauchbar. In Cluj-Napoca/Klausenburg sollten sie erhältlich sein.
    Wenn Du sichergehen willst, kannst Du sie direkt beim Verlag bestellen: www.dimap.hu
    Sind dort zwar doppelt so teuer wie in Rumänien, aber dafür hat man sie schon daheim und kann besser planen. Versand kostet leider 10,-€, dafür ist es dann ein Express-Einschreiben. Bestellen, auf die Email warten, Geld per PayPal zahlen und übermorgen sind die Karten da. Spitzenservice

    Wir sind von Ampotei gestartet, von dort das Gelbe Kreuz, bis wir auf das Rote Band stiessen und dann i.d.R. - soweit gefunden, immer auf dem Roten Band entlang.
    Erschliesst sich sehr gut, wenn Du eine Karte in den Händen hälst.
    Wir sind dann bis nach Turda/Thorenburg gelaufen.
    Insgesamt waren wir 7 Tage im Gebirge, 6 davon Strecke laufen und 1 Tag in der Rimet-Klamm.

    Bahn-Tickets haben wir uns relativ zeitig bestellt, allerdings nur bis Budapest.
    Liegewagen, Europa-Spar Ungarn, ab 59,-€.
    Budapest-Cluj kostet dann nochmal 35,-€ bzw Budapest-Alba Iulia 37,-€.
    Wenn man zeitig plant & bucht kommt man also für ~200,-€ hin- und zurück.
    Tickets von/nach Budapest nach/von Rumänien haben wir uns allerdings erst direkt am Bahnhof gekauft, da wir hinzu nicht wussten, wann unsere Züge in Budapest ankommen und welche Züge nach Rumänien wir schaffen = wo unser Startpunkt ist.
    Und zurück ähnlich - wir wussten nicht, wohin uns unsere Füsse tragen und hatten verschiedene Rückfahrtoptionen.

    Ich habe mich zwar sehr ausführlich über verschiedene Apuseni-Gebirge (Padis, Bihor-Vladeasa war auch eine große Option - da war ich allerdings schon einmal) - aber den konkreten Startpunkt haben wir erst im Zug von Budapest nach Alba Iulia
    festgelegt. Die Route entstand unterwegs - zwischendurch gab es noch die Überlegung, zusätzlich noch ins Padis zu wechseln; war uns dann aber zuviel Aufwand. Lieber ein Gebirge gründlich & ausführlich war unser Motto.


    Eine Übersichtsklarte zum Apuseni gibt's hier: http://www.karpatenwilli.com/apuseni/apuseni.JPG

    Allerdings nicht mehr ganz aktuell & stimmig. Kannst aber unsere Wanderroute nachvollziehen - allerdings ist das Rote Band nicht eingezeichnet. Musst Dich an den Ortsnamen orientieren. Zur groben Orientierung reicht es.
    Ansonsten ist hier alles ausführlich zur Apuseni-Region: http://www.karpatenwilli.com/apuseni

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  • SolidJ
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Hallo!

    Ich finde diese Wanderung wunderschön und würde sie gern "nachlaufen".
    Daher hätte(n) ich (wir )noch ein Paar Fragen:

    Kannst Du vielleicht sagen, welche Wanderkarte Du genau verwendet hast?
    Einen Namen hat die Tour nicht, oder? Welchem Weg seid ihr genau gefolgt, du hast öfter von gelben Wegmarkierungen gesprochen?
    Wie lange wart ihr nun genau unterwegs?
    Wo seid ihr am Ende herausgekommen? Hattet ihr euch schon vorher die Rückfahrt organisiert?

    Wie gesagt, habe nur Skandinavien-Erfahrung, aber keine mit Rumänien.

    Vielen Dank!!!

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  • Wooki
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Schöner Reisebericht, das mit den Hunden finde ich aber recht gewöhnungsbedürftig

    Bin auf die Fortsetzung gespannt!

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  • Abt
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Ich hoffe es geht noch weiter und bin auf den Bericht gespannt.
    Zuletzt geändert von Abt; 07.08.2011, 10:26.

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Zitat von Alibotusch Beitrag anzeigen
    Hallo,
    hier sind noch andere, die dort schon waren.
    Eine schöne Tour, die Ihr gemacht habt.
    Wir waren in diesem Jahr 10 Tage im April mit Zelt im Metalliferi und dann im Trascau unterwegs.
    Setze unseren Bericht mal später herein und lese erst mal weiter...
    Alibotusch
    Zitat von EbsEls Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für den Bericht. Es ist immer besonders schön solchen Berichten zu folgen, wenn man die Gegend einigermaßen kennt.
    Ich erlaube mir deshalb, mal ein Bisschen Senf von 1984 (meiner ersten RO-Reise) draufzutun.



    Das war die Umgebung der cabana Rimeti im Jahr 1984. Rechts auf dem damaligen Maisfeld stehen jetzt nur noch Datschen und die schöne Motzenscheune ist auch weg. Meine Dackelgarage (das sogenannte "polnische Arschloch-Zelt") war undicht und ich schlief in der Scheune. Am nächsten Morgen bemerkte ich, dass mir irgend Einer im Schlaf meine Taschenlampe aus dem Schlafsack geklaut hat.
    Unser Führer war damals übrigens Alibotusch (der sich gerade die Buchsen anzieht).



    Nach dem Begehen des Höhenweges schrieb mein Kumpel noch in Cheia ins Tagebuch:
    So viel Angst um mein Leben hatte ich wahrscheinlich noch nie. Der Weg führte über die Rimeti-Klamm. Erst ging es durch's Wasser. Da hatte ich nur um das Gepäck Angst. Da hindurch zu gehen, darauf war ich sehr stolz, weil ich dachte, schlimmer kann es nicht werden. Aber das war kalter Kaffee gegen den Weg über die Rimeti-Klamm. Da hatte mich einigemal der Gevatter Tod schon am Kragen gepackt. Solch einen Weg gehe ich nicht wieder, das ist mein fester Entschluss. Lothar.

    Jetzt hat es bei mir Klick gemacht:
    Ihr habt hier diesen schönen Reisebericht verfasst.
    Er war mir eine gute Vorbereitung bei der Reise

    April war bei dem diesjährigen heißem Juni definitiv die bessere Reisezeit.

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  • EbsEls
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Vielen Dank für den Bericht. Es ist immer besonders schön solchen Berichten zu folgen, wenn man die Gegend einigermaßen kennt.
    Ich erlaube mir deshalb, mal ein Bisschen Senf von 1984 (meiner ersten RO-Reise) draufzutun.



    Das war die Umgebung der cabana Rimeti im Jahr 1984. Rechts auf dem damaligen Maisfeld stehen jetzt nur noch Datschen und die schöne Motzenscheune ist auch weg. Meine Dackelgarage (das sogenannte "polnische Arschloch-Zelt") war undicht und ich schlief in der Scheune. Am nächsten Morgen bemerkte ich, dass mir irgend Einer im Schlaf meine Taschenlampe aus dem Schlafsack geklaut hat.
    Unser Führer war damals übrigens Alibotusch (der sich gerade die Buchsen anzieht).



    Nach dem Begehen des Höhenweges schrieb mein Kumpel noch in Cheia ins Tagebuch:

    So viel Angst um mein Leben hatte ich wahrscheinlich noch nie. Der Weg führte über die Rimeti-Klamm. Erst ging es durch's Wasser. Da hatte ich nur um das Gepäck Angst. Da hindurch zu gehen, darauf war ich sehr stolz, weil ich dachte, schlimmer kann es nicht werden. Aber das war kalter Kaffee gegen den Weg über die Rimeti-Klamm. Da hatte mich einigemal der Gevatter Tod schon am Kragen gepackt. Solch einen Weg gehe ich nicht wieder, das ist mein fester Entschluss. Lothar.
    Zuletzt geändert von EbsEls; 02.08.2011, 09:02.

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  • paddel
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Schön das es weiter geht.

    Toller Bericht!

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Tag 4
    Der heutige Tag ist ganz der Klamm von Rimet (Cheile Râmetului) gewidmet. Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt haben, geht es mit leichtem Gepäck auf den Weg zur Schlucht.

    Erst folgen wir noch der Straße. Hier haben sich viele Rumänen inzwischen mehr oder weniger pompöse Ferienhäuser errichtet. Traditionelle Gebäude sind nur noch hin und wieder zu entdecken. Passend zu „Besiedlung“ der Schlucht, ist die Straße auch aufgerissen und es werden Trink- und Abwasserrohre verlegt. Die Straße ist jedoch nur ein größerer Schotterweg – aber vielleicht wird er in den nächsten Jahren wenn die Kanalisationsarbeiten beendet sind, auch noch asphaltiert.



    Modernes Ferienhaus



    Traditionelles Gebäudeensemble


    Am Beginn der eigentlichen Schlucht endet dann die Straße und es geht einen Fußpfad weiter. Wir haben beschlossen au den Hinweg unten entlang zu laufen – dem Blauen Kreuz folgend bis zum (fast) verlassenen Dörfchen Cheia. Der Rückweg soll dann an der oberen Kante der Schlucht, dem Blauen Dreieck folgend, geschehen.



    Beginn der Klamm


    Wir haben GlücK. Aufgrund der langen Trockenheit führt das Flüsschen sehr wenig Wasser, so dass wir lange trockenen Fußes am Flussufer entlang laufen können, ohne auf die Kletterseile und -tritte zurückgreifen zu müssen, die für höhere Wasserstellen angelegt sind.



    Noch brauchen wir die Kletterhilfen nicht



    Das Tor zur eigentlichen Klamm



    Einfach schön



    Auch im Rückblick


    Irgendwann aber ist es dann aber auch soweit, dass wir beginnen oberhalb des Wassers zu klettern, wollen wir doch nicht baden gehen. Die Seile und Tritte machen jedoch nicht den besten Eindruck.
    Außerdem ist es uns irgendwann dann doch zu mühsam. So ziehen wir Schuhe und Hosen aus und nehmen den kurzen aber bequemeren Weg direkt durch den Fluß. Es sind auch nur einige wenige Stellen, die derart durchquert werden müssen. Größtenteils geht es gut entlang des Flussufers, wenn auch regelmäßig vom linken zum rechten Ufer und zurück gewechselt werden muss.



    Na gut, dann werden wir halt nass.



    Im oberen Teil der Schlucht...



    ... wird die Schlucht wieder etwas weiter.


    In Cheia angekommen, empängt uns der Ort ebenso romantisch, wie allerortens beschrieben. Ganz verlassen scheint er noch nicht zu sein, ist doch das Gras abgeweidet und es sind Kuh- sowie Pferdeexremente und -spuren zu finden. Wenn die Berichte stimmen, so wird die Siedlung jedoch nur noch in den Sommermonaten als Unterkunft für einige Hirten genutzt aber nicht mehr ganzjährig bewohnt.



    Ehemaliges Motzen-Wohnhaus in Cheia



    Ebenso, nur in größer.



    Kirche von Cheia


    Nachdem wir etwas durch den Ort gestromert sind und unsere Mittagspause abgehalten haben, geht es auf den Rückweg. Dieses Mal entlang der oberen Kante der Klamm. Der Weg ist gut ausgeschildert. Die Seilsicherungen sind größtenteils sehr neu und nirgendwo ausgerissen. Sie machen einen deutlich besseren und vertrauensvolleren Eindruck, als jene unten am Flußufer.

    Es sind mehrere Kraxel- und Kletterstellen zu überwinden und immer wieder führt der Weg nur sehr knapp und eng an der Wand bzw. anderseitig am Abgrund entlang.
    Nachdem wir den Weg geschafft haben und wieder auf festem Grund am Fluß stehen, gibt es erst einmal eine Erfrischungpause, bevor es die Strasse zurück in Richtung Cabana geht. Jetzt treffen wir auch erstmalig andere Wanderer am heutigen Tag. Dadurch, dass wir am Vormittag aufgebrochen waren, hatten wir die Klamm für uns.



    Rückblick auf dem Rückweg oben in der Schlucht.



    Überblick



    Nur ein Fußbreit Weg - im wahrsten Sinne des Wortes.



    *schluck*

    Der Hin- wie auch der Rückweg haben jeweils ziemlich genau 2 Stunden gedauert. Ausdrücklich möchte ich auch noch einmal den Hinweis geben, dass die Schlucht nicht bei oder kurz nach Regenfällen begangen werden sollte: Im oberen Teil sieht man eindrucksvoll, was hier alles runtergespült wird. Den Weg oben entlang würde ich ebenfalls nicht bei Feuchtigkeit gehen, zu rutschig wäre mir der Kalkstein und dass auf den engen Pfaden am Abgrund. Auch mit einem größeren Treckingrucksack ist der obere Weg nicht zu empfehlen. Wer mit mehr als Tagesgepäck unterwegs ist, sollte in den kühlen Apfel beißen, Schuhe und Socken ausziehen und im Fluß entlang wandern. Alles andere bringt einfach nichts.


    Als wir an der Cabana angekommen, ist es erst früher Nachmittag, so dass wir uns entschließen, noch das Kloster Rimet zu besuchen. Danach kehren wir auf eine kalte Cola in eine Kneipe ein, bevor es zurück zum Abendbrot und den Betten in der Cabana geht. Nach den ersten drei Wandertagen war dieser Tag genau zur Halbzeit ein sehr erlebnisreicher, aber relativ entspannter und geruhsamer Tag.



    Im Kloster von Rimet wird kräftig renoviert.

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  • volx-wolf
    antwortet
    AW: [RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

    Freut mich, dass Dich der Bericht und die Gegend so sehr interessiert.
    Sorry, dass ich mich erst heute wieder melde, aber die letzten 15 Tage waren Urlaubszeit für mich und fernab vom Computer.
    Demnächst werde ich aber weiter- und fertigschreiben.

    Die Route ist eigentlich unterwegs entstanden. Als wir gestartet sind, hatten wir nur eine grobe Idee, wo entlang wir laufen wollen bzw. was wir sehen wollen. Alles andere wurde dem Wetter, unserer Kondition, der Tagesleistung, der Gegend und unserem Interesse daran überlassen.
    Dass es dann mehr oder weniger das komplette Rote Band wurde, war nicht von vornherein geplant.

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