[PL] Paddeltour auf San und Weichsel, Juli 2021

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    Alter Hase
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    #21
    Dąbrówka Starzeńska - Słonne
    Mi 21. Juli 2021, 🛶19km


    Schöner sonniger Morgen, Abfahrt ¼ nach 12. Eine ¼h später passieren wir Dünow/Dynów, eine Stadt, die im Mittelalter wie etliche hier in der Umgebung ebenfalls Magdeburger Recht verliehen bekam, was auf einen damals deutschen Wirtschaftskern hinweist.

    An einer ehemaligen Fährstelle, die in Google Maps sogar noch als solche verzeichnet ist, sehen wir dieses interessante Gefährt liegen:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5479kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,36 MB ID: 3076131

    2km stromab wurde 2019 eine neue Brücke gebaut und damit diese Fähre aufgegeben.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5481k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,60 MB ID: 3076135

    Ein paar hundert Meter weiter, da vorne in der Kurve am Rande des Naturschutzgebietes Kozigarb, gibt es links wieder so einen eigenartigen undokumentierten Campingplatz (Map).

    Der nächste Campingplatz ist ebenfalls nicht in der OSM vermerkt:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5482kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,06 MB ID: 3076130

    Aber es gibt immerhin Hinweise im Netz. Es handelt sich um die Agroturystyka Wiesław Płowy. Der bequeme Schwimmsteg und der gepflegte Platz laden zu einer ¾h Rast:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5486kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,73 MB ID: 3076132

    Moderne Architektur: Kościół Matki Bożej Częstochowskiej w Słonnem.

    Wieder Silberreiher:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5490kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 648,8 KB ID: 3076128
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    Und Gänsesäger:
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    ¾4 erreichen wir die Fußgängerbrücke von Słonne:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5503k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,49 MB ID: 3076134

    Am rechten Ufer gibt es einen Campingplatz:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5516kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,15 MB ID: 3076138

    An den Brücken über den San finden sich in diesem Flussabschnitt auch immer wieder Hinweisschilder auf Rastplätze mit offizieller Kilometrierung:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5517kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,82 MB ID: 3076136

    Diesen Rastplatz am linken Ufer 200m uh der Fußgängerbrücke steuern wir an, um die Vorräte aufzustocken. Nur 50m vom Ufer entfernt ist ein Laden eingezeichnet (Map). Der ist zwar winzig, aber die notwendigsten Dinge wie Bier und Zigaretten und genügend Essbares finden sich auch hier. “Einziges Manko ... Preise wie am Meer” (aus Google-Rezension).

    Dörte findet den Platz so gut, das sie heute schon wieder Schluss machen möchte. Ich finde das nicht ganz so toll hier neben der Straße, werde aber überstimmt. Seit der Mittagsrast haben wir noch einmal enorme 1.7km zurückgelegt.

    So bleiben wir also hier. Tatsächlich ist hier auch offiziell Zelten erlaubt. Es gibt eine Preisliste an der Zufahrt von der Straße. Ich frage die Verkäuferin im Laden, ob wir über sie die angegebene Telefonnummer sprechen könnten, aber sie meint, das wäre nicht nötig, es käme jemand vorbei zum Abkassieren.

    San am Rastplatz:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5557kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,13 MB ID: 3076144

    Schwimmsteg:
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    Die Sanitäranlagen mit Toiletten, Duschen und langen Reihen Handwaschbecken sind modernisiert, aber wohl von der Anlage her noch aus Ostzeiten.
    Sie finden sich im Gebäude über die Straße:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5521k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,26 MB ID: 3076140

    Die Türen stehen offen für jedermann. Das ziemlich heiße Beuler-Wasser aus dem Hahn verströmt einen modrigen Geruch.

    Auf dem weitläufigen Grün finden sich einige Sitzgruppen und Feuerstellen. Bisher sind wir die einzigen hier. Wir haben Platz ohne Ende. Dörte findet sogar ausreichend Feuerholz, hier im Ort ist das nicht ganz so einfach.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: vlcsnap-2021-09-12-12h49m54s107k.png Ansichten: 0 Größe: 4,25 MB ID: 3076150
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: vlcsnap-2021-09-12-12h51m13s052k.png Ansichten: 0 Größe: 4,36 MB ID: 3076153

    Ich habe ja nun viel Zeit am Nachmittag und so lasse mal die mitgeführte Drohne steigen. Eigentlich gedachte ich sie erst in den Weichsel-Auen einzusetzen, aber hier haben wir Strom im Sanitärtrakt und können schon mal über die Berge schauen.

    San von Słonne stromab, Blickrichtung Nordosten:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: vlcsnap-2021-09-12-12h46m09s664k.png Ansichten: 0 Größe: 3,96 MB ID: 3076151

    Polnische Kleinfelderwirtschaft:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: vlcsnap-2021-09-12-12h45m43s109k.png Ansichten: 0 Größe: 4,11 MB ID: 3076148

    Der San direkt an unserem Rastplatz:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: vlcsnap-2021-09-12-12h47m09s677k.png Ansichten: 0 Größe: 3,39 MB ID: 3076152

    Wasserpflanzenbestände im lehmtrüben Wasser:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: vlcsnap-2021-09-12-12h48m31s820k.png Ansichten: 0 Größe: 2,93 MB ID: 3076149

    Jetzt wieder mit der Sony und entsprechendem Tele: Silberreiher beim Fischen vor unserem Rastplatz:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5530kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,54 MB ID: 3076137
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5542kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,52 MB ID: 3076142

    Um ½7 wandere ich rüber über die Fußgängerbrücke zu dem anderen, gut besuchten Campingplatz.
    Blick von der Hängebrücke:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5571k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,69 MB ID: 3076146
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5566kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,46 MB ID: 3076147
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5567k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,95 MB ID: 3076145

    Ich möchte herausfinden, was diesen Platz so attraktiv macht, weshalb alle hier zelten und keiner bei uns drüben. Es handelt sich um das Erholungszentrum “Zielona Polana” (Map).

    Der Hütten- und Hotelkomplex bietet Pool, ein Restaurant, man hat WLAN-Empfang (eine Frau ist bereit, mir das Passwort zu geben), man kann Fahrräder ausleihen, eine Sauna besuchen, Tennis spielen und mehr. Die Preise sind etwas höher als auf unserer Seite.

    Während ich drüben war, ist mein Drohnenakku im Sanitärkomplex voll geladen worden. Da aber dieser hochintelligente Akku nach ein oder 2 Tagen Volladung sowieso den Akkustand aktiv auf 67% senkt, steige ich in der Dämmerung lieber noch mal mit der Drohne hoch und senke dabei den Akkustand selber auf die von der Akku-Intelligenz angepeilten 67% Ladestand (das ist eine Funktion zur Schonung des Akkus und zur Verlängerung seiner Lebensdauer, aber während einer Reise ohne Lademöglichkeit natürlich irgendwie suboptimal).

    Blick aus größerer Höhe über den gesamten Komplex “Zielona Polana” links und Teile des Dorfes Słonne rechts:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: vlcsnap-2021-09-12-12h54m45s683k.png Ansichten: 0 Größe: 3,59 MB ID: 3076154
    Der San fließt uns in diesem Bild entgegen.

    Unser Lager in Słonne:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: vlcsnap-2021-09-12-13h01m07s715k.png Ansichten: 0 Größe: 3,36 MB ID: 3076155

    Im Hintergrund ist jetzt im letzten Abendlicht ein weiteres Zelt erkennbar. 2 polnische Radler haben in unserer Nähe ihr Lager aufgeschlagen.
    Zuletzt geändert von Spartaner; 13.09.2021, 11:57.

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      #22
      Słonne - Mielnów (Perła Sanu)
      Do 22. Juli 2021, 🛶34km


      Der Biwakplatz Słonne in der Morgensonne:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20210722_081558.jpg Ansichten: 0 Größe: 7,50 MB ID: 3081005
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5576kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,77 MB ID: 3081002

      Um 8 paddeln diese beiden Wanderpaddler an unserem Lager vorbei:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5572kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,50 MB ID: 3081004
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5573kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,85 MB ID: 3081003

      Es sind neben uns die einzigen Wanderpaddler, die wir auf unserer gesamten Tour auf dem San zu Gesicht bekommen. Wobei das nicht gerade normale Wanderpaddler sind, sondern Extremisten.
      Sie rufen uns “Kajakiem przez Polskę” zu und verweisen auf einen gleichnamigen Facebook-Account, auf dem wir ihre Tour dokumentiert finden (“Auf den Spuren von Aleksander Doba - mit dem Kajak durch Polen für Emily”). Also einmal diagonal 1500km durch Polen. Die beiden Soldaten starteten vor 2 Tagen sehr weit oben auf dem Grenzabschnitt des San zur Ukraine in Tarnawa Wyżna (Map). Nach 430km auf dem San werden sie in 4 Tagen die Weichsel erreichen, paddeln darauf bis Bromberg/Bydgoszcz, dann weiter auf dem Bromberger Kanal und auf den Flüssen Brahe/Brda, Netze/Noteć und Warthe/Warta nach Westen. Über die Oder geht es anschließend nach Stettin und weiter bis zur Ostsee. Mit durchschnittlich >80km/d benötigen die beiden ungeübten Paddler in ihrem plumpen Leihkanu 18 Tage für die gesamte Strecke - Männer halt.

      Dieser Aleksander Doba, auf dessen Spuren sie wandeln, hat nicht nur Polen durchquert, sondern ist auch 3 mal über den Atlantik gepaddelt. Im Februar 2021 starb er im Alter von 74 Jahren auf dem Gipfel des Kilimandscharo. Ich würde mal sagen, besser kann es nicht laufen! So ähnlich stelle ich mir mein Ende auch vor, allerdings befürchte ich, dass passiert eher unschön im Rachen eines Krokodils.

      Um ¼11, >2h nach den Männern, ist auch unsere frauendominierte Gruppe wieder auf dem Wasser.

      Fähre Wybrzeże (Map):
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5578k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,88 MB ID: 3081000
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5582k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,72 MB ID: 3080997
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5584kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,36 MB ID: 3081001

      Die 3 Herren in dem motorisierten Schlauchboot haben ebenfalls eine längere Tour vor sich. Sie fahren den San bis auf die Weichsel, diese dann runter bis Demblin/Dęblin, wo sie in den Nebenfluss Wieprz abbiegen und diesen gegen die Strömung bis in die Nähe von Lublin befahren.
      Hier scheinen sie noch Schwierigkeiten mit den Flachstellen im San zu haben und sind langsamer als wir. Später erhöht sich ihr Tempo, und wir werden sie 3 Tage später auf der Weichsel wiedersehen, wie sie unter Vollgas vorbeirasen.

      Die weiterhin oft unzugänglichen Ufer des San:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5585kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,77 MB ID: 3080999
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5591kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,12 MB ID: 3080996
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5593kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,43 MB ID: 3080998

      Bereits um ½12 legen wir nach 8km Paddeln wieder für eine 1½-stündige Pause an und kochen uns Brühe und Kaffee:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5590kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,17 MB ID: 3080995
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5588kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,00 MB ID: 3080994

      Autobrücke über den San (Map):
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5595kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,68 MB ID: 3080993

      Gänsesäger, bereits in Hab-Acht-Stellung:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5614kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,69 MB ID: 3080991
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5624kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,57 MB ID: 3080992

      Fähre Babice (Map):
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5626k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,14 MB ID: 3080990

      Seeadler:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5630kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 842,2 KB ID: 3080985
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5639kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,12 MB ID: 3080984
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5643kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,08 MB ID: 3080983

      Um 3 Uhr, nach 21km paddeln, beginnen die Frauen mit der Rastplatzsuche. Diese gestaltet sich jedoch heute ziemlich schwierig. 5 mal legen wir im Abstand einiger Kilometer an und besichtigen potentielle Zeltstellen. Aber alles vergebens, irgendein Detail stimmt jeweils nicht.
      Als letzte Rettung kann ich den in der OSM verzeichneten Zeltplatz “Perła Sanu” anbieten, die “Perle des San”.

      Damit wird das heute doch noch ein langer Paddeltag.

      Nach 34km Paddelstrecke erreichen wir um ½6 den Zeltplatz:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5654kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,59 MB ID: 3080986

      Besonders schön ist die Gegend nicht. Beim Anlegen müssen wir auf spitze Steine, Betonbruchstücken und Bewehrungsstahl aufpassen. Anstatt eines Strandes gibt es hier eine große schräge Betonplatte zur Uferbefestigung.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: _SNY5664ka.jpg
Ansichten: 135
Größe: 2,15 MB
ID: 3081122

      Am Ufer ist erst einmal von Campingplatz nichts zu sehen. Hinter einem alten Zaun stehen dann etliche Bungalows aus kommunistischen Zeiten verstreut im Wald, verbunden mit ebenso alten und nie sanierten Betonplattenwegen. Uralt das alles, und ziemlich verstaubt. Darin wohnen tatsächlich Leute. Wahrscheinlich haben sie schon vor 40 Jahren hier Urlaub gemacht.

      Ich frage mich durch zur “Rezeption” und frage dort, ob sie es stört, wenn wir vor ihrem Gelände zelten. Die ältere Dame ist sehr freundlich und hat nichts dagegen.

      Unser Zeltplatz auf gemähter Wiese im Uferbereich:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5659kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,01 MB ID: 3080989

      Abendbrot auf der Betonplatte:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5658kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,65 MB ID: 3080987

      Über dem Beton gibt es weniger störende Mücken und Gnitzen.

      Eine Feuerstelle gab es hier nicht. Jetzt gibt es eine:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5655kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,33 MB ID: 3080988

      Sorry, war ziemlich überflüssig, aber ich konnte sie nicht verhindern. Direkt im Vorgarten der Gastgeber.
      Zuletzt geändert von Spartaner; 06.10.2021, 13:01.

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        #23
        Perła Sanu - Ostrów (Przemyśl) - Krasiczyn
        Fr 23.Juli 2021, 🛶22km, 🚌171km, 🚖18km, 🚗92km


        Wir frühstücken wieder ausgiebig auf der Betonplatte:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5661kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,28 MB ID: 3081495

        Während des Frühstücks besucht uns die Dame von der Rezeption bei ihrer Inspektionstour mit dem Auto und fragt nach wie es geht und ob wir noch irgendetwas benötigen. Ja, Trinkwasser wäre schön, das würden wir uns später gerne abfüllen. Sie fährt weiter, ist aber einige Minuten später wieder da und bringt uns eine neue große 5L-Wasserflasche, Trinkwasser aus dem Laden. Oh, so meinten wir das gar nicht. Wir bedanken uns, möchten aber noch unsere leeren Behälter auffüllen.
        Ich schnappe mir die 2 5L-Behältnisse und gehe mit ihr zu dem Grundstück nebenan, wo Pferdeställe und eine Reitschule zu Hause sind. Dort ist einer ihrer Arbeiter mit einem Wasserschlauch zugange und füllt uns fix die Behälter auf.

        Beim Zeltabbau kommen die Spuren der Nacht zum Vorschein:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5663kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3081494
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5665kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,66 MB ID: 3081493
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5666kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,48 MB ID: 3081497

        Überall Schleimspuren der Nacktschnecken!

        ¼12 paddeln wir los:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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Ansichten: 126
Größe: 1,44 MB
ID: 3081520

        Heute wird wohl unser letzter Paddeltag auf dem San werden. Wir werden nach 144km auf dem Fluss in Premissel/Przemyśl diese Flusstour beenden. In Premissel verlässt der San das Mittelgebirge und wird für weitere 177km zum Flachlandfluss. Ältere Streckenbeschreibungen klingen nicht besonders verheißungsvoll: die Strecke sei langweilig und schöne Rastplätze finden sich nur selten. Darauf haben wir keine Lust.

        Lieber möchten wir noch ein paar Tage auf der Weichsel paddeln. Dazu würden wir in Premissel die Autos nachholen und nach Sandomir an die Weichsel umsetzen.

        Weiter auf dem San:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5669k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,70 MB ID: 3081496

        1h später passieren wir Krasiczyn. Der Ort ist in Polen bekannt für sein schönes Schloss aus dem 17.Jhd (Map). Das war uns aber nicht gegenwärtig und so paddeln wir dran vorbei. An der Straßenbrücke gibt es für Paddler extra noch ein nicht zu übersehendes Hinweisschild “Pałac Krasickich 500m”.
        Das wir heute Abend hier im Ort nächtigen werden, wissen wir zZ auch noch nicht.

        Kleingärten in Krasiczyn:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5672kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,80 MB ID: 3081499
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5674kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,47 MB ID: 3081498

        Nach 12km machen wir ¾h Mittagspause:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5690k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,03 MB ID: 3081508
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5689k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3081506
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5676kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,11 MB ID: 3081501

        In der OSM ist hier im nahen Dorf Wapowce ein Laden eingezeichnet, und da das Bier zur Neige geht, schaue ich nach Nachschub. Leider vergebens, der Laden ist schon seit einiger Zeit dauerhaft geschlossen.

        Weg ins Dorf:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5685kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,25 MB ID: 3081504

        Am Wegesrand wächst ein dichter Eichenwald von geringer Wuchshöhe:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5687kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,77 MB ID: 3081503

        Fast zurück am Dorfbadestrand: “Baden verboten”:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5688kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,04 MB ID: 3081505

        Admiral am Strand:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5681kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3081502

        Leihpaddler auf Tagestour:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5677kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,26 MB ID: 3081500
        Sie bleiben die einzigen.

        ½3 geht es weiter:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5694k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,62 MB ID: 3081507

        Nach insgesamt 22km Paddelstrecke heute erreichen wir um 4 das einzige ernsthafte Hindernis auf unserer Tour, das Wehr in Ostrów, einem Vorort von Premissel.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5695kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,51 MB ID: 3081510

        Ich dachte erst noch, dass wir das Wehr fahren, treideln oder wenigstens umtragen können, so dass wir die letzten 4km direkt nach Premissel hineinfahren können, aber das sieht nach der Beschilderung nicht so aus:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5698k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,67 MB ID: 3081509
        Achtung!
        Ort nicht passierbar
        Geh zum linken Ufer!

        Und dieses neuere Schild verweist auf eine Ampel:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5696kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,13 MB ID: 3081517

        Die Ampel steht auf der linken Seite des Wehres und zeigt rot. Dem Google-Satellitenbild ist keine brauchbare Info zu entnehmen (Map). Stattdessen ist eine Baustelle zu sehen. Das Wehr wurde grundlegend erneuert. Roland, der das Wehr schon mal passiert hat, hatte Infos, die aber jetzt nicht mehr passen dürften. Dachte ich zumindest.

        Jetzt stelle ich dagegen fest, dass das “aktuelle” Google-Bild bereits vom 1.Aug 2013 stammt, der Bau also auch schon seit einigen Jahren abgeschlossen sein muss. Ich kenne nur den Weg, auf dem lokal installierten Google Earth Pro die Aufnahmedaten zu ermitteln, nicht auf Google-Maps.

        Auf Google-Earth sind sogar neuere Bilder zu sehen, mit dem Wehr im fertigen Zustand:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: WehrOstrowPrzemysl2017.png Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3081518
        Wehr Ostrów am 1.Sep 2017

        Hier vor Ort müssten wir also erst einmal selber besichtigen.

        Eine Minute vor uns sind die beiden Leihpaddler an der Aussetzstelle angekommen. Sie beenden ihre Tour und werden vom Boots-Verleiher hier abgeholt.

        Das bringt uns auf die Idee, unsere San-Tour ebenfalls hier zu beenden und Dörte und mich von ihrem Verleiher mit in die Stadt fahren zu lassen, um die Autos zu holen. Andrea würde hier beim Gepäck und den Booten bleiben und wir würden mit den Autos zurückkommen und nachts an der Ausstiegstelle zelten. Wir gehen erstmal davon aus, dass es jetzt noch ÖPV-Verbindungen gibt.

        Nun ist Tempo angesagt. Ihr Boots-Verleiher soll bald kommen. In Windeseile zerlege ich den Ally, so dass er schon mal eine Weile trocknen kann. Schnell werden die Daypacks gepackt, Autoschlüssel, Maske und Geld nicht vergessen, und da kommt er schon.

        Der junge Fahrer hat neben den beiden Leihpaddlern problemlos Platz im Fiat Scudo seines Chefs und nimmt uns um ½5 bereitwillig mit zum Bahnhof in Premissel. Dort holt er seine Freundin ab und uns gibt er noch seine Telefonnummer mit, für alle Fälle, falls wir Hilfe benötigen.
        Auf dem Weg ins Zentrum hatten wir Gelegenheit, den e-podroznik.pl nach möglichen ÖPV-Verbindungen zu fragen. Er zeigt auch jetzt am späten Nachmittag und Abend noch ein paar mögliche Verbindungen nach Sanok an.

        Die einzige Direktverbindung fährt täglich um 7:25 Uhr ab Premissel und dauert nur 1¼h. Ansonsten geht es nur mit Umsteigen, meist über die größere Stadt Resche/Rzeszów, und mit einer Gesamtfahrzeit von 3 - 4h. Puhhh, nicht so schön, wie ich mir das vorgestellt habe, das wird wohl ein langer Abend werden.

        Um 16:50 kommen wir vor dem Bahnhof Premissel an. Der nächste Zug nach Resche fährt 16:51 Uhr! Schade, den verpassen wir knapp.

        Dann auf zur nächsten Variante. 17:15 Uhr soll ein Flixbus nach Resche ablegen. Der Busbahnhof liegt gleich neben dem Eisenbahnhof (Map). Der Fahrer steht schon vor seinem Bus und gewährt Einlass, wir müssen aber noch im Büro des Busbahnhofs die Fahrkarten kaufen. Der e-podroznik.pl verspricht einen Preis ab 9.99PLN, am Ende werden es aber erheblich mehr, ich glaube so um 40Zł/Person (die Bahn hätte 11Zł gekostet). Online wird mir von Flixbus im Moment übrigens tatsächlich der günstige Preis angeboten, der hohe Preis gilt also wohl nur beim Vor-Ort-Kauf.

        Der Flixbus ist fast leer, die obere Etage außer uns ganz leer. Corona ist kein Thema.
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        Wahrscheinlich wird er sich im Verlaufe der weiteren Strecke noch füllen. Sein Endziel ist der ZOB in Berlin (23€ für die gesamte Strecke ).

        Neue Brücke über den San in Premissel:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5717kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,22 MB ID: 3081514
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        Kurz dahinter passieren wir dieses Steinkohle-befeuerte Heizkraftwerk:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5720kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,39 MB ID: 3081515

        Der Anteil der Kohle an der gesamten Stromerzeugung lag 2020 in Polen bei 70%. Aber da die EU-CO2-Emissionsrechte auch für Polen immer teurer werden, kümmern sie sich jetzt verstärkt um CO2-arme Alternativen. Flatterstrom soll ausgebaut werden, und ab 2033 soll das erste Atomkraftwerk in Polen (sehr wahrscheinlich mit amerikanischer Hilfe) in Betrieb gehen.

        Wir sind immer noch im Flixbus unterwegs, da ruft Andrea an. Sie schildert ihre Beobachtungen an der Aussetzstelle und möchte woanders übernachten. Mir falle da bestimmt was ein. Sie hat nämlich zwischen den von den Bootsverleihern zur Entsorgung abgestellten prall gefüllten Mülltüten Ratten herumflitzen sehen.

        Ich rufe daraufhin den freundlichen jungen Fahrer des Bootsverleihers an, der uns am Bahnhof für genau solche Fälle seine Telefonnummer mitgegeben hat. Kein Problem, meint er, er komme in einer halben Stunde bei Andrea vorbei und bringe sie zu einem geeigneten Platz (50 Złoty, ~11€).
        Das hat auch alles wunderbar geklappt, so dass Andrea um 19 Uhr mit 2 Booten und allem Gepäck auf einer Zeltwiese am San landet, und zwar genau in Krasiczyn, wo wir heute Mittag durchgepaddelt sind (Map). Dort kann sie noch bei Sonnenschein die Zelte aufbauen.

        Wiese in der Ortslage Krasiczyn:
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210723_190013.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,74 MB ID: 3081519

        Wir dagegen kommen nach 92km zunächst mal etwas verspätet in Resche/Rzeszów an, und zwar auf dem Dworzec lokalny (Map), wahrscheinlich dem Busbahnhof für die nähere Umgebung und ein Knotenpunkt für Stadtbusse. Von dem aus soll in einer ½h auch der Anschlussbus nach Saanig/Sanok fahren:

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: BusPremisselSaanigFr.png Ansichten: 0 Größe: 578,2 KB ID: 3081516

        Wir schauen uns auf dem Busbahnhof um, können aber auf den Abfahrttafeln keinen Bus 19:15 nach Sanok finden. Unruhe kommt auf. An einer der vielen Haltestellen ist auf einer Blechtafel ein Bus nach Sanok 19:45 und zwei weitere durchgestrichen. Erst gegen 23 Uhr soll ein nicht durchgestrichener Bus fahren. Die Unruhe steigt.

        Daraufhin fragen wir einen wartenden Busfahrer der Busgesellschaft Marcel, welche uns entsprechend der Angaben des e-podroznik auch 19:15 nach Sanok fahren sollte, wo wir diesen Bus finden. Er geht mit uns zu der besagten Haltestelle und zeigt uns den späten, nicht durchgestrichenen Bus 23 Uhr.

        Hmmm, irgendwas stimmt hier nicht. Da kommt ein Arbeiter auf uns zu, der die Unterhaltung mit dem Busfahrer mitbekommen hat, und erklärt uns in einem sehr ausgeprägten nordenglischen Dialekt die Hintergründe dieses Kuddelmuddels hier (wahrscheinlich ein Brexit-Flüchtling oder halt nur auf Urlaub hier in der Heimat):
        Die verschiedenen Busgesellschaften liegen im Clinch gegeneinander und bekämpfen sich mit mehr oder minder unlauteren Mitteln.
        Die durchgestrichenen Busse auf der Abfahrtstafel fahren alle. Der Busbahnhof gehört quasi der Busgesellschaft Marcel, und die hat alle Bus-Abfahrtszeiten anderer Busgesellschaften als gestrichen überklebt. Die Leute wissen das hier auch. Nur wir nicht. Das heißt, der angeschlagene aber durchgestrichene Bus 19:45 könnte fahren.

        Nun bleibt uns aber noch die Frage nach dem Bus 19:15 Uhr. Wir wollen ja diese halbe Stunde nicht unbedingt verschenken. Der Arbeiter meint, der Bus könne eventuell von einem anderen Busbahnhof fahren. Dieser liege 20 Minuten östlich von hier.

        Das wollen wir probieren. 10 vor 7 hasten wir los in die angegebene Richtung. Wir fragen noch 2, 3 mal nach und landen nach 1.1km kurz nach 7 auf dem Dworzec Autobusowy PKS Rzeszów S.A. (Map).
        Hier fragen wir in der Information nach unserem gesuchten Bus und bekommen wieder eine abschlägige Antwort. Niemand kennt angeblich diese Busverbindung. Wir begeben uns schon auf den Weg zurück zum Dworzec lokalny, da sehen wir noch auf dem Dworzec Autobusowy PKS einen Bus stehen, welcher auf seiner Seitenwerbung auch das Wort “Sanok” zu stehen hat. Sollte das unser Bus sein?

        Hier steht eine lange Schlange Leute am Einstieg, der bereits in vollem Gange ist. Und tatsächlich, dieser Bus fährt jetzt nach Sanok. Als Endziel ist allerdings ein anderer Ort an der Busfront angezeigt. 4 Minuten vor Abfahrt haben wir ihn gefunden. Erleichterung.

        Es dauert dann doch noch etwas, bis alle Fahrgäste eingestiegen sind und bezahlt haben, so dass wir mit 8min Verspätung abfahren. Hier sind die Preise im Gegensatz zum Flixbus wieder auf normalem polnischen Niveau (~15 - 18Zł). Dieser Bus ist fast vollbesetzt. Die Masken hängen dennoch alle unterm Kinn. Nur wir 2 Deutsche fallen damit auf, dass wir die FFP2 korrekt auf der Nase tragen.

        Nach 30km fahren wir in Niebylec wieder auf einen Busbahnhof. Eine Durchsage ertönt, die ich so verstehe, dass die Fahrgäste nach Sanok irgendwas beachten müssten. Zeitgleich sehe ich auf dem Busbahnhof bereits einen Bus stehen, der nun auch tatsächlich “Sanok” als Ziel angeschlagen hat. Wir müssen also offensichtlich den Bus wechseln. Das machen mit uns sicher mehr als die Hälfte aller Fahrgäste. 3min später kommt noch ein weiterer Bus auf den Platz gefahren, und auch aus dem steigen etliche Leute zu uns ein.

        11min später geht es weiter und ¼10 sind wir in Sanok. Nach Lesko, wo mein Auto steht, würden wir mit ÖPV heute sowieso nicht mehr kommen. Dörte hat ihr Auto auf dem Campingplatz Diabla Góra zu stehen und wollte dorthin ohnehin mit dem Taxi fahren. Also eilen wir zum Taxistand, bevor uns die letzte Taxe vor der Nase weggeschnappt wird (2 standen noch da, aber die meisten Ankommenden werden ohnehin von Angehörigen mit dem Auto abgeholt).

        2min nach Ankunft des Busses fahren wir bereits mit dem Taxi weiter. Es ist ein alter klappriger Chevrolet Lumina oder so etwas ähnliches. Nach 18km werden wir am Ziel Diabla Góra abgesetzt. Nun das Auto beim Zeltplatzbetreiber auslösen (Parken unterm Schutzdach kostet 5Zł/d), Dörte trinkt als Ersatz für ihr ausgefallenes Abendbrot noch eine große Limo, und dann fahren wir weiter nach Lesko, um mein Auto zu holen.

        Das steht noch friedlich da, so einsam auf dem städtischen Parkplatz ½11 in der Nacht. Dörte düst ab nach Krasiczyn, während ich noch die Scheiben säubern und das Navi programmieren muss. 61km durch Mittelgebirge sind es noch, dann bin auch ich gegen Mitternacht bei Andrea und den Zelten. Das Autorückholen hat geklappt, da werden wir morgen sicher auch gut bis Sandomir kommen.

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        • Spartaner
          Alter Hase
          • 24.01.2011
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          • Meine Reisen

          #24
          Krasiczyn - Premissel - Sandomir
          Sa 24.Juli 2021, 🚗165km, 🥾8km


          Heute morgen erwachen wir im Sonnenschein auf einer schönen Zeltwiese am Ufer des San:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5721kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,24 MB ID: 3085003

          Wir zelten hier mitten im Ort. Über die 100m entfernte Stahlbrücke rumpeln die Autos.
          Um 11 fahren wir los in Richtung Premissel. Zuvor möchte ich mir allerdings noch mal das Wehr in Ostrów anschauen, vor dem wir gestern unsere Tour auf dem San beendet haben.

          Wehr in Ostrów, Blickrichtung Süd:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5725kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,97 MB ID: 3084999

          Das Gelände des Wehres ist auf beiden Seiten weitläufig eingezäunt.
          Ganz hinten ist der Fischpass zu erkennen:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5727k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,21 MB ID: 3084996

          Vor der Mauer, die den Fischpass abgrenzt, scheint es eine gut befahrbare Rinne zu geben.
          Auch der Auslauf sieht gut aus, keine Walze, kein hängengebliebener Baumstamm o.ä.:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5731k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,30 MB ID: 3084998

          Auf dem Luftbild ist diese Rinne auch gut erkennbar:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: WehrOstrowPrzemysl2017Pfeil.png Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3085026

          Ob diese Rinne allerdings zur Zeit befahrbar wäre, kann ich nicht sicher sagen (Video). Auf jeden Fall sind auch dort die im Vordergrund (der nördlichen Seite) sichtbaren scharfkantigen Steinblöcke eingebaut, nur etwas tiefer gesetzt als im Vordergrund (siehe Video bei Niedrigwasser).
          Wir hatten zum Zeitpunkt der Aufnahme einen Wasserstand von 130cm und einen Durchfluss von 36m³/s.
          Bei höheren Durchflüssen ist sie aber bestimmt gut befahrbar. Ganz im Gegensatz zur der für die Kajaker gebauten Bootsgasse.

          Einfahrt in die Bootsgasse, gesteuert über eine Ampel:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5734k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,05 MB ID: 3085000

          Im Auslauf stehen sinnlose Sperren im Weg:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5728k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,21 MB ID: 3084997
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5729k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,77 MB ID: 3084995

          Weiteres Bild vom Auslauf hier.
          Bei der Bootsgasse handelt es sich um eine völlige Fehlkonstruktion, zumindest für Allys. Roland ist sie mit einem Kajak bereits getreidelt und hält sie für zu schmal für unseren Ally.

          Folgendes Bild scheint das zu bestätigen:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: BootsgasseWehrOstrowPrzemysl.png Ansichten: 0 Größe: 1,74 MB ID: 3085025
          (Screenshot aus Video)

          Zudem ist die Bootsgasse bei niedrigen Wasserständen oben ohne Wasser. Gedacht ist sie offenbar nur zum Treideln, sonst würde man ja nicht die unsinnigen Sperren am Auslauf gebaut haben.
          Wenn man aber Treideln möchte, kann man auf der Nordseite nicht einfach so entlanglaufen, ein Zaun behindert die Führung des Seils. Führt man das Boot auf der anderen Seite, auf der Betonmauer ohne Zaun, dann kann man unten kaum noch einsteigen, Mauer zu hoch.
          Ob es oben eine Treppe zum Aussteigen aus dem Boot gibt, habe ich nicht gesehen. Unten gibt es eine.

          Das Wehr wurde im Oktober 2014 fertiggestellt. Im Video wird ausführlich auf die Berücksichtigung der Paddler eingegangen.

          Dann gehts weiter rein nach Premissel. Um ¾12 parken wir am Plac Orląt Przemyskich mit seinem gleichnamigen Denkmal:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5736kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,43 MB ID: 3085002
          Hier wird seit 1938 der jungen polnischen Kämpfer der Stadt Premissel gedacht, die gegen die Ukrainer und die Russen in den Jahren 1918 - 1921 gekämpft hatten.

          Blick von der Brücke über den San in Premissl:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5737k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,11 MB ID: 3085001

          Im Hintergrund, so etwa auf Höhe der ganz hinten sichtbaren Fußgängerbrücke, soll Roland bei seinen Touren hier mitten in der Stadt gezeltet haben. Ich glaube so dreist wären wir nicht gewesen. Ist schon ganz gut, so wie es jetzt gelaufen ist mit Abbruch am Wehr.

          Dann geht es hoch in die Altstadt von Premissel. Premissel/Przemyśl wurde erstmals im Jahre 981 erwähnt, als Großfürst Wladimir I. die Burg Peremyschl eroberte. Großfürst Wladimir, auf altnordisch Valdamarr Sveinaldsson, war der bedeutendste Fürst der Kiewer Rus, neben Nowgorod dem Kern des entstehenden Russischen Reiches.

          1340 wurde Premissel wie das gesamte Rotruthenien schrittweise von König Kasimir I. für das Königreich Polen in Besitz genommen. 1389 bekam Premissel Stadtrecht nach Magdeburger Recht.
          1772 bis zu seiner Zerschlagung 1918 war Premissel Teil der Habsburger Monarchie, danach wieder Polen.

          1939-41 war der Teil nördlich des San entsprechend dem Hitler-Stalin-Pakt deutsch und südlich sowjetisch okkupiert, 1941-44 dann nur deutsch.

          Am meisten Spuren haben das alte Polen und das Habsburger Reich hinterlassen, und so ist die Altstadt schon ein sehr schönes Städtchen. Nach dem Ende des Kommunismus wurde der Verfall gestoppt und schon fast alles restauriert, schick gemacht und profitiert jetzt auch viel von zumeist innerpolnischem Tourismus.

          Im Zentrum der Altstadt von Premissel:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5740kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,31 MB ID: 3085006
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          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5738kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,76 MB ID: 3085004

          In der römisch-katholischen Kathedrale von Premissel:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5743kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,12 MB ID: 3085007
          (Bazylika archikatedralna Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny i św. Jana Chrzciciela w Przemyślu)

          Blick auf den Glockenturm der Kathedrale von Premissel vom Burgberg:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5747kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,78 MB ID: 3085011

          Burg Premissel:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5746kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,83 MB ID: 3085008

          Eingangstreppe der Erzkathedrale St. Johannes dem Täufer, im Hintergrund die römisch-katholische Kathedrale von Premissel:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5755kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3085009

          Im Inneren der griechisch-katholischen Erzkathedrale St. Johannes dem Täufer:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5756kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,68 MB ID: 3085012
          (Archikatedralny sobór grekokatolicki św. Jana Chrzciciela w Przemyślu)

          Reste der Todesanzeigen am Schwarzen Brett vor der Erzkathedrale St. Johannes dem Täufer:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5754kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,16 MB ID: 3085010

          Nach 2h Spaziergang durch Premissel genehmigen wir uns ein Mittagessen auf der Terrasse des Restauracja Dominikańska:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210724_141659k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3085024

          Dort sitzt man ganz schön mit Blick auf den Dominikaner-Platz. Nach 1¾h brechen wir auf, es soll ja weitergehen nach Sandomir.

          Wir tuckern schön über die Landstraßen und kommen um ½8 abends in Sandomir an. Zuerst steuern wir einen möglichen Aufbauplatz an einer alten Fährstelle gleich unterhalb der Weichselbrücke an. Zum Aufbauen wäre es eigentlich ideal, aber eine Schranke versperrt die befestigte Zufahrt zum Wasser, und Übernachten wäre hier auch nicht optimal. Sandomir ist heute ein richtiges Touristenstädtchen, und so sind natürlich einige Vorkehrungen getroffen worden, wildes Parken und Übernachten einzuschränken.

          Also fahren auch wir noch auf einen Bezahlparkplatz und erkunden 1¾h lang die abendliche Stadt.

          Sandomir liegt sehr schön auf einem Hügel über der Weichsel. Die Stadt Sandomir/Sandomierz zählt zu den bedeutendsten Städten im polnischen Abschnitt der Via Regia und wurde bereits im 10. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde 1138 zum Zentrum und Hauptort eines kleinpolnischen Herzogtums Sandomir. Sandomir wurde daher häufig von polnischen Königen besucht. Das Stadtrecht erhielt Sandomir im Jahre 1236 verliehen. Beim Mongolensturm 1241 wurde die Stadt geplündert. 1259 nahmen Tataren Sandomir ein und brannten Teile der Stadt nieder. 1286 verfügte Herzog Leszek der Schwarze die Neugründung der Stadt nach Magdeburger Recht. Der polnische König Kasimir III. verbriefte und erweiterte 1366 die Rechte der Stadt, in deren Schloss er mehrfach residierte. Die damalige Bedeutung der Stadt zeigt sich auch daran, dass König Kasimir III. Sandomir in seinen Herrschertitel aufnahm: „König von Polen und Russland, Herr und Erbe der Länder und Herzogtümer von Krakau, Sandomir ...“

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Jozef_Szermentowski_Widok_Sandomierza_od_strony_Wisly.jpg Ansichten: 0 Größe: 297,3 KB ID: 3085022
          (Sandomir 1855, gemeinfrei)

          Das heutige Stadtbild der Altstadt geht im Wesentlichen auf die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. Die Altstadt war damals von einer Stadtmauer umgeben, ihre Ausdehnung betrug etwa 600 Meter in Nord-Süd-Richtung und 200 Meter in Ost-West-Richtung. Im Stadtzentrum befindet sich der Marktplatz Rynek mit dem Rathaus. Am südlichen Stadttor befand sich der Zugang zu den Hafenanlagen an der Weichsel und zur Burg der Herzöge, die sich außerhalb der Stadtbefestigung auf dem Hochufer der Weichsel befindet.

          Beim Vorrücken der Roten Armee 1944 verhinderte der von dem malerischen Stadtbild beeindruckte Artilleriekommandeur, Oberst Skopenko, die Beschießung der Stadt, indem er den erhaltenen Befehl ignorierte. Angesichts ihrer aussichtslosen Situation kapitulierten die deutschen Einheiten, die die Stadt zu verteidigen hatten, kampflos, womit die Altstadt fast unbeschädigt den Krieg überstand. Damit blieb die Altstadt von Sandomir eine der besterhaltenen in Polen.

          Unser Spaziergang, Aufstieg zur Burg:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5758kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,66 MB ID: 3085013

          Von der Burg kommt man schnell weiter in die Altstadt, vorbei an der vorwiegend gotischen Kathedrale von Sandomir.

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          Auf dem Rynek, dem Marktplatz:
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          Historischer(?) Eisstand:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5763kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,08 MB ID: 3085021

          Das Rathaus von Sandomir auf dem Marktplatz:
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          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5764kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,60 MB ID: 3085017
          Es ist gotisch 14.Jhd, im 16.Jhd umgebaut.

          Opatower Tor:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5768kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,65 MB ID: 3085018
          Es ist das einzige erhaltene Stadttor von vieren, die einst nach Sandomir führten.

          Kurz vor dem Opatower Tor balanciert einer von 4 Weichselflößer-Brüdern über die Straße:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5770kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,59 MB ID: 3085019
          (Installation zum Jahr der Weichsel 2017, der Künstler Jerzy Kędziora hat auch mindestens 2 Werke in Berlin hinterlassen: Fischerjunge und Akrobat mit Stuhl).

          Was wir diesen Abend nicht mehr besuchen konnten, ist die ausgedehnte Unterwelt von Sandomir, hier beschrieben.

          Ganz zum Schluss möchte Dörte noch mal zu Abend essen und klappert die Restaurants am Marktplatz ab, wo es ihr am besten zusagt. Als wir dann endlich sitzen, ist es bereits wieder kurz vor 9. Und da passiert es ziemlich genauso, wie ein paar Tage zuvor bei der Rückkehr von der Wanderung zur San-Quelle: die Kellnerin kommt angeflitzt, fragt nach den Essenswünschen, wir haben noch nichts heraussuchen können und erbitten noch etwas Zeit. Wahrscheinlich sagt sie uns auch, dass wir diese Zeit nicht mehr haben. Jedenfalls lässt sie sich dann lange nicht mehr blicken, und als sie doch wieder zu uns kommt, ist Küchenschluss und wir könnten höchstens noch Getränke bestellen. 21 Uhr Küchenschluss - muss man ernst nehmen!

          Nun ist es dunkel. Als Übernachtungsplatz hat uns Dörte eine Stelle 4½ Fahr-km östlich von Sandomir am linken Weichsel-Ufer ausgesucht. Ich bin skeptisch, da die Fahrwege auf dem Satellitenbild recht schwach aussehen und zZ vielleicht zugewachsen sind. Aber tatsächlich geht es auf stark ausgefahrenen Wegen zum Ufer.

          Hier sind an mehreren Stellen Angler aktiv. Da wo wir an den Fluss stoßen, brennt sogar ein Lagerfeuer. Wir schauen uns die Stelle an, der Zugang zum Wasser ist hier sehr steil und hoch (also nichts für Andreas Knie). Wir unterhalten uns ein bisschen mit den Anglern am Feuer und bekommen den Tipp, es eine Buhne weiter zu versuchen.
          Tatsächlich, 100m weiter östlich finden wir dann eine eigene freie Buhne, wo wir auch relativ leichten Wasserzugang bekommen.

          Mondlicht spiegelt sich in der Weichsel:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210724_223211k.jpg Ansichten: 0 Größe: 922,5 KB ID: 3085020

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