[ES][AND] La Senda Transpirenaica, GR11-Teil 3: El Pont de Suert - Cap de Creus

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  • FatmaG
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    Mo., 17.8. - 20. Tag: Von Beget nach Talaixà (12,2 km,↑680 Hm ↓377Hm)


    Das Frühstück wird erst um 8:30 Uhr serviert. So gönne ich mir einen Spätstart. Eine sehr gute Entscheidung; der Frühstücksteller mit viel Obst ist sehr lecker und alles natürlich super frisch. Und obwohl ich fast schon satt bin, bekomme ich gleich hinterher noch zwei Spiegeleier mit Speck serviert, obwohl ich den gar nicht bestellt hatte... So kann ich mich erst um 9:30 Uhr aus diesem Schlemmerparadies losreißen. Die Wanderer von gestern sehe ich nur kurz, Nummer eins (ein Baske) geht just vor Frühstückszeit los (selber schuld!), Nummer zwei (ein Katalane mit hoher Stirn) möchte – und darf – das stille Örtchen benutzen. Die Spanier sind ein wirklich sehr gastfreundliches Volk!

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ID: 3036153
    Los gehts

    Der GR11 führt aus Beget heraus, der Landstraße und später Feldwegen entlang. Ich treffe einen Elektriker, der an einem Mast hängt, und eine ältere Hirtin mit kleiner Kuhherde. Dann balanciere ich auf zig Steinen über die Riera de Beget (oder ist es der Torrent de Rabassa) lasse das verlassene Gut „La Farga“ rechts liegen und folge dem Weg hinauf zur Collada dels Muls. An einem verlassenen Gut (les Feixanes) schlage ich mir den Bauch voll mit leckeren Brombeeren – die ersten reifen und reichlichen auf dem Weg – und wieder hinab zur Riera de Beget, die ich diesmal über ein Brückchen überquere. Dahinter beginnt der mitunter steile Aufstieg nach Talaixà, einem (einst) verlassenen Weiler, dessen Kirche und ein Gebäude wieder aufgebaut wurden. Mitunter gleicht der Weg einer Bobbahnrinne, den ich ungern in einer Regenschauer hinaufgehen würde...

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    Ungewohnt flach unterwegs...

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    Furten bei La Farga

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    Am Coll Joell

    Oben angekommen, es ist immer noch schwül-warm, empfängt mich ein Schild „Aquest poble no està abandonat“, ein Wanderer rastet wie zum Beweis auf einer Bank, bevor er wieder in die Natur abtaucht. Und auch wenn außer mir keine Menschenseele hier ist, so fühle ich mich geborgen und wie magisch von diesem Ort angezogen. Ich bleibe lange Zeit in der Sonne vor dem sanierten Haus, das ein Refugi libre und eine zu reservierende Unterkunft sowie einen Privatteil beherbergt, sitzen, und entscheide mich irgendwann, die Nach hier zu verbringen. Ob im Zelt oder innen, werde ich sehen.

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    Ankunft in Talaixa

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Name: 144-GR11-Mittagspause.jpg
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ID: 3036159
    Der perfekte Platz für eine späte Mittagspause

    Dann taucht irgendwann der „Hüttenwirt“ auf – ich könne selbstverständlich hier bleiben, solle jedoch, falls ich zelte, innerhalb des Zauns bleiben, da draußen Wildschweine unterwegs seinen. Und bitte nichts vorm Zelt stehen lassen – es gebe einen frechen Fuchs, der gerne mal was mitnehme...
    Später taucht einer der Katalanen von gestern Abend auf, alleine. Sein Wanderkumpan habe heute – nach einem Tag – abgebrochen, es sei nicht das, was er suche. Wir tauschen aus, er hat Sitzfleisch. Irgendwann jedoch zieht er weiter.

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Name: 145-GR11-No abandonat.jpg
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ID: 3036160

    Dann tauchen 5 Mädels auf, sie hatten die Gruppenbleibe reserviert und für sie war der Hüttenwirt auch hier gewesen. Noch später – ich wähnte mich schon definitiv alleine – taucht ein Paar auf, das sein Zelt vor die Hütte stellt. Und noch später ein junger Mann, ein Flame (!), der jedoch nur Wasser tankt und weiter Richtung Gipfel zieht, wo er am Morgen aufwachen möchte...
    Ich bin also heute Nacht innen alleine und richte mich häuslich ein – all mein Proviant hängt an der Wäscheleine (man lernt ja schließlich dazu!) - und klettere ins Etagenbett.

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    Von dieser Aussicht kann ich mich kaum wegreißen...

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  • FatmaG
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    So., 16.8. - 19. Tag: Von Setcases nach Beget (23,8 km,↑820Hm ↓1550Hm)


    Nun bin ich wieder im „Mittelgebirgsland“, die hohen Berge liegen definitiv hinter mir.
    Dennoch sind die Wettervorhersagen immer noch nicht rosig und so starte ich auch heute wieder vor 7 Uhr.
    Immerhin sind auch hier, in dieser „Hügellandschaft“ die Steigungen zum Teil ganz schön steil und so keuche ich mal wieder langsam hinan. Irgendwo überrasche ich zwei „echte“ Biwakierer, die nur in ihren Schlafsäcke gerollt draußen übernachtet haben und keuche weiter Richtung Coll de Lliens, wo ich frühstücke.

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    Im Wald hinter Setcases

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    Aufstieg zum Coll

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    Am Coll de Lliens

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    Farbtuper am Coll de Lliens

    Munter geht es weiter – zum Teil durch infernalische Kuh-Gerüche an unzähligen Kuhherden vorbei. Nach Molló geht es moderat stetig bergab und unter einer sehr beeindruckenden Geier-Schar vorbei. Erneut führt mich ein weiterer GR ein wenig in die Irre, so dass ich über einen kurzen Schlenker im Dorf eintreffe.

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    Vor Molló

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    Vor Molló

    Nach der ersten obligatorischen Kaffeepause gehe ich nun – dem Cami de Sant Jaume entgegen – über dem Coll de la Boixeda (eine weitere, diesmal Essenspause auf einer einladenden Parkbank) hinein in die „Pampa“. Urwaldstimmung macht sich breit – auch wenn ich zugegebenermaßen immer mal wieder kurz einen Feldweg, einen staubigen Fahrweg entlang laufe bzw. eine Landstraße kreuze. Immer tiefer schlängelt sich der GR hinab, aber jedesmal wenn ich denke, ich komme an, geht es wieder über die Straße und in die Vegetation hinein...

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    Kurz hinterm Coll de la Boixeda

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    Hinter der Casa Etxalde

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ID: 3036149
    Im Urwald 😏

    Gegen 17 Uhr, kurz bevor ich die Hoffnung aufgebe, stehe ich am Ortsrand von Beget.
    Am Hostal El Forn werde ich lauthals von einem Paar begrüßt, die mich wohl auf der Sitzbank bei meinem letzten Picknick am Coll de la Boixeda wahrgenommen hatten und mit dem Auto unterwegs sind.

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    Beget

    Das Abendessen (ein nicht sehr geheimer Geheimtipp) nehme ich auf der Terrasse zu mir; an dem Tisch vor mir sitzt ebenfalls ein einzelner Wanderer. Und etwas später treffen ganz entspannt zwei weitere Männer ein, die hier lediglich essen, jedoch nicht übernachten werden. Ich habe Glück gehabt, sagte der Wirt, normalerweise seien die wenigen Zimmer immer schnell alle belegt.
    Das Abendbrot hält, was mir versprochen wurde. Und direkt danach entschwinde ich ins warme frischgemachte Bett...

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  • FatmaG
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    Sa., 15.8. - 18. Tag: Von Núria nach Setcases (20,3 km, ↑1040Hm ↓1740Hm)


    Der Wecker klingelt. Ein, zwei, dreimal. Dann stehe ich auf. Draußen ist es noch dunkel.
    Ich dusche, dann frühstücke ich etwas von diesen vielen Vorräten (den halben Liter Wasser, den Saft, den Joghurt) – auch um das nicht alles mitschleppen zu müssen. Der Rest kommt obenauf in den Rucksack.
    Um 6:50 Uhr verlasse ich mein Zimmer, deponiere den Badge an der Rezeption und ziehe mir noch einen Kaffee in dem Automaten des Touristenkomplexes nebenan.

    Es ist 7:03 Uhr. Los geht’s. Von Anfang an steigt der Weg stetig, aber moderat an.
    Der Rucksack fühlt sich recht schwer an, kein Wunder, bei all den Essensreserven!
    Etwas höher hinauf stehen links vom Bach, dem Torrent de Noufonts, mehrere Zelte. Ein paar junge Männer schultern ihre Rucksäcke, lassen ihr Zelt stehen und brechen just vor mir auf Richtung Coll de Noucreus.

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    Am Torrent de Noucreus entlang

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    Blüten in der Steinwüste

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    Die letzten Meter zum Coll de Noucreus

    Immer wieder blicke ich zurück auf das Santuari, und sehe immer wieder das Fortschreiten der jungen Männer vor mir. Als ich sie am Ende des Kessels am Coll de Noucreus laut juchzend ankommend sehe (und höre), ist es 8:40 Uhr. Ich selber werde knapp 40 Minuten später dort stehen.
    Hier setzt das große Staunen ein und ich kann mich gar nicht an dem Anblick ringsumher sattsehen.
    Dennoch frühstücke ich hier – man kann ja nicht nur von Luft und Bewunderung leben - und genieße diesen Moment, so ganz alleine an diesem magischen Ort. Einen sehr kurzen Moment – denn urplötzlich tauchen aus allen Richtungen Wanderer, Trailer, Läufer auf, machen Selfies, stoppen die Zeit oder verschnaufen, bevor sie genauso schnell wieder abtauchen.

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    Die neun Kreuze auf 2800m

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    Am Coll de Noucreus – ganz unten liegt auf 1960m das Santuari de Núria


    Einige Zeit führt der GR11 auf diesen Höhen weiter über den Coll de la Vaca inferior bis zum Coll de Tirapits, wo der lange Abstieg ins Vall de Camprodon und nach Setcases beginnt. An einer steinernen Nothütte, die ich natürlich inspiziere geht es vorbei; immer wieder kreuze ich Tageswanderer – deren Anzahl am Coll de la Marrana auf ihrem Höhepunkt scheint. Welch ein Stimmengewirr umgibt mich – ganz „zen“ schaffe ich es dennoch, völlig abzuschalten und mich – auf einen Felsen gekauert – zu entspannen. Der weitere Abstieg – vorbei an einer Herde stoïscher Bergziegen – bleibt steil, anspruchsvoll für die Kniegelenke und bevölkert.

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ID: 3036132
    Blick zurück zum Coll Tirapits

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    Am Coll de la Marrana

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ID: 3036134
    Abstieg zum Refugi Ulldeter

    Am Refugi Ulldeter ist auf der Terrasse ein leerer Tisch und natürlich kehre ich ein; ein kaltes Erfrischungsgetränk, ein Milchkaffee und ein frisch gebackener noch warmer Keks erfreuen mich. Dann geht es weiter – an einigen wunderbaren Zeltplätzen (legal oder auch nicht) vorbei, über einen Parkplatz und anschließend unklarer Wegführung weiter abwärts zu einem zweiten Parkplatz.
    Hier angelangt fallen die ersten dicken Regentropfen und das Schild „Bar“ kommt da wie gerufen!

    Ich drifte ab, setze mich auf einen Plastikstuhl unter den überdachten Eingangsbereich des Hostal Pastuira, bestelle abermals einen Kaffee und sitze hier den heftigen Regen und ein Gewitter aus. Nach einem netten Austausch mit einer Frau in meinem Alter, die hier mit ihrer Gruppe zum Essen eingekehrt ist, aber deren heulender Hund sie immer wieder hinauslockt, gehe ich – sobald der Himmel es zuläßt – weiter, denn ich habe noch etliche Kilometer vor mir.

    Der Boden hat sich durch diese kurzen aber heftigen Regenschauer richtig schön vollgesogen, was das Vorankommen nicht wirklich vereinfacht.

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ID: 3036135
    Zur Pla d'Hospitalets

    Irgendwann stoße ich auf die neue Wegführung, die es ermöglicht, nicht mehr der Landstraße bis Setcases zu folgen, sondern die fast immer zwischen zwei Bächen den Weg hinab sucht; oft muss der eine oder der andere Wasserlauf überquert werden, an einem Punkt jedoch ist das Furten mir einfach zu riskant! Der Bach führt sehr viel Wasser, Steine zum Drüberbalancieren sind (nicht mehr) vorhanden – Regen und Gewitter haben wohl das ihre dazu beigetragen.
    Also kehre ich um, es gab etwas höher hinauf einen Weg, der zur Landstraße zurückführt. Und so folge ich dieser ein paar Kilometer lang, bis ich nach Setcases gelange. Da es kurz vorm Eintreffen wieder über mir grummelt und grollt und ich eh recht müde bin, entscheide ich mich kurzerhand dazu, ein Zimmer zu suchen.

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ID: 3036136
    Neue Wegführung des GR11

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ID: 3036137
    Vallter

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Name: 126-GR11-Setcases.jpg
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ID: 3036138
    Setcases

    Ein Zimmer, welches ich zum Glück sofort finde. Mein Abendprogramm ist bescheiden: Duschen, das Frühstückssandwich essen, eine Runde drehen, einen (nein zwei!) Aperitifs genießen, noch eine kurze Runde, aufgrund einer persönlichen Empfehlung ein Zimmer in Beget reservieren, Bett.
    Es ist kurz nach 21 Uhr. Die Welt ist gut!

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    Zona lliure de Covid-19

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  • FatmaG
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    Fr., 14.8. - 17. Tag: Von Queralbs zum Santuari de Núria (7,2 km, ↑745Hm ↓25Hm)

    diesmal zu Fuß


    Lange vorm Wecker bin ich wach, beschäftige mich, stehe schon um 7:50 vorm Restaurant und reihe mich in die schon gebildete Warteschlange ein. Nach einem schnellen Frühstück fahre ich mit der ersten Zahnradbahn los und bin schon kurz nach 9 Uhr in Queralbs und am Ausgangspunkt des heutigen Tages. Es geht über den Pilgerweg durch die Schlucht von Núria; der Weg ist abwechslungsreich und ich schleppe mich mal ausnahmsweise nicht bergauf – kein Wunder, ohne Gepäck!

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Name: 106-GR11-Lieferung per Zahnradbahn.jpg
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ID: 3035817
    Warenlieferung per Zahnradbahn

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Name: 107-GR11-Alter Pilgerweg.jpg
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    Ein alter Pilgerpfad

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Name: 108-GR11-Was man so Refugi nennt....jpg
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    Was man so Refugi nennt...

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Name: 109-GR11-Gorges de Núria.jpg
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    Die Schlucht, die Gorges de Núria

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Name: 110-GR11-Zahnradbahn.jpg
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    Immer wieder kreuzen sich der Pilgerweg und die Zahnradbahn


    Zu der frühen Uhrzeit sind noch nicht so viele Tagestouristen unterwegs, nur hin und wieder treffe ich auf andere Wanderer.
    Nach genau 2 Stunden 45 Minuten stehe ich an dem Punkt, von dem aus sich die Sicht auf die Pilgerstätte eröffnet. Ich verweile eine Weile hier, lege eine kurze Pause ein, steige nach Núria ab, laufe einmal ums komplette Gebäude und mache mich auf die Suche nach der weiteren Wegführung des GR11s.

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Name: 112-GR11-Erster Blick auf das Heiligtum.jpg
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    Erster Blick auf das Heiligtum – ein Zufall, dass keine Menschen auf dem Foto sind, denn normalerweise sieht es aus wie...

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Name: 113-GR11-Zweiter Blick.jpg
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ID: 3035824
    … auf den zweiten Blick!

    Dann folgt das Entspannungsprogramm zwischen Zimmer, Shoppen (bzw. Shops kucken), Essen, Zimmer, Duschen. Die Massage entspannt mich völlig und selbst die tausende Hummeln in meinem Kopf kommen (fast vollständig) zur Ruhe. Kurze Siesta, Shoppen (Teil 2: Brot und Wasser besorgen). Wieder zur Bar und die nächsten Tag etwas planen, ohne mich jedoch festlegen zu wollen – on verra, es kommt, wie es kommt. Morgen soll laut Wanderführern der letzte „heftigere“ Tag auf dem GR11 sein.


    Heute werde ich lediglich eine Kleinigkeit in meinem Zimmer essen und nicht wieder ein komplettes Menu zu mir nehmen. Allerdings kann ich – statt zu frühstücken – für morgen früh ein Picknickpäckchen bekommen, das mir ca 15 Minuten später prall gefüllt überreicht wird.

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ID: 3035825
    Nuestra Señora de Núria

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  • FatmaG
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    Do., 13.8. - 16. Tag: Vom Camping Can Fosses nach Queralbs (10,2 km,↑649Hm ↓694Hm)

    ...und weiter mit der Zahnradbahn bis Núria


    Der heutige Tag beginnt zäh. Schon das Wachwerden ist schleppend. Mein Schlafsack hat (zum ersten Mal) Feuchtigkeit mitbekommen; irgendwie ist alles kalt und feucht.
    Erst nach 8:20 Uhr komme ich endlich los. Immerhin ist die Bar noch geschlossen, und kein leckerer heißer Kaffee hält mich vom Starten ab... 🙄

    So zäh wie das Aufwachen gestaltet sich auch die erste Tageshälfte, bzw. der steile Aufstieg durch den Wald zum Refugi Corral Blanc. Zu allem Übel habe ich – das ist neu – so gar keine Lust auf Wandern! So überprüfe ich alle X Meter, wo ich bin. (Manchmal ist es auch hilfreich, wenn man vergessen hat, die Offline-Tracks herunterzuladen!). Irgendwie pausiere ich ständig und sträube mich innerlich gegen das Vorankommen. Als ich dann doch am Refugi eintreffe, einen Kaffee und einen Müsliriegel bekomme, sieht die Welt schon wieder besser aus.

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Name: 100-GR11-ein Lichtblick.jpg
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ID: 3035809
    Erster Lichtblick – bzw. zweiter nach dem Kaffee 😉

    Anschließend ist der Kamm schnell erreicht und der Wald macht wieder offeneren Aussichten Platz. Herrlich ist es hier! Und der Weg wird schön und schöner. Beschwingt gehe ich berab bis zur Font de l'Home Mort, deren Quelle köstlich schmeckt. Und gleich weiter in Richtung Queralbs. Ich hätte zwar eine GR11-Variante einschlagen können, die direkt nach Nuria führt, möchte aber gerne das schöne Dorf sehen und den als spektakulär beschriebenen Weg durch die Schlucht, die Gorges de Núria, nehmen.

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Name: 101-GR11-Blick auf den Puigmal.jpg
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ID: 3035810
    Blick auf den Puigmal

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Name: 102-GR11-Font de l'Home Mort.jpg
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ID: 3035811
    Die Font de l'Home Mort

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Name: 103-GR11-Faust aufs Auge.jpg
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ID: 3035812
    Wie die Faust aufs Auge...

    Kurz vor der Ankunft in dem wirklich hübschen Queralbs lege ich an einer kleinen Kapelle noch eine Picknickpause ein – unmittelbar gefolgt von einer ausgiebigen Kaffeepause im Ort selber. Und dann mache ich mich auch auf die Suche nach einer Unterkunft vor Ort. Leider muss ich bald feststellen, dass einfach nichts zu finden ist im Dorf. Meine Alternative: Mit der Zahnradbahn hoch nach Núria und dort oben auf dem in den Wanderführern vermerkten spartanischen Zeltplatz campen.

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Name: 104-GR11-Picknickplätzchen.jpg
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ID: 3035813
    Idealer Rastplatz

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Ansichten: 181
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ID: 3035814
    Queralbs

    Gesagt getan. Erst einmal die Fahrt per Internet nach oben buchen (Corona, pffff...) und später losfahren. Núria ist eine Pilgerstätte, eine Art Freizeitpark und ein recht großer Komplex mit verschiedenen Gebäuden, die jedoch momentan zum Teil geschlossen sind. Dort erwartet mich gleich die nächste herbe Enttäuschung: Wegen Corona sei die zona d'acampada geschlossen, teilt mir ein unfreundlicher Mensch an dem Infostand mit. Nächste Alternative: In der Jugendherberge, die noch ein Stück höher rauf liegt, ein Bett reservieren. Allerdings – endlich erreiche ich um 17 Uhr wen – müsste ich in einem 12er-Zimmer übernachten. Mmh, so ganz schmeckt mir das nun nicht. Zur Jugendherberge fährt noch mal eine Seilbahn hoch, jedoch – stelle ich dort fest – muss auch dieses Ticket online gebucht werden, oder aber am Infostand. Auf dem Weg zurück zum Infostand merke ich, dass ich wirklich sehr ungerne nur in einem Mehrbettzimmer bleiben möchte. (Die Bestimmungen in Belgien sind streng, die Menschen werden gebeten, sich – auch fern von Zuhause – daran zu halten). Kurzentschlossen stapfe ich zur Hotelrezeption und frage an, ob es ein freies Zimmer gebe? Yep, allerdings für minimum 2 Nächte und es seien nur noch etwas größere Zimmer frei. Für läppische 175€ schlage ich – nach 2 Sekunden nachdenken – zu; „si, tomo!“, checke ein (mit Fiebermessen!), richte mich ein. Und bestelle mir dann immer noch sehr spontan für Morgen eine einstündige Ganzkörpermassage. Wenn schon, denn schon!
    Etwas herumstreunen, zur Aperitif zeit in der Bar rumlungern und später noch zum Abendbuffet ins Hotelrestaurant gehen und das üppige Angebot genießen.

    Alles kommt immer so, wie es kommen muss. (Auch wenn es teuer ist 😉)

    Übrigens: Morgen früh werde ich mit der Zahnradbahn ins Tal fahren und ab Queralb gepäcklos wieder hierher nach Núria wandern.
    Völlig tiefenentspannt sinke ich in das weiche Bett und schlafe zufrieden ein.

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  • FatmaG
    antwortet
    Mi., 12.8. - 15. Tag: Von Puigcerdà zum Camping Can Fosses (über Planoles) (26,9 km, ↑1120Hm ↓1000Hm)


    Die Wettervorhersage für den Tag sind nicht die rosigsten und so verlasse ich heute morgen schon um 6:45 Uhr die Pension. Allerdings werde ich am Ortsrand gleich ausgebremst, da an der Straße zu Frankreich schon ein Café geöffnet hat und mich zu Kaffee und Croissant überredet...

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Name: 91-GR11-Kuriosum hinterm Stadtrand.jpg
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ID: 3035521
    Am Stadtrand

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    Age im Morgenlicht

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Name: 93-GR11-Unterwegs nach Vilallobent.jpg
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    Das fruchtbare Tal der Cerdanya

    Jetzt aber! Anfangs geht es recht zügig voran, dann wieder etwas schleppender. Eine Kuhherde mit ihrem Stier verstellen den Weg. Und umgefallene Bäume. Dann Regen. Kurze Pause. Weiter. Regen. Stoppen, Regensachen raus. Weiter. Regen hört auf... usw. Eine junge Frau mit Rucksack und Havaianas kommt mir entgegen. Schließlich gelange ich an den Coll Marcer, den ersten für heute, mit seinen fantastischen Aussichten. Da wo ich herkomme, Puigcerdà, tobt ein Unwetter. Wie froh bin ich, dass ich jetzt hier stehe!

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ID: 3035524
    Am Coll Marcer

    Kurz vorm zweiten Kamm dem Coll de la Creu de Meians ist dreimal ein Donnergrollen zu vernehmen, aber dabei bleibt es. Vorerst. Hinterm Coll geht die Suche nach dem Weg wieder los. Und obwohl ich früh schon unterwegs bin, zieht sich der Tag hin.

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ID: 3035525
    Am Coll de la Creu de Meians

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Name: 96-GR11-Unterwegs nach Dorria.jpg
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    Unterwegs nach Dorria

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ID: 3035527
    Ladies

    Erst gegen 14:30 Uhr komme ich in dem kleinen Bergdorf Dòrria an und lege auf der Bank neben der Kirche endlich eine Essenspause ein. Just, als meine Schuhe wieder feste geschnürt sind, höre ich in der Ferne erneutes Donnergrollen. Ich drehe mich herum Richtung Tal und blicke auf ein Gewitter, von dem ich weder weiß, woher es so schnell gekommen ist noch wohin es zieht.

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    Dorria

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Name: 99-GR11-Unwetter über Dorria.jpg
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    Gewitter aussitzen – diesmal im Trockenen!

    Ich bleibe, stelle Rucksack und mich unter und warte. Eine gute Entscheidung. Das Tal zieht sich zu und schallt nur so vor Donner. Es schüttet; diesmal bin ich immerhin im Trockenen!
    Um 16 Uhr tropfen die letzten Tropfen vom Himmel und ich lege den letzten Abschnitt bis zum Camping Can Fosses durch die nun dampfende und voll gesogene Natur zurück.
    Hier finde ich alles, was ich brauche: Zeltplatz, Dusche, Essen und Internet.

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  • FatmaG
    antwortet
    Di., 11.8. - 14. Tag : Vom Refugi de Malniu nach Puigcerdà[/FONT] (15 km, ↑120Hm ↓1110Hm)

    und mit einem ungewollten Schlenker nach Frankreich


    Am Morgen kommen auf der anderen Seite des Zauns die Kühe mit fröhlichem Gebimmel und Gemuhe schnellen Schrittes näher und wecken nach und nach selbst die Langschläfer auf der Zeltwiese. Der Stier hat einen Wahnsinns-Bariton und macht ein beeindruckendes Höllenspektakel. Gut, dass er auf der anderen Seite steht. Jedoch ein paar der Ladies haben es tatsächlich bis auf den Campingbereich geschafft und grasen genüßlich vor sich hin, bis sie von einem beherzten Spanier (oder ist es ein Katalane?) aus dem Grasparadies vertrieben werden. Aus die Maus, bzw. die Kuh.

    Nach einem herrlichen cafe amb llet geht es los. Vom Refugi aus lasse ich den Parkplatz liegen, laufe an der eingefassten Quelle vorbei und schnurstracks in den Wald hinein... bevor ich mich so richtig schön verfilze zwischen verblassten, fehlenden oder verschwundenen Wegmarkierungen. Erst einmal nachfragen, gracias; weitergehen und weitersuchen. Ganz klar ist das alles nicht, aber ich hangele mich plus minus durch den licht- und sonnendurchfluteten Wald an Kühen vorbei bis ich aus dem Wald trete und an einer Weide stehe, an der ein Fahrtweg entlangläuft. Die Richtung stimmt und so gehe ich dem Weg entlang, bis ich einen Wanderer sehe, der parallel zur staubigen Piste läuft. Der GR11!

    Der nächste Wegweiser zeigt quer über eine riesige Weide, an deren Ende man einen Weg in das nächste Waldstück hinein erahnt. Allerdings gönne ich mir zuvor noch eine Kaffee- und Saft-Pause an dem kleinen „Refugi de la Feixa“, das eher wie ein Imbissstand als wie ein Refugi wirkt.

    Der erst ebene dann abwärts führende Waldweg mündet abermals in eine Weidefläche, auf der eine riesige Kuh- und Pferdeherde liegt, steht, kaut und kackt, die von Tagestouristen umstellt, bewundert, kommentiert und fotografiert wird.

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Name: 85-GR11-Waldweg.jpg
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ID: 3035513
    Waldweg

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Name: 86-GR11-Kuh-Pferdeherde.jpg
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ID: 3035514
    Kühe soweit das Auge reicht. Pferde auch...

    Abermals suche ich mich blöde nach Wegmarkierungen und probiere schließlich aus, ob ich Empfang habe. Ich habe. Oke, da lang... Hätte ich wohl noch lange suchen können. Immer weiter und weiter geht es bergab ins Vall de Cerdanya. Drei junge Wanderer pausen und fragen, wie lange es denn noch sei bis „oben“...

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ID: 3035515
    Blick zurück

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Name: 88-GR11-und Blick ins Vall de Cerdanya.jpg
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ID: 3035516
    Das Vall de Cerdanya

    Endlich komme ich in Guils de Cerdanya an, das ich allerdings – den weiß-roten Zeichen folgend - zügig verlasse. Am Ortsausgang ist wieder alles unklar, ich folge einem Weg, sehe keine Markierungen mehr, kehre um, um mich zu vergewissern. Erneut zurück und dem Weg weiter folgen. Dennoch. Irgend etwas ist seltsam. Auch stimmen die GPS-Daten nicht mit der Wegführung überein; aber das muss ja nichts heißen... Noch ein kurzes Stück...

    Irgendwann stehe ich an einem verfallenen Weiler. Ein Schild in mehreren Sprachen sagt, dies sei „Saint-Pierre“, französisches Gebiet?! Ah bon?! Nach erneutem Überprüfen muss ich nun feststellen, dass diese „GR11“-Markierungen eigentlich die Markierungen für eine Schlechtwetter-Variante des GR107 ist...

    Ich suche (und finde), wie ich von hier am schnellsten wieder auf den GR11 stoße, ohne umzukehren und bald schon bin ich wieder „richtig“, obwohl es sich „falsch“ anfühlt: Der GR führt sehr ungemütlich an einer Nationalstraße entlang bis nach Saneja (Pause auf dem Campingplatz) und geradewegs in das nicht sehr einladende Industriegebiet von Puigcerdà, der Hauptstadt der Cerdanya.

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Name: 89-GR11-Landstraße nach Puigcerda.jpg
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ID: 3035517
    Landstraße nach Puigcerdà

    Der GR streift Puigcerdà lediglich, daher schlage ich mich Google-Maps folgend zum Zentrum durch und hoch – die Stadt liegt auf einer Kuppe. Oben angelangt stelle ich fest, dass der Campingplatz noch ein ganz schönes Stück außerhalb (und vor allem wieder unterhalb) liegt. Das hieße nun mehrfach wieder rauf und runter laufen. Und so tue ich mich extrem schwer mit der Entscheidung wo übernachten... Schließlich mache ich mich auf die Suche nach einem Hostal und bekomme, wie mir scheint, das letzte freie Zimmer in der Stadt, die zur Zeit ein Jazzfestival beherbergt. Glück gehabt!

    Nach der erfrischenden Dusche mache ich mich auf, da ich etwas Proviant kaufen möchte. Auch kann ich in der Bibliothek das Internet nutzen und mir die fehlenden Tracks für das Offline-Benutzen downloaden. Später suche ich in der brechend vollen Stadt einen freien Platz auf einer Terrasse und finde diesen schließlich unweit von meinem Hostal und neben dem Aufzug, der unentwegt Menschen vom tiefer gelegenen Viertel ins Zentrum bringt. Der Aperitif, die Tapas und vor allem das Telefonieren mit meinem Liebsten lassen den Tag schnell ausklingen. Zurück im Hostal falle ich in einen wohltuenden Schlaf. Meine Geräte laden derweil auf Hochtouren.

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Name: 90-GR11-Abenddämmerung mit Personenaufzug .jpg
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    Abendstimmung mit Personenaufzug in die Unterstadt...

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  • FatmaG
    antwortet
    Mo., 10.8. - 13. Tag : Von der Cabana dels Esparvers zum Refugi de Malniu (10.2 km, ↑621Hm ↓561Hm)

    Jetzt aber...

    Eine kalte Nacht. Brrr! Oft werde ich wach. Die feuchte Kälte ist mir bis in die Knochen gezogen. Auch steht das hastig aufgebaute Zelt nicht wirklich eben und ich rutsche immer mal wieder.
    Gegen 7 Uhr bin ich definitiv wach, werde aber erst um 10:30 losziehen, so dass meine Ausrüstung relativr trocken ist. Relativ. Die Schuhe sind feucht. Die Socken auch.
    Die beiden Spanierinnen sind schon längst fortgezogen, der Amerikaner liegt noch schlummernd in der Cabana.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 78-GR11-Junge, Junge!.jpg Ansichten: 0 Größe: 421,8 KB ID: 3034867
    Besuch am Morgen

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 79-GR11-Cabana dels Esparvers.jpg Ansichten: 0 Größe: 384,8 KB ID: 3034868
    Die Cabana dels Esparvers

    Schwer ist der Rucksack; kein Wunder, zwei sehr unruhige Nächte nagen an der Moral. Endlich, zirka 30 Minuten später, stehe ich da, wo ich gestern kehrtgemacht habe. Eine letzte sehr steile Steigung liegt noch vor mir. Ich keuche voran. Ein Mann kommt mir entgegen und feuert mich mit einem „venga“ an. Energielos zähle ich sogar die Schritte, bis ich endlich an dem sanft ansteigenden Grasstück stehe, das mich noch von der Portella d'Engorgs trennt.
    Der Himmel hinter mir sieht wieder gewittrig aus, ich schleppe mich hinauf und bin heilfroh, dass ich gestern nicht versucht habe, diese so ausgesetzten Passagen zum Pass zu gehen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 80-GR1-Portella d'Engorgs.jpg Ansichten: 0 Größe: 274,1 KB ID: 3034869
    An der Portella d'Engorgs

    Der Abstieg ist recht in Ordnung, die Aussichten hier gefallen mir. Geröll und Gestein, Seen, Pferde und Kühe. Gegen 14 Uhr komme ich an dem Refugi libre J. Folch i Girona an und lege eine Essenspause mit Blick auf die Cerdanya ein. Es zieht gerade ein Gewitter darüber. Bin ich froh, hier zu sitzen! Eine Stunde später gehe ich weiter. Der weitere Weg bis zum Refugi de Malniu ist wunderschön.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 81-GR11-Refugi J.Folch i Girona.jpg Ansichten: 0 Größe: 412,3 KB ID: 3034870
    Das Refugi libre J. Folch i Girona

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 82-GR11-Besuch.jpg Ansichten: 0 Größe: 207,6 KB ID: 3034871

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 83-GR11-Cerdanya.jpg Ansichten: 0 Größe: 232,3 KB ID: 3034872
    Gewitter über der Cerdanya

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 84-Um das Massiv des Puigpedros.jpg Ansichten: 0 Größe: 191,9 KB ID: 3034873
    Um das Massiv des Puigpedros

    Um 17 Uhr komme ich dort an, gönne mir einen heißen Milchkaffee gefolgt von einem kalten Zitronenbier, richte mein Zelt in der Biwakzone auf, dusche und gehe zum Abendessen, das ich bei meiner Ankunft noch reservieren konnte. Corona verpflichtet, jedes Grüppchen bekommt seinen eigenen Tisch und so bekomme ich einen kleinen Tisch nur für mich.
    Als ich wieder an der riesigen Zeltwiese stehe, hat sich tatsächlich eine Familie mit Schwiegermutter, Kleinkind, Hund und dem nötigen Geräuschpegel fast unmittelbar neben mir häuslich eingerichtet... Dem Erfinder der Ohrenstöpsel dankend lege ich mich hin und schlafe schnell ein.
    Zuletzt geändert von FatmaG; 07.04.2021, 13:04.

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  • Meer Berge
    antwortet
    Unsichtbare Bergfauna, Gewitter, herabrollende Steine ... da werden einige Erinnerungen wach ...
    Und auch bei deinen Bildern von den herrlichen Landschaften!
    Wie schön, dass du die Zeit findest weiterzuschreiben! Ich scrolle immer gespannt durch die Themen, ob ich etwas Neues von dir finde. Es ist so klasse mit dir mitzuwandern - und dabei auch meine eigenen Touren wieder zu erleben!
    Viele Grüße, Sylvia

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  • FatmaG
    antwortet
    So., 9.8. - 12. Tag : Vom Refugi Riu dels Orris Richtung Portella d'Engorgs und wieder zurück zur Cabana dels Esparvers (ES) (11.2 km↑500Hm ↓725Hm)



    Die Zeit kriecht im Schneckentempo voran. Zunächst bin ich aufgedreht, schreibe und lese, dann wird mir zusehends kalt, zum Glück habe ich meinen Schlafsack dabei und kann mich einhüllen. Müde döse ich mit dem Kopf auf dem Tisch sogar ein, bis mein Wecker klingelt.
    Zurück zum Zelt – es steht noch, logo – lege ich mich zum Aufwärmen nochmal kurz hin. Um 7:30 Uhr bin ich jedoch startklar, winke dem Finnen in der Ferne zu und ziehe weiter Richtung Spanien. Heute verlasse ich Andorra und seine charmante Bergfauna (deren Existenz noch unter Beweis zu stellen ist) 😈 wieder.

    Natürlich hätte ich mit ihm über diese Nachtaktion sprechen können, aber ich bevorzuge es, von dannen zu ziehen. Glorreich fühlt sich mein Rückzug in die Schutzhütte wirklich nicht an, auch wenn ich um nichts in der Welt im Zelt geblieben wäre.

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Name: 72-GR11-Auf zum Refugi de l'Illa.jpg
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ID: 3034552
    Unterwegs zum Refugi de l'Illa

    Auf dem Weg zum Refugi de l'Illa begegne ich noch anderen Campern. Und komme an einigen ziemlich gut aussehenden Schlafplätzen vorbei. Womöglich hätte ich überall besser geschlafen, als neben diesem Geröllhang...
    Das Refugi de l'Illa liegt fast schon am heutigen Col; tatsächlich bekomme ich sogar einen Kaffee und obendrein was zu essen, obwohl gerade Putzen und Herrichten für die nächsten Gäste angesagt ist. Ist es, weil ich so mitleiderregend aussehe?
    Beim Zahlen erkundige ich mich bei einem der beiden Refugi-Wärter noch nach der Wettervorhersage, erhalte jedoch nur eine sehr vage Auskunft. Das für gestern gemeldete Gewitter habe es ja auch gar nicht gegeben, heute eher kein Gewitter.

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Name: 73-GR11-Frühstücksgeselle.jpg
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ID: 3034553
    Gesellschaft zum Frühstück

    Der GR führt vom Refugi de l'Illa am Estany de l'Illa vorbei über den Col de l'Illa zurück nach Katalonien und hinunter ins Vall Civera hinein, wo ich mir am Talboden angekommen ein erfrischendes wohltuendes Fußbad gönne.
    Wo der Riu de Vallcivera in den Riu de la Llosa mündet kreuzt der GR11 den GR107, den Cami dels Bons Homes. Diesen sehr schönen Fernwanderweg bin ich 2012 gewandert und so lege ich neben der Cabana dels Esparvers eine kurze Mittagspause „in memoriam“ ein. Im Cicerone-Führer wird sie als rustikal beschrieben und das ist sie, eine grobe Steinkonstruktion ohne Fenster, einem sehr niedrigen engen Eingang, einem Kamin und einem groben Holzpodest auf dem staubigen Boden. Schlafen würde ich definitiv nicht hier...

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Name: 74-GR11-Am Coll de l'Illa und der Grenze nach Katalonien.jpg
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ID: 3034554
    Am Coll de l'Illa an der Grenze zu Katalonien

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Name: 75-GR11-Auf zum Pla de Vallcivera.jpg
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ID: 3034555
    Zum Pla de Vallcivera

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Name: 76-GR11-Kurz vorm Wetterumschwung.jpg
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ID: 3034556
    Kurz vorm Wetterumschwung

    Ein ganz kurzes Stück laufe ich meinen Weg von 2012 nun rückwärts, dann biegt der GR11 rechts ab, überquert den Riu d'Engaït und schwingt sich in Kurven hinauf Richtung Porteilla d'Engorgs. Es sind ca 700 Höhenmeter, ungefähr die Hälfte liegt hinter mir, als ich auf einem kurzen etwas flacheren Gelände ankomme. Wo genau ich bin, kann ich leider nicht sagen, denn diese Etappe habe ich irgendwie nicht im Off-Line-Modus geladen und Netz gibt es hier nicht. Ich blicke mich um und zurück. Über Andorra sah der Himmel schon seit längerem recht dunkel aus, nun hat es sich zügig zugezogen, schneller als erwartet zieht ein Gewitter in der Ferne auf und hierher. Erste dicke Regentropfen fallen, drei junge Menschen hasten an mir vorbei Richtung Tal.

    Definitiv nicht der richtige Moment, um noch einmal ca. eine Stunden höher zu steigen bis zum Kamm... Also warte ich erst einmal ab und hoffe, dass das Gewitter abdreht.

    Das tut es nicht, sondern kommt nah und näher. Hagel, Donner, Blitz. Ich kauere mich winzig klein hin. Es dauert eine Ewigkeit. Dann wird es ruhiger, ich richte mich zum Entkrampfen auf, schon rollt das nächste an und das Spiel beginnt von vorne. Es wird mir kalt. Außerdem schreitet die Zeit voran. Irgendwas muss passieren. Könnte ich zumindest hier irgendwo mein Zelt aufschlagen? Ich müsste dringend aus den klatschnassen Kleidern raus und mich aufwärmen. Die Suche und Versuche bleiben erfolglos. Entweder zu schräg oder zu nass. Ich muss was tun! Packe wieder die halbausgepackten Sachen ein und schultere meinen Rucksack. Wenn es jetzt nicht mehr donnert, gehe ich... Donner. Donner.
    Genug!
    Ich steige (frustriert, aber entschieden) ins Tal. Es ist 18 Uhr, ich habe schon viel zu viele Stunden hier gewartet, geheult, gehockt. Rein in die rustikale Cabana – ich erschrecke eine der Spanierinnen, die dort hocken, zu Tode. Ich friere, jedoch hier drinnen ist es recht warm. Im Halbdunkel versuche ich, mich umzuziehen, meine nassen Kleider auszuziehen und irgendwie aufzuhängen an den Steinwänden. Nicht einfach, denn die kleine Hütte ist voll mit den drei Personen, die ihre Sachen auch schon überall verstaut haben und nicht wirklich auf Seite rücken, um mir ein wenig Platz zu machen. Ungeschickt fällt mir zu allem Unglück ständig was auf den staubigen Boden. (Das Ausmass der „Katastrophe“ werde ich zum Glück erst am nächsten Morgen feststellen).

    Die drei, zwei Spanierinnen und ein US Amerikaner rücken schließlich ein wenig auf Seite, versuchen, mich ins Gespräch zu ziehen, jedoch ist mir nicht danach und ich antworte nur sehr einsilbig. Schließlich, es regnet kaum noch, baue ich vor der Hütte mein Zelt auf, krieche hinein und schlafe erschöpft fast sofort ein...

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Name: 77-GR11-Unwetter.jpg
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ID: 3034557
    Hatte ich erwähnt, dass ich vor Gewitter im Freien eine Riesenangst habe?

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  • FatmaG
    antwortet
    Sa., 8.8. - 11. Tag : Vom Coll d'Ordino zum Refugi Riu dels Orris (18.4 km, ↑1130Hm ↓883Hm)


    Nach einer erholsamen Nacht sitze ich mit einem Milchkaffee kurz vor Acht auf der Terrasse und warte auf das Taxi, das ich am Abend zuvor vorsorglich bestellt hatte. Der Pragmatismus ist dem Purismus schon längst gewichen und für läppische 25€ lässt mich der Taxifahrer keine 20 Minuten später am Coll d'Ordino raus.


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Name: 65-GR11-Pfadfinder.jpg
Ansichten: 312
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ID: 3034539
    Pfadfinderlager


    Unweit vom Coll geht es quer durch ein Pfadfinderlager, das an einem sehr idyllischen Plätzchen mitten auf dem GR aufgeschlagen wurde und sehr angenehm ins Tal und nach Encamp hinein. Im Touristenbüro kaufe ich ein Notizheft und erkundige mich nach dem Wetter, da die Wettervorhersagen von Gewitter in den nächsten Tagen sprachen. Aus den nächsten Tagen werden die nächsten Stunden, „tormentitas de verano“ seien nun schon heute zwischen 15 und 17 Uhr gemeldet. Noch ein Brot kaufen, einen Kaffee trinken, mit ein paar „Einheimischen“ plaudern (Belgien sei ja so schwer getroffen... ), dann aus der Stadt heraus und durch waldige Wege hinauf zum Estany d'Engolasters, wo es von Tagestouristen nur so wimmelt.



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Name: 66-GR11-Encamp.jpg
Ansichten: 291
Größe: 298,8 KB
ID: 3034540
    Nach Encamp


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Name: 67-GR11-Idylle am Estany d'Engolasters.jpg
Ansichten: 289
Größe: 422,7 KB
ID: 3034541
    Idylle am Estany d'Engolasters


    Der Weg ist wirklich sehr angenehm und lädt zum Sonntagsspaziergang geradezu ein. Ein Mirador mit vielen Holzstufen und Sicht auf „Andorra la Veilla“, ein Fußgängertunnel, einige Brunnen und ein mit Polizeiband gesperrte Picknickhütte sorgen für Abwechslung. Am Coll de Jovell betrachte ich interessiert den Wegweiser, der eine alternative Streckenführung beschreibt und hadere. Zwei Wanderer empfehlen mir die obere Variante und so wähle ich den „luftigeren“ Weg, bleibe fast konstant auf derselben Höhe bis zur Selbstversorgerhütte, dem Refugi de Fontverd, und spare mir den Abstieg.


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Name: 68-GR11-über dem Vall Madriu.jpg
Ansichten: 296
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ID: 3034542
    Hoch über dem Vall Madriu


    Das Refugi ist wunderschön im Fontverd gelegen und so verweile ich eine ganze Zeit dort, betrachte Menschengrüppchen, die kommen und gehen, die Landschaft, dieWolken, die sich grau- dunkelgrau-schwarz am Horizont bilden.
    Mit einem Finnen tausche ich einige Worte aus, er ist mit seiner katalanischen jugendlichen Tochter unterwegs, und auch sie möchten heute am nächsten Refugi (del Riu dels Orris) übernachten.
    Der Hund eines Grüppchens will mir im wahrsten Sinne des Wortes an die Wurst – ich weiß sie aber erfolgreich zu verteidigen, meine leckere Trockenwurst! Als der Hund weg ist, kommt eine Familie mit kleinen Kindern an. Natürlich habe ich nichts gegen Kinder, immerhin habe ich mein halbes Leben lang Kindertheater gemacht, aber bevor sie eine Eidechse gefangen bekommen (zu welchem Zweck auch immer), ziehe ich weiter.

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Name: 69-GR11-Fontverd.jpg
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ID: 3034543
    paradiesisches Fontverd


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Name: 70-GR11-Riu Madriu.jpg
Ansichten: 281
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ID: 3034544
    Riu Madriu


    Das Vall de Madriu ist Weltkulturerbe der Unesco. Und der Name ist Programm. Es ist wirklich wunderschön. Das finden auch die Bremsen, die mich immer mal wieder gerade dann attackieren, wenn ich mich bewundernd umsehen möchte. Mistviecher, elende! Kurz nach der Weidefläche Pla de l'Ingla komme ich an mein Ziel, das Refugi Riu dels Orris. Das Zelt des Finnen und seiner Tochter steht rechts über den Bach rüber. Wir wechseln noch einige Worte, dann baue ich in respektierlichem Abstand mein Zelt etwas oberhalb des Refugis auf der linken Seite auf. Nach einigen argwöhnischen Blicken auf den Himmel lege ich mich schließlich schlafen. Zumindest bis ca. 2:30 Uhr.


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Name: 71-GR11-Refugi del Riu dels Orris.jpg
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ID: 3034545
    Am Refugi del Riu dels Orris


    Tausend Geräusche rauben mir den Schlaf. Tierschritte, rollende Steine, ein blökendes Schaf, wieder Schritte in den Steinen direkt neben mir, Knirschen, Knistern.
    Plötzlich Licht! Die Taschenlampe der Nachbarn, die die Umgebung ihres Zeltes abgrast, gibt mir den Rest! Ich stehe auf, greife schnell nach ein paar Utensilien und suche „Schutz“ in der Hütte...

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  • FatmaG
    antwortet
    Fr., 7.8. - 10. Tag : Vom Coll de Les Cases über den Camping Ansalonga zum Coll d'Ordino (11 km, ↑633Hm ↓608Hm)

    und Autostopp wieder zurück zum Camping!


    Tatsächlich habe ich diese Nacht erstaunlich gut geschlafen! So komme ich auch früh aus den Federn und aus den „Pötten“. Der Weg durch den sonnendurchfluteten Wald ist angenehm; dennoch melden sich meine Knie und erinnern mich unangenehm daran, dass sie gedehnt werden möchten – und zwar regelmäßig!

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Name: 61-GR11-Val d'Ordino.jpg
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ID: 3034531
    Val d'Ordino

    Die erste Enttäuschung empfängt mich in Arans: Alles ist zu! Dabei hatte ich mich so sehr auf den Milchkaffee gefreut... Die Eingangstüre zum Apartment-Hotel steht offen, Hoffnung kommt auf. Ich trete ein, klopfe, rufe, nichts! Fast hätte ich schon die sanitären Anlagen aufgesucht, jedoch schreckt mich die krächzende Stimme eines Papageien auf und weg. (Ich bin einfach nicht frech genug!). Egal, weiter.

    Der GR11 führt am Ausgang des kleinen Städtchens nach rechts auf einen Fußpfad. Jedoch steht dort ein Schild, das ich zweifelnd betrachte und versuche, mir einen Reim daraus zu machen, was dort auf Katalanisch geschrieben steht?! Irgendwann klingelt es: Dies ist tatsächlich ein Einbahnschild – und zwar für Fußgänger!!!
    Auf dem kurzen Weg entlang der Straße nach La Cortinada wird mir allmählich klar, dass alle Fußwege und Bürgersteige Einbahn sind. Corona läßt grüßen! Das kann ja heiter werden...


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ID: 3034532
    Einbahnpfad!

    In La Cortinada gibt es immerhin geöffnete Einkehrmöglichkeiten und gleich auf der Terrasse des ersten Hotels lasse ich mich nieder und frühstücke ausgedehnt. Mein ursprünglicher Plan war es, heute einen kürzeren Tag bis zum Camping Ansalonga zurückzulegen, dh dem GR11 bis oberhalb von Ordino zu folgen und dann über die Straße ein Stück dorthin zurückzulaufen. Jetzt setze ich ihn sozusagen von der anderen Seite um, und gehe ganz brav die Straße entlang, auf der ich Null Komma nichts und viel schneller noch als gedacht an der Rezeption des Platzes stehe.

    Auf einem der vielen Hinweisschilder steht etwas von Autobushaltestelle „Coll d'Ordino“ und mein Plan ist schnell gefasst: Der Tag war viel zu kurz – auch für einen kurzen Tag – ich baue in einer Windeseile mein Zelt auf, laufe fast bis Ordino und durch das hübsche Städtchen durch, suche und finde den GR11 und lege noch ein paar Höhenmeter bis zum Coll d'Ordino zurück. Vorbei an einem „Pool“, einem riesigen angelegten Regenwasserauffangbecken, aus dem gerade ein noch Halbnackedei entstiegen ist, an ein paar sehr leckeren Quellen, ein paar Senioren und einer Familie vorbei. Ohne Gepäck ist das alles eine wahre Freude!!!

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    Ordino

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    Coll d'Ordino


    Am Coll inspiziere ich erst einmal die schönen Aussichten um mich herum, dann suche ich an der Passstraße nach der angekündigten Haltestelle. Mmmh, ich kann nichts entdecken. Einfach mal warten? Ich bleibe an der Straße, stehe rum, beobachte die Tagesausflügler, die aus ihren Autos einsteigen, drei Schritte machen, wieder in ihre Autos einsteigen. Der Bus ist eigentlich überfällig?! Soll ich Autostopp machen?

    Schließlich spreche ich ein Paar mit Hund an, das gerade ankommt. Natürlich sind sie auch Touristen und wissen nicht, ob es einen Bus gibt. Aber sie können mich mitnehmen und in Ordino absetzen, nachdem sie erst ein paar Runden mit ihrem Hund gedreht haben. Fotos machen.
    Nach zirka 20 Minuten sind sie wieder da, ich darf neben Rita (so heißt der Hund) Platz nehmen und fahre mit Michaela und ihrem Mann ins Tal.

    Im Bus nach Ansalonga, in den ich fast sofort springe, erfahre ich von dem freundlichen Busfahrer, dass die Haltestelle „Coll d'Ordino“ sich am letzten Hotel des Ortes befindet, welches zwar schon weit außerhalb, nicht jedoch am Coll liegt... Da hätte ich warten können, bis ich schwarz werde. Naja, dazu hat es nicht gereicht, wohl aber zu einem fetten Sonnenbrand, den ich mir eingehandelt habe.

    Es folgt das Pflegeprogramm: Erst ich, dann die Wäsche (sie dreht sogar zwei Extra-Touren, da die Ladetüre sich einfach nicht öffnen will und ein Mitarbeiter nochmal eine Münze einwirft); schließlich Schwimmbad. Und zu allerletzt Aperitif und Knabbereinen statt Abendbrot.

    Wie komme ich morgen früh zum Coll d'Ordino?
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  • Nicki
    antwortet
    Hallo Fatma,
    schön - wieder ein Bericht von dir.
    Mit Bären hatte ich zum Glück keinen Kontakt.
    Meine Tour fiel letztes Jahr Corona bedingt aus- mal schauen wie es diesen Sommer wird.
    LG Folko

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  • FatmaG
    antwortet
    Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Wieder bekanntes und neues. Von der Pla de Boet über den Baiau-Pass bin ich auch gestiegen - und hätte hier wegen Muskelproblemen fast abgebrochen. Ich hatte auf der Pla de Boet gezeltet. Auf dem Pass erzählte mir ein Einheimischer, dass dort unten gerade ein paar Bären unterwegs wären ... Ups. Ich habe sie nicht getroffen.
    Über Comapedrosa bin ich dann nach El Serrat abgestiegen.
    Ja, ich habe genauso mitgefiebert bei Deinen Berichten - die ich zum Teil VOR zum Teil NACH meinen eigenen Wanderungen gelesen habe.
    Das mit den Bären passiert bei Dir häufiger, oder? Ich denke da an die Nacht an der Fuen Blanca 😎😈...
    (Jedoch bin ich ehrlich gesagt heilfroh, dass mir im Vorfeld niemand von Bären an ganz bestimmten Orten gesprochen hat - ich hätte wohl noch schlechter geschlafen...)


    Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Ich finde es auch immer wieder schön, andere auf Wegen zu begleiten, die ich selbst schon gewandert bin. Dein Weg wird meinen immer wieder einmal kreuzen, denke ich.
    Wer weiß, irgendwann ist es soweit und wir treffen uns tatsächlich dort unten? (bzw. "oben").
    Allerdings laufe ich ja bisher immer den Markierungen hinterher, Du jedoch querfeldein...

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  • Meer Berge
    antwortet
    Ach wie schön!
    Ich hatte die letzten Tage schon immer mal reingeschaut und auf deine Fortsetzung gewartet ...
    Wieder bekanntes und neues. Von der Pla de Boet über den Baiau-Pass bin ich auch gestiegen - und hätte hier wegen Muskelproblemen fast abgebrochen. Ich hatte auf der Pla de Boet gezeltet. Auf dem Pass erzählte mir ein Einheimischer, dass dort unten gerade ein paar Bären unterwegs wären ... Ups. Ich habe sie nicht getroffen.
    Über Comapedrosa bin ich dann nach El Serrat abgestiegen.
    Ach, herrlich, ich bin richtig mit dir unterwegs!
    Viele Grüße, Sylvia

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  • FatmaG
    antwortet
    Do., 6.8. - 9. Tag : Vom Refugi de Baiau zum Coll de Les Cases (Andorra) (11,9 km, ↑810Hm ↓1372Hm)


    Über die Portella de Baiau nach Andorra



    Ein meiner Nacht entsprechend später Start. Dennoch treffe ich die beiden Männer noch am See an, auch sie packen gerade ihre Sachen. Kanadier. Der eine zeigt mir die Richtung an, zum Glück, denn ich wäre womöglich – unausgeschlafen wie ich bin – einem anderen Wanderer in eine völlig falsche Richtung gefolgt. Dennoch ist es recht „tricky“, den Weg zu finden. Auch die Boulderfelder, die ich sonst sehr mag, stolpere ich heute morgen entlang. Das verspricht ja einiges! Erstaunlicherweise komme ich immer mal wieder noch an Kühen vorbei, die hier auch ihr Glück suchen. Noch mehr Steinblöcke und Geröll, wenig Markierung, ein paar Steinmännchen und dann der Blick auf die Scharte, die wirklich sehr steil wirkt. Ich schwitze Blut und (vor allem) Wasser: Das lose, sich bei jedem Schritt bewegende Geröll bei der Steillage ist alles, was ich hasse und ich bin extrem „alert“.


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    Der Estany de Baiau



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    Schotter und noch mehr Schotter



    Oben angekommen muss mir ein Stoßgebet entwichen sein; zumindest fühle ich mich so. Halleluja! Ich bin heilfroh, dass ich diese Strecke hinauf und nicht hinab musste und frühstücke hier mit einem halben Bein in Katalonien und einem halben in Andorra, das vor mir liegt. Kurz bevor ich starten möchte, kommt einer der Wanderer von gestern, ein Baske, an, ebenfalls froh, an der Portella angelangt zu sein.



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    Blick zurück auf die Estanys de Baiau (und ihre Biwakschachtel)




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    und nach vorne auf den Estany Negre und Andorra



    Der Weg talabwärts ist wunderschön, am Estany Negre entlang und bis in die „hanging valley“ vom Riu de Pedrosa hinein und geradewegs zum Refugi de Comapedrosa. Auf dem Weg dorthin habe ich schon unzählige Male „bon dia“ gewünscht, hier in dieser Gegend von Andorra sind sehr viele Touristen und Wanderer unterwegs. Und weiter geht es, immer weiter bergab. Ein kühlendes Fussbad wird fällig – der Riu de Pedrosa ist einfach zu frohlockend. Bis ich endlich in Arinsal an dem Straßentunnel angelange, durch den der GR11 führt, habe ich etliche abgestiegene Höhenmeter in den Knochen und Knien.




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    Estany Negre




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    Das „hängende Tal“ von Comapedrosa



    Im Ort werde ich erst einmal Einkäufe erledigen, ausgiebigst einkehren und erst gegen 18 Uhr in der sich etwas abgekühlteren Luft weiterwandern. Bis zum Coll de les Cases führt der GR steil hoch durch den Wald. Oben lichtet er sich und gibt einen perfekten Schlafplatz preis. Just als mein Zelt stehe und ich mich schon hinein verkrochen habe, kommt noch ein später Jogger hier am Kamm an, misst seinen Puls und zieht – zum Glück – dann wieder ab. Ich hatte nicht mehr mit späten Gästen gerechnet, mein Zelt steht ziemlich mitten auf der Lichtung.


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    I]Arinsal[/I]



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    Coll de les Cases

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  • FatmaG
    antwortet
    Mi., 5.8. - 8. Tag : Von Àreu zum Refugi de Baiau (15.8 km, ↑1370Hm ↓90Hm)


    Die Dusche am Morgen tut gut. Und dann ist auch noch die Bar geöffnet. Café con leche macht glücklich, und so ziehe ich beseelt die lange staubige Piste entlang. Selbst der viele von den Jeeps aufgewirbelte Staub, den ich schlucke, kann daran erst einmal nichts ändern. Später geht es durch Wald bis zum Pla de la Selva, wo ich an einem, eine Familie an einem anderen Picknicktisch sitzen. Eines der Kinder, ein zirka 10-Jähriger packt schüchtern sein Französisch aus und wir plauschen halb Französisch, halb Spanisch mit etwas Englisch gespickt.



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    Der Wald führt sich fort bis zum Pla de Boet, einer weiten Talebene mit grasenden Kühen und kreuz und quer laufenden Tageswanderern, die die Jeeps hier abgeworfen haben oder die es selber gewagt haben, ihren PKW über die ausgefahrenen Fahrrillen bis hierher zu manövrieren.



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    Pla de Boet



    Schön ist es hier. Und ich verzettele mich erst einmal ganz gewaltig; suche mich dumm nach der Quelle, auf die ein paar ältere Damen mich schließlich aufmerksam machen; folge den falschen Markierungen – zum Glück jedoch nur ganz kurz. Und nehme mir dann endlich die Zeit, mich zu orientieren, mir die Karte anzusehen, um den rechten Weg schließlich einzuschlagen...

    Es geht nun stetig höher ins Gebirge hinein. Irgendwann erscheint winzigklein in dem Grau die Biwakschachtel, die mein Tagesziel sein soll.



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    Erster Blick auf das Refugi Josep Maria Montfort und auf die Portella de Baiau


    Ein wunderschöner See läßt mich kurz hadern, aber nur kurz. Dieses Konstrukt zieht mich wie magisch an. Und sie sieht auch fabelhaft aus, sowohl von außen als auch von innen. Leider jedoch riecht es etwas modrig-müffelig, weshalb ich – ohne Gepäck – umherstreife, um mir einen passenden Schlafplatz in der Nähe zu suchen. Nach einiger Zeit – ich bin immer so unentschlossen – gehe ich mein Gepäck holen. Eine Spanierin ist innen. Nachts sei es hier auf über 2500 Meter zu kalt, um draußen zu übernachten. Dennoch gehe ich mit Gepäck zu meinem auserkorenen Platz, richte mich ein, sehe am See unter mir 2 Männer sich in einem der Steinkreise einrichten und gehe wieder zur Schachtel. Wasser für Katzenwäsche unterhalb holen und den Sonnenuntergang mit den anderen Wanderern, die mittlerweile am Refugi de Baiau eingetroffen sind, erleben. Dann gehe ich zurück und lege mich hin. Obwohl mir anfangs wohlig warm ist, wird es mir in der Tat in der Nacht irgendwann richtig kalt. Da helfen auch alle Schichten nicht. Ich schlafe grottig.




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    Das Refugi de Baiau...


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    ... auch Refugi Josep Maria Montfort genannt

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  • FatmaG
    antwortet
    Di., 4.8. - 7. Tag : Vom Camping Serra LLadorre nach Àreu (22.3 km, ↑1375Hm ↓1130Hm)


    Nach einer frühen und frischen morgendlichen Dusche ziehe ich auf der Landstraße los in Richtung Tavascan. An der Abzweigung entscheide ich mich für den kleinen Umweg über Aineto. Ab dem kleinen hübschen Weiler geht es wieder auf den GR11. Eigentlich hätte ich ab dem Campingplatz einen direkten Wanderweg wählen können, wollte jedoch über Tavascan laufen und mir dort einen café con leche genehmigen. Den gibt es halt nicht alle Tage...


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    Aineto


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    Tavascan



    Das Frühstück ist lecker, der Umweg lohnte sich. Gestärkt geht es nun steil, sehr steil auf der anderen Talseite wieder hinauf. Durch Birken und Haselnusssträucher. An ein paar – damit hatte ich gar nicht gerechnet – ausgesetzteren Passagen entlang. Eine der Passagen ist mit Drahtseil gesichert. Ein „Entgegenkommer“, mit dem ich kurz austausche. Ob ich Fragen zum Weg habe. Euh... (Wenn man mich so direkt fragt, fällt mir oft gar nicht sofort was ein...). Auf der „Kuppe“ angekommen schlängelt sich der Weg nun angenehm weiter am Berghang entlang bis Boldis Sobirà, das verschlafen in der Hitze liegt. Der direkte Weg hätte mich vom Camping gleich bis hierher geführt.




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    Drahtseilakt


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    Nach Boldis Sobirà

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    Ab hier geht es zunächst meist über Feldwege und verstaubte Fahrwege sehr moderat ansteigend Richtung Coll de Tudela. Zum Glück gibt es immer mal wieder Schatten, die Hitze ist drückend. Kurz bevor der letzten Passage, die wieder richtig schön steil an Höhenmetern gewinnt, kommt mir ein Paar entgegen. Wir kommen ins Gespräch. Er hat meine „belgisch“ Wasserflasche erkannt ;) Die beiden sind heute morgen in Baiau gestartet, waren in Àreu schwimmen und wollen bis Tavascan (oder weiter?) gelangen. Das wird ihnen ohne Weiteres gelingen, so schnell sind sie...


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    Raser und Renner



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    Coll de Tudela


    Steile Bergstiege in der Hitze sind eine Qual; endlich bin ich irgendwann am Coll de Tudela angekommen. Auf der anderen Seite geht es gleich in dichten Wald. Auch beim recht steilen Abstieg treffe ich immer wieder auf Wanderer; mit dem letzten tausche ich kurz aus, als ein Mountainbiker in einem Höllentempo über den GR an uns vorbeiprescht...



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    Steil hinab nach Àreu




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    An den Bordes de Costuix




    Àreu und seinen Camping erreiche ich am frühen Abend, bis das Zelt steht und ich ungeduscht im Dorf stehe, ist es kurz nach 20 Uhr. Der Dorfladen... ist zu! Ich solle an der Hotelbar fragen, sie würden mich wohl kurz in den Laden lassen. Jedoch: Nichts zu machen, weder bitten und betteln, noch fluchen und zetern. Zu ist zu. Völlig angenervt rausche ich ab... Und ein wenig gestresst – denn ich hatte sehr fest damit gerechnet hier heute meine Reserven für die nächsten zwei Tage auffüllen zu können.

    Zum Glück gibt es ja bekanntlich nie Probleme, sondern immer nur Lösungen. Das Bistro vom Camping versorgt mich abends nicht nur mit einer (Tiefkühl-) Pizza, sondern sie schmieren mir vorsorglich 2 große Doppelschnitten Brot. Damit müsste ich bis Donnerstagmittag überleben.

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  • Sirena
    antwortet
    Danke, dass du trotz der technischen Probleme nicht aufgibst. Freue mich auf die Fortsetzung 👍

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  • FatmaG
    antwortet
    Mo., 3.8. - 6. Tag : Von La Guingueta d'Àneu zum Camping Serra LLadorre (22,3 km, ↑1868Hm ↓1820Hm)


    Im Cicerone Wanderführer, den ich als Kindle-Buch dabei habe, wird die heute anstehende Etappe bis Estaon als kurz, aber heftig beschrieben, da sowohl Auf- als auch Abstieg sehr steil seien. Es wird ein früher Start empfohlen. Und so bin ich tatsächlich recht früh unterwegs, um vor der bulligen Nachmittagshitze so weit wie möglich gekommen zu sein.


    Nachdem der Weg erst entlang des Stausees führt und vorbei an einer ehemaligen Schießscharte, die zu der unter Franco errichteten Verteidigungslinie gehörte, steigt er recht zügig auf bis in das Dörfchen Dorve. Über dieses heißt es im Rother, einige Häuser seien nach der Landflucht mittlerweile wieder bewohnt und das Dorf warte auf Anschluss ans Stromnetz und Wasserleitungen. Bei meinem Besuch wirkt es dennoch wie ein Geisterdorf, faszinierend und gruselig zugleich. Keine Menschenseele zu sehen, lediglich ein paar frischbepflanzte Blumentöpfe zwischen den halbverfallenen Häusern zeugen von menschlichem Leben. Und natürlich der Brunnen, der wunderbar frisches Quellwasser spendet. Übrigens gibt es an der Kirche eine winzige Grasterrasse, die auch ein Zelt bestens aufnehmen könnte. Dann wäre das Gruseln perfekt, unter den Blumen ruhen sehr wahrscheinlich ein paar Generationen von Dorfbewohnern …



    Schießscharte aus Francos Vermächtnis


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    Dorve


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    Dorve


    Der weitere Weg, steil aber schön, führt mich zügig auf einen perfekten Frühstücksplatz hoch über Dorve. Glücklich sitze ich hier, blicke in die Ferne und stelle fest, dass ich einfach nur glücklich bin. Ich bleibe noch eine Zeitlang sitzen, betrachte die Landschaft, das unter mir liegende Tal der Noguera Pallaresa, die Encantats (dieser kuriose „Zwillingsberg“ mit Doppelspitze) am Rande des Nationalparks, ein Paar mit Hund und einen sportlichen Trailer in der Ferne, bevor ich mich wieder aufmache. Kurz nach Erreichen der Kammhöhe an der Collada de la Serra führt der GR11 in dichten schattenspendenden Wald hinein.


    Lange Zeit geht es nun im Wald steil bergauf, immer mal wieder bilde ich mir tatsächlich ein, Stimmen zu hören, obwohl ich mutterseelenallein hier herumlaufe... Urplötzlich tauchen sie dann doch vor mir auf, die Stimmen, und zwar in Form einer fröhlichen Pfadfindergruppe, die mir entgegenkommt und den Berg heruntereilt. Genauer gesagt führen die Leiter mit den fitten Jungs die Gruppe an, dicht gefolgt von den fitten Mädchen. Einige Zeit später kreuze ich in Schüben das „Mittelfeld“. Sehr viel später kommen mir die Nachzügler entgegen, ein paar träge pummelige Mädchen, ein unglücklich aussehender vorpubertierender Jugendlicher mit einem Kuscheltier am Rucksack und ein Leiter, der den Trupp abschließt.


    Am Coll lo Caubo blicke ich noch ein letztes Mal auf die Encantats und beginne den langen und wie versprochen steilen Abstieg nach Estaon. Unterwegs treffe ich eine junge Französin, die alleine wandert und genauso wie ich Zeit und Lust hat, ein paar Worte zu wechseln.

    Heute geht es wahrlich durch Ginsterfelder; was dem Baskenland sein Farn, ist hier der Ginster. Und stechender Wacholder. Während ich mich mehr oder weniger vorsichtig da durch bewege, fegen zwei junge Spanier an mir vorbei.


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    Blick auf Estaon


    Als ich am Refugi von Estaon ankomme, sitzen sie und ein weiterer Wanderer davor. Dieser ist Baske und ebenfalls auf dem GR11 unterwegs, jedoch vom Mittelmeer zum Atlantik. Jetzt, da ich wieder auf dem offiziellen Weg bin, werde ich mehr Wanderer treffen...


    Gegen 15 Uhr nehme ein sehr leckeres und sehr üppiges spätes Mittagessen ein, mittlerweile hat die Hüttenwirtin Besuch von eine paar jungen Dorfbewohnern erhalten. Ich erhalte ein paar gutgemeinte Ratschläge für den weiteren Weg und mache mich in der bulligen Nachmittagssonne auf. Mein Plan: am Coll de Joug schlafen.

    Sehr angenehm verläuft der GR zunächst entlang eines Baches im Schatten bis zu den Bordas de Nibros, einem wirklich verlassenen Dorf, dann steigt es steil und sonnig hoch bis zum Kamm, wo mich Schatten und eisiger Wind erwarten. Das mit dem Übernachten hier wird keine, ich finde bestimmt unterwegs ein lauschigeres Plätzchen.

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    Zum Coll de Joug


    Njet. Keine der möglichen Stellen überzeugt mich wirklich und so stehe ich irgendwann in Lleret, wo mich ein bellender, alt und krank aussehender Hirtenhund empfängt. Es ist 20:30 Uhr. Der GR-Wegweiser meldet 1 Stunde 30 Minuten nach Tavascan. Lladorre im Tal ist laut Schild in 25 Minuten erreicht. Die Entscheidung ist schnell getroffen: auf nach Lladorre und seinem Campingplatz. Dem Wanderweg mehr oder weniger folgend komme ich dort tatsächlich gegen 21 Uhr an, baue in der Dämmerung mein Zelt auf, trinke noch ein Bier, knabbere dazu Chips als Abendbrot und lege mich sofort schlafen.
    Zuletzt geändert von FatmaG; 18.03.2021, 23:13.

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