[ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

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  • whale
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    • 13.09.2014
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    • Meine Reisen

    [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

    Tourentyp
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    Mitreisende
    Diesmal klappt’s! Ich wollte schon im letzten Sommer in die Pyrenäen. Damals haben leider starke Gewitter in München und daraus resultierende Annullierungen der Flüge ein so großes Chaos verursacht, dass mein Rucksack mit der Wanderausrüstung irgendwo ein paar Tage ohne mich Urlaub gemacht hat. Als ich ihn wiederbekam war ich mental nicht mehr auf meine erste Entdeckung der Pyrenäen eingestellt und bin damals stattdessen spontan eine Woche durch die gewittrigen Alpen geirrt.



    Land: Spanien/Frankreich
    Reisezeitraum: Juli 2019
    Dauer: 15 Tage (davon 12 Wandertage)


    Montag, 1.7.2019
    Anreise nach Toulouse

    Dieses Jahr läuft es besser. Es gibt wieder Gewitter am Umsteigeflughafen München, aber mein Flug findet statt, wenn auch zunehmend mit Verspätung angekündigt. Ich bin entspannt, weil ich durch den diesmal gebuchten Flug (sonst fliege ich oft stand-by) eine sehr gute Chance habe mitzukommen und am späten Abend in Toulouse zu landen. Vermutlich genieße ich auch nur deshalb den Service in München am Gate abgeholt und über das Rollfeld zur nächsten Maschine gefahren zu werden. Sonst wäre der Flug nämlich weg gewesen und ich hätte in München schlafen müssen. Eine Nacht am Flughafen war ja eh geplant, aber eben lieber schon in Frankreich.


    schlechtes Wetter in München



    Sonderfahrt über das Rollfeld


    Ich lande um 23:30 Uhr in Toulouse. Mein Rucksack ist beim Transfer in München trotz der Ikea-Tasche ziemlich nass geworden und ich lerne, dass das Mikrofaserhandtuch auch in einen wasserdichten Sack gehört. So wringe ich es am Waschbecken aus, putze dann gleich Zähne und versuche einen Platz zum Schlafen zu finden. Ich las vorher, dass Toulouse dafür ein guter Flughafen sei. Das hat sich anscheinend geändert. Das Terminal ist absolut unfreundlich eingerichtet und total überheizt. Nachdem ich das gesamte Terminal auf beiden Stockwerken abgelaufen und inzwischen ziemlich erschöpft bin, entscheide ich, dass der Kunstrasen unter einer Rolltreppe noch der beste Platz ist, um zu versuchen ein paar Stunden zu schlafen.


    der beste Platz, den ich gefunden habe
    Zuletzt geändert von whale; 21.04.2020, 13:57. Grund: geotagging

  • whale
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    • 13.09.2014
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    #2
    AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

    Dienstag, 2.7.2019
    Toulouse - Cauterets - Lac de Gaube - Refuge des Oulettes de Gaube
    8 km, aufwärts 680 hm, abwärts 10 hm

    Ich stehe um 5 Uhr endgültig auf. Ich war mehrfach wach, weil es laut und auf dem harten, unebenen Boden doch sehr unbequem war. Entsprechend müde starte ich den weiteren Weg Richtung Pyrenäen. Zuvor verstecke ich am Terminal die Umverpackung meines Rucksacks für den Rückflug und lade den Akku meines Telefons voll auf.
    Der Weg vom Flughafen in die Stadt klappt einwandfrei mit Tram und Metro. Ich spare 6,30 € gegenüber dem Shuttlebus, der auch kaum schneller gewesen wäre. Um den Hauptbahnhof herum gibt es wegen einer großen Baustelle auf die Schnelle nichts zu sehen. So warte ich im Bahnhof mit den anderen Reisenden auf die Verkündung des Gleises. Der Zug ist nur etwa halbvoll und ich mache es mir etwas bequem. Zwischen Toulouse und Lourdes ist der Himmel gleichmäßig grau. Ich döse mehrfach ein.

    In Lourdes ausgestiegen begrüßen mich ein paar Regentropfen. Ich finde die Bushaltestelle, von der mein Bus nach Cauterets abfahren soll und werde dort, während ich warte, von einem Paar angesprochen, das mir unbedingt seinen Glauben ans Herz legen will.


    warten auf den Bus in Lourdes


    Cauterets hat einen interessanten Busbahnhof im Westernstil, in dessen Inneren sich neben einem Schalter sogar ein Kino findet. Da es immer noch nieselt und ich immer noch müde bin, überspringe ich die ersten 600 Höhenmeter mit einem weiteren Bus, der viele Serpentinen später an der Gondelstation in Pont d’Espagne ankommt. Dort starte ich um 12:45 Uhr dann auf 1485 m endlich mit dem Wandern.


    Busbahnhof in Cauterets



    diese Höhenmeter bin ich nicht gewandert

    Schon nach den ersten Metern treffe ich auf den ersten rauschenden Wasserfall der Pyrenäen. Es werden die nächsten Tage noch sehr viele mehr werden… Das Wandern fühlt sich gut an: mein Rucksack hat ein akzeptables Gewicht und meine Knie mucken überhaupt nicht.



    Gegen 14 Uhr erreiche ich den Lac de Gaube auf 1725 m , einen wunderschönen, großen Bergsee, den ich von zuhause schon oft über eine Webcam betrachtet habe, zeigt diese doch genau in meine Marschrichtung und mir damit die Schneelage. Dieses Jahr gab es zwar sehr viel Schnee in den Pyrenäen, aber auch eine enorme Hitzewelle eine Woche vor meiner Abreise. So habe ich mich - glücklicherweise, wie sich herausstellen wird - gegen den kurzfristigen Kauf von Steigeisen entschieden.
    Ich entdecke die Webcam und sage meinem Freund und meinem Vater Bescheid, dass sie mich jetzt dort sehen können. So kann ich zum Abschied noch einmal winken, bevor ich mich in die oft netzlosen Berge begebe.





    Nach einer knappen Stunde Pause in der Sonne breche ich zur Refuge des Oulettes de Gaube auf. Statt der ausgeschilderten 1,5 Stunden brauche ich zwei. Mein Weg führt an dem reissenden Bach aus dem Gletscher des Vignemale hinauf, der mir in etlichen Wasserfällen entgegenkommt.







    Ich beobachte vergnügt eine Gruppe Isoards mit Jungtieren, die mutig ihren Müttern hinterherspringen. Je höher ich komme, desto lieblicher wird der Flusslauf. Auf einer Wiese stehen Kühe und zwei Esel. Und dann kommt die Refuge des Oulettes de Gaube und die große Ebene vor dem Gletscher in Sicht.







    Gegen 17 Uhr bekomme ich an der Hütte die Info, dass auf der Hourquette d’Ossoue noch sehr viel Schnee liegen soll. Es wäre nur mit Stöcken machbar, aber ich solle sehr, sehr vorsichtig sein.
    Da in der Biwakzone schon ein Zelt steht, baue ich meines eine halbe Stunde später ebenfalls auf. Was für ein toller Blick auf den Vignemale!





    Zwei wenig ängstliche, fette Murmeltiere toben beim Abendbrot vor meinem Zelteingang. Nach einem ersten kurzen Hagelschauer gehe ich noch einmal raus um Fotos zu machen und mich schnell zu waschen. Um 19:30 Uhr liege ich schon im Zelt. Es hagelt wieder und diesmal lange. Ich schlafe sowieso sehr bald ein…





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    • whale
      Erfahren
      • 13.09.2014
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      • Meine Reisen

      #3
      AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

      Mittwoch, 3.7.2019
      Refuge des Oulettes de Gaube - Hourquette d’Ossoue - Barrage d’Ossoue - Vallée de la Canau
      13,5 km, aufwärts 890 hm, abwärts 890 hm



      Ich wache um 6:30 Uhr erholt auf. Es sind auf 2150 m immer noch unglaubliche 12 Grad. Ich habe zur gleichen Jahreszeit auf der Höhe auch schon einmal Temperaturen um den Gefrierpunkt erlebt und deshalb meine Elektronik vorsichtshalber in den Schlafsack gesteckt.
      50 Minuten später habe ich alles eingepackt und stoppe nochmal an der Hütte um meine Wasserblase aufzufüllen. Vor und hinter mir sind ebenfalls Leute auf dem Weg zur Hourquette d’Ossoue unterwegs. Da wäre ich immerhin nicht alleine, wenn es schwierige Stellen geben sollte. Gibt es aber nicht. Ich quere nur wenige flache Schneefelder, alles andere ist in den letzten Tagen wohl rapide geschmolzen.




      Rückblick zur Refuge des Oulettes de Gaube






      So stehe ich 2:15 Stunden später auf dem Pass (2734 m) und erblicke die Breche de Roland in der Ferne. Mein Weg wird mich schon vorher nach Spanien führen, weil mich die Kletterpassagen hinter der Breche de Roland abschrecken, wenn ich von dort nach Süden absteigen möchte. Ich esse erstmal mein Müsli und überlege, ob ich einen Abstecher auf den Petit Vignemale machen möchte. Es wäre ein leichter Weg, aber gestern wurden auch Gewitter für heute angekündigt. Und da es kein Netz für eine aktuellere Prognose gibt, die Sicht schon jetzt etwas diesig ist und ich lieber etwas entfernt von dem als Gewittermagnet bekannten Vignemale zelten möchte, entscheide ich mich gegen den Gipfel.


      hinter mir der Petit Vignemale






      Es erwartet mich ein steiler, schottriger Abstieg vorbei an sauber in den Stein gehauenen Höhlen, in denen vor nicht allzu langer Zeit jemand gelebt zu haben scheint. Und was bedeuten die Schriftzeichen über dem Eingang?





      An der Refuge de Baysselance (2651 m) tanke ich nur Wasser, verweile aber nicht. Sehr gesprächige und laute Spanier, die nach mir auf dem Pass ankamen, fragen hier nach Bier - da suche ich lieber Abstand. Im weiteren Abstieg überholen ich und ein anderer Alleinwanderer uns mehrmals. Nach einem stark unterspültem Schneefeld, das ich sicherheitshalber umgehe, er aber nicht, kommen wir ins Gespräch. Bruno hat das gleiche Ziel, will aber heute vielleicht sogar noch weiter laufen.






      da bin ich lieber nicht drüber gelaufen






      Um 13 Uhr erreiche ich die Staumauer am Ende des Barrage d’Ossoue. Im Rücken braut sich beim Vignemale ein Gewitter zusammen und auch überall drumherum wird’s immer dunkler, nur das Tal zum Col de la Bernatoire bleibt noch hell. Da will ich ja auch hochlaufen, gut so.



      An der Cabane de Lourdes (1947 m) lege ich eine Pause ein um das Wetter weiter zu beobachten. Auch Bruno hält hier an und erzählt, er habe schon einmal am See kurz hinter dem Pass gezeltet. Das wäre ein gutes Etappenziel für mich, denn der danach anstehende Abstieg würde mir für heute wohl zuviel werden. Alternativ könnte ich heute hier bleiben. Es kommen noch vier Schweden dazu, die in Gegenrichtung unterwegs sind und von guten Zeltmöglichkeiten im Aufstieg zum Pass berichten. Sie haben keine Regenkleidung dabei und wollen wohl wegen der Gewitter hier bleiben. Da die Cabane nicht so einladend ist, werden sie zelten. Ich bin mir mit Bruno einig, dass wir dann lieber gleich weiterlaufen. Eingepackt in Regenkleidung geht es ein schönes Tal bergauf. Bei den ersten Sonnenstrahlen ziehen wir die Regenhosen aus, die aber gleich darauf wieder übergezogen werden müssen. Um uns herum gibt es leichte Gewitter, es regnet stark. Werden meine Sachen morgen wohl wieder trocken?


      Cabane de Lourdes


      Auf einer nicht ganz so sumpfigen Stelle unterhalb des Passes bauen wir die Zelte auf. Es ist erst 16 Uhr, aber ich möchte im Gewitter nicht ganz oben zelten und den langen Abstieg auch nicht mehr Angriff nehmen. Nach einem Schnack mit Bruno, der Schiffskoch auf Frachtern ist und auch schon mal in Hamburg war, mache ich es mir im Zelt gemütlich.





      Die Sonne kommt wieder hervor und es wird richtig heiß im Zelt. Da wird alles richtig trocken.
      Ich höre ein Hörbuch, räume, esse, geniesse den Ausblick das Tal hinab.
      Sobald die Sonne gegen 20 Uhr hinter dem Berg verschwindet, wird es deutlich kälter und ich mache mich bettfertig.

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      • Meer Berge
        Fuchs
        • 10.07.2008
        • 2346

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

        Eine Pyrenäentour!
        Ich bin begeistert und dabei!

        Die Höhlen sind gegraben von Henry Russell, einem Pionier und Erforscher der Pyrenäen für sich und seine Guides/Begleiter.
        Die Devanagari-Zeichen sind wohl eher nicht von ihm

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        • Sysics
          Gerne im Forum
          • 27.04.2017
          • 68

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

          Ich lese hier auch interessiert mit! Magst du noch etwas zur Vorbereitung / Packliste schreiben?

          Ist eine Abreise per Zug ähnlich planbar? Vor ein paar Wochen hatte ich mich eingelesen ob und wie gut man mit dem Zelt in den Alpen unterwegs sein kann. Aber so wirklich fündig bin ich nicht geworden. Hüttentouren sind zwar auch schön aber im mag es, den Etappen zu laufen wie es die Tagesform und das Wetter zulassen.

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          • whale
            Erfahren
            • 13.09.2014
            • 144

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

            Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
            Die Höhlen sind gegraben von Henry Russell, einem Pionier und Erforscher der Pyrenäen für sich und seine Guides/Begleiter.
            Die Devanagari-Zeichen sind wohl eher nicht von ihm
            Wow, vielen Dank für die schnelle Info!


            Zitat von Sysics Beitrag anzeigen
            Magst du noch etwas zur Vorbereitung / Packliste schreiben?
            Meine Packliste kann ich am Ende des Berichts einstellen. Ich habe ein neues Zelt, sonst hat sich nicht viel gegenüber den letzten Jahren geändert. Was möchtest du gerne über die Vorbereitung wissen? Ich habe das diesmal kurz gehalten, weil es bei mir ähnlich wie die letzten Jahre lief.

            Zitat von Sysics Beitrag anzeigen
            Ist eine Abreise per Zug ähnlich planbar?
            Ja, natürlich. Ich bin hin und zurück über Toulouse geflogen und weiter mit den Bus und Bahn. Nach Toulouse kommt man auch mit dem Zug / Nachtzug. Das haben schon andere hier im Forum gemacht. Vielleicht findest du deren Infos oder sie schreiben dir ihre Tips hier.

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            • lina
              Freak

              Vorstand
              Liebt das Forum
              • 12.07.2008
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              • Meine Reisen

              #7
              AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

              Ich freu mich auch schon auf die Fortsetzung, vielen Dank für’s Mitnehmen!

              Zitat von whale
              … neues Zelt …
              Welches ist es denn?

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              • whale
                Erfahren
                • 13.09.2014
                • 144

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                Donnerstag, 4.7.2019
                Vallée de la Canau - Col de la Bernatoire - Bujaruelo - Pradera de Ordesa - Refugio de Góriz
                29,2 km, aufwärts 1520 hm, abwärts 1530 hm



                Ich habe mich um 6:10 Uhr wecken lassen, weil ein langer Tag bevor steht. Es geht heute in den Nationalpark Ordesa e Monte Perdido, in dem Zelten streng geregelt ist und weshalb ich es bis zum Refugio de Góriz schaffen möchte.
                Mein Zeltnachbar schläft noch als ich aufbreche. Ich stehe um 7:15 Uhr auf dem Puerto de Bernatuara (2338 m), dem Grenzpass zu Spanien und blicke auf den schönen gleichnamigen See, an dessen Rand ich nur notfalls zelten würde. Hinter dem See habe ich das erste Mal seit dem Lac de Gaube Netzempfang.





                Der Weg abwärts nach Bujaruelo ist laaang, aber führt abwechslungsreich und mit Ausblick durch stark duftende Blumenwiesen. Es dauert länger als gedacht und ich erreiche die romanische Brücke bei Bujaruela über den Rio Ara, genau 1000 m tiefer gelegen als der Pass von dem ich komme, erst um 9:45 Uhr.





                Auf dem Campingplatz mache ich bis 11 Uhr eine Pause zum Duschen, Wäsche Waschen und Stromtanken. Dann frühstücke ich während meine Haare trocknen und gehe gestärkt und erfrischt weiter. Bis zur Puente de los Navarros führt ein toller Pfad durch den Wald, den ich sehr genieße. Am oder etwas oberhalb des Flusses hört man es ständig rauschen oder sieht Wasserfälle. Die als etwas ausgesetzt beschriebenen Stellen finde ich problemlos und bin froh die südliche Flussseite gewählt zu haben. In der Mittagshitze ist es sehr schön im Wald zu wandern. Nur an wenigen offenen Stellen bekomme ich die volle Hitze zu spüren. In Torla, dem nächsten Ort, werden diese Tage oft deutlich über 30 Grad gemessen.











                Am Eingang zum Nationalpark bin ich kurz verwirrt, weil die kleine Fussgängerbrücke gesperrt ist. Der Straße folgend finde ich danach aber den richtigen Einstieg zu dem gut ausgebauten Wanderweg, der durch den Wald zur Pradera de Ordesa führt, wo ich um 15:30 Uhr ankomme.







                Ich spiele mit dem Gedanken, beim Refugio oben an der Faja de Pelay zu schlafen. Ich tanke Wasser aus dem Fluss, das ich lieber filtere und laufe in Richtung Canyonwand, die nun steil zu erklimmen wäre. Schon nach einer kurzen Zeit warnt ein Schild vor einer sehr gefährlichen Strecke. Ich bin hungrig und deswegen nicht wirklich entschlossen. Wegen der Ungewissheit der Übernachtungsmöglichkeit oben, kehre ich doch um und frage bei den Rangern nach: es gibt wirklich keine andere offizielle Möglichkeit als das Refugio de Góriz. Das wird lang…

                Mein Gewaltmarsch beginnt. Alle Tagestouristen kommen mir auf dem ausgebauten breiten Weg schon entgegen und es scheint mir, dass sie mich mitleidig ansehen. Bis zum Wasserfall Soaso laufe ich mal schnell, mal bremse ich mich wieder. Bis zum Refugio sind es ab der Pradera 4:15 Stunden und etliche Höhenmeter… Der Ranger in der Touristeninfo sagte mir ich solle es genießen. Ich habe aber doch kaum Ruhe an den Ausblickstellen der Wasserfälle zu verweilen, weil ich nicht im Dunkeln ankommen möchte.





                Im Circo de Soasa bin ich dann trotzdem erstmal von dem tollen Panorama überwältigt. Das Ende des Canyons ist ein runder Felsenkessel mit steilen Wänden, über die ich irgendwo hinaufgelangen muss. Nach dem Wasserfall, der Cola de Caballo gennant wird, beginnt dann mein Anstieg, mit schon schmerzenden Füßen und müden Waden und Oberschenkeln. Ich gönne mir kaum Pausen und finde es schon erstaunlich, wie der Körper funktioniert, wenn er muss.




                Cola de Caballo


                Je höher ich komme, desto schöner wird der Ausblick. Ein wahnsinnig großer Canyon, durch den ich da gekommen bin!







                Ich kämpfe mich immer weiter bergauf. Dass es nach der ersten Steilstufe nochmal so weit nach oben geht, entmutigt etwas. Gut ist aber, dass ich lange die Letzte im Tal war, dann aber einen Spanier überhole: Vorletzter! Genau wie auf dem Wegweiser angegeben, erreiche ich das Refugio auf 2200 m nach 4:15 Stunden.



                Es ist jetzt 20 Uhr, ich laufe mit nur einer größeren Pause seit ungefähr 13 Stunden. Jetzt heißt es sich schnell in die obligatorische Liste einzutragen, einen Zeltplatz auszusuchen und die letzten Kräfte zu mobilisieren. Es gibt viele Zelte hier oben, aber auch viel Platz, sodass sie weit auseinander stehen. Was für ein toller Ausblick von meinem Zeltplatz über den Canyon! Nur schade, dass ich ihn nicht lange würdigen kann. Schnell wird es für meinen ausgepowerten Körper zu kühl. Um 22:30 Uhr ist dann auch das Zähneputzen erledigt und ich kann mich in meinen Schlafsack einkuscheln.





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                • whale
                  Erfahren
                  • 13.09.2014
                  • 144

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                  Lina, mein "neues" Zelt ist das Big Sky Chinook. Also wirklich neu ist es nicht. Nur gegenüber meiner ersten größeren Reise, die ich ins Forum gestellt habe und wo ich, glaube ich, eine Packliste eingestellt hatte... da muss ich jetzt aber selbst mal nachgucken.

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                  • Nicki
                    Fuchs
                    • 04.04.2004
                    • 1272

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                    Na Endliche :-) - habe schon darauf gewartet - fängt gut an.
                    Dieses Jahr bin ich auch mal früh dort - hoffentlich ist es nicht so heiß....

                    Ist eine Abreise per Zug ähnlich planbar? Vor ein paar Wochen hatte ich mich eingelesen ob und wie gut man mit dem Zelt in den Alpen unterwegs sein kann. Aber so wirklich fündig bin ich nicht geworden. Hüttentouren sind zwar auch schön aber im mag es, den Etappen zu laufen wie es die Tagesform und das Wetter zulassen.
                    Zug klappt super - ist bei frühem Buchen sehr preiswert. Bei Anreise mit dem Nachtzug ist man Mittags z. B. in Cauterets und muss nicht am Flughafen pennen :-) - aber kommt ja immer auf die Machbarkeit an ....
                    Ein paar Infos zu den Pyrenäen gibt es hier ..... da sollte eigentlich alles nötige beschrieben sein ...

                    LG Folko
                    www.mitrucksack.de
                    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

                    Kommentar


                    • whale
                      Erfahren
                      • 13.09.2014
                      • 144

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                      Freitag, 5.7.2019
                      Refugio de Góriz - Fuen Blanca - Collado de Anisclo - oberhalb Pineta
                      9,9 km, aufwärts 880 hm, abwärts 1190 hm

                      Mit Muskelkater und Erkältungssymptomen wache ich vor 7 Uhr auf, bleibe aber noch eine Weile liegen. Erst um 8:15 Uhr laufe ich dann los, die meisten anderen sind schon vor mir aufgebrochen. Der erste Anstieg zum Pass ist ok, den folgenden Abstieg finde ich aber krass: steil und steinig und oft benutze ich lieber meine Hände als die Stöcke. Da dazu meine Nase läuft, es etwas in der Brust drückt und ich mir Gedanken mache, ob mein Herz die zusätzliche Anstrengung durch den Schnupfen gut wegstecken wird, genieße ich den Weg nicht wirklich, obwohl er in eine schöne Schlucht hinabführt.










                      an dieser Stelle habe ich beide Hände am Fels gebraucht





                      dort wird es nach dem Abstieg in die Schlucht wieder hochgehen


                      Zwei entgegenkommende Wanderer erzählen, dass man vor dem nächsten Pass, noch innerhalb des Nationalparks, zelten könne, was mir heute ganz gelegen käme. Um 11 Uhr erreiche ich die Fuen Blanca (ca.1680 m). Die Sonne brennt und es ist heiß, aber ich finde ein nettes Plätzchen im Schatten für eine Stunde Pause.









                      Der folgende Aufstieg ist sehr mühsam. Etliche Wasserfälle bedeuten steile Stufen, die erklommen werden müssen, immerhin auf meist angenehmem Weg. 800 hm aufwärts in praller Sonne bei 30 Grad sind einfach nicht nett!







                      Da sie mir noch etwas zu weit unten liegen, gehe ich an zwei schönen Zeltplätzen zwischen den Felsen vorbei. Weiter oben grast dann aber eine Schafherde, die mir nachts bestimmt auf dem Zelt herumtrampeln wird. Mist. Zum Collado de Anisclo (2453 m) wollte ich eh zuerst noch hoch um eine Wettervorhersage zu bekommen. Mich überholen heute ein paar Leute und ich bin später als die meisten auf dem Pass, wo es dann tatsächlich Netzempfang gibt. Ich telefoniere mit meinem Freund und überlege dann, was ich nun tun will. Entweder schlafe ich zwischen den Schafen oder ich laufe heute noch die 1200 hm steil abwärts nach Pineta…









                      Da kommen noch zwei Holländer an und sagen, ihr Führer (Cicerone) spreche von einem Platz mit Wasser für zwei kleine Zelte nach einem Drittel des Abstiegs. Da gehe ich mit. Wir sind langsam, aber auch alleine wäre ich in dem steilen und gerölligen Gelände sicher nicht viel schneller unterwegs. Mit Kees und Ineke ist es sehr nett und der versprochene Platz dann wirklich super: auf 2015 m über dem Tal von Pineta, mit Ausblick, Wasser und Netz! Wir schnacken nett zum Abendbrot und ich bekomme eine Gemüsebrühe angeboten, die mir fantastisch schmeckt. Mein Körper freut sich wohl über die Mineralien. Ich liege um 21:40 Uhr im Bett.






                      diese Wand sind wir gerade heruntergekommen




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                      • Rattus
                        Lebt im Forum
                        • 15.09.2011
                        • 5177

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                        Unheimlich schöne Bilder, danke!
                        Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

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                        • Bergahorn
                          Erfahren
                          • 13.04.2019
                          • 208

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                          Sehr schöner Bericht mit schönen Bildern, da bleibe ich dran!

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                          • Ljungdalen
                            Fuchs
                            • 28.08.2017
                            • 1843

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                            Zitat von whale Beitrag anzeigen
                            Da sie mir noch etwas zu weit unten liegen, gehe ich an zwei schönen Zeltplätzen zwischen den Felsen vorbei. Weiter oben grast dann aber eine Schafherde, die mir nachts bestimmt auf dem Zelt herumtrampeln wird. Mist. Zum Collado de Anisclo (2453 m) wollte ich eh zuerst noch hoch um eine Wettervorhersage zu bekommen.

                            <...>

                            Haha, wie cool. Ein Jahr davor (Ende Juli 2018) waren die Schafe "auch schon da", wenig unterhalb des Passes:



                            Wir hatten bei den "schönen Zeltplätzen" weiter unten übernachtet, unweit eines der Wasserfälle auf deinen Fotos, und sind dann über den Pass und runter bis Pineta (da dann aber weit genug von den *Massen* am dortigen Parkplatz übernachtet) ...

                            Zitat von whale Beitrag anzeigen
                            ... der versprochene Platz dann wirklich super: auf 2015 m über dem Tal von Pineta, mit Ausblick, Wasser und Netz!
                            Ja, die Stelle ist perfekt! Wir haben da länglich Mittagspause gemacht.

                            Vielen Dank schon mal für den schönen Bericht bis hierher.

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                            • Meer Berge
                              Fuchs
                              • 10.07.2008
                              • 2346

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                              Schööön!

                              Ich bin letztes Jahr durch die Breche de Roland zur Ref. Goriz gekommen und dann wie du über Fuen Blanca zum Col Anisclo rauf und dann aber wegen heftiger Gewitter spontan runter zur Ref. Pineta gelaufen.
                              Ich habe etwas oberhalb der Fuen Blanca gezeltet - und die Schafe auch getroffen

                              Vielleicht schaffe ich es ja auch noch, einen Bericht dazu zu verfassen ...

                              Freue mich auf deine weitere Tour!

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                              • agricolina
                                Erfahren
                                • 05.05.2016
                                • 149

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                                Ich lese auch gerne mit und freue mich über den Anblick 'meines' Zelts Hat es sich gut geschlagen?
                                Danke, bin gespannt auf die Fortsetzung.

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                                • Horst24
                                  Erfahren
                                  • 01.02.2012
                                  • 209

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                                  Cooler Bericht und tolle Bilder.

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                                  • whale
                                    Erfahren
                                    • 13.09.2014
                                    • 144

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                                    Zitat von agricolina Beitrag anzeigen
                                    ...und freue mich über den Anblick 'meines' Zelts Hat es sich gut geschlagen?
                                    Ja, hat es. Das ist aber "mein" Zelt, das geb' ich nicht her. Kann ja sein, dass du auch so eines hast. Ich hatte das Chinook schon 2018 in den Alpen und auf einer Kurztour im Schwarzwald dabei und kann nichts Negatives berichten.


                                    Ich freue mich über soviel Resonanz und Beiträge mit euren Pyrenäenerlebnissen. Da schreibe ich gleich mal weiter...

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                                    • whale
                                      Erfahren
                                      • 13.09.2014
                                      • 144

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                                      Samstag, 6.7.2019
                                      oberhalb Pineta - Llanos de la Larri - Collata las Coronetas - Parzán
                                      14 km, aufwärts 1010 hm, abwärts 940 hm



                                      Mein Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Wir sind noch innerhalb des Nationalparks und daher wollen wir lieber früh verschwinden. Um 7:40 Uhr geht es los; die Sonne ist gerade hinter dem Berg hervorgekommen. Nach dem ersten Stück trenne ich mich von den beiden, da ich doch schneller bin.











                                      Um 10 Uhr erreiche ich den offiziellen, kostenlosen Zeltplatz auf dem viel los ist, die ersehnte Bar aber leider noch geschlossen hat. Immerhin gibt es eine Toilette, auf der ich Papier und Wasser nachfüllen kann. Mein Toilettenpapier habe ich gestern für die laufende Nase aufgebraucht. An einem schattigen Tisch, an dem kurz darauf auch eine Studentengruppe ihre geologische Exkursion vorbereitet, esse ich mein Müsli und trockne meine Socken.



                                      Eine Dreiviertelstunde später kommen Ineke und Kees an. Die Bar öffnet nun doch und wir essen zusammen noch ein viel zu großes Sandwich und ich trinke den ersten Kaffee der Tour. Ich breche jetzt erst um 12 Uhr auf, will aber heute noch weit kommen, um vor dem für Montag angekündigten Gewitter über den hohen Pass im Posets-Gebirge zu sein. Dann soll das Wetter erstmal schlechter werden.

                                      Vom Valle di Pineta folgt wieder ein langer Aufstieg, aber auf viel besserem Weg und ich fühle mich auch wieder fit; der Schnupfen ist so gut wie weg. Llanos de la Larri ist ein tolles Hochtal, voll mit Iris und auch mit Tagesausflüglern. Frisches Wasser gibt es auch.





                                      Es geht weiter bergauf. Um 15 Uhr stehe ich auf 2100 m dem Monte Perdido, dem dritthöchsten Berg der Pyrenäen, gegenüber und genieße die Aussicht. Hier oben bin ich wieder alleine und freue mich über die Stille und die grünen Wiesen. Ineke und Kees werden mich wohl nicht mehr einholen. Weil ich mich nicht richtig verabschiedet hatte, schreibe ich mit Steinen einen kurzen Gruß auf die Wiese.


                                      ein Rückblick zum Monte Perdido







                                      leckeres Quellwasser



                                      Wären Steine nicht so schwer, würde ich ein paar hübsche mitnehmen.





                                      Collata las Coronetas


                                      Auf dem nächsten Pass, dem Collata las Coronetas (2159 m) mache ich um 15:40 Uhr nur kurz Pause und laufe nach einem weiteren Bissen von meinem eingepackten Rest des Sandwich weiter. Mal sehen, ob der Supermarkt in Parzán noch offen hat und ich eine Unterkunft für die Nacht finde. Für morgen plane ich dann einen sehr langen Tag, aber heute geht es nur noch ewig bergab. Nach einem Parkplatz auf dem viele Leute picknicken und auch Kühe zwischen den Autos ausruhen, folgt auf einer Piste das wohl langweiligste Stück der Tour. Nach 20 Minuten hält ein nettes deutsches Paar neben mir und ich zögere nicht mich mitnehmen zu lassen. Ich laufe gerne die komplette Strecke zu Fuß, aber die Aussicht zwei Stunden auf einer Schotterpiste ins Tal zu latschen ist überhaupt nicht verlockend. Die zwei Stunden zu Fuß wären mir echt lang geworden.







                                      Ich werde direkt vor dem großen Supermarkt in Parzán abgesetzt und kann mich mit frischem Obst, Salami und Käse eindecken. Parzán liegt an einer wichtigen Verbindungsstraße, daher gibt es hier eine Tankstelle und eine belebte Kneipe. Der eigentliche Ort wirkt dagegen eher ausgestorben. Ich trinke einen Kaffee und lasse dabei meine Powerbank aufladen. Da es gegen Abend geht, überlege ich was ich tun kann. Bis zum nächsten sicheren Übernachtungsplatz an oder in der Hütte entlang der folgenden Piste ist es viel zu weit. Davor könnte es schwierig werden neben der Piste mein Zelt aufzustellen. Die Casa Rural Häuser hier im Ort sind mir zu teuer und das Hostel für 40 € sieht unsympathisch touristisch aus.

                                      Ich laufe die Straße aus dem Ort heraus bis zur abzweigenden Piste in der Hoffnung in dem kleinen flachen Gelände einen Platz zu finden. Am Ortsausgang redet ein alter Mann auf einer Bank mit sehr böser Miene auf mich ein. Alle Versuche ihm freundlich klarzumachen, dass ich sein Spanisch nicht verstehe, scheitern. Irgendwann lasse ich ihn ratlos einfach stehen. Ich finde einen etwas verwaisten Garten bei zwei Häusern. Eines ist zu verkaufen, das andere wird wohl heute nicht bewohnt. An der Abzweigung stand extra „no acampar libre“. Ich setzte mich erstmal hin und esse Abendbrot. Von der Straße aus sieht man mich nicht. Wenn der Eigentümer nicht kommt, sollte ich hier wohl nicht auffallen.


                                      leckeres frisches Obst


                                      Eine Weile später dachte ich zuerst, es käme eine Herde Kühe den Berg herunter, dessen Hüter ich dann um Erlaubnis fragen will. Stattdessen kommt aber eine laute Gruppe von einem spanischen Canyoning-Club, die hier auf dem Parkplatz ganz groß zelten. Sie packen Campingtische und alles Mögliche aus ihren drei Autos aus und machen sich erstmal was zu essen. Ok, die spanische Mentalität ist eine andere... Jedenfalls habe ich jetzt auch keine Skrupel mehr hier zu schlafen.


                                      hier richten sich die Spanier ein


                                      Ich frage nach Wasser und bekomme einen Liter angeboten. Sie laden mich zum Bier ein, das ich ablehne, weil ich lieber bald schlafen möchte. Obwohl es bestimmt lustig gewesen wäre, mit ihnen reinzufeiern... Ich sage aber lieber nichts und baue mein Zelt ein gutes Stück entfernt auf.

                                      Um 22:30 Uhr liege ich auf der Isomatte. Hier im Tal auf ca. 1180 m ist es so warm, dass ich heute lieber auf den Schlafsack verzichte. Die Grillen zirpen und ich höre einen Uhu. Als ich nachts raus muss, staune ich über den tollen Sternenhimmel. Schön in den Bergen zu sein!

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                                      • FatmaG
                                        Erfahren
                                        • 14.03.2013
                                        • 188

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [ES][FR] das erste Mal in die Pyrenäen, überwiegend auf dem GR11 unterwegs

                                        Hallo whale!
                                        Gestern habe ich Deinen Bericht entdeckt. Und gleich verschlungen!
                                        Ich war übrigens etwas später als Du auch dort unterwegs, allerdings nur auf dem GR11.
                                        Spannend, wie unterschiedlich so ein Weg ausfallen kann!
                                        Jetzt freue ich mich erst einmal auf mehr!
                                        FatmaG


                                        PS ich reise eigentlich immer mit dem Zug an, aber von Brüssel aus ist das auch unkomplizierter...

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