[DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

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    28. Tag: Arbedo - Tesserete
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    Sonntag, 11. Juli 2021
    Strecke: 26 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 1.300 m, ↓ 1.000 m
    Gehzeit: 10 h

    Etappe: 93 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 3.100 m, ↓ 3.700 m
    Etappengehzeit: 30 h 45

    Gesamtstrecke: 649 Km
    Gesamthöhenunterschied: ↑ 18.725 m, ↓ 18.325 m
    Gesamtgehzeit: 162 h 45

    Etwas müde komme ich morgens in den Frühstücksraum. Das Frühstück ist karg und alles Selbstbedienung. Von Corona sieht man hier nix. Kurz vor 8 stehe ich vor der Tür und starte in einen sonnigen Tag. An einem Campingplatz direkt am Ticino geht es entlang des Flusses. Auf einem Deich folgt der E1 dem Fluss und weniger dem Ort. Dann muss ich Treppen hoch um über eine lange Brücke über das Freibad hinweg zu wandern.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 01 Auf dem Weg nach Bellinzona.jpg Ansichten: 0 Größe: 404,3 KB ID: 3073909
    Auf dem Weg nach Bellinzona

    Im Süden steht der stolze Monte Tamaro. Ich habe mir lange angeschaut, ob ich die Tour da irgendwie oben drübergelegt kriege. Aber da hat es einfach nicht genug Übernachtungsmöglichkeiten. Vielleicht sollte ich doch wieder auf Outdoorübernachtungen umsteigen? Na, jetzt jedenfalls nicht!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 02 Monte Tamaro.jpg Ansichten: 0 Größe: 146,3 KB ID: 3073907
    Monte Tamaro

    Ich verlasse die Freibadtraverse und halte auf die Innenstadt zu. Über den Dächern der Stadt grüßt eine der drei Burgen von Bellinzona herunter. Aber immer sind irgendwelche Dächer davor. Die Burg steht mitten in der Stadt auf einem hohen Felsen. Vom Plazza del Sol habe ich endlich eine fast ungestörte Sicht auf das Bauwerk.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 03 Das Castelgrande in Bellinzona.jpg Ansichten: 0 Größe: 144,0 KB ID: 3073911
    Das Castelgrande in Bellinzona

    Die völlig unpassenden Betonklötze gehören zu einer Parkkaverne unter dem Platz. Wie kann man nur ...
    Ich will den Platz schon fast verlassen, da fällt mir ein Betonbau am Felsen auf. Ganz skurril führt da ein Weg in den Felsen hinein.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 04 Der Eingang zum Aufgang auf die Castelgrande.jpg Ansichten: 0 Größe: 231,1 KB ID: 3073910
    Der Eingang zum Aufgang auf die Castelgrande

    Und siehe da: Das ist ein Eingang. Und es steht noch nicht mal ein Kassierer herum oder ein Ticketautomat. So bringt mich ein Aufzug hinauf zur Burg. Ganz toll: Dort oben bin ich fast alleine! Um diese Uhrzeit am Sonntag liegen alle noch im Bett – oder sind im Gottesdienst. Mir soll es recht sein. Der Blick über die Altstadt und beiden anderen Burgen ist gewaltig von hier oben!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 05 Bellinzona mit seinen Burgen.jpg Ansichten: 0 Größe: 179,0 KB ID: 3073912
    Bellinzona mit seinen Burgen

    Unten steht der Dom von Bellinzona, der Collegiata die Santi Pietro et Stefano, auf halber Höhe grüßt das Castello di Montebelle und oben liegt das Castello di Sasso Cobaro. Also Bellinzona hat schon was! Zumindest von hier oben. Ich streune durch die alte Burganlage und lasse mir ausreichend Zeit um sie zu genießen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 06 Torre Blanca und Torre Nera auf der Castelgrande.jpg Ansichten: 0 Größe: 193,6 KB ID: 3073913
    Torre Blanca und Torre Nera auf der Castelgrande

    Der Blick in die Mogadino-Ebene ist etwas industriell belastet. Aber der Blick auf dem Monte Tamaro ist wiedermal sehr lohnend!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 Monte Tamaro vom Castelgrande aus gesehen.jpg Ansichten: 0 Größe: 142,7 KB ID: 3073914
    Monte Tamaro vom Castelgrande aus gesehen

    Ich verlasse die Burg und steuere noch die Altstadt an. Das macht mir der E1 quasi vor. Eine Runde durch den Dom darf natürlich nicht fehlen. Ein offenes Café für ein zweites Frühstück suche ich allerdings vergeblich.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 08 In der Altstadt von Bellinzona.jpg Ansichten: 0 Größe: 289,5 KB ID: 3073915
    In der Altstadt von Bellinzona

    Irgendwo hier muss ich bei meiner letzten Wanderung vom Bodensee durch Bellinzona zum Lago Maggiore übernachtet haben.
    Ist das hier immer so leer? Kann ich mir eigentlich kaum vorstellen! Liegt wohl am Sonntagvormittag! So mache ich mich mal auf den Weg und vor allem auf die Suche der E1- bzw. Swiss-Trail-Markierungen. Diese zeigen aus der Altstadt hinaus. Schade eigentlich!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 09 Tolles Bellinzona.jpg Ansichten: 0 Größe: 269,7 KB ID: 3073918
    Tolles Bellinzona

    Der E1 führt mich nun durch die Vororte von Bellinzona. Auch hier geht es nicht gerade durch Harz-IV-Siedlungen: Alles ist sehr ordentlich und sauber. Fast schon zu geschleckt!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 10 Ein letzter Blick zurück auf in Richtung Altstadt von Bellinzona.jpg Ansichten: 0 Größe: 136,8 KB ID: 3073916
    Ein letzter Blick zurück auf in Richtung Altstadt von Bellinzona

    So geht es auf Giubiasco zu. Hier geht aber ein Vorort in den nächsten über. Alles recht neu mit viel Platz. Viel Teer begleitet mich. Wieder sowas, was ich nicht so wirklich gerne mag.
    Giubiasco geht an der Ponte Vecchio fast nahtlos in Camorino über.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 11 Ponte Vecchio.jpg Ansichten: 0 Größe: 215,5 KB ID: 3073917
    Ponte Vecchio

    Zum Glück nur fast! Denn die Häuser werden älter und deutlich schöner! Ein paar Straßen muss ich noch entlang und dann geht es in einem älteren Ortszentrum aufwärts. Ein gutes Zeichen!
    Ein altes Gasthaus hat einen tollen Biergarten und hier mache ich eine verspätete Frühstückspause. Es liegt schließlich ein Aufstieg von 800 Höhemetern vor mir.
    Die Bahn nach Croveggia zeigt wiedermal, wie einfach man doch Seilbahnen bauen kann, die für den Personentransport zugelassen sind. Gleich hinter der Talstation geht es aus dem Ort hinaus und zügig aufwärts.
    Naiv wie ich bin, war ich der Meinung ich wäre jetzt die nächsten Höhenmeter alleine im Wald unterwegs. Aber es kommen alle paar Höhenmeter Lichtungen, auf denen größere oder kleinere, in der Regel gut gepflegte Häuser stehen. Einziger Vorteil: Man hat öfter mal einen guten Blick in die Mogadino-Ebene.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 12 Die Mogadinoebene.jpg Ansichten: 0 Größe: 157,4 KB ID: 3073919
    Die Mogadinoebene

    Hier fällt mir dann schon recht deutlich auf: Der Wald ist hier anders! Viel mehr Esskastanien und überhaupt ist die Pflanzenwelt hier anders als bisher.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 13 Aufstieg zur Alpe del Tiglio.jpg Ansichten: 0 Größe: 225,2 KB ID: 3073922
    Aufstieg zur Alpe del Tiglio

    Weiter geht es auf gut gepflegten Wegen, wie ich es von der Schweiz gewöhnt bin, hinauf. So langsam nimmt die Luftfeuchtigkeit zu – habe ich das Gefühl. Ab und zu lohnt sich auch mal ein Blick zurück!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 14 Das Tal rund um Bellinzona.jpg Ansichten: 0 Größe: 177,0 KB ID: 3073920
    Das Tal rund um Bellinzona

    Also viel Platz für Entwicklung ist da nicht mehr! Und durch den S-Bahn-Anschluss an Lugano durch den neuen Ceneri-Basis-Tunnel wird das sicher nicht besser.
    Der Bergrücken der Alpe del Tiglio ist baumfrei. So wird es zwar richtig warm aber es gibt auch wieder tolle Ausblicke wie z.B. nach Locarno.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 15 Locarno am Lago Maggiore wächst den Hang hinauf.jpg Ansichten: 0 Größe: 156,8 KB ID: 3073921
    Locarno am Lago Maggiore wächst den Hang hinauf

    Dort unten habe ich meinen Alpencross vom Bodensee zum Lago Maggiore beendet. Dieses Mal soll es aber deutlich weiter südlicher gehen. Also weiter! Der GPX-Track des E1 will mich jetzt die geteerte Straße entlangführen. Das passt mir jetzt nicht so gut. Der Markierung des Swiss-Trails zum Glück auch nicht.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 16 Alpe del Tiglio.jpg Ansichten: 0 Größe: 101,3 KB ID: 3073923
    Alpe del Tiglio

    So wandere ich auf einem Waldweg wieder abwärts. Zum Glück recht schattig. Denn es ist gewaltig warm geworden. Und schwül. Ich bin mal gespannt wo das hinführt!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 17 Auf und Ab nach Isone.jpg Ansichten: 0 Größe: 483,1 KB ID: 3073924
    Auf und Ab nach Isone


    Zunächst in den nächsten Ort Isone. Der kleine Ort ist weit weg von jeglicher Infrastruktur und daher noch recht klein. Eine der Gasthäuser bietet aber einen guten Mittagstisch an. Und das im Schatten! Ich lasse mich nieder und genieße das dörfliche Leben. Was so ein paar wenige Kilometer Wanderweg doch für einen Unterschied machen!
    Nach eine Stunde breche ich wieder auf. Gefühlt mitten in der Mittagshitze! Ich nähere mich halt schon dem Süden – und das im Hochsommer.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 18 Wanderwege des E1 hinter Isone.jpg Ansichten: 0 Größe: 267,8 KB ID: 3073925
    Aufstieg hinter Isone

    Zum Glück liegt wieder ein Teil des Aufstieges im Wald. Und da ist es richtig schön zu gehen. Und vorallem nicht so warm!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 19 Aufstieg hinter Isone.jpg Ansichten: 0 Größe: 182,9 KB ID: 3073926
    Wanderwege des E1 hinter Isone

    Aber eben nur ein Teil. So komme ich über Wiesen hinauf zur Alpe Murecc. Diese ist zwar bewirtschaftet aber man kann leider nicht einkehren. Auf den Weiden stehen Pferde, die in der Hitze vor sich hindösen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20 Isone von der Alpe Mürecc aus.jpg Ansichten: 0 Größe: 138,2 KB ID: 3073904
    Isone von der Alpe Mürecc aus

    Also weiter hinauf! Laut Karte soll da oben noch eine bewirtschaftete Alm liegen. Durch den Wald geht es aufwärts. Irgendwann bin ich mir sicher, mich nicht zu täuschen: da oben läuft irgendwo Musik. Die Alm kann also nicht mehr weit sein.
    Kann sie doch – wenn die Musik laut genug ist! Als ich auf die Alm komme bietet sich mir ein seltener Anblick: In einem aufblasbaren Pool planscht die Jugend, die Heranwachsenden sitzen unter Tarnnetzen und dezimieren die alkoholischen Vorräte und das Mittelalter versucht das alles irgendwie im Griff zu behalten. Gäste sind da nicht wirklich vorgesehen. Von Coronaregeln keine Spur – sind ja auch nur ca. 20 Personen!
    So werde ich hier nicht alt. Nach einem Liter Wasser mache ich mich wieder auf den Weg. Dieser führt mich an einer kleinen geteerten Straße entlang. Das ist jetzt nicht ganz so meine erste Wahl. So beschließe ich auf einen Wanderweg auszuweichen, der ebenfalls nach Tesserete hinunterführen soll.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 21 Wanderweg nach Tesserete.jpg Ansichten: 0 Größe: 160,5 KB ID: 3073906
    Wanderweg nach Tesserete

    Dieser „Wanderweg“ entpuppt sich dann als Fahrweg von einem Wochenendhaus zum nächsten. Und alle sind gut besucht. Klar: Es ist ja Wochenende!
    Die Karte und das Handy mit Locus führen mich dann einigermaßen zuverlässig in Richtung Tesserete ohne zu oft auf größere Straßen ausweichen zu müssen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 22 Die Denti della Vecchia an der Grenze zu Italien.jpg Ansichten: 0 Größe: 158,9 KB ID: 3073905
    Die Denti della Vecchia an der Grenze zu Italien

    So habe ich das Hochtal im Blick, das mit den Denti della Vecchia in Richtung Italien die Schweiz in Richtung Süden abschließt.
    Der Abstieg streckt sich noch etwas bis ich endlich in Tesserete ankomme. Aber der Ort begrüßt mich mit für mich typischer italienischer Architektur.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 23 Die Kirche von Tesserete.jpg Ansichten: 0 Größe: 164,5 KB ID: 3073908
    Die Kirche von Tesserete

    Ich bekomme ein Bett in einem der beiden Gasthöfe und ein gutes Abendessen. Auch heute bin ich wieder recht schnell im Bett. Die letzten Tage waren doch recht anstrengende und hängen mir noch etwas nach. Gegen 23 Uhr 30 werde ich durch lauten Jubel wach. Das dürfte wohl der Augenblick gewesen sein, an dem die Italiener die EM im 11-Meter-Schießen gewonnen haben. Die Tessiner sind den Italienern an der Ecke wohl recht wohl gesonnen! Schnell schlafe ich friedlich weiter.
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    Zuletzt geändert von Wafer; 30.08.2021, 11:27.

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  • Wafer
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    27. Tag: Anzonico - Arbedo
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    Samstag, 10. Juli 2021
    Strecke: 37 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 550 m, ↓ 1.250 m
    Gehzeit: 11 h 15

    Etappe: 67 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 1.800 m, ↓ 2.700 m
    Etappengehzeit: 20 h 45

    Gesamtstrecke: 623 Km
    Gesamthöhenunterschied: ↑ 17.425 m, ↓ 17.325 m
    Gesamtgehzeit: 152 h 45

    Nach einem guten Frühstück bin ich gegen halb Acht auf dem Weg gen Süden.

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Name: 01 Chironico auf der anderen Talseite liegt schon in der Sonne.jpg
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ID: 3072023
    Chironico auf der anderen Talseite liegt schon in der Sonne

    Ich starte also noch im Schatten. Es soll heute wieder ein schöner Tag werden. Mit viel Sonne. Da ist es mir ganz recht, dass ich zunächst noch im Schatten unterwegs bin. Tendenziell führt mich die Strada Alta bzw. der E1 aufwärts.

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Name: 02 Die Tessiner Alpen auf dem Weg nach Süden.jpg
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ID: 3072025
    Die Tessiner Alpen auf dem Weg nach Süden

    Mal über Wiesen und mal durch den Wald führt mich der Weg auf Cavagnago, den nächsten Ort, zu. Die Bahnlinie und die Autobahn sind tief unter mir im engen Tal des Ticino. Dadurch sehe ich sie zwar nicht aber man hört sie durchaus ab und zu.

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Name: 03 Die Strada Alta kurz vor Cavagnago.jpg
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ID: 3072029
    Die Strada Alta kurz vor Cavagnago

    Cavagnago ist ein netter, kleiner Ort, der hauptsächlich aus Holzhäusern besteht. Schön hier! Gefällt mir!

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Name: 04 Cavagnago.jpg
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ID: 3072026
    Cavagnago

    Fast alle Häuser scheinen noch bewohnt zu sein. Überhaupt scheint die Bevölkerung in den Orten hier am Weg recht stabil zu sein.
    Über Wiesen geht es weiter, tendenziell immer noch aufwärts, auf Ronzano zu. Inzwischen ist die Sonne auch auf dieser Hangseite angekommen und es wird langsam wärmer.

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Name: 05 Almwandern auf der Strada Alta.jpg
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ID: 3072033
    Almwandern auf der Strada Alta

    Zwischen Ronzano und Sobrio steht die Kirche zwischen den Orten. Normalerweise ist die Kirche der Ortsmittelpunkt. Hier nicht!

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Name: 06 Die Kirche mit Sobrio im Hintergrund.jpg
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ID: 3072032
    Die Kirche mit Sobrio im Hintergrund

    Die ersten 6 Km liegen für heute hinter mir. Da kann man schon mal an eine erste Pause denken.

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Name: 07 Pause in Sobrio mit Blick nach Norden.jpg
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ID: 3072035
    Pause in Sobrio mit Blick nach Norden

    Mit Sobrio ist für heute der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Hier hört auch das Hochplateau auf, auf dem hier die letzten Orte lagen. Also geht es ab hier abwärts. Bis zum Ticino in Pollegio, was auf ca. 300 Höhenmetern liegt, sind gute 800 Höhenmeter Abstieg. Der Weg ist gut markiert und wartet auch mit netten Wegzeichen auf.

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Name: 08 Wanderzeichen an der Strada Alta.jpg
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ID: 3072034
    Wanderzeichen an der Strada Alta

    Bevor es mir zu heiß wird verschwindet der Weg wieder im Wald. Sehr angenehm! Die Teerlastigkeit von gestern Vormittag ist hier wie weggeblasen. Es geht also auch ohne Beton und co. Das zeigt der Weg, der sich wohl für gestern Vormittag entschuldigen will.

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Name: 09 Der Riala Dragona wird überquert.jpg
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ID: 3072044
    Der Riala Dragona wird überquert

    Wasser gibt es auch heute wieder im Überfluss. Die Bäche sind schon fast Ströme und führen viel Wasser.

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Name: 10 Abwechslungsreiche Wege zwischen Sobrio und Corecco.jpg
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ID: 3072041
    Abwechslungsreiche Wege zwischen Sobrio und Corecco

    Immer wieder tauchen im Wald auf kleinen und größeren Lichtungen schicke, kleine Häuser auf. In der Regel sind sie in sehr gutem Zustand. Teilweise mit top gepflegtem Rasen in Steilhanglage ist das eine menge Arbeit. Hier schient das Landleben noch zu funktionieren! Oder die Städter haben hier ihre Wochenendhäuschen und halte die gut in Schuss.
    Der Weg wird an dem stellenweise recht steilen Hang entlang geführt und ist gut ausgebaut. Schön zu gehen!

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Name: 11 Hangwandern in der Leventina.jpg
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ID: 3072038
    Hangwandern in der Leventina

    Hier, oberhalb von Bodio, gibt es auch wieder kleine bist kleinste Weiler, die sich am Hang angesiedelt haben. Teilweise bestehen sie nur aus wenigen Häusern. Aber alle bewohnt! Dazwischen geht es auf tollen Waldwegen tendenziell abwärts.

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Name: 12 Alta Strada oberhalb von Bodio.jpg
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ID: 3072036
    Alta Strada oberhalb von Bodio

    Fast hätte ich die Abzweigung übersehen, die der E1 nimmt. Ein Waldweg führt steil abwärts. Er ist etwas breiter und ab und zu kann man Reifenspuren sehen. Ein normales Auto kommt hier aber kaum um die Kurven. Das werden wohl eher Quads oder sowas sein. Im Zick-Zack schraubt sich der weg den Hang hinunter. Bis der letzten kleine Weiler erreicht ist: Corecco.

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Name: 13 Corecco.jpg
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ID: 3072037
    Corecco

    Keine 10 Häuser stehen hier auf einer Lichtung. Aber auch hier wieder alles top in Schuss.

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Name: 14 Die Hauptstrasse von Corecco.jpg
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ID: 3072039
    Die Hauptstraße von Corecco

    Hier, keine 2 Km Luftlinie von Hochgeschwindigkeitsbahnlinie und Autobahn entfernt, gibt es noch nicht mal gepflasterte Straßen. Das tut dem schönen Ort aber keinen Abbruch!
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Name: 15 In Corecco blüht es.jpg
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ID: 3072040
    In Corecco blüht es

    Hinter dem Ort geht es wieder in den Wald und stetig abwärts. In großen und kleinen Kehren versucht der Weg die noch fehlenden Höhenmeter abzubauen. Es wird zunehmend steiler und felsiger.
    Oberhalb einer Felswand führt der Weg recht knapp am Abgrund vorbei.

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Name: 16 Pollegio liegt direkt unter mir.jpg
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ID: 3072043
    Pollegio liegt direkt unter mir

    Da, wo die Sonne hinscheint, ist es richtig heiß! Man merkt halt doch, dass es pro 100 Höhenmeter ca. 1°C wärmer wird. Das merken auch die hier heimischen Echsen und halten sich im Schatten oder am Wasser auf. Oder an beidem!
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Name: 17 Eine der vielen Krabbeltiere an den Felsen.jpg
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ID: 3072042
    Eine der vielen Krabbeltiere an den Felsen

    Die letzten 200 Höhenmeter werden dann mit Stufen überwunden, die sich an der Felswand entlang nach unten ziehen.

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Name: 18 Steiler Abstieg nach Pollegio.jpg
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ID: 3072046
    Steiler Abstieg nach Pollegio

    Das geht heftig in die Knie! So beschließe ich hier in Pollegio eine längere Mittagspause einzulegen. Ich finde direkt an der Hauptstraße ein kleines Restaurant, das einen Mittagstisch anbietet. Direkt am Hauptplatz kann ich mich unter einen Sonnenschirm verkriechen und die Beine entspannt unter einem Tisch parken.
    Mit vollem Bauch starte ich eine Stunde später wieder. Etwas mühsam sind die ersten Meter in der Mittagssonne ohne ein Lüftchen schon. Am Brunnen fülle ich meine Flaschen auf und ziehe los.
    So steil der Abstieg auch war, der Talboden ist topfeben.
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Name: 19 Pollegio ist erreicht.jpg
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ID: 3072045
    Pollegio ist erreicht

    Gleich hinter dem Dorf geht es auf die alte und die neue Bahnlinie zu. Dahinter liegt auch noch die Autobahn.

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Name: 20 Glauben im Schatten der Verkehrsinfrastruktur.jpg
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ID: 3072022
    Glauben im Schatten der Verkehrsinfrastruktur

    Die Kirche wird wohl zuerst dagewesen sein!
    Jetzt wird der E1 etwas wild geführt. Das habe ich mir während der Mittagspause schon auf der Karte angesehen. Er unterquert mehrfach die Verkehrsadern und zieht dann durch Biasca. An Sehenswürdigkeiten habe ich in dem Ort jetzt nicht viel gefunden. Also beschließe ich den Schlenker durch den Ort weg zu lassen und gleich am Ticino zu bleiben. Das ist gar nicht so einfach! So muss ich ein Stück an der Straße entlang. Fußgänger sind hier wohl nicht vorgesehen. Als ich wieder westlich des Ticino und auch wieder auf dem E1 bin, biegt der Weg aber von der Straße ab und wird direkt entlang des Flusses geführt.

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Name: 21 Schweizer Militärbunker am Ticino.jpg
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ID: 3072028
    Schweizer Militärbunker am Ticino

    Zum Glück wird der Weg meist im Wald geführt. Hier ist es in der Sonne brazelheiß!
    So richtig abwechslungsreich ist der Weg hier jetzt aber leider nicht mehr: Recht stur geradeaus fließt der Ticino hier gen Süden und der Wanderweg folgt ihm mit der gleichen Phantasielosigkeit.

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Name: 22 Flusswandern am Ticino.jpg
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ID: 3072031
    Flusswandern am Ticino

    Leichte Kurven sind hier schon eine große Abwechslung. So kommt man aber zumindest recht schnell vorwärts.
    Unterwegs stehen hier Bäume mit roten Mirabellen am Weg. Ich google ein wenig und finde heraus, dass die essbar sein müssten. Lecker! Schön süß!
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Name: 23 Ein Zufluss des Ticino bei Iragna wird überquert.jpg
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Größe: 217,8 KB
ID: 3072030
    Ein Zufluss des Ticino bei Iragna wird überquert

    Ungefähr ab hier suche ich nach einer Unterkunft. Aber hier ist weit und breit nichts zu finden. Deshalb ging der E1 wohl durch Biasca! Im nächsten Ort, Lodrino, soll es was geben. Hat aber zu. Ziemlich langfristig wie es aussieht. Also weiter.

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Name: 24 Der Ticino bei Lodrino.jpg
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Größe: 142,3 KB
ID: 3072024
    Der Ticino bei Lodrino

    Die nächste Übernachtungsmöglichkeit gibt es tatsächlich erst kurz vor Bellinzona. Das ist aber noch ein gutes Stück. Also lasse ich es mal laufen.
    Meist am Fluss entlang füllen sich jetzt die Wege. Die Hunde werden ausgeführt. Jetzt am späteren Nachmittag ist es am Fluss im Schatten der Bäume kühl genug. An Cresciano und Claro geht es vorbei immer weiter auf Bellinzona zu. So langsam reicht es mir aber wirklich! Die Pausen erfolgen in immer kürzeren Abständen. Ich versuche eine Pension in Arbedo zu buchen. Klappt aber nicht. Ich rufe an, erreiche aber niemanden. Was ist da los? Muss ich etwa noch weiter?
    Mitten im Autobahndreieck Bellinzona-Nord erreiche ich endlich jemanden. Man wisse aber nicht ob noch Zimmer frei seien, weil sie über das Internet gebucht werden müssten. Das klappt wieder nicht. Also gehe ich mal auf Verdacht hin. Dort hängt ein Computer an der Wand mit dem ich mir ein Zimmer reservieren kann. Nach einer Pizza falle ich recht müde ins Bett. Morgen geht es nach Bellinzona hinein und wieder etwas höher hinauf. Da bin ich mal gespannt! Dann also bis Morgen!
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    Zuletzt geändert von Wafer; 19.08.2021, 18:55.

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  • Wafer
    antwortet
    Hallo Dominik.
    Zitat von dominik_bsl Beitrag anzeigen
    Die Kirche von Calonico (San Martino) sieht man sehr schön, wenn man auf der Autobahn gen Süden fährt. Und darunter gibts ein paar nette Kletterrouten.
    Ich habe mir das daraufhin mal in Google-Street-View angesehen. Von unten sieht das ja völlig anders aus! Auf meinem Bild kann man ja erahnen, dass die Wiese da nicht so ganz eben ist, aber die Kirche steht ja auf dem letzten Eck und da geht es mal richtig runter! Auch zwischen diesen beiden Wiesenstücken, die man hier sieht.

    Gruß Wafer

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  • dominik_bsl
    antwortet
    Die Kirche von Calonico (San Martino) sieht man sehr schön, wenn man auf der Autobahn gen Süden fährt. Und darunter gibts ein paar nette Kletterrouten.

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  • Wafer
    antwortet
    26. Tag: Airolo - Anzonico
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Freitag, 9. Juli 2021
    Strecke: 30 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 1.250 m, ↓ 1.450 m
    Gehzeit: 9 h 30

    Etappe: 30 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 1.250 m, ↓ 1.450 m
    Etappengehzeit: 9 h 30

    Gesamtstrecke: 586 Km
    Gesamthöhenunterschied: ↑ 16.875 m, ↓ 16.075 m
    Gesamtgehzeit: 141 h 30

    Pünktlich um 8 Uhr kommt mein Zug aus dem Tunnel und hält eine Minute später am Bahnhof von Airolo. Die Sonne scheint – Na also, geht doch! Mit mir steigen etliche Outdoorfans aus: Radfahrer, Mountenbiker, Wanderer und Kletterer. Es scheint sich rumgesprochen zu haben, dass die nächsten Tage hier gut werden sollen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 01 Der Gotthardpass sieht aus wie das letzte Mal.jpg Ansichten: 0 Größe: 76,3 KB ID: 3064298
    Der Gotthardpass sieht aus wie das letzte Mal

    Ein jeder macht sich fertig und zieht los. Ich tue es ihnen gleich. Der Wegabschnitt, dem ich heute und die nächsten Tage folgen will, nennt sich Strada Alta und ist der Höhenweg entlang der Leventina hinunter bis Biasca. Diesem Weg folgt der Swiss Trail, auf den Schildern überall als Nummer 2 markiert, und damit der E1.
    Der Start ist gehörig teerlastig! Sonst sind die Schweizer doch ganz gut im Wanderwege bauen, aber hier haben sie sich in dieser Richtung nicht mit Ruhm bekleckert! Die Straße führt mich am Friedhof vorbei.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 02 Auf dem Friedhof von Airolo ist es sonnig.jpg Ansichten: 0 Größe: 101,5 KB ID: 3064299
    Auf dem Friedhof von Airolo ist es sonnig

    Airolo ist erstaunlich groß. Es zieht sich ganz schön am Hang entlang. Und an so manchem Haus ist klar erkennbar, was die Region die letzten Jahrzehnte und fast schon Jahrhunderte geprägt hat.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 03 Die Eisenbahnvergangenheit lebt in Airolo.jpg Ansichten: 0 Größe: 79,4 KB ID: 3064300
    Die Eisenbahnvergangenheit lebt in Airolo

    Man sieht dem Weg schon an, dass er nicht der Bahnlinie und der Autobahn folgen will. Das ist auch gut so! Die beiden produzieren hier in dem engen Tal einiges an Lärm.
    Über einen Bach, der aufgrund des wohl auch hier recht feuchten Wetters der letzten Tage recht voll ist, geht es nach Madrano hinüber.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29468.jpg Ansichten: 3 Größe: 95,6 KB ID: 3064304
    Über Wiesenwege wie hier geht es von Ortsteil zu Ortsteil

    In Madrano glaube ich dem lokalen Wanderzeichen und lande wieder auf einer Straße anstelle der Wiesenwege, auf denen der GPX-Track entlang wollte.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29467.jpg Ansichten: 3 Größe: 127,5 KB ID: 3064303
    Klare schweizer Markierung

    Als ich dann an die Stelle komme, an der der GPX-Track auch wieder auf die Straße kommt weißt der Wegweiser, der den Swiss Trail andersherum beschildert, genau über diese verpassten Wiesenwege. Noch dazu sehen die Wege sehr ansprechend aus! Auf jeden Fall besser als die Straße, die ich hier raufgekommen bin!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29466.jpg Ansichten: 5 Größe: 86,9 KB ID: 3064301 Eigentlich hängt nur der Hauptkamm in den Wolken

    Aber jetzt geht es von der Straße runter. Auf einem schönen Höhenweg geht es stetig aufwärts.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29470.jpg Ansichten: 3 Größe: 142,2 KB ID: 3064306
    Schattiges Plateauwandern zwischen Airolo und Brunasco

    Der Weg will wohl einen möglichst großen Abstand zur Verkehrsinfrastruktur schaffen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29469.jpg Ansichten: 3 Größe: 100,1 KB ID: 3064305
    Infrastrukturtal Leventina

    Viel zu schnell geht es wieder auf die Straße um zum nächsten Ort zu führen. Auch nach Brunasco geht es auf der Straße entlang. Da müssen die sich unbedingt was einfallen lassen! Vor Altanca verlasse ich die Straße wieder für ein Stück ganz hübschen Weg. Der quert eine der steilsten Standseilbahnen der Schweiz: Die Bahn hinauf zum Lago Ritom.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29471.jpg Ansichten: 3 Größe: 321,8 KB ID: 3064307
    Die Standseilbahn zum Lago Ritom - Eine der steilsten der Schweiz

    Das Zugseil wird neben der Strecke ins Tal geführt, wo der Antrieb liegt. Interessante Konstruktion!
    Weiter geht es auf Altanca zu.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29472.jpg Ansichten: 3 Größe: 430,7 KB ID: 3064308
    Begegnungen auf dem E1 bei Altanca

    Was mir hier auffällt: Man hört die Bahnlinie und die Autobahn hier oben recht deutlich. Beim Aufstieg durch das Reusstal habe ich das nicht so laut empfunden. Hier werden die aber auch mehr am Talgrund und weniger im Berg oder in tieferen Spalten geführt. Aber vielleicht ist das auch nur subjektiv.
    In Altanca mache ich dann die erste Pause.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 11 Pause in Altanca.jpg Ansichten: 5 Größe: 97,9 KB ID: 3064316
    Pause in Altanca

    Als Animation werden mir diverse Hubschraubermanöver geboten, die vermutlich durch die Baustelle bei der Erneuerung des Ritom-Kraftwerkes verursacht werden. Schon wild, wie die mit diesen Lasten am langen Seil durch die engen Täler fliegen!
    Hinter Altanca geht es wieder auf der Straße entlang. Dafür ist der gebotene Blick echt schön. Das wäre ein wirklich schönes Tal wenn hier nicht die Hauptschlagader des Transalpinen Verkehrs durchgehen würde!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 12 Die Leventina.jpg Ansichten: 6 Größe: 88,0 KB ID: 3064313
    Die Leventina

    Über Ronco und Deggio geht es meist auf der Straße nach San Martino. Hier wird die Straßen erstmals für längere Zeit verlassen. Der höchste Punkt mit ca. 1.400 Metern liegt jetzt auch schon hinter mir. Über Wiesen geht es langsam aufwärts durch die einzelnen Höfe von San Martino.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 13 Hilfreiches und Schönes am Wegesrand.jpg Ansichten: 6 Größe: 220,0 KB ID: 3064310
    Hilfreiches und Schönes am Wegesrand

    Auf diesen Höfen scheinen auch ein paar kreative Menschen zu wohnen, die sich wohl auch mit anderen Kulturen beschäftigt haben.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 14 Ich bin nicht alleine auf dem Weg.jpg Ansichten: 6 Größe: 268,5 KB ID: 3064312
    Ich bin nicht alleine auf dem Weg

    Überhaupt ist hier recht wenig los. Heute Morgen an der Bahn hatte ich schon schlimmes befürchtet aber ich habe bisher weder Radler noch Wanderer getroffen.
    Mit Lurengo ist der letzte Ort auf diesem Teil des Plateaus erreicht. Damit hört auch die Straße auf und es geht auf Feld- und Wiesenwegen weiter. Immer noch sehr nass zieht der Weg weiter grob nach Süd-Ost und führt mich auf einen Wald zu.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 15 Feuchte Wiesenwege hinter Lurengo.jpg Ansichten: 6 Größe: 115,6 KB ID: 3064314
    Feuchte Wiesenwege hinter Lurengo

    Im Wald wird es angenehm: So langsam wird es nämlich richtig warm! Das Tal macht hier eine Stufe abwärts. Die Autobahn macht das in Tunneln, die Bahn in Kehrtunnels und der Wanderweg führt mich durch bewaldetes Felsengelände abwärts. Schöne Pausenplätze inklusive!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 16 Ein toller Pausenplatz hoch über Freggio.jpg Ansichten: 5 Größe: 112,2 KB ID: 3064318
    Ein toller Pausenplatz hoch über Freggio

    Wie ich später erfahre wird an den Felsen, durch die der Wanderweg hier führt, recht viel geklettert. Dadurch wird die Wegführung auch deutlich interessanter als bisher!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 17 Schöne Wege nach Freggio.jpg Ansichten: 5 Größe: 287,0 KB ID: 3064323
    Schöne Wege nach Freggio

    Freggio ist ein kleiner Weiler, der das nächste Plateau einläutet.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 18 Freggio.jpg Ansichten: 5 Größe: 117,3 KB ID: 3064320
    Freggio

    Die haben auch eine sehr schöne Kirche: San Bernardo. Ein Blick lohnt sich! Schon erstaunlich, was diese kleinen Weiler am Ende der Welt für Kirchen bauen!
    In der prallen Mittagssonne geht es über Wiesen den Südhang hinauf nach Osco. Hier wird gleich am Ortseingang für ein Restaurant geworben, das auch Unterkünfte anbietet. Das hatte ich eigentlich für heute als Tagesziel ins Auge gefasst. Es ist aber gerade mal 13 Uhr als ich auf der Terrasse des Restaurants sitze. Der Mittagstisch ist ein Kalbsbraten mit Polenta und Rotweinsauce. Zum Menü gehört noch ein Salat und eine Creme Karamell.
    Was mache ich jetzt mit dem Rest vom Tag? Irgendwie habe ich noch keine rechte Lust hier schon für heute Schluss zu machen. Also packe ich meine Sachen nach dem Mittagesse nochmal zusammen und mache mich wieder auf den Weg.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 19 Osco wird verlassen.jpg Ansichten: 5 Größe: 100,2 KB ID: 3064321
    Osco wird verlassen

    Die nächste Unterkunft soll aber erst in Anzonico sein. Aber da kommen wieder einige Weiler, die alle über einen Busanschluss verfügen. Wenn ich keine Lust mehr habe steige ich einfach in den nächsten Bus und fahre nach Faido hinunter oder nach Cari hinauf. Und morgen wieder zurück. Plan B steht also. Da kann ich unbeschwert weiter.
    Der Weg verläuft hier nur noch selten über Teer. Dafür mehren sich die Stellen, an denen das Wasser zeigt, was es kann.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20 Wilde Wasser stürzen zu Tal.jpg Ansichten: 5 Größe: 156,1 KB ID: 3064325
    Wilde Wasser stürzen zu Tal

    Regelmäßig muss man hier über Bäche, die derzeit viel Wasser führen. Der Weg ist jetzt richtig schön! Warum nicht gleich so?

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 21 Genusswandern zwischen Osco und Anzonico.jpg Ansichten: 5 Größe: 312,8 KB ID: 3064335
    Genusswandern zwischen Osco und Anzonico

    Im nächsten Ort Calpiogna steht ein ganz cooler Brunnen: Er hat in der Mitte 2 Wasserarme in 2 Richtungen und ein Dach drüber. Überhaupt scheint Wasser hier in der Gegend keine Mangelware zu sein. Jeder Ort hat mindestens einen Brunnen mit Trinkwasser. Meistens mehr.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 22 Brunnen in Calpiogna.jpg Ansichten: 5 Größe: 100,0 KB ID: 3064327
    Brunnen in Calpiogna

    Der Wanderweg auf diesem Plateau führt mich wieder von Weiler zu Weiler. Aber eben nicht über die Straßen. Schön hier! So merke ich kaum, dass ich immer weiter komme. Auf Figgione folgt Rossura und Tengia. Und als Kontrast zum lupenreinen Sommer hier auf dem Plateau gibt es auf der anderen Talseite so manche bezuckerte Bergspitzen zu sehen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 23 Letzte Nacht muss es oben geschneit haben.jpg Ansichten: 5 Größe: 125,8 KB ID: 3064329
    Letzte Nacht muss es oben geschneit haben

    Tengia ist der letzte Ort mir Busanschluss vor Anzonico. Da telefoniere ich mal nach einem Quartier. Ich bekomme in Anzonico ein Einzelzimmer. Das sind zwar noch ein paar Meter aber ich habe ja noch Zeit.
    Was ich übersehen habe: In Tengia endet dieses Hochplateau und Anzonico liegt auf einem anderen. Und dazwischen muss ich nochmal anständig hoch.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 24 Wasserfall nach Tengia.jpg Ansichten: 5 Größe: 151,6 KB ID: 3064331
    Wasserfall nach Tengia

    Bei so schönen Wegen aber kein unüberwindliches Problem! Die Bäche werden hier unter grandiosen Wasserfällen gequert. Ich denke mit weniger Wasser nicht halb so schön. Neben so manchem Fall haben sich Einheimische niedergelassen und lesen Zeitung. An ein paar richtig schönen Almen geht es dahin. Die Sonne wird schon recht Nachmittäglich.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 25 Wandern nach Calonico.jpg Ansichten: 5 Größe: 132,2 KB ID: 3064333
    Wandern nach Calonico

    Beim Queren eines Baches vor Calonico fehlt die Brücke bzw. der Steg. Ich brauche ziemlich, bis ich da drüber bin. Umso fahrlässiger durchwate ich die Furt beim nächsten ohne recht aufzupassen. Prompt läuft mir das Wasser oben in die Schuhe. Das ist jetzt schon fast eine Garantiekarte für Blasen. So mache ich etwas langsamer und komme nach Calonico.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 26 Die Kirche von Calonico.jpg Ansichten: 6 Größe: 91,1 KB ID: 3064311
    Die Kirche von Calonico

    Hier lege ich meine Füße trocken und ziehe die Hüttenschuhe an. Nun kann ich aber nicht mehr auf diesen schönen kleinen Wegen wandern.
    So halte ich mich diesmal von mir aus an die Straße und wandere die letzten 3 Km mit sporadisch toller Sicht nach Anzonico.
    Die kleine Osteria am Ortseingang ist wirklich klasse: Nette Leute, gutes Essen, schöne Zimmer, ... So richtig genießen kann ich das aber nicht. Ich bin ganz schön fertig. Ich wollte doch eigentlich kürzere erste Tage machen. Aber wiedermal habe ich das nicht geschafft. Aber ich fühle mich gut und bin früh im Bett.
    So kann es gerne weiter gehen! Ich freue mich auf Morgen! Gute Nacht!
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Wafer; 21.07.2021, 18:41.

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  • Wafer
    antwortet
    Prolog 5. Etappe
    Corona geht mir so langsam richtig auf den Senkel! Als Genesener, der aber mehr als 6 Monate genesen ist, fällt man irgendwie durchs Raster. Aber was hilft das Schimpfen? Nix! Also lassen wir es! Das Wetter ist höchst instabil, aber im Süden des Alpenhauptkamms soll es stabiler sein. Also rein in den Zug und ab nach Süden. Unterwegs merke ich dann, was ich alles vergessen habe. Na, hoffentlich geht das nicht so weiter! Irgendwie bin ich beim Packen wohl etwas außer Übung! Das muss dringend geändert werden.
    So trudle ich am späten Abend in Flüelen ein und komme in einem einfachen Gasthaus unter. Die Planung ist morgen nach Airolo hinauf zu fahren und ab dort die nächsten Tage gen Süden zu wandern bis Lust, Zeit oder gutes Wetter ausgehen.
    Am Morgen stehe ich auf und blicke aus dem Fenster: Eine herbe Enttäuschung! Man sieht einfach garnix! Nach einem kurzen Frühstück mache ich mich auf in Richtung Bahnhof. Von dort hat man einen Blick über den See. Da sieht es allerdings noch nicht wesentlich besser aus.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 00 Regen und Wolken über dem Vierwaldstätter See.jpg
Ansichten: 335
Größe: 48,7 KB
ID: 3063363
    Regen und Wolken über dem Vierwaldstätter See

    Der erste Interregio bringt mich über die alte Bahnlinie hinauf nach Göschenen und durch den Gotthard-Scheitel-Tunnel.

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  • vergissminet
    antwortet
    Bekommt Ihr Benachrichtigungen nun auch mit einem etwas längerem Betreff?

    "Neuer Beitrag in deinem Forum Abschicken Abonnement: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden"

    Ich schaue jedenfalls weiterhin gleich nach, wenn es hier etwas neues im Forum Abschicken Abonnement gibt.

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  • Wafer
    antwortet
    Zitat von German Tourist Beitrag anzeigen
    Der E1 und der Sentiero Italia verlaufen weitgehend parallel und streckenweise sogar gleich. ...
    Danke für die Infos! Ich habe inzwischen auch deinen Bericht über den Sentiero Italia gelesen. Ich denke mit den Informationen komme ich die nächste Zeit auf dem E1 weiter!

    Epilog 4. Etappe
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Gerne wäre ich wenigstens noch bis Bellinzona gekommen. Dort bin ich seinerzeit auf meinem Alpencross über den San Bernadino vom Bodensee zum Lago Maggiore durch gekommen. Das wäre von der Zeit her noch drin gewesen. Aber nachdem ich die letzten 10 Tage auf dem E5 und dem E1 so schönes Wetter hatte verschiebe ich diese Aussichtsetappen lieber auf ein anderes Mal mit besserem Wetter. Vielleicht klappt es ja dieses Jahr noch?
    Der Weg war durchgehend sehr gut markiert. Das hatte ich in der Schweiz auch erwartet. Die sind in der Richtung vorbildlich ausgestattet! Bis auf den Teil von Fluelen nach Amsteg war der Weg wirklich schön! Damit hatte ich nicht gerechnet weil ich über diesen Teil des Weges schon recht viel gelesen habe und eigentlich eher schlechtes gehört habe. Der Teil von Fluelen nach Amsteg ging fast ausschließlich an der Reuss und der Autobahn entlang. Hier wäre es schön, wenn man sich mal eine Alternative überlegen würde. Vielleicht kennt ja jemand eine?
    Klar, das ist kein Weg mit alpinen Herausforderungen und Gipfeln aber als Fernwanderweg erstaunlich abwechslungsreich und mit vielen Höhenmetern behaftet. Da zeigt der E1, dass er einiges zu bieten hat! Mit dem Gotthardpass und seinen 2.106 Höhenmetern ist der höchste Punkt des E1 erreicht. Damit bin ich genau genommen auch auf der Alpensüdseite angekommen. Hier werden mir noch einige Landschaftsveränderungen bevorstehen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich das in den nächsten Jahren noch weiter verfolgen werde. Mal sehen was die Zeit so bringt. Vor allem wann wir das Corona-Thema so weit hinter uns haben, dass es keine Probleme mit Unterkünften oder Quarantäne mehr gibt.
    Angehängte Dateien

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  • German Tourist
    antwortet
    Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo German Tourist.
    Wie weit ist für dich "Mittelitalien"? Ich will mitten durch den Appenin, und da scheint der E1 doch zumindest durch zu führen. Ab wann verliert sich der Weg bzw. ab wann wäre der Sentiero besser? Das kann aber noch etwas dauern bis ich dort hinkomme. Du kennst meinen Wandermodus? Ich bevorzuge Betten und viel Kontakt zur Bevölkerung!
    Der E1 und der Sentiero Italia verlaufen weitgehend parallel und streckenweise sogar gleich. Die große Ausnahme ist die Poebene. Während der SI den kompletten Alpenbogen durchläuft, kürzt der E1 durch die Poebene ab. Hier bin ich den E1 gelaufen - leider mitten im Hochsommer, wovon ich dringend abrate. Die Hitze in Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit sind mörderisch. Hier war der E1 einmal sogar durch einen Zaun mit Videoüberwachung abgesperrt ...
    Danach geht es für den E1 und den SI mehr oder minder deckungsgleich bzw. parallel auf die Alta Via dei Monti Liguri und die Grande Escursione Appeninnica. Hier hast du keine Probleme, wenn du dich einfach an diese populären Wege hältst. Sobald die GEA endet, würde ich immer den SI vorziehen, der schon Stand heute mehr oder minder durchgängig markiert ist, wenn auch manchmal ziemlich überwachsen. Aber der SI wird ständig weiter bearbeitet und verbessert, während ich beim E1 nur Verfall des ohnehin nicht durchgängig existierenden Weges feststellen konnte. Es gibt kaum dezidierte E1-Markierungen und oft existierten nicht mal die Pfade, auf denen er verlaufen sollte.

    Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Wir werden sehen .... und ich ich hoffentlich auch bei einem Reisebericht deinerseits!
    Ich habe von unterwegs täglich auf FB auf Deutsch gepostet - das kann man sich auch ohne Anmeldung bei FB anschauen.

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  • Wafer
    antwortet
    Hallo German Tourist.

    Schön von dir zu lesen! Ich fand das eine tolle Gegend und will da noch weiter wandern. Auf jeden Fall bis Italien!
    Zitat von German Tourist Beitrag anzeigen
    Und falls Du noch durch Italien weiterlaufen willst, kann ich Dir vom E1 nur abraten. Ab Mittelitalien existiert er dort mehr auf dem Papier als denn in der Landschaft. Mit dem Sentiero Italia bist Du dort besser bedient.
    Wie weit ist für dich "Mittelitalien"? Ich will mitten durch den Appenin, und da scheint der E1 doch zumindest durch zu führen. Ab wann verliert sich der Weg bzw. ab wann wäre der Sentiero besser? Das kann aber noch etwas dauern bis ich dort hinkomme. Du kennst meinen Wandermodus? Ich bevorzuge Betten und viel Kontakt zur Bevölkerung!
    Im Falle dieser Wanderung war der E1 für mich auch nur "Ausweichstrecke". Wobei er mir wirklich gut gefallen hat und ich auf jeden Fall noch weiter gehen will.

    Wir werden sehen .... und ich ich hoffentlich auch bei einem Reisebericht deinerseits!

    Bis hoffentlich bald mal wieder!

    Wafer

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  • German Tourist
    antwortet
    Das ist ja lustig! Ich war auf derselben Strecke exakt eine Woche nach Dir unterwegs. Den Bericht habe ich aber erst jetzt entdeckt, weil ich dann noch bis Sizilien weitergelaufen bin ...

    Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Direkt an der Autobahnraststätte wird eine neue Brücke über die Reuss gebaut. Wohl damit die Wanderer, die auf dem Wanderweg unterwegs sind, zur Raststätte hinüber können. Warum man dazu den ganzen Wanderweg sperren muss ist mir allerdings ein Rätsel.
    Hier hättest Du Dir den Umweg übrigens sparen können. Nachdem mir hier Radfahrer entgegengekommen sind, bin ich einfach auf dem gesperrten Weg weitergelaufen - war kein Problem.

    Im Gegensatz zu Dir hat mich der Autobahnlärm aber wahnsinnig genervt. Außerdem war ich wildzeltend unterwegs und hatte in diesem Abschnitt massiv Probleme einen ebenen, diskreten und ruhigen Zeltplatz zu finden. Ich habe den E1 durch die Schweiz eigentlich nur gewählt, weil ich so sehr zügig mit nur einem Pass durchgekommen bin. Berge hatte ich dann danach auf dem E1/Sentiero Italia in 3,5 Monaten Italien noch mehr als genug ...

    Und falls Du noch durch Italien weiterlaufen willst, kann ich Dir vom E1 nur abraten. Ab Mittelitalien existiert er dort mehr auf dem Papier als denn in der Landschaft. Mit dem Sentiero Italia bist Du dort besser bedient.

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  • Wafer
    antwortet
    25. Tag: Gotthardpass - Airolo
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Donnerstag, 16. Juli 2020
    Strecke: 8 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 25 m, ↓ 975 m
    Gehzeit: 2 h

    Etappe: 77 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 2.825 m, ↓ 2.125 m
    Etappengehzeit: 21 h

    Gesamtstrecke: 584 Km
    Gesamthöhenunterschied: ↑ 15.625 m, ↓ 14.625 m
    Gesamtgehzeit: 142 h

    Der Morgen kommt wie der Abend gegangen ist: Wolkenverhangen. Ich schaue mir diverse Wetterberichte an. Leider sind sich alle ziemlich einig: So richtig prickelnd wird das heute nicht! Aber am Vormittag soll es zumindest mal nicht ständig regnen. So gehe ich frühstücken und warte dann darauf, dass es aufhört. Irgendwann zwischen 8 und 9 Uhr ist es dann so weit: Ich ziehe los.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 01 Das Albergo San Gottardo.jpg Ansichten: 335 Größe: 364,3 KB ID: 3004837
    Das Albergo San Gottardo

    Eigentlich geht es heute nur abwärts. Zunächst verhalten, später recht zügig. Ein schöner Wanderweg zieht etwas abseits der alten Via Tremola nach Süden.
    Wie alt der Weg ist kann man recht gut erkennen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 02 Bruecke ueber den Foss an der Via Tremola.jpg Ansichten: 320 Größe: 543,6 KB ID: 3004834
    Brücke über den Foss an der Via Tremola

    Der Wanderweg verläuft neben den Darmschlingen der Via Tremola recht direkt in Richtung Süden. Da es heute mir der Sicht nicht so weit her ist fährt hier heute kaum einer. Die meisten nehmen wohl die neue Straße, die nicht so ganz den direkten Weg am Foss entlang nimmt. Und Wanderer treffe ich heute gar keine. So genieße ich die Ruhe und die Aussicht.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 03 Airolo kommt in Sicht.jpg Ansichten: 309 Größe: 386,0 KB ID: 3004835
    Airolo kommt in Sicht

    Irgendwie ist heute nicht mein Tag: Neben dem schlechten Wetter habe ich wohl irgendwas an der Kamera verstellt und merke es nicht. So wird fast alles unscharf. Aber so viel gibt das mit dem Wetter heute eh nicht her. Über schöne Wiesenwege komme ich erst an Kasernen vorbei und dann von oben nach Airolo hinein. Am Ortsrand beginnt es schon wieder zu tröpfeln. So schlage ich mich zunächst durch die Gassen auf der Suche nach einem schönen Café für ein zweites Frühstück.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 04 Chiesa Santi Nazario e Celso in Airolo.jpg Ansichten: 308 Größe: 276,6 KB ID: 3004836
    Chiesa Santi Nazario e Celso in Airolo

    Direkt am Bahnhof gibt es reichlich Möglichkeiten dafür. Auf einer überdachten Terrasse wird von mir meine weitere Planung überdacht. Die Meinung der diversen Wetterberichte wird immer schlechter. Und die Aussicht zunehmend auch: Die Bergspitzen verschwinden in Wolken und vom Pass her ziehen weitere Wolken ins Tal. In einem Regenloch erhasche ich nochmal einen Blick auf meinen bisherigen Abstiegsweg.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 05 Abschiegsblick vom Bahnhofvorplatz in Airolo hinauf in Richtung Gotthardpass.jpg Ansichten: 307 Größe: 379,2 KB ID: 3004838
    Ausblick vom Bahnhofvorplatz in Airolo hinauf in Richtung Gotthardpass

    Als ich den nächsten Supermarkt zum Vorräte Auffrischen ansteuern will werde ich erstmal richtig nass. Also zurück ins Café und ein drittes Frühstück bestellen. Das mit dem Regen wird aber nicht besser. Da ich jetzt nur noch wenige Tage bis zu einem Geburtstag in der Familie habe, macht es wenig Sinn auf Wetterbesserung zu warten. Die soll zwar kommen aber zu spät. So überquere ich bei nächster Gelegenheit die Straße und steige in den nächsten Zug in Richtung Norden.
    Auf der Rückfahrt kann ich vom trockenen Platz im Zug aus genau verfolgen, wo ich die letzten Tage unterwegs war. Schön, dass die Züge hier nicht so rasen können! Da sieht man wenigstens etwas.
    Erstaunlich schnell, aber mit recht viel Umsteigen, komme ich in Waldshut an und laufe noch bis zu meinem Auto. Hier stelle ich fest, dass ich richtig Glück gehabt habe: Der Parkplatz soll ab morgen wohl für ein Fest über das nächste Wochenende gesperrt werden und nicht entfernte Autos werden kostenpflichtig abgeschleppt. Das stand vor 10 Tagen da noch nicht dran! Ohne weiteres Umsteigen komme ich recht zügig nach Hause.
    Schön war’s!!!
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Wafer; 28.12.2020, 18:33.

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  • MLO
    antwortet
    AW: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

    Wie war denn damals die Wegführung?
    Hallo Wafer!

    Wenn ich das noch so genau wüsste ...
    Ich bin damals den Wegbeschreibungen eines grünen Wanderbüchleins 'Von Basel nach Lugano' gefolgt. Und musste einige Umwege in Kauf nehmen, da vor allem im Reußtal die Beschreibungen nicht mehr stimmten.

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  • Wafer
    antwortet
    AW: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

    Hallo MLO.

    Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    Wieder sehr schön berichtet, Danke!
    Vielen Danke! Das liest man doch immer wieder gerne!
    Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    Manches kommt mir bekannt vor, manches sehr verändert...
    Nun, meine Tour Basel -> Lugano war Anfang der 70er Jahre, wo vor allem beim Auf- und Abstieg zum Pass die Wegfindung sich schwierig gestaltete. Damals wurde gerade die Autobahn zu dem neuen Tunnel gebaut.
    Lange her!
    Wie war denn damals die Wegführung? So richtig viele Stellen, wo ich um die Autobahn herumturnen musste gab es eigentlich nicht. Und viele Betonbauten aus den 80ern und 90ern habe ich nicht gesehen. Der Großteil der Bauten in dem Tal ab Amsteg war eigentlich älter als die Autobahn. Der Wanderweg ab Hostpental wird sich kaum in den letzten Jahrzehnten verändert haben: Da gab es kaum neue Bauwerke. Eigentlich nur den Lüftungsschacht für den Strassentunnel An der Südrampe wurde die neue Gotthardstrasse erst gegen Ende der 70er Jahre fertiggestellt. Da könnte der Wanderweg sind verändert haben.

    Gruß Wafer

    Zitat von thedutch Beitrag anzeigen
    Hi Wafer,
    danke für das mitnehmen auf dein Tour. Herrlich zum kurz wegschweifen aus der reale Welt.
    Danke, Danke!!!

    Zitat von dominik_bsl Beitrag anzeigen
    Grüss Dich Wafer

    Ein sehr schöner und gut geschriebener Bericht. 2008 bin ich von Basel nach Airolo gelaufen und die Abschnitte ab Flüelen sind mir daher vertraut. Auf dem Gotthard gab es damals im Nebenhaus einen schön eingerichten Massenschlag für kleines Geld. Heute nicht mehr?

    LG
    Dominik

    PS:
    Mein einziger auf ODS veröffentlicher Tourenbericht
    Hallo Dominik.

    Ich habe deinen Bericht gerade gelesen. Sehr schön! Auf der Tour nass zu werden scheint wohl unausweichlich zu sein. Wobei du da mehr Pech hattest als ich. Und gerade im unteren Reusstal scheinst du einen anderen Weg gegangen zu sein. Kann das sein? Wie war denn da die Wegführung genau? Gerade für das Stück von Fluelen bis Amsteg wäre eine alternative Wegführung über Wiesen, Felder und Berghänge sicher ansprechender als direkt an Reuss und Autobahn entlang. Also wenn du da einen GPX-Track hättest, den würde ich mir gerne mal ansehen. Das Stück war ausgesprochen dröge. Bis Fluelen und ab Amsteg fand ich den Weg sehr schön. Und von der Autobahn habe ich ab Amsteg erstaunlich wenig mitbekommen. Da hatte ich mit mehr gerechnet.
    Das Nebenhaus am Gotthardhospiz gibt es noch. Aufgrund von Corona wurde dort aber nur sparsam und mit zusammengehörigen Gruppen belegt. Da waren 2 der Schweizer untergekommen, mit denen ich den Abend verbracht habe. Ich habe mich ja erst recht spät entschieden am Pass zu übernachten, weil ich eigentlich noch bis Airolo absteigen wollte. Das wäre im Regen notfalls auch gegangen aber auf meinen letzten Touren hatte ich so viel Wetterglück, dass ich mich zunehmend zum Warmduscher-Wanderer entwickelt habe und ich schlechtem Wetter gerne ausweiche, wenn ich die Möglichkeit dazu habe. Und gerade auf Fernwanderwegen mit guten An- und Abreisemöglichkeiten ist sowas doch recht gut möglich - wenn man zeitlich ausreichend flexibel ist.

    Gruß Wafer

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  • dominik_bsl
    antwortet
    AW: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

    Grüss Dich Wafer

    Ein sehr schöner und gut geschriebener Bericht. 2008 bin ich von Basel nach Airolo gelaufen und die Abschnitte ab Flüelen sind mir daher vertraut. Auf dem Gotthard gab es damals im Nebenhaus einen schön eingerichten Massenschlag für kleines Geld. Heute nicht mehr?

    LG
    Dominik

    PS:
    Mein einziger auf ODS veröffentlicher Tourenbericht

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  • thedutch
    antwortet
    AW: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

    Hi Wafer,
    danke für das mitnehmen auf dein Tour. Herrlich zum kurz wegschweifen aus der reale Welt.

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  • MLO
    antwortet
    AW: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

    Wieder sehr schön berichtet, Danke!
    Manches kommt mir bekannt vor, manches sehr verändert...
    Nun, meine Tour Basel -> Lugano war Anfang der 70er Jahre, wo vor allem beim Auf- und Abstieg zum Pass die Wegfindung sich schwierig gestaltete. Damals wurde gerade die Autobahn zu dem neuen Tunnel gebaut.
    Lange her!

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  • Wafer
    antwortet
    AW: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

    24. Tag: Andermatt - Gotthardpass
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Mittwoch, 15. Juli 2020
    Strecke: 13 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 725 m, ↓ 75 m
    Gehzeit: 4 h

    Etappe: 69 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 2.850 m, ↓ 1.150 m
    Etappengehzeit: 15 h

    Gesamtstrecke: 576 Km
    Gesamthöhenunterschied: ↑ 15.600 m, ↓ 13.750 m
    Gesamtgehzeit: 140 h

    Ich wache heute deutlich später auf als gestern. Und ein erster Blick aus dem Fenster zeigt Nieselregen. Also drehe ich mich nochmal rum und schlafe noch eine Runde.


    Mein hoch modernes Zimmer in Andermatt

    So kann ich den Tag auch etwas ruhiger angehen lassen. Nach einem guten Frühstück stehe ich vor der Tür und harre des Wetters, das da heute kommen soll. Da streiten sich aber noch die Gelehrten bzw. Wetterdienste. Da lasse ich sie mal streiten und ziehe los. Da ich direkt im Kern des alten Dorfes wohnte mache ich noch einen Bogen zur Kirche St. Peter und Paul. Und die ist sogar offen.


    In der Pfarrkirche St. Peter und Paul

    Ein Blick, der sich lohnt! Macht irgendwie mehr her als die Hotelbunker und die Kasernen am Ortseingang!
    Andermatt ist gar nicht so groß; gerade mal 1.390 Einwohner sind hier gemeldet. Und der Tourismus ist hier nicht ganz so ausufernd wie in Österreich.


    Andermatt am trüben Vormittag

    Ganz grob führt mich der E1 in Richtung Westen auf den Ort Hospental zu. Nicht ohne mich schon mal mit ein paar Höhenmetern darauf hinzuweisen, dass heute noch ein paar mehr kommen. So komme ich von oben in den alten Ortskern hinein.


    Der Grat über Hospental hängt in den Wolken

    Es bleibt jetzt zwar trocken aber die Wolken lassen den Gipfeln keine Chance. Die Wirtschaften lassen mir auch keine Chance auf ein zweites Frühstück. Also gehe ich den Aufstieg zum Pass in aller Ruhe an.


    Hospental mit seiner Burgruine

    Mit Weitsicht ist heute nicht viel los. Schade! Der Wetterbericht hatte eigentlich anderes berichtet. Aber so ist das eben am Hauptkamm: Da kann man sich auf das Wetter nicht verlassen.
    Also die Augen mehr ich Richtung Boden. Da gibt es schließlich auch genug zu sehen!


    Alpine Bergblumen oberhalb von Hostpental

    Auf kleinen Pfaden geht es abseits der Gotthardstraße aufwärts. Ab Hospental bin ich damals (ich habe gerade nachgeschaut: es war 1993) mit Langlaufski auf der verschneiten Straße mit dem gleichen Ziel wie heute gestartet: Airolo.


    Wanderweg bei Hospental

    Ich halte mich heute aber abseits der Straße und genieße den kleinen Steig. Und vor allem auch die Flora der Region!


    Disteln in der Alpinvariante

    Das Tal hinauf zum Gotthardpass ist nicht sehr breit. Neben meinem Wanderweg führt dort noch die Passstraße und eine Hochspannungsleitung hinauf. Geht eigentlich noch! Zumal sich der Verkehr heute sehr zurück hält!


    Im Tal der Gotthardreuss

    Die Reuss, die gestern so Wasserstark daher kam, wird bei Andermatt durch den Zusammenfluss von Oberalpreus, Unteralpreus, Furkareus und Gotthardreus gebildet. Kein Wunder, dass der Bach am Weg heute so zart daher kommt!


    Kleiner Wasserfall der Gotthardreuss

    Ziemlich gleichmäßig zieht der Wanderweg meist nicht weit weg von der Reuss aufwärts. Aber so ganz lässt sich die Zivilisation hier nicht vergessen: Belüftungsschächte des Gotthardstraßentunnels und Rasthäuser an der Gotthardpassstraße zeugen von der Wichtigkeit dieser Passquerung in den letzten Jahrhunderten.


    Rasthof Mätteli an der Gotthardstraße

    Der Wanderweg zieht unbeirrt, wie die letzten Jahrhunderte vermutlich auch, weiter hinauf. Der Bewuchs der Landschaft wird immer karger aber der Weg ist gut gepflegt.


    Auf der Via Gotthardo

    Deutlich vor der Passhöhe komme ich an eine Sprachgrenze mitten in der Schweiz.


    Die Grenze zum Tessin ist erreicht

    Damit befinde ich mich im Italienisch sprachlichen Raum der Schweiz. Eigentlich erstaunlich, dass die Grenze nicht erst oben am Pass ist!
    Leider zieht es immer weiter zu. Meine Hoffnung war ja eigentlich, dass es Richtung Süden eher besser wird.


    Es blüht am Gotthardpass

    Der Wanderweg ist hier sehr gut markiert. Das bin ich aber von Schweizer Wanderwegen auch gewöhnt. Die Gotthardreuss, die Straße und der Wanderweg sind hier in der Regel nicht mehr sehr weit voneinander entfernt.


    Gut markierte Wege am Gotthardpass

    Daher bekomme ich hautnah mit, dass hier oben etliche Baumaßnahmen durchgeführt werden. Später erfahre ich, dass hier Windkraftanlagen aufgestellt werden. Hier am Pass zieht es in der Regel ganz anständig. Regenerative Stromquellen sind in der finanzstarken Schweiz auch hoch im Kommen.


    Verbauter Gotthardpass trotz diverser Tunnels

    So langsam komme ich in die Regionen der Wolkenuntergrenze. Zum Glück bin ich bisher nicht nass geworden. Für mich als Weichei-Wanderer, wie ich kürzlich genannt wurde, wird es hier schon fast brenzlig!
    Aber so weit habe ich es heute nicht mehr: mein nächstes Zwischenziel, der Gotthardpass, ist nicht mehr weit weg!


    Der Gotthardpass - Höchster Punkt des E1

    Damit habe ich den höchsten Punkt des E1 auf seinen ca. 6.000 Km quer durch Europa erreicht. Damit habe ich zumindest mal einen Extrempunkt des E1 für mich abgehakt. Wer weiß, ob ich jemals in Sizilien oder am Nordkap ankomme!
    Aber mit dem Pass habe ich wohl auch das schlechte Wetter erreicht. Es beginnt zu regnen. Zwischen kleinen Seen und militärischen Anlagen führt mich eine kleine Straße hinüber zum Hospiz.
    Die Regetropfen fallen immer dichter. Eigentlich hatte ich gehofft gleich weiter bis Airolo absteigen zu können. Aber das sieht aktuell nicht danach aus. Also nutze ich die Infrastruktur der Region und betrete das Restaurant des Hospizes.
    Und hier werde ich mit ausgesuchter Höflichkeit empfangen! Es dauert nicht lange und ich habe genug von dieser Tonart. Ich ziehe mich auf eine Bank vor dem Haus zurück und packe ein Vesper aus. Es dauert nicht lange und ich bin auf der Bank nicht alleine – trotz Regen! Zum Glück steht die Bank im Trockenen und wir sind bald eine lustige Runde. Zwei Wanderer vom 4-Quellen-Weg, einer auf einem selbst gestrickten Hauptkammweg und ich genießen den verregneten Nachmittag in aller Ruhe vor der Hütte.
    Irgendwann gebe ich den Glauben auf ein 2-Stunden-Regen-Loch auf und reserviere mir das letzte Einzelzimmer im Hospiz.
    Eigentlich ist es ja klar, dass es ab diesem Moment aufklart und aufhört zu regnen, oder? Das stört unsere Runde aber wenig!
    In diesem Regenloch drehen wir eine Runde um das Hospiz.


    Denkmal für den abgestürzten Piloten Adrien Guex

    Als es wieder regnet ziehen wir nochmal los um eine verlorene Brille von einem der Wanderer zu suchen. Sie war eigentlich nur in den Ärmel gerutscht aber der Stimmung hat das keinen Abbruch getan!
    So wird das recht unerwartet ein sehr abwechslungsreicher und lustiger Nachmittag im Regen am Gotthardpass! Diese herzlichen Schweizer werde ich so schnell nicht vergessen! Zum Glück hat es hier geregnet!


    Überschaubares Abendessen im Hospiz am Gotthardpass

    Über das Abendessen zur Halbpension können wir vier nur noch lachen! Für einen aktiven Wanderer ist das recht knapp bemessen. Aber die meisten Gäste werden hier wohl doch mit dem Auto ankommen und da passt das eher.
    So genießen wir den Abend bei leichtem Nieselregen doch lieber wieder vor dem Haus. Wenn ich ehrlich bin: das ist einer der nettesten Abende, die ich auf dieser Tour erlebt habe! Und genau hier hatte ich das als aller letztes erwartet! Fernwanderwege bieten an den unerwartetsten Stellen immer wieder den höchsten Spaßfaktor!
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    Zuletzt geändert von Wafer; 28.12.2020, 18:31.

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  • Wafer
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    AW: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

    23. Tag: Erstfeld - Andermatt
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    Dienstag, 14. Juli 2020
    Strecke: 29 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 1.300 m, ↓ 325 m
    Gehzeit: 8 h

    Etappe: 56 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 2.075 m, ↓ 1.075 m
    Etappengehzeit: 15 h

    Gesamtstrecke: 563 Km
    Gesamthöhenunterschied: ↑ 14.875 m, ↓ 13.675 m
    Gesamtgehzeit: 136 h

    Ich bin recht früh wach. Da es hier eh kein Frühstück gibt muss ich auch nicht auf die Frühstückszeit warten. Also mache ich mich mal fertig. Nicht ohne vorher noch einen Blick aus dem Fenster zu werfen.


    Morgendlicher Fensterkontrollblick auf den Bristen und das, was da kommen mag

    Sieht gut aus! Also los! Und so stehe noch vor 7 Uhr vor der Tür. Bei den ersten Schritten knurrt der Magen recht vernehmlich. Ich schaue kurz am Bahnhof vorbei in der Hoffnung hier schon vor 7 Uhr ein Frühstück zu kriegen. Das Café hat zwar noch zu aber ich kriege trotzdem ein Frühstück mit frisch gebackenem. Habt Dank!
    Eine ¾ h später bin ich auf dem Weg zurück zur Reuss. So komme ich in den Genuss dieser schönen Kirche.


    Die Jagdmattkapelle zu Erstfeld

    Selten, dass eine Kirche außerhalb des Ortes steht. Nur leider ist auch sie mal wieder geschlossen.
    Direkt an der Reuss wandere ich auf einem Schotterweg entlang. Die Reuss sieht hier schon nicht mehr ganz so begradigt aus. Und die Bergwelt drum herum erstrahlt in der Morgensonne.


    Berge am E1 bei Erstfeld

    Es muss wohl mal eine Bahnlinie gegeben haben, die nicht der heutigen Trasse folgt, denn der Weg führt mich über eine alte, stillgelegte Bahnbrücke auf die andere Flussseite.
    Im nächsten Wäldchen hat sich ein Zwergensammler ausgetobt. Liebevoll wurde das ganze Waldstück mit Zwergenfiguren geschmückt. Das sorgt für Abwechslung.


    Im Zwärgliwald

    Die nächsten Kilometer entlang der Reuss und der Autobahn gehören sicher nicht zu den schönsten des E1. Also die Übung nochmal von Gestern wiederholen: Hirn aushängen und laufen lassen!
    Das mache ich bis Amsteg so. Dort genehmige ich mir ein zweites Frühstück. So richtig mit heißer Ovomaltine – wie sich das für die Schweiz gehört!


    Amstegimpressionen

    Als ich Amsteg wieder verlasse ändert sich der Charakter des Weges völlig. Zum einen geht es ab hier aufwärts. Bis Amsteg war es recht eben. Gerade mal 80 Höhenmeter habe ich von Fluelen bis Amsteg gut gemacht. Und zum anderen verschwindet die Autobahn aus dem Blickfeld. Meist in Tunneln oder unterhalb von mir in der Schlucht geführt bekomme ich nicht wirklich viel von ihr mit.
    Die Landschaft wird etwas wilder. Der Weg wird nicht mehr nur geradeaus geführt. Schöne Abwechslung!


    Infrastrukturwandern im Reusstal hinter Amsteg

    Die Bahnline, die eine andere Trassenführung hat als die Autobahn, bleibt meist in Sichtweite. Die Hochspannungsleitungen leider auch. Das war aber zu erwarten, wenn man einen der meistgenutzten Pässe Europas ansteuert. Dass ich hier zuwachsende Pfade in einem verlassenen Tal finde habe ich nicht wirklich erwartet.
    Den Hang entlang stehen immer mal wieder Häuser und Höfe am Weg. Und auch ein nettes kleines Kirchli.


    Das Kirchli von Vorderried

    Der Herrgott hat für sein kleines Häuschen eine tolle Aussicht spendiert bekommen!


    Vorderried mit der Schweizer Bergkulisse

    Der Weg führt mich an einigen teilweise recht alten Höfen vorbei. Die meisten sind gut in Schuss und bewirtschaftet. Leerstand sehe ich sehr wenig.
    Die Aussicht vom Weg ist wirklich schön: Die Infrastruktur liegt unter mir in der Schlucht oder in Tunnels und das Tal präsentiert sich im Sonnenschein von seiner besten Seite.


    Intschi mit seiner Luftseilbahn zum Arnisee

    So ganz klappt das mit der unsichtbaren Infrastruktur aber doch nicht. Auf dem Weg nach Gurtnellen muss ich auch mal auf die andere Seite der Reuss wechseln. Das gestaltet sich in dem engen Tal anscheinend recht schwierig.


    Brückenodyssee zur Querung der Reuss

    Wenn die vielen Brücken nicht wären: Die Reuss gibt sich hier als wilder Bach in einer schönen Schlucht. Ein paar Meter weiter ist sie wieder ganz zahm.


    An der Reuss vor Gurtnellen

    Immer in Reichweite der Reuss führt mich der E1 hinauf nach Gurtnellen – Wiler. Einer kleiner Weiler, der noch sehr lebendig daherkommt. Die haben sogar ein kleines Hotel, das auch geöffnet hat. Sowas habe ich in Frankreich auf dem E5 vergeblich gesucht.


    Wandern rund um Gurtnellen

    Der E1 wird hier zunehmend auf kleineren Wegen geführt. Sehr angenehm! Eigentlich ein recht idyllisches Tal.


    Rückblick auf Gurtnellen

    Auf Wanderwegen geht es meist in bahnnähe weiter aufwärts. Da der Hauptbahnverkehr zwischenzeitlich durch den Gotthard-Basistunnel geführt wird stört das eigentlich gar nicht. Die 2 S-Bahnen, die hier in der Stunde vorbei ziehen, fallen kaum auf. Abwechslungsreich führt mich der Wanderweg an einigen typisch Schweizer Gehöften vorbei: Alles sehr ordentlich, typisch symmetrische Fensteranordnung und immer eine Fahne vor dem Haus.


    Es geht nach Pfaffensprung

    Der nächste Ort hat einen tollen Namen: Pfaffensprung! Wo kommt der her? Mussten hier früher die Pfaffen (sprich: Pfarrer) über die Reuss springen? Ein netter kleiner Ort, der heute schon fast als Sehenswürdigkeit gilt.
    Hier ist die Reuss meist recht ursprünglich und der Weg führt nah an ihr entlang.


    Wassen kommt in Sicht

    Die Kirche von Wassen kommt in Sicht. Nicht zum letzten Mal, wie diejenigen wissen, die Emil Steinberger kennen. Die Bahnlinie sieht man hier auf verschiedenen Höhen am Hang entlang geführt. Durch die Kehrtunnels sieht man sie mehrfach in verschiedene Richtungen laufen.


    Bauliche Hinterlassenschaften der Schweizer bei Wassen

    Der Weg steilt etwas auf und führt mich nach Wassen hinein. Am Ortseingang betrete ich als erstes eine Tankstelle. Dort erkundige ich mich bei der netten Kassiererin wo man hier im Ort gut und typisch zu Mittag essen könne. So erhalte ich einen Tipp, den ich so sicher nicht alleine gefunden hätte. Und der Besuch lohnt!


    Mittagspause

    Mit tollem Blick auf den Riezenstock verbringe ich eine gemütliche Stunde bei einem großartigen Essen.
    Dem vollen Bauch wird durch ein ebenes Stück entlang der Straße beim erneuten Einlaufen Rechnung getragen. Auch das nächste Wegstück lädt nicht gerade zum Berglauf ein: Es geht durch ein Freilichtmuseum.


    Im Freilichtmuseum von Wassen

    Hauptthema ist natürlich der Eisenbahnbau in den 80er Jahren des vorletzten Jahrhunderts. Der Bau der Gotthardstrecke mit dem Tunnel war damals ein Novum und in aller Munde. Wie die Zukunft des Bauwerks aussieht ist noch offen. Wir werden sehen.
    Als nächstes präsentiert mir die Kirche, wie sie der galoppierenden Schwindsucht ihrer Mitgliederzahlen entgegentreten will.


    Drive-Thru-Kirche

    Ob diese moderne und vor allem schnelle Art des Konsums die Kirche zum gewünschten Erfolg führt ließ sich nicht feststellen. Auch die Öffnungszeiten lassen zu wünschen übrig: Mitten am Nachmittag geschlossen.
    Aber zumindest ein gegebener Anlass mal zurück zu schauen!


    Wassen

    Auf tollen Pfaden führt der E1 weiter aufwärts. Wieder bin ich überrascht wie wenig man doch von der Autobahn hier mitbekommt. Die Wege sind einfach nur schön zu wandern. Schade, dass die mit dem Stil des Wegebaus nicht gleich in Fluelen angefangen haben!


    Auf dem Weg nach Göschenen

    Recht kurzweilig geht es nach Göschenen hinein. Den kleinen Ort kennt jeder aus den Verkehrsmeldungen zum Gotthardstraßentunnel. Der kleine Ort sieht aus, als habe er sich die letzten 100 Jahre kaum verändert.


    Göschenen mit Dammastock und Gletscher

    Ab hier wird der Weg nochmal ein Stück steiler. Zunächst etwas dröge entlang der Straße führt mich der E1 zurück zur Reuss. An ihr entlang geht es jetzt zügig aufwärts. Welche Bedeutung der Gotthard schon in frühen Zeiten hatte ist z.B. auch an der Häderlisbrücke zu sehen. Architektonisch etwas frevelhaft sind hier verschiedene Entwicklungsstadien des Wegebaus zu bewundern.


    Die Häderlisbrücke

    Hier im engen Tal der oberen Reuss macht sich doch bemerkbar, dass die Straße nicht weit entfernt vom Wanderweg geführt wird. Besonders deutlich hört man die vermutlich etwas ärmeren Verkehrsteilnehmer der aufwärts fahrenden Horden: Diejenigen, die sich nur 2 Räder leisten können. Darunter sind immer wieder die ganz armen Schlucker heraus zu hören, die sich nicht mal einen vernünftigen Schalldämpfer für ihre Auspuffanlage leisten können. Das werden die Harz-IV-Empfänger sein. Vielleicht sollte mal jemand mit Harz dem vierten sprechen ...
    Das Tal wird enger. Straße, Bahnlinie, Fluss und Wanderweg rücken immer weiter zusammen. Es wird schon fast kuschelig! So wird der Wanderweg häufig auf dem Dach der Straße geführt. Aus kleinen Seitentälern kommen Wasserläufe herunter und stürzen sich in die Reuss.


    Sehenswertes auf dem Weg nach Andermatt

    Und was in der Schweiz auch sehr selten zu sehen ist: Ein Denkmal für Kampfhandlungen!
    Ich komme um den nächsten Felsen herum und sehen gerade wie die Schöllenenbahn in einem Tunnel verschwinden will.


    Die Schöllenenbahn

    Das ist eine Stichbahn von der Furka-Oberalp-Bahn von Andermatt nach Göschenen hinunter. Ich selber stehe zu dem Zeitpunkt auf einer der Teufelsbrücken. Hier geht es aber auch ziemlich wild zu, in der Schlucht. Hier ist nicht mehr viel Platz. So haben sich die verschiedenen Verkehrswege eben verschiedene Wege gesucht. Der Wanderweg führt auch mal durch einen Stollen. Das kann man aber problemlos umgehen.


    Wandern an den Teufelsbrücken in der Schöllenenschlucht

    Nach diesem furiosen Abschluss geht es recht schlagartig in die Hochebene von Andermatt über. Zuerst kommt man an einer Kaserne vorbei. Dann an 2 überdimensionierten Hotelkomplexen und einem Bahnhof. Irgendwie wirkt das auf mich nicht sehr einladend. Ich schlage mich solange durch die Straßen bis ich in einen älteren Ortskern komme. An einem gemütlichen Gasthof lasse ich mich nieder. Leider ausgebucht. Und die umliegenden auch. Was kann ich tun? Erst mal ein Radler trinken!


    Das Ende – oder der Beginn - der Schöllenenschlucht kurz vor Andermatt

    Ich befrage mein Smartphone. Booking.com schlägt mir in einem der beiden Hotelkomplexe am Ortseingang eine Suite für 998 SFr vor. Ich glaub‘ die hat’s!!! Ich packe meine Sachen und ziehe die Altstadtstraßen weiter entlang. In einem schönen Altbau finde ich ein Bett mit einem netten Restaurant dabei. Das gefällt mir. Und der Preis ist auch mehr als eine Größenordnung unter dem letzten Vorschlag. Nicht billig aber akzeptabel. Wenn ich die Höhenmeter dazurechne waren das heute mehr als 30 Kilometer. Also mir reicht es! So beziehe ich das Zimmer in passendem Stil zum Haus und genieße ein tolles Abendessen beim Italiener. Erstaunlich früh finde ich mich zwischen Federn wieder. War halt doch ein anstrengender Tag!
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Wafer; 28.12.2020, 18:28.

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  • Wafer
    antwortet
    AW: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

    22. Tag: Brunnen - Erstfeld
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Montag, 13. Juli 2020
    Strecke: 27 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 775 m, ↓ 750 m
    Gehzeit: 7 h

    Etappe: 27 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 775 m, ↓ 750 m
    Etappengehzeit: 7 h

    Gesamtstrecke: 534 Km
    Gesamthöhenunterschied: ↑ 13.575 m, ↓ 13.350 m
    Gesamtgehzeit: 128 h

    Obwohl es gestern recht spät war bin ich schon früh beim Frühstück. So unkompliziert wie in Frankreich läuft es dabei aber nicht ab: Es gibt zwar Büfett aber man darf immer nur in einer Richtung daran vorbei und es darf immer nur einer dort sein. Wenn man also was vergessen hat muss man nochmal anstehen. Deutsche Gründlichkeit in der Schweiz!
    So stehe ich um 8 Uhr bereits vor dem Haus und damit direkt am Vierwaldstättersee.


    Morgens an der menschenleeren Schiffslände von Brunnen

    Ein paar Wolken hängen über dem See. Ich definiere sie mal als „Schönwetterwolken“ – was anderes will ich jetzt eigentlich nicht sehen!
    Direkt hinter dem Haus geht eine kleine Stiege los, die mich, wie es sich für die Schweiz gehört, zügig aufwärts bringt. Recht schnell komme ich aus dem Ort raus und bin im Wald. Auf einem recht breiten Waldweg geht es weiter aufwärts. An der nächsten Kurve zweigt ein kleiner Pfad ab. Den kennt meine digitale Karte noch nicht. Und eine Einheimische, die gerade auch aufsteigt, erklärt mir, sie könne ihn auch nicht zuordnen aber er könne eigentlich nur nach Morschach, meinem nächsten Zwischenziel, hinauf führen. Also nehme ich ihn.


    Blick über den Vierwaldstättersee in Richtung Westen zum Tomlishorn

    Ein paar Wegwindungen weiter ist mir dann klar auf was ich hier unterwegs bin: Eine Nigel nagelneue Downhillstrecke für Mountainbiker! Weiter oben sogar noch in Bau. Daher hatten wir keine Reifenspuren auf dem Weg gesehen. Aber so eine richtig übertriebene Strecke: Mit Steilkurven, Schanzen und 360°-Kurven mit Brücken und dergleichen mehr. Die überhöhten Steilkurven werden betoniert und dann wieder überdeckt.
    Wie ich später erfahre ging hier wohl früher mal ein kleiner, recht schöner Pfad hinauf. Auf Betreiben der Mountainbiker wurde aus dem Pfad ein breiter Fahrweg gemacht, damit die da schön schnell runtersausen können. Nun wurde ihnen dieser Neubau genehmigt und der breit ausgebaute Weg ist nur noch für Wanderer. Aber zurückgebaut wird der nicht. Dumm gelaufen – für den Wanderweg!
    Oben steige ich über Baustellen aus dem Weg aus und treffe an einem Aussichtspunkt die Einheimische wieder, dich ich unten schon getroffen hatte. Sie erzählt mir auch die unglückliche Geschichte dieses Wanderweges. Es würde sogar gemunkelt, einer der Sponsoren wäre das Krankenhaus! Dann verbuchen die das unter Arbeitsbeschaffungsmassnahme!


    Blick auf das Rütli, eine historische Wiese am Urner See

    Das Rütli ist die Wiese in der Mitte des Bildes unten am See. Diese gehört zu Seelisberg, dem Ort rechts auf dem Bergrücken darüber. Auf dieser Wiese wurde der Legende nach der Schweizer Schwur zur Gründung des ersten Kerns der Schweiz geleistet.
    Auf einem kleinen Sträßchen geht es nach Morschach hinein. Ein netter Ort, der auf einem Hochplateau über dem Urner See liegt. So schnell wie ich in den Ort rein kam, so schnell bin ich auch wieder draußen. Am Hang entlang zieht sich eine kleine, gesperrte Straße den Hang entlang. Schicke, alte Häuser und eine kleine Kapelle steht am Weg.


    Stolze Morschacher Bauten

    Zum Glück hört der Teer bald auf und der E1 geht in Wiesenwege über. Da ist dann aber auch anständig Betrieb.


    Schweizer Almenidylle

    Dieses Hochplateau ist ein großartiger Aussichtsbalkon! Leider ist es mit der Fernsicht heute nicht ganz so weit her. Aber ich kann mir vorstellen, wie es aussieht, wenn die Wolken fehlen.


    Sisikon liegt unter mir am Urner See

    Über Wiesen und Wälder geht es genau zu diesem Örtchen direkt am See hinunter. Schade um die schönen Höhenmeter!


    Sisikon vor den Urner Alpen

    In Sisikon frische ich die Flüssigkeitsspeicher auf und ziehe dann am See entlang weiter. So richtig viel Platz ist da aber eigentlich nicht. So wurden der Radweg und der Wanderweg stellenweise zusammengelegt.


    Das wurde so sicher nicht als Wanderweg gebaut

    Hier an dem Hang werden noch eine Bahnlinie und eine Bundesstraße geführt. Zum Glück meist in Tunnels, so das man davon recht wenig bemerkt – zunächst zu mindestens. Manchmal treffen sich die Verkehrsadern aber auch. Das ist dann nicht so prickelnd. Aber die Aussicht ist einfach großartig!


    Rückblick auf Rigi Hochflue

    Meist wird der Wanderweg aber zum Glück separat geführt. Teilweise ist er recht aufwendig gemacht.

    Gut ausgebauter Wanderweg von Sisikon nach Fluelen

    Auf den Wegen ist kaum was los. Gut, heute ist Montag. Aber trotzdem in den Ferien. Aber Corona hält die Leute wohl recht großräumig vom Wandern ab. Mir soll es recht sein!


    Wandern am Urner See

    Schön hier! Auch wenn es hier mit Bademöglichkeiten etwas knapp ist. Das Wasser ist auch sackrisch kalt! Da war es am Rhein angenehmer! Man kann sowieso nicht an jedem Rastplatz baden.


    Ein typischer Rastplatz am See

    Ein paar Meter weiter komme ich an die Tellskapelle. Die Kapelle hat natürlich einen Bezug zu Wilhelm Tell, auch wenn hier nicht mit dem Bogen auf Äpfel geschossen wurde.


    Großartige Bergwelt an der Tellskapelle

    Kurz vor 12 komme ich an ein Glockenspiel auf einer Wiese. Das Glockenspiel auf der Tellsplatte gilt als das größte der Schweiz. Und immer zur vollen Stunde spielt es ein paar Volkslieder. Das warte ich ab.


    Ein Glockenspiel am Urner See

    Da bin ich aber auch nicht mehr alleine. So höre ich mir das an und mache mich dann zügig wieder auf die Socken. Und schon bin ich wieder alleine. Denn die meisten kommen mit dem Auto und an dem Parkplatz komme ich zum Glück nicht vorbei.
    Die Hänge hier am hinteren Urner See, ein Teil des Vierwaldstättersees, steilen wieder gehörig auf. Da ist mit einer seenahen Wegführung nichts mehr zu machen.


    Wanderwege über dem Urner See

    Hier wurde der Wanderweg wieder mit dem Radweg zusammengelegt. Auf diesem Weg geht es durch einige kürzere und teilweise auch längere Tunnels.


    Schweizer Tunnel mit Rad- und Wanderweg

    Der Wanderweg ist immer sauber mit einer Linie vom Radweg getrennt. Teilweise wurden in den Felsen auch Fenster zum See hin gebaut. Das bietet schon ein sehr spezielles Ambiente!


    Der Oberbauenstock von der Axengalerie aus gesehen

    Beim Blick nach vorne kann ich gut sehen, was heute noch so kommen kann. Ich habe mich noch nicht festgelegt, wie weit ich heute gehen will. In irgendeinem Ort werde ich schon was finden. Das ist ja der Vorteil des E1: Er führt meist in Tallagen entlang und man kann auf die Infrastruktur der Orte zurückgreifen – je nach Bedarf.


    Das Reusstal mit Fluelen und dem Bristen als Abschluss

    Das nächste Stück ist jetzt weniger schön: Der Wanderweg, der in der Karte eingezeichnet ist, wurde wohl verschüttet. Es wird auch gebaut. Als Umleitung dient wieder der Radweg. Der führt an dieser Stelle aber durch einen der Straßentunnels. Und da ist reichlich Verkehr. Der Weg ist zwar schön breit aber ...
    Zum Glück geht das nicht sehr lange und ich kann wieder auf den Wanderweg ausweichen.


    Ankunft in Fluelen am Urner See

    In Fluelen mache ich dann erstmal Mittagspause. Fluelen streckt sich ziemlich am See entlang. Ab hier ist es mit der Seesicht und den tollen Aussichten vorerst vorbei. Über saftige Wiesen geht es durch das Reussdelta am Vierwaldstättersee.


    Die Glarner Alpen hinter dem Schächental

    Als ich die Reuss, den viertgrößten Fluss der Schweiz, erreiche sieht mir das Bachbett recht künstlich aus.


    Die Mündung der Reuss in den Urner See

    Auf dem Damm links des Flusses führt mich der E1 das Tal hinter. Und da merkt man eben, dass hier der Mensch schon ganz anständig eingegriffen hat: Der Fluss führt schnurgerade durch das Tal. Rechts und links ein Hochwasserdamm und dahinter geteerte Feldwege, Straßen, Autobahnen, Bahnlinien und Hochspannungstrassen.


    Das Reusstal

    Irgendwo da ganz hinten am Fuß von dem Berg Bristen, der seinen Kopf gerade hinter den Wolken versteckt, liegt der Ort Amsteg. So ziemlich jedem bekannt als der Beginn des Aufstiegs zum Gotthard. Und dieses Tal wandere ich nun entlang. Welch ein Kontrast zu der Strecke von heute Vormittag!
    Aber auch hier gibt es einiges zu sehen.


    Blumenwiese

    Hier blühen Blumen, die ich noch nicht kenne.
    In Attinghausen wird es dann ganz herb: Der Wanderweg linksseits der Reuss ist gesperrt und ich muss auf den Radweg rechtsseitig ausweichen. Der liegt genau zwischen Autobahn und Reuss.


    Umleitung

    Direkt an der Autobahnraststätte wird eine neue Brücke über die Reuss gebaut. Wohl damit die Wanderer, die auf dem Wanderweg unterwegs sind, zur Raststätte hinüber können. Warum man dazu den ganzen Wanderweg sperren muss ist mir allerdings ein Rätsel.
    Bei Hüseriberg, ungefähr auf der Höhe des Nordportals des Gotthardbasistunnels kann ich dann wieder zum Wanderweg hinüber. Der wird hier aber gerade auf einer Straße geführt. Da hätte ich gleich auf dem Radweg bleiben können. So kann ich aber wenigstens mal eine der vielen Schweizer Kleinbergbahnen aus der Nähe begutachten.


    Die Bergbahn hinauf nach Wilerli

    Das ist eine offizielle Bergbahn, die für den Personentransport zugelassen ist. Unten hängt ein Kassenautomat und wenn man bezahlt hat setzt man sich da rein und setzt die Bahn selber in Betrieb. Schade, dass es da oben keine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Das hätte ich gerne mal ausprobiert!
    An der Reuss wandere ich weiter. Jetzt wieder auf einem Wanderweg. Wenig später komme ich nach Erstfeld. Ein größerer Ort. Irgendwie habe ich für heute keine rechte Lust mehr. Durch den harten Untergrund am Nachmittag sind meine Füße ganz schön durchgelaufen. Also suche ich mir was zum Übernachten.


    Das Schulhaus von Erstfeld

    Die Schule wird es nicht aber ein nettes kleines Restaurant, das einfache Zimmer unter dem Dach hat. Passt!
    Beim Abendessen schaue ich mir an, was morgen so kommen kann. Vor Amsteg finde ich keine Übernachtungsmöglichkeit mehr. Gut, dass ich hier hängen geblieben bin! Das sind noch über 7 Km. Das wäre mir heute dann doch zu viel geworden. Ab Amsteg geht es recht zackig aufwärts. Die Wege sehen ab Amsteg auch deutlich besser aus: Weniger nach Teer sondern eher nach Wanderweg. Das werde ich morgen ja sehen! Also dann: Bis Morgen!
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    Zuletzt geändert von Wafer; 28.12.2020, 18:26.

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