[FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

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  • Meer Berge
    Fuchs
    • 10.07.2008
    • 2315

    • Meine Reisen

    #61
    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    Sonntag, 29.7.2018 (20. Tag)
    Barroude-See -> Rioumanjou-Tal
    Jörns Armbanduhr-Statistik: 21 km /1300 \2075
    12,5 Std. unterwegs

    (Ich habe für diese Etappe keine Zahlen. Weil die Strecke überwiegend weglos war, kann ich sie mit dem Routenplaner im Locus nicht nachfahren. Unterwegs habe ich nicht getrackt.)


    Mit den ersten Sonnenstrahlen springe ich aus dem Zelt.
    Wow!



    Die Barroude-Wand leuchtet herrlich im Sonnenaufgang!
    Als Zugabe bekomme ich sogar noch Besuch von den Barroude-Schafen.
    Wie gut, dass ich nicht mehr analog fotografiere.
    Immer wieder ändern sich die Farben, ich muss immer wieder in alle Richtungen fotografieren.
    Vor lauter Begeisterung denke ich nicht daran, auch mal ein Panorama zu machen.
    Das hätte sich gelohnt!

    Von zartem Dunkelrot über Granatapfel zu sattem Orange, dann langsam über Gelbtöne zu frischbuntem Steingrau.







    Nicht ganz einfach bei diesem Anblick zu frühstücken.
    Immer wieder muss ich aufspringen und alles nochmal ablichten - weil es wieder ganz anders aussieht.
    Ein phantastischer Morgen!

    Schließlich muss ich mich doch losreißen und wir steigen auf zur Port de Barroude.
    Nicht, ohne unterwegs immer wieder auf den Auslöser zu drücken.







    Hier nun doch ein Panorama.



    Und noch einmal mit Vordergrund-Blümchen



    Am Col pfeift uns ein heftiger Wind entgegen.
    Und dicke, tiefe, bedrohlich schwarze Wolken ziehen auf uns zu aus dem Parzan-Tal
    Oh nein! Das sah bisher sooo super aus, das Wetter, und ich habe mich so auf diese Strecke gefreut!
    Und jetzt diese schwarzen Wolken! Die hohen Gipfel sind schon ganz verschluckt ...
    Was jetzt?
    Das sieht gar nicht mehr nach einem Wetter aus, das eine lange, weglose Gratwanderung zulässt
    Eher richtig feste auf die Mütze, Sturm und Regen im Nebel.
    Wir schauen auf die Karte.
    Wenn wir es zur Port Vieux versuchen, können wir von da immer noch nach Parzan absteigen.
    Wir wollen es versuchen.

    Ein bisschen müssen wir uns schon gegen den Wind raufkämpfen.
    Ein flacher Bergrücken aus nahezu botaniklosem Schotter führt über Soum de Barroude bis zum Pic de Port Vieux.
    Manchmal werde ich fast umgeweht.

    Blick ins Tal nach Osten, spanische Seite.



    Vor uns liegt die Bergkette, über deren Grat wir nach Osten wollen.
    Ganz hinten im Dunst liegt der Col de Lia, unser Zwischenziel, von dem aus es noch 1000 m ins Tal hinunter geht.

    Aus dem Parzan-Tal kommen die Wolken und der Wind, über dem Grat scheinen sie sich aufzulösen.
    Der Buckel hinter Jörn ist der Pic de Port Vieux.
    Hier ist noch ein Pfad bis zur Port.
    Der Grat ist die Grenze zwischen Frankreich und Spanien.




    Als wir an der Port Vieux ankommen, hat sich das Wetter tendenziell gebessert. Es ist immer noch sehr windig, aber die Wolken sehen nicht mehr so bedrohlich aus und erscheinen lückenhafter.
    Noch ein Blick auf die Karte versichert uns, dass der nächste Fluchtweg am Puerto de Forqueta sei, nicht so weit weg.
    Das schaffen wir auf jeden Fall noch.
    Kurz nach der Port Vieux endet der Weg.
    Wir steigen über eine Wiese so hoch hinauf, bis wir oberhalb von zwei Einschnitten und Geröllfeldern sind,
    und queren dann über einen Grashang nach Osten. Manchmal treffen wir auf Tierpfade, die unterschiedlich hilfreich sind.




    Rückblickend sieht man hier noch gut die Barroude-Wand mit dem markanten Zipfel, ganz links den Pic Port Vieux, der Einschnitt der Port Vieux und die Wiese, über die wir nun gekommen sind.

    Ein Wanderer kommt uns ganz aufgeregt entgegen.
    Er hatte zum Pic de Bataillence gewollt, aber das sei so ausgesetzt, da sei er umgekehrt.
    Wir sind gespannt. Da wollen wir auch lang.
    Mittlerweile hat sich aber das Wetter glücklicherweise stabilisiert und der Wind ist nicht mehr ganz so heftig.
    Es geht auf spanischer Seite über Wiese, dann steil durch Felsen hinauf auf den Grat.
    In den Felsen gibt es ein paar Stellen, da kann man durchaus die Hände mal brauchen.
    Auf dem Grat ist es sicher haarig, wenn es so weht wie am Morgen. So schlimm ist es glücklicherweise nicht mehr.
    Besonders ausgesetzt finden wir die Stellen nicht. Aber doch interessant.

    Da komme ich her:



    Da will ich hin:



    Mal geht es gleich auf dem Grat am besten, mal etwas unterhalb.
    Mal meint man eine Spur zu erkennen, mal nicht. Irgendwo steht mal ein Steinmännchen herum.
    Die Richtung ist aber klar. Im Nebel wäre das weniger entspannt.
    Das rundere Ende dieses Schutthaufens ist der Pic de Bataillence (2600m).
    Obendrauf steht ein Holzpfahl.




    Über den Grat geht es nach einer Pause wieder runter.
    Wieder kommt eine Kletterstelle, die wir aber leicht etwas unterhalb umgehen können.
    Manchmal steht irgendwo ein Steinmännchen. Aber überwiegend geht es einfach der Nase nach.
    Links unten ein noch zugefrorener See. Sollte das der sein, an dem man zur Not zelten kann?




    Welches der Col de Lia ist, auf den wir zusteuern, ahnen wir mehr als es zu wissen.
    Über den knubbeligen Grat da vorne steigen wir ab zur Port de Hechempy.




    Dann geht es jenseits den Grat wieder ein Stück hinauf, bevor wir nach links auf einen Pfad treffen,
    der anfangs gut ist, dann auch immer mal verschwindet. Wir geraten auf Schaftracks, die uns etwas zu hoch führen.
    Wir laufen nördlich um den Pico de Salcorz herum, ein Stück runter, und dann wieder rauf zur Port de Moudang.

    Hier sind wir überrascht, dass es am Pass einen See gibt. Naja, eher einen Teich.




    Von hier geht es auf einem erkennbaren Pfad eine lange Schotterreise hinauf zum Col de Lia.




    Blick zurück zur Port de Moudang mit dem kleinen See.
    Im Hintergrund ist immer noch der Zipfel auf der Barroude-Wand zu erkennen, wo wir heute Morgen aufgebrochen sind.




    Das Wetter hat sich prächtig entwickelt! Wie gut, dass wir die Tour durchgezogen haben!

    Schließlich stehen wir am Col de Lia.
    Jörn ist natürlich schon längst da, als ich angekrochen komme.
    Er schaut leicht - unentspannt.
    Statt einem "Juhuu, jetzt geht´s nur noch bergab!" begrüßt mich ein "Guck da mal runter!!! "

    Oh. Es sieht aus, als hätten wir das Ende der Welt erreicht. Hier ist die Kante, von der man in die Unterwelt runterfällt.
    Und kein Zaun gegen Absturz.
    Eine ziemlich senkrechte Schotterwand beginnt an unseren Zehenspitzen. Sie führt in messerscharfe Felsspitzen.
    So ein Splitterfelsenzeug. Brrr.
    Die beschriebenen orangen Punkte sind aber hier. Die meinen das wirklich, dass man hier runter soll.

    Es ist mittlerweile wohl 18:00 Uhr. Unsere - oder eher meine - Beine sind schon mächtig müde.
    1000 Hm sind es noch bis ins Tal. Vermutlich überwiegend weglos.
    Also machen wir eine kurze Pause.
    Haben wir eine andere Wahl? Nein. Also stürzen wir uns dann sehr langsam und sehr vorsichtig in die Tiefe.
    Meine Kamera packe ich vorsichtshalber in den Rucksack.
    Da ich runter meist ein wenig schneller bin, wage ich mich als Erste rein.
    Jeder Schritt ist nur ein paar Zentimeter weit. Fuß hochheben - vorsichtig vorschieben - aufsetzen - antesten - Gewicht probehalber verlagern - hält? Hält. Gewicht ganz verlagern. Anderen Fuß ...
    Schön locker in den Knien, möglichst entspannt. Atmen nicht vergessen.
    Ein Ausrutscher wäre hier mindestens mit Verletzungen einher gegangen.

    Das Geraffel hält aber besser als es aussieht. So langsam gewinne ich Vertrauen in das Zeug.
    Für die ersten 30 Meter brauche ich gefühlt 15 Minuten.
    Dann gelange ich an eine Mauer aus spitzen Steinzähnen. Die Punkte gehen rechts hinunter in eine noch steilere Rinne!

    Nee!
    Ich klettere durch die Felszacken hindurch, gelange auf einen ebenfalls sehr steilen Schotterhang,
    der aber mit Steinplatten durchsetzt ist, und versuche mich vorsichtig in kleinen Serpentinen hinunter zu arbeiten.
    Das geht ein Stückchen gut, dann wird es mir auch hier zu steil.
    Ich quere wieder zurück zu der Rinne und den Zähnen.
    Zwischen den Zacken klettere ich nun runter bis an den Fuß der Rinne.
    Hier ist das Schlimmste geschafft! Puh!
    Während ich auf Jörn warte, mache ich hier das letzte Bild des Tages.




    Dieses Stück vom Col herunter hat uns gefühlt eine Stunde gekostet.
    Vielleicht war es auch viel weniger, aber es war schon etwas adrenalinlastig.
    Seitdem habe ich eine neue Messlatte für "steiles Schotterfeld".

    Der restliche Abstieg zieht sich noch sehr lang hin.
    Das liegt sicher hauptsächlich daran, dass ich schon ziemlich platt bin.
    Hier gibt es zwar weiter unten auch mal Möglichkeiten zum Zelten, aber wir wollen noch runter.
    Erst sind auch immer mal Schneefelder zu queren, dann ein Mix aus Gras, Fels und Schutt.
    Es gibt ein paar orange Punkte, aber meist keinen Weg.
    Am Ende verlaufen wir uns fast noch, weil wir einen Abzweig in ein Tal fast verpassen.
    Das merken wir aber glücklicherweise bald.
    Die orangen Zeichen verlieren sich.
    Später treffen wir auf gelbe Striche, die dann aber in eine andere Richtung weiterführen.
    Steil geht es durch ein trockenes Bachtal und etwas Gestrüpp ins Tal.
    Meine Knie protestieren, aber da müssen wir jetzt noch durch.

    Erst gegen 21:00 Uhr kommen wir an die Bäche, die ins Rioumanjou-Tal führen.
    Zwischen den Bächen liegt eine Wiese auf einem Hügel wie eine Insel. Klein, aber ausreichend.
    Völlig platt baue ich mein Zelt auf.
    Jörn nimmt meinen Wasserschlauch mit an den Bach und füllt ihn auf. Danke!

    Beim Essen ist es schon dunkel.
    Na, das hat ja gerade noch geklappt!

    Boah, bin ich fertig!
    Das war ein phantastischer Tag!



    Hier noch einmal ein ganz großes Dankeschön @Nicki /Folko für diese super Tour!!!
    Ich bin so froh, dass das Wetter schließlich doch auf unserer Seite war und wir diese herrliche Etappe laufen konnten!
    Sie war echt ein absolutes Highlight der gesamten Pyrenäentour!
    Unbedingte Empfehlung!
    Zuletzt geändert von Meer Berge; 02.11.2018, 20:08.

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    • Nicki
      Fuchs
      • 04.04.2004
      • 1246

      • Meine Reisen

      #62
      AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

      Und dann bist du über den Col de la Gela gelaufen? Kann man von da auf die Barroude-Seen runterschauen? Man steht dann ja auf der Barroude-Wand, richtig? Stelle ich mir super vor!
      Leider nein- war natürlich mein Plan.... aber der Wind pfiff, Wolken kamen immer näher. Ich ging dann Berg runter- und dann auf dem normalem Pfad zur Hourquette de Heas. Eigentlich Blödsinn- weil bestimmt nicht kürzer und mehr Höhenmeter.
      Hab da gekniffen- wg. Wind und Wolken und bin den mir schon bekanten Weg gegangen.

      Folko
      www.mitrucksack.de
      Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

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      • Nicki
        Fuchs
        • 04.04.2004
        • 1246

        • Meine Reisen

        #63
        AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

        Schön! Und vor allem das dir dieser Tag so viel Spaß machte:-)

        Die beschriebenen orangen Punkte sind aber hier. Die meinen das wirklich, dass man hier runter soll.
        So schlimm war es :-)

        Ein Wanderer kommt uns ganz aufgeregt entgegen.
        Er hatte zum Pic de Bataillence gewollt, aber das sei so ausgesetzt, da sei er umgekehrt.
        Der meint bestimmt diese Stelle. Erstmal bin ich da auch nervös, kaum Zeichen, kein klarer Pfad erkennbar, und abrutschen darf da keiner. Aber mit jedem Schritt weiter, ist dann doch ein Spur vorhanden, die auch recht gut zu gehen ist.



        Also hier geht es recht steil hoch- dann quer den Hang bis zur Crete



        LG Folko
        Zuletzt geändert von Nicki; 02.11.2018, 20:37.
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        • Meer Berge
          Fuchs
          • 10.07.2008
          • 2315

          • Meine Reisen

          #64
          AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

          Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
          Schön! Und vor allem das dir dieser Tag so viel Spaß machte:-)

          So schlimm war es :-)
          Hallo Folko!

          Ja, der Tag war wirklich super!
          Auch wenn ich am Ende völlig fertig war

          Ich Nachhinein war der Abstieg vom Col de Lia gar nicht sooo schlimm, wenn auch eine der kribbeligsten Stellen auf der Tour.
          Man verdrängt das später ja leicht
          An dieser Stelle waren wir schon 9 Stunden unterwegs, schätze ich, und schon entsprechend müde. Ich zumindest.
          Dass es steil werden würde, wusste ich ja. Aber das sah schon etwas gruselig aus, fand ich.
          Aber wie gesagt, das Zeug hielt ja erstaunlich gut, besser als anderes Geröllzeugs, was so rollt.

          Schade, dass es bei dir mit dem Wetter und dem Gela nicht gepasst hat. Die Aussicht stelle ich mir toll vor.

          Dieser andere Wanderer kam von der Port Vieux rauf und wollte auf den Pic de Bataillence.
          Ich erinnere mich, dass man ein wenig auf spanischer Seite unterhalb des Grates läuft und dann geht es plötzlich steil links rauf. Erst ein wenig - naja, Kletterei ist übertrieben, aber wandern ist es auch nicht mehr. Dann quert man ein Stück, meine ich, und dann kommt ein Stück Grat. Irgendwas davon muss ihm nicht geheuer gewesen sein.
          Wir fanden es jedenfalls nicht schlimm und dachten immer, die Stelle kommt noch - doch dann waren wir am Gipfel.
          Vielleicht hat er auch irgendwie einen anderen "Weg" genommen, der ausgesetzter war.
          Naja, und verschiedene Leute empfinden Stellen ja auch unterschiedlich.


          Ich fand es jedenfalls total klasse und bin so froh, dass das Wetter so gut mitgespielt hat.

          Liebe Grüße,
          Sylvia

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          • Nicki
            Fuchs
            • 04.04.2004
            • 1246

            • Meine Reisen

            #65
            AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

            Vielleicht hat er auch irgendwie einen anderen "Weg" genommen, der ausgesetzter war.
            Kann passieren- gut markiert ist es nicht. Aber auch blöd dann in richtig steiles Gelände zu gehen- das kann gefährlich werden.

            Ich Nachhinein war der Abstieg vom Col de Lia gar nicht sooo schlimm, wenn auch eine der kribbeligsten Stellen auf der Tour......
            An dieser Stelle waren wir schon 9 Stunden unterwegs, schätze ich, und schon entsprechend müde. Ich zumindest.
            Dass es steil werden würde, wusste ich ja. Aber das sah schon etwas gruselig aus, fand ich.
            Aber wie gesagt, das Zeug hielt ja erstaunlich gut, besser als anderes Geröllzeugs, was so rollt.
            Ich habe die gleichen Erinnerungen- spannend , im ersten Moment rutscht das Herz etwas tiefer- aber dann doch gut machbar.

            LG
            www.mitrucksack.de
            Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

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            • ticipico
              Erfahren
              • 18.10.2016
              • 260

              • Meine Reisen

              #66
              AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

              Hallo Sylvia, hallo Folko,

              wenn ich Euren Dialog so lese, krieg' ich feuchte Hände und unruhige Beine und will gleich wieder los.

              Die Barroude-Wand hat mich auch schwer beeindruckt. Ich kam am späten Nachmittag dort vorbei ...


              ... völlig einsam und still ...

              ... und bin dann in Richtung Parzan bis zur Cabana Barrosa abgestiegen, wo ich die Nacht verbrachte.
              „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche

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              • Meer Berge
                Fuchs
                • 10.07.2008
                • 2315

                • Meine Reisen

                #67
                AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
                wenn ich Euren Dialog so lese, krieg' ich feuchte Hände und unruhige Beine und will gleich wieder los.
                Ha, ich auch. Werde schon beim Schreiben ganz kribbelig.



                Die Barroude-Wand hat mich auch schwer beeindruckt. Ich kam am späten Nachmittag dort vorbei ...
                ... völlig einsam und still ...
                Wir haben unterwegs auch, obwohl zur Hochsaison, kaum Leute getroffen.
                Am See standen morgens 2 Angler. Aber Wanderer waren uns wohl keine dort.

                Wenn du da nächste Mal dort vorbei kommst, solltest du die Nacht dort bleiben.
                Zumindest wenn das Wetter einen Sonnenaufgang verspricht.
                Das ist dort wirklich grandios!

                Ich hatte mir bei der Planung schon ein paar Stellen ausgeguckt, wo ich gerne übernachten möchte, wegen Sonnenauf- oder -untergang, oder um einen besonders schönen Ort etwas länger genießen zu können.
                Dazu gehörten der Lac Gentau unterm Pic du Midi d´Ossau, der Vignemale und auch hier die Barroude-Wand.
                Im Gegensatz zu den Touren der letzten Jahre hat mich das Wetter bisher nicht im Stich gelassen.
                Gerade an diesen Plätzen hatte ich wirklich super Wetter! Das weiß ich als Geschenk echt zu schätzen, denn in den letzten Jahren hatte ich auch oft an besonderen Stellen Pause gemacht - und dann im Regen oder Nebel nichts gesehen ...

                Hier hatte ich wirklich ganz großes Glück!

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                • Meer Berge
                  Fuchs
                  • 10.07.2008
                  • 2315

                  • Meine Reisen

                  #68
                  AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                  Montag, 30.7.2018 (21.Tag)
                  Rioumanjou-Tal -> Refugio Viados und weiter bis Anescruzes
                  9,5 Std. unterwegs
                  Jörn: 22 km /1550 \1150
                  ich: 20 km /1780 \1300


                  Wieder wache ich bei herrlichem Wetter auf.
                  Nach dem Frühstück geht es die restlichen Meter hinunter an den Fluss.
                  Durch Wiesen und Wald folgen wir ihm ein wenig stromauf bis zu einer Brücke.
                  Auf der anderen Flussseite steigen wir ordentlich durch Wald den Berg rauf.
                  Tief unten im Tal rauscht der Bach.
                  Nach gut 300 Hm zweigen wir nach rechts ab, nach weiteren 200 Hm verlassen wir den Wald.
                  Noch 2-3 Serpentinen, dann gelangen wir schon auf die laaange Zielgerade zum Puerto de la Madera.
                  Wunderschön führt ein guter Pfad durch Wiesen mit Blumen, Azaleen und Kiefern.




                  Weiter oben liegen wir eine Weile in der Sonne auf einer Wiese, kleiner Snack, Kartencheck, genießen.
                  Richtung Pass verliert sich der Weg.
                  Stattdessen stehen jede Menge Steinmännchen in allen Richtungen herum, dass es eher verwirrt statt hilft.
                  Der Kamm ist wellig, es gibt eine ganze Reihe Pässe, die alle knapp nebeneinander liegen.
                  Wir steuern auf einen zu, der links neben einem Felsgipfel liegt.
                  Dabei werden wir von den Wächtern des Tales beobachtet.




                  Isards heißen die Gämsen in den Pyrenäen.







                  Schafe suchen Schutz vor der Sonne im Schatten der Felsen.




                  Dann kommen wir an einem der Pässe an.




                  Der Madera wäre vermutlich einer weiter links gewesen, aber das ist eigentlich egal.
                  Nach einem etwas steileren, kurzen Abstieg treffen wir auf den Pfad, der von dort herüber kommt.
                  Nun geht es recht knieschonend hinunter ins Tal.
                  Der Weg ist wunderschön, Wiesen, viele Blumen, ein paar einzelne Bäume.
                  Eine kleine Kletterstelle weckt mich aus meinem Trott.








                  Als wir in den Wald kommen, wird es etwas steiler, aber der Weg ist gut.
                  Meine Knie sind von der langen Tour gestern aber noch ein wenig angeschlagen.
                  Nun geht der Weg lange am Fluss entlang, über eine Brücke, dann eine Schotterstraße entlang,
                  die am Ende steil Richtung Refugio Viados steigt.
                  Oben ist ein Parkplatz. Das sorgt für etwas Betrieb an der Hütte.




                  Es hat sich ziemlich zugezogen und ich muss eine ganze Weile warten, bis ich dieses Bild mit Sonne machen kann.




                  Der Pic Posets ist mit 3375 m der zweithöchste Berg der Pyrenäen.
                  Von der Refugi hat man einen tollen Blick hinüber!




                  Ich finde es faszinierend, wie viele verschiedenfarbige Schichten hier wild verbogen, geschichtet und gefaltet sind.
                  Welche unglaublichen Kräfte hier geknetet haben!

                  Aus irgendwelchen Infos war die Hütte in meiner Vorstellung negativ besetzt.
                  Ich finde den Platz hier richtig klasse!
                  Eine kleine Nebenhütte gibt es mit Wasserhahn und Feuerstelle.
                  Ich scheine allerdings der erste Wanderer zu sein, der Kaffe mit Milch trinken will.
                  Scheint hier eine ziemlich abwegige Kombination zu sein.
                  Auch Cafe con leche und Cafe au lait führten zu Diskussionen in der Küche.
                  Schließlich bekomme ich eine Tasse Kaffee und ein Kännchen heißer Milch.
                  Als ich dann noch nach Zucker frage, weiß man schon, dass ich etwas komisch bin
                  und gibt mir achselzuckend noch Zuckertütchen dazu.

                  Mir gefällt es hier jedenfalls. Zumindest draußen.
                  Zelten ist in der Umgebung aber nicht gestattet. Daher machen wir uns wieder auf den Weg.
                  Nun befinden wir uns wieder auf der HRP, die von den Barroude-Seen nach Parzan runter und dann hier herauf läuft.

                  Auf schönem Pfad mit herrlichen Blicken hinüber in das Posets-Massiv laufen wir das Tal Richtung Cabane de Anescruzes hinauf.













                  Sonne und dunkle Wolken sorgen für schöne Lichtschauspiele.

                  Nach rund 1,5 Std. kommen wir an das Ende des Tales, wo drei Bäche von drei Berghängen zusammenfließen.
                  Auf der Karte sieht das nach der ersten möglichen Stelle zum Zelten aus. Bis hierher waren die Hänge zu steil.
                  Hier ist auch die Cabane Anescruzes. Hier gilt es eine Entscheidung zu treffen.
                  Die HRP klettert nun wieder über einige sehr hohe, als schwer klassifizierte Pässe:
                  Col des Gourgs-Blanc, Tusse de Montarque, Col Inferior de Literole, Coll de Mulleres.
                  Pässe, die schon bei guten Bedingungen für Nervenkitzel sorgen sollen.
                  Bei den diesjährigen Bedingungen hat man uns aber ganz klar davon abgeraten, diese Route ohne Steigeisen und Pickel zu gehen.
                  Von daher fällt uns (zumindest mir!) die Entscheidung nicht schwer.
                  Wir biegen nach rechts ab und folgen der Umgehung über den GR11.

                  Nach zwei wackeligen Brückchen über die hier zusammenfließenden Bäche haben wir bald einen geeigneten Zeltplatz gefunden.
                  Inmitten von blauen Iris und rosa Nelken




                  Leider ist hier im Tal die Sonne schon verschwunden.
                  Beim Wasserholen begegnen wir einer Schlange.*
                  Heute Nacht schließe ich lieber mein Mückennetz.



                  *Später finde ich heraus, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit eine Äskulapnatter war.
                  Sie hätte mich also wohl nicht gefressen.

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                  • ticipico
                    Erfahren
                    • 18.10.2016
                    • 260

                    • Meine Reisen

                    #69
                    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                    Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                    Ich scheine allerdings der erste Wanderer zu sein, der Kaffe mit Milch trinken will.
                    Scheint hier eine ziemlich abwegige Kombination zu sein.
                    Auch Cafe con leche und Cafe au lait führten zu Diskussionen in der Küche.
                    Schließlich bekomme ich eine Tasse Kaffee und ein Kännchen heißer Milch.
                    Als ich dann noch nach Zucker frage, weiß man schon, dass ich etwas komisch bin
                    und gibt mir achselzuckend noch Zuckertütchen dazu.
                    Danke für deine Pionierarbeit. Mir wurde ein paar Wochen später auf der Viados bei der Bestellung eines cafe con leche direkt ein Kaffee mit extra Kännchen heißer Milch und Zucker dabei gegeben.

                    Ich vermute jedoch, dass es an der Uhrzeit deiner Bestellung lag. Cafe con leche wird in der Regel nur bis ca. 11 Uhr getrunken (zum "Frühstück"). Danach gibt es nur noch "cafe", was bei uns Espresso heisst. So sind meine bisherigen Erfahrungen aus I, F und E.
                    Zum Beispiel wollte ich auf der GTA in I in einem Refugio um 11:30 Uhr einen cafe latte bestellen. Konnten sie nicht mehr herstellen, da die Milchschläuche am Kaffeeautomaten für diesen Tag schon endgereinigt waren. Ich hab' mich dann die Gepflogenheiten angepasst.

                    Übrigens ging es mir ähnlich. Zu Beginn war mir das Rifugio Viados etwas unsympathisch, was sich mit der Zeit durch die Freundlichkeit der Gastwirte*in auflockerte. Die Umgebung, besonders das angrenzende Tal mit der Anhäufung der Schäfereien, tun ihr Übriges dazu.

                    Zuletzt geändert von ticipico; 04.11.2018, 12:55.
                    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche

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                    • Nicki
                      Fuchs
                      • 04.04.2004
                      • 1246

                      • Meine Reisen

                      #70
                      AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                      Ich scheine allerdings der erste Wanderer zu sein, der Kaffe mit Milch trinken will.
                      Scheint hier eine ziemlich abwegige Kombination zu sein.
                      nie Probleme- egal zu welcher zeit. Cafe au Lait oder con Leche. Meist ist die Milch in der Tasse, ab und an auch mal extra.
                      Ich finde die Viados sehr schön gelegen und auch sonst OK. War 3x dort und alles ist enspannt. Nur das Essen war 2017 sehr mäßig

                      LG Folko.
                      www.mitrucksack.de
                      Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

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                      • smeagolvomloh
                        Fuchs
                        • 07.06.2008
                        • 1929

                        • Meine Reisen

                        #71
                        AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                        Toller Reisebericht aus einer Region, die ich noch nicht kenne! Danke fürs Vorstellen.
                        "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit."
                        Wilhelm von Humboldt, 1767-1835

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                        • Outdoorfetischist
                          Dauerbesucher
                          • 13.12.2010
                          • 890

                          • Meine Reisen

                          #72
                          AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                          Na toll, da freue ich mich ewig auf Bilder deiner Petit Vignemale Besteigung und dann das....
                          Ich hab auch gekniffen, weil ich einen superlangen Tag hatte (am Refuge d'Illheo gestartet, von dort über Pont d'Espagne) und es auch nur Nebel zu sehen gab am Pass - schade eigentlich. Um am Refuge Baysellance zu übernachten und auf besseres Wetter am Morgen zu hoffen, fehlte mir irgendwie die Ruhe, ich wollte gern weiterkommen.

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                          • Meer Berge
                            Fuchs
                            • 10.07.2008
                            • 2315

                            • Meine Reisen

                            #73
                            AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                            Zitat von Outdoorfetischist Beitrag anzeigen
                            weil ich einen superlangen Tag hatte (am Refuge d'Illheo gestartet, von dort über Pont d'Espagne)
                            Ui, das klingt echt nach sehr langem Tag. Und dann noch Richtung Gavarnie weiter? Puh!
                            Schade mit dem Nebel!
                            Es ist echt herrlich hier oben, wenn man was sieht!
                            Musst du wohl auch nochmal hin.

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                            • Meer Berge
                              Fuchs
                              • 10.07.2008
                              • 2315

                              • Meine Reisen

                              #74
                              AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                              Dienstag, 31.7.2018 (22.Tag)
                              Anescruzes -> Camping Aneto
                              Jörn: 19 km /600 \1350
                              ich : 16 km /700 \1550
                              7 Std. unterwegs


                              Ab heute folgen wir also der 3-Tage-Umgehungsroute aus dem Ton Joosten.
                              Als wir morgens aufbrechen, ist leider noch lange keine Sonne auf unserem Zeltplatz.
                              Daher die ersten Blümchenbilder heute im Schatten.







                              Der Aufstieg zur Puerto de Gistain ist ganz angenehm. Es geht immer am Hang entlang, nicht zu steil, richtig zum Genießen.
                              Bald gelangen wir in die Sonne.
                              Es geht an Schneefeldern und Blumen vorbei.







                              Am Pass verweilen wir nicht lange. Ich fühle mich noch fit, Jörn friert sogar noch.
                              Hinunter geht es wieder an Schneefeldern vorbei. Erst durch Geröll, dann durch Blumenwiesen mit einzelnen Bäumen.













                              Diese hohen, bunten Blumenwiesen sind vorwiegend auf der spanischen Seite der Pyrenäen anzutreffen.
                              Auf der französischen Seite grasen viele Schafe, Kühe, Pferde - die sieht man auf der spanischen Seite deutlich seltener.
                              Immer wieder sehen wir heute Bäche, die plötzlich mitten aus einer Bergflanke entspringen.
                              Hier müssen viele unterirdische Bäche fließen, die dann ein Austrittsloch finden.

                              Schließlich erreichen wir die Refugio Estos. Sie ist gerade halbwegs geschlossen.
                              Die Übernachtungsgäste sind schon weg, die Küche und der Essraum werden geputzt.
                              Einen Cafe con leche bekomme ich hier dennoch problemlos. (Ortszeit: 12:26 )
                              Man bekommt Snacks wie Erdnüsse und riesige Sandwichs, wie ein anderer Wanderer zeigt.
                              Außerdem finde ich hier das erste Mal auf der Tour noch die Kloschüssellosen Stehtoiletten, wie ich sie aus Frankreich kenne.
                              Dort habe ich sie allerdings länger nicht mehr angetroffen.
                              Auf dieser Wanderung habe ich, außer in Dörfern, aber auch selten Toiletten benutzt.

                              Nach einer ausgedehnten Pause (heute wollen wir nicht so weit) steigen wir weiter ins Tal.

                              Rückblick zur Refugio Estos.



                              Ab hier zeigt meine Karte eine Dirt Road an.
                              Die ist anfangs allerdings eher ein breiterer Wanderweg durch Blumenwiesen.

                              Weiß jemand, wie dieses hübsche Blümchen heißt?



                              Später wird aus dem Wiesenweg ein mit Natursteinplatten gepflasterter Weg, wie ein alter Esel-Track.
                              Schließlich geht der dann doch in einen Schotterweg über, aber einen der angenehmeren Sorte.

                              Eine Pause legen wir noch ein an einem hübschen Holzbrunnen mit Sitzgruppe im Schatten.
                              Ein ausgefräster Ast leitet Wasser, das aus einer Wand quillt, in den Holztrog.




                              Ein wunderschöner Waldwanderweg führt uns entlang eines Baches schließlich zum Campingplatz Aneto.
                              Ich wundere mich, dass ich hier scheinbar kein einziges Foto gemacht habe.
                              Am Nachmittag kommen wir hier an und checken an der Rezeption ein.
                              Dort finden wir sogar ein kleines Depot mit angebrochenen Gaskartuschen, die andere Leute nicht mehr brauchten.
                              Nach einiger Überlegung nehmen wir eine noch recht volle, große Schraubkartusche mit.
                              Denn von dem Haus in Salardu, meiner nächsten Versorgungsstation, hatte ich die Nachricht bekommen,
                              dass zwar mein Care-Paket angekommen sei, nicht aber die über amazon.es bestellte Gaskartusche.
                              Es gibt in Salardu kein Gas zu kaufen. Das hätte mich also einen Tag gekostet, die im nächsten Ort zu besorgen.
                              Cool! Problem gelöst!

                              Der Campingplatz ist wirklich für einen Campingplatz ganz schön!
                              Erstmal essen wir ein Eis.
                              Dann stellen wir die Zelte auf.
                              Die Zeltwiese ist schattig, dennoch ist das Gras vertrocknet. Der Boden ist aber heringsfreundlicher als befürchtet.
                              Dann verduschen wir die gesamten 7€ Campinggebühr/Person.
                              Dann wird Wäsche gewaschen und in die Sonne gehängt.
                              Dann gehen wir shoppen. Es gibt einen Laden, der größer ist, als so mancher Dorfladen.
                              Der hat allerdings nur Stechgaskartuschen. Davon aber 50 Stück.
                              Dann ist Entspannen angesagt.
                              Dann gehen wir ESSEN!
                              Auch das Essen war für einen Campingplatz erstaunlich gut.
                              Als Vorspeise habe ich einen groooßen, bunten Salat gegessen mit Ziegenkäse, karamelisierten Walnüssen und Rosinen und anderen leckeren Zutaten.
                              Der leckerste Salat dieser Art, den ich für den Rest der Tour bekommen sollte.
                              Dann lachte mich noch ein Filet mit Kartoffeln und Gemüse an. Auch das wirklich richtig gut zubereitet.
                              Dazu ein paar isotonische Durstlöscher.

                              Diesen Platz kann ich wirklich empfehlen.
                              Einziges Manko: In der Nacht stank es zwischenzeitlich ziemlich nach Kläranlage.
                              Hätte ich aber nicht mal das Waschhaus aufsuchen müssen, hätte ich das wahrscheinlich gar nicht mitbekommen.
                              Zuletzt geändert von Meer Berge; 04.11.2018, 14:41.

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                              • ticipico
                                Erfahren
                                • 18.10.2016
                                • 260

                                • Meine Reisen

                                #75
                                AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                                Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                                Weiß jemand, wie dieses hübsche Blümchen heißt?
                                Sterndolde
                                „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche

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                                • Meer Berge
                                  Fuchs
                                  • 10.07.2008
                                  • 2315

                                  • Meine Reisen

                                  #76
                                  AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                                  Mittwoch, 1.8.2018 (23. Tag)
                                  Camping Aneto -> Ibon Cap de Llauset
                                  Jörn: 20 km /1550 \420
                                  ich: 18 km /2180 \980
                                  9 Std. unterwegs


                                  Ich habe verschlafen und muss ohne Frühstück starten.
                                  Mein Wecker hat zuverlässig gepiepst, aber ich habe mich nochmal umgedreht ...
                                  Wir wollen um 7:00 Uhr aufbrechen, um schon eine ganze Strecke vor der Mittagshitze zurückzulegen.
                                  Die ersten 11 km verlaufen über eine gleichmäßig ansteigende Schotterstraße.
                                  Zwischendurch kürzt ein Pfad mal eine Serpentine ab,
                                  der ist hässlich erodiert und verläuft anstrengend durch unschönen Nadelwald senkrecht hinauf.
                                  Die Ausblicke in ein sehr steiles Tal neben uns sind aber schön.
                                  2 oder 3 mal treffen wir auf dieser Schotterpiste einen großen Bus!
                                  An der Refugio Corona am Ende der Strecke ist doch tatsächlich eine Bushaltestelle!
                                  Wenn ich das gewusst hätte
                                  3,5 Std. brauchen wir für diesen Abschnitt. Puh.
                                  Danach bin ich eigentlich schon platt. Dieses gleichmäßige Gelatsche ist ermüdend.
                                  An der Bushaltestelle (Ende der Schotterstrecke, nette Sitzgruppe) machen wir eine Pause.
                                  Ich wollte hier eigentlich mein Frühstücksmüsli kochen, beschränke mich dann aber doch auf meinen Vorrat an Snacks.

                                  Nun beginnt der Tag allerdings richtig schön zu werden.
                                  Zuerst ist da eine Eidechse, die still hält, bis ich das Bild im Kasten habe.




                                  Es gibt hier tausende von Eidechsen, aber meist sieht man sie nur wie einen Blitz verschwinden.

                                  Nun laufen wir das Vallibierna (auch Ballibierna) hinauf.
                                  Das soll eine der schönsten Etappen des GR11 sein.
                                  Wiesen, Blumen, Kiefern, Bäche und immer der Blick ins Maladeta-Massiv.
                                  Dahinter verläuft die HRP und nimmt einige der hohen Pässe mit.
















                                  So gelangen wir schließlich nach einigen Fotostopps an den Ausfluss des ersten Sees, Ibon Bajo de Vallibierna.




                                  Und weiter zum See selbst, der zu einer ausgiebigen Pause einlädt.







                                  Anschließend steigen wir weiter auf, am Ibon Alto de Vallibierna vorbei zum Collado de Vallibierna.

                                  Rückblickend: Ibon Bajo



                                  Ibon Alto und Ibon Bajo



                                  Vor uns der Pass.



                                  Noch ein Blick zurück vom Pass.



                                  Auf der anderen Seite liegt unter uns der Ibon Cap de Llauset. Da wollen wir zelten.
                                  Dahinter der Col de Rio Bueno, unser erstes Ziel für morgen.
                                  Rechts unterhalb des Sees, versteckt hinter den Felsen, liegt die recht neue Refugio Cap de Llauset.




                                  Vom Pass aus scheint der Pfad sich endlos in die falsche Richtung zu ziehen.
                                  Er scheint wohl eine steile Geländestufe zu umgehen.
                                  Der GR11 führt dann, anders als in meiner Karte, direkt hinunter zur Refugio, was ja Sinn macht.
                                  Wir steigen aber den alten Weg hinauf zum See.
                                  Schon recht früh erreichen wir ihn und finden eine traumhafte Zeltwiese vor mit blauem Enzian, Sonnentau und vielen anderen Blümchen.
                                  Zum Wasserfassen muss ich mir einen Weg durch recht sumpfiges Gelände zum Bach suchen.
                                  Es ist wunderschön hier, ich lege mich auf die Wiese und genieße den Nachmittag.
                                  Dabei koche mir nun endlich mein Frühstück, während Jörn noch die benachbarten Gipfel erklimmt.

                                  Zuletzt geändert von Meer Berge; 04.11.2018, 17:09.

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                                  • Meer Berge
                                    Fuchs
                                    • 10.07.2008
                                    • 2315

                                    • Meine Reisen

                                    #77
                                    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                                    Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
                                    Sterndolde
                                    Klasse!
                                    Vielen Dank!
                                    Die steht in meinem dicken "Was blüht denn da" nicht drin.
                                    Jetzt lese ich "fehlt in Deutschland".
                                    Dann ist das ja klar

                                    Viele Grüße,
                                    Sylvia


                                    Nee, stimmt gar nicht. Die Große Sterndolde gibt es auch bei uns und auch in meinem Buch. Da sieht sie nur anders aus und ich habe sie nicht erkannt ...
                                    Ich vermute jedoch, dass meine die Kleine Sterndolde ist.

                                    Prima, jetzt weiß ich Bescheid und werde es nicht mehr vergessen.
                                    Zuletzt geändert von Meer Berge; 04.11.2018, 17:26.

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                                    • ticipico
                                      Erfahren
                                      • 18.10.2016
                                      • 260

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                                      #78
                                      AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                                      Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                                      Mittwoch, 1.8.2018 (23. Tag)

                                      Der GR11 führt dann, anders als in meiner Karte, direkt hinunter zur Refugio, was ja Sinn macht. Wir steigen aber den alten Weg hinauf zum See.
                                      Neid !! Hätte ich auch machen sollen. Ich bin zur "Hütte" gelaufen und habe diesen wunderbaren See leider nur gestreift.
                                      Die Hütte war ein großer Blechkasten mit Gitterrosten als Terrasse (barfuß sehr unangenehm ).


                                      Wahrscheinlich der Entwurf eines Star-Architekten .

                                      Ich machte mich schnell weiter.
                                      „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche

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                                      • Meer Berge
                                        Fuchs
                                        • 10.07.2008
                                        • 2315

                                        • Meine Reisen

                                        #79
                                        AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                                        Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
                                        Wahrscheinlich der Entwurf eines Star-Architekten
                                        Sowas in der Art habe ich mir auch gedacht, als ich die Blechkiste vom Weg aus gesehen habe.
                                        Wenn das wenigstens alles Solarzellen wären, würde ich in solch "moderner" Bauweise ja noch einen Sinn sehen.
                                        So finde ich es nur völlig unpassend in dieser Bergwelt.

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                                          Erfahren
                                          • 26.06.2013
                                          • 166

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                                          #80
                                          AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

                                          Nachdem ich nun alles (bisher Geschriebene) gelesen habe, kann ich nur sagen: Wun-der-schön! So eine tolle Bergwelt! Nur ganz am Anfang hab ich mal was erkannt, weil ich auch schon von St.-Jean-Pied-de-Port nach Roncesvalles gewandert bin.

                                          Von mir daher für diesen tollen Bericht!

                                          LG,
                                          Babs

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