[DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

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  • Wafer

    Lebt im Forum
    • 06.03.2011
    • 6118

    • Meine Reisen

    #41
    AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

    19. Tag: Kahler Asten - Petersborn
    Samstag, 2. Mai 2015
    Strecke: 42 Km – Etappe: 74 Km - Gesamtstrecke: 600 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 900 m, ↓ 1.250 m
    Gehzeit: 11 h

    Der Morgen weckt mich mit super Wetter. Der Blick aus dem Fenster animiert mich vor dem Frühstück noch auf den Turm zu steigen.


    Auf dem Kahlen Asten am Morgen

    Nach einem guten Frühstück komme ich heute gegen ½ 9 weg. Der Weg führt mich durch die Hochheidelandschaft in Richtung Norden. Die Natur ist hier durch das Naturschutzgebiet Kahler Asten geschützt. Sonst ginge hier vermutlich eine Bahn bis rauf. Warum dann Autos fahren dürfen ist mir nicht ganz klar.


    In der Hochheide am Kahlen Asten

    Ich überquere die Straße und steige von oben in das Skigebiet ein. Über die Piste des Nordhangs führt ein kleiner Pfad abwärts. Und dann geht es einmal quer durch, durch die Wintersportinfrastruktur von Winterberg.


    Noch gibt es auch Schlepplifte in der Wintersportinfrastruktur von Winterberg

    Irgendwie kann ich kaum glauben, dass hier vor einem Monat an Ostern noch Lifte gelaufen sind.
    Trotzdem hat der Sauerländische Gebirgsverein es geschafft auch hier gute Wege anzulegen.


    Auf dem Rothaarsteig geht es auf Winterberg zu

    Wenn man so auf Winterberg zuwandert ist die St.-Georg-Schanze nicht zu übersehen. Schon vom Kahlen Asten aus war sie gut zu sehen. Wenn sowas direkt am Weg liegt, dann muss ich mir das natürlich auch aus der Nähe ansehen. Für einen €uro kann man das Bauwerk besteigen.


    Die St.-Georg-Schanze von Winterberg

    Dann geht es erst ein wenig am Rande von Winterberg entlang und dann mitten durch.


    Winterberg

    Kurz vor dem Bahnhof leitet mich das Wanderzeichen von der Straße weg in eine Schlucht hinunter. So direkt in Winterberg hatte ich mit solchen Wegen nicht wirklich gerechnet. Die Schlucht der Helle, die unweit in den Bodensee fließt, ist ein unerwartetes Schmuckstück.


    Tolle Schlucht direkt in Winterberg

    Dann führt mich der Steig am Ortsrand entlang und wieder raus aus dem Ort. Ich bin hier direkt auf der Rhein-Weser-Wasserscheide unterwegs. Die Helle fließt über die Orke und Eder zur Fulda und zur Weser während die Ruhr, zu deren Quelle ich unterwegs bin, in den Rhein fließt.


    Zwischen Winterberg und Ruhrquelle

    Warum ein Jakobsweg ausgerechnet Heidenstraße heißen muss habe ich nicht verstanden. Heiden werden auf der Straße zumindest nicht mit dem Ziel Santiago de Compostela unterwegs sein.
    Dann führt mich der Weg zur Ruhrquelle.


    Dir Ruhrquelle kommt dann recht unspektakulär daher

    Leicht auf und ab geht es weiter auf Küstelberg zu. Ein Ort, in dem ich eigentlich fast nur Autos unserer Niederländischen Nachbarn gesehen habe. Scheint für die nicht nur im Winter ein beliebtes Reiseziel zu sein. Hinter Küstelberg steht wieder ein Tor am Weg.


    Wegeindrücke rund um Küstelberg

    Das Wetter hat sich aber auch super entwickelt. Beim Aufstieg hinter Küstelberg hat man einen tollen Blick nach Ost und West bevor es wieder in den Wald geht.


    Weitblicke nach Ost und West

    Der Steig ist hier wieder sehr abwechslungsreich. Mal breiter, mal schmaler führt er den Hang hinauf durch Felder und Blumenwiesen.


    Tolle Wege am Rothaarsteig - hier bei Küstelberg

    Hier sind recht viele Radsportler unterwegs. Deutlich mehr als Wanderer. Überhaupt ist es heute recht voll. Aber das liegt vermutlich am langen Wochenende und dem Wetter.
    Auf der Grenze zwischen Nordrhein-Westphalen und Hessen führt der Weg durch den Wald und bald zum Naturschutzgebiet Neuer Hagen. In dieser Hochheidelandschaft entspringt die Hoppecke. Wieder eine der zahllosen Quellen am Steig.


    Im Naturschutzgebiet Neuer Hagen

    An der Hochheidehütte mache ich Mittagspause. Die Hütte ist wegen einer geschlossenen Gesellschaft innen belegt. Aber bei dem Wetter ist es ja kein Problem draußen zu sitzen und was zu essen. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Und beliebt ist die Hütte auch! Übernachten kann man hier aber nicht.
    Ich sitze eine Weile in der Sonne und genieße den Ausblick. Irgendwann treiben mich die Menschenmassen dann aber wieder zum Aufbruch.


    Ausblick nach Westen auf die Ausläufer des Hochsauerlandes

    Erst durch die Heidelandschaft und später durch den Wald geht es auf den Langenberg.


    Der Langenberg – der höchste Berg von Nordrhein-Westphalen

    Wer hier einen Aussichtsberg erwartet wird allerdings enttäuscht. Man merkt kaum, dass man einen Gipfel erreicht hat. Auf der Grenze der Bundesländer geht es bis zum Richtplatz. Hier hat man einen Blick auf den Ettelsberg mit seiner Kabinenbahn. Der rechte Gipfel ist der Mühlenkopf auf dessen Rückseite die Mühlenkopfschanze steht, aktuell die größte Großschanze der Erde. Aber da führt mich der Weg nicht dran vorbei. Ab hier geht es abwärts nach Bruchhausen.


    Auf dem Abstieg nach Bruchhausen

    Der Steig führt bis an den Ortsrand und führt dann oberhalb des Ortes am Waldrand entlang.


    Bruchhausen

    Die Markierung im Bereich des Info-Centers Bruchhauser Steine ist etwas verwirrend und verleitet mich zu einem Umweg. Nach 2 Km bemerke ich meinen Irrtum erst und muss umkehren. Der Rothaarsteig zieht hinauf zu einem Pass, auf dem auch wieder die Rhein-Weser-Wasserscheide verläuft. Der Verkehr hält sich auf der Straße in Grenzen weil an dieser gerade gebaut wird und sie daher gesperrt ist.
    An der Wasserscheide mit seinem Denkmal mache ich ein letztes Mal für heute Pause.


    An der Rhein-Weser-Wasserscheide

    Ich merke schon, dass es vielleicht besser gewesen wäre in Bruchhausen zu übernachten. Langsam meldet sich meine Kondition zu Wort. So beschließe ich die 3 Gipfel weg zu lassen und direkt zum Schusterknapp zu wandern. Auf dem Weg hat man einen tollen Blick auf die Bruchhauser Steine.


    Die Brauchhauser Steine

    Ab hier steuere ich dann Petersborn direkt an. Es reicht für heute! Generell kann man sagen, dass die Wälder hier recht ausgiebig bewirtschaftet werden.


    Frei nach Herbert Grönemeyer: Die Bäume stehen in Reih und Glied, ein Anblick, den man gerne sieht ... ?

    In Petersborn gibt es aber keine Unterkunftsmöglichkeit mehr. Es gibt private Unterkünfte aber ich will noch etwas essen. Das soll erst im Landgasthof Gruß in Gudenhagen gehen. Ich telefoniere und bekomme noch ein Bett. Die letzten Kilometer strecken sich dann noch ganz schön. Ich bin froh, als ich die Füße unter dem Tisch und ein Bier oben drauf habe. Kulinarisch ist es hier eher der Ausgleich zu gestern. Nach einem kurzen Abendessen bin ich schnell im Bett. Ich bin todmüde. Gute Nacht!
    Zuletzt geändert von Wafer; 16.05.2016, 15:25.

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    • Wafer

      Lebt im Forum
      • 06.03.2011
      • 6118

      • Meine Reisen

      #42
      AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

      20. Tag: Petersborn - Marsberg
      Samstag, 2. Mai 2015
      Strecke: 30 Km – Etappe: 104 Km - Gesamtstrecke: 630 Km
      Höhenunterschiede: ↑ 650 m, ↓ 900 m
      Gehzeit: 8,5 h

      Der Tag beginnt mit einem guten Frühstück. Gegen ½ 8 komme ich weg. Der Himmel ist heute bedeckt und es soll evtl. Regen geben. Da bin ich ja mal gespannt was kommt. Zuhause scheint die Sonne – na prima!
      Die 4 Kilometer nach Brilon, damit ich durch eine Stadt wandern kann, schenke ich mir. Somit steht der heutige Tag unter dem Motto: Zurück zum E1!


      Blick zurück auf Poppenberg – ein Ortsteil von Brilon

      Vom Gasthof starte ich gleich nach Osten. Erst auf Teer aber dann sehr schnell führt ein wunderbarer Wanderweg am Hang entlang. Eigentlich sollen hier die Radler fahren und die Wanderer sollen auf dem Teersträßchen wandern. Das sehe ich etwas anders! Also wandere ich entlang des Berghangs und genieße die Flora.


      Pusteblumen gibt es überall

      Die Morgensonne will zwar noch nicht so ganz aber die Blumen recken sich ihr trotzdem entgegen.


      Gänseblümchen gehen am Morgen auf

      Der Blick nach Norden offenbart, dass hier das Hochsauerland in diversen Grüntönen ausläuft.


      Die Ausläufer des Hochsauerlandes

      Der nächste Gasthof hat ein paar Motorradfahrer zu Gast. Die niederländischen Parkgewohnheiten halte ich aber für etwas ungewöhnlich.


      Was macht das Moped da auf der Wiese?

      Ich halte mich ziemlich genau östlich und habe weiter im Süden die Berge rund um den Diemelsee im Blick.


      Die Berge rund um den Diemelsee

      Der Weg ist gewohnt gut markiert und führt mich nach Messinghausen hinunter. Einer der Höfe am Weg scheint sich mit Geflügelzucht zu befassen.


      Strauße und Enten auf dem nächsten Hof

      Einer der Strauße ist ganz neugierig und kommt näher ran.


      Ein Vogel Strauß

      Von sowas scheint man ganz gut leben zu können. Der Hof ist top in Schuss und gut erhalten.


      Toll renovierter Hof

      Über Wiesen und durch Wälder komme ich ins Tal runter nach Messinghausen.


      Messinghausen

      Hier merke ich dann, dass ich die „Wanderautobahn“ verlassen habe: Die Beschilderung der Wege wird sehr überschaubar. So erwische ich einen Weg zu früh beim links abbiegen und lande direkt an der Hoppecke, deren Quelle ich gestern nahe der Hochheidehütte gesehen habe. Hätte ich auf Google geschaut, die hätten es gewusst. So steige ich querwaldein hinauf zum richtigen Weg. Dafür war der Weg aber sehr schön!


      Abwechslung am Weg bei Messinghausen

      Am Südhang des unteren Hoppecketals zieht sich mein Weg hinauf. Ländliche Idylle mit Hundeübungsplatz und Reitstall.


      Der Aufstieg hinter Messinghausen

      Aber auch hier lässt mich meine Karte wieder im Stich: Wieder bin ich einen Weg zu tief und steige durch eine Schneise im Wald – mein Dank geht diesmal an Kyrill – hinauf zum nächsten Waldweg. Dabei rennt mich fast ein Reh über den Haufen, das ich aufgescheucht habe. Eigentlich war der Plan auf direktem Weg nach Padberg zu kommen. Aber die Götter der Navigation sind mir heute nicht hold. Ich traue einem kleinen Hinweisschild und lande erst wieder auf dem falschen Weg. Als ich das merke will ich aber nicht mehr umkehren. Schön ist es hier auch.


      Am Grottenberg

      Wenn auch eine Eintrübung jetzt nicht mehr zu übersehen ist! Über den Grottenberg steige ich ab und komme wieder an die Hoppecke. So komme ich noch ungeplant durch Beringhausen bevor ich hinauf nach Padberg steige.


      Beringhausen und Umgebung

      Hinter Padberg geht es dann hinab an die Diemel. Hier bekomme ich wegweisende Hilfe durch die gut markierte Sauerland Waldroute. Von der Wegsucherei habe ich für heute genug!


      Wegweisende Hilfestellung für jeden Geschmack

      Entlang des Diemeltals wandere ich auf Marsberg zu. Das Wetter wird immer schlechter. Irgendwann muss ja mal das viel versprochene Wasser runter kommen. Die Sauerland Waldroute folgt der mäandernden Diemel durch das Tal – und ich ihr damit auch.


      Diemeltal und Kluskapelle

      Ab der Kluskapelle am Friedhof von Giershagen bin ich wieder auf dem E1. Durch den Wald geht es hinauf auf den Priesterberg. Und ich hatte geglaubt, ich sei aus dem bergigen Hochsauerland schon raus. Hier geht es auch gut auf und ab!


      Es fehlt zwar an Weitblicken aber in der Nähe gibt es auch reichlich zu sehen

      Wie es sich anhört, hört es nochmal auf zu regnen. Das bewegt mich aus dem tropfenden Wald raus zu gehen. Am Weg nach Marsberg steht der Wartturm, oder auch Mäuseturm genannt.


      Der Wartturm

      Da die Sicht aber deutlich zu wünschen übrig lässt verzichte ich darauf ihn zu besteigen. Ich halte etwas abseits der Straße auf Marsberg zu als es wieder anfängt zu regnen. Also muss ich doch noch die Regeklamotten montieren. Zügig mache ich mich auf den Weg nach Marsberg. Bei gutem Wetter sicher ein Leckerbissen. Bei dem Regen lasse ich die Kamera aber lieber stecken. Für mich auch ein deutliches Zeichen hier es für dieses Mal gut sein zu lassen. Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist durchwachsen und ich hatte genug Glück mit dem Wetter. Das muss man nicht strapazieren!
      Mit 3 Mal umsteigen bin ich in 4,5 h Stunden zuhause. Deutlich schneller und einfacher als bei der Herfahrt. Ich bin jetzt aber auch im Einzugsgebiet der Schnellfahrstrecke Hannover – Würzburg.
      Zuletzt geändert von Wafer; 16.05.2016, 15:25.

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      • Prachttaucher
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        • 21.01.2008
        • 11561

        • Meine Reisen

        #43
        AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

        Auch wieder ein sehr schönes Stück - gerade an der Diemel - das ich durch die Waldroute kenne. Da kommt wirklich große Sauerland-Sehnsucht auf ! Schön hier die Bilder zu sehen + tolles Wetter.

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        • Wafer

          Lebt im Forum
          • 06.03.2011
          • 6118

          • Meine Reisen

          #44
          AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

          Hallo Wanderfreunde.
          Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.


          Hier nun auch der GPX-Track zu diesen 3 Tagen. Infos zu den verwendeten Wanderkarten liefere ich nach.

          Viel Spaß auf dem E1!

          Gruß Wafer
          Angehängte Dateien
          Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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          • Wafer

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            • 06.03.2011
            • 6118

            • Meine Reisen

            #45
            AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

            7. Etappe - Von Marsberg nach Handeloh

            Die letzten Jahre war das Wetter im Mai häufig recht stabil. Also warte ich auf eine stabile Wetterlage im Norden um weiter auf dem E1 unterwegs zu sein. Wie es aussieht tritt das gleich Anfang des Monats ein. Eigentlich wollte ich ja schon am Freitag oder Samstag starten. Aber leider ließ sich das nicht einrichten, so dass ich erst am Montag loskomme.
            Ich packe ein paar Wanderkarten, meinen Rucksack und noch ein paar Kleinigkeiten zusammen und mache mich auf den Weg zurück nach Marsberg, meinem letzten Endpunkt meiner Wanderung.

            21. Tag: Marsberg – Essentho
            Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

            Montag, 2. Mai 2016
            Strecke: 4 Km – Etappe: 4 Km - Gesamtstrecke: 634 Km
            Höhenunterschiede: ↑ 175 m, ↓ 0 m
            Gehzeit: 1 h

            20 Uhr liefert mich die Bahn in Marsberg ab. Alleine die Fahrt durch das wunderschöne Diemeltal von Kassel nach Marsberg lohnt schon die Anreise!


            Die Anreise mit der Bahn durch das schöne Diemeltal

            Wenn es nicht regnet hat der Ort gleich viel mehr! Obwohl es schon recht spät ist starte ich noch. Etwas bewegen will ich mich heute schon noch. Erst geht es vom Bahnhof zur Diemel. Hier beginnt der Eggeweg, dem ich und der E1 nun folgen wollen.


            Am Beginn des Eggeweges in Marsberg an der Diemel

            Erst geht es beschaulich an der Diemel entlang. Beim Blick zurück kann ich das Kloster Obermarsberg oben auf dem Hügel liegen sehen, das mir letztes Jahr im Regen kaum aufgefallen ist.


            Das Kloster Obermarsberg hoch über dem Ort

            Dann führt mich der Weg im Wald nach Essentho hinauf. Der einzige Gasthof hatte mir geschrieben, ich könnte jederzeit kommen. Als ich eine Stunde später dort vor der Tür stehe haben die von Montag bis Mittwoch Ruhetag. Aber Mutter und Tochter sind da und bewirten mich mit Niederländischer Küche.
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            Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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            • Wafer

              Lebt im Forum
              • 06.03.2011
              • 6118

              • Meine Reisen

              #46
              AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

              22. Tag: Essentho - Willebadessen
              Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

              Dienstag, 3. Mai 2016
              Strecke: 33 Km – Etappe: 37 Km - Gesamtstrecke: 667 Km
              Höhenunterschiede: ↑ 450 m, ↓ 600 m
              Gehzeit: 7 h 30

              Um 4 Uhr 39 gibt die Sirene links von meinem Fenster Feueralarm und reißt mich aus dem Schlaf. Aus dem Fenster ist nichts zu erkennen. Also lege ich mich wieder hin. Als ich gerade wieder am wegdämmern bin rauscht mit viel Getöse und Tatü-Tata die Feuerwehr an meinem Fenster vorbei. Wer soll denn da noch schlafen können? Irgendwann klappt es dann aber doch wieder. Nur damit mich um Punkt 6 Uhr die nach der Nacht wiederbelebte Kirchturmuhr auf der anderen Seite des Fensters schlagen kann. Vielleicht sollte ich doch Miefschläfer werden? Etwas gerädert und müde sitze ich gegen 8 Uhr am Frühstückstisch. Die Frage, ob ich gut geschlafen habe, lege ich unter Sarkasmus ab. Aber die Wirtsleute haben wirklich nichts mitbekommen.
              Und wo sind der strahlende Sonnenschein und der blaue Himmel von gestern hin? Es ist ziemlich bewölkt! Gegen 8 Uhr 30 starte ich. Noch ist es trocken. Aber das bleibt es leider nicht sehr lange.


              Dahinten in Hessen regnet es schon

              Auf dem Weg nach Oesdorf blüht es. Der Frühling ist da!


              Frühling auf dem Weg nach Oesdorf

              Und dann erwischt mich einer der angekündigten Schauer. Aber gründlich – von 9 bis 13 Uhr! Das bin ich auf dem E1 aber gewohnt: Einen Tag werde ich fast immer mal nass. Damit habe ich es wenigstens für dieses Mal hinter mir – so hoffe ich!
              Also mit Fernsicht ist nicht viel los. Aber es gibt ja auch in der Nähe genug zu sehen.


              Tiere stört das Wetter weit weniger als uns

              In Oesdorf steht der Verkehr abwärts. Da muss irgendwas mit der Autobahn passiert sein. Als ich die dann kurz drauf kreuze fährt kein Auto in Richtung Süden. Am Ortseingang von Blankenrode betrete ich eine Gaststätte um mich zu trocknen und ein zweites Frühstück zu mir zu nehmen. Die ausgesuchte „Höflichkeit“ der Bedienung veranlsst mich aber den Tatort nach dem zweiten Satz sofort wieder zu verlassen. Schade!
              Laut Karte Zwar das für lange Zeit die letzte Möglichkeit direkt am Weg. Und der sollte hier nicht „Eggeweg“ heißen sondern eher „Pflugweg“: Der Boden ist recht aufgeweicht und durch Fahrrad-, Moped- und Auto-/Trecker-Reifen teilweise tief umgepflügt. Die Feuchtigkeit muss hier die letzten Tage bzw. Wochen recht hoch gewesen sein!


              Hier ist alles irgendwie recht wasserlastig

              Dann kommt die Stadtwüstung Blankenrode. Nur: Was ist eine Stadtwüstung? Eine verwüstete Stadt? Oder gar die wüsten Überreste einer Stadt – sprich: eine Müllkippe? Wohl kaum! Da würden sie den Weg im weiten Bogen drum rum führen. Hier ist der Weg in der alten Festung echt toll! So sollte er überall sein!


              Schöne Wege an der Stadtwüstung Blankenrode

              Viel zu schnell geht es wieder auf breite Waldwege. Bei „Roters Eiche“ kreuze ich eine Straße und bald wieder auf schönen Wegen unterwegs. Es geht hinauf zur Nadel (413 m). Erst durch Buchenwald und dann mehr durch Nadelwald.


              Aufstieg zur Nadel am Klippen- und Felsenmeer

              Leider gewährt das frische Grün keinerlei Weitblicke. Überhaupt – a propos Grün: Habe ich schon mal erwähnt, dass ich die verschiedenen Grüntöne im Frühjahr absolut grandios finde?
              Immer am Rand des Klippen- und Felsenmeeres führt der Weg weiter. Der Weg hat etwas vom Stil des Albnordrandweges: Tolle kleine Steige an der Kante entlang. Nur geht es diesmal rechts runter statt links. Aber auch das lässt sich durch die Laufrichtung auf dem E1 justieren.
              Am Grunewald stehen LKW auf dem Parkplatz des Gasthauses. Das ist normalerweise ein gutes Zeichen für gutes Essen. Nur gibt es hier kein warmes Essen. Nur heiße Dinger zum Vernaschen: Ein Erotik-Club hat sich hier niedergelassen. Nicht wirklich das was ich jetzt brauche! Also wandere ich weiter und mache bei der Borlinghauser Hütte Pause. Das hört sich hier immer recht hochtrabend an. Das sind hier in der Gegend dann aber immer Unterstandshütten. Hier lege ich dann die Regeklamotten wieder ab und mache Vesper. So langsam reicht es mir für den ersten langen Wandertag. Ich beschließe heute in Willebadessen zu übernachten.
              Ab und an kommt jetzt sogar die Sonne wieder raus.


              Insektenhotel am Weg - aber mit wenigen Gästen

              Ein Grund mehr den Schlenker zu „Bierbaums Nagel“ noch zu machen. Allein schon der Name! Der „Nagel“ entpuppt sich dann als Turm, den man über 49 steile Stufen ersteigen kann.


              Bierbaums Nagel

              So langsam macht sich auch die Sicht wieder. Willebadessen, mein heutiges Ziel, ist im Tal schon zu sehen.


              Blick von Bierbaums Nagel nach Osten

              Da muss ich aber noch ein paar Höhenmeter absteigen. Weiter führt der Weg immer an der Kante entlang zu den Teufelsklippen.


              Auf dem Eggeweg zu den Teufelsklippen

              Genuss pur! Warum bin ich hier bloß mal wieder weit und breit alleine unterwegs?


              Traumwege im Eggegebirge

              Dann führt der Weg noch durch die Karlschanze, eine alte Wallburg. Hier ist die Wegfindung etwas schwierig. Trotzdem finde ich den Weg ins Tal und komme nach Willebadessen. Dort steuere ich ein Hotel oberhalb des Ortes an. Meine Muskeln fühlen sich so an, als könnten Sie eine Sauna vertragen. Der erst lange Wandertag ist immer recht anstrengend. Also lasse ich die Hüllen fallen und genieße 2 Saunagänge mit Ausblick über das Tal.


              Sauna mit Weitblick

              Zum Abendessen habe ich die Wahl zwischen einem Büffet und á la Carte. An der Speisefolge ist klar erkennbar, dass ich Süddeutschland verlassen habe: Matjessalat gäbe es da nie!
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              Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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              • Wafer

                Lebt im Forum
                • 06.03.2011
                • 6118

                • Meine Reisen

                #47
                AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                23. Tag: Willebadessen - Horn
                Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

                Mittwoch, 4. Mai 2016
                Strecke: 36 Km – Etappe: 73 Km - Gesamtstrecke: 703 Km
                Höhenunterschiede: ↑ 550 m, ↓ 550 m
                Gehzeit: 8 h 30

                Die Sonne scheint zum Fenster rein und scheucht mich gegen 7 Uhr aus dem Bett. Nach einem kontinentalen Frühstück mit Sonne auf dem Tisch zieht es mich schnell nach draußen. Ich gehe hinauf zum Bahnhof und ziehe dann leicht ansteigend bis zum Fluchtstollen des Bahntunnels auf Teer und dann auf geschotterten Waldwegen zum Paderborner Berg hinauf. Hier stoße ich wieder auf den E1.


                Auf Waldwegen unterschiedlicher Art führt der E1 durch das Eggegebirge

                Immer an der Kante geht der Weg auf Sandstein, Sand und Matsch entlang. Die Feuchtigkeit der letzten Zeit hat dem Weg ziemlich zugesetzt. Meist kann man aber um den größten Matsch drum herum laufen.


                Teilweise sind die Wanderwege „landunter“

                Aber einen Vorteil hat der Weg: Wo er trocken ist, da ist er herrlich weich und federt. Wenn hier nicht so viele Radfahrer unterwegs wären sähe der Weg evtl. noch besser aus. Die Radler sind aber auch nicht so flexibel beim Ausweichen. Die Reifenspuren führen meist mitten durch den Matsch.


                Natur am Wegesrand des E1

                Leider hat man nur selten Blick ins Tal – die Bäume unterhalb der Kante sind zu hoch oder es geht nicht steil genug runter. Als ich mich der alten Bahnlinie nähere, die in meiner Karte noch eingetragen ist sehe ich, dass die sicher schon viele Jahre abgebaut ist. Wo der Weg laut Karte direkt an einer Straße entlang führen soll ist dieser mit extra Abstand im Wald geführt. Nach dem Pass führt mich der E1 etwas im Tal entlang um beim Klusenberg wieder auf den Kamm zurück zu kehren.


                Traumwege auf dem E1 – Auf dem Eggegebirgskamm

                An der „Schönen Aussicht“ mache ich mit schöner Aussicht Pause – immer noch alleine.


                Die Hütte an der „Schönen Aussicht“


                Schöne Aussicht an der Schönen Aussicht

                Ich habe bisher nur einen Radler getroffen der am Samstag in Celle gestartet ist und bis Siegen will. Der wird über die umgepflügten und matschigen Wege ganz schön fluchen!


                Der E1 auf dem Westfalen-Wander-Weg

                Den Betonweg vor zur Iburg spare ich mir. Ich ziehe lieber auf dem Westfalen-Wanderweg weiter. Erst später sehe ich, dass es dort ein Restaurant geben soll. Schade, davon gibt es so wenige hier am Weg und wenn dann mal eines in erreichbarer Weiter ist, liest man erst 5 Km später was davon.


                Überall steht das Heidelbeerkraut

                Hier verlässt mich auch der Jakobsweg, den ich mal wieder kreuze.


                Auf dem E1 von Hütte zu Hütte

                Auf tollen Wegen geht es weiter von Hütte zu Hütte. Nur sind die Hütten eben immer nur Unterstandshütten. Teilweise mit toller Sicht geht es immer am Grad entlang.


                Tolle Weitblicke auf dem Weg in den Teutoburger Wald

                Irgendwo in dieser Gegend wollte ich eigentlich übernachten. Ich telefoniere mit der Silbermühle, die sehr schön sein soll, nach einem Bett. Aber nur Anrufbeantworter. Na, es ist eben Nebensaison. Da lasse ich es mal darauf ankommen. Sicherheitshalber hinterlasse ich eine Rückrufbitte.


                Ausblick kurz vor dem Feldromer Berg


                Am Aufstieg zum höchsten Punkt des Eggegebirges

                Über den Feldromer Berg (446 m) geht es zum höchsten Punkt des Eggengebirges, den Preußischen Velmerstot (464 m).


                Der Eggeturm auf dem Preußischen Velmerstot

                Dort steht auch der Eggeturm mit seinen 48 Stufen, den ich dann natürlich auch noch erklimme.


                Blick nach Nord-West nach Horn

                Am Horizont ist das Hermannsdenkmal erkennbar. Da will ich morgen hin!
                Hier treffe ich 3 Wanderer auf einmal! Man, das wimmelt hier ja geradezu!


                Grandioser Eggeturm

                So langsam reicht es mir dann aber auch für heute. Ich steige noch auf den Lippischen Velmerstot (441 m) und steige dann nach Norden ab.


                Der Lippische Velmerstot

                Oben stand ein riesiges Schild auf dem ein direkter Weg zur Silbermühle eingezeichnet war.


                Tolle Wege am Lippischen Velmerstot

                Und den nehme ich auch – aber nur gibt es den nicht. Also steige ich querwaldein hinab bis zu dem Waldweg, der zur Silbermühle führt. Ziemlich fertig komme ich dort an. Sieht aber mal richtig gut aus hier!


                Die Silbermühle im Silbertal bei Leopoldstal

                Nur leider scheint sie voll zu sein. So telefoniere ich rum und werde nur 2 Kilometer weiter im Waldschlösschen von Horn fündig. So breche ich nach einer ausgiebigen Pause nochmal auf und komme dort gegen 18 Uhr an. Beim sehr guten Abendessen kommt dann doch noch ein Rückruf von der Silbermühle sie hätten jetzt doch noch einen Platz für mich. Pech für die! Jetzt kehre ich nicht nochmal um! Essen und Zimmer sind hier gut und nur halb so teuer.
                Was mir heute aufgefallen ist: Ich habe heute Unmengen an Wanderzeichen gesehen. Auch gestern schon. Es gibt hier sehr viele Wanderwege, auf denen der E1 stellenweise entlangführt. Hier mal eine Auswahl von heute:


                Lauter Wanderwege auf denen ich heute unterwegs war

                Aber leider scheinen nicht so viele Wanderer unterwegs zu sein, dass es sich lohnt direkt an den Wegen Hütten, Gasthöfe oder andere Infrastruktur zu betreiben. Sehr schade! Denn der Eggeweg ist wirklich toll!
                Müde falle ich nach einem langen Wandertag ins Bett. Hoffentlich wird es morgen auch wieder so schön! Gute Nacht!
                Angehängte Dateien
                Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                • E1HikingTours
                  Erfahren
                  • 17.02.2013
                  • 162

                  • Meine Reisen

                  #48
                  AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                  Den Eggeweg habe ich mir fest für nächstes Jahr vorgenommen, nachdem ich ihn die letzten zwei Jahre zugunsten anderer Strecken immer wieder aufgeschoben habe. Die Fotos sorgen schon mal für Vorfreude.
                  Wandern auf dem E1

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                  • Prachttaucher
                    Freak

                    Liebt das Forum
                    • 21.01.2008
                    • 11561

                    • Meine Reisen

                    #49
                    AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                    Da bist Du wieder in einer schönen Ecke unterwegs gewesen und wohl meistens mit schönem Wetter ! Willebadessen habe ich zweimal als Startpunkt benutzt, weil man von da so schnell ins Grüne kommt. Silbermühle für Kaffee und Kuchen ist auch nett, v.a. bei Sonne mit Platz am Wasser. Oft aber auch sehr gut besucht - war das letzte Mal auch an Pfingsten gewesen. Meine Tour damals hatte ich eigentlich nur für zwei Tage geplant, aber weil´s dort so schön im sonnigen Wald war hatte ich um einen Tag verlängert ( etwas Ärger bekommend).
                    Zuletzt geändert von Prachttaucher; 25.05.2016, 12:03.

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                    • MaxD

                      Moderator
                      Lebt im Forum
                      • 28.11.2014
                      • 8415

                      • Meine Reisen

                      #50
                      AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                      Hmm....der Eggeweg! Ein herrlicher Abschnitt. Nachdem ich da letztes Mal im Schnee durchgestapft bin, machen mich Deine sonnigen Bilder etwas neidisch.

                      Jetzt bin ich auf die Fortsetzung sehr gespannt!
                      Zuletzt geändert von MaxD; 25.05.2016, 18:57.
                      ministry of silly hikes

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                      • Werner Hohn
                        Freak

                        Liebt das Forum
                        • 05.08.2005
                        • 10867

                        • Meine Reisen

                        #51
                        AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                        In einigen Tagen bist du 5 Jahre auf dem E1 unterwegs. Da könnte man glatt neidisch werden ob deines Durchhaltewillens. Ist eine längere Etappe in Sicht? So im Stil längst vergangener Caminos? Mittlerweile sind An- und Rückreisen ja fast eigene Berichte wert.
                        .

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                        • Wafer

                          Lebt im Forum
                          • 06.03.2011
                          • 6118

                          • Meine Reisen

                          #52
                          AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                          Zitat von MaxD Beitrag anzeigen
                          Hmm....der Eggeweg! Ein herrlicher Abschnitt. Nachdem ich da letztes Mal im Schnee durchgestapft bin, machen mich Deine sonnigen Bilder etwas neidisch.

                          Jetzt bin ich auf die Fortsetzung sehr gespannt!
                          Ja, mit dem Wetter hat es dieses Jahr ganz gut gepasst! Und die Fortsetzung ist in Arbeit. Leider kann ich nicht immer so wie gerne wollte.

                          Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
                          In einigen Tagen bist du 5 Jahre auf dem E1 unterwegs. Da könnte man glatt neidisch werden ob deines Durchhaltewillens. Ist eine längere Etappe in Sicht? So im Stil längst vergangener Caminos? Mittlerweile sind An- und Rückreisen ja fast eigene Berichte wert.
                          Hallo Werner.

                          Ich war dieses mal schon etwas länger unterwegs als bei den letzten Etappen. Daher auch die GPX-Files bei den Tagen. Aber leider auch nicht so lange wie ich wollte. Irgendwann hat es mich runtergewaschen.

                          Gruß Wafer

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                          • Wafer

                            Lebt im Forum
                            • 06.03.2011
                            • 6118

                            • Meine Reisen

                            #53
                            AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                            24. Tag: Horn - Lemgo
                            Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

                            Donnerstag, 5. Mai 2016 - Vatertag
                            Strecke: 31 Km – Etappe: 104 Km - Gesamtstrecke: 734 Km
                            Höhenunterschiede: ↑ 700 m, ↓ 850 m
                            Gehzeit: 8 h

                            Nach gutem Frühstück bin ich gegen 8 Uhr 30 wieder auf dem Weg. Ein toller Waldweg zieht am Lönsdenkmal Lönsstein vorbei den Berg hinauf.


                            Auf dem Bergrücken am Lönsstein

                            Oben steht dann wieder Heidelbeerkraut satt. Und ein grandioser Blick durch lichte Birken und Buchen auf die umliegenden Berge. Wenn ich nicht gerade erst gestartet wäre – also hier würde ich Pause machen! Über den Bergrücken geht es weiter auf tollen Wegen bis sich der E1 den Externsteinen zuneigt.


                            Abstieg zu den Externsteinen

                            Ich komme von hinten an diese viel gepriesene Sehenswürdigkeit heran und staune, dass ich am Vatertag bei dem Wetter auch hier immer noch alleine bin. Deutschland deine Wanderer: Wo seit ihr? Aber ganz ehrlich: Mich stört es nicht, dass ich alleine bin!


                            Aussicht von den Externsteinen nach Norden

                            Mich wundert es nicht, dass diese Steine so berühmt und bekannt sind.


                            Kuriose Bauwerke zur Erschließung der Externsteine

                            Leider kann man nur noch auf einen der beiden hinaufsteigen. 156 Stufen sind am Vormittag noch kein Problem.


                            Externstein-Impressionen

                            Aber unter uns: Von unten gefallen sie mir besser: von vorne, von hinten, gespiegelt im See, ... Und all das ganze nur für mich alleine!


                            Vatertag an den Externsteinen

                            Irgendwann mache ich mich dann doch wieder auf den Weg.


                            Rückblick auf die Externsteine

                            Jetzt hat glaube ich jeder gemerkt, dass mir die Steine gefallen haben!
                            Und wieder geht es durch herrliche Wälder über den Bärenstein nach Holzhausen.


                            Generationenwechsel im Wald beim Bärenstein

                            Aber gleich geht es auf der anderen Dorfseite wieder aus dem Ort hinaus und wieder hinauf auf den Stemberg. Der Blick geht frei bis zum gestern besuchten Eggeturm auf dem Preußischen Velmerstot.


                            Stembergblicke

                            Als es in den Wald gehen soll komme ich mit einem Wanderer ins Gespräch. Er berichtet mir irgendwann, dass er hier auf ca. 150 Wanderer wartet. Ein Grund mich sofort auf den Weg zu machen. Ich mag mich ja gefragt haben wo Deutschlands Wanderer sind. Aber in diesen Mengen brauche ich sie dann doch auch nicht.


                            Am Stemberg unterwegs

                            Der Eggeweg hat bei den Externsteinen aufgehört und den E1 an den Hermannsweg übergeben. Und der führt mich über den Rücken des Stembergs nach Berlebeck hinunter. Nur um gleich dahinter wieder auf die Höhe hinauf zu führen. Hier geht es ganz schön rauf und runter! Und so langsam füllen sich die Wanderwege mit Vatertagswanderern. Über den Hellberg nähere ich mich der Grotenburg mit dem Hermannsdenkmal.


                            Das Hermannsdenkmal

                            Erstmal außen rum und dann mitten rein. Ich drehe eine Runde um das Denkmal. Aber an der Kasse Schlange stehen um rauf zu dürfen, so groß ist die Neugier dann doch nicht. Auf der großen Wiese unterhalb ist für den Vatertag aufgebaut: Bierstand, Erbsensuppe mit Wurst aus der Gulaschkanone und jede Menge Bierbänke. Die sind aber noch recht leer.


                            Vatertag am Hermannsdenkmal

                            Mit einem Mitarbeiter der Lippischen Zeitungs ins Gespräch gekommen erzählt er mir, dass vor ca. 4 Wochen hier schon eine Frau auf dem E1 vorbeigekommen wäre und die wolle sogar zum Nordkap. Das kann eigentlich nur German Tourist auf ihrem Weg gewesen sein. Stolz erzählt er mir auch, dass heute Sternwandern wäre und hier über 1.500 Wanderer erwartet würden. Auf den Schock sehe ich zu, dass ich meine Suppe aufesse und loskomme. Aber zu spät! Ich habe echte Schwierigkeiten gegen den Strom vom Hermannsdenkmal weg zu kommen. Irgendwann verlässt aber zum Glück der E1 die Sternwanderroute. Ich mag mich ja heute Morgen gefragt haben wo Deutschlands Wanderer sind. Aber muss das gleich so deutlich beantwortet werden? Aber dass die da alle hinwollen kann ich gut verstehen: Ein richtig tolles Eck ist das hier!


                            Alleenartige Wege führen mich nach Detmold

                            Der E1 führt mich dann noch durch die Innenstadt von Detmold.


                            Die Fußgängerzone von Detmold

                            Ganz hübsch, so mit Schloss und Eisdiele und so.


                            Das Detmolder Schloss

                            Der Weg hinein am Knochenbach entlang war für einen Stadt wirklich ganz hübsch. Der Weg raus ist dann aber nicht ganz so hübsch: auf viel Teer geht es nach Klüt und weiter in Richtung Loßbruch. Dann besinnt sich der E1 aber wieder auf naturnahe Wege. Und der Blick zurück auf den Teutoburger Wald wir immer imposanter.


                            Pause mit Teutoburger-Wald-Blick

                            So ist z.B. der Fernsehturm von Bielefeld noch gut zu erkennen. Weiter hinten erkennt man die Bergkette immer noch, nur wird sie – zum Glück – immer trüber. Bedeutet das doch, dass das Wetter noch eine Weile so stabil bleibt.
                            Bei einer die typischen Vatertagsausflugsgruppen (Bierwagen, Kübelwagen, Schnapspatronengürtel, ...) werde ich wiedermal auf ein Bier eingeladen. Habt dank ihr lieben Väter! Irgendwie scheine ich wieder sehr durstig aus zu sehen!


                            Auf dem Weg nach Lemgo

                            Bei Wahmbeck führt der E1 durch Gehöfte die ich mit Norddeutschland verbinde: Klinkerbauten, reduzierte aber große Gartenanlage, Veranda in der Sonne, schöne Türen, ... Ich komme mit einem einheimischen Wanderer ins Gespräch. Zusammen ziehen wir weiter in Richtung Lemgo.


                            Auf schönen Wegen und durch tolle Landschaft führt der E1 durch das Lippische Bergland

                            Wir biegen dann aber vom E1 ab um noch das Braker Schloss zu sehen.


                            Auf dem Weg zum Braker Schloss

                            Warum führt der E1 an sowas vorbei, wenn man schon durch eine Stadt tapern muss? Überhaupt finde ich die Wegführung zwischen Detmold und Lemgo optimierungsbedürftig: am Anfang viel Teer und am Ende am Schloss vorbei. Zudem ist der Weg vom Schloss zur Stadtmitte durch einen Park und an der alten Stadtmauer entlang wirklich schön. Die alte Hansestadt Lemgo hat schon sehr schöne Ecken! In der Altstadt habe ich dann für heute genug.


                            Das Schloss Brake

                            Was mir heute aufgefallen ist: Ich habe nicht sehr viele Insekten gesehen. Kaum Hummeln, keine Bienen und ganz wenige andere Insekten. Ist das noch zu früh für die? Blühen tut hier genug!
                            Ich nehme das erstbeste Hotel, das am Weg liegt und verbringe den Abend in einem Bayerischen Biergarten. Auch heute wird es wieder schnell Nacht um mich herum! Auf Tour werde ich abends nicht sehr alt!
                            Angehängte Dateien
                            Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                            • Igelstroem
                              Fuchs
                              • 30.01.2013
                              • 1492

                              • Meine Reisen

                              #54
                              AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                              Zitat von Wafer Beitrag anzeigen

                              Warum führt der E1 an sowas vorbei, wenn man schon durch eine Stadt tapern muss?
                              Das liegt vielleicht daran, dass der E1 ein geografischer Fernwanderweg und kein Premiumweg mit wissenschaftlich abgekarteter und juristisch einklagbarer Erlebnisoptimierung ist. Genauso wie der Soldat ab 1,50 m Wassertiefe selbständig mit Schwimmbewegungen zu beginnen hat, muss der Fernwanderer eventuell selbständig vom gekennzeichneten Weg abweichen, wenn er etwas Bestimmtes sehen will. Und Du hast es ja auch geschafft; es ist also tatsächlich möglich.

                              Leitsatz: ›Wanderer, werde nicht weinerlich, wenn Du nicht gänzlich gegängelt wirst.‹
                              Lebe Deine Albträume und irre umher

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                              • Wafer

                                Lebt im Forum
                                • 06.03.2011
                                • 6118

                                • Meine Reisen

                                #55
                                AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                                Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
                                Das liegt vielleicht daran, dass der E1 ein geografischer Fernwanderweg und kein Premiumweg mit wissenschaftlich abgekarteter und juristisch einklagbarer Erlebnisoptimierung ist. Genauso wie der Soldat ab 1,50 m Wassertiefe selbständig mit Schwimmbewegungen zu beginnen hat, muss der Fernwanderer eventuell selbständig vom gekennzeichneten Weg abweichen, wenn er etwas Bestimmtes sehen will. Und Du hast es ja auch geschafft; es ist also tatsächlich möglich.
                                Nun, wie du schon festgestellt hast ist das nicht nur möglich sondern eigentlich auch mein normales Vorgehen. Hätte ich aber den Einheimischen nicht getroffen, hätte ich z.B. von dem Braker Schloss leider gar nichts mitbekommen. In den moderneren Führern steht sowas ja durchaus mit drin. Nur den, den ich vom E1 habe, da steht sowas (noch?) nicht drin. Und andere / aktuellere habe ich nicht gefunden. Schade eigentlich!
                                Naja, vielleicht kann ich ja mal einen neuen schreiben wenn ich mal in Rente bin ...
                                Zuletzt geändert von Wafer; 01.06.2016, 07:38.

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                                • Wafer

                                  Lebt im Forum
                                  • 06.03.2011
                                  • 6118

                                  • Meine Reisen

                                  #56
                                  AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                                  25. Tag: Lemgo - Aerzen
                                  Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

                                  Freitag, 6. Mai 2016
                                  Strecke: 38 Km – Etappe: 142 Km - Gesamtstrecke: 772 Km
                                  Höhenunterschiede: ↑ 850 m, ↓ 800 m
                                  Gehzeit: 9 h 30

                                  Punkt 7 Uhr stehe ich vor den geschlossenen Türen des Hotels. Überall steht zwar, dass es ab 7 Uhr losgeht aber dem ist wohl doch nicht so. Also drehe ich noch eine Runde durch die Altstadt von Lemgo.


                                  Die St. Nicolaikirche in Lemgo

                                  Die alten Häuser zeigen, dass die alte Hansestadt Lemgo früher ein reicher Flecken war.

                                  Imposante Bürgerhäuser der alten Hansestadt Lemgo

                                  Gegen halb 8 ist dann die Küche besetzt und man erbarmt sich meiner und ich darf ein ½ h früher Frühstücken als geplant. Heißt ja eigentlich auch Frühstück! So komme ich gegen 8 Uhr los als sich der Frühstücksraum füllt.


                                  Der alte Festungswall von Lemgo wurde zum Park

                                  Durch die Stadt geht es – wie zu erwarten war – auf Teer bis ich den Stadtrand erreiche und den Aufstieg zum Windelstein angehe. Steil schreibt sich der der Weg hinauf bis ich zu einem – leider geschlossenen – Aussichtsturm komme. Der ist aber nicht nur temporär zu. Das sieht recht dauerhaft aus!


                                  Geschlossener Aussichtsturm oberhalb von Lemgo

                                  Gleiches gilt für das Lokal direkt daneben. Schade! Die touristische Infrastruktur an diesem Teil des Weges ist eh schon sehr mager und der verbleibende Rest ist geschlossen oder zweckentfremdet.
                                  Wer glaubt nachdem man das Eggegebirge verlassen hat würden sich die Höhenmeter reduzieren, der wird hier eines Besseren belehrt. Im Lippischen Bergland geht es ständig auf und ab.


                                  Waldwege zwischen Lemgo und Hillentrup

                                  Nach dem Windelstein geht es wieder weit hinunter nur um dann wieder durch den Wald nach Hillentrup auf zu steigen. Tolle Kirche!


                                  Die Kirche von Hillentrup

                                  Und toller Urlaubsbauernhof mit Hallenbad und Sauna. Ob die Wanderer für eine Nacht aufnehmen habe ich nicht gefragt. Wäre heute auch eine extrem kurze Etappe. So ziehe ich weiter entlang dem Hansaweg, auf dem der E1 bis Hameln geführt wird.


                                  Auf dem Weg zum Steinberg

                                  Der Hansaweg ist sehr wenig auf Teer geführt. Hier wurde seit dem Druck meiner Karte auch die eine oder andere Wegänderung eingeführt.


                                  Denkmalgeschützte Wege zum Steinberg

                                  Am Steinberg wird es etwas unübersichtlich und der Gipfel ist sehr – sagen wir mal „steril“ und „menschgemacht“. Die Aussicht ist toll, der Gipfel selber weniger.


                                  Das Wesergebirge vom Steinberg aus gesehen

                                  Aber an den Wegen hier gibt es nichts zu meckern! Und an der Landschaft auch nicht!


                                  Das Weserbergland - stetiges Auf und Ab

                                  Der nächste kleine Ort empfängt mich wieder mit einem dauerhaft geschlossenen Hotel. Bei der Burg Sternberg soll es noch eines geben aber da kommt man nicht direkt vorbei. Und irgendwie habe ich noch keine Lust auf Pause. Also ziehe ich weiter, immer auf und ab an Winterberg (nur ein Hof!) vorbei und mal wieder hinab ins Tal – diesmal das Extertal – mit stillgelegter Bahnlinie. Die war sogar mal elektrifiziert. Die ganze Region hier scheint aktuell nicht wirklich zu florieren. Und das obwohl es hier sehr schön ist. Ich mache Vesper aus dem Rucksack und genieße die Aussicht.


                                  E1-Wanderwegimpressionen rund um Extertal

                                  Dann geht es mal wieder hinauf nach Hummerbruch (wo kommt jetzt so ein Name her?) und hinauf auf den Hohen Asch. So langsam melden sich die Knie. Vor allem abwärts mögen sie nicht so. Aber jetzt bin ja erstmal oben. Und da steht auch ein offener Turm. Also nehme ich die 70 Stufen noch mit. Die Aussicht belohnt die kleine Mühe!


                                  Aussicht auf der Hohen Asch

                                  Oben telefoniere ich nach einer Unterkunft. Die drei Hotels auf der Karte (Kompass – nie wieder!!!) gibt es alle nicht mehr. Es soll einen Griechen geben, der ein paar Zimmer hat. Den erreiche ich aber nicht. Und das nächste ist noch über 10 Km weg. Na, da wird es heute schon wieder sehr lang. Ich wollte doch kürzere Etappen machen. Na, dann aber morgen. Ich reserviere dort ein Zimmer und ziehe weiter.


                                  Schmetterling am Wegesrand

                                  Heute ist es richtig heiß geworden. Zum Glück führt ein Großteil des Weges im Wald. Dazwischen gibt es immer wieder tolle Aussichten ins Weserbergland rundum. Hier komme ich dann auch an die Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.


                                  Ein grenzwertiger Ort: Reine - halb in Nordrhein-Westfalen und halb in Niedersachsen

                                  Seit Beginn meiner Wanderung scheint die innenpolitische Sicherheitslage noch nicht soweit eskaliert zu sein, dass an Landesgrenzen Grenzkontrollen stattfinden.


                                  An der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

                                  So marschiere ich unbehelligt und ohne Visum ins Land der niederen Sachsen ein. Oder sagen wir lieber: ich schleiche ein. Denn so langsam kann ich die Arthrose kaum noch ignorieren.


                                  Erste Eindrücke von Niedersachsen

                                  So schleiche ich über den Lüningsberg am Kammweg entlang und freue mich sehr als das Gasthaus endlich in Sicht kommt.


                                  Darth Vader lässt grüßen

                                  Ich beziehe ein tolles Zimmer, erledige den Waschtag und lasse mich noch draußen in der Sonne nieder. Zum Essen gehe ich lieber rein. Es geht ein leichter aber angenehmer Wind aber ich esse meine Speisen lieber warm. Und morgen wird es kürzer – versprochen! Außerdem will ich in Hameln nach Topografische Karten schauen. Von den Kompasskarten habe ich jetzt genug. Im Netzt hatte ich nur leider keine anderen gefunden. Dann muss ich für den Muttertag aus der Ferne noch Sträuße organisieren – selbständig hat das bei den Kids leider noch nicht geklappt.
                                  Angehängte Dateien
                                  Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                  • Wafer

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                                    • 06.03.2011
                                    • 6118

                                    • Meine Reisen

                                    #57
                                    AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                                    26. Tag: Aerzen – Bad Münder
                                    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

                                    Samstag, 7. Mai 2016
                                    Strecke: 32 Km – Etappe: 174 Km - Gesamtstrecke: 804 Km
                                    Höhenunterschiede: ↑ 800 m, ↓ 825 m
                                    Gehzeit: 8 h 30

                                    Die Sonne scheint schon früh zum Fenster rein. Na also – geht doch! Bei uns zuhause soll es regnen! Frühstück gibt es ab 8 Uhr. So bin ich heute gegen 8 Ihr 30 kurz-ärmelig und -hosig unterwegs. Zuerst geht es eh über Felder nach Königsförde hinunter.


                                    Auf dem Weg nach Königsförde

                                    Welch hochtrabender Name für dieses Örtchen.


                                    Nur ganz kurz gehe ich neben der Straße entlang - Auf dem Radweg rechts

                                    Über Wiesen komme ich nach Dehrenberg und weiter hinauf an den Waldrand.


                                    Wiesenwege führen nach Dehrenberg

                                    Dort steht ein komplettes Klassenzimmer unter den Bäumen. Nette Idee für Naturkundeunterricht. Aber ob die Kids im Schullandheim wirklich Unterricht besuchen wollen? Durch den Wald geht es leicht fallend auf den Klütturm zu. Leicht fallend? Irgendwas stimmt hier schon wieder nicht! Ein Hundegassigeher klärt mich auf wo ich wirklich bin und zeigt mir eine Abkürzung damit ich nicht mehr umdrehen muss.


                                    Auf Waldwegen geht es auf Hameln zu

                                    Am Schullandheim Finkenborn treffe ich wieder auf den E1. Schon wieder ein Schullandheim? Diesmal sogar mit Hochseilgarten. Wozu brauchen die hier so viele davon? Haben da besorgte Eltern Angst, dass es wiedermal zu einem Exodus der Jugend kommen könnte und sie wollen sichergehen, dass sie dann auch eine Unterkunft finden? (Oder liegt es gar am nahen Atomkraftwerk Grohnde? Da wäre sichergestellt, dass die Kinder strahlend nachhause kommen! )
                                    Ein paar Meter weiter komme ich an den Klütturm (258 m).


                                    Der Klütturm Süd-Westlich von Hameln

                                    99 Stufen und 50 Cent trennen mich noch von dieser grandiosen Aussicht auf Hameln.


                                    Hameln vom Klütturm aus gesehen


                                    Aerzen - Mein heutiger Startort

                                    Beim steilen Abstieg in die Innenstadt merke ich dann, dass ich etwas an meinem Magnesiumhaushalt tun muss.


                                    Abstieg vom Klütturm nach Hameln

                                    Die nächste Apotheke am Weg kann‘s aber richten. Auf der Weser sind zwei Kanuten unterwegs. Sie haben ihre Regenschirme aufgespannt und lassen sich von der leichten Briese wie mit einem Segelboot die Weser runter treiben.


                                    Sportlich hochaktive Kanuten auf der Weser

                                    In der Innenstadt ist irgendein Fest. Auf jeden Fall viel Trubel. So besorge ich mir noch eine Anschlusskarte, die mir noch fehlt und verlasse nach kurzem Vesper aus dem Senegal die Innenstadt wieder.


                                    Die Innenstadt von Hameln - Mit Kindern und ohne Ratten

                                    Hier ist dann der E11 ausgewiesen, wo der E1 entlangführen sollte. Aber auch damit werde ich fertig. Der E11 sieht auf der Karte aber auch sehr interessant aus: Er kommt auf dem Grat des Wesergebirges aus Westen nach Hameln rein und verlässt Hameln wieder im Osten um auf den Grat des Ith hinauf zu führen. Aber ich bin ja auf dem E1 unterwegs. Der führt dann entlang einer Straße hinauf zum Bismarkturm. Nun, Straße hatte ich heute schon genug – also weiche ich auf Waldwege aus. Verpasse aber dadurch den Turm. Der soll aber eh wiedermal geschlossen sein. Und Türme hatte ich hier schon einige. Und da kommen auch noch einige mehr. Schöne Wege sind mir wichtiger! Ziemlich auf und ab geht es dann über die Heisenküche ins Sünteltal.


                                    Welliehausen mit dem Süntel

                                    In Unsen will ich heute eigentlich übernachten aber der Gasthof ist voll. Der nächste soll aber nur einen Kilometer weiter sein. So ziehe ich dann hinüber nach Welliehausen nur um fest zu stellen, dass die hier eine Hochzeit ausrichten und vermutlich sogar auch die Ursache für den vollen Gasthof in Unsen sind. Also bleibt mir nicht viel anderes übrig als den Süntel heute doch noch zu besteigen. Oben steht – wie kaum anders zu erwarten – ein Turm: Der Süntelturm (440 m).


                                    Der Süntelturm mit Gastwirtschaft

                                    Mit geöffneter Gastwirtschaft daneben. Schade, dass die hier keine Unterkünfte anbieten. Die 107 Stufen nehme ich natürlich mit. Mir wird sogar das hauseigene Fernglas mit hoch gegeben. Vielen Dank!


                                    Grandiose Aussicht auf dem Süntelturm - Hier das Wesergebirge

                                    Das hat sich echt gelohnt!


                                    Holtensen und Hameln vom Süntelturm aus

                                    Nach einer Erbsensuppe mit Wurst schlafe ich dann fast am Tisch ein. Jetzt aber los! Sonst wird das heute nix mehr!


                                    Nachmittags am Süntelturm

                                    Über breitere Waldwege steige ich zur Bergschmiede ab.


                                    Schilderwald im Wald auf dem Süntel

                                    Aber auch die bieten keine Unterkünfte an. Aber Bad Münder ist jetzt nicht mehr weit. Also genieße ich die Nachmittagssonne noch bei einem Radler und steige dann vollends ab bis nach Bad Münder.


                                    An der Bergschmiede

                                    Hier komme ich sehr gut unter: Sauna, Hallenbad, fairer Preis. Da gibt es nix zu meckern. Also rein in die Sauna und 2 ruhige Gänge nehmen und dabei noch ein paar Runden im Pool drehen. Da ich bei dem Wetter alleine im Wellnessbereich bin geht das ganz praktisch.
                                    Den müden Muskeln hat die Sauna ganz gut getan. Eigentlich wollte ich ja heute nicht so weit. Aber 32 Km sind es dann doch wieder geworden. Aber immer noch weniger als gestern! Müde falle ich ins Bett. Gute Nacht – bis Morgen.
                                    Angehängte Dateien
                                    Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                    • Dogmann
                                      Fuchs
                                      • 27.09.2015
                                      • 1020

                                      • Meine Reisen

                                      #58
                                      AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                                      Einfach grandiose Fotos, toll, obwohl ich eher fürs einsame bin.
                                      Richtig wohl fühle ich mich nur draußen !

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                                      • E1HikingTours
                                        Erfahren
                                        • 17.02.2013
                                        • 162

                                        • Meine Reisen

                                        #59
                                        AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                                        Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
                                        Hier ist dann der E11 ausgewiesen, wo der E1 entlangführen sollte. Aber auch damit werde ich fertig. Der E11 sieht auf der Karte aber auch sehr interessant aus: Er kommt auf dem Grat des Wesergebirges aus Westen nach Hameln rein und verlässt Hameln wieder im Osten um auf den Grat des Ith hinauf zu führen. Aber ich bin ja auf dem E1 unterwegs. Der führt dann entlang einer Straße hinauf zum Bismarkturm.
                                        So, das interessiert mich jetzt: als ich vor vier Jahren diesen Weg gegangen bin, war der E1 über den Basberg ausgeschildert und der E11 über den Bismarckturm. Bei OSM ist aber jetzt wieder die (frühere) Wegführung des E1 über Bismarckturm und E11 über Basberg eingezeichnet. Wie war jetzt genau die Markierung vor Ort? War der Weg zum Bismarckturm als E1 oder als E11 markiert?
                                        Wandern auf dem E1

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                                        • blauloke

                                          Lebt im Forum
                                          • 22.08.2008
                                          • 6617

                                          • Meine Reisen

                                          #60
                                          AW: [DE] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden

                                          Du hast meine Erinnerungen an die Externsteine und das Hermannsdenkmal aufgefrischt. Da war ich mal vor einigen Jahr(zehnt)en.
                                          Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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