[AT] WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Die Karawanken

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  • vergissminet

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    • 08.06.2009
    • 295

    • Meine Reisen

    [AT] WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Die Karawanken

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Land: AT (Steiermark & Kärnten)
    Reisezeit: Juni/Juli 2010
    Region/Kontinent: Mitteleuropa

    Unser dritter österreichischer Weitwanderweg, zugleich auch der alpinistisch herausforderndste bisher – ist geschafft und wir dürfen weitere 480 Kilometer ins Tourenbuch eintragen.

    Die insgesamt 25 Tagesetappen gliederten sich in drei etwa gleich lange Abschnitte: (1) Der südlichen Steiermark entlang der Mur bis zur Soboth, (2) dem Karawankenmassiv und seiner Hauptgipfel, und (3) als krönenden Abschluß dem Karnischen Höhenweg. Los ging’s Mitte Juni in Bad Radkersburg, wo wir gleich am Tag nach Abschluss des Ostösterreichischen Grenzlandweges frohen Mutes der Mur entlang gen Westen aufbrachen. Ohne nennenswerte Höhenunterschiede ging’s zuerst gemütlich durchs Mur-Auen-Land …



    … zu den steirischen Weinbergen nahe der slowenischen Grenze …



    … um nach ein paar Tagen auf der Remschniggalm erstmals richtige Bergluft zu schnuppern. Hier näherten wir uns den Kuhherden noch mit einer gewissen Skepsis, was allerdings nach wenigen Tagen und rund 1.000 Kühen später in eine gewisse Gleichgültigkeit überging.



    Über große Strecken ist der Südalpenweg praktisch ident mit der österreichischen Staatsgrenze – oft weisen nur vereinzelte Grenzsteine mit der Aufschrift “St. Germain 1921″ darauf hin, dass man sich gerade auf slowenischem Boden befindet. Manchmal ist’s auch etwas deutlicher, wie hier an diesem idyllischen Pass-Straßerl:



    Nach acht Tagen betraten wir auf der Soboth Kärntner Boden und legten – erstmals seit dem Waldviertel und nach rund 1000 km, ein paar Ruhetage in der Heimat ein. Frischen Mutes ging’s dann aber bald weiter, um alsbald – bei bestem Wetter – auf die Petzen raufzukraxeln. Von hier weg hatten wir bis Osttirol fast nur mehr Sonne – eine mehr als verdiente Schönwetterperiode nach den 25 Regentagen im Mai, wie wir meinen!

    Großartig der Ausblick auf Bleiburg, Kor- und Saualm und Zirbitzkogel (leider schwächelt meine Olympus bei Panoramafotos, was die Detailverliebtheit angeht):



    Mit dem Feistritzer Spitz geht’s auch das erste Mal heuer über 2.100 m raus …



    Wenige Wochen vorher wäre der darauffolgende Abstieg nach Eisenkappel noch recht mühsam gewesen, für uns war er aber bereits absolut schneefrei:



    … im Gegenteil – ab der Luschaalm wurden uns bereits getrocknete Blumen gestreut:



    12 ebene Kilometer (bis Bad Eisenkappel) und 12 steile Kilometer (von Bad Eisenkappel 556 m auf den Hochobir 2139 m) später durften wir uns ins Gipfelbuch dieses Kärntner “Pflichtberges” eintragen – da sollte wirklich jeder Landsmann einmal gewesen sein – bei guter Sicht sieht man bis zum Glockner. Eingeborene behaupten sogar, von diesem Gipfel aus sogar bereits das Meer gesehen zu haben …



    Die grandiose Aussicht lädt dazu ein, einfach etwas abzuhängen. Etwas “dasig” der Blick zur morgigen Etappe, der Koschuta:



    Die Eisenkappler Hütte – obwohl tagsüber sehr gut besucht – gehörte uns am Abend ganz allein. Mit den netten Wirtsleuten verging die Zeit ratzfatz. Um 11 Uhr ging’s dann aber doch ins Bett …



    … denn am nächsten Tag stand fürwahr Abenteuerliches am Programm: In einem Anflug von Todesverachtung ließen wir uns von Freund Günther zu einer Tour durchs Koschuta-Kar überreden. Anfangs noch lächelnd …



    … ging’s alsbald mit voller Konzentration durch die vier “olta schwede, is do staal” Geröllfelder …



    … und ein “bledes” Schneefeld, das uns im Ab- und Aufstieg fast eine Stunde kostete:



    … jedenfalls, irgendwann hatten wir auch das letzte Feld gequert …



    … und der rote Strich (unten, der in der Bildmitte) lag hinter uns. Das Bier im Koschutahaus schmeckte an diesem Abend besonders gut!



    Tags drauf ging’s über Zell Pfarre (hier mit Rückblick aufs Koschutamassiv) …



    … auf den Freiberg, von dem man eine grandiose Aussicht auf Ferlach, bzw. wie hier auf die Westseite des Hochobirs hat:



    Von Waidisch ging’s dann weiter – ohne viele Fotos – übers Ferlacher Horn zum Alpengasthof Sereinig, von dem aus es ein Katzensprung zur Tscheppaschlucht war – hier die Teufelsbrücke, eine lustig schaukelnde Hängebrücke über den Tschaukofällen:



    Über die obere Tscheppaschlucht stiegen wir – immer dem Wasser entlang …



    … ins Bodental und weiter rauf …



    … zur Klagenfurter Hütte, dem nächsten Nächtigungsquartier. Vielen Dank an die “Schütte”s an dieser Stelle für die zwei netten Abende! Früh morgens am nächsten Tag – im Zuge des 50ers des Hausherren gab’s Sonntag früh einen kostenlosen Böller-Weckdienst *smile* – machten wir uns auf den Weg zum höchsten Karawankengipfel, dem Hochstuhl (hier ein bisserl versteckt in der Bildmitte links hinterm Klagenfurter Spitz):



    Alles, was man am letzten Bild von unten sieht, sieht man hier am nächsten Bild vom Gipfel aus (das Gipfelkreuz steht ein bisserl schüchtern links vom höchsten Punkt):



    Hier nochmal unsere Aufstiegsroute via Bielschitzasattel und Slowenien:



    Die Bielschitza nahmen wir dann am Rückweg auch noch mit, allerdings schon unter hohem Zeitdruck: Von diesem Foto weg blieben uns 25 Minuten, um vorm Wärmegewitter wieder zurück zur Klagenfurter Hütte zu kommen. (Das gelang uns auf die Sekunde genau.)



    Wirklich trocken wurde es am nächsten Tag nimmer, somit blieb uns der Aufstieg auf den Mittagskogel leider versagt. Aber etwas Regen in der Nacht hat auch sein Gutes …



    …bis wir bei der Bertahütte waren, waren wir fast satt. Gottseidank aber nur fast, denn auf der Hütte gibt’s Pasta mit einem Pesto aus Wildkräutern, die rund um die Hütte wachsen, großartige Sache (–> wer höflich fragt, kriegt vom Wirt auch das Rezept)! Weiter ging’s ins Tal Richtung Finkenstein …



    … wo wir vom Quartier (Alpengasthof Baumgartner) direkt von der Terasse eine großartige Aussicht aufs Villacher Becken hatten! Nochmals sorry für die schlechte Panoramaleistung meiner Kamera, ich versuch zu deuten ...

    Von links nach rechts: Die höchste Erhebung am linken Bildrand (ca. 1 cm vom Rand weg) ist der Mirnock. Der Gipfel gaaanz hinten unterm Wolkerl bei ca. 1/3 des Bildes ist der Rosennock. 3 cm weiter rechts fast in der Bildmitte ein kleiner “Doppelgipfel”, das ist der Vordere und Hintere Wöllaner Nock (also quasi die Bergstation der Kaiserburgbahn in Bad Kleinkirchheim). Genau in der Bildmitte die Burgruine Finkenstein. Der höchste Gipfel in der rechten Bildhälfte ist die Gerlitzen.



    Zum Abschluß und stellvertretend für die letzte – wald- und forstweg-reiche und daher mäßig fotogene – Etappe zum Wurzenpass eine slowenische Siedlung mit den oben bereits erwähnten Grenzmarkierungen, die uns bis zum Wurzenpass ebenso gute Wegweiser waren wie die rotweißroten Markierungen des Alpenvereines.



    Mit dem Karawankengebirge ist nach der Südsteiermark der zweite Abschnitt des Südalpenweges (aka "Österreichischer Weitwanderweg 03") abgeschlossen. In Kürze – und in einem eigenen Artikel folgt dann Teil 3, der Karnische Höhenweg.

    Verzeiht mir die vielen Fotos, das Aussortieren war wirklich wirklich schwierig!

    cheers,
    -cd

    PS: Die Berichte von den beiden Weitwanderwegen 04 und 07 gibt's archiviert in unserem Tourentagebuch.

  • peter-hoehle

    Lebt im Forum
    • 18.01.2008
    • 5086

    • Meine Reisen

    #2
    AW: WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Die Karawanken

    Danke für den reich bebilderten Bericht.
    Die Tour,wie ich sehe,hat den Vorteil,
    das man kein Zelt und keinen Schlafsack
    mitschleppen muss.Also ein Rückenfreundlicher
    Wanderweg.

    Gruß Peter
    Wir reis(t)en um die Welt, und verleb(t)en unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

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    • Dogeared
      Erfahren
      • 22.05.2009
      • 306

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [AT] WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Die Karawanken

      Hey!


      Ein wirklich schöner Reisebericht und eine Ecke, von der ich noch nicht so viel wusste - die vielen Bilder (und mach Dir keine Sorgen, es gab schon Reiseberichte mit noch mehr ;) waren da also ganz hilfreich und schön anzuschauen allemal!


      Wie schaut es denn direkt in den Bergen mit Zeltplätzen aus? Gibt es da Etappen, auf denen es schwierig werden könnte, einen Zeltplatz zu bekommen? Oder ist es immer möglich direkt neben der Hütte zu kampieren?
      Hike My Hike, Damn it!
      Meine Reiseberichte

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      • vergissminet

        Erfahren
        • 08.06.2009
        • 295

        • Meine Reisen

        #4
        AW: WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Die Karawanken

        Zitat von peter-trsth Beitrag anzeigen
        Danke für den reich bebilderten Bericht.
        Die Tour,wie ich sehe,hat den Vorteil,
        das man kein Zelt und keinen Schlafsack
        mitschleppen muss.Also ein Rückenfreundlicher
        Wanderweg.

        Gruß Peter
        Ja stimmt, trotz des größtenteils zivilisationsfernen Wegverlaufes gibt es im Abstand von 1/2-Tagesetappen immer wieder eine Nächtigungsmöglichkeit. Etwas mehr Bargeld sollte man aber dabei haben, denn auf der Route selbst gibt es über 300 km keinen Bankomaten.

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        • vergissminet

          Erfahren
          • 08.06.2009
          • 295

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [AT] WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Die Karawanken

          Zitat von Dogeared Beitrag anzeigen
          Hey!


          Ein wirklich schöner Reisebericht und eine Ecke, von der ich noch nicht so viel wusste - die vielen Bilder (und mach Dir keine Sorgen, es gab schon Reiseberichte mit noch mehr ;) waren da also ganz hilfreich und schön anzuschauen allemal!


          Wie schaut es denn direkt in den Bergen mit Zeltplätzen aus? Gibt es da Etappen, auf denen es schwierig werden könnte, einen Zeltplatz zu bekommen? Oder ist es immer möglich direkt neben der Hütte zu kampieren?

          Danke fürs nette Kommentar!

          Zelten in Österreich ist so eine Sache. Möglich ist es auf der ganzen Strecke, erlaubt hingegen isses eigentlich nicht (nur in Notsituationen etc., Du weisst das sicher).

          Mit Wasser ist's auch so eine Sache ... mehr Wasser gibt's sicherlich in den Zentralalpen. Die Kalkalpen sind wenig spendierfreudig.

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          • pfrinz
            Fuchs
            • 11.12.2006
            • 1373

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [AT] WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Die Karawanken

            Hey, lustig, ich bin ab morgen früh auch auf dem Weg unterwegs, ab Bad Eisenkappel. Von Radkersburg dorthin bin ich schon letztes Jahr spaziert.
            Eure Rucksäcke schauen mir aber schon nach Zelt & Schlafsack aus

            Freut mich für daß ihr euch soviel Zeit zum Wandern genommen habt, das ist oft das schwierigste...
            Ihr wart dann wohl bei der großen Hitze schon schön hoch oben unterwegs, perfekt! Das habt ihr euch wahrscheinlich mit dem Mai bitter verdient...

            LG aus Wien , Max

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            • vergissminet

              Erfahren
              • 08.06.2009
              • 295

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [AT] WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Die Karawanken

              Zitat von pfrinz Beitrag anzeigen
              Hey, lustig, ich bin ab morgen früh auch auf dem Weg unterwegs, ab Bad Eisenkappel. Von Radkersburg dorthin bin ich schon letztes Jahr spaziert.
              Eure Rucksäcke schauen mir aber schon nach Zelt & Schlafsack aus

              Freut mich für daß ihr euch soviel Zeit zum Wandern genommen habt, das ist oft das schwierigste...
              Ihr wart dann wohl bei der großen Hitze schon schön hoch oben unterwegs, perfekt! Das habt ihr euch wahrscheinlich mit dem Mai bitter verdient...

              LG aus Wien , Max
              Super, dann wird's ja bald einen weitern Bericht geben!

              Die Rucksäcke sind nur so groß, aber nicht über Gebühr beladen ... mit Wasser waren's um die 12 Kilo.

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