[DE] Jakobsweg in zwei Tagen

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  • Werner Hohn
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    Liebt das Forum
    • 05.08.2005
    • 10870

    • Meine Reisen

    [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Land: Deutschland
    Reisezeit: September 2009
    Region/Kontinent: Mitteleuropa

    Hinweis: Der Eifelverein hat 2017 den Jakobsweg (HWW 1) in Osteifelweg (HWW1) umbenannt.

    Jakobsweg in zwei Tagen


    Dass Jakobswege nicht mehr zu den außergewöhnlichen Wanderwegen gehören, dürfte dem nun schon seit Jahren anhaltenden Boom zu schulden sein. Aber der hier ist außergewöhnlich, denn das ist überhaupt kein Jakobsweg, kein Camino, keine Via Irgendwas. Der hier heißt nur Jakobsweg, weil der Eifelverein den vor vielen Jahren so benannt hat, weit bevor der Boom eingesetzt hat. Jakobsweg vermutlich, weil dieser Weitwanderweg teils über alte Handelsstraßen geführt wird, von denen man annehmen kann, dass mittelalterliche Pilger auf ihrem Weg nach Santiago darauf unterwegs waren. Der heutige Weg fängt in in Bonn an und endet nach gut 110 km in Moselkern.

    Also, wer jetzt aus diesem Reisebericht aussteigen will, sollte das tun, denn bei Licht betrachtet ist das nur der Hauptwanderweg 1 (HWW 1) des Eifelvereins. Obwohl, zwischendurch bin ich doch noch auf einem Camino gelandet. Das aber nur, weil ich mich an die alte Route des Eifelvereins-Jakobswegs gehalten habe. Der ist nun auf einem Teilstück verschwunden und hat dem Eifel-Camino Platz gemacht.

    Die Wanderung beginnt in Bonn, fast am Rheinufer, denn den eigentlichen Startpunkt dieses Jakobswegs auf dem Bonner Venusberg habe ich gegen den Bahnhof in Bonn-Mehlem ausgetauscht. Dort darf das Auto wegen kostenloser Parkplätze eindeutig preiswerter auf die Rückkehr des Fahrers warten, und bei der Rückkehr erspart das eine Stadtrundfahrt mit dem Bus.

    Oben:

    Stele bei Mayen als Markierung für den Eifel-Camino
    Zuletzt geändert von Werner Hohn; 27.12.2021, 17:25.
    .

  • Werner Hohn
    Freak

    Liebt das Forum
    • 05.08.2005
    • 10870

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

    Sonntag, 20. September 2009: Bonn – Bad Neuenahr- Brohltal – Maria Laach – Hütte bei Ettringen

    60 Kilometer


    Sonntagsbrötchen. Spionage e.V. Rentnerleben. Das Brohltal mit Anhang. 10.932 v. Christus.

    Mit Schwung biegt der silberfarbene Familien-Van südkoreanischer Fertigung auf den Parkplatz vor der Bäckerei ab, wo er mit kaum merkbaren Nicken zum Stehen kommt. Behände schwingt sich ein Mitvierziger im Jogginganzug , weißen Socken und Badelatschen vom Fahrersitz, nimmt Kurs auf die offen stehende Ladentür und reiht sich in die Warteschlange vor der Verkaufstheke ein, in deren spiegelblank geputzten Glasscheiben schon mehrere Jogginganzüge ein buntes Stelldichein abhalten. Am Sonntagmorgen, so sieht es aus, ist Vati für frische Brötchen und die Bild am Sonntag zuständig. So fängt meine Wanderung in den Bonner Vororten an.

    Es dauert keine halbe Stunde, dann bin ich oben im Drachenfelser Ländchen, das trotz des Namens nicht die Burg auf dem Drachenfels beherbergt. Die ist auf der anderen Rheinseite, von wo sie als kaum wahrnehmbarer Zacken im Morgendunst nur schwer auszumachen ist.Über Straßen muss ich weiter bis Berkum, hinter dessen Ortsgrenze der von Norden kommende Jakobsweg verläuft.

    Zwischen Berkum, korrekt Wachtberg-Berkum, und Werthoven steht eine große Kugel. Umwoben von Gerüchten hat man sich nicht die Mühe gemacht, diese große Kugel hinter Bäumen zu verstecken. Warum auch! In der Kugel steckt nur eine Radaranlage, die der Sicherheitsforschung dienen soll. Früher war hier die FGAN (Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften e.V.) untergebracht, die als Verein für meine Sicherheit gesorgt hat. Es lebe die deutsche Vereinsmeierei! In diesem Jahr hat die Fraunhofer Gesellschaft das Vereinsleben abgewürgt, denn die betreiben ernsthafte Forschung – selbstverständlich Verteidigungs- und Sicherheitsforschung.

    Von wegen Spionage- und Abhöreinrichtung für den BND, MAD, CIA, Mossad, CSI oder gar die legendenumwobene NSA! Die Wissenschaftler hier schauen nur nach Weltraumschrott und ähnlichem. Trotzdem, ein kleines informatives Schild, eine klare Erkennung, wer denn nun der Betreiber ist, und schon würde ich mich etwas wohler fühlen. Vorsichtshalber unterlasse ich das Pinkeln gegen denn hohen Gitterzaun. Wer weiß schon so genau, wo die Aufnahmen der Überwachungskameras wieder auftauchen.

    Zwischen Obstbäumen, beinahe durchweg Apfelbäume, die wiederum fast immer durch hohe Drahtzäune vor der dem Zugriff hier sicherlich organisiert auftretenden Apfelklaubanden geschützt werden müssen, wechsele ich vom Drachenfelser Ländchen in „die Grafschaft“, einem aus lang vergessener Kommunalreform entsprungenen Kunstgebilde, das an den Rotweinhängen der Ahr dann auch Einhalt findet.

    Mittags bin ich im Rentnerparadies Bad Neuenahr. Die Tische und Stühle der Straßencafés sind da schon bis zum letzten Stuhl besetzt. Zwischen einem Tisch mit alten Damen und dem einer Großfamilie finde auch ich noch einen Platz an der Sonne. Die alten Damen geben sich alle Mühe gängigen Klischees weiter Nahrung zu geben. Einmal quer durch die Kuchenkarte, aber bitte mit Sahne. Die Mitbewohner des Altersheims bekommen auch noch ihr Fett weg, und zum Schluss „Zahlen bitte, aber getrennt!“, womit sie der weiblichen Bedienung osteuropäischer Herkunft sichtlich keine Freude machen. Zeit für den Aufbruch.

    Nach ereignislosem Auf und Ab durch die Wälder südlich der Kurstadt taucht am Spätnachmittag die Burg Ohlbrück aus dem Dunst über dem Brohltal auf. Das Brohltal ist wie immer: eigentlich völlig ereignislos, aber wie so oft, schon wieder mit miserabler Markierung. Auch bei diesem Weg durch das hier nur wenig eingeschnittene Tal, bestätigt sich mein seit Jahren gepflegtes (Vor)Urteil. Es ist nun mal so, dass ich mich noch bei jeder Wanderung im Brohltal verfranzt habe. Egal, ob das Tal rauf, das Tal runter oder quer durch, irgendwo hängt es immer.

    Unterhalb eines mit Solaranlagen gespickten Haus – und ohne diese, sicherlich ein sehr schönes, modernes Gebäude – fällt mir zum Glück auf den letzten Schritt die an einem verwitterten Zaunpfahl auf Halb Acht hängende und hinter hohem Gras kaum auszumachende Markierung ins Auge. Huch, noch mal Glück gehabt. So dicht wie anderswo ist die Markierung hier nicht.

    In Wehr, zugegeben, dass ich nicht mehr Brohltal, aber doch fast, verlaufe ich mich endgültig. Wahlplakate an jeder Straßenlaterne, dazu eine Straßensanierung, schupps, schon ist die Markierung verschwunden.

    Vor 13.000 Jahren, der Homo sapiens hatte sich mal eben häuslich eingerichtet, ist ihm der Laacher See um die Ohren geflogen. Genau genommen nicht der See, der Hügel war’s. Das soll 10.932 vor der Geburt Christi gewesen sein. Vielleicht ist das an einem Sonntagabend geschehen, an einem wie der heutige. Über jenes Ereignis haben sich meine Vorfahren vermutlich geärgert, so wie heute die Fachleute, wenn vom See oder Maar gesprochen wird. Der See ist weder Fisch noch Fleisch, das is’ne Caldera. Wie auch immer: unverkennbar hat sich in dem „Loch“ Wasser gesammelt und sieht heute doch arg nach See aus.


    Für die Katholische Kirche war der Vulkanausbruch ein Glücksfall. Denn gut 12.000 Jahre später hat Heinrich II. von Laach ein Gelübde abgelegt und ein Kloster spendiert. Das war 1093 nach Christus. 900 Jahre später kam Napoleon vorbei (im übertragenen Sinne) und hat es der Kirche weggenommen. Gut 90 Jahre später war die Katholische Kirche wieder dran. Das Kloster ist sofort zur Abtei befördert worden, und die Besitzer sind seitdem Benediktinermönche. Und hier setzt der monetäre Glücksfall für die Kirche ein. 12.970 Jahre nach dem Vulkanausbruch verzeichnet die Abtei 2.000.000 Besucher pro Jahr, die zurzeit 1,50 fürs Parken zahlen müssen und fürs Pinkeln 50 Cent zahlen sollen. Wer knapp bei Kasse ist, muss nicht verzagen, ein Geldautomat bietet Beistand.

    Aber die Gärtnerei ist wirklich toll, die Buchhandlung ansehnlich, die Kirche noch viel mehr und die Wanderung rund um den See kostet auch nichts. Leider ist auf dem 8 km langen Seerundweg an schönen Wochenenden mehr Volk anzutreffen, als in allen Kirchen der Region zusammen.

    Als ich im Kloster ankomme wird es dicht gemacht. Im Buchladen werden die Verkaufsständer weggeschlossen, der Hofladen auf dem Parkplatz ist auch zu, das Restaurant schon ein paar Minuten länger. Auf die Abtei Maria Laach hatte ich gesetzt. Hier wollte ich meine Wasserflasche auffüllen und mir dann ein Hütte im Wald suchen. Das sieht nun schlecht aus. Alles dicht und meine leere Flasche passt nicht unter den modernen Wasserhahn auf dem Besucherklo.

    Und nun? Ins zur Abtei gehörende Seehotel mit 4 Sternen, oder ins Naturfreundehaus Richtung Autobahn? Im Seehotel werde ich arm und das Naturfreundehaus ist dann doch etwas zu weit weg vom Schuss.

    Nicht ganz 2 Stunden später lande ich in der Schutzhütte am Hochstein, einem Hügel kurz vor Ettringen. Das Getränkeproblem hat sich in Bell in Luft aufgelöst. Den ersten angedachten Schlafplatz am Erlenbrunnen habe ich wegen Stechmücken, feuchter Wiese und ungemütlicher Hütte sausen lassen. Eine Viertelstunde später ist es stockfinster im Wald. Mit einer lichtschwachen LED-Stirnlampe stolpere ich über Waldwege, verlaufe mich, muss zurück, vergleiche nun an jeder Wegkreuzung geahnte Realität mit der gesicherten Wirklichkeit der Wanderkarte und endlich, als ich es schon nicht mehr glauben wollte, taucht die im Funzellicht eben noch wahrnehmbare Hütte auf.

    Von oben nach unten:

    Die 'Kugel" bei Wachtberg
    Immer der Spitze nach
    Kurhaus und Spielbank Bad Neuenahr
    Wegkreuz kurz vor Maria Laach
    Basilika Maria Laach
    Wie man sich bettet ...
    Zuletzt geändert von Werner Hohn; 27.12.2021, 17:29. Grund: Mal wieder die Fotos neu eingebunden.
    .

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    • Werner Hohn
      Freak

      Liebt das Forum
      • 05.08.2005
      • 10870

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

      Montag, 21. September 2009: Hütte bei Ettringen – Mayen – Monreal – Burg Pyrmont – Burg Eltz – Moselkern

      44 Kilometer




      Montags in der Früh. Auf dem Camino. Kein Wasser in Monreal. Die Mutter aller Burgen.

      Im Wald ist es noch stockduster, als ich mich auf den Weg mache. Unbedingt brauche ich einen Kaffee, den hoffe ich in Ettringen zu bekommen. Fehlanzeige. In Ettringen hat die Woche noch nicht angefangen. Dann eben Mayen. Die Stadt macht es dem Kaff nach. Noch alles dicht. Ich muss etwas warten, bis eine Bäckereiverkäuferin sich bequemt und die Ladentür aufschließt, und mir mit einer Kanne Kaffee ins Leben hilft.
      Immer noch bin ich viel zu früh dran. Weitergehen kann ich nicht, denn auf den nächsten 40 Kilometern ist Mayen der letzte Ort in dem ich Essen kaufen kann. Dann kommt nur noch Monreal, dort gibt es nichts als Kneipen und Cafés. Hinter Monreal kommt für Stunden nichts, wenn, dann nur abseits des Eltztals, was mit Umwegen verbunden wäre. Die Zeit lässt sich ebenso gut in Mayen verplempern. Es wird dann doch später als gehofft, bis ich mich auf den Weg machen kann.

      Wettertechnisch führt der Montag das fort, was der Sonntag begonnen hat. Sonnig, warm und diesig, so dass ich froh bin, Mayen den Rücken zukehren zu können. Von Mayen nach Monreal muss ich vom Jakobsweg runter. Der Eifelverein hat vor nicht allzu langer Zeit die Wegführung geändert, damit keiner mehr durch die Stadt muss. Schade, sollen Wanderer verhungern? Und so toll ist die neue Strecke bis Monreal nun auch wieder nicht. Wald, nichts als Wald.

      In meinen alten Wanderkarten nimmt der Jakobsweg noch den direkten und schöneren Weg nach Monreal. Den Platz des Jakobsweges hat jetzt ein Pilgerweg übernommen. Der Eifel-Camino hat den Jakobsweg verdrängt, oder ist in die sich auftuende Bresche gesprungen. Es ist immer wieder erstaunlich, woher diese Wege plötzlich kommen. Plötzlich ist auch genug Geld da, für Markierungsarbeiten, Farbe, Wegweiser, ja, sogar für steinerne Stelen. Wie dem auch sei, dieser Camino (welch Wort für einen Weg in Deutschland) ist besser markiert als der Jakobsweg und so stehe ich eine Stunde vor Mittag in Monreal am Friedhof.

      Nein, Geschäfte gibt es hier schon lange nicht mehr, bestätigt ein alter Mann, der das Grab seiner Frau besucht. Gut, dann werde ich vermutlich mal wieder gegen eine Friedhofsordnung verstoßen und Wasser zweckentfremden, indem ich es in meine Trinkflasche abfülle.

      Monreal ist der Traum vieler, meiner nicht. Orte, die sich in enge Täler quetschen, können mit noch so vielen Fachwerkhäusern, steinernen Bogenbrücken, Kopfsteinpflastergassen und Burgen ausgestattet sein wie nur irgend möglich ist. Ich brauche Licht und Sonne, Aussicht und Weitsicht. Zweifellos ist Monreal schön und malerisch gelegen, alle paar Jahre immer wieder einen Besuch wert, aber wohnen möchte ich da auf keinen Fall.

      Danach fängt die lange Durststrecke an. Bis runter an die Mosel sind es 33 Kilometer, davon bestimmt 25 über Trampelpfade und schmale Wege. Am Weg gibt es nur einen Weiler aus 5 Häusern, einen Campingplatz, ein Gasthaus (montags zu) und zwei Burgen. Weil es schon auf Mittag zugeht, bedeutet das für mich ohne Pause durchgehen und einen sauberen Zulauf zur Elz finden, damit ich nicht verdurste.




      Spät dran, um heute noch bis an die Mosel zu gelangen, meint dann auch der Bauer dessen Hof ich kurz nach Monreal überqueren muss. Das könnte stimmen, überlege ich mir beim Blick in die zwei noch verbleibenden Karten. Der Elzbach schlängelt sich ganz schön.

      Die Strecke durch das Tal ist einsam, niemand ist mir begegnet, als ich auf die Klosterruine 'Mädburg' treffe. Es stehen nur noch die Grundmauern. Etwas weiter zurück, leicht erhöht, steht eine kleine weiße Rundkapelle von einer Felswand. Drumherum vereinzelte Kreuze aus schwarzen Basaltstein, die an Menschen aus lang vergangenen Zeiten erinnern. Früher sollen hier Einsiedler gelebt haben. Heute ist das schwer vorstellbar.

      Danach fängt für mich die Rechnerei an. Bei jedem Schild mit Kilometerangabe überschlage ich die mir verbleibende Zeit. Die Besichtigung der Burg Pyrmont muss ich sausen lassen. Hinten raus raust passt es sonst nicht mehr. Als ich an der Pyrmonter Mühle der alten Markierung folge, die im Nirgendwo endet, bin ich froh um diese Entscheidung.

      Es kann nur eine geben und das ist Burg Eltz. Da kommt keine Marksburg, keine Hohenzollernburg oder eine Was-weiß-ich-Burg mit. Die Burg Eltz ist die Burg meiner Kindheit, und das ist die Burg, zu der man im fortgeschritten Alter an einem Sonntag fährt, wenn einem sonst nichts einfällt. Eine Gemeinsamkeit mit Maria Laach. Zu dieser Burg wurde ich als Kind von meinen Eltern und als Schüler von meinen Lehrern verschleppt. Später habe ich dann meine Kinder zur Burg verschleppt, bin alleine über den Moselhöhenweg aus beiden Richtungen dorthin gelaufen. Einmal auch das Elztal runter. Ein Kumpel musste auch dran glauben, meine Frau, sogar ein ehemaliger Arbeitgeber. Der weiß das allerdings bis heute nicht. Das war vor Jahren im Frühling. Ich hatte noch jede Menge Zeit und der Lkw war leer. Da habe ich den am letzten Haus von Moselkern, einem Hotel, abgestellt und bin gemütlich zur Burg und wieder zurück gewandert. 2 Stunden bei voller Lohnfortzahlung. Selten hat mir die Arbeit so viel Freude gemacht.

      Nun bin ich schon wieder da. Es ist später geworden als meine Überschlagsrechnungen hoffen ließen. Von der Burg ist der Lärm eines Presslufthammers zu hören, eine Seite ist eingerüstet und mit Planen verhangen. Klar, die Saison ist gelaufen, nun stehen Renovierungen an. Einige englische Familien mit Kleinkindern sind um die späte Tageszeit unter den letzten Besuchern. Gemeinsam halten wir die Gastronomie noch für ein halbe Stunde am Leben. Dann wird es Zeit. Die Engländer haben nur einen halben Kilometer bis zum Bus oben auf dem Parkplatz und ich noch ein Stunde bis an die Mosel. Dass ich am Bahnhof eine volle Stunde auf den Zug warten muss, kann ich da noch nicht wissen.

      Von oben nach unten:

      Monreal und der Brückenheilige Nepomuk
      Ruine der 'Mädburg'
      Burg Pyrmont
      Burg Eltz
      Zuletzt geändert von Werner Hohn; 27.12.2021, 17:32.
      .

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      • Wooki
        Erfahren
        • 10.05.2007
        • 185

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

        Schöner Bericht mit tollen Bildern - Danke
        --

        Mal-raus...

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        • eifelwalker
          Erfahren
          • 22.04.2008
          • 220

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

          Ganz großes Kino, Werner!

          Ein toller Bericht.

          Grüße aus dem Brohltal
          Rainer
          Cheyenne-Häuptling White Antelope: "Nichts lebt lange, nur die Erde und die Berge."

          Kommentar


          • KRIS.
            Erfahren
            • 07.06.2009
            • 125

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

            Ja die Eifel...
            Toller Bericht, Ich habe mich schon oft gefragt was für ein Weg das ist. Der mit der Sonne

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            • tah

              Erfahren
              • 25.01.2009
              • 305

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

              Danke, wie immer amüsant und sehr unterhaltsam.
              Wie schön ist doch das heimatliche Ländle.

              Viele Grüße, Tom.
              Schnee ist auch nur schick aufgemachtes Wasser.

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              • Pfad-Finder
                Freak

                Liebt das Forum
                • 18.04.2008
                • 11737

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                ...da bildet man sich ein, mit 40 km/Tag oder auch mal 45 km/Tag ein Held zu sein, und dann kommt so ein "alter Knacker" und läuft einen in Grund und Boden... grummel!

                Sehr nette Tour - schön, dass es "blühende Landschaften" mit Orten ohne Laden jetzt auch im Westen gibt. Da sage noch einer, dass es keine Annäherung der Lebensverhältnisse gibt

                Bei Burg Eltz hast Du vergessen zu erwähnen, dass die auf den alten 500 DM-Scheinen abgebildet war. Das weiß ich allerdings nur von meinem Spielgeld. Einen echten 500er-Schein hatte ich nie in der Hand (und es lag nicht daran, dass ich bargeldlos eingekauft hätte).

                Pfad-Finder
                Zuletzt geändert von Pfad-Finder; 27.11.2009, 15:51. Grund: Ein "t" nachgereicht
                Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

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                • Werner Hohn
                  Freak

                  Liebt das Forum
                  • 05.08.2005
                  • 10870

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                  Danke. Bei den Wohnorten von Kris und tah fällt mir ein, dass ich noch 2 Reiseberichte schreiben muss; und dem eifelwalker werde ich vermutlich irgendwann im Brohl-, Ahr- oder Rheintal über den Weg laufen.

                  Nee, den 500-Mark-Schein habe ich nicht vergessen. Vermutlich kommt genau daher die Sehnsucht nach der Burg Eltz. Keine Mark fürn 500-Mark-Schein, aber für ein Badetuch mit eben diesem.

                  Die von und zu Eltz, denen behört die Burg immer noch, muss bei der Einführung des Euro der Schlag getroffen haben. Welches privat geführte Unternehmen hat es schon bis auf einen echten Geldschein geschafft? Nie ist Werbung so unbezahlbar gewesen.

                  Für die Nachgeborenen und die es nie geschafft haben: Klick, Wikipedia.

                  Nachtrag: Da kann man mal wieder sehen wie Geld die Sinne benebelt. Ich reiche dann noch ein oder ein paar mehr t nach

                  Werner
                  Zuletzt geändert von Werner Hohn; 27.11.2009, 14:36.
                  .

                  Kommentar


                  • Goettergatte
                    Freak

                    Liebt das Forum
                    • 13.01.2009
                    • 26913

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                    Werner, ganz toll!!!
                    Der Weg war mir bis Dato ganz unbekannt, im gegensatz zu Eltz, Monreal (Rech- u. Löwenbg.), Pyrmont...
                    Gehen muß ich den weg auch mal, nur nicht spo schnell wie Du.
                    Sarekmaniac brauchtr ohnehin noch ca. 400 Burgen, um mit mir auf Gleichstand zu sein.
                    "Wärme wünscht/ der vom Wege kommt----------------------
                    Mit erkaltetem Knie;------------------------------
                    Mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wandrer,-----------------
                    Der über Felsen fuhr."________havamal
                    --------

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                    • blauloke

                      Lebt im Forum
                      • 22.08.2008
                      • 7553

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                      Schöner Bericht und tolle Leistung, Werner.

                      Da habe ich mit meinen 30 km am Tag gedacht dass ich gut wäre, aber du läufst einen ja in Grund und Boden.
                      Wie schnell bist du denn unterwegs, bzw wie viele Stunden gehst du am Tag.

                      Hast du das mit der Friedhofsordnung nur so geschrieben oder darf man das Wasser tatsächlich nicht mitnehmen? Ich hole mir nämlich auch Trinkwasser vom Friedhof wenn sich sonst nichts ergiebt. Muss ich ab jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

                      Servus
                      Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

                      Kommentar


                      • Firilion
                        Erfahren
                        • 09.10.2009
                        • 396

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                        Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
                        Hast du das mit der Friedhofsordnung nur so geschrieben oder darf man das Wasser tatsächlich nicht mitnehmen? Ich hole mir nämlich auch Trinkwasser vom Friedhof wenn sich sonst nichts ergiebt. Muss ich ab jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

                        Servus
                        Dafür müsste man wohl ins Friedhofsrecht des jeweiligen Bundeslandes schauen, da dies Ländersache ist. Und natürlich muss man einen Blick in die Friedhofssatzung der jeweiligen Friedhofsverwaltung, da höchstwahrscheinlich dort genau die Verbote definiert sind...oder aber man entnimmt in Stille und Rücksichtnahme auf den Ort einfach seine 1-2 Liter Wasser und zieht seines Weges.
                        Schließlich braucht man das Wasser zu Lebzeiten doch eher als später unter der Erde, um sich auf einer Wanderung an den Dingen zu erfreuen, die später auf dem Erdhaufen draufliegen, unter dem man den Würmer ein Festmahl wird sein
                        It's a magical world, Hobbes, ol' Buddy....let's go exploring!
                        31.12.1995, the last Calvin & Hobbes Strip by Bill Watterson

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                        • GAST190218
                          Gast
                          Erfahren
                          • 08.09.2009
                          • 113

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                          Danke für den schönen Bericht und die traumhaften Fotos! :-)

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                          • Werner Hohn
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                            Liebt das Forum
                            • 05.08.2005
                            • 10870

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                            Zitat von Göttergatte Beitrag anzeigen
                            Sarekmaniac brauchtr ohnehin noch ca. 400 Burgen, um mit mir auf Gleichstand zu sein.
                            400 Burgen? Finden wir da die Ursache für Sarekmaniacs Fluchten in die nordischen Winter?

                            Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
                            Da habe ich mit meinen 30 km am Tag gedacht dass ich gut wäre, aber du läufst einen ja in Grund und Boden.
                            Wie schnell bist du denn unterwegs, bzw wie viele Stunden gehst du am Tag.
                            Bei den 30 km am Tag bin ich dabei, aber hin und wieder, so alle 2 Jahre, darf es etwas mehr sein. So schnell gehe ich nicht. Ende August sind wir von einer 500 km Wanderung duch Belgien, Holland und die Nordeifel zurückgekommen, von der ich noch ziemlich fit war. Das habe ich ausgenutzt.

                            Für die 60 km am 1. Tag war ich 13 Stunden unterwegs. Davon gehen ca. 1,5 Stunden Pause ab. Zudem war der Rucksack sehr leicht. Ohne Wasser 7 Kilo, und das auch nur, weil ich meine Wanderschuhe mitgeschleppt hatte. Sonst hätte das alles in den Daypack gepasst. Gegangen bin ich mit 630 Gramm (das Paar) leichten Nordic Walking-Schuhen. Bei trockenem Wetter und auf solchen Wegen, eine überzeugende Alternative.

                            Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
                            Hast du das mit der Friedhofsordnung nur so geschrieben oder darf man das Wasser tatsächlich nicht mitnehmen? Ich hole mir nämlich auch Trinkwasser vom Friedhof wenn sich sonst nichts ergiebt. Muss ich ab jetzt ein schlechtes Gewissen haben?
                            Nein musst du nicht. Die Monrealer Friedhofsordnung habe ich mir nicht ausdrücklich angesehen. Ich habe Erinnerungen aus meiner Kindheit aufleben lassen. Aufgewachsen bin ich direkt neben einem Friedhof. Auf dem Blechschild neben dem Eingang stand ausdrücklich, dass die Verwendung von Wasser nur für die Grab- und Friedhofspflege gestattet ist. Dieser Passus war vermutlich dem Wasseranschluss zu verdanken, der so nahe am Friedhofszaun war, dass *räusper* findige Autobesitzer und Hobbygärtner schon mal den eigenen Wasserschlauch an den falschen Hahn klemmten.

                            Zitat von Firilion Beitrag anzeigen
                            Dafür müsste man wohl ins Friedhofsrecht des jeweiligen Bundeslandes schauen, da dies Ländersache ist. Und natürlich muss man einen Blick in die Friedhofssatzung der jeweiligen Friedhofsverwaltung, da höchstwahrscheinlich dort genau die Verbote definiert sind...
                            Genau, und dass hat mir heute keine Ruhe gelassen. Ich habe die Wanderschuhe geschnürrt, den Hund meiner Nachbarin geschnappt und eine kleine Wanderung über 3 Friedhöfe gemacht. Bei einem ließ sich die Querung mit dem Hund nicht vermeiden. Aus verständlichen Gründen ist das auch verboten.
                            Dafür steht das mit dem Wasser nicht mehr da. Allerdings dürfen Kinder unter 10 Jahren nur in Begleitung Erwachsener auf den Friedhof, ist mir aufgefallen. Nachträglich, mehr als 40 Jahre später, tut sich da ein Problem auf, denn über viele Jahre habe ich meinen Schulweg über diesen Friedhof abgekürzt. Wird mir das in ferner Zukunft in Rechnung gestellt?

                            Zitat von Firilion Beitrag anzeigen
                            ... oder aber man entnimmt in Stille und Rücksichtnahme auf den Ort einfach seine 1-2 Liter Wasser und zieht seines Weges.
                            So ist es, es sei denn, ein mürrische Friedhofsbesucherin ist gegenteiliger Meinung. Als ich vor Jahren an einem heißen Frühsommertag nach stundenlanger Wanderung meine Flasche auf dem Kurtscheider (Ww.) Friedhof auffüllen wollte, und um an kaltes und frisches Wasser zu kommen, eben dies weglaufen lassen musste, wurde ich von der Frau belehrt, dass a.) die Friedhofsordnung und b.) mein Unweltbewusstsein usw.

                            Werner
                            .

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                            • blauloke

                              Lebt im Forum
                              • 22.08.2008
                              • 7553

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                              Ich wurde auch schon mal von einer älteren Dame beim Wasserholen auf einem Friedhof festgehalten.

                              Die sorgte sich aber mehr um meine Gesundheit, weil das Wasser viel zu kalt zum Trinken wäre.
                              Als ich ihr erklärte dass ich mehrere Tage unterwegs sei, fachsimpelte sie mit mir über Happe Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg".
                              Dann erwähnte ich leichtsinniger weise wo ich wohne und schon kannte sie Eine die von dort stammte und in das Dorf eingeheiratet hatte.

                              Ich wäre da fast nicht mehr weiter gekommen.

                              Ihr seht, so ungefährlich ist es nicht sich Wasser vom Friedhof zu besorgen.
                              Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                              • en dråpe
                                Gerne im Forum
                                • 31.05.2009
                                • 61

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [DE] Jakobsweg in zwei Tagen

                                Sehr schöner Bericht und auch die Fotos sind toll!
                                en dråpe

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