[DE] 10 Tage Goldsteig von Regensburg bis Passau (Südroute)

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    • 21.01.2021
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    • Meine Reisen

    [DE] 10 Tage Goldsteig von Regensburg bis Passau (Südroute)

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    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Hallo zusammen,
    ich bin einen Teil des Goldsteiges ( Südroute) gelaufen und stelle meinen Erfahrungsbericht hier rein. Es ist mein erster Beitrag und Bitte ggf. um Nachsicht.

    Tag 1:

    Um 4 Uhr aufgestanden um den Zug nach Regensburg zu erwischen. Die 29 Euro Sparangebot konnte ich mir nicht entgehen lassen. Bis Nürnberg hatte ich den IC quasi für mich allein. Nur ich und der Zugführer. In Regensburg war mir dann so schlecht ( Reisekrankheit) das ich erstmal die frische Luft ohne Maske inhalierte. Beim Rewe erwarb ich einen leckeren Salat Bowl und gönnte mir um 10 Uhr ein verfrühtes Mittagessen auf einer Parkbank in der Fußgängerzone. Als ich dann meinen Kaffee auf dem Kocher kochte drehte sich eine Gruppe älterer vornehmer Herrschaften mehrfach zu mir um. Da war wohl jemand neidisch auf meinen Kaffee! Gestärkt machte ich mich auf zum E8. Den wollte ich bis Wörth an der Donau folgen um dort auf den Goldsteig zu stoßen. Tja, EINE ganze Wegmarkierung habe ich gesehen. Das wars! Es ist in der Stadt wohl keine besonders gute Idee den Weg mit Aufklebern an Laternen und Co zu kleben. Denn entweder werden sie abgerissen oder überklebt. Da es sowieso keine Markierung für mich gab, folgte ich dem Radweg an der Donau. Das war eine gute Entscheidung denn es war sehr schön und ich konnte immer auf dem Deich langgehen. Dadurch ersparte ich mir viel Asphalt. Ausserdemdem gab es kostenlose Pflaumen am Wegesrand. In Donaustauf füllte ich meine Wasserflaschen beim Edeka auf und verzehrt eine Mittags-Streuselschnecke to go. Dabei lud ich dann noch etwas das Handy mittels des Solarpanel. Plötzlich stand ich dann vor einem grossen weißen imposanten Klotz von Architektur. Passanten klären mich auf, ich stand vor Walhalla. Am Golfplatz in Hammermühle vorbei und ab in den Wald. Der Verkehr wurde leiser, der Asphalt weniger und die Bäume mehr. Herrlich. Im Forstmühler Forst beging ich wohl ein Wildtiergehege, Schwerpunkt Wildschweine. Ein Schild am Eingang empfahl Hunde nicht mitzunehmen um sich der Gunst des Schweins gewiss zu sein. Erst dachte ich noch was soll das denn, man kanns auch übertreiben. Das war ja schließlich ein offener Wald und in jedem gibt es Schweine. Mit jedem Meter wurde aber deutlich das der ganze Boden zerwühlt war, Kilometerweit! Eigentlich hatte ich meinen Soll erfüllt. Ich bin seit 11 Uhr 16km gegangen und fand das reicht am ersten Tag. Ich fand eine traumhafte Lichtung ohne Jägerstand mit viel Sonne. Der Platz war nicht einsehbar, perfekt! Plötzlich raschelt es und ich höre Schweine Grunzen. Nach kurzem Überlegen gehe ich weiter. Auf dem Weg begegnet mir dann auch ein Schwein. Jetzt muss ich doch noch durchs Dorf durch, wo ich morgen früh Wasser holen wollte. Mist!!! Hilft ja nichts. Ich gehe also noch ca 1 Stunde weiter und finde einen Platz. Bin gerade dabei das Zelt rauszuholen da höre ich Stimmen. Echt jetzt??? Es ist 18 Uhr in der Woche! Kommt nichts im Fernsehen? Zum verstecken ist es zu spät. Das hätte man gehört. Ich bleibe ganz ruhig sitzen und hoffe nicht gesehen zu werden. Es sind Radfahrer. Der eine scheint ein Insekt verschluckt zu haben und stirbt fast. Sie halten beide direkt vor meinem Platz und der eine bietet dem anderen Wasser an. Dabei sieht er mich. Ich fühle mich mit dem Gedanken unwohl das jemand weiss wo ich bin und schulter den Rucksack wieder. Ich gehe 400m zurück in den Wald und finde einen super Platz kurz vor Bach an der Donau. Zeltaufbau und Einrichtung kostet mich 20 Minuten. Dann gibt es Nudeln mit Tomaten Käsesauce. Dazu ein Telefonat mit dem Liebsten. Wie ich ihn vermisse! Dann liege ich schon auf der Matte und es fängt an zu regnen. Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm! Gute Nacht!
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    Tag 2:


    Morgens klingelt der Uhrenwecker um 6.29 Uhr. Eigentlich wollte ich hier nicht frühstücken, aber der morgen geht sich so schön an, da überlege ich es mir anders. Anscheinend hatte ich nachts Besuch. Gestern hatte ich noch eine gute Hand voll Hagebutten im Vorzelt, welche ich ins Porridge machen wollte und kein Loch in der Mülltüte. Ich schlafe so gut das ich es nicht merke wenn nicht mal 1m von meinem Kopf entfernt die Mäuse eine Party feiern. Mit Blick auf den Sonnenaufgang durch den Wald wird ordentlich gemampft und Kaffee getrunken. Dann geht es um 8.10 Uhr los. Wenn ich morgens so lange brauche sollte ich meinen Wecker vielleicht früher stellen? Anderseits, wer hetzt mich? Ich muss nichts erreichen. 2km mehr oder weniger am Tag jucken much nicht. Bei Wiesent erklimme ich den Herrmannsberg Richtung Wörth an der Donau. Zu spät fällt mir auf das der Supermarkt den ich aufsuchen wollte direkt unter mir liegt. Zurückgehen ist keine Option. Ein Blick auf die Karte verrät das es noch einen Penny im Ort gibt, welchen ich ansteuer. Morgens gehen mir die ganze Zeit Gedanken bzgl. Meiner Arbeitssituation durch den Kopf. Ich bin nicht zufrieden, verspüre immer mehr Druck und das macht mich fertig. Psychisch wie langsam auch körperlich merke ich es. Jedem anderen würde ich sagen, wenn du nicht zufrieden bist ändere was. Warum fällt es mir so schwer das bei mir anzuwenden? Vielleicht finde ich das bis Passau ja noch raus. Im Wörth esse ich direkt hinterm Penny vor einer Schule früh zu Mittag und lüften alles. Erst zur Pausenzeit wurde mir bewusst das ich mich ganz nah oder sogar auf dem Schulhof befand. Eigentlich kein Problem, aber ich musste immer dringender aufs Klo. 1 Liter Milch machen das auch nicht besser. Nachdem mein Solarpanel das Handy zu langsam lädt packe ich zusammen und verlasse den Ort. Jetzt geht es in den Naturpark bayrischer Wald und zwar richtig. Bis zu meinem Einkaufsstopp in seiesenfelden morgen geht es nur an ganz wenig Siedlungen vorbei. Generell komme ich tagsüber gut auf meine Vitaminkosten. Regelmässig komme ich an Apfel - und Birnen äußerst vorbei, was ich natürlich ausnutzen. Nachmittags mache ich mur ein erstaunlich gutes Hlebuch an und versinke darin. Ich vermisse Torben, aber es ist zu früh zum anrufen. Langsam nähert sich der Abend und ich suche einen Platz für mein Zelt. Am grossen Perlbach wäre ich definitiv fündig geworden. Der hohe Geräuschpegel des Baches hält mich jedoch ab. Da würde selbst ich nicht schlafen können. Etwa 1km vor Schiederhof finde ich dann unerwartet an einen grossen Waldkreuzung mein Glück und baue das Zelt auf. Ich bin gerade fertig, da höre ich Stimmen. Ich verhalte mich ganz ruhig. Es sind zwei Fußgängerzone die an mir vorbeiziehen ohne Notiz zu nehmen. Ab ins Zelt und Nudeln kochen. Danach noch bisschen Schoki. Mann gönnt sich ja sonst nichts. Als ich gerade fertig bin mit diesem Artikel räuspert sich ein Mann nahe meiner Behausung. Ich hatte nichts gehört. Schnell mschr ich das Handy aus und hoffe er hat das Licht nicht gesehen, da es mittlerweile ziemlich dunkel Ist.






    Tag 3:
    Zwischen Hubmühle und Schiederhof wache ich auf. Ich komme kurz nach 8 Uhr los. Mein Wasser ist bis auf 100ml aufgebraucht. Ich muss noch die nächsten 6 km bis Wiesenfelden gehen, dort ist ein Supermarkt. Dort angekommen ist mein Handy bei 0 Prozent Akku. Komisch. Ersten waren es noch über 20. Ich hoffe da ist nichts kaputt. Bevor ich einkaufe muss ich schauen wann der nächste Einkaufsmarkt kommt . Es stellt sich schnell heraus das die für mich ungünstig liegen. Der nächste kommt zwar schon in 15km und wäre erreichbar. Aber jetzt ist es schon nach 10 Uhr. Wenn ich noch einkaufen, 15km gehe, nochmal einkaufen, dann nochmal 3km und 300hm auf den Berg kraxel dann bin ich wohl deutlich nach 18 Uhr da. Und dann ist es dunkel. Nicht so verlockend. Und der Supermarkt danach hat am Samstag bis 16 Uhr auf. Dann wären nochmal gute 25km die ich zwischen 8 und 15 Uhr schaffen müsste. Für much unmöglich, wenn ich nicht hinjoggen will. Das ganze verdaue ich erstmal und gehe in den Supermarkt. Dort frage ich ob man mein Handy laden könne. Das entscheidet der Chef dann höchstpersönlich mit einem ja. Uch freue und bedanke mich und denke bei 0 Prozent Akku muss es ziemlich lange laden und entschließen spontan für die nächsten 2,5Tage alles hier einzukaufen. Bevor ich mein Handy hole bezahle ich noch, verstaue alles im Rucksack und esse noch Kartoffelsalat mit Buttermilch vor der Türe. Ich bin in den Endzügen als an mur ein Wanderer mit etwas größeren Gepäck vorbeikommt und mich etwas komisch anschaut. Er sieht fast erschrocken aus. Wir kommen ins Gespräch. Er wandert seit 5 Wochen über den Rennsteig zum Goldsteig Richtung Passau. Das ist ja auch meine Richtung. Spontan frage ich ob er Lust hat nen Stück zusammen zu gehen, was er bejaht. So hatte ich zwischen 11 und 17 Uhr eine sehr nette Wanderbegleitung. Dann trennen wir uns, weil ich deutlich langsamer gehe als er. Vorher macht er noch ein Photo von mir, da er extra seine Kamera eingepackt hat. Jetzt hab ich noch eine gute Stunde Zeit für die letzten 2 bis 3km und 300hm Bevor es dunkel wird. Bevor es den Berg rausgeht noch kurz den Liebsten angerufen und dann hieß es bergauf. Ich merke schnell das ich was Berge angeht nicht mehr so im Training bin, schaffe es aber trotzdem. Auf der Karte hatte ich mir schon einen Punkt direkt auf dem Gallner Berg ausgesucht wo ich nächtigen wollte. In der Nähe der Aussichtspunkte sah es vielversprechend aus. Kurz davor fand ich ein Schild wo mir etwas mulmig wurde. Eine dezente Warnung an Wildcamper?

    Als ich um die Ecke kam stand dort schon ein Zelt. Wie lustig. Eigentlich wollte er noch weiter, hat sich dann aber umentschieden. Was mich erstaunt das er völlig frei auf der Wiese des Aussichtspunkten zelten und nicht versteckt im Wald. Ich beschliesse das auch zu tun und frage ob es für ihm ok ist wenn ich hier auch zelte und er stimmt zu. Notiz an mich: mutiger werden bei der Zeltplatzwahl.






    Tag 4:



    Vom Gallner Berg geht es Richtung Konzell. Mein Mitwanderer lädt mich dort auf nen Kaffee beim Bäcker ein. Geht aber schon vor, da ich noch im Zelt liege und langsamer gehe als er. Ich Murmel irgendwas von " ich beeile mich" und Räume dann zusammen. Dann mach ich mir noch nen Kaffee. Diese Einladung stresst mich ungemein. In Konzell angekommen wasche ich mich erstmal in einer öffentlichen Toilette und lade mein Handy. Hikerheaven! Danach gehe ich Richtung Bäcker, biege aber vorher bei Edeka ein und beschliesse die Einladung auszuschlagen. Nach einem zweiten Frühstück gehe ich weiter. Es geht von ca 600hm auf 900hm zum Kreuzhaus. Nachdem ich durch Zierling durch bin und einen enorm steilen Berg hochkraxel mache ich erstmal Pause. Von den 900hm muss ich dann gehen 16.30 Uhr wieder auf 600hm hinab um dann sofort wieder auf 1000hm aufzusteigen zur Käsplatte. Wer hat sich denn diese Streckenführung ausgedacht? Ich war gerade mal 500m oben und schon wieder runter. Naja, ich schaffe es gerade zum dunkelwerden und finde einen fantastischen Zeltplatz. Ich träume zwar schlecht von Jägern, die mich gefangen halten und foltern aber ich wache dafür morgens mit einem genialen Sonnenaufgang durch die Bäume auf.







    Tag 5:





    Ich bin auf dem herrlichen Platz mit Sonnenaufgang durch die Bäume aufgewacht. Mittlerweile bin ich im Zelt aufstellen auch so gut geworden, das ich wenn möglich, darauf achte morgens Richtung Sonnenaufgang zu schauen. Ich komme heute echt spät los, es ist fast 9 Uhr. Vor mir habe ich den ganzen Tag einen Höhenzug um die 1000hm. Ich freue mich Richtig drauf. Nur ein Ort dazwischen, dann nur der Wald und ich. Gegen halb zehn wird mir klar das es anscheinend ganz Bayern heute auf diesen Höhenzug zwischen Hinterwies und Kalteck verschlagen hat. Im 30 Sekunden Takt kommen mir Wanderer und Radfahrer entgegen. Nach 20 Minuten reicht mir das dauernde " servus" und setzte meine Kopfhörer auf. Den Blick klar nach vorne und voll konzentriert auf mein Hörbuch. So schaffe ich es irgendwie bis Sankt Englmar und mache um 11 Uhr an der dortigen Toilette direkt am Parkplatz einen Ess- und Handylade Stop. Hier ist es herrlich ruhig. Warum auch nicht. Die ganzen Leute sind ja im Wald und auf dem Berg. Am liebsten würde ich hier bis 17 Uhr bleiben, dann wird es mir jedoch zu langweilig und ich ziehe weiter. Ich kraxel auf den Predigtstuhl und schnell wird es mir wieder zu bunt. Kommen mir schon wieder 100 Menschen entgegen. Gab es dort oben was umsonst? Um kurz vor zwei gehe ich ein Stück ab vom Weg und setze mich dort mit meinem Buch bis halb vier hin. Zwischendrin besucht mich immer wieder ein kleiner Piepmatz und frisst vor mir am Busch die Beeren. Ich kann ihn perfekt beobachten, jedoch nicht bestimmen. Als ich weiterziehe ist es deutlich ruhiger im Wald und endlich kann ich etwas aufatmen. Ich hatte mich so auf diesem Abschnitt gefreut, daher begrüße ich die Einsamkeit . Am Krogl und Hirschenstein finde ich dann halb Bayern auf dem Berg. Kurz einen Blick erhaschen und nichts wie weiter. Als es schon deutlich nach 5 Uhr ist und mir im 3 Minuten Takt Menschen begegnen zweifle ich dran heute noch einen Schlafplatz tu finden. Jammern hilft nicht weiter, daher Fülle ich kurzerhand mein Wasser am Schanzenbrunnen nach und gehe weiter zum Klausenstein. Es ist kurz vor 6 und am Fuss des rauhen Kulm will noch eine Radfahrerin und ein Jogger auf den Berg. Oh man! Das ist meine letzte gute Schlafoption bevor ich endgültig panisch werde. Ich kletter trotzdem hoch und genieße mit Ihnen den Ausblick. Zum Glück verlassen Sie mich zeitnah sodass ich beschliesse direkt oben meine Nudeln zu essen. 50 Meter zurück hatte ich nämlich den besten Schlafplatz überhaupt entdeckt. Ich will aber möglichst spät das Zelt aufbauen, nicht das noch jemand kommt. Auszuschliessen ist das nich! Nachdem die Nudeln dann verzehrt sind und das Zelt steht genieße ich noch den letzten Blick auf den Sonnenuntergang. Schlüpfe dann in mein Zelt und schmökere noch etwas.










    Tag 6:



    Heute früh habe ich etwas flotter zusammengepackt. Anstelle von Haferflocken in Form von Porridge gab es Erdnussflips mit Kaffee auf dem Berg mit Blick auf den Sonnenaufgang. Können nicht alle Tage so anfangen? Sollten Sie auf jedenfall! Ich kam dann auch schon vor 8 Uhr los! Ich hatte bis Gotteszell wo ich einkaufen gehen wollte etwa 10km vor mir. Erstmal ging es Richtung Kalteck den Berg hinab um dann gleich wieder 300 bis 400 hm hinaufzugehen, auf den Vogelsang. Um mir den Aufstieg zu versüßen wollte ich mir was zum Hören anmachen und schalte das Handy ein. Es klappt nicht. Das gleiche nochmal. Es bleibt tod. Wie die nächsten 3 Male auch. Schön. Am Akku kann es eigentlich nicht liegen, der müsste noch um die 50% Saft haben. Trotzdem hoffe ich das es nicht stimmt, denn alles andere wäre schlimmer. Um das zu kontrollieren lade ich das Handy 15 Minuten an der Akkubank und siehe da, es geht an mit 73% Akkuleistung! Ich frage nicht nach dem Warum und freue mich das es funktioniert. Das erste was ich mache ist mir die Telefonnummer von meinem Mann einzuprägen, für den nächsten kommenden wirklichen Notfall. Erstaunlich wie sehr man sich auf so ein Handy verlässt, eigentlich gerade zu fahrlässig. Gerade oben angekommen geht es auch schon wieder bergab. Kurz vor Gotteszell mopse ich noch einen Apfel vom Baum und weiche dann an der B11 auf den Radweg Richtung Supermarkt ab, damit verlasse ich den Goldsteig für die nächsten Kilometer. Am Supermarkt angekommen freue ich mich, denn es ist auch ein Bäcker da und das Angebot sieht schon von weitem üppig aus. Ich gehe um das Gebäude und suche den Eingang vom Supermarkt, bis mir klar wird das ich schon davor stand, beim Bäcker. Als ich den Laden betrete Blicke ich in ein Wohnzimmergrossen Verkaufsraum mit Bäckertheke. Beim Blick auf die Gemüseauswahl verwerfen ich den Plan vom Salat. Ich orientiere mich dann eher am ausgezeichneten Käsekuchen und Zwetschgendatschi. Ich habe Glück es ist halb 12 und in 30 Minuten schließt der Markt für die Pause. Jetzt bin ich froh so früh losgekommen zu sein. Noch schnell Brot und Käse für den weiteren Weg eingekauft und Eistee in Ermangelung von 1,5 liter Wasserflaschen. Dann geht's weiter rauf auf den Berg über den E8 nach Oberbreitenau. 600 hm später pfeife ich aus dem letzten Loch und verfluche den E8. Wer auf die Idee kommt Wanderer freuen sich über einen Weg bestehend aus Geröll und Faustgrossen Gesteinsbrocken, der irrt. Um nicht dauernd auszurüstschen und zu stolpern kann ich keine Sekunde hochblicken. Ich bin froh als ich wieder auf den Goldsteig stosse. Ab da wird der Weg besser. Der Himmel sieht düster aus weshalb ich versuche einen Mittagsplatz unter einem Dach zu finden, nur für den Fall. Am Landshuter Haus habe ich Glück. Eine grosse überdachte Fläche mit vielen Sitzgelegenheiten und Strom für mein Handy. Dann noch einen Bierautomaten der auch Wasser führt, welches jedoch leer ist. Hätte ich für 3 Euro/ 500ml sowieso nicht gekauft, auch wenn ich es gut gebrauchen hätte können. Dieser Platz ist bei Radfahrer sehr beliebt, ich glaub ich weiss auch warum. Ich falle auf wie ein bunter Hund und werde ständig angesprochen. Am besten fand ich die Frage ob ich nicht vor den Wölfen Angst hätte, wenn ich im Zelt draussen schlafe. Nein, eher vor den Jägern! Um 4 Uhr gehe ich weiter Richtung Hochmoor. Ich sehe dauernd perfekte Plätze zum zelten und muss much zwingen weiter zu gehen. Um kurz vor 6 werde ich dann kurz vor der Ruselhochstras fündig und baue meine Behausung auf. Ich liege direkt unter einem eindeutigen Spechtbaum und hoffe er lässt much in Ruhe schlafen. Eine richtig schöne Strecke heute!









    Tag 7:


    Die Nacht war sehr bescheiden. Irgendwie konnte ich nicht schlafen, weshalb ich morgens erstmal 3 Kaffee getrunken habe. Derweil bestaune ich den Sonnenaufgang durch das Blattwerk. Als ich wieder im Zelt verschwinde um meine Zähne zu putzen höre ich Schritte. Am besten nicht bewegen, vielleicht geht der- oder diejenige weiter. Plötzlich taucht vor meinem Zelteingang eine Frau auf und fragt ob ich ein Überlebenstraining absolviere. Skeptisch betrachtet sie mein Zelt und meinte wenn es regnen wird könnte ich etwas weiter grosse Betonrohre finden, dort würde ich reinpassen und trocken bleiben. Ich danke für den Tipp, versuche ihr aber zu verstehen zu geben das ich bis dahin weg bin und mein Zelt sowieso auch wasserfest ist. Ich könne bleiben, sie stört es nicht. Gut zu wissen, vielleicht komme ich wieder. Mit dem Rucksack auf dem Rücken wandere ich 400 Meter weiter zur Ruselhochstrasse zum Ruselfunktionshaus. Dank Steckdose wird das eine Zwangspause. Hätte ich das gestern Abend gewusst hätte ich über Nacht meine Akkubank hier geladen. Während das Handy lädt wasche ich mich in der Toilette. Weiter Richtung Lalling, immer den Berg hinab begebe ich mich in einen magischen Nebelwald. Fantastisch! In Lallings Supermarkt darf ich mein Handy laden und kaufe ein. Den ganzen Tag nieselt es schon ganz leicht, sodass heute auch mal mein Poncho zum Einsatz kommt. Weiter Richtung Langfurth. Erstmal den Berg wieder rauf. Dort gibt es ebenfalls einen Supermarkt, in welchem ich mir ein Radler gönne. Weiter geht's auf den Brotjackelriegel, meinen auserkoren Schlafplatz. Bergauf telefonieren Torben und ich. Ich hatte den ganzen Tag nicht so eine gute Stimmung, was nach dem Telefonat aber anders ist. Auf dem Berg angekommen sehen ich eine Gaststätte und Licht im Aussichtsturm. Damit hatte ich nicht gerechnet. Naja, ist nicht mal 5 Uhr, vielleicht auch etwas früh. Ich gehe weiter und verlasse den Goldstwig nach ca 1 km um 200m in einen anderem Weg abzubiegen. Dort soll es einen Hütte geben. Diese finde und annektiere ich. Ich baue gleich das Zelt auf und lasse mir dann mein Radler schmecken. Dazu gibt es Quark auf Butterbrot mit Pflaumenmus. Das schmeckt! Kurz nach 6 Uhr kommt noch jemand vorbei und sieht mein Zelt. Er fragt ob ich bis Samstag hier bleibe. Da heute Dienstag ist verneine ich und er wünscht mir einen gute Nacht.






    Tag 8:









    Ich habe richtig gut geschlafen, trotz des Regens über Nacht. Auch beim Weckerklingeln regnet es noch, sodass ich beschliesse erstmal alles abzubauen und in die Hütte zu tragen, in der Hoffnung das es noch etwas trocknet. Mein Poncho ist auf jedenfall trocken geworden über Nacht. Bei langsam näherrückenden Tageslicht frühstücke ich in Ruhe, sodass ich um 8 Uhr los komme. Sogar einen Brunnen zum waschen habe ich. Besser geht's nicht! Ich steige bei leichten Nieselregen langsam ab Richtung Daxstein. Kurz vor Zending verlaufe ich mich dann, aufgrund einer etwas verwirrenden Schilderaufstellung. So komme ich kurz nach 10 Uhr im Supermarkt bei Zending an, wo ich sogleich auch mein Handy laden darf. Pause mache ich dann noch Regengeschützt bei der nahen Kirche. Nachmittags geht es dann nochmal richtig schön durch die Wälder, allerdings eher bei 500hm, anstatt den bisherigen 800-1000hm. Nachmittags versuche ich dann nochmal meinen Schlafsack zu lüften und das Zelt zu trocknen. Ich würde sagen das Ergebnis überzeugt nicht wirklich. Es ist einfach zu kalt und feucht, das es nichts bringt. Gedanklich stelle ich mich schonmal auf eine frische Nacht ein. Weiterhin sollte ich nochmal das Konzept eines Daunenschlafsacks überdenken. Er ist zwar für bis -10 Grad eindeutig für den Winter gemacht, wenn man ihn zwischendrin aber nicht trocken bekommt, bringt mir die Daune auch nichts. Und im Herbst und Winter regnet es nunmal öfter. Bei Saldenburg komme ich dann um 17 Uhr am Mühlweiher an. Dort gibt es ein WC, leider ohne Steckdose. Aber es gibt eine Aussendusche! Wenn ich mich nicht komplett ausziehen müsste vor den dortigen Radfahrern, welche gerade pausieren, wäre es schon verlockend. Noch schnell Trinkwasser auffüllen und weiter geht's. Kurz hinter Auggenthal beschliesse ich kurz vor 18 Uhr das Zelt aufzubauen. Ich bin ganz nah an den Häusern, möchte aber nicht weiter, da ich aufgrund der Kondensation an der Ilz nicht direkt schlafen möchte. Es ist ja eh schon alles gut nass. Ich versuche meine Zeltstangen ganz langsam zusammenzubringen, da ich von neugierigen Eseln belauscht werde. Ich möchte jetzt keine Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Als ich die Stangen mit dem Innenzelt verbinde ploppen sie an der einen Seite plötzlich raus. Was ist das denn???? Das Gewinde hat sich gelöst. Ich versuche es 20 Minuten wieder reinzudrehen, ohne Erfolg. Es wird dabei immer dunkler. Nach einem letzten Versuch gebe ich auf und überlege was ich mache. Ich könnte improvisieren und das Zelt einfach über mich legen, so als Art Biwacksack. Da die Wetterprognose aber nicht ganz so trocken ist für diese Nacht verwerfe ich diesen Plan schnell. Die einzige Chance die ich noch habe, bevor es in 30 Minuten Stockdunkel ist, ich muss um Hilfe bitten. 200 Meter vom auserwählten Platz stehen dann zwei Männer vor einem grossen Haus, wozu wohl auch der Esel samt Scheune gehört. Ich erläutere meine Situation und frage ob ich vielleicht in der Scheune schlafen könnte. Sie sind glaube ich etwas verwirrt. Aber der Jüngere ruft den Chef an, denn nur der kann das entscheiden. Der Ältere bietet mir halbherzig ein Zimmer bei sich an. Ich sage das ich Low Budget unterwegs bin und mir sowas nicht leisten kann. Ich wäre mit der Scheune und einem Dach mehr als zufrieden. Leider kann der Chef nicht erreicht werden. So wagt der Ältere noch einen Versuch und sagt ich könne für 10 Euro das Zimmer haben. Ich willige sehr dankbar ein und lasse mir das Zimmer zeigen. Steckdosen zum Laden meiner Geräte, eine Heizung zum trocknen meiner Sachen, eine Dusche. JIPPEY !!! Ich bedanke mich noch dreimal und er verschwindet in sein Reich nach oben. Ich Dusche noch und esse zu Abend. Dann schaue ich mir das Zelt nochmal an. Ich habe das Gewinde jetzt reingekommen, aber nicht ganz. Ob es eine Nacht durchhält ist fraglich. Ich muss bis Passau eigentlich noch eine Nacht rumkriegen, und Campingplätze gibt es keine. Hotels und Co ist mir zu teuer. Entweder schlafe ich morgen draussen in einer der Schutzhütten an der Ilz, oder ich schaffe es noch bis nach Passau ( glaube ich nicht), oder ich trampe das letzte Stück nach Passau. Ich habe beschlossen mir morgen erstmal die reichlichen Schutzhütten anzuschauen bevor ich irgendwas entscheide. Ein früheres aufstehen kann aber nicht schaden.











    Tag 9:




    Premiere! Ich bin um 7 Uhr unterwegs. Der Tag fängt gut an, da ich gleich an einem Pony mit Apfelbaum vorbei komme. Schnell gehe ich runter zur Ilz. Dort angekommen bin ich ziemlich schnell begeistert. Ein Fluss, sehr naturnah mit einem kleinen Weg dran, ohne Strasse in der Nähe. Ich bin fasziniert. Ich hole auch gleich das Fernglas raus, denn hier werde ich ordentlich Vögel beobachten können. Gesagt getan tut sich auch schon ein Drehzehenspecht vor mir räkeln. Als ich schon am Weitergehen bin, schießt vor mir ein Eisvogel gen Wasserstraße. Wow. Ich liebe diesen Vogel! Irgendwann gegen 9 Uhr fängt es dann an zu regnen und ich werfe den Poncho über. Kurz vor 12 mache ich Mittagspause in einer Schutzhütte. Kurze Zeit später kommen 4 Wanderinnen mit relativ üppigen Gepäck zur Hütte. Sie gehen den anderen Fernwanderweg, dessen Name mir jetzt nicht einfallen will. Pandorasteig??? Er ist aber nicht mal 150 km lang. Da frage ich mich ob er überhaupt schon den Namen "Fern"wanderweg verdient hat. Da ich seit gestern Abend ohne Empfang bin, sehe ich jetzt an der Hütte das mein Mann sich Sorgen macht umd droht mich zu suchen. Der Empfang hier ist auch eher nicht vorhanden. Sodass 10 Minuten vergehen bis eine kurze Nachricht versendet wird. Die Gemüter sind beruhigt und ich lass es mir schmecken. Gestern Abend hab ich die Zeltstange noch halb ins Gewinde bekommen und bin zuversichtlich heute Abend nochmal im Zelt nächtigen zu können. Ich habe bislang auch schon so viele wunderschöne Zeltplätze gesehen, das ich mir da keine Sorgen mache. Zusammen mit Panzerklebeband sollte das ganze doch halten, oder? Zur Sicherheit plane ich mein abendliches Ziel an der letzten Schutzhütte an der Ilz, ca. 6km vor Passau ein. Wenn es mir dem Zelt nicht klappt, so schlafe ich dort. Nach dem Mittagessen flaniere ich eher, als das ich wandere. Ich will nicht zu früh an der Hütte sein und bleibe regelmässig für Vogelbeobachtungen stehen. Etwa 12 km vor Passau wird es dann nochmal so richtig bergig. Damit hatte ich nicht gerechnet. Die Ilz immer in Sichtweite geht es auf und ab. Dann wieder von vorne. Gut das ich mich durch Weintrauben vom Wegesrand gerade noch gestärkt hatte. Gegen 17 Uhr bin ich etwa 2km vor der Hütte und ich komme so richtig nah an die Ilz. Dieses spiegelglatte Wasser, die farbenfrohen Blätter, die Wasservögel . Ich staune nur und bin hin und weg. An der Hütte angekommen bin ich sehr begeistert, da sie meine Rettung ist. Durch ihren Schnitt kann ich gut versteckt schlafen. Mit oder ohne Zelt. Ich versuche natürlich erstmal das Zelt aufzubauen und benutze das komplette Klebeband, was ich für genau solche Zwecke an Trekkibgstock habe. Ich merke recht schnell das es nicht klappen wird, da das Gewinde sich wieder komplett rausgedreht hat. Egal, dann eben ohne Zelt. Das Klebeband wieder abzubekommen dauert 10 mal solange wie es ranzubekommen. Dann schnappe ich mir noch meinen Rucksack und setze mich direkt an die Ilz und nehme mein Abendbrot in Begleitung von Mäusebussard und Stockenten zu mir. Dabei entdecke ich noch das Haferflockengate in meinem Rucksack. Git das ein Beutel drum war, deshalb ist es halb so schlimm. Kurz vor 19 Uhr gehe ich dann in die Hütte und richte mein Lager. Gute Nacht.
















    Tag 10:

    Ich freue mich riesig das ich in der tollen Schutzhütte schlafen kann, da es nachts und morgens regnet. Die zahlreichen Spinnenweben ignoriere ich einfach. Ich habe ziemlich gut geschlafen, was ich so gar nicht erwartet hatte. Besonders wenn ich alleine zelte schätze ich die Sicherheit welche mir mein Zelt gibt, auch wenn es nur für den Kopf ist. In einer offenen Hütte, direkt am Wegesrand hätte ich das nicht erwartet. Morgens frühstücke ich noch ausgiebig und im trockenen und breche dann um 9 Uhr nach Passau auf. Unterwegs komme ich noch ein gutes Stück an der Ilz lang und bestaune Fischtreppe, Silberreiher und die weibliche Schellente. Kurz vor Passau wird es dann nochmal anstrengend, denn ich werde vom Wasser weggeleitet, hoch auf dem Berg. Ich frage mich wirklich was das soll und bedaure schon nicht den Alternativweg am Wasser genommen zu haben. Besonders weil mir die Zunge zum Halse raushängt, da ich keinen Tropfen Wasser mehr bei mir führe. Und plötzlich habe ich einen fantastischen Blick auf die Dreiflüssestadt Passau. Ich werde sogar mit Kirchengeläut empfangen. Herrlich. Ich bin genieße den Ausblick und bin ziemlich stolz auf mich, genieße diesen Moment. Ein Blick auf die Karte zeigt mir das der Goldsteig für mich hier endet. Ab jetzt gehe ich Freestyle Richtung Hauptbahnhof. Auf dem Weg dorthin gibt es noch einen Ausblick an dem ein nettes älteres Ehepaar ein Photo von mir macht. Ich bin so glücklich das ich Ihnen erzähle das ich von Regensburg bis hierher gegangen bin. Ihre erste Frage: Heute??? Haha! Nein. Mit einem richtig guten Gefühl gehe ich in die Stadt, an der Donau lang. Mein Ziel ist Mc Donalds. Nicht weil ich das Essen besonders gut finde, sondern weil es auf dem Weg liegt. Dort angekommen möchte ich einen vegetarischen Burger. Mir wird erklärt das sie entweder Fleischburger oder vegane Burger anbieten. Ich könnte ja einen mit Fisch nehmen. Nein danke, ich wollte ja was vegetarisches. Hier esse ich dann doch nicht. Direkt vorm Bahnhof finde ich dann noch einen mega leckeren und netten Dönerimbiss und Stärke mich. Danach noch schnell die Fahrkarte kaufen und in den Zug. Mein Ziel ist Ulm, dort treffe ich mich mit Torben. Nachdem alles erledigt ist hole ich mir noch einen Kaffee. Der erste des Tages um 12.10 Uhr. Viel zu spät und bitter nötig. Im Zug sitzend warte ich auf die Abfahrt, die nicht kommt. Nach 15 Minuten des stehen kommt die Durchsage das der Zug heute ausfällt, da es kein Personal dafür gibt. Herrlich. Nicht mal das Gleis verlassen und schon fängt es mit den "Verspätungen " an. Ich hoffe das ist kein schlechtes Omen für die weitere Fahrt. Eine Stunde später bin ich unterwegs und stehe fast 2 Stunden später als geplant in Ulm. Ich freue mich sehr Torben wiederzusehen. Zur Feier des Tages gehen wir dann noch einen Döner essen.













    FAZIT:

    Der Goldsteig ist regelmäßig markiert, und das meist auch ziemlich gut. Es gibt ein paar kleine Ausnahmen wo mal eine Markierung fehlte oder sie für Verwirrung sorgte. Hier bitte nicht falsch verstehen. Das ist Jammern auf hohem Niveau. Grundsätzlich braucht man keine weitere Karte. Zur Not geht man halt 300m in die falsche Richtung und korrigiert dann.

    Die Wegbeschaffenheit war sehr gut. Es waren sehr viele kleine asphaltfreie Wege dabei und der Streckenabschnitt der über Asphalt geführt wurde hielt sich absolut in Grenzen.

    Regelmässig gab es Bänke und Picknikbereiche, oft mit Aussicht. Ab und zu eine Schutzhütte.

    Dir Supermarktdichte war Luxus pur! Die grösste "Durststrecke" hatte ich mit 2,5 Tagen zwischen den Einkäufen, und das auch nur weil der Sonntag dazwischen kam. Sonst wären es wohl nur 1,5 Tage gewesen. Generell durfte ich in jedem Laden während meines Einkaufs mein Handy aufladen, worüber ich sehr dankbar war und bin. Das hat es für mich enorm erleichtert.

    Ab und zu kommt man an öffentlichen Toiletten vorbei, welche wirklich alle offen waren. Ich war darüber sehr erstaunt, da ich das so nicht kenne. Dort war es immer möglich sich etwas zu waschen, Trinkwasser aufzufüllen und bei allen ( ausser einer) das Handy zu laden. Brunnen und Quellen gab es auch regelmäßig. Meist führte ich 2,5 bis 3 Liter Wasser mit. Ich denke man wäre aber auch mit 2 Liter ausgekommen.

    Apfelbäume in Massen! Ich habe fast jeden Tag 2 bis 3 Äpfel essen können, manchmal auch Birnen. Das spricht für den Herbst.

    Wildzeltplätze waren ausreichend vorhanden. Ich hatte absolut keine Probleme. Teilweise mit richtig genialen Ausblick.

    Ich habe die zurückgelegten Höhenmeter pro Tag nicht gemessen, schätze aber das ich oft um die 800hm, teilweise mehr gekraxelt bin. Es gibt aber auch Abschnitte wo es gefühlt die Hälfte oder weniger war, wie am Laufe der Ilz.

    Wenn ich nochmal dazu komme, würde ich den Goldsteig gerne abschließen. Ich bin jetzt die Südroute gegangen, würde aber gerne die etwas anspruchsvollere Nordroute ranhängen und den Teil der für beide Routen gilt, bis Marktredwitz laufen. Landschaftlich hat es mich umgehauen was Bayern zu bieten hat. Um komme wieder!

    Gesehene Tiere:
    Rehe, Wildschwein, Hase, Kleiber, Buntspecht, Schwarzspecht, Grünspecht, Drehzehenspecht, Rotschwanz, Kohlmeise, Zaunkönig, Buchfink, Sperling, Stockenten, Schellente, Silberreiher, Graureiher, Stare, Eisvogel, Feuersalamander, Fuchs (gehört), Eichhörnchen, wahrscheinlich eine Waldschnepfe, Hühner, Laufenten, Pferde, Esel, Ponys, Hunde, Katzen, Kühe, Schafe

    Negativ: Viel zu viel Indisches Springkraut/ Bauernorchidee. Der Geruch/ Gestank hat mich regelmässig schneller gehen lassen.
    Zuletzt geändert von pausemacher; 09.10.2021, 20:51.

  • blauloke

    Lebt im Forum
    • 22.08.2008
    • 6617

    • Meine Reisen

    #2
    Hallo pausenmacher,
    vielen Dank für deinen Bericht, es sind viele Erinnerungen bei mir wach geworden.

    Ich bin 2008 auf dem Main-Donau-Weg nach Passau gewandert und dabei im südlichen Teil meist dem Goldsteig gefolgt, da beide Wege oft gemeinsam verlaufen und der Main-Donau-Weg schlecht markiert war/ist?

    Auf der Käsplatte habe ich ebenfalls übernachtet und das Landshuter Haus ist bei mir in guter Erinnerung.

    Den Goldsteig ganz zu gehen, wie du es vor hast, kann ich nur empfehlen. Besonders die Strecke ab Marktredwitz durch die Oberpfalz ist abwechslungsreich.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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    • Glenfiddich
      Erfahren
      • 19.02.2012
      • 251

      • Meine Reisen

      #3
      Hallo pausemacher. Vielen Dank für deinen schönen Bericht. Hat mir einen guten Eindruck gegeben und inspiriert in der Ecke auch mal zu wandern. Wild zu übernachten scheint ja unproblematisch zu sein.
      Krass finde ich immer wieder wie sehr das Handy und die Stromversorgung des selben doch im Mittelpunkt des Lebens steht

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      • Meer Berge
        Fuchs
        • 10.07.2008
        • 2351

        • Meine Reisen

        #4
        Hallo pausemacher,
        auch ich bedanke mich für die schönen Bericht! Den Goldsteig habe ich schon lange auf meiner Liste. Ich habe mich immer gefragt, wie es dort wohl mit dem Wildzelten funktioniert. Scheint ja unproblematisch zu sein. Ich vermute, auf der Nordroute gibt es weniger Einkaufsmöglichkeiten. Das scheint auf der Südroute ein Plus für wenig Gepäck zu sein.
        Ja, das Handy ist tatsächlich zu einem zentralen Punkt einer Trekkingtour geworden, bei mir auch. Hauptsächlich als Navigationsgerät, nebenbei aber auch für den Wetterbericht oder zur Planung für Verkehrsanbindungen, evtl. Übernachtungsmöglichkeiten etc. Prima, dass du das überall so unkompliziert aufladen konntest!
        Viel Erfolg bei der Fortsetzung der Tour!

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        • 00garnix
          Neu im Forum
          • 05.10.2020
          • 2

          • Meine Reisen

          #5
          Hallo pausemacher,
          vielen Dank für deinen interessanten Bericht. Ich habe dieses Jahr erstmalig eine Mehrtages-Wanderung gemacht und bin von Marktredwitz bis Wiesent an der Donau gelaufen (Wiesent liegt zwar nicht mehr am Goldsteig, da ging aber der Bus nach Regensburg) Auch der nördliche Teil des Goldsteigweg von MAK runter ist sehr schön, hätte ich vorher gar nicht gedacht. Ich hatte max. 14 Tage Zeit, nach 10 Tagen und 270 km hatte ich dann keine Lust mehr und bin zurück gefahren. Geschlafen habe ich 5x im Zelt im Wald und 5x in Pensionen usw. Kommendes Jahr will ich dann den Rest über die Süd- oder Nordroute angehen.
          Ich hatte Anfangs incl. max. 4l Wasser ca. 17 kg Rucksackgewicht, habe dann unterwegs noch mal 3kg entsorgt. Das war ein deutlicher Unterschied ob man mit 13-17kg läuft oder mit 10-14kg
          Schöne Grüße aus Bayreuth,
          Horst

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