[D] Moselsteig und Liebesschlucht: Schutzhüttensuche an der Mosel

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  • Bergahorn
    Erfahren
    • 13.04.2019
    • 176

    • Meine Reisen

    #41
    Vielen Dank für diese lesenswerten Schilderungen deiner Erkundungen in einer Gegend, die ich überhaupt nicht kenne! Dadurch ändert sich mein Bild dieser Ecke direkt, ich hatte immer die Vorstellung, dass es da eben Weinberge (die ich persönlich nicht so attraktiv finde) und Lärm aus dem Tal gibt, du bist aber offensichtlich oft im Wald unterwegs, sehr schön! Bin gespannt, wieviele Hütten du noch auftreibst!

    OT: Jetzt komme ich auch noch auf den Arbeitsdienst 1931 zurück: Mir kam das mit Reichsarbeitsdienst ein bisschen merkwürdig vor, so habe ich mal gegooglet und den FAD, also den Freiwilligen Arbeitsdienst, der 1931 eingeführt wurde, gefunden. Der RAD wurde meines Wissens erst 1935 eingeführt. Das aber nur am Rande.

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    • Torres
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      Liebt das Forum
      • 16.08.2008
      • 26582

      • Meine Reisen

      #42
      Hallo Bergahorn, danke, dass Dir mein Bericht gefällt. Ja, der Wald ist über und hinter der Mosel versteckt, da, wo man eben keinen Wein anbauen kann. Noch fehlen ja die Blätter an den Bäumen, aber das ändert sich hoffentlich bald. Die nächste Folge wird wieder Wald sein.

      Zum Arbeitsdienst: Vielen Dank für die Recherche. Ich gebe zu, dass ich abgeschrieben habe. Mein Wissen entstammt einer Schautafel vor Ort.

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      Da auf der Tafel allerdings "um das Jahr 1931" steht, habe ich auch ein wenig recherchiert, und die Begründung liefert der Link https://www.bremm.info/moselserver/n...eitsdienst.htm. Ihm ist zu entnehmen, dass Konstantin Hierl, Leiter des FAD, ab 1931 versuchte, den FAD zu einem Reichsarbeitsdienst zu reformieren. Da dies in der Weimarer Republik auf Widerstände stieß, haben lokale Gruppen der NSDAP lokale Arbeitsdienstlager aufgebaut. Aus dieser Bewegung heraus wurde der Aussichtspunkt um 1931 errichtet und Oberst-Hierl-Höhe (heute Kälberkopf) genannt. Die Institutionalisierung des RAD geschah dann erst mit Einführung der Reichsarbeitspflicht 1935. Bis zum Ende der nationalsozialistischen Herrschaft hatte Konstantin Hierl die Leitung des RAD inne. (wikipedia zu Konstantin Hierl). Statt des Kreuzes befand sich damals ein großes Hakenkreuz auf der Höhe, zudem war die Höhe im Zweiten Weltkrieg Flakstation.
      "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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      • Torres
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        • 16.08.2008
        • 26582

        • Meine Reisen

        #43
        Am Ankerbach in der Ankerbachschlucht, Bullay und Neef, Mosel

        Es ist immer noch erste Hälfte April und in der Nacht gab es Frost. Ein Kälteeinbruch. Es soll regnen, aber da es windig ist, vertraue ich darauf, dass es schon nicht so schlimm werden wird. Außerdem habe ich einen Waldspaziergang samt Fahrrad vor, da gibt es Schutz. Als ich abends eine neue Route geplant hatte, fiel mir nämlich auf, dass meine HKF Karte eine Schutzhütte nicht weit von der Lilohütte entfernt ausweist. Meine anderen Quellen kennen die Hütte nicht, daher muss ich überprüfen, ob es sie gibt. Es wird der Weg zur Apostroph Weinstube sein, den ich an der Lilohütte gesehen habe, ab dem sie liegt. Bestimmt führt er direkt am Ankerbach entlang. Das sollte auch bei Regen machbar sein.

        Als ich los will, scheint gerade die Sonne, aber es ist sehr frisch. Der Nachbar baut seinen Werkstattschuppen aus, und ich, lobe ihn. Er kommt in meine Nähe und ich frage ihn, ob er vielleicht die Schutzhütten der Gegend kennt. Ich suche eine im Neefer Bachtal. Die heute zu suchende Schutzhütte kennt er nicht, aber alle anderen: König, Lilohütte, Dünwald. Er ist dann auch derjenige, der mir vom Tod des Obdachlosen Tom in der Weinhütte erzählt. Wo soll die Hütte sein? Im Neefer Bachtal am Ankerbach. Ank. Nein, Ank suche ich nicht, ja war ich schon. Da haben sich die Leute im Krieg versteckt, nicht wahr? Genau. Und dann fällt mir etwas ein, was ich vor Ort merkwürdig fand. Es sind ja zwei Hütten. Und die zweite Hütte war seltsam.

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        Keine Einrichtung. Boden aus Beton. Aber vor der Hütte keine Wiese, sondern ein Abgrund. Und unten eine Betonfläche, zu tief, um herunterzuspringen.

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        Was ist das, hatte ich mich gefragt. Ist man von dort auf irgend etwas gesprungen? War da mal ein Schwimmbad? Aber das passt alles nicht. Nur eins war mir klar. Wenn da jemand herunterfällt, gibt es Ärger, erstaunlich, dass so ein Bau als Schutzhütte erlaubt ist. Aber ich hatte das dann recht schnell wieder vergessen, und daher auch bei der Schilderung der Wanderung nicht erwähnt. Aber jetzt fällt es mir wieder ein. Da sind ja sogar zwei Hütten, sage ich, das ist ungewöhnlich. Ne, sagt der Nachbar, da ist nur eine. Ich schüttele den Kopf. Doch sagt er, in der Schutzhütte wurde jahrelang ein großes Fest als Erinnerung an die Zeit von damals gefeiert. Die zweite Hütte war für die Kapelle. Und darunter haben die Leute getanzt. Einen Moment wirkt es so, als schaue er zurück in die Ferne, als gäbe es Erinnerungen dazu. Vor meinem geistigen Auge tauchen ebenfalls Bilder auf, Blaskapelle, bunte Kleider, Tanz und Gesang. Und sieht man nochmal das Bild dazu, dann ist es eigentlich sonnenklar.

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        Ein trockener Platz für die „Band“.

        Die Sonne macht Anstalten, sich zu verziehen. Schnell noch die Zeit nutzen, ich verabschiede mich.
        Zuletzt geändert von Torres; 22.04.2021, 12:40. Grund: Mal wieder Bilder repariert...
        "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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        • Torres
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          • 16.08.2008
          • 26582

          • Meine Reisen

          #44
          Ich wähle diesmal in Bullay einen Weg, den ich ein Stück weit fahren kann und der dann beinahe geradeaus auf die Höhe führt. Die Schleifen, ein Umweg, lasse ich also diesmal aus.

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          Wie in Neef sind hier vor Beginn des Waldes zunächst Wochenendhäuser angesiedelt, sowie Grundstücke, auf denen etwas gelagert wird. Am Wegesrand hier in der Nähe habe ich im Herbst Nüsse gesammelt, die Stelle hatte ich zufällig entdeckt.

          Bald halte ich wieder und prüfe den Baum. Diese Kätzchen hat die Pflanze, die bei mir im letzten Jahr auf dem Balkon aufgeblüht ist, auch. Ich habe sie hierher gebracht und eingepflanzt. So hoch könnte die Weide also einmal werden.

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          Der Brunnen.

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          An Neujahr lagen hier zwei einsame Sektflaschen im Papierkorb neben der Bank. Ich überlege, ob ich ihn blauloke melden soll, denn ein Schild "Kein Trinkwasser" fehlt. Der Name des Brunnens ist Eschlach-Brünnchen.

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          Rechts von mir rauscht nun der Bach und man sieht, dass irgendwann Frühling werden wird.

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          Manchmal sieht man ihn sogar.

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          Längst schiebe ich natürlich wieder. Wenn ich hier bisher Radfahrer gesehen habe, waren es E-Mountainbikes.

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          Wieder der Bach. Unten ist auch ein Weg, da dort eine Hütte zur Holzlagerung ist, und ich versuche herauszufinden, ob es eine Einbahnstraße ist. Ich vermute, ja.

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          Der Himmel verfinstert sich hinter mir. Also schaue ich einfach nicht zurück.

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          Ein paar Fotoexperimente.


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          Schon besser.

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          Nun beginnt bereits der Wald, und wieder höre ich es plätschern. Ein Rohr. Woher das wohl kommt. Wohl eher nichts für blauloke.


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          Mein Blick fällt auf die frisch-grünen Pflanzen. War da nicht was? Sieht aus wie Maiglöckchen, Verwechslungsgefahr? Das sind keine Maiglöckchen. Die Blätter sind viel dünner. Ich reibe daran. Riecht nach Knoblauch. Haha. Sollte das etwa...?

          Mein Telefon klingelt. Da kommt gerade eine Regenfront, stell Dich unter, erfahre ich. Mein Gott, immer diese Hysterie, wir haben doch April. Riecht Bärlauch nach Knoblauch? Ja, tut er. Gut. Aber stell Dich unter. Jaja. (Was in Hamburg bekanntlich LmaA heißt).

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          Nun werde ich ganz eifrig und pflücke eine Hand voll davon. Wie gut, dass ich Packtaschen habe, so kann ich sie vorsichtig in die Decktasche machen.

          Da merke ich, dass der Niederschlag herunterprasselt, aber zu meinem Erstaunen ist das gar kein Regen. Es ist Hagel. Der aber leider so schnell schmilzt, dass es unmöglich ist, ein vernünftiges Foto zu machen. Der Weg macht jetzt noch ein paar Windungen und dann bin ich schon auf der Höhe, auf der ich starten wollte. Hier ist dann auch ein netter Schilderbaum und man bemerke das zentral platzierte Apostroph, während es ganz unten richtig steht.

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          Hier steht das Bullayer Kreuz, das schon erwähnt wurde.

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          Und wie man an dem Bild oben erkennen kann, schüttet der Himmel jetzt jede Menge Hagelkörner herunter, die erneut sofort schmelzen, als würden sie verglühen.

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          Mein Weg führt jetzt erst ein kurzes Stück geradeaus und dann an der Weggabelung links Richtung der Schutzhütte Ank.

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          Hier muss ich erneut links ab und brauche ein wenig, um zu sehen, dass ich richtig bin. Dabei gibt es dort gar nicht so viele Wege. Dann erinnere ich mich. Ank war der kleine Weg, der vom Hauptweg abgeht.

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          Ich muss also definitiv links ab. Also dahin.

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          Ich prüfe noch einmal, indem ich einen Moment den Zeiger meiner App verfolge. Ich bin richtig. Aber da ist ein kleines Kreuz eingezeichnet. Ich habe keins gesehen. Ich gehe ein paar Schritte zurück und jetzt sehe ich plötzlich einen kleinen Wegweiser: Kriegsgedächtnis-Kreuz.

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          Einen Weg sehe ich nicht. Aber ich entdecke das Kreuz. Man muss vermutlich Richtung Schutzhütte Ank gehen und dann am Ufer des Flusses entlang diesen Platz aufsuchen.

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          Einen Moment ringe ich mit mir. Soll ich oder soll ich nicht? Dann beschließe ich, dass ich mir weitere Ziele setzen sollte. Hier werde ich mal im Sommer hingehen. Es gibt noch ein paar Hütten hinter dem Berg, dort wird es auf dem Weg liegen. Nicht immer alles gleich erledigen wollen.

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          Noch einmal komme ich an dem Wegweiser vorbei und dieses Mal fällt mir das gelbe Band auf. Auf Motorradgottesdiensten werden gelbe Bänder verteilt. Sie sind gesegnet und sollen die Fahrer:innen schützen. Direkt nach dem Motorradgottesdienst flattern sie an den Lenkern im Wind und werden zum Symbol, wer am Gottesdienst teilgenommen hat.

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          Dann konzentriere ich mich auf den Weg. Im Moment sieht das Wetter stabil aus, aber wer weiß, wie lange. Hier oben wird der Niederschlag noch Hagel sein, im Tal kann das ganz anders aussehen.

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          "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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            • Meine Reisen

            #45
            Weit komme ich nicht. Die Hütte direkt neben mir ist ein verschlossener Unterstand für Jäger, aber das ist es nicht, was mich aufhält.

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            Auch nicht die Wiese neben mir im Bachtal des Ankerbaches, die in echt etwas farbenfreudiger wirkt, als auf dem Foto.

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            Nein, es ist das Grün am Wegesrand.

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            Denn nun erkenne ich mit kundigem Blick: Bärlauch.

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            Hinterher ist die schöne grüne Pflanze ein wenig gerupft, aber sie wird von glücklichen Menschen glücklich verspeist werden.

            Nach dem der Tag so schon zum Erfolg wurde, schiebe ich weiter, dicke Wasserpfützen machen Radfahren unerquicklich. Und der Weg ist dazu auch viel zu schön, den sollte man nicht mit dem Fahrrad kaputt machen.

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            Dann wird es vor mir plötzlich unscharf. Stimmt etwas mit meinen Augen nicht? Als wäre der Wald hinter einer Scheibe und die Scheibe plötzlich beschlagen.

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            Ich erinnere mich an mein Erlebnis mit dem Seenebel, der plötzlich kam und keinerlei Anzeichen darauf hinwiesen, dass er kommen würde. Der Himmel ist an einigen Stellen zwar bewölkt und fahl, aber vor mir ist blauer Himmel. Und es regnet nicht und es hagelt nicht. Ein bisschen kühler ist es vielleicht geworden, aber kühl ist es sowieso. Als ich mich nähere, löst er sich auf. Vielleicht etwas Magisches, ein Elfenhauch? Oder ein Flussgeist? Wer sich mit Literatur beschäftigt kann verstehen, wie die Motive von Geistern, Feen, Kobolden, aber auch von Wiedergängern, besonders den Grenzsteinversetzern, zustande gekommen sind.

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            Auf der anderen Seite ragen die Felsen schluchtartig nach oben und Erinnerungen an die Liebesschlucht werden wach. Sie sind schwer zu fotografieren.

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            Radfahren macht auf diesem Weg keine Freude, er ist nass und es liegt viel Holz unter dem Laub. Wozu auch. Ich habe es nicht eilig. Zu Fuß erkennt man mehr Details. Der Fluss ist sehr munter, immer wieder gibt es kleine Wasserfälle und entsprechend laut rauscht er vor sich hin.

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            Ich versuche mir vorzustellen, wie hier im Sommer Hunderte von Touristen vorgeglüht zur Weinstube pilgern, den üblichen Lautstärkepegel inklusive. Es gelingt mir nicht. Gibt es vielleicht noch einen anderen Weg? Hinter der nächsten Kurve erübrigt sich dann auch das E-Biken.

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            Endlich spielt mein Fahrrad jetzt mal seinen Gewichtsvorteil aus.

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            Etwas schwieriger ist es, mich hinüber zu wuchten, denn da ist jetzt dank des Fahrrades nicht mehr viel Platz. Der Weg wird nun auch weniger vertrauenserwachend, man sieht, dass im Wald links neben mir doch einiges an Bruch heruntergekommen ist.

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            Zudem wir der Weg jetzt immer enger.

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            Unter den Rädern zerplatzen die toten Äste der Bäume. Eine Ortung ergibt, dass ich jetzt ungefähr auf der Hälfte der Strecke bin. Netz habe ich allerdings hier nicht mehr.

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            Allmählich fühle ich mich weit abseits der Zivilisation.

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            Was ist, wenn jetzt jemand mit bösen Absichten kommt?

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            Ich weiß, manche Menschen machen sich solche Gedanken nicht. Vielleicht, weil sie weniger Phantasie haben. Oder andere Dinge erlebt haben. Ich verscheuche diese Gedanken. Am wahrscheinlichsten ist vermutlich, dass mir ein Baum auf den Kopf fällt.

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            Ich komme jetzt an eine Freifläche, die sich von links oben über den Fluss bis hoch zum Gipfel des Abhanges zieht. Und an ihrem Ende ist ein Zaun. Da oben verläuft also ein Weg, kombiniere ich schlau. Ich bin also doch noch in der Zivilisation. Wäre ich jetzt in Thüringen, würde ich sagen, das ist ein Skihang. hier kommt mir das allerdings recht unwahrscheinlich vor.

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            Und dann erschrecke ich mich doch tatsächlich.

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            Steht da einfach so ein gelbes Ding da rum. Dann passiert aber erst einmal nichts mehr, außer, dass der Weg noch enger wird.

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            Der Fluss teilt sich kurz in zwei Strömungen auf, die eine schmale Inseln entstehen lassen. Dann kommt eine Hütte. Ist sie das?


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            Auf meiner Seite des Flusses sieht man nun plötzlich Plastikmüll von Blumentöpfen und Eimern. Die Position könnte stimmen, aber die Seite wäre falsch. Ich schaue nach links, aber da sind nur Bäume, da ist gar kein Platz für eine Hütte. Also doch diese hier? Aber einen Zugang in Form einer Brücke oder eines Weges über den Bach gibt es auch nicht.

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            Ich laufe ein paar Meter weiter.

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            Fischteiche und ein dickes Schloss vor der Tür. Nein, diese Hütte ist privat. Eine Angelhütte. Das würde den Plastikmüll erklären. Der Zugang ist auf der anderen Seite des Flusses. Falls es hier mal eine Hütte gab, heute gibt es sie nicht mehr. Oder - das wäre auch noch eine Idee - sie ist an dem Parallelweg über mir. Der Fluss hat eine kleine Steilküste geschaffen.

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            Ich bin nun längst kurz vor Neef und der Weg wird immer schlechter.

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            Wieder Fischteiche und eine weitere Hütte. Sie hat ein Solardach und die Nebengebäude sehen nach vielfältigen Aktivitäten aus. Ein großes Gelände. Noch eine Hütte. Aha. Dieses Gebiet ist die Verlängerung der Wochenendhütten des Neefer Bachtales. Auf dem Weg gegenüber parkt eine Satellitenschüssel. Fernsehen muss in der Natur sein.

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            Wieder geht ein Hagelschauer nieder. Die Hütten werden nun immer größer und modernder. Der Weg dafür immer enger und streckenweise ist er zugewachsen. Ich quetsche mich an den Brombeeren vorbei, in ein zwei Wochen ist hier alles dicht. Wo ist eigentlich meine Paddelsäge? Auch die Heckenschere könnte man mal wieder in die Tasche packen.

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            Und dann bin ich plötzlich an einem befestigten Weg. Ich weiß genau, welcher Weg das ist. Der Weg zur Weinstube. Niemand würde einen so verwachsenen Weg, wie ich ihn eben gegangen bin, für Weinliebhaber ausschildern. Am Ende des Weges steht die Lilohütte und schaut mich lächelnd an. Hätte man einfacher haben können. Ja, richtig, aber war doch schön.


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            Mein Plan, jetzt geschwind durch das Neefer Bachtal zu radeln und rennfahrermäßig auf der Landstraße Gas zu geben, ist damit gescheitert. Vielleicht ist die Hütte ja an diesem Weg. Bevor ich das nicht weiß, habe ich keine Ruhe.
            Zuletzt geändert von Torres; 23.04.2021, 15:59.
            "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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              #46
              Mit Verblüffung stelle ich fest, dass man den Weg, den ich eben gekommen bin, nicht sieht, wenn man nicht weiß, dass er da ist.

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              Kurz darauf der Wegweiser zur Apostroph-Hütte. Mein Verdacht, dass der idyllische Weg am Ankerbach eher ein Geheimtipp ist, hat sich nun bestätigt. Richtig geschrieben, übrigens.

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              Nun geht es wieder bergauf.

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              Immer wieder spähe ich durch den Wald, um zu schauen, ob es hier eine Schutzhütte gibt. Dabei kann das nicht sein, die Abhänge sind viel zu steil. Dafür sehe ich, dass auf der anderen Seite des Ankerbaches mehrere Wanderwege sind, die vermutlich auch Zugang zu der kleinen Hütte sind.

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              Hier ist auch nichts.

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              Der Platz wäre optimal, doch optimal ist nicht relevant, es gibt hier keine Hütte.

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              Ein Parallelweg, der am Bullayer Kreuz herauskommen müsste. Ich bleibe rechts, vielleicht gibt es ja noch Überraschungen. Aber an der Stelle, wo die Schutzhütte auf der Karte eingezeichnet war, bin ich längst vorbei.

              Immer noch blühen die Wildkirschen.

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              Unter mir der andere Weg.

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              Und dann ist doch da der Zaun, den ich aus dem Tal gesehen hatte.

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              Ich begrüße ihn wie einen alten Bekannten.

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              Und jetzt sieht man auch den baumlosen Streifen, der bis zur anderen Seite verläuft und neben mir weiter hoch geht.

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              Noch einmal eine Schlucht.

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              Und dann nähere ich mich auch schon der Höhe und habe das Gefühl, dass es hier grüner als im Tal ist.

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              Und befinde mich an einem perfekten Platz für eine Schutzhütte. Leider gibt es hier keine.

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              Ich überlege, ob ich mich nicht an jemanden wenden kann, um eine Schutzhütte vorzuschlagen. Auf den Tisch hat jemand Schneekommando mit Krone und Zahl mit weißer Schrift gepinselt. Unter dem Tisch liegen Plastikbecher für Schnaps. Die Alkoholikerroute. Aber aus dem letzten Jahr.

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              Wieder einmal trifft mich ein Hagelschauer, und ich mache gestalterische Pläne für die Hütte. Muss ja nicht groß sein. Durch die Bäume sehe ich einen Hochstand. Ob der als Ersatz für die nicht gefundene Schutzhütte gelten könnte?

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              Ich befürchte aber, die Überdachung ist etwas sehr weit oben. Inzwischen ist das Wetter übrigens wieder schön.

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              Ich friere und so setze ich mich wieder in Bewegung. Was auf dem Feld wächst, weiß ich und dann sehe ich tatsächlich die ersten Blüten.

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              In zwei Wochen wird hier alles gelb sein.

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              Ich radele Richtung Weinstube und kriege einen Mordsschreck, als plötzlich ein riesiger Lastwagen über die Kuppe auf mich zu kommt. Ich drücke mich an den Rand und brauche etwas, um den Fotoreflex auszulösen.

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              Ich habe mich gerade wieder gefangen, als ich hinter mir Motorgeräusche höre. Kommt er zurück. Nein, zwei Geländewagen der Gemeinde fahren an mir vorbei. Den ganzen Tag sieht man niemanden und dann ist hier plötzlich Autobahn. Dabei wollte ich doch gerade austreten. Gut, dass ich das hier nicht getan habe. Vorsichtig bewege ich mich auf die Kuppe zu. Wer weiß, wer jetzt noch alles auftaucht.

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              Ein grünes Stück Wiese fasziniert mich, angeleuchtet vom Licht. Ich verfolge es lange und vermute, es liegt in Pünderich. Da komme ich auch noch hin.

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              Nun spute ich mich etwas und will gerade mit Schwung an der Weinstube vorbei den nächsten Anstieg meistern, da klingelt das Telefon. Ich werde darauf hingewiesen, dass es gleich wieder regnet. Was für eine bedeutende Information, das muss ich doch nicht vorher wissen, reicht doch, wenn es soweit ist. Ich habe noch nicht aufgelegt, da ist es so weit.

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              Nur dass es kein Regen ist, sondern wieder Hagel. Und der ist jetzt richtig fies. Er kommt nämlich von vorne.

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              Und auch das wäre nicht so dramatisch, wenn ich nicht ausnahmsweise mal wieder Radfahren würde. Es geht jetzt schließlich bergab. Also bekomme ich tausende spitze Hagelkörner in mein Gesicht und meine Hände haben in Sekundenbruchteilen Eisfinger. Natürlich könnte man sich jetzt umdrehen und warten, bis es vorbei geht. Aber ich habe gerade das Bedürfnis, mich nicht terrorisieren zu lassen und so rolle ich mit Eisfingern und Eisbacken fluchtend den Weg herunter. Ist ja nicht weit, sage ich mir.

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              Von wegen. Luftlinie vielleicht. Der Wind nimmt jetzt noch zu, ich bin genau in der Windschneise angelangt. Ich fische die Handschuhe aus der Jackentasche, aber der Effekt ist minimal. Sie sind winddurchlässig und meine Finger sind schon viel zu kalt.

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              Kleine Bömbchen. Aufprallen, weh tun, schmelzen.

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              Ich passiere die Schutzhütte, die genau in der Windschneise liegt - vermutlich freuen sich die Sommertouristen über ein laues Lüftchen, so dass man diese Seite offen gelassen hat - und kurz darauf ist der Spuk wieder vorbei. Täten mir nicht die Finger weh, ich wüsste nicht, dass es jemals anders war.

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              Weil ich gerade so schön in Schwung bin, entscheide ich mich, etwas anders zu radeln. Das bringt mir eine Begegnung mit einer einsamen Tulpe ein.

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              Und finde einen Wegweiser. Offiziell oder privat? Ich weiß es nicht. Aber ratet mal, wie die Apostroph-Hütte geschrieben wird. Richtig, falsch, genauso wie auf der handgemalten Karten nebendran.

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              Wie ich schon sagte: Man ist hier flexibel.
              Zuletzt geändert von Torres; 26.04.2021, 17:58.
              "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                • 26582

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                #47
                Paddelintermezzo mit Beinahe-Kenterung, Unterstand Merl, Moselradweg und Mosel, Merl

                Auf der Zugfahrt zurück von Hamburg in mein derzeitiges Domizil der erste Vorfall. Ich telefoniere gerade mit der ods-Hotline (Insider!), als direkt an der Bahnstrecke eine Schutzhütte auftaucht. Ich bin fassungslos. Ich sehe sie deutlich, aber bis mein Hirn den Reiz verarbeitet hat, ist der ICE schon vorbei. Nein, ich konnte kein Bild machen, ja schlimmer noch, ich weiß noch nicht mal, wo ich bin. Irgendwo um Osnabrück herum, schätze ich. Kurz überlege ich, die Notbremse zu ziehen, doch die ods-Hotline findet das nicht verhältnismäßig. Ich kann mich kaum beruhigen.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51132929318_0d2e3164ef_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 761,2 KB ID: 3041165

                Aus dem Zug springen ist auch keine Option, ich habe zuviel Gepäck.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51133492669_3a97e58982_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 810,5 KB ID: 3041166

                Als ich im Regionalzug sitze, erkennt mich die Schaffnerin wieder: Das letzte Mal hatten Sie eine große Pflanze dabei. Stimmt, ja. Diesmal reise ich mit Faltboot. Angeblich gut in der Bahn transportierbar, in der Realität passt es nie wieder in die Originalpacktasche hinein. Das Hauptgestänge ist in dem zweiten Rucksack. mit routiniertem Blick suche ich die Hänge ab. Nein, das sind Weinberghütten, aber da könnte eigentlich.....

                So ist klar, dass der erste Versuch, die Mosel zu bepaddeln ebenfalls nicht schutzhüttensuchefrei sein kann. Nach dreieinhalb Stunden Aufbau (sic!), wobei ich die Fußrasten nun endgültig und unverrückbar einbaue, geht es aufs Wasser.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51146095318_acc5596686_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3041167

                Startpunkt ist die Rampe Bullay an der Fähre. Ich habe einen neuen Trocki an, die Mosel ist noch kalt bei um die 6 Grad. Der Plan ist, gegen die Strömung zu paddeln und mit der Strömung wieder zurück. Der Fährmann ist ob des Bootes begeistert und Spaziergänger, die in der Sonne picknicken, schauen hinüber, wie ich starte. Brav, wie ich bin, wechsele ich sofort auf die rechte Seite, um die Fahrrinne der Schifffahrt zu überlassen. Blöde Idee, wie ich merke, die Fahrrinne ist so schmal, dass das auf der Seite nicht reicht. Denn von vorne kommt ein Schiff.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51145224692_d362a2d1af_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,01 MB ID: 3041168

                Man muss schon genau hinschauen, um ganz rechts hinter den Büschen das Binnenschiff zu sehen. Eine Begrenzung durch eine grüne Tonne gibt es hier nicht, aber das Zeichen, dass Schiffe die Brücke ganz rechts passieren müssen. Der Kahn kommt also genau auf mich zu, und ich quetsche mich in die Büsche. Direkt hinter der Brücke biegt er dann zwar in Richtung rote Tonne ab, so dass er mich nicht rammt, aber noch weiter vorne hätte ich nicht unbedingt sein müssen.

                Also wechsele ich auf die andere Seite. Und hier habe ich nun mehr als genug Platz. Die rote Tonne grenzt meinen Bereich von der Fahrrinne ab.

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                Ein Motorboot kommt in hohem Tempo von hinten. Es ist ein Boot für Wasserskifahrer. Laut tönt die rhythmische Musik über das Wasser. Techno? Rap? Keine Ahnung. Auf jeden Fall laut.

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                Und dann sehe ich links neben mir den Unterstand, den ich auf meiner ersten Schutzhüttensuche hier in der Gegend bereits nach Informationen abgesucht hatte. Damals war ich ja noch nicht eingearbeitet und hatte den Wert dieses Unterstandes nicht erkannt. Eine Sitzgruppe, am Moselradweg gelegen und Paddler, die besser aussteigen können, als ich, können dort sogar Pause machen. Ich lege mich neben die Steine der Uferbefestigung, ziehe mein Smartphone aus dem Trockenanzug und prüfe die Perspektive. In dem Moment macht das Motorboot kehrt und rast in voller Geschwindigkeit auf mich zu. Schxxe. Handy weg, ist mein erster Reflex. Schlauer wäre gewesen, vom Ufer abzustoßen und gegen die Welle zu fahren und dann das Handy einzustecken, aber da mein altes Handy nicht wasserabweisend war, denke ich zuerst an mein Phone. Wegstecken, dicht machen und dann ist das Boot auch schon vorbei und die Welle erwischt mich seitlich. Sog und Schwall, Sog und Schwall. Ich will den Druck der Wellen auf das Boot damit ausgleichen, dass ich einen der Steine greife, aber die sind lose. Dennoch gelingt es mir, das Boot halbwegs zu kanten, wie ich das beim Festboot auch machen würde. Das Boot stabilisiert sich gerade wieder, und ich will erneut nach meinem Smartphone greifen, da kommt die finale Endwelle und hebt mein Boot ungefragt auf die Steine. Ja toll. Und da sitze ich nun auf dem Trockenen und kann mir Gedanken machen, wie ich wieder ins Wasser komme.

                Hätte ich jetzt endlich das Foto gemacht, wäre ich ja der Held, aber irgendwie finde ich, dass ich jetzt andere Probleme habe, zumal der Unterstand sich jetzt hinter einem Baum verbirgt. Ich verlagere also mein Gewicht auf meinen linken Unterarm und versuche das Boot frei zu kriegen, ohne die Bootshaut zu beschädigen. Zu meinem Erstaunen klappt das sogar, die Paddelroutine bewährt sich. Kurz darauf schwimme ich wieder und zwar in doppeltem Sinne: Ich bin wieder auf dem Wasser und habe Wasser im Boot, das bei der Gewichtsverlagerung ins Boot gelaufen ist. Ich beglückwünsche mich zu meinem neuen Trocki.

                Von hinten kommt wieder das Motorboot, und ich entscheide, das Foto auf dem Rückweg zu machen. Kurz darauf bin ich an der Bootsrampe in Merl, auch hier könnten Paddler aussteigen. Aber einen Unterstand gibt es hier nicht.

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                Dieser Piepmatz ist nicht echt.

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                Ich habe starken Rückenwind und so ist die Strömung, die aufgrund des Niedrigwassers sowieso nicht hoch ist, schwach. Mehr Mühe macht es, das Boot auf Kurs zu halten, auf eine Steueranlage habe ich bewusst verzichtet. Mit den Augen suche ich die mir bekannten Hänge ab. Wer hier nur paddelt oder Fahrrad fährt, wird denken, dass es hier nur Weinberge und Weinbergwege gibt. Ich weiß es besser.

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                Leider ist auf diesem Bild die Linse feucht. Man sieht das Schild der Weinberglage "Zeller Katz" und oben auf dem Hügel den Collis Turm. Auf der Aussichtsplattform davor steht ein Pärchen.

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                Ich bin jetzt schon in Zell.

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                Es ist Sonntag und die Menschen genießen die Sonnenstrahlen. Zwar ist die Luft noch kalt, aber 13 Grad Höchsttemperatur sind angesagt und in der Sonne ist es ohne Wind viel wärmer. Noch einmal der Collis Turm.


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                In der Nähe der Brücke sind viele Familien mit Kindern versammelt. Ich möchte sie nicht fotografieren, obwohl die Fahnen auf der Kaimauer in den buntesten Farben flattern.

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                Etwas weiter lehnen sich Menschen an die Mauer und essen, hier dürfte ein Imbiss geöffnet sein.

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                Routiniert schaue ich zum anderen Ufer, ob da Unterstände zu finden sind, komme aber zu keinem Ergebnis. Laut meiner Karten soll dort etwas sein, aber das erkunde ich besser mit dem Fahrrad. Ich fahre noch ein paar Meter bis zu km 88, dort ist aber nur Sitzgruppen zu finden, kein Unterstand. Die Tische und Bänke sehe ich zum ersten Mal, die sind von der Straße nicht einzusehen. Radfahren ist auf der Uferpromenade verboten.

                Der Wind kommt nun von vorne.

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                Das trifft sich gut, denn nun hält sich das Boot gerade, und ich kann ordentlich in die Paddel greifen. Das Motorboot hatte kurz vor Zell seine Aktivitäten eingestellt, dafür rast jetzt ein Jetski herum. Hirnlos und laut. Welle macht er keine. Auch wenn der Wind die Strömung ausgleicht, so bin ich doch auf dem Rückweg etwas mehr als eine halbe Stunde schneller als auf dem Hinweg. Und dann kommt der große Moment: Der Unterstand.

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                Knuffig, oder?

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                Diesmal schaue ich nicht um, ob irgendwo ein Boot lauert, aber diesmal ist keine Gefahr. Dafür kämpfe ich ein wenig mit den Bäumen, denn Anlegen will ich jetzt nicht mehr und das Boot dreht sich seitlich.

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                Ich könnte natürlich korrigieren, aber ich habe gerade erfahren, dass man mich in der Sonne sitzend erwartet. So paddele ich die letzten Meter.

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                Diesmal steige ich am Wasserwanderplatz-Symbol aus und finde einen perfekten Kajakponton vor. Normalerweise sind die Pontons eher für Canadier gebaut und entsprechend hoch. Hier sind wohl vor allem Kajakfahrer unterwegs.

                Den Ponton zu fotografieren, vergesse ich. Er liegt direkt am Campingplatz Bullays, der anscheinend auf Wasserwanderer eingestellt wäre, wenn er denn geöffnet sein dürfte. Nur ein paar Dauercamper haben ihren Wohnwagen abgestellt, aber man sieht dort niemanden wohnen. Am Ponton ist eine Bank und ich befreie mich erst einmal von meine Trockenanzug und ziehe mir warme Sachen an. Am Ende wurde es im Boot doch ziemlich frisch. Am in der Hochsaison normalerweise mit Spaziergängern, rasenden E-Bikern, Wohnmobilen und Wohnwagengespannen hochfrequenteren Weg fahre ich nur gemütlich mein Boot spazieren.

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                Ich überlege, ob man diesen edlen Schwan als "Viech" bezeichnen kann und in die Fotochallenge eingestellen kann, aber ich verneine die Frage.

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                Ich muss dringend mal austreten und beglückwünsche mich, für das ods Schutzhüttenverzeichnis herausgefunden zu haben, dass am Parkplatz nicht nur ein Wasserhahn, sondern sogar ein Toilettenhäuschen ist. Geöffnet! Mein Boot parkt so lange auf dem Hubschrauberlandeplatz, gleich neben der Markierung.

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                Und hier noch einmal der Unterstand in Merl, am nächsten Tag mit dem Auto fotografiert. Um mal kurz die Beine auszustrecken, reicht er allemal und die Informationen über ein paar Schutzhütten der Region gibt es gleich mit.

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                Zuletzt geändert von Torres; 29.04.2021, 12:42.
                "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                • Torres
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                  • Meine Reisen

                  #48
                  Kloster Stuben und Junger Wald - Neef, Ediger-Eller und Senheim, Mosel

                  Es ist immer noch April und während Hamburg friert, sind hier viel Sonne bei 13 Grad angesagt. Ich hatte mir ein paar nette Schutzhütten an einem Radweg ausgeguckt und da für mich Landschaften grundsätzlich flach sind, überlege ich, vielleicht noch eine Schutzhütte auf der Höhe mitzunehmen. Ein bisschen hoch schieben und dann ins Tal zurück. Klingt nach einem guten Plan.

                  Ich fahre auf der Landstraße Richtung Neef. Heute ist recht viel Verkehr, als würde das Sonnenwetter unnötige Fahrten produzieren. Die Autos sind auch ziemlich schnell unterwegs und der Wind kommt von vorne. Aber ich möchte mich jetzt nicht mit Radwegen verausgaben. Es ist grüner geworden, viele Bäume haben die ersten Blätter bekommen und die Apfelblüte hat begonnen, aber das Foto dazu mache ich dann doch nicht. Die Leitplanke sieht doof aus. Im Ort sollen zwei Schutzhütten sein, und ich nutze die Gelegenheit, mal Nebenstraße zu fahren. Zwei Autofahrer rauschen an mir vorbei, während ich abbiege, die haben wohl Panik, ich könnte sie behindern. Ich steige ab und schiebe das Rad an einen Aussichtspunkt, von dem aus man das Wehr sieht. Das rückt eine Bushaltestelle in meinen Fokus, und ich entscheide, dass sie als Unterstand taugt. Foto.

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                  Im Hintergrund sieht man, dass die Hänge grüner geworden sind. Der Ort ist verlassen, man sieht keine Menschen und angesichts der wärmenden Sonne fühle ich mich wahlweise ein wenig wie in Frankreich oder Italien.

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                  Diesen Baustil mit den in dieser Gegend verfügbaren Grauwacken gefällt mir gut. Das linke Haus ist eine ehemalige Schule und beherbergt die Touristen Information. Sie ist am heutigen Tag geschlossen.

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                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143830130_d847303997_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 896,4 KB ID: 3041544

                  Die Kirche und dahinter vermutlich das ehemalige Pfarrhaus. Die Gemeinden sind hier längst zusammengelegt worden und werden von Zell aus verwaltet. Die Gottesdienste finden dann reihum in den einzelnen Gemeinden statt. Inzwischen sollen die Zuständigkeitsbereiche noch einmal neu geordnet und vergrößert werden.

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                  Auf der anderen Straßenseite sitzt eine Seemannspuppe in Ölzeug auf einem Balkonstuhl. Der Seemann hat einen Schnabel im Gesicht. Gruselig. In Zeiten von Corona bin ich empfindlich, er erinnert mich an den Tod.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142727031_7cdd3d2bfd_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 648,8 KB ID: 3041546

                  An den Häusern die Plaketten der ehemaligen Weinköniginnen. Sie dürften heute fast erwachsene Kinder haben.

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                  Ich bin eine Straße zu früh eingebogen, und so schiebe ich ein Stück an der Straße entlang und da ist sie. Tatsächlich, eine Schutzhütte.

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                  Natürlich ist es eigentlich eher eine Informationshütte. Aber Unterstellen kann man sich hier sehr wohl. Bänke gibt es allerdings keine. Und der vergitterte Teil ist abgeschlossen. Vor der Schutzhütte sind Sitzgelegenheiten.

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                  Und auf der anderen Seite der Straße ist der Brunnenplatz. Laut plätschert das Wasser, und Schautafeln weisen auf die Angebote des Ortes hin.

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                  Ich rätsele ein wenig, wieso bei OSM an dieser Stelle zwei Hütten eingetragen sind. Sie müssten nebeneinander in der Seitenstraße liegen und Richtung Landstraße zeigen, aber es ist nur die eine Hütte vorhanden. Vielleicht zählt der abgeschlossene Teil mit?

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142048197_369760f0aa_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,02 MB ID: 3041551

                  Ich wechsele nun die Straßenseite, um zum Radweg zu kommen.

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                  Im Sommer dürfte hier ein riesiger Rummel sein, ich erinnere mich an brechend volle Weinwirtschaften wenn ich in Richtung Brücke gefahren bin. Heute sehe ich lediglich ein älteres Ehepaar mit Tochter zu ihrem Auto wandern, sie sind aus Düsseldorf. Vermutlich haben sie den Petersberg und die Kapelle besichtigt.

                  Der Wasserstand der Mosel ist ziemlich niedrig. Es ist warm, und es regnet nicht genug. Oben auf dem Berg sehe ich das Kreuz und einen Moment stelle ich mir das Hakenkreuz an dieser Stelle vor, das in der Nazizeit auf dem Berg stand. Ob hier alle Bürger Nazis waren? Wie hat sich das Zusammenleben in dieser Zeit gestaltet? Der Nachbar wird mir am nächsten Tag in dem Zusammenhang erzählen, dass er ein Haus ausgeräumt hat und dort Fotoalben von Alf gefunden hat. Eine Nazigröße hatte ihren Besuch angekündigt und so hat man einen riesigen Turm aus Weinfässern gestaltet und mit Hakenkreuzen versehen. Zudem flog ein Zeppelin über den Ort, ebenfalls mit Hakenkreuzen dekoriert. Auch die Mosel wurde in Flaggen getaucht, damals war sie noch nicht kanalisiert, man konnte da durchlaufen. Er schüttelt den Kopf, wichtig machen wollte man sich.

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                  Sobald es grün wird, stört sogar die Betonbrücke nicht mehr.

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                  Der Berg, auf dem das Kreuz steht, ist also der Neefer Frauenberg. Am Eisenbahntunnel wird gebaut. Es sind Rundbögen zu sehen, aber ich kann nicht erkennen, ob sie freigelegt wurden oder neu sind.

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                  Ich will nun endlich mal vorankommen und gebe Gas, nur um im Augenwinkel zu registrieren, dass hier an der Brücke ein öffentlicher Wohnmobilstellplatz ist.

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                  Das bedeutet, es müsste hier Wasser geben. Ich bremse. Also noch einmal zurück. Ja, es gibt hier Trinkwasser, aber es kostet einen Obolus. Im Moment ist das Wasser abgestellt.

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                  Das ist wohl eher nichts für das Schutzhüttenverzeichnis. Ich wende und bewundere die Wiese nebenan. Ein schönes Gelände.

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                  Ein Mann mit Hund kommt mir entgegen, seine Freundin läuft in etwas Entfernung hinter ihm her. Was für ein Betrieb hier. Und das meine ich ernst, denn weiter vorne steht ein Auto mit picknickenden Touristen und es werden mir noch vier oder fünf Wanderer und zwei E-Biker entgegen kommen.

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                  Das Eulenköpfchen. Von hier aus konnte man bis nach Bullay sehen.

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                  Schroff und faszinierend die Weinberge.

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                  Und immer wieder Abbrüche.

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                  Ich könnte jetzt ständig ein Foto nach dem anderen machen, es ist einfach ein grandioser Anblick, auf Calmont zuzufahren.

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                  Eine Art Seilbahn, um an den Reben arbeiten zu können. Schon der Gedanke lässt mich schwindlig werden.

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                  Und mal wieder Herzchenoptik.

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                  Die Mosel wirkt eher wie die Warnow als wie eine Bundeswasserstraße.

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                  Im hinteren Teil ist an dieser Stelle aufgrund der Verengung sichtbar Strömung. Der Schwan überzeugt durch Eleganz.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142939093_6feed6274c_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,34 MB ID: 3041568

                  Der Calmont türmt sich langsam auf.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142946578_fed279dc58_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 986,8 KB ID: 3041569


                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143508979_e966fa82dc_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,24 MB ID: 3041570

                  Bremm. Ein idyllisch wirkender Ort. Leider wirkt er nur so, denn die Bundesstraße 42 führt durch Bremm. Man hört einen Lastwagen nach dem anderen mit schrillem Motorpfeifen durch den Ort fahren. Als Kind habe ich mal an so einer Strecke gewohnt. Selbst nachts hörte man den schrillen Ton, aber damals fand ich ihn sogar tröstlich. Er zeigte mir, dass die Welt noch da ist und nicht in der Nacht untergegangen ist.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143829235_3dfd3e2af9_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1.011,8 KB ID: 3041571

                  Kurz darauf das nächste Foto, diesmal aus Paddlersicht. Die rote Tonne markiert die Fahrrinne, das heißt der ganze vordere Bereich ist für die Berufsschifffahrt zu flach. Ganz schön eng. Aussteigen könnte man als Kanufahrer hier auch.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143829315_74baaf170d_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,43 MB ID: 3041572

                  Am Berg bewegt sich etwas, und ich vermisse mein Tele. Ich dachte, der Calmont ist noch gesperrt? So steht es zumindest auf der Website. An dieser Stelle ist wohl der Ausgang, denn der Weg scheint nach Bremm zu führen.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143523499_e8bf93d8f8_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 897,2 KB ID: 3041573

                  Und auch hier bewegt sich etwas. Es sind Wanderer unterwegs und zwar nicht wenig. Langsam tasten sie sich vor. Auf dem Bild finde ich sie nicht wieder. Man sah sie vor allem, weil sie bewegte Punkte darstellten, sonst verschmolzen sie mit der Natur.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142726281_2da3f3fbec_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,38 MB ID: 3041574

                  Und dann bin ich bei dem ersten Sightseeing-Point meiner Strecke. Kloster Stuben. Als ich auf dem Petersberg war, war es mir zu weit gewesen. Heute hatte ich mich darauf gefreut. Das Kloster wurde abgebrochen, man brauchte die Steine für den Hausbau. Das ist noch übrig.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142938763_9eee016457_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,08 MB ID: 3041575

                  Es ist jetzt richtig warm geworden, und ich ziehe todesmutig meine Jacke aus. Im T-Shirt Fahrrad fahren. So fühlt sich Frühling an. Immer wieder suche ich den Calmont ab, um Schutzhütten zu entdecken. Aber es gelingt mir nicht. Ist hier auf dem Bild eine? Die Auflösung ist nicht gut genug.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143523484_3b54d09a90_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 869,1 KB ID: 3041576

                  Den Schriftzug nicht vergessen. Es ist schließlich ein Weinberg, der steilste Europas, wie schon erwähnt wurde. Mit bis zu 65 Prozent Steigung ist er auch einer der steilsten der Welt. Der Gipfel ist 380,6 m hoch.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142961328_0cc7447fa1_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 957,0 KB ID: 3041577

                  Hier ist der Fluss so eng, dass außerhalb der Fahrrinne kaum noch Platz ist.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143828960_81dffa4151_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,55 MB ID: 3041578

                  Am Kloster steht ein Nebengebäude, aber zu meiner Enttäuschung ist es keine Schutzhütte, sondern ein vergittertes Nebengebäude, in dem vielleicht Material aufbewahrt wird.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143500559_8ee8df6a98_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 701,3 KB ID: 3041579

                  Blick zurück.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142725891_8072f14fba_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3041580

                  Es ist glühend heiß hier, und ich muss erst einmal etwas trinken. Das Kloster ist mit dicken Drahtstäben vor Vandalismus geschützt. Ich fotografiere durch die Stäbe.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143500804_97c96474bb_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3041581

                  Aha, ich bin jetzt 2,5 km gefahren und habe noch ca. 7 km vor mir. Vielleicht sollte ich mal aufhören zu trödeln? Eine Schautafel.
                  Ein Auto kommt mit knirschenden Reifen angefahren. Anscheinend ist hinter dem Kloster ein Parkplatz. Die Steine spritzen zur Seite, als der Fahrer auf den Parkplatz einbiegt und lässig eine große Kurve fährt. Das Kloster Stuben war wohl eine großen Anlage, die sich den Hügel hochzog. Heute stehen nur noch die Außenmauern der Kirche. Bei Ausgrabungen fand man römische Reste, Reste einer mittelalterlichen Burg und das Nebengebäude mit Material könnte die Kreuzkapelle des 13. Jhs. sein. Aber das untersuche ich jetzt nicht genauer, das junge Paar mit Auto und lauter Musik nervt mich, und ich will weiter. Ich komme bestimmt noch einmal hier her. Und erfreut sehe ich: Der Weg jetzt ist für Autos tabu.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143851595_dc6464058a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 702,1 KB ID: 3041582
                  Zuletzt geändert von Torres; 30.04.2021, 22:16.
                  "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                    • 16.08.2008
                    • 26582

                    • Meine Reisen

                    #49
                    Es ist, als tauche ich nun in eine andere Welt ein. Die Weitblicke an der Mosel und der Blick aufs Wasser machen Platz für einen geschützten Weg am Ufer. Rechts geht es zum Petersberg.

                    3Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23803.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,11 MB ID: 3042298

                    Links macht der Calmont Anstalten, hinter den Bäumen zu verschwinden.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23804.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,32 MB ID: 3042299


                    Wie anders die Natur doch aussieht, wenn der Frühling kommt.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23805.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,34 MB ID: 3042301


                    Ein älterer E-Biker ist soeben an mir vorbeigerast, ich glaube wirklich, die denken, sie fahren Fahrrad, so verbissen, wie sie motorgestützt in die Pedale treten. Man sieht ganz vorne noch seinen Schatten.

                    Die Eisenbahnbrücke rückt näher.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23806.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3042302


                    Kurz darauf eine Weggabelung.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23807.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,94 MB ID: 3042303


                    Radfahren geht schneller als wandern.


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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23808.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,78 MB ID: 3042304

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23809.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,83 MB ID: 3042305


                    Einen Blick auf den Kaiser-Wilhelm-Tunnel erhascht man leider nicht.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23810.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,06 MB ID: 3042306


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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23811.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,72 MB ID: 3042307

                    Der Weg wird nun erheblich schlechter und das erklärt, warum er in den Karten gestrichelt dargestellt wird.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23812.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,55 MB ID: 3042309


                    Als ich diesen Abschnitt sehe, stöhne ich auf - er erinnert mich an die brutalen Steigungen in Lincolnshire, von mir "Klappbrücke" genannt, weil sie sich auftürmen wie Klappbrücken. Das liegt aber in diesem Fall nur an der Perspektive, als ich die Stelle erreiche, ist sie relativ flach.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23813.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,02 MB ID: 3042310


                    Durch die Bäume schimmert Ediger-Eller.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23814.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,58 MB ID: 3042311


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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23815.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,80 MB ID: 3042312

                    Langsam halte ich nun Ausschau nach der ersten Hütte. Zwei Stück sollen hier am Weg sein.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23816.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,65 MB ID: 3042313


                    Und sehe: Nichts.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23817.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,75 MB ID: 3042314


                    Hier könnte sie gestanden haben, denn auf der anderen Seite des Weges ist kein Platz.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23818.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,79 MB ID: 3042315

                    Ein altes Ehepaar heizt an mir vorbei, er festentschlossen dynamisch, sie ängstlicher Anschluss wahrend. An der Rollenverteilung hat sich anscheinend wenig geändert. Früher quälte sie sich hinterher, während er lässig vorfuhr und sich ärgerlich umsah, wo sie denn bleibt. Heute erwartet er selbstverständlich, dass sie hinterherkommt, sie haben schließlich den gleichen Motor.

                    Ich checke noch mal, ob ich irgendetwas übersehen habe. Nein, hier ist keine Hütte mehr. Aber der Platz wäre geeignet.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23819.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,58 MB ID: 3042316

                    Vielleicht wird hier ja eine neue Hütte gebaut. Etwas später sehe ich dann doch noch eine Hütte. Naja, eine Ruine. Freiwillig Schutz suchen würde ich da nicht.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23820.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,52 MB ID: 3042317

                    Hier wäre eigentlich auch ein netter Hüttenplatz.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_23822.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,94 MB ID: 3042318


                    Ich vermute aber, das Gelände ist privat.

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Name: image_23823.jpg
Ansichten: 46
Größe: 1,61 MB
ID: 3042319



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Ansichten: 45
Größe: 1,02 MB
ID: 3042321


                    Die Fachwerkhäuser von Ediger sollen sehr hübsch sein. Und der Ort hat einen Wasserwanderrastplatz. Zu erkennen an dem gelben Symbol über der Schautafel. Laut Internet ist hier auch ein Bootsverleih.

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Ansichten: 45
Größe: 746,1 KB
ID: 3042329


                    Das bedeutet, hier muss die zweite Schutzhütte sein. Wieder spähe ich angestrengt nach rechts. Nichts.

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Ansichten: 46
Größe: 1,37 MB
ID: 3042340


                    Eine Bootsanlegestelle. Hier muss eine Hütte sein. Vor meinem geistigen Auge tauchen imaginäre Paddler auf, die hier ein Picknick machen.


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Ansichten: 46
Größe: 1,22 MB
ID: 3042341


                    Ich gehe ein paar Schritte weiter. Und was ich nun sehe, kommt doch etwas unerwartet. Ein Häuschen.

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Ansichten: 47
Größe: 1,49 MB
ID: 3042342


                    Aber nicht irgendeins! Es ist die Schutzhütte der ehemaligen Wagenfähre Ediger.

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Name: image_23829.jpg
Ansichten: 47
Größe: 1,46 MB
ID: 3042343


                    In der Schutzhütte hängen vergilbte Bilder von der ehemaligen Wagenfähre und eine Schautafel klärt auf. Bei Eisgang war es eine besondere Herausforderung, dass die Fähre nicht vom Eis mitgerissen wird, so dass man um sie herum einen Meter Eis entfernte, um sie zu sichern. Sie war die einzige Verbindung zur anderen Seite der Mosel - also dem Teil, auf dem ich mich befinde - , wo immerhin 390 Hektar Land lagen, darunter 18 ha Ackerland, das zu Ediger gehörte. 1857 wurde an der Mosel Rittwege angelegt, die Fähranlegestellen (Fährköpfe) errichtet und die Pont, das Hochseil, angeschafft. Es war also eine Ponte, eine Hochseilfähre, die von der Strömung angetrieben wurde. Der Fährmann war Pächter und lebte ausschließlich von der Fährverbindung. 1951 wurde in Eller noch eine neue Fähre angeschafft, zu der Zeit gab es an der Mosel über 50 Hochseilfähren. Anfang der 60iger Jahre es letzten Jahrhunderts brach der Fährkopf und wurde außer Dienst gestellt (Quelle: Die Schautafel). Eine Quelle im Netz gibt an, sie sei vermutlich noch 1965 in Betrieb gewesen, doch ist unklar, ob es wirklich die Fähre Ediger und nicht die Fähre Eller ist (www.fjordfaehren.de). Das Betreiben der Ponten verlor nun aber überall an Bedeutung oder wurde aufgrund des Moselausbaus aufgegeben. Die Moselbrücke Senhals-Senheim, nur eine Ortschaft weiter, wurde 1965 - 1967 errichtet, die Moselbrücke Neef - Bremm 1971.

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Ansichten: 47
Größe: 1,05 MB
ID: 3042344


                    Einen Moment versuche ich mir vorzustellen, wie die Menschen damals in dieser Hütte gesessen und mit Arbeitsgerät, Pferd und Wagen in dieser Hütte gewartet haben, um von der Arbeit nach Hause zurückzukehren. Um Klimawandel musste man sich da noch keine Sorgen machen, dafür hatte man sicherlich andere Sorgen. Ich kenne die Distanzen, die sie ummotorisiert zu bewältigen hatten. Was sie wohl gedacht hätten, wenn man ihnen erzählt hatte, dass heute selbst die Fahrräder mit Strom fahren?

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Ansichten: 47
Größe: 1,26 MB
ID: 3042345
                    Zuletzt geändert von Torres; 02.05.2021, 22:05.
                    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                      • Meine Reisen

                      #50
                      So, es hat wieder die Bilder nicht mehr gespeichert. Es reicht! Danke an die Leser. Ich mache diese Kacke nicht mehr mit. Reiseberichte dann eben nur noch für mich.

                      Edit vom 02.05.2021
                      Nach zwei Tagen scheint es endlich gelungen zu sein, den Beitrag zu reparieren, mit Unterstützung von Lina, siehe unten die Anmerkung. Der Text von oben ist jetzt Stand heute doppelt enthalten, das war ein weiterer Versuch, zu reparieren. Der Versuch heute, war dann erfolgreich. Ich schätze den Aufwand auf ca. 10 Arbeitsstunden....
                      Zuletzt geändert von Torres; 02.05.2021, 22:36.
                      "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                        • 16.08.2008
                        • 26582

                        • Meine Reisen

                        #51
                        Es ist, als tauche ich nun in eine andere Welt ein. Die Weitblicke an der Mosel und der Blick aufs Wasser machen Platz für einen geschützten Weg am Ufer. Rechts geht es zum Petersberg.

                        3 ________ Weinstöcke

                        Links macht der Calmont Anstalten, hinter den Bäumen zu verschwinden.

                        4 ________ hellgrüner Busch links


                        Wie anders die Natur doch aussieht, wenn der Frühling kommt.

                        5 ________ vlnr: Baum, Weg, Weinberg


                        Ein älterer E-Biker ist soeben an mir vorbeigerast, ich glaube wirklich, die denken, sie fahren Fahrrad, so verbissen, wie sie motorgestützt in die Pedale treten. Man sieht ganz vorne noch seinen Schatten.

                        Die Eisenbahnbrücke rückt näher.

                        6 ________ Viadukt in Grün


                        Kurz darauf eine Weggabelung.

                        7 ________ Schilder


                        Radfahren geht schneller als wandern.


                        Nr. 8 ________ Sonne hinter Bäumen



                        9

                        Einen Blick auf den Kaiser-Wilhelm-Tunnel erhascht man leider nicht.


                        10


                        11

                        Der Weg wird nun erheblich schlechter und das erklärt, warum er in den Karten gestrichelt dargestellt wird.


                        12

                        Als ich diesen Abschnitt sehe, stöhne ich auf - er erinnert mich an die brutalen Steigungen in Lincolnshire, von mir "Klappbrücke" genannt, weil sie sich auftürmen wie Klappbrücken. Das liegt aber in diesem Fall nur an der Perspektive, als ich die Stelle erreiche, ist sie relativ flach.


                        13

                        Durch die Bäume schimmert Ediger-Eller.


                        14


                        15

                        Langsam halte ich nun Ausschau nach der ersten Hütte. Zwei Stück sollen hier am Weg sein.


                        16

                        Und sehe: Nichts.


                        17

                        Hier könnte sie gestanden haben, denn auf der anderen Seite des Weges ist kein Platz.


                        18

                        Ein altes Ehepaar heizt an mir vorbei, er festentschlossen dynamisch, sie ängstlicher Anschluss wahrend. An der Rollenverteilung hat sich anscheinend wenig geändert. Früher quälte sie sich hinterher, während er lässig vorfuhr und sich ärgerlich umsah, wo sie denn bleibt. Heute erwartet er selbstverständlich, dass sie hinterherkommt, sie haben schließlich den gleichen Motor.

                        Ich checke noch mal, ob ich irgendetwas übersehen habe. Nein, hier ist keine Hütte mehr. Aber der Platz wäre geeignet.


                        19

                        Vielleicht wird hier ja eine neue Hütte gebaut. Etwas später sehe ich dann doch noch eine Hütte. Naja, eine Ruine. Freiwillig Schutz suchen würde ich da nicht.


                        20


                        21

                        Hier wäre eigentlich auch ein netter Hüttenplatz.


                        22

                        Ich vermute aber, das Gelände ist privat.


                        23


                        24

                        Die Fachwerkhäuser von Ediger sollen sehr hübsch sein. Und der Ort hat einen Wasserwanderrastplatz. Zu erkennen an dem gelben Symbol über der Schautafel. Laut Internet ist hier auch ein Bootsverleih.


                        25

                        Das bedeutet, hier muss die zweite Schutzhütte sein. Wieder spähe ich angestrengt nach rechts. Nichts.


                        26

                        Eine Bootsanlegestelle. Hier muss eine Hütte sein. Vor meinem geistigen Auge tauchen imaginäre Paddler auf, die hier ein Picknick machen.


                        27

                        Ich gehe ein paar Schritte weiter. Und was ich nun sehe, kommt doch etwas unerwartet. Ein Häuschen.


                        28

                        Aber nicht irgendeins! Es ist die Schutzhütte der ehemaligen Wagenfähre Ediger.


                        29

                        In der Schutzhütte hängen vergilbte Bilder von der ehemaligen Wagenfähre und eine Schautafel klärt auf. Bei Eisgang war es eine besondere Herausforderung, dass die Fähre nicht vom Eis mitgerissen wird, so dass man um sie herum einen Meter Eis entfernte, um sie zu sichern. Sie war die einzige Verbindung zur anderen Seite der Mosel - also dem Teil, auf dem ich mich befinde - , wo immerhin 390 Hektar Land lagen, darunter 18 ha Ackerland, das zu Ediger gehörte. 1857 wurde an der Mosel Rittwege angelegt, die Fähranlegestellen (Fährköpfe) errichtet und die Pont, das Hochseil, angeschafft. Es war also eine Ponte, eine Hochseilfähre, die von der Strömung angetrieben wurde. Der Fährmann war Pächter und lebte ausschließlich von der Fährverbindung. 1951 wurde in Eller noch eine neue Fähre angeschafft, zu der Zeit gab es an der Mosel über 50 Hochseilfähren. Anfang der 60iger Jahre es letzten Jahrhunderts brach der Fährkopf und wurde außer Dienst gestellt (Quelle: Die Schautafel). Eine Quelle im Netz gibt an, sie sei vermutlich noch 1965 in Betrieb gewesen, doch ist unklar, ob es wirklich die Fähre Ediger und nicht die Fähre Eller ist (www.fjordfaehren.de). Das Betreiben der Ponten verlor nun aber überall an Bedeutung oder wurde aufgrund des Moselausbaus aufgegeben. Die Moselbrücke Senhals-Senheim, nur eine Ortschaft weiter, wurde 1965 - 1967 errichtet, die Moselbrücke Neef - Bremm 1971.


                        30

                        Einen Moment versuche ich mir vorzustellen, wie die Menschen damals in dieser Hütte gesessen und mit Arbeitsgerät, Pferd und Wagen in dieser Hütte gewartet haben, um von der Arbeit nach Hause zurückzukehren. Um Klimawandel musste man sich da noch keine Sorgen machen, dafür hatte man sicherlich andere Sorgen. Ich kenne die Distanzen, die sie ummotorisiert zu bewältigen hatten. Was sie wohl gedacht hätten, wenn man ihnen erzählt hatte, dass heute selbst die Fahrräder mit Strom fahren?


                        31
                        "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                        • Torres
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                          • 16.08.2008
                          • 26582

                          • Meine Reisen

                          #52
                          Hallo lina,

                          danke, dass Du Dir so viel Mühe gemacht hast, den Beitrag zu retten. Das ist sehr nett von Dir. Leider sind die Bilder trotz stundenlanger Arbeit mit mehrfachem Hochladen und Neueinstellen des Beitrages immer noch mit ungewollten Anhängen versehen und im Browser ohne Anmeldung bei ods immer noch nicht sichtbar. Ich dachte, ich hätte alle Tücken dieser Software hinter mir, aber man erlebt immer wieder etwas Neues.
                          Nun weiß ich, dass Du neugierig bist, wie es weitergeht. Allerdings möchte ich mir nicht noch einmal den Tag damit versauen. Ich versuche es dann heute Abend noch mal mit der Fortsetzung, versprochen.
                          "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                          • Torres
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                            • 16.08.2008
                            • 26582

                            • Meine Reisen

                            #53
                            Während ich gerade in der Schutzhütte mein Smartphone wegpacke, fährt ein Radfahrer an mir vorbei, gefolgt von einem agilen, aber bestimmt schon 70jährigen Mann. Er hat geschoben, hält jetzt vor der Hütte und kramt in den Packtaschen. Wir erschrecken uns beide, als wir uns sehen. Immerhin, ich bin begeistert, ein richtiges Fahrrad, 28er Reifen, ein wenig klapprig, ganz dünnes Oberrohr, wie ein Fahrrad halt sein muss. Ich warte noch ein wenig, um ihnen den Vortritt zu lassen, kurz fahren sie, dann bleiben sie wieder stehen. Ich werde mit meiner Fotografiererei langsamer sein, also warte ich noch einmal. Vater, komm, sagt der Sohn ein wenig ungeduldig, ich schätze ihn auf Mitte, Ende vierzig. Er gibt Gas und der Vater fährt hinterher, ein Stein bringt das Hinterrad ins Schleudern, wie gut ich das kenne, er schlingert ein wenig und fährt dem Sohn zügig hinterher.

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ID: 3042181

                            Links neben mir sehe ich nun verfallene Hütten, die wirklich nichts für ein Hüttenverzeichnis sind. Möglicherweise waren das die Wirtschaftshütten und Unterstände der Menschen, die aus Ediger-Eller mit der Fähre kamen und hier das Gelände bewirtschafteten.

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                            Campingplatz

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                            Noch einmal hole ich die beiden ein.

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                            Aber dann kommt eine Wegkreuzung und ich möchte mich orientieren.

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ID: 3042185

                            Rechts geht es zum Hochkessel. Hochkessel ist der Hügel, der sich zwischen Neefer Talbach und Mosel bei Ediger-Eller emporwölbt. 421 Meter. Ich erinnere den Wegweiser an der Hütte in der Nähe des Neefer Kreuzes. Die von mir gesuchten Schutzhütten liegen Richtung Senheim. Also weiter.

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                            Wieder eine Abzweigung.

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ID: 3042187

                            Verlockend lächelt mich der Radweg an, der flach in Richtung Senheim führen wird. Allerdings schien mir jeder Weg aus Richtung Senheim extrem steil zu sein, und ich entscheide mich den vermeintlich kürzeren und einfacheren Weg rechts zu nehmen. Ein paar Mal schaue ich noch neidisch ins Tal.

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                            Es ist ja nicht das Schieben, sondern die Tatsache, dass der Waldweg nun sehr steinig und von Ästen übersät ist. Er sieht zwar schön aus, aber mit Fahrrad ist er nicht erfreulich zu begehen.

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                            Ein kleiner Hindernisparcours ist von Zeit zu Zeit auch zu bewältigen. Aber jetzt ist es zu spät, um umzukehren. Da muss ich jetzt durch.

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ID: 3042190

                            Erwähnte ich schon, dass neben mir ein wunderschöner Weg entlang führt. Unten im Tal?

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                            Immerhin - ich hoffe es sind Buchen - haben die Blätter einen wunderbaren Ton. Sie sehen in Wirklichkeit etwas blasser aus und entsprechen genau dem Farbton meines Vaude Chapels. Ach ja, mal wieder Zelten gehen, seufz.

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                            Und ein bisschen Mosel ist auch zu sehen.

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                            Eine Schutzhütte für andere Wesen kommt in meinen Blick, und ich denke sofort an lina. Das ist ein lina-Motiv und bin mir sicher, auch sie würde spekulieren, ob es nun eine Schutzhütte für Minivögel oder etwas ein Briefkasten ist.

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                            Ich tippe ja auf Briefkasten.

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ID: 3042196

                            Nochmal ein wenig Moselblick.

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                            Und dann geht es weiter und weiter und weiter und weiter und weiter. Über Stock und Stein, der Boden unter dem Laub aufgelockert durch Wildscheine. Ohne Fahrrad begehbar, mit Fahrrad Mist.

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ID: 3042198




                            "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                            • Torres
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                              • 16.08.2008
                              • 26582

                              • Meine Reisen

                              #54
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ID: 3042283

                              Irgendwann denke ich, ich könnte jetzt langsam oben sein.

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ID: 3042285

                              Laut lärmen die LKW im Tal.

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ID: 3042284

                              Der Weg wird noch schlechter. Man sieht es auf den Fotos nicht so, aber man muss aufpassen, wo man hintritt.

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ID: 3042286

                              Links von mir geht es auch ganz schön abwärts.

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ID: 3042287

                              Noch mehr Steine.

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ID: 3042288

                              Schön hier.

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ID: 3042289

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ID: 3042290

                              'Das müsste jetzt eigentlich der Kammweg sein. Gleich bin ich oben.

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ID: 3042291

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ID: 3042292

                              Nein, bin ich nicht. Taubengrün ist übrigens Naturschutzgebiet, habe ich später irgendwo gelesen.

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ID: 3042293

                              Weiter geht es geradeaus. Ich bin jetzt auf Weg 2. Was auch immer das bedeuten soll.

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                              Zuletzt geändert von Torres; 02.05.2021, 21:01.
                              "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                              • Torres
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                                • 16.08.2008
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                                • Meine Reisen

                                #55
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ID: 3042875

                                Der Himmel wird blauer und langsam keimt Hoffnung auf.

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ID: 3042876

                                Eine Hütte gerät in mein Blickfeld.

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ID: 3042877

                                Sie ist keinem meiner Verzeichnisse enthalten und so schiebe ich das Rad weiter, um mich dann doch wieder umzuentscheiden. Ich lehne das Rad an einen Baum und laufe zurück, wie leicht das ohne Fahrrad geht. Die Hütte ist verschlossen. Vorne stehen Bänke, hinten der Hütte liegen unter einer Überdachung Schaumstoffe und Gartenmöbel. Das sieht privat aus.

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ID: 3042878

                                Und dann naht die Höhe.

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                                Ich habe für dieses kurze Stück exakt eine Stunde gebraucht.

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ID: 3042881

                                Gerne würde ich jetzt rechts in den Weg abbiegen, aber ein Blick auf die Karte zeigt, dass da keine Schutzhütte ist. Die ist rechts. Ich beschließe, jetzt mal kurz zu gucken und mir offen zu halten, ob ich ihn nehme oder nicht. Im Nachhinein betrachtet, wäre es aber schlau gewesen, ihn zu nehmen, denn er hätte mich ins Neefer Bachtal gebracht und auf der ebenen Landstraße in Windeseile zurück. Aber das wäre ja einfach gewesen. Am Abend beschließe ich aber, von jetzt an die gedruckten Karten mitnehmen, auf OSM sind einfach zu wenig Wege drauf und die Apps bieten die Übersicht nicht so wie die Karte. Aber noch bin ich nicht so weit. Also links herum. Ich bin übrigens Auf der Schob.

                                Ein wenig komme ich mir vor, als würde ich gerade einen alpinen Pass durchfahren.

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ID: 3042882

                                Man muss von Zeit zu Zeit seine Heldentaten ein wenig aufwerten. Ich gebe zu, dass ich bereits ein wenig müde bin. Aber jetzt einfach zurückzufahren nach diesem Aufstieg, käme einer Kapitulation gleich. Und dann bin ich auf der Höhe und es ist alles plötzlich so lieblich, die Sonne scheint und es ist warm. Was für ein schöner Ort.

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ID: 3042883

                                Fast bin ich versucht, mich auf die Wiese zu legen, die Augen zu schließen und mir Geschichten auszudenken. So habe ich das als Kind immer gemacht. Aber da war noch was. Genau. Hier muss eine Hütte sein. Nur wo? Mindestens 6 Wanderwege treffen sich hier, das passt. Und dann ahne ich sie mehr, als ich sie sehe.

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ID: 3042884

                                Auf dem Bild ist es ziemlich klar, in der Realität nur ein Schatten, ein Baum, der ein wenig zu dick ist.

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ID: 3042885

                                Leise plätschert der Bach, doch Barlauch gibt es hier keinen. Sie sieht so verwunschen und verträumt aus, dass ich mich sofort in sie verliebe.

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ID: 3042886

                                Das perfekte Tiny House. Sicherlich war das früher die Hütte der Feld- und Forstarbeiter an diesem Platz. Diese Hütte gehört zu Senheim, das auf dieser Seite unten im Tal liegt. Und sie liegt im Hunsrück.

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ID: 3042887

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ID: 3042888

                                Und die Sonne scheint so schön und ich denke, ach, es ist doch erst kurz nach fünf, die nächste Hütte kann nicht weit sein. Und da steht ja auch schon die nächste Hütte angeschrieben. Ich versenke mich in meine Apps, um zu sehen, wie weit das ist, scheint zu gehen.

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ID: 3042889

                                Vielleicht erwische ich sogar noch die Dritte, die es hier gibt. Ein Rennradler, ohne Motor, hält neben mir, ob ich was suche. Ja, die nächste Hütte. Ja, eigentlich ist die da oben, er deutet auf den Hügel, aber da kommt man so nicht hin, man muss einmal rum fahren. Alles klar, danke. Er ist kein Einheimischer, eher Süddeutscher, ob er einen nicht so steilen Weg Richtung Bullay - Merl weiß. Er zuckt mit den Schultern, naja. Ich zeige auf die Wege, die meisten gehen nach Neef, das wäre runter ins Tal und dann wieder hoch, oder? Der Beste wäre wohl der hinter der Hütte, meint er, direkt dahinter und dann immer geradeaus. Ich frage nochmal nach, da wo das Durchfahrt verboten-Schild ist? Ja, der Weg. Im Nachhinein frage ich mich, ob er die anderen eigentlich kannte. Aber vielleicht wäre die Beschreibung auch zu kompliziert gewesen und er war noch nie in Neef. Er fragt noch, ob ich von Sensheim hochgekommen wäre, das ist ja ziemlich knackig. Nein, aus Richtung Kloster Stuben und auch hier bin ich mir nicht sicher, ob er den Weg kannte, denn er hätte bestimmt nicht diesen Weg hochgeschoben, er wäre in den Ort und von dort die Serpentinen hoch, wie ich heute weiß.

                                Auf jeden Fall war das Gespräch nett, und mit neuer Energie biege ich in den Weg ein. Irgendwo da oben liegt die Nummer 2.

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ID: 3042890



                                "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                • Torres
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                                  • 16.08.2008
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                                  • Meine Reisen

                                  #56
                                  Leider muss ich wieder schieben, aber das ist ganz in Ordnung.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143856850_656c4bc846_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,68 MB ID: 3042946

                                  Der Weg ist angenehm fest, die Vögel zwitschern und es riecht nach Natur. Das Wochenendhaus hat etwas von fernen Ländern.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143529074_3e7fb14d0c_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3042947

                                  Und ich laufe und laufe, und als ich gerade überlege, ob ich nicht doch einfach umkehre, ist da ein Schild.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142969593_46008787b6_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,95 MB ID: 3042948

                                  Ja super. Das war doch gar nicht so weit. Und der Zugang ist vielversprechend.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143498879_f7b99d517a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,96 MB ID: 3042949

                                  Kaum schaue ich über die Kuppe, bin ich etwas verdutzt. Ich hätte jetzt eigentlich eine große Anlage erwartet. Und sehe nichts.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142724051_8e664be199_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,92 MB ID: 3042950

                                  Ich schiebe noch ein, zwei Meter, dann lehne ich das Fahrrad an den Baum. Und bekomme plötzlich eine Ahnung, wo sie ist.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142724066_a57b16fe77_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3042951

                                  Und ich habe Recht.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143827030_fad72516b5_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,67 MB ID: 3042952

                                  Vor der Hütte sitzt der Grillmeister auf seinem Stuhl. Möglicherweise Herr Hubertus selbst. Es ist die Hubertushütte.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143857135_665b21e740_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,47 MB ID: 3042953

                                  Im Sommer ist hier was los.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143857190_9f91901800_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,33 MB ID: 3042954

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143857175_f2834fc660_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,16 MB ID: 3042955

                                  Die vorderen Seite ist mit Plane abgespannt, als Wind- und Regenschutz, vermute ich. Neben der Hütte schaut man auf die Eifel, der Abhang ist sehr steil.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142075717_c45a610736_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,81 MB ID: 3042956

                                  Wohl deshalb hat man vor der Hütte einen windschiefen, wackeligen Zaun angebracht. Besoffen sollte man hier nicht zunahe kommen oder "Wer pinkelt am weitesten"-Spielchen machen. Das könnte schief gehen.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142967098_eeb82bf2b2_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,77 MB ID: 3042957

                                  Schon eine schöne Ecke hier, wenn man sie für sich hat.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143857520_0f88729db9_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,93 MB ID: 3042958

                                  Der Anblick hat mich so beglückt, dass ich Hütte Nr. 3 suche. Leider versagt meine App wieder total, weil OSM keine Wege eingezeichnet hat. In der Nähe der Kuppe ist auch ein kleiner Weg, aber das dürfte die falsche Richtung sein. Ich muss zurück zu meinem Ausgangsweg. Aber ich kombiniere schlau: Es ist ein gut ausgebauter Rundwanderweg. Er wird garantiert zu Hütte 3 führen und wieder unten an der Hütte herauskommen, die ich als Nummer 1 bezeichne. Und zurück geht ja viel schneller, also kommt es auf den kleinen Umweg nicht mehr an. Ich schaue noch einmal sorgfältig, ob ich nichts übersehen habe. Nein. Und setze mich in Bewegung.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142755416_37fed6b8a6_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,94 MB ID: 3042959

                                  Links sehe ich ein steiles, laubbedecktes breiteres Stück auf die Höhe führen, das könnte der gestrichelte Pfad sein, der zu dem Weg führt. Ich schaue noch mal. Auf OSM ist nichts drauf, auf der neueren Karte auch nicht, der älteren Karte ist er in gestrichelter Form. Aber ich bin zu müde für Experimente. Ich bin mir sicher, dass der Weg (den auf OSM im Nichts endet) oben nach links zu der Hütte führt. Ich stärke mich mit etwas Mineralwasser, es ist warm hier oben und mein Mund ist trocken. Und fahre mal ein kurzes Stück und schiebe weiter.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142967573_f402b66e68_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3042960

                                  Immerhin, es geht geradeaus. Der Weg ist vorhanden, und er hat ein Ziel.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143858030_9cc5e9d23d_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,83 MB ID: 3042961

                                  Als ich an eine Wiese komme, die direkt neben einem Hochstand liegt, bin ich etwas verwundert. Ich hatte keine Hochebene erwartet. Wieder einmal orte ich mich und muss feststellen, dass ich hier keinen Empfang habe. Der Zeiger liegt im Nichts. Vom Gefühl her müsste hier aber jetzt die Hütte sein, wenn ich das mit der Distanz zur Hütte 2 vergleiche. Ich schiebe noch ein wenig und bin nicht wenig überrascht, als ich sie sehe: Hütte 3.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142755331_c3084e1328_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,53 MB ID: 3042962

                                  Und wie komme ich jetzt da hin? Es gibt keinen Weg. Ich bin jetzt in einem Stadium, wo mir alles egal ist und so schiebe ich mein Rad über die Wiese und pflüge durchs Unterholz.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142076702_7333a31511_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,65 MB ID: 3042963

                                  Hallo! Wie geht's, wie steht's?

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143530514_2e1db13ada_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,36 MB ID: 3042964

                                  Durch die Bäume schimmert die Mosel.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142723666_352d88dd27_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,90 MB ID: 3042965

                                  Die Hütte wirkt freundlich und nach Lachen und guter Laune. Auch Kunst im öffentlichen Raum findet man.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143530144_d8835d3af7_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,03 MB ID: 3042966

                                  Schön hier.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142967998_739fa00f21_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,51 MB ID: 3042967

                                  Hunsrück-Mosel-Eifel-Blick.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143858525_113c191c7b_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,48 MB ID: 3042968

                                  Fast bin ich ein wenig enttäuscht, dass ich jetzt am Ende meiner Entdeckungsreise bin. Es waren wirklich schöne Hütten heute.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143530994_78bb53a8ad_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,78 MB ID: 3042969

                                  Durch Zufall entdecke ich noch, dass ein Wegweiser einen Pfad in Richtung Hubertushütte anzeigt. Ich kann zwar keinen erkennen, aber suchen will ich ihn jetzt auch nicht.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143858905_20101b9d7a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,86 MB ID: 3042970

                                  Ich verlasse den Bereich nun an anderer Stelle, dort ist das Gras recht ausgetreten und weist kahle Stellen aus, anscheinend ist das der lange nicht mehr begangene Zugangsweg. Wieder orte ich mich und immer noch funktioniert meine App nicht. Der Zeiger landet im Nichts. Ich bin so verwirrt, dass ich vergesse, ein Foto zu machen. Wenn mich jetzt mein Handy im Stich lässt, habe ich ein Problem. Und dann kommt mir ein wahnsinniger Gedanke. Was ist, wenn das gar nicht Hütte 3 ist? Ich öffne meine Landkartenapps. Und tatsächlich. Die Hütte liegt nicht direkt bei Senheim, die liegt viel weiter rechts. Sie gehört zwar noch zu Senheim, aber sie liegt an einem Wanderpfad, der gar nicht zu Hütte 3 führt. Also muss ich hier noch einmal hin. Aber für heute ist Schluss. Jetzt geht es erst einmal bergab. Für den Aufstieg mit Hüttenbesuchen habe ich fast eine Stunde gebraucht, nun bin ich in 12 Minuten wieder zurück. Und wieder riecht es nach Sommer, und die Sonne strahlt und es ist warm.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143531354_2a1d6fdd77_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,10 MB ID: 3042971

                                  Für aufwändige Recherchen fehlt mir jetzt der Sinn. Wenn ich mir die Richtung so grob anschaue, kann der Weg nicht falsch sein, und er ist sicher auch kein holperiger Pfad mit umgestürzten Bäumen. Dann los.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143531334_13b1a26234_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,78 MB ID: 3042972
                                  "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                  • Torres
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                                    Liebt das Forum
                                    • 16.08.2008
                                    • 26582

                                    • Meine Reisen

                                    #57
                                    Das erste Stück fahre ich noch. Und dann schiebe ich.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142936218_c55a4b382a_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,59 MB ID: 3043014

                                    Ich bin immer noch im T-Shirt und die Sonne brennt. Schön wäre es jetzt, wenn die Hügel kleine Fähnchen trügen, damit man weiß, wo man ist.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142723541_d24ac65d49_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,45 MB ID: 3043015

                                    Ein kleines Glücksgefühl. Da links ist die Eifel, Solling heißt der vermutlich, ich erkenne die Bäume. Und das ist das Ankerbachtal? Ich glaube schon.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142968533_4dac569f89_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,07 MB ID: 3043016

                                    Irgendwo dazwischen liegt die Mosel.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143531304_2cd28adc6c_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,53 MB ID: 3043017

                                    Das da oben könnte die Hochebene zwischen Neef und Apostrophhütte sein. Genau weiß ich das aber nicht. Auf jeden Fall liegt hinter den Tannenbäumen an der Wiese die Mosel.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143859315_d04f4842fd_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 562,6 KB ID: 3043018

                                    Ganz hinten dürfte der Calmont sein.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142756606_18b89338f9_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,04 MB ID: 3043019

                                    Ein Waldstück und ich sehe, ich bin auf der 5. Das wird mir erst zu Hause etwas sagen, als ich mir die Wanderkarte anschaue. Ich weiß im Moment nur, dass ich jetzt irgendwie hochschiebe und gleich ins Tal fahren kann. Hoffe ich.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142756746_9a2bb88c5c_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,67 MB ID: 3043020

                                    Die Höhe ist in Sicht, denke ich.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143498099_fce597cd2a_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,40 MB ID: 3043021

                                    Von wegen. Der Weg macht einen ausgiebigen Schlenker, und ich schiebe weiter.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142936063_0b3c228cda_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,47 MB ID: 3043022

                                    Es ist alles nur ein bisschen staubiger hier. Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143531559_b51ba738d3_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,03 MB ID: 3043023

                                    Zur Abwechslung mal wieder ein paar Bäume.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142077732_619c446572_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,78 MB ID: 3043024

                                    Und die Freunde zeigen eine Gaspipeline an, hat man mir gesagt.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142723156_1744e0e97a_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,77 MB ID: 3043025

                                    Andere Richtung: Hat was.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143826165_b025288615_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,54 MB ID: 3043026

                                    Ein Schild, ein Schild.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143531719_cca7d12b20_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,70 MB ID: 3043027

                                    Und was sehen meine müden Augen: Jaaah, das klingt doch nach Heimat. Da bin ich doch schon fast zurück. Wobei - ist das jetzt ein Apostroph oder nicht? Ich habe etwas zu Grübeln.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143531764_07e0ddece9_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 768,0 KB ID: 3043028

                                    Einen Tag später frage ich den Nachbarn, ob es hier nicht noch andere Sehenswürdigkeiten gibt oder ob hier nur Alkoholiker herumlaufen. Er schaut etwas betreten, naja, ist halt schön dort, da will man gerne hin. Ja, war ja nicht so gemeint, ich hätte nur eher irgendwas mit Kultur oder so erwartet, aber da fällt mir tatsächlich nichts ein. Ist eben eine echte Landmarke, geographisch gesehen.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143826075_4de48f9192_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 1,87 MB ID: 3043029

                                    Und ich schiebe. Oh, neue Schreibweise.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143859875_c03b14947a_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 877,5 KB ID: 3043030

                                    Welche Abzweigung? Keine Ahnung. Lieber den Wegweisern folgen. Und schieben.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142969323_aa719a3b82_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,89 MB ID: 3043031

                                    Und dann habe ich keine Lust mehr. Ich bin einfach müde, kaputt, fertig. Am liebsten würde ich "Mama" rufen, aber das hat mir damals schon nichts genutzt, in den Kinderwagen durfte ich trotzdem nicht. Vor meinem geistigen Auge tauchen endlose Spaziergänge auf, wo ich mich hinterher geschleppt habe. Ich konnte dann wirklich nicht mehr, das war keine Simulation, aber man hatte einfach keine Chance, außer alleine zurückzubleiben, und so hat man die letzten Reserven mobilisiert. Ich überlege, wie viele Eltern heute ihre Kinder schonen, weil sie die Kinder nicht überfordern wollen, wie hätte ich mir das auch gewünscht. Aber vielleicht ist das der Grund, warum ich dann doch immer Reserven mobilisiere, die ich gar nicht kannte, ich bin es so gewohnt. Und so nutze ich die 5 um einmal tief durchzuatmen. Muss jetzt weitergehen, hier findet mich niemand, der mich nach Hause fahren könnte.

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                                    Noch weiß ich nicht, dass mich diese Überwindung des Tiefs ein paar Tage später motivieren wird, ein weiteres Tief zu überwinden und dass dieser ganze Tag ein Training für eine weitere Herausforderung sein wird.

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                                    Ich bin jetzt also auf dem Jakobsweg, das ist gut zu wissen, auch wenn ich immer noch nicht genau durchschaue, wie mein Weg verlaufen wird. Aber wird schon stimmen.

                                    Schieben. Und dann komme ich an eine Kreuzung. Ich entscheide mich für rechts. Das sieht vernünftig aus. Fahren!

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                                    An der nächsten Ecke steht ein Kreuz. Auch ein paar Bänke sind dort. Ich bin an der 410 angelangt. Das weiß ich da noch nicht. Erst der Nachbar wird mir am nächsten Tag erzählen, dass ich vermutlich über die 410 gekommen bin und ein Spaziergänger wird fast eine Woche später bestätigen, dass das die 410 ist. 410, weil die Stelle 410 Höhenmeter hoch ist.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143497609_118bbe395b_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 1,76 MB ID: 3043035

                                    Auf die 410 fährt man gerne mit dem E-Bike und dann wieder runter.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143497564_7454663c73_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 1,80 MB ID: 3043036

                                    Ein wahrer Schilderwald erwartet mich.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143860055_1b13a014fb_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 1,29 MB ID: 3043037

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143825705_88832485fa_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 1,38 MB ID: 3043038

                                    Und während ich versuche, herauszufinden, wo ich gerade bin und mich meditativ in meine digitalen Karten versenke, kommt wie im Western von links ein Trupp Cowboys auf ihren Gäulen um die Ecke gefegt, der Obercowboy sagt den Weg an, und wie von Geisterhand verschwinden sie auf dem von mir anvisierten Pfad rechts und hinterlassen nichts als eine Spur von Staub. Es sind fünf oder sechs Rentner auf ihren E-Bikes und sie sind schnell, das machen sie nicht das erste Mal. Das kann ja heiter werden.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142722721_cff496e81e_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,25 MB ID: 3043039

                                    Ich beschließe jetzt, meinem Instinkt zu folgen und einfach in den gleichen Weg einzubiegen. Immerhin, es ist noch der Jakobsweg.

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                                    Der Bodenbelag ist mir nun ziemlich egal, ich gebe Gas.

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                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142969738_fc1430871c_k.jpg Ansichten: 13 Größe: 1,84 MB ID: 3043044

                                    Die Steinchen zerplatzen unter meinen Reifen

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                                    und für meine Verhältnisse bin ich ziemlich schnell. Ich denke an Finnland, was allerdings den Vorteil hatte, dass man nie lange im Tal war, so dass man mit 30 Sachen runterdonnern konnte und durch die nächste Steigung abgebremst wurde.

                                    Bei der Aussicht muss ich dann noch einmal bremsen und erschrecke mich fürchterlich, als unter mir auf einem Weg, den ich nicht sehen kann, plötzlich ein MTB entlangbrettert.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142757811_dd906afd47_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 1,53 MB ID: 3043046

                                    Noch einmal eine Weggabelung, aber ich sehe keine Schilder mehr. Zur Apostrophhütte hätte ich wohl rechts gemusst, aber ich habe jetzt den Weg liebgewonnen, er wird schon irgendwo hinführen.

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                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143860900_0b9c39f521_k.jpg Ansichten: 11 Größe: 1,91 MB ID: 3043048

                                    Weiter geht der wilde Ritt, und ich bin mir sicher, dass ich im Ankerbachtal bin.

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                                    Das ist richtig, aber gewesen bin ich hier noch nicht, die Schutzhütte wäre noch ein Stückchen weiter rechts. Auch der Weg kommt mir bekannt vor, aber ich war hier noch nicht, er ist einfach nur ähnlich.

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                                    Wieder eine Wegkreuzung, hier soll es zur Königshütte gehen. Okay, ich bin also auf der anderen Seite des Thalbachs. Das war nicht geplant, aber schadet nicht.

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                                    Ich versuche schon gar nicht mehr herauszufinden, wo ich bin, das werde ich bald sehen.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142934828_d7500854b9_k.jpg Ansichten: 11 Größe: 1,61 MB ID: 3043052

                                    Wo ein Auto ist, ist Zivilisation.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51142043342_cae66e70fd_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 1,87 MB ID: 3043053

                                    Zwischen den Bäumen schimmert die Apostrophhütte, ich bin also in der Nähe des Hypothekenviertels.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51143828905_adf39cdbff_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 1,43 MB ID: 3043054

                                    Ich donnere zur nächsten Abzweigung und folge einem Auto, das in eine Straße rechterhand abbiegt. Die Straßen sind leer, Corona sei dank, und später sitze ich geistesabwesend und völlig erschöpft am wundervoll gedeckten Abendbrottisch und lasse mich mit Antipasti verwöhnen.

                                    Noch weiß ich nicht, dass ich mir eine Zecke eingefangen habe. Ich vermute, es war das Gras vor Hütte 3. Sie ist irgendwann in meinen Nacken gekrabbelt und hat sich festgebissen. Am nächsten Tag hatte ich beim Reiseberichtschreiben über meinen Hals gestrichen und dachte, es wäre ein kleiner Hautlappen. Erst am nächsten Tag, als er gefühlt etwas größer war, kam der richtige Verdacht auf.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155594861_6ac397328a_k.jpg Ansichten: 12 Größe: 489,5 KB ID: 3043055
                                    Zuletzt geändert von Torres; Gestern, 10:14.
                                    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                    • blauloke

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                                      • 22.08.2008
                                      • 6057

                                      • Meine Reisen

                                      #58
                                      Hallo Torres,
                                      du hast wirklich Ausdauer. Sowohl beim Hütten suchen als auch beim Bericht schreiben. Danke dafür.
                                      Lesenswert mit welchen Schwierigkeiten du kämpfst und dich durch beißt.
                                      Wenn du so weiter machst kenne ich die Mosel so gut, dass ich dort gar nicht mehr hin fahren brauche weil es nichts neues zu entdecken gibt.
                                      Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                                      • Torres
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                                        Liebt das Forum
                                        • 16.08.2008
                                        • 26582

                                        • Meine Reisen

                                        #59
                                        Hallo blauloke,

                                        keine Sorge, ich habe Dir noch jede Menge Wege übrig gelassen. Übrigens wird hier jetzt gerade alles grün, da es gestern geregnet hat. Da sieht dann alles schon wieder so aus, dass Du es nicht erkennst. Und im Herbst ist auch alles ganz anders. Dafür hast Du jetzt ein ganzes Netz von Schutzhütten zur Verfügung, langsam könnte man daraus eine nette Tour basteln. 😀
                                        "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                        • Torres
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                                          Liebt das Forum
                                          • 16.08.2008
                                          • 26582

                                          • Meine Reisen

                                          #60
                                          Hütten und Unterstände in Grenderich und Senheim, Hunsrück und Mosel.

                                          Wieder einmal sitze ich vor der Karte. Schon länger beschäftigt mich der Calmont. Ob ich jemanden von ods bitte, den Klettersteig für mich zu laufen? Ich kann nicht klettern, schwindelfrei bin ich auch nicht. Oder mache ich das selbst? Wenn ich scheitere, muss ich das ja niemandem erzählen. Andererseits ist er noch gesperrt. Ich konzentriere mich also besser auf die verbleibenden Hütten um Senheim. Eine steht ja noch aus. Der Zahnarzt zieht mir einen Zahn und angesichts der Unsicherheit, ob mich die Zecke infiziert hat, mache ich drei Tage Ruhepause. Inzwischen ist es Mai und es wird Sonntag. Eine Schutzhütte soll bei Grenderich sein, das ist auf einer Höhe, und meine Begeisterung, nur wegen dieser Hütte jetzt wieder über die 410 zu müssen, hält sich in Grenzen. So entscheide ich, mit Zweibeiner und Vierbeiner ins Auto zu steigen, um sie in die Geheimnisse der erfolgreichen Hüttensuche einzuweihen. Eine verantwortungsvolle Tätigkeit, immerhin.

                                          Wir schrauben uns die schmale Landstraße empor, und ich bin froh, nicht auf die Idee gekommen zu sein, hier mit dem Fahrrad zu fahren. Ein paar vereinzelte Motorradfahrer kommen uns entgegen, und ich erkläre, wo wir gerade sind. Es ist immer wieder überraschend, wie wenig Menschen über ihre direkte Umgebung wissen, wobei das Fehlen eines Autos natürlich eine Entschuldigung sein kann. Ich hatte mir herausgesucht, wo ich einbiegen muss, aber die Einbiegung kommt dann später als erwartet. So fahre ich fast vorbei, muss Vollbremsen und genau in dem Moment kommt dann natürlich von hinten ein Auto, als ich rangierend die Einfahrt nehmen will. Eine panische Reaktion des Zweibeiners ist die Folge, aber das kleine rote Auto hält an, und so bin ich gleich bei einem hübschen Gebilde, das leider keine Schutzhütte ist und auch nicht als Schutzhütte missbraucht werden sollte.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156905430_30c08c8151_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 168,0 KB ID: 3043241

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155131427_b94cba94d3_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 146,0 KB ID: 3043242

                                          Es ist eine kleine Kapelle. Sie liegt am Ausoniosweg. Der Ausoniosweg ist ein römischer Wanderweg, der von Bingen nach Trier führt. Er ist nach dem römischen Gelehrten Ausonios benannt, der 368/369 im Gefolge des Kaisers Valentinians auf römischen Straßen diesen Weg lief und im Buch "Mosella" seine Reise beschrieb. Dabei handelt es sich um die älteste Reisebeschreibung eines deutschen Weges. Da dieser Weg später zum Pilgerweg wurde, ist er 2013 zum Hunsrücker Jakobsweg erklärt worden. Klick.

                                          An der nächsten Kreuzung ist dann die gesuchte Hütte. Panoramahütte heißt sie.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155798701_0192216522_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 281,2 KB ID: 3043243

                                          In ihr gibt es Bänke und einen Tisch auf dem zwei Krimis liegen. Einen Moment überlege ich, mich zu bedienen, aber ich habe noch so viele ungelesene Bücher hier, dass ich darauf verzichte.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155132117_2280f97c8e_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 217,9 KB ID: 3043244

                                          Diese Suche war einfach, aber es soll hier noch eine zweite Hütte geben. Sie ist auf einer meiner Karten eingezeichnet. Aber den Weg, der dahinführen soll, kann ich nicht erkennen. Dort ist nur ein Feld. Ich schaue noch einmal nach. Vor mir, der breite Weg, müssen Jakobsweg, Moselwanderweg und Judenpfädchen (alter Handelsweg) sein. Nun, es gibt noch einen anderen Weg dahin. Mal schauen. In der Ferne liegt übrigens die Eifel.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156032688_24c1398862_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 151,2 KB ID: 3043245

                                          Da hinten liegt die Kapelle.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156032933_65bd642aae_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 233,2 KB ID: 3043246

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155796396_15fcc85d4a_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 134,6 KB ID: 3043247

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155129257_f5104dde6c_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 239,6 KB ID: 3043248

                                          Ich vergleiche nun meine Karte mit meinen Apps, um zu schauen, wie ich am besten den Weg finde, den es nicht mehr gibt, als ein Radfahrer aus dem Ort auf uns zufährt und anhält. Was wir suchen. Ich suche Schutzhütten. Da bin ich wohl falsch, die Schutzhütte ist ganz woanders, er wohnt hier vorne und weiß das. Nein, sage ich, die erste Schutzhütte habe ich ja schon gefunden, die da vorne, aber es gibt noch eine zweite Hütte. Die da vorne ist die alte Hütte, meint er. Der Ort hat eine neue Schutzhütte gebaut, ganz stabil. Er will sich über meine Karte beugen, ich zucke zurück, ich bin geimpft, meint er und lächelt. Ich erkläre ihm, wo ich hinwill und dass ich denke, dass der Pfad dort richtig ist, um da hin zu kommen. Die Schutzhütte ist auf jedenfalls geradeaus, die Straße weiter. Ich danke, und er fährt weiter. Ich bin gerade dabei, mich noch einmal zu sortieren, da spricht uns ein Ehepaar an. Wo wir hinwollten. Ich zeige, wo die gesuchte Hütte liegen soll und sie schütteln den Kopf. Die Hütte ist hier die Straße entlang immer geradeaus. Dort über den Hügel gehen, das nennt sich schon Moritzheim. Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf komme, aber ich erkläre, dass ich die Hubertushütte schon kenne und dann schiebend über den Hügel musste. Ah, da sind sie über die 410 gegangen, und ich nicke. Sie sind schon ein paar Schritte gegangen, als ich noch einmal hinterherlaufe. Die 410: Steht dort ein Kreuz. Er nickt. Danke, sage ich, der Nachbar wusste das nicht genau, aber es konnte nur dort sein. Wir verabschieden uns endgültig.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156580219_9195af0305_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 160,5 KB ID: 3043249

                                          Der Vierbeiner ist nun ziemlich verblüfft, gleich von zwei Leuten angesprochen worden, man muss nur ne Karte in der Hand halten, das muss ich mir merken.

                                          Schön hier. Das erste Mal realisiere ich, dass ich im Hunsrück bin. Hunsrück hat für mich einen wunderbaren Klang, ein Teil des Hunsrückes ragt ja ins Saarland hinein.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156903185_2007822796_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 124,2 KB ID: 3043250

                                          Ich weiche nun widerstrebend von meinem Plan ab und folge dem Weg Richtung Grenderich. Die Kirche hat ein ungewöhnliches Design, ganz grau und puristisch, der Kirchturm lugt hinter den Hügeln hervor.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156902945_6460541fc3_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 95,9 KB ID: 3043251

                                          Es geht einen kleinen Hügel hoch und noch einmal der Ort, die Rapsblüte beginnt.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155128922_ddf32edd43_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 119,6 KB ID: 3043252

                                          Meine Begleitung lasse ich jetzt kurz zurück, sie sind zu langsam. Zudem meinte der Mann von eben, wenn sie zu der anderen Hütte gehen, haben sie einen ganz schönen Spaziergang gemacht. Womöglich ist das weiter als gedacht. Erst einmal die Lage peilen. Ich eile.

                                          Alle Wege führen nach Bullay.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156029583_302776c134_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 161,6 KB ID: 3043253

                                          Tatsächlich bin ich ja nicht sehr weit vom Jungen Wald entfernt, in dem ich beim letzten Mal war. In der Ferne sehe ich irgendeine Einfassung, vielleicht ein Kriegsdenkmal. Aber da scheint keine Hütte zu sein. Alles andere ist zu weit, das kann ich den Begleitern nicht zumuten. Also laufe ich wieder zurück.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155795896_86d142523b_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 111,2 KB ID: 3043254

                                          Sie hatten an einem Wäldchen herumgetrödelt, und ich bekomme berichtet, dass es dort Gräben gibt, die aussehen, als wären es militärische Einrichtungen gewesen, als wäre dort eine Front gewesen. Ich werde später ein wenig recherchieren, komme aber zu keinem Ergebnis.

                                          Wir biegen nun in den diskutierten Pfad ein, und wieder suche ich den Zugang.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156579619_f317c7600a_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 141,7 KB ID: 3043255

                                          Aber er ist immer noch nicht da, wo er sein sollte. Das macht mich ungeduldig, ich will jetzt dahin, und ich laufe vor.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156902640_96517b59ef_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 136,4 KB ID: 3043256

                                          Erfreulicherweise nimmt dieser Pfad den Verlauf, den er nehmen sollte.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156906235_724cbfd25a_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 209,6 KB ID: 3043257

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155132182_4b5f75facb_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 144,3 KB ID: 3043258

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155132307_4af1a65fd8_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 152,6 KB ID: 3043259

                                          Am Weg angekommen, höre ich Stimmen. Eine Gruppe von 5 Wanderinnen mit einem Hund, den ich tadelsswerterweise für einen Bernardiner halte, der aber ein Berner Sennenhund ist, kommen den Weg entlang getrabt, und ich warne vor unserer Fußhupe. Große Hunde werden bei sowas schnell nervös. Sie sind outdoormäßig ausgerüstet und die Frontfrau scheint den Weg zu kennen. Kurz überlege ich, sie nach der Hütte zu fragen, aber die kennt hier sowieso kein Mensch. Ich biege nun in das Judenpfädchen ein. Das Judenpfädchen ist ein alter Handelsweg, der vermutlich aus der Zeit stammt, als nur Juden der Handel erlaubt war. Er führt auf der Höhe zur 410, die 410 ist also gar nicht so weit, wie ich dachte. Daher wusste der Mann vorhin, was die 410 ist.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156033708_ca1c772de7_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 304,5 KB ID: 3043260

                                          Inzwischen ist meine Begleitung eingetrudelt, und ich laufe wieder ein Stück vor. Eine große Kreuzung mit Weggabelung liegt vor mir. Hier müsste ich auf anderem Wege an die gesuchte Hütte kommen, direkt am Feld entlang. Ich renne schnell zurück und gebe den Autoschlüssel ab, dann renne ich wieder zur Weggabelung. Es gibt dort den Blick auf die nächsten Hügel, Bäume wurden abgesagt und da der Anblick nicht so schön ist, verzichte ich auf das Foto. Das ist doof, denn ich Nachhinein betrachtet müsste ich von dort aus auf den Jungen Wald geblickt haben. Ein kleiner Pfad, der sehr verlockend neben mir in Richtung Tal verschwindet, käme zwischen Hütte 2 und Hütte 3 heraus. Die Hochebene hier ist also höher als der Junge Wald. Ich biege dagegen nach rechts ab und sehe, dass am Feld ein Weg verläuft. Die Richtung stimmt.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156033583_a324cf5cb2_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 174,3 KB ID: 3043261

                                          Auf der anderen Seite gelange ich an einen Waldrand und spähe durch die Zweige der Bäume, den Blick immer auf die Ortungsapp gerichtet. Hier müsste die Hütte jetzt eigentlich bald sein. Moselblick und gleichzeitig auch ein Blick über den Jungen Wald, wie ich heute weiß, irgendwo etwas weiter unten muss der Wanderweg verlaufen.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155132922_6882984c73_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 294,5 KB ID: 3043262

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51155799806_59a55c8eaa_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 274,6 KB ID: 3043263

                                          Das ist sie nicht.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51156907240_1eb58c14e8_c.jpg Ansichten: 0 Größe: 288,7 KB ID: 3043264

                                          Sieht irgendwie nicht gut aus.

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                                          Okay, ist halt so, denke ich und sehe in dem Moment ein Stück Holzkohle am Wegesrand liegen. Holzkohle fällt nicht von Bäumen, kombiniere ich und betrete den Wald.

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                                          Tatsächlich ist da was. An den Bäumen hängen Seile, als würde dort Kinder spielen. Das Dach ist bemoost und alt, aber dann sehe ich, dass die Hütte Fenster hat. Die Türen lassen sich verschließen, im Innenraum hat jemand den Boden gefliest und die Wände gedämmt, nein, diese Hütte ist inzwischen privat. Schade. Sie gefällt mir und hat eine schöne Ausstrahlung. Vielleicht hat man sie verkauft, nachdem die Panoramahütte errichtet wurde.

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                                          Ich beneide ein wenig die Besitzer. Das wird ein Idyll werden. Und ich eile zurück.

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                                          Und ein wenig komme ich mir vor, wie in Niedersachsen, wieso, weiß ich nicht, aber die Bäume sehen einfach so norddeutsch aus.

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                                          Erst beim Schreiben des Reiseberichtes wird mir klar, dass ich eigentlich vor ein paar Tagen an der Hütte 3 einfach nur den Wanderweg noch ca. zwanzig Minuten hätte weiterschieben müssen, dann zur Kapelle gekommen wäre, zur Paronamahütte hätte radeln können und dann über das Judenpfädchen und die 410 schnell und komfortabel ins Tal hätte fahren können statt erst zur Hütte 1 zurückzufahren und dann den ewig langen Weg 5 zu schieben. Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.
                                          Zuletzt geändert von Torres; Gestern, 13:08.
                                          "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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