Binntal - Devero - Veglia - Zwischbergental - Weißmies

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  • StefanBoe
    Erfahren
    • 14.12.2020
    • 138

    • Meine Reisen

    Binntal - Devero - Veglia - Zwischbergental - Weißmies

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Trekkingtour vom Binntal über Devero, Veglia, Zwischbergental ins Saastal mit Weißmies

    (Hinweis: Im Bericht wurden bisher die Bilder vom Server nicht angenommen. Es scheint mit den Bildern dann zu klappen, wenn man sie in kleineren Häppchen serviert. Von daher versuche ich jetzt mal, den Bericht tageweise einzugeben und gucke, ob der Server nun mitarbeitet.)

    Die miteinander verbundenen Naturparke Binntal (Wallis/ Schweiz) und Alpe Devero - Alpe Veglia (Piemont/ Italien) liegen etwas abseits der Alpen-Hotspots, sind aber mittlerweile mehr als ein bloßer Geheimtipp.

    Erstmals entdeckte ich diese Gegend 2014 mit einem Freund auf der Flucht vor miesem Wetter auf der Alpennordseite, bin dann in den Folgejahren immer wieder zurückgekehrt, ob mit Freunden, allein oder mit der Familie. Landschaftlich und von der gesamten Stimmung her hat es mich hier jedesmal umgehauen: Vielfach unberührte Bergnatur, wie man sie sich als Outdoor-Freund nur wünschen kann. Übersee-Trekkingtouren (Kanada, Neuseeland etc.) vielleicht doch nicht nötig, um in den Genuss dieser besonderen Eindrücke zu kommen? Ich meine: ja. Man muss die Alpen halt durchforsten, und dann entdeckt man (noch?) einige dieser speziellen Ecken.

    2015 habe ich hier, nachdem zwei Freunde kurzfristig absagen mussten, alleine eine Trekkingttour unternommen, die ich jedem, der Alpentrekking mit ein bisschen Bergsteigen verbinden möchte, wärmstens empfehlen kann. Da ich alleine unterwegs war, habe ich in 4 Tagen durchgepowert, die beschriebene Tour lässt sich aber auch gut auf 6 Tage verteilen. Für den etwas anspruchsvolleren Übergang über den Chaltwasserpass gäbe es auch eine Alternative über den normalen GTA- Weg Alpe Veglia - Gondo.


    1. Tag: Binntal – Mäsersee – Passo della Rossa (2474 m) – Devero / Rif. Castiglioni
    6 Std.
    1100 m / 900 m


    Start um 4 Uhr früh in Königswinter, Luzern, Grimselpass, hinab durch das schöne obere Wallis (Goms), dann die schmale Gebirgsstraße ins Binntal hinauf bis zum urigen Walliser Dorf Binn. Schon mittags kann es losgehen zur 6- stündigen Tagesetappe hinüber zur italienischen Alpe Devero. Eine stille Wanderung über den Alpenhauptkamm mit einer unglaublichen Fülle an Landschaftseindrücken!

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ID: 3007112
    Spätestens im Maniboden bin ich verzaubert, ein Hochtal mit viel Wasser, alten Lärchen, hausgroßen Blöcken und kleinen Mooren.


    Etwas oberhalb zwischen letzten Lärchen der bildschöne Mäsersee.
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ID: 3007113
    Im Norden die imposante Südseite der Berner Alpen mit Bietschhorn, Nesthorn und Aletschhorn.

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ID: 3007116 am Geispfadsee, dahinter der Passo della Rossa, der Übergang ins piemontesische Deverohochtal

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Name: P1060855.JPG
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ID: 3007114
    Norwegisches Flair: Blick vom Passo della Rossa (2474 m) zurück auf die Geispfadseen und die Gipfel der Berner Alpen.

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ID: 3007115

    Ein Steilabstieg über Blöcke und eine gut gangbare Leiter führt zurück in die Waldzone zur Alpe Devero. In diesem weiten Hochtal auf ca. 1650 m Höhe gibt es mehrere Möglichkeiten zur Übernachtung, ich wähle das gemütliche und günstige Rifugio Castiglioni des CAI. Relaxte, italienische Stimmung beim 3-Gänge-Abendessen, ich plaudere angeregt mit sympathischen GTA-Weitwanderinnen aus Thüringen und dem Allgäu.

    Zuletzt geändert von StefanBoe; 22.12.2020, 16:06.

  • StefanBoe
    Erfahren
    • 14.12.2020
    • 138

    • Meine Reisen

    #2
    2. Tag: Devero – Buscagnahochtal – Scatto d‘ Orogna (2474 m)– Alpe Veglia–
    Chaltwasserpass/ Bivacco Farello (2800 m) 10,5 Std. 2000 m / 1000 m

    Besonders früh los, laufe über den Boden der Alpe Devero, steige 300 Höhenmeter durch Wald auf - und dann geht’s ab ins Buscagnahochtal.

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ID: 3007118
    Hier wandert man unter himmelstürmenden Felsen, über weite Matten, zwischen Waldsee, Hochmoor, knorrigen Lärchen und türkisblauem Wildfluss in einer unberührten Weite dahin, dass man sich im wilden Westen wähnt. Was für ein geiles Hochtal, großes Theater, Wanderflow.

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ID: 3007119
    Sanft geht es über die Waldgrenze hinauf zum Passo di Valtendra (2450 m), anschließend ein 100 m –Abstieg, eine Querung durch Steilgrashänge und ein 100 m- Aufstieg zum Pass Scatto d‘ Orogna (2474 m).

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ID: 3007120
    Nun geht es hinab in die verwunschenen Lärchenwälder der Alpe Veglia. Der Himmel hat sich zwischenzeitlich komplett bezogen, der Monte Leone reckt sein graues Haupt ins Grau, es sieht nach Regen aus.
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ID: 3007121
    Über den stimmungsvollen Wiesenboden des Pian du Scric (2000 m) geht es noch eine Etage tiefer zur Alpe Veglia mit ihren lose verstreuten Almsiedlungen.

    Im Rifugio Citta di Arona halte ich Mittagsrast, esse eine Suppe und beschließe, zu den bisherigen 6 Stunden Wanderzeit noch weitere 4 ½ Std. anzuhängen und zum Chaltwasserpass aufzusteigen: 30 Kilometer mit 2000 Aufstiegsmetern sind kein schlechtes Tagespensum, alter Knabe!

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ID: 3007123

    Es hat begonnen zu regnen, der Pfad führt zunächst durch die urigen Waldzonen der Alpe Veglia, an kleinen, verwunschenen Seen entlang und mündet im steinigen, menschenleeren Hochtal unter dem dunklen Monte Leone (3553 m). Mittlerweile peitschen mir Böen den kalten Regen waagerecht von vorn ins Gesicht. Mir wird beim Anblick des weiteren Anstiegs etwas mulmig: Erst der doch recht steil wirkende Auronagletscher, dann ca. 100 Höhenmeter Steilwand, durch die angeblich eine Klettersteiganlage führen soll.

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ID: 3007124
    Ich taste mich voran, finde auf dem Gletscherfeld keine Spuren, kann aber dank der Firnschneeauflage ohne Steigeisen aufsteigen. Wirkliche Spaltensturzgefahr besteht hier auf diesem kleinen Restgletscher wohl nicht mehr. Wo soll es denn da oben durch die Felsen gehen? Erst ganz am oberen Rand des Firnfeldes entdecke ich einen großen roten Kreis auf einem Felsen und tatsächlich beginnt dort ein mit Seilen, Stiften und Leitern gut versicherter Klettersteig. Wäre eine Wonne bei Sonne, aber bei dem kalten Regen und im entkräfteten Zustand bin ich nur froh, als ich endlich oben am Chaltwasserpass ankomme. Hier entdecke ich auf ca. 2800 m Höhe die Blechtonne des Bivacco Farello zwischen den Felsen und bin froh, mich dort ausruhen und aufwärmen zu können.

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ID: 3007125
    Ich kann mich mit der Biwaktonne schnell anfreunden und beschließe die Nacht hier und nicht in der ca. 20 min entfernten bewarteten Monte Leone Hütte zu verbringen. Um zu Kräften zu kommen, kauere ich mich lange unter drei Wolldecken, während draußen der Regen auf das Blechdach prasselt. Später koche ich mir eine Suppe auf dem Gaskocher und versuche Hose und Strümpfe über dem Feuer des Kochers zu trocknen.

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ID: 3007127

    Spät am Abend reißt die Wolkendecke auf - es zieht mich raus. Am eisbedeckten Chaltwassersee unterhalb des Leonegletschers gibt’s arktische Stimmungen. Ich schaue noch in der Monte Leone Hütte vorbei, ein kleines, nettes Bergsteigerdomizil mit einer handvoll Gästen. Hier trinke ich ein Glas Rotwein, bevor ich mich erhobenen Hauptes zurück in meine Blechtonnen-Einsamkeit begebe.
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    Zuletzt geändert von StefanBoe; 22.12.2020, 16:21.

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    • basstardo
      Erfahren
      • 04.12.2013
      • 251

      • Meine Reisen

      #3
      Leider keine Bilder, aber ich kenne die Tour, da ich sie grösstenteils (ohne Weissmies) auch schon gegangen bin. Freue mich sehr über Deinen Tourbericht =)
      :: FlickR ::

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      • StefanBoe
        Erfahren
        • 14.12.2020
        • 138

        • Meine Reisen

        #4
        und weiter geht's ...mit dem häppchenweisen Eingeben scheint es zu klappen

        3. Tag: Bivacco Farello (2800 m) - Simplonpass - Autostopp Gondo (800 m) – Zwischbergenpass (3268 m) – Almageller Hütte (2894 m)
        10,5 Std. 2400 m / 1200 m

        Viel vor, also schon um 6.30 Uhr wieder auf Schusters Rappen. Ich laufe bei schöner Wolkenstimmung mit den Abflüssen des Chaltwassergletschers in etwa 2 Stunden die 800 Höhenmeter zum Simplonpas hinab.

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ID: 3007130
        Hier gönne ich mir in der wenig anheimelnden Passstraßenbar einen Cappucino und recke meinen Trampdaumen. Tatsächlich hält bald ein sehr sympathischer Schweizer aus dem Tessin, so dass ich erfreulich früh in Gondo meinen langen Treck ins Zwischbergental antreten kann. Der Masterplan: Es soll nun in weiteren 8 - 9 Stunden Marschzeit von 800 m bis knapp 3300 m durch eines der entlegensten Täler der Schweiz über den Zwischbergenpass zur Almageller Hütte gehen. Ich bin mir nicht wirklich sicher, denn das Vorhaben würde selbst die gestrige Hammeretappe noch toppen. Aber: Es ist noch früh am Tag, ich habe keinen Muskelkater und fühle mich frisch und munter. Der erste Abschnitt übers steile, heiße Asphaltsträßchen lässt den Schweiß strömen, doch zum Glück kann ich ein paar Kilo- und Höhenmeter per Anhalter sparen. Der Ort Zwischbergen (1300 m) liegt vollkommen still und abseitig, eine handvoll Häuser und ein Gasthof mit esoterischer Musik. Ich plaudere sehr nett mit einem GTA- Trekker aus Berlin, bevor ich aufbreche in dieses lange und fast menschenleere obere Zwischbergental. Die zwei Stunden auf Schotterweg bis zur Alpe Cheller (1750 m) sind noch etwas zäh.

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ID: 3007131
        Von dort geht es endlich auf Pfaden verheißungsvoll in einen weitläufigen Talboden.
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ID: 3007132
        Ein wirklich schmales Pfädchen windet sich dann blumenreiche Steilgrashänge hinauf zu ein paar Almhütten, in denen zwei junge Männer ein paar zurückgezogen- meditative Tage verbringen. Es sind die einzigen Menschen ab der Ortschaft und werden es auch bleiben.

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ID: 3007133Etwas oberhalb begegne ich Murmeltieren und Steinböcken. Das Tal wird unter den Felspfeilern und Hängegletschern des Pizzo d‘ Andola (3653 m) immer wilder. Schließlich geht es über den unteren, harmlosen Teil des Zwischbergengletschers, bis Markierungen wieder auf ausgedehnte und beschwerliche Blockfelder leiten. Endlich am frühen Abend erreiche ich komplett ausgelaugt den 3268 m hohen Zwischbergenpass und nehme nur noch beiläufig den grandiosen Blick auf die gegenüberliegenden Viertausender der Mischabel und des Monte Rosa auf.

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ID: 3007134
        Vom Pass stolpere ich schließlich noch kurz hinab zur Almageller Hütte (2894 m) und komme gerade noch rechtzeitig zum Abendmenu.

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ID: 3007135
        Das Abendrot verspricht gutes Wetter für die morgige Hochtour. Im Lager falle ich nach diesem Power-Wandertag alsbald in Tiefschlaf.















        Zuletzt geändert von StefanBoe; 22.12.2020, 16:33.

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        • StefanBoe
          Erfahren
          • 14.12.2020
          • 138

          • Meine Reisen

          #5
          4. Tag: Weißmies (4023 m) – Saas Almagell 9,5 Std. 1200 m / 2400 m

          Wecken 4 Uhr früh, Aufbruch 4.30 Uhr, ca. 40 Bergsteiger starten noch in der Dunkelheit im Licht ihrer Stirnlampen zum Weißmies- Südgrat, die meisten in geführten Gruppen, ich bin der einzige Alleingänger. Trotz der übermäßigen Etappen an den Vortagen kann ich ohne Muskelkater zum Zwischbergenpass aufsteigen und dort das Ende der Nacht und den beginnenden Tag über Monte Rosa und Mischabel bewundern.


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ID: 3007138

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Größe: 1,29 MB
ID: 3007139
          Ein herrlich klarer Tag! Vom Pass aus geht es nordwärts mit Steigspuren zunächst über Blockfelder und Firn, bevor sich der Weißmies- Südgrat stärker ausprägt und in angenehmer Steilheit immer wieder ausgedehnte Kletterpassagen im I. und II. Schwierigkeitsgrad bietet. Es passt genau zu dem, was ich ohne Führer und Seilsicherung klettern kann, so dass es wirklich sehr genussvoll ist.

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Größe: 1,30 MB
ID: 3007140
          Zug um Zug geht‘ s höher, der Pizzo d`Andola wird immer kleiner …
          Auf 3900 m Höhe ist der Vorgipfel erreicht, hier heißt es Steigeisen anlegen und auf einen luftigen Firngrat wechseln, der über unabsehbaren Abgründen in den Himmel führt. So etwas habe ich mir immer schon mal gewünscht!


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Größe: 3,34 MB
ID: 3007141
          berauschender Skywalk: Mehr Himmel als Erde

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Name: P1060932.JPG
Ansichten: 182
Größe: 2,93 MB
ID: 3007142

          Am Gipfel herrscht noch wenig Rummel, da die Karawanen von der Seilbahn (Hohsaas) erst wesentlich später eintreffen. Unglaubliche 4500 Höhenmeter umfassende Dimensionen: Von Süden branden von der oberitalienischen Ebene Wolken an die weiße Mauer der Monte-Rosa-Ostwand, dann wandert der Blick über die Mischabelkette, das Weißhorn, die gesamte Südfront der Berner Alpen mit dem Aletschgletscher bis hin zur fernen Bernina.

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Ansichten: 179
Größe: 3,15 MB
ID: 3007143
          Am stärksten aber brennt sich das Bild des feinen Weißmiesfirngrats vor dem Wolkenmeer ins Gedächtnis. Genau über diesen geht es dann feierlich wieder hinab, vor Rührung laufen mir die Tränen, anschließend die lustige Kletterei am Felsgrat, Wechsel ins steile Firnfeld, über das ich rasch hinab gelange.

          Rückblick auf die Firnfelder und den felsigen Teil des Weißmies-Südgrates

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Ansichten: 178
Größe: 2,17 MB
ID: 3007145
          Ca. 4 Stunden Aufstieg, 2 ½ Abstieg bis zur Almageller Hütte, dann noch in der Nachmittagshitze 3 Stunden und viele Höhenmeter hinab nach Saas Almagell. Im Vergleich zu den Vortagen wimmelt es hier an Wanderern, aber es gibt reizvolle Passagen mit uralten Lärchen und schönem Bergwasser.

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Ansichten: 177
Größe: 3,08 MB
ID: 3007146
          In Saas Almagell beendet die wenig erhebende touristische Alpenrealität nach vier abseitigen Trekkingtagen den mentalen Höhenflug. Der Rummel in Saas Grund und das schweizerische Preisniveau (6,50 EU für ein Bier; 4,80 für ein Käsebrötchen) treiben mich dann noch am selben Abend (Bus, Zug und Bus) zu meinem Auto (Binntal) und zurück nach Deutschland. Während der Nachtfahrt fallen mir immer öfter die Augen zu, daher stoppe ich am Grenzübergang Basel, fahre den Sitz meines kleinen Lupo in Liegeposition, falle in wohligen Schlaf und träume vermutlich von wilden Bergen ... bevor ich am nächsten Morgen die triste Raststättenrealität realisiere und die Heimfahrt vollende.
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          • Flachlandtiroler
            Freak
            Moderator
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            • 14.03.2003
            • 23835

            • Meine Reisen

            #6

            Respekterzeugende Leistung, schöne Bilder, sowieso eine wunderschöne Ecke. Dankeschööön!

            edit:
            Mittlerweile ist mir klar, Du bist da nicht zum ersten Mal unterwegs gewesen und der andere Reisebericht keine unseren Update-Bugs geschuldete Dublette.
            War der Weissmies dein erster Alpenviertausender? Oder schlicht das Glück des Moments?
            (Hintergrund: Bei mir war's der erste 4000er, ebenfalls im Abschluß eines valdostanisch-piemontesischen Trekkings.)
            Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 22.12.2020, 17:41.
            Meine Reisen (Karte)

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            • StefanBoe
              Erfahren
              • 14.12.2020
              • 138

              • Meine Reisen

              #7
              Hallo Flachlandtiroler,
              vielen Dank für deinen comment.
              Mich hat es, nachdem ich die Ecke kennengelernt hatte, immer wieder dorthin gezogen: Hier besteht eindeutig Suchtpotenzial. Das Besondere: Es ist nicht nur ein Tal, welches naturbelassen daherkommt, sondern es sind mehrere mit einander verbundene Hochtäler und Gebirgsregionen, das Ganze in Sicht- und Reichweite der Berner und Walliser 4000er - ideal für ein echtes, großes "Outdoorgefühl". Ich kenne die Alpen wirklich nicht schlecht und würde sagen, das ist eine der sehr speziellen Ecken.
              Der Weißmies war nicht mein erster 4000er, ich glaube der 5te, aber alle eher so im leichten Bereich. Letztes Jahr war ich (auch über den Südgrat) mit meiner Tochter oben. Das Tolle: Über die Südgratroute gibt es keinen Gletscher mit Spaltengefahr, von daher geht es auch ganz gut ohne Seilschaft oder Führer (die nötige Bergerfahrung natürlich vorausgesetzt).
              Welche Tour verbirgt sich hinter "valdostanisch-piemontesischem Trekking"?



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              • Becks
                Freak

                Liebt das Forum
                • 11.10.2001
                • 18754

                • Meine Reisen

                #8
                Zitat von StefanBoe Beitrag anzeigen
                [FONT=Arial]Tatsächlich hält bald ein sehr sympathischer Schweizer aus dem Tessin, so dass ich erfreulich früh in Gondo meinen langen Treck ins Zwischbergental antreten kann. Der Masterplan: Es soll nun in weiteren 8 - 9 Stunden Marschzeit von 800 m bis knapp 3300 m durch eines der entlegensten Täler der Schweiz über den Zwischbergenpass zur Almageller Hütte gehen.
                Einspruch. Das Tal ist quasi überlaufen im Vergleich zu anderen Tälern in der Schweiz.

                Als Alternative zum Simplonpass hätte ich da ev. dann die Südumrundung um den Leone gemacht (nicht bei Regen), und wäre über den Lago Avino und Balmelle-Pass nach Gondo.

                Die Ecke Binntal/Devero/Veglia ist übrigens im Oktober erst richtig prächtig:
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Name: 20171016-1452-DSC02321.jpg
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ID: 3007202
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Name: 20171016-1137-DSC02253.jpg
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ID: 3007205
                Hinten der Leone
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Name: 20171017-1307-DSC02483.jpg
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ID: 3007204
                Leone bei Sonnenaufgang
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Name: 20171018-0757-DSC02557.jpg
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ID: 3007203

                Balmellepass:
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Name: 20171018-1116-DSC02685.jpg
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ID: 3007206

                Und wenn man die Route noch etwas verlängern will, dann steigt man in Airolo ein, wandert am ersten Tag zur Biwakschachtel am Gipfel des Piz Cristallina, geht dann nördlich vom Basodino ins Val Toggia, und quert von dort aus zur Alpe Devero. Leider verpasst man da dann den Geisspfad, und der ist im Übergangsbereich am Geisspfadsee sagenhaft schön.

                Der Abstieg von dort über den Crampiolopass ist übrigens weniger lohnenswert als der Rossapass (gehen beide zur Alpe Devero runter).


                After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

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                • Becks
                  Freak

                  Liebt das Forum
                  • 11.10.2001
                  • 18754

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Und als Idee: Wenn Du einmal eine etwas ruhigere Ecke in der Schweiz suchst, dann würde ich die Route Breil/Brigels nach Bristen empfehlen. Breil - Val Frisal - Barcun Frisal Sut - Val Punteglias - Val Gliems - Val Russein - Val Cavardiras - Cam. Cavardiras - Brunnital - Maderanertal - Bristen.

                  Abstieg Barcun Frisal Sut T5, abenteuerlich. Wenn Du nicht zur Cap. Punteglias gehst, sondern hinten im Tal biwakierst, dürftest Du die ersten Leute nach Breil an der Cavardirashütte treffen. Mit etwas Glück siehste im Val Russein einen Älpler, aber das dürfte es dann gewesen sein. Brunnital ist auch ruhig, erst im Maderaner wird es wieder voller...

                  Den Übergang über die Frisal Sut machen wohl grob 20 Leute im Jahr, und von der Puntegliashütte starten weniger als 10 Leute ins Val Gliems im gleichen Zeitraum.
                  After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

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                  • StefanBoe
                    Erfahren
                    • 14.12.2020
                    • 138

                    • Meine Reisen

                    #10
                    Die Herbstfarben ...wow!

                    Danke für die Tipps! Die empfohlene Tour durch die Glarner Alpen schaue ich mir mal genauer an, das hört sich echt gut an.

                    Der andere Tipp mit der Erweiterung der Devero-Veglia-Tour vom Tessin her habe ich auch schon mal anvisiert. Die Idee wäre, von Bignasco/ Valle Maggia über Val Bavona - Val Calneggia (großartig-wilde Talschaft!), dann rüber ins Val Formazza und von dort über den Scatta Minoa-Pass zum Deverohochtal zu wechseln. Um die Geispfadseen nicht auszulassen, könnte man von Crampiolo (Devero) einen Abstechertag hoch zum Passo della Rossa und aufs Schinhorn machen. Ähnliches empfiehlt sich auch von der Alpe Veglia aus: Super schön ist hier der Lago Bianco, dann weiter hoch zum Ritterpass. Den Abstieg von dort hinab ins Binntal habe ich auch mal gemacht: Zwar frisch markiert, aber trotzdem sehr unübersichtlich, sehr steil, wirklich nicht ohne! Hier darf man sich nicht verhauen, also besser nicht bei Nebel gehen. Vom Ritterpass lohnt sich der Abstecher auf die Cima Piodelle (3100 m - einfaches Gehgelände) oder weiter zum Helsenhorn.

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                    • HO
                      Erfahren
                      • 04.02.2016
                      • 152

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Danke für den schönen Bericht und Respekt vor Deiner Ausdauer! Mich zieht es auch immer wieder in diese Gegend. Die goldenen Lärchen im Herbst sind phantastisch und mit etwas Glück gibt's dann schon den ersten Schnee weiter oben.
                      Ich bin vor einiger Zeit mal aus dem Saas Tal über den Antronapass gelaufen, dann die irre Passage durch den langen Tunnel, das einzigartige Bivacco Varese und über den Sonnigpass zurück - eine schöne Runde.
                      Gruß! Gert

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