[DE] Schwarzwald: Weißt du wieviel Tausender stehen...?

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  • lina
    antwortet
    Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen
    Es gibt viel zu tun!
    Oh ja, und das ist wunderbar! :-) Allein wo ich auf dem E1 noch nicht war und schon längst gewesen sein wollte … und da wäre noch ein kleines Stückchen Pilgerweg LV. Momentan leider alles zu weit weg (also im Bereich "touristische Reisen", die halt gerade nicht möglich sind).

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  • Bergahorn
    antwortet
    @ agricolina: Danke für deine ehrenden Worte! Allerdings solltest du die Hochachtung vielleicht mal ein bisschen auf ein realistisches Maß stutzen, denn das Pensum hielt sich dank der Verkürzung der Tour in Maßen und so richtig weglos war ich eigentlich nicht unterwegs (es gibt meistens viel mehr Wege als auf den Karten). Außerdem ist es ab einer gewissen Schneehöhe unerheblich, ob weglos oder nicht ...
    Irgendwelche Patscherei im Schmelzwasser gab es zum Glück nicht, das kann ja auch recht nervig sein!
    Meine Schneeschuhe haben an den Tagen sicher oft Schluckauf gehabt, wenn wir beide an sie gedacht haben!
    Im Übrigen verbitte ich es mir, Tausender aufzuschütten, v.a. wenn der eigene Reisebericht noch der Fertigstellung harrt!!!

    @lina: Danke, ich werde brav weitermachen, dann braucht da sonst niemand mehr hoch! Es gäbe ja auch andere Herausforderungen, z.B. alle Türme des Schwarzwalds zu besteigen, in allen Seen zu baden, Windräder zu sammeln oder was auch immer. Nur falls du irgendetwas derartiges suchst... Oder weiter im Norden die verbleibenden Bäume im Harz zu umarmen... Es gibt viel zu tun!

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  • lina
    antwortet
    Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen
    Ehrlich gestanden würde ich das Projekt auch nicht wirklich zur Nachahmung empfehlen, viele Tausender kann man sich getrost sparen!
    Das wäre schade, denn falls Du sie tatsächlich weggelassen hättest, wären uns die Beschreibungen entgangen

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  • agricolina
    antwortet
    Endlich komme ich wenigstens mal zum Nachlesen (bitte um Nachsicht wegen meines Berichts, es geht irgendwann weiter) - aber vielen, vielen Dank für deine wie immer höchst lesenswerten Gedanken und Schilderungen. Ich versinke knietief im Schnee vor Hochachtung angesichts deines Pensums (und bin irgendwie erleichtert, dass ich da nicht dabei war, wäre ich dir doch nur mühsamst und viel schlechter gelaunt hinterhergeschnauft, wenn überhaupt).
    Ich war ja, wie du weißt, zu der Zeit etwas nördlicher unterwegs, und das war schon auf dem Westweg bzw. den anderen Wegen zum Teil sehr mühsam im vielen Restschnee bzw. Schmelzwasser. Da habe ich oft an dich und deine Schneeschuhe gedacht...
    Und sich dann noch weglos auf die Tausender kämpfen und herumirren, um die höchsten Tafelpunkte zu ergattern - högschden Reschpeckt, wie uns Bundesjogi sagen würde. Ich bedaure schon, dass dir die Tausender alsbald auszugehen drohen, vielleicht schütten wir dir heimlich noch ein paar Neue auf ...
    Das mit den Muggen ist für nicht-Musiker vielleicht erklärungsbedürftig - witzig, bei uns im Schwäbischen würde ich 'Mucke' schreiben. Aber Hauptsache, es kommt was rüber . Danke dir nochmals, auch für die freundliche Erwähnung und Gruß von Coco!

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  • Bergahorn
    antwortet
    Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen


    Hatte mir sogar letztes Jahr deine Tour zum Vorbild genommen, wollte alle 2.000er der Fränkischen Alp erklimmen. Wurde aber nix... aus Gründen, über die ich jetzt nicht sprechen mag.
    Schade, das wäre das hochinteressant gewesen, da die Fränkische Alp noch ein gänzlich unerschlossenes Gebiet ist. Lauter Erstbegehungen...

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  • ronaldo
    antwortet
    Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen

    Dankeschön, das motiviert! Hatte ich mich doch beim Schreiben schon gefragt, ob die Tausender, die gefühlt immer mehr werden, nicht mit der Zeit etwas langweilig werden.
    Nene, keineswegs!
    Hatte mir sogar letztes Jahr deine Tour zum Vorbild genommen, wollte alle 2.000er der Fränkischen Alp erklimmen. Wurde aber nix... aus Gründen, über die ich jetzt nicht sprechen mag.

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  • Bergahorn
    antwortet
    Zitat von lina Beitrag anzeigen

    Hast Du eigentlich den track immer mit aufgezeichnet? So dafür, wenn man auch mal damit loslegen wollen würde?
    Nee, so neumodisches Zeug wie Track aufzeichnen mache ich nicht. Im Ernst, ich habe mir mal Orux runtergeladen, finde das aber eher nicht so intuitiv und war bisher zu faul, um mich mal richtig damit zu befassen.
    Ehrlich gestanden würde ich das Projekt auch nicht wirklich zur Nachahmung empfehlen, viele Tausender kann man sich getrost sparen!

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  • lina
    antwortet
    Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Nein, das wird definitiv nicht langweilig.
    Sehe ich auch so :-) und warte gespannt auf die weitere Fortsetzung und freu mich.

    Hast Du eigentlich den track immer mit aufgezeichnet? So dafür, wenn man auch mal damit loslegen wollen würde?

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  • LihofDirk
    antwortet
    Nein, das wird definitiv nicht langweilig.

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  • Bergahorn
    antwortet
    Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
    Weiter gehts, sehr schön!
    Dankeschön, das motiviert! Hatte ich mich doch beim Schreiben schon gefragt, ob die Tausender, die gefühlt immer mehr werden, nicht mit der Zeit etwas langweilig werden.

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  • Bergahorn
    antwortet
    Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Während am selben Wochenende am Seibelseckle eine pingelige Langläuferin mal wieder höflich aber völlig erfolglos versucht hat, den Spaziergängern den Unterschied zwischen einem Wanderweg und einer Skatingloipe zu erklären! 🤭
    Ein wieder mal wundervolles Werk, liebe Bergahorn, textlich wie bildlich. Und Deine Installation mit Täfelchen und Trekkingstöcken sehen wir bestimmt bald auf der documenta.
    Kann es sein, dass ich die pingelige Langläuferin persönlich kenne? Als FußgängerIn hat man es aber rund ums Seibelseckle im Winter echt schwer: Entweder sind die Wanderwege wegen des Nationalparks gesperrt oder eben zu Loipen mutiert... Von daher kann ich das (absichtliche?) Unverständnis schon ein bisschen nachvollziehen.
    Danke für das Kompliment! Ob es mit der documenta etwas wird, wage ich aber zu bezweifeln.

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  • ronaldo
    antwortet
    Weiter gehts, sehr schön!

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  • Blahake
    antwortet
    Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen
    …Den breiten Weg teilen sich ganz ohne Gezeter Langläufer und Fußgänger.
    Während am selben Wochenende am Seibelseckle eine pingelige Langläuferin mal wieder höflich aber völlig erfolglos versucht hat, den Spaziergängern den Unterschied zwischen einem Wanderweg und einer Skatingloipe zu erklären! 🤭
    Ein wieder mal wundervolles Werk, liebe Bergahorn, textlich wie bildlich. Und Deine Installation mit Täfelchen und Trekkingstöcken sehen wir bestimmt bald auf der documenta.

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  • Bergahorn
    antwortet
    Interessant. Ich habe darauf mal selbst gegooglet und das hier gefunden:
    http://bz-ticket.de/warum-heisst-mug...-49336349.html
    Mit den Mücken lag ich also nicht völlig falsch, auch wenn badische Mücken Fliegen sind. Vor Mücken habe ich übrigens noch weniger Angst als vor Schwarzwaldwölfen!

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  • LihofDirk
    antwortet
    Muggenbrunn hat wenn überhaupt nicht mit Mücken sondern mit Fliegen zu tun, Mücken wären ja Schnooge; wohl eher aber mit dem (Silber) Bergbau. Ein Muotære oder Muoter (Koseform Mucco) war jemand, der um eine Bergbaubewilligung ansuchte.
    Du brauchst also keine Angst zu haben, vollkommen zerstochen zu werden, falls Du im Sommer wieder kommst.
    http://www.koeblergerhard.de/wikilin...=mhd&page=2725

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  • Bergahorn
    antwortet
    30.3.2021

    Horn 1231 m – Gaisköpfle 1136 m – Spechtboden 1139 m

    Ein bisschen dauert es, ehe ich mich heute morgen erhebe, schmunzele ich doch noch einem etwas verückten Traum hinterher. Erstaunlich, was mein Gehirn da so alles ineinander püriert hat! Dann starte ich kurz vor acht zum Abschlusstag dieser Tour, an dem ich mich ein wenig der Entdeckung der Langsamkeit widmen will. Der Himmel ist heute absolut wolkenlos, es wird also wieder so warm werden, dass ich herumbummeln kann, ohne zu frieren. Ein bisschen merke ich in den Beinen, dass gestern ein anstrengender Tag war.
    Schon nach ein paar Metern zapfe ich an einem Brunnen Frühstückswasser. So gesichert, aber auch beschwert, geht es stetig leicht hinauf, bis ich am „Pass“ bin und kurz darauf auf Muggenbrunn schauen kann. Dieser Ortsname klingt ja für Musiker – gerade in Corona-Zeiten – höchst verheißungsvoll, ich fürchte aber, dass mit Muggen in diesem Fall leider nur Mücken gemeint sind.
    Nach ein paar Metern abwärts gibt es linker Hand einen idealen Frühstücksplatz, dem ich dann zu genau dieser Nutzung verhelfe.

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ID: 3035305

    Heute ist Genießen angesagt, deshalb fange ich am besten gleich einmal damit an! Mir geht’s gut, die Sonne scheint, über mir im Baum zwitschert ein Vöglein aus Leibeskräften, mein Proviant schmeckt mir, die Maulelaune von gestern ist vorbei! Gegenüber sehe ich den Heuberg, den ich im letzten Jahr schon gezählt habe, weiter „rechts“ ist heute das Horn dran.

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ID: 3035306

    Schließlich reiße ich mich von diesem herrlichen Ort los und trudele gemütlich weiter hinunter, fasse an einem Brunnen in Oberhäuser Wasser, bis ich an der Bushaltestelle „Säge“ die Straße quere und nun auf der anderen Seite des Tals „am Berg entlang“ wandere. Dass ich auf „Muggs Erlebnisrundweg“ unterwegs bin, merke ich am Holzschlagbach, wo sich dessen „Badezimmer“ befindet. Ich folge seinem Beispiel nicht, wartet doch zu Hause die heiße Dusche auf mich.

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    Bald darauf bin ich im Schatten mit entsprechend viel Schnee unterwegs. Hier ist es so kühl, dass ich trotz klarem Aufwärtstrend des Weges meine Jacke wieder anziehe. Ich umrunde den Berg etwas und komme in die Sonne, so dass ich die Jacke schon wieder ausziehen kann…
    Ein Insektenhotel am Weg lässt mich ins Grübeln kommen: Braucht man das im Wirtschaftswald, weil es kein Totholz mehr gibt? Ich hoffe mal, dass es eher zu Touristeninformation hier steht.

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    Auf den Gipfel komme ich dank Rückeweg und Schnee, hier wurde heftig abgeholzt, kleine Buchennachkömmlinge bekommen nun (zu) viel Sonne.

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    Nach einem Stück retour lande ich auf einem wunderschönen Touristenpfad am Waldrand, der mit zwei Sonnenliegen - nicht so superbequem, wie ich feststelle - , einem „Sprungbrett“ - wozu auch immer - , dem kleinen „Hornshittli“ und einer pädagogisch wertvollen Buchstabendrehanlage, an der ein Witzbold ein interessante Delikatesse erfunden hat, bereichert ist.

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    Da ich ja heute die Langsamkeit entdecken will, begutachte ich diese Attraktionen in aller Ruhe und genieße den Blick über Todtnauberg und auf die gegenüber liegenden Gipfel, die heute noch dran sind.

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ID: 3035315

    Vorbei an Tennis- und Fußballplatz komme ich zum Parkplatz Radschert. Hier gibt es so viele Wege, dass ich tatsächlich ein bisschen brauche, bis ich mich richtig eingefädelt habe und an der Jugendherberge, an der ich nostalgischen Gedanken an eine lang zurückliegende Tour nachhänge, vorbei nun auf dem Martin-Heidegger-Rundweg Richtung Ortsteil Rütte laufe. Der Herr ist mir ja wenig sympathisch und ich weiß nicht so recht, wie ich es finde, dass man ihn „touristisch nutzt“. Er besaß hier eine kleine Hütte, und ich muss zugeben, dass ich gut verstehen kann, dass es ihm in dieser Gegend gefallen hat. Habe ich doch auch schon ein wenig herumgeträumt, wie nett es wäre, hier so einen Rückzugsort zu haben. Allein die Anfahrt wäre dann doch etwas weit und ich vermute, dass hier ohne Corona-Bestimmungen weitaus mehr Rummel herrscht. Letztlich muss man sich um so eine Hütte ja auch dauernd kümmern...also besser nicht!
    Auf andere Gedanken bringt mich eine Gassigängerin mit ihrem noch jungen Appenzeller Sennhund, der aber schon ganz super gehorcht. Da fällt mir doch gleich agricolinas Coco ein, der es hier sicher gut gefallen würde. Mittlerweile bin ich im U um Todtnauberg gelaufen, habe es also quasi „u-mrundet“, und bin sehr froh, als ich an der Berger Höhe wieder in den Schatten komme. Nun steht das Gaisköpfle an, das in den Karten meiner Ansicht nach völlig willkürlich auf dem sich abwärts ziehenden Bergrücken eingezeichnet ist. Also bitte, das ist doch kein Gipfel, ich werde jetzt sicher nicht zu irgendeinem beliebigen Punkt im Wald hinunterlaufen! So verlege ich es auf den tatsächlichen Gipfel am Skilift und bestimme mittels Karte und GPS (das aber sehr am Schwanken ist…) die Höhe auf 1136m, also genau 100m höher als das Gaisköpfle in der Karte steht. Passt schon!

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ID: 3035316

    Zurück geht es zur Berger Höhe, dann weiter zum letzten Tausender dieser Tour, dem Spechtsboden. Erst spaziere ich gemächlich im Schlackerschnee auf Forstwegen hinab, dann bietet der Aufstieg ein finales Stapferlebnis in der prallen Mittagssonne. Das schaffe ich jetzt auch noch! Der Gipfel ist halt ganz oben, weiter ist dazu nichts zu sagen.

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ID: 3035317

    Ich verschwinde auch relativ schnell wieder, um mir nicht noch einen Sonnenstich zuzulegen. Es ist direkt gut, dass der Schnee für Fußkühlung sorgt!
    Als ich zum dritten Mal an der Berger Höhe ankomme, mache ich endlich Bummelpause, eine Bank unter einer Fichte lädt mit Halbschatten dazu ein. Kulinarisch wird es jetzt nicht besonders interessant und so richtig Hunger habe ich, wie auf der ganzen Tour schon, eigentlich nicht. Ich futtere aber auch jetzt ganz brav etwas, da die Coronaspeck-Fettverbrennung alleine wahrscheinlich auch nicht ausreichen würde. Testen will ich das jedenfalls nicht! Außerdem entledige ich mich der Schuhe, Plastiktüten und Socken. An diesen drei Tagen habe ich mit den Lagen ein wenig herumexperimentiert. Ergebnis: Sealskins müssen her, denn obwohl ich die Plastiktüten mittels Bügeleisen etwas fußgerechter geformt habe, verrutschen sie dann doch immer zu sehr. Na gut, so weiß ich das jetzt wenigstens! Schuhe und Socken dürfen nun in der Sonne trocknen, die aufgeweicht-schrumpeligen Füße strecke ich ins Gras, obwohl hier einige Ameisen emsig herumkrabbeln. Sie machen aber immer kehrt, wenn sie auf meine Käsequanten treffen. Kann ich direkt verstehen! Schließlich strecke ich mich noch auf der Bank aus und schaue durch die Zweige in den Himmel. Das Leben ist schön und so ein Bummeltag tut mir auch mal gut!

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ID: 3035318

    Ein mir unbekannter Schmetterling gaukelt durch die Luft, so ganz genau kann ich die Zeichnung nicht erkennen, aber späteren Recherchen nach müsste es ein Trauermantel gewesen sein. Als die Socken nahezu trocken und die Füße gänzlich entschrumpelt sind, geht es weiter. Ich bin optimistisch und verzichte nun auf die Plastiktüten, obwohl es jetzt noch ein Stück über eine Wiese durch Schnee hinuntergeht. Das gelingt ohne weitere Fußwäsche, auf Asphalt laufe ich steil durch den Ortsteil Ennerbach hinunter, bis ich auf der Schwimmbadstraße gemächlich in Richtung Todtnauer Wasserfall strebe. Am Beginn der den Wasserfall begleitenden Wege studiere ich eine Tafel, auf der drei Möglichkeiten vorgestellt werden: Ein Weg rechts, ein Weg links und ein Steig sehr nah am Wasser, den man aber nur mit Sicherung gehen soll. Nun ja, dann verzichte ich heute mal besser auf Letzteren. Wie sich herausstellt, gibt es aber nur einen Weg, der im Zickzack über verschiedene Brücken ein richtig tolles Wasserfallerlebnis möglich macht. Selbst wenn ich noch mit der Entscheidung zur Abkürzung der Tour hadern würde, so wäre ich jetzt versöhnt! Zunächst sprudelt der Stübenbach zwar laut, aber noch moderat dahin, bis die erste Stufe kommt. Die ist auch noch ganz nett, ich zücke aber schon die Kamera, denn hier ist es schattig genug, dass ich mich endlich vom Automatikmodus verabschieden kann.

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ID: 3035319

    Dann stürzt der nächste Fall in die Sonne, so dass ich mich an einem kleinen Regenbogen erfreuen kann.

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ID: 3035320

    Als ich im Weitergehen denke, dass ich wohl Glück habe, an einem Wochentag hier zu sein, treffe ich auf mehr und mehr Leute. Von einem Seitenweg kommend, überholt mich beim Fotografieren ein verliebtes junges Pärchen. Sie hat sich zur Vorbereitung wohl unter einen Parfümwasserfall gestellt, jedenfalls grenzt die daraus resultierende Duftwolke schon an Körperverletzung. Mir verschlägt es den Atem und ich bestaune ihren Liebsten, dass er nicht nach Luft ringt! Ich will ja ganz und gar nicht bestreiten, dass ich inzwischen nicht auch ein olfaktorisches Erlebnis bin, aber diesen Radius erreiche ich mit Sicherheit nicht! Dankenswerterweise lassen sich die beiden dann aber am Wegesrand nieder, so dass wir uns im Folgenden nicht mehr nahe kommen müssen und ich mich frei atmend nun dem großen Wasserfall zuwenden kann. Wie ich finde, kommt da einiges an Wasser herunter, ich habe nach dem ganzen Gestapfe auch eine Idee, woher diese Mengen kommen...

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Ansichten: 100
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ID: 3035321

    Das war jetzt noch ein richtig tolles Highlight zum Abschluss dieser Tour! Als ich mich weiter von den Wasserfällen entferne, wird es erst ruhiger, dann habe ich so einiges von der Straße. Nun ja, es geht zurück und ich werde nachher auch hier hochfahren. Schließlich lande ich wieder wohlbehalten am Auto, ziehe leichtere Schuhe an, besorge mir noch ein Glas Joghurt, das ich dann ohne weiteres auf einmal auslöffele und nehme die preiswertere Tankstelle im Ort in Anspruch. Als die Angestelle beim Bezahlen etwas fragt und ich „Wie bitte?“ nachhake, wiederholt sie die Frage auf so nette Art in sehr deutlichem Hochdeutsch: „Brauchen sie den Bon?“, dass ich lachen muss und mich für die Übersetzung bedanke.
    Im saunaartig temperierten Auto fahre ich nun zurück. Irgendwie finde ich es immer nett, wenn ich noch ein bisschen durch den Schwarzwald kurve, bevor es dann viel zu bald auf die Autobahn geht.
    Insgesamt war die Tour sehr schön, auch wenn ich am zweiten Tag teilweise so maulig drauf war. Dass die Schneeschuhe zu Hause blieben, war insgesamt gesehen die richtige Entscheidung, ich hätte in den schweren Bergschuhen und mit 1,6 kg mehr auf dem Buckel mindestens genauso geschimpft wie bei der Stapferei! Dumm war, dass ich nicht nur den Sonnenhut, sondern auch die Sonnencreme vergessen habe. Nachdem ich die ersten beiden Tage nicht ungesund errötet war, habe ich am dritten nicht mehr darüber nachgedacht und mir eine ziemlich rote Birne zugelegt. Nächstes Mal bin ich hoffentlich weniger schusselig!

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  • Bergahorn
    antwortet
    29.3.2021

    Hohtannen 1249 m – Heidstein 1274 m – Breitnauer Kopf 1121 m – Rübgartenkopf 1214 m – Brenntkopf 1188 m - Rollspitz 1236 m

    Der Morgen empfängt mich mit strahlender Sonne, ich habe gut geschlafen, und kann um kurz vor 8 zum nächsten Gipfel namens Hohtannen streben. Das gelingt dank planierter Wege recht flott, es folgt die Gipfelroutine und schon laufe ich zurück und genauso ungehindert weiter zum Heidstein. Der letzte Aufstieg bietet moderate Stapferei, ich werde mit einem nahezu baumfreien und besonnten Gipfel sowie tollen Blicken belohnt: In der Ferne im Süden die Alpen, direkt „gegenüber“ der Belchen und jenseits der Rheinebene die Vogesen.

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    Dann mache ich mich auf den Weg, um den abseits liegenden Breitnauer Kopf zu erklimmen. Dazu geht es aber erst einmal in gerade Linie den Berg hinunter, wobei ich noch im Wald den Westweg kreuze und später über Weiden bist nach Breitnau hinuntertrudeln kann. Hier gibt es fast keinen Schnee, ich kann also mal richtig schön ungehindert gehen. Tut gut! Die Sonne strahlt zwar schon heftig vom wolkenlosen Himmel, aber noch ist sie mir nicht zu heiß.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC04439a_(1024_x_768).jpg Ansichten: 0 Größe: 117,8 KB ID: 3035289

    Am Waldrand steige ich gemütlich hinauf, der Gipfel selbst liegt im Wald und ist schnell erledigt. Unweit finde ich eine schöne Stelle, um zu frühstücken. Unter mir segelt ein Rotmilan, ich lasse den Blick über die Rheinebene schweifen, lausche dem Vogelgezwitscher und versuche, ein fernes Motorsägenduett auszublenden.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC04442a_(1024_x_768).jpg Ansichten: 0 Größe: 51,6 KB ID: 3035290

    Richtung Süden meine ich außer dem nahen Belchen noch den Blauen zu erkennen.

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    Gestärkt geht es wieder zurück bis zum Westweg, dem ich einmal mehr ein Stück folgen kann. Er erscheint mir hier besonders attraktiv, da in der Karte ein Brunnen eingezeichnet ist, den es zu meiner Freude dann auch wirklich gibt. Ich fülle meine Flaschen auf und wasche mir sogar Gesicht und Hände. Ein junges Pärchen kommt vorbei, er in Trailrunnern und kurzer Hose. Die Schuhauswahl wird er evtl. noch bereuen…

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC04445_(1024_x_768).jpg Ansichten: 0 Größe: 179,7 KB ID: 3035292

    Wohlgelaunt laufe ich weiter bis zur Krinne, danach verliere ich beim Aufstieg zum Rübgarten im tiefen Schnee mehr und mehr die gute Laune. Es ist sooo anstrengend, warum gebe ich mir das? Das ist doch sowieso nur mal wieder so ein völlig unbedeutender Hubbel, der in vielen Karten noch nicht einmal einen Namen hat. Mit Schneeschuhen wäre das hier viiiel besser! Komme mir jetzt keiner mit irgendwelchen pseudophilosophischen Vergleichen, dass man auch im Leben manchmal trotz großer Anstrengung nur langsam vorankommt…! Mir kommt Blahakes berühmter Satz in den Sinn: “Ich bin zu alt für den Sch…!“
    Aber wenn man alleine unterwegs ist, kann man niemand anderen volljammern oder gar die Schuld für die eigene Laune in die Schuhe schieben, so muss ich alleine mit mir klarkommen. Ich versuche, die knatschige Subjektivität gegen sachliche Objektivität zu tauschen und überlege, dass ich die Schneeschuhe auch schon oft hätte auf den Rucksack schnallen müssen. Außerdem hätte ich dann die Bergschuhe anziehen müssen, die keine Leichtgewichte sind. Hmmm, wahrscheinlich nimmt sich das im Endeffekt nichts und wirklich beurteilen kann ich das ohnehin erst am Ende der Tour. Jetzt ist es halt so, wie es ist! Mit diesen Gedanken lasse ich Höhenmeter um Höhenmeter unter mir und stehe schließlich auf dem Gipfel. Euphorie breitet sich nicht aus, aber die hatte ich jetzt auch nicht erwartet.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210329_132231_(1024_x_768).jpg Ansichten: 0 Größe: 84,5 KB ID: 3035293

    Was bin ich froh, als ich nach weiterem Gestapfe, immerhin geht es bergab schneller und der tiefe Schnee ist ja auch recht knieschonend, wieder an der Krinne stehe.
    Eigentlich ist es ja bescheuert, so nahe am Belchen zu sein und ihn auszulassen. Aber zum einen habe ich ihn schon „absolviert“, zum anderen ist da oben eher noch mehr Schnee. Abgesehen davon habe ich wirklich nur drei Tage Zeit. So gehe ich jetzt mal richtig entspannt und ganz tumb auf Asphalt und Forstwegen das Multener Tal hinunter. Es ist so warm, dass ich schon fast die Hosenbeine abzippen möchte. Ich verzichte aber auf noch mehr Aus und An, das reicht mir schon mit den Gamaschen. Bei Untermulten biege ich ab zum Brenntkopf; auf Forstwegen geht es überwiegend ungehindert den Berg hinauf. Nur zum Schluss darf ich wieder stapfen, was die angeschlagene Laune nicht direkt hebt. Hier oben mache ich nun endlich in der Sonne Mittagspause. Danach geht es wieder runter, ich will schlau sein und abkürzen, und folge deshalb einem kleinen Weg, was keine gute Idee ist. So gibt es zu allem Überfluss an diesem Tausender noch ein paar Höhenmeter gratis dazu.
    Beim Anstapf auf den Rollspitz frage ich mich grummelnd, was denn wohl los ist mit mir. Ich habe mich auf die Tour gefreut, es ist super Wetter, die Stapferei ist zwar anstrengend, aber ich bin davon rein physisch nicht kaputt, eigentlich staune ich eher, wie gut es geht. Ist also alles „nur“ mental…
    Auf dem Rollspitz treffen sich verschiedene Wege, ich kann aber Schneeschuhspuren folgen, die mich zuerst zum Rollspitz Hüttle mit Blick auf den Feldberg und dann weiter zum Parkplatz Lückle führen.

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    Blick zum Feldberg

    Danach trotte ich gemächlich immer weiter hinunter bis zum Wiedener Eck. Der Schnee weicht Matsch, aber ich kann schon den schneefreien und trockenen Weiterweg sehen und freue mich darauf, einfach mal wieder Strecke machen zu können. So genieße ich den die Strecke in der Nachmittagssonne mit Blick auf Wieden. Mit jedem Schritt hebt sich meine Laune, mir fehlte wahrscheinlich dieses einfache, normale Gehen ohne Hindernisse, dessen Wohlfühlfaktor mir jetzt so richtig bewusst wird. Der Weg schlängelt sich am Hang entlang, und natürlich bin ich irgendwann auch wieder im Schnee unterwegs. Aber die gute Laune ist am Ende dieses Wandertages wiederhergestellt, und das ist jetzt die Hauptsache!
    Zuletzt geändert von Bergahorn; 08.04.2021, 19:08.

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  • Bergahorn
    antwortet
    28. - 30. 3. 2021

    „Ich weiß, dass Berge auf mich warten, ...“ Wie oft habe ich in den letzten Wochen diese Worte aus Gerrit Engelkes jung-schwärmerischen Gedicht „Ich will heraus aus dieser Stadt“ in Gedanken zitiert - aber irgendwie fanden der Terminkalender und das Wetter nie zusammen. Nun soll es endlich sein! Ich bastele mir eine Drei-Tage-Tour zusammen, sie ist etwas ambitioniert, aber je nach Schneelage kann ich sie auch gut verkürzen.

    28. 3.2021

    Knöpflesbrunnen 1124m - Hasbacher Höhe 1149m - Lailehöhe 1134m - Hörnle 1187m - Dietschel 1241m

    Moderat früh geht es am ersten Tag der Sommerzeit los, und als ich nach Verlassen der Autobahn auf Freiburg mit Schauinsland & Co zufahre, entringt sich mir wie eigentlich immer ein „Hach!“. Bald ertappe ich mich bei einem frohen Grinsen, ich freue mich einfach so, endlich wieder im Hochschwarzwald unterwegs sein zu können! Nach ordentlicher Kurverei lande ich kurz nach 10 in Todtnau, stelle das Auto ab und suche meinen Ausstieg aus dem Ort und Anstieg zum ersten 1000er dieser Tour, dem Knöpflesbrunnen.
    Das GPS-Signal ist extrem träge, was noch die ganze Tour so bleiben wird. Ich finde aber nicht heraus, ob gerade ein Satellit Urlaub hat, mein Handy alt wird, oder woran das sonst liegen könnte. Also muss mein Gehirn einspringen, früher ging es ja auch nur mit Papierkarten!

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    Rückblick auf Todtnau

    Nach ein paar Metern Asphalt gehe ich auf nettem Pfad durch den noch unbelaubten Wald hinauf, komme an einem verlassenen Erholungs-Feriendorf vorbei, und höre dabei immer weniger von der Straße und immer mehr vom frühlingshaften Vogelgezwitscher.

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    Dann gibt es mal einen Ausblick auf den Todtnauer Wasserfall und Todtnauberg, bevor ich erste Spuren im Schnee hinterlassen kann. Die Kombination von Schnee, warmer Frühjahrssonne und Laubbäumen lässt mich an Ahornsirup denken – allerdings stehen hier keine passenden Bäume.

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    Mein stetiges Steigen wird schließlich belohnt, auf dem Knöpflesbrunnen gibt es nicht nur Belchen-, sondern auch Alpenblick. Hier stellt sich dann ein Fotoproblem heraus: Mit meiner selbsttönenden Gleitsichtbrille kann ich im gleißenden Sonnenlicht weder im Display noch durch den Sucher die genauen Werte erkennen, so dass ich mich auf den Automatik-Modus verlassen muss. Wenn ich nicht den Sonnenhut vergessen hätte, wäre die Brille wenigstens nicht ganz so dunkel. Was hilft es, da muss ich jetzt durch!

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    Den Alpenblick, den ich an allen Tage genoss, muss man mir jetzt einfach mal glauben!

    Hier oben rastet ein Langläufer, der mutmaßt, es sei wohl seine letzte Tour dieser Saison. Ich genieße den Blick, das Täfelchen kommt endlich wieder zum Einsatz, und dann geht es weiter auf die Hasbacher Höhe. Die ist mal wieder ein bescheidener Waldhubbel, hat aber einiges an Schnee zu bieten. Um ihr etwas mehr Bedeutung zu verleihen, bastele ich mit den Stöcken eine Täfelchen-Installation. Ohne Zweifel künstlerisch wertvoll...

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    Die Lailehöhe glänzt mit ein paar bemoosten Steinen am Gipfel und tiefem Schnee beim Hinuntergehen. Gut, dass ich die Gamaschen anhabe!

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    Weiter eiere ich durch rutschigen, angetauten Schnee, was auf die Dauer ein wenig nervt und natürlich das Tempo drückt. Hätte ich doch die Schneeschuhe mitnehmen sollen? Diese Frage werde ich mir noch öfter stellen…
    Den breiten Weg teilen sich ganz ohne Gezeter Langläufer und Fußgänger. Ich beobachte, wie unterschiedlich erstere unterwegs sind: Vom gemütlichen Spaziergänger auf Skiern über sich zwar sehr aufwändig bewegende und die Stöcke in alle Richtungen schlenkernde, trotzdem aber eher nicht allzu schnelle Aktionisten, bis zum sich geschmeidig und effektiv bewegenden Sausewind ist alles dabei. Ich gebe mich in der Beobachtung natürlich besonders schlau, habe ich doch das letzte Mal als Kind auf Skiern gestanden, und das waren noch nicht einmal Langlaufbretter… Und was weiß ich, was die Anderen hier über die im rutschigen Schnee watschelnde Wanderin mit dem großen Rucksack denken?
    So komme ich mehr oder weniger elegant voran. An einer freien Bank mit Ausblick auf den Belchen gönne ich mir eine gemütliche Pause, koche Tee und futtere aus meinen Vorräten.

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    Bald danach stoße ich auf den Westweg, dem ich nun zumindest bis zum Wiedener Eck folgen kann. Vorher steht noch einen Abstecher auf das Hörnle, eine flache Wiesenkuppe, auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin höre ich aus einer sumpfigen Senke immer wieder ein kleines Blubbern, eine Art Bonsai-Geysir bemüht sich hier um Größe. Gibt es so etwas jetzt in Island als Souvenir? Leider fange ich das nur unzureichend mit der Kamera ein.

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    Gemütlich geht es hinab zum Wiedener Eck, wo ich ein bisschen mit mir beratschlage, wie weit ich nun noch laufe, denn die nun folgenden Tausender sind für mein Unterfangen nicht so gut verteilt. Einer ist heute aber noch möglich, also geht es ein Stück weiter auf dem Westweg, der gut gespurt ist. Hier ist es recht frisch, da ich auf der Nordseite unterwegs bin. Wie unpraktisch das ist, wird mir spätestens klar, als ich mich die Skipiste hoch auf den Dietschel kämpfe. Puh, ist das anstrengend, ich denke nicht zum letzten Mal in diesen drei Tagen intensiv an meine Schneeschuhe! Mit denen würde man zwar immer noch ein Stück einsinken, aber eben nicht so tief. Im Moment muss ich halt so hier durch. Das gelingt mir zum Glück und ich stehe in der Abendsonne auf dem Gipfel.

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  • Thoronestel
    antwortet
    AW: [DE] Schwarzwald: Weißt du wieviel Tausender stehen...?

    Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen
    Ich habe jetzt nicht alles verglichen, aber deine Liste sieht mir sehr nach der Wikipedia-Liste, die ich in meinem allerersten Post erwähnt habe, aus.
    das war sie. hab sie jetzt auch wieder gelöscht, wegen platzgründen und so.

    Ich habe dich im ersten Post dann irgendwie falsch verstanden.

    Ich dachte du findest keine Liste mit den über 100 gipfeln. sondern immer nur mit weniger. Also dass welche fehlen. Da dein Anfagspost von 2019 war, dachte ich dass die Liste auf wiki mitlerweile anders aussieht, wie deine damals.

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  • Bergahorn
    antwortet
    AW: [DE] Schwarzwald: Weißt du wieviel Tausender stehen...?

    Ich habe jetzt nicht alles verglichen, aber deine Liste sieht mir sehr nach der Wikipedia-Liste, die ich in meinem allerersten Post erwähnt habe, aus.

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