Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Spartaner
    Alter Hase
    • 24.01.2011
    • 2550

    • Meine Reisen

    Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

    Bisher wurde öfter geraten, den Akku innerhalb einer Spanne von zB 40 - 80 % seiner Gesamtkapazität zu betreiben. Nun finde ich eine Abbildung, die zeigt, dass noch kleinere Zyklen im eher unteren Spannungsbereich zu längerer Akku-Lebensdauer führen. Siehe Seite 7 und 8 dieses PDFs. Fehlen tut mir eine Testvariante 10% um 50% SOC. Weiß jemand mehr? Solange ich solche Erkenntnisse stressfrei in meinen Alltag einbauen kann, bin ich immer gerne bereit, mein Ladeverhalten entsprechend zu gestalten.

    Und eine zweite Frage. Mein Super-duper-Aldi-E-Bike mit billigem China-Motor und China-Akku lade ich auch schon immer jeden Tag und bewege mich dabei fast ausschließlich in den Feldern 3 und 4 von insgesamt 5, die mir die Akkuspannung auf dem Display anzeigt. Nun frage ich mich, ob es nicht auch selten einmal sinnvoll sein könnte, ganz vollzuladen, um eventuell ungleiche Einzelzellen wieder zu einem gleichen Ausgangsstand zu verhelfen.
    Was sagt der Akku-Elektronik-Durchblicker zu dieser Vorstellung? Sinnvoll oder eher nicht, weil ja Vollladen an sich schon die Akkulebensdauer eher reduziert?
    Zuletzt geändert von Spartaner; 20.01.2020, 11:03. Grund: Link korrigiert

  • DerNeueHeiko
    Fuchs
    • 07.03.2014
    • 2138

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

    Das lässt sich beides so eindeutig und global nicht sagen...

    Zur ersten Frage: Dein Link sagt ja auch "bei dieser Batterie". Tendenziell ja, niedrigere Entladetiefe -> mehr Zyklen. Die Frage ist irgendwann aber auch, wie relevant das ist... wenn die Batterie 3000 Zyklen zwischen 40% und 80% schafft und mit diesen 40% Kapazität 100km weit fährt, kannst du also 300.000km mit deinem Roller fahren. Meinen Verbrenner-Roller vor zehn Jahren habe ich knapp 2000km im Jahr bewegt, der hätte mich also zweimal überlebt, wenn er 300.000km geschafft hätte, und selbst mein Auto fährt "nur" 12.000km im Jahr. wenn der Akku selbst bei Nichtnutzung nur zehn Jahre hält, reichen mir da 300.000km dick, wenn es 20 Jahre wären, würde ich ein theoretisches Elektroauto tatsächlich eher halb geladen abstellen und vor der nächsten Fahrt laden statt nach der letzten.

    Zur zweiten Frage: Problem, wenn du immer nur zwischen 40% und 80% lädst und der Akku eine einfache Schutzelektronik hat: Es kann sein, dass eine Zelle zwischen 20% und 60% läuft, eine zwischen 0% und 40% und eine zwischen 60% und 100%. Bessere Schutzelektronik (Balancer) balanciert die Akkus auch, ohne sie ganz voll oder ganz leer zu fahren.

    OT: Das oben geschriebene gilt für Li-Ion-Zellen, bei NiMH oder Blei ist ein Balancer nicht üblich. NiMH-Zellen sollte man daher ab und zu einzeln voll laden (oder entladen), Bleiakkus werden kontrolliert überladen - d.h. die volleren Zellen werden schon leicht überladen, was ihnen wenig schadet, die leereren noch geladen, bis alle voll sind.

    MfG, Heiko

    Kommentar


    • MichaelH
      Dauerbesucher
      • 13.10.2014
      • 617

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

      Da gibt es auch noch Tipps:
      Akkus nicht bei kalten Temperaturen laden

      https://www.heise.de/autos/artikel/H...n-4639216.html

      Kommentar


      • Spartaner
        Alter Hase
        • 24.01.2011
        • 2550

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

        Zitat von DerNeueHeiko Beitrag anzeigen
        Zur ersten Frage: Dein Link sagt ja auch "bei dieser Batterie". Tendenziell ja, niedrigere Entladetiefe -> mehr Zyklen. Die Frage ist irgendwann aber auch, wie relevant das ist... wenn die Batterie 3000 Zyklen zwischen 40% und 80% schafft und mit diesen 40% Kapazität 100km weit fährt, kannst du also 300.000km mit deinem Roller fahren. Meinen Verbrenner-Roller vor zehn Jahren habe ich knapp 2000km im Jahr bewegt, der hätte mich also zweimal überlebt, wenn er 300.000km geschafft hätte, und selbst mein Auto fährt "nur" 12.000km im Jahr. wenn der Akku selbst bei Nichtnutzung nur zehn Jahre hält, reichen mir da 300.000km dick, wenn es 20 Jahre wären, würde ich ein theoretisches Elektroauto tatsächlich eher halb geladen abstellen und vor der nächsten Fahrt laden statt nach der letzten.
        Es gibt auch genügend Berichte, nach denen die e-bike-Akkus nach 2 Jahren futsch sind. Also versuche ich, dem Akku nach Möglichkeit die besten Bedingungen zu gewähren. Vielleicht hält dann auch China-Elektronik länger als gedacht.
        Ich bin derzeit bei 20 Monaten Benutzung und 5300km. Immer auf höchster Fahrstufe "boost" und auch die gesamte Fahrzeit über mit kräftiger Unterstützung, ohne dass ich an softwaremäßig eingebaute Grenzen gerate. Schwächen zeigen sich bisher nicht.

        Zitat von DerNeueHeiko Beitrag anzeigen
        Zur zweiten Frage: Problem, wenn du immer nur zwischen 40% und 80% lädst und der Akku eine einfache Schutzelektronik hat: Es kann sein, dass eine Zelle zwischen 20% und 60% läuft, eine zwischen 0% und 40% und eine zwischen 60% und 100%. Bessere Schutzelektronik (Balancer) balanciert die Akkus auch, ohne sie ganz voll oder ganz leer zu fahren.
        Zumindest scheinen die Samsung SDI-Akkus einen Balancer zu besitzen (SDI-3612B). Der wird ja wohl idR wie vorgesehen funktionieren, oder gibt es da häufige gegenteilige Erfahrungen?

        Aber prinzipiell kann ich davon ausgehen, wenn solch ein Balancer funktioniert, muss ich mir um einzelne schlechter funktionierende Zellen keine Gedanken machen? Und muss auch nicht hochladen, damit mal alle wieder "einen gleichen Ausgangsstand bekommen"?

        Das ist so geschaltet, dass jeweils 4 Zellen parallel sozusagen eine "Superzelle" bilden, und balanciert werden nur die 10 resultierenden "Superzellen", die in Reihe geschaltet sind.

        Zitat von MichaelH Beitrag anzeigen
        Da gibt es auch noch Tipps:
        Akkus nicht bei kalten Temperaturen laden
        Ja, das mache ich schon. Der Akku wird immer im Keller mit zZ 12°C geladen und wird während der Arbeit ins Warme verfrachtet, damit er jetzt in der kalten Jahreszeit nicht draußen auskühlt.

        Kommentar


        • mariusgnoedel
          Erfahren
          • 11.05.2017
          • 326

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

          Wegen dem Aufladen: prinzipiell hängt wie in dem Dokument auch dargestellt die Lebensdauer u.a. wesentlich vom mittleren Ladezustand, Anzahl der (Teil)ladungen ab. Wenn man also den Akku nicht immer voll auflädt oder nur volllädt wenn es notwendig ist also z.B. nur wenn man weniger als 30% hat, hält er länger.

          Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
          Es gibt auch genügend Berichte, nach denen die e-bike-Akkus nach 2 Jahren futsch sind. Also versuche ich, dem Akku nach Möglichkeit die besten Bedingungen zu gewähren. Vielleicht hält dann auch China-Elektronik länger als gedacht.
          Der Akku (als ganzes) muss ja nicht unbedingt wegen den einzelnen Akkuzellen ausfallen, andere Gründe wären beispielsweise kaputte Elektronik, kaputte Kontakte, unzuverlässige Kontakte, ...

          Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
          Aber prinzipiell kann ich davon ausgehen, wenn solch ein Balancer funktioniert, muss ich mir um einzelne schlechter funktionierende Zellen keine Gedanken machen? Und muss auch nicht hochladen, damit mal alle wieder "einen gleichen Ausgangsstand bekommen"?
          Der Balancer sollte unabhängig davon funktionieren, ob man voll lädt oder nicht. (Die genaue Elektronik kenne ich nicht, prinzipiell könnte der Balancer auch erst ab einem bestimmten Ladezustand aktiv werden.)

          Kommentar


          • hrrh
            Erfahren
            • 18.03.2005
            • 444

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

            Zitat von mariusgnoedel Beitrag anzeigen
            Wegen dem Aufladen: prinzipiell hängt wie in dem Dokument auch dargestellt die Lebensdauer u.a. wesentlich vom mittleren Ladezustand, Anzahl der (Teil)ladungen ab. Wenn man also den Akku nicht immer voll auflädt oder nur volllädt wenn es notwendig ist also z.B. nur wenn man weniger als 30% hat, hält er länger.
            Für eine vernünftige Lebensdauer sollte die Ladeschlussspannung nicht zu hoch wählen. Kann der Hersteller bei der Auslegung der Ladeelektronik festlegen.
            Höhere Spannung gibt höhere nutzbare Kapazität (=mehr Akkuslaufzeit/Reichweite) aber viel schnellere Alterung (=schnellerer Kapazitätsverlust)

            Etwas Zurückhaltung bei Ladestrom, Entladestrom und Temperaturbereich wirkt ebenfalls extrem Akkulebensdauerverlängernd...
            ...und Kostentreibend!!!
            Der Akku (als ganzes) muss ja nicht unbedingt wegen den einzelnen Akkuzellen ausfallen, andere Gründe wären beispielsweise kaputte Elektronik, kaputte Kontakte, unzuverlässige Kontakte, ...
            möglich, aber extrem selten.

            Der Balancer sollte unabhängig davon funktionieren, ob man voll lädt oder nicht.
            Kann er prinzipbedingt nicht. Dafür bräuchte man ein richtiges BMS und das kostet GELD

            Kommentar


            • walnut
              Dauerbesucher
              • 01.04.2014
              • 633

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

              "Etwas Zurückhaltung bei Ladestrom, Entladestrom und Temperaturbereich wirkt ebenfalls extrem Akkulebensdauerverlängernd...
              ...und Kostentreibend!!!"


              Bist Du sicher, daß du das gemeint hast, was da steht?

              Kommentar


              • godfligher
                Anfänger im Forum
                • 30.01.2018
                • 38

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Perfekte Nutzung von LiIon-Akkus für lange Lebensdauer?

                Hallo
                Ich kenne zwar deine Ausrüstung nicht ... würde aber empfehlen
                voll wenn du nutzen möchtest und da spielt eine Lagerung 2 - 3 Tage keine Rolle
                und ca. 50% (du kannst bei dir ja keine Abschaltpunkte definieren) zum lagern.
                ca. 20°C Lagertemperatur gleichbleibend um es den Kerlchen gemütlich zu machen.
                Nimh und Blei wollen es immer voll, dann geht es denen gut.
                Ich verwende noch Lipos aus 2010 im Modellbaubereich 😊 nicht mehr so knackig, aber geht sogar noch als Powerbank unterwegs.
                mfg HF

                Kommentar

                Lädt...
                X