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  • Leonardo75
    Gerne im Forum
    • 26.11.2002
    • 59

    • Meine Reisen

    #21
    Zitat von Becks
    Wir haben seit 3 oder 4 Generationen einen Schleifbetrieb, ich war dort 12 Jahre lang neben der Schule/Uni beschäftigt. Ehemals wurden vor allem Feilen hergestellt (mein Vater ist Feilenhauermeister), mittlerweile hat sich der Bereich stark verschoben. Feilen sind Geschichte, der Betrieb wurde in eine Präzisionswerkzeugschleiferei umgewandelt und bearbeitet Werkzeuge zur Holz- Metall- und Papierverarbeitung. Also alles, angefangen von Messer für die Papierindustrie über Bohrer und Fräser bis hin zu Sägeblätter in allen Varianten.
    Beneidenswert, das klingt ja interessant. Allerdings bestehen die normalen Messer, mit denen wir draußen rumlaufen selten aus HSS, Hartmetall und ähnlich harten Materialien. Daher reichen für unsere Zwecke auch die einfachen Korund oder SiC Steine aus. Im Handbetrieb (ich meine hiermit, dass die Relativbewegung zwischen Messer und Schleifstein nur durch die menschliche Tätigkeit hervorgerufen wird und nicht durch eine Bewegung einer Schleifscheibe. Unter Banksteinen verstehe ich rechteckige Schleifsteine, die auch den Tisch (oder besser in einen Schleifsteinhalter) gelegt werden und über die man dann sein Messer bewegt und versucht (vor allen Dingen zu Beginn) den Schleifwinkel konstant zu halten.

    Zitat von Becks
    Zum Schleifen der Messer wurden entweder mit SiC-Scheiben (Streifenhobelmesser, HSS-Stahl), Diamant (Hartmetallmesser für die Papierindustrie) oder CBN (Rundmesser für die Gummiindustrie) verwendet. Und jo, die Scheiben sind für den "Normalgebrauch" zu teuer. Je nach Bauform kostet eine Scheibe zw. 300 und 1000 Euro und bestehen aus einem Alu- bzw Kunststoffgrundkörper auf den das Schleifmaterial aufgebracht ist. Die Herstller fallen mir nicht mehr ein, hier sind n paar Scheiben aufgeführt die ähnlich aufgebaut sind.
    Zudem sind die Scheiben auch nicht immer ganz einfach handhabbar. Freihandschleifen ist oftmals nicht drin, das Werkzeug muß ein einen passenden Träger eingespannt werden. Ansonsten vibriert es zu sehr und macht die Scheibe kaputt. Für den groben Vorschliff (defektes Material abtrennen, grob die Form vorschleifen) wurden natürlich grobere Scheiben aus SiC bzw. Korund verwendet.
    Andere Hersteller solcher Scheiben wären zum Beispiel Wendt oder Winter, die bauen Schleifmittel für harte Werkstoffe.

    Bei den einfachen Messern hast Du es anders als bei den von Dir genannten Werkstoffen mit Stählen zu tun, die bei übermäßiger Erwärmung an Härte verlieren können. Und gerade beim Schleifen tritt eine solche Erwärmung auf, wenn man nicht aufpasst. Sogar beim Schleifen von Hand können im Mikrometerbereich Erweichungen des Stahles auftreten, die genau den Bereich des Messers weniger brauchbar machen, den wir wiederherstellen wollten, die Schneide. Dazu muss die Schneide auch nicht unbedingt anlaufen und man selber spürt dabei auch kaum eine Erwärmung der Klinge.
    Daher nehme ich Abstand von allen ungekühlten maschinellen Schleifeinrichtungen für Messer (Bandschleifer, Schleifböcke (Doppelschleifer), Bohrmaschinenvorsätze, etc.).

    Zitat von Becks
    Zu CBN - soweit mir bekannt stehen die Einzelbuchstaben jeweils für die verwendeten Elemente (C Kohlenstoff, B Bor, N Nitrid), analog zu der Bohrerbeschichtung TiCN.
    Ich meine bei CBN kommt das von dem cubic Bornitrid. Als Bohrerbeschichtung kenne ich nur TiN, also Titannitrid (das Zeug wo die Bohrer dann so golden aussehen).

    Zitat von Becks
    Zu Leder:
    Ja, das kenn ich *g* Ich hab mal n Taschenmesser einem Metzger mitgegeben und konnte hinterher mich damit locker rasieren.
    Das ist bei einem Messer kein allzu großes Problem so eine Schneide herzustellen. Imm schön auf den Grat achten beim Schleifen, erst die eine Seite durchschleifen, bis sich ein Grat aufwirft und dann die andere, bis sichd er Grat wieder komplett aufstellt. Und danach noch den Grat entfernen. Wenn man es ein paar mal (oder auch ein paar Mal mehr) geübt hat, ist das keine große Kunst mehr.

    Zitat von Becks
    Aber wie gesagt: muß mich da noch in das Gebiet einarbeiten. Jetzt lohnt es sich auch nachdem ich angefangen habe, endlich meine Küche mit ordentlichem Werkzeug zu bestücken. Die 3-Euro Klingen aus dem Aldi ersestz ich lieber anstelle mir groß Gedanken um Schärfe zu machen.
    Was mir dabei nur Sorge macht ist, dass 95% aller Messer in dem Zustand, wie sie vom Hersteller kommen nicht ihre maximale Schärfe haben. Also schneidest Du mit den Aldimessern immer suboptimal, weil sie schon zu Beginn nicht richtig scharf sind. Allerdings sind auch die meisten teureren Messer nicht vernünftig geschärft, das beginnt meistens erst in den höheren Preisklassen, wo Geld weniger eine Rolle spielt, aber das ist ja fast überall so.

    Viele Grüße sendet Dir der Leo.
    Leos Messerschärfseite, jetzt auch mit Schärf-FAQ
    www.messer-machen.de/faq.htm

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    • Shirkan
      Fuchs
      • 12.09.2002
      • 1901

      • Meine Reisen

      #22
      wenn jedes Messer 100% scharf wäre, würde ich mich ja dauernd schneiden! ;)

      @Leo: woher hast du soviel Wissen über das Schleifen ? nur viel gelesen und dann selbst ausprobiert? oder arbeitest du in diesem Bereich(Büchsenmacher oder ähnliches) ?
      mfg
      Sebastian

      --
      Liebe das Leben. Lebe die Liebe.

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      • Leonardo75
        Gerne im Forum
        • 26.11.2002
        • 59

        • Meine Reisen

        #23
        Hallo Shirkan!

        Angefangen habe ich mit einem Teil vom Markt durch das man sein Messer durchziehen sollte und das nachher scharf sein sollte. Das Teil hat mir aber meine frühen Messer versaut und daher habe ich immer weiter gesucht. Und ich bin immer noch nicht fertig :wink:.

        Inzwischen habe ich etliche Schleifsteine und viele Vergleichsversuche gefahren und bin zu der Erkenntnis gekommen, üben muss sein. Die essentiellen Erfahrungen habe ich auf meiner Seite dargestellt. Jeder Schleifsteintyp hat meist Eigenschaften, die man von vorneherein kaum kennen kann. Da war es unumgänglich viel zu experimentieren. Man ist halt immer auf der Suche nach dem Besten aber das geht Dir sicherlich mit dem Outdoor Equipment bei Dir genauso. Nur gibt es bei Schleifsteinen kaum Testberichte.

        Ich habe ca. 7 Jahre lang alles Mögliche in punkto Messerschärfen ausprobiert und irgendwann angefangen eine Homepage zu basteln, weil ich in deutscher Sprache nichts gescheites gefunden habe. Die meisten Anleitungen gingen in die Richtung: Versuche mit Deinem Messer eine dünne Scheibe abzuschneiden und schon wird das Messer scharf. Das ist entschieden zu ungenau und außerdem erlebt damit der Anfänger immer nur Misserfolge. Wenn man es kann, dann versteht man vielleicht wie das funktioniert, aber für den Anfänger ist das viel zu undefiniert.

        Viele Grüße sendet Dir der Leo.

        Ich habe mein Maschinenbaustudium (Fachrichtung Verfahrenstechnik) in Aachen vor eineinhalb Monaten abgeschlossen und arbeite nicht in der Schleifbranche. Aber wer weiß was noch alles kommt.
        Leos Messerschärfseite, jetzt auch mit Schärf-FAQ
        www.messer-machen.de/faq.htm

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