Klamotten imprägnieren durch Wachsen?

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  • syzygy
    antwortet
    Naja, ich besitze eine der Filzlaus-Kniebundhosen (ohne irgendwelche Einlagen), und benutze sie als Standard-Wanderhose. Ja, sie kratzt ein wenig, aber soo schlimm isses nun auch wieder nicht, und Ja, im Hochsommer wird's heiß drin, dafür hält sie bis weit nach unten in den Temperaturbereich und ist einigermaßen winddicht.

    Beim Bund hatten wir (85/86) den Moleskin-Nachfolger als Feldanzug. Nach fünf Minuten durch den Frühtau robben war das Zeug patschnass und brauchte den ganzen Tag, um wieder zu trocknen. Da hätte ich im November gerne eine Wollhose gehabt... YMMV.

    Cheers,

    syzygy

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  • Bambus
    antwortet
    OT: Filzlaus war noch '77 bei den Gebirgsjägern im Einsatz, allerdings als Kniebundhose und Feldjacke. Wir hatten auch die grünen langen Unterhosen (hab ich heute noch) und die langen, schnell stinkenden Wollstrümpfe und miserable Bergstiefel (hab damals meine Privaten umgewidmet) und so einige andere "Altbestände" (Hotschkiss aka Unterlegkeile für den Leo und den Schmiergeld"panzer" HS 30)

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  • cast
    antwortet
    Die Filzlaus wurde 59 eingeführt und eigentlich nach ein paar Jahren wieder aufgegeben.
    Auf den Oberschenkeln unter der Verstärkung war ein Einlage die das Teil dort wasserdicht machte, von innen und von außen.
    Ich hatte mal eine Hose als man die noch in wenigen Größen kaufen konnte. Habe ich schnell weiter verschenkt.
    Gab wohl sogar eine spezielle Unterhose dafür, weil ohne war das Ding nicht zu tragen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Feldan...5%E2%80%931960)

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  • Bambus
    antwortet
    "Die Filzlaus kann man auch nur bei Kälte und mit langer Unterwäsche tragen." -
    Und wenn der Kommandeur am 1.10 'Winter' befielt war das echt sch.... Hatte sich aber i.d.Regel nach 3-4 Tagen erledigt.
    Aber im Winter, Nachts, Tor-Wache bei < -15°, da war man verdammt froh um das Zeugs. Nur an Leder oder Kunststoffeinsätze (gabs glaube ich bei keinem Ausrüstungsteil) kann ich mich nicht erinnern (Ende der 70'er), einfach warmes, kratzendes Filzzeugs ohne jede Raffinesse.

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  • cast
    antwortet
    Und gute Wolle ist so gut wie unzerstörbar ......
    Ist sie nicht.
    Lodenhosen sind bei weitem nicht so stabil wie es scheint. Da gibts im Dauergebrauch richtig Probleme. Ich habe gerade Bilder eine Lodenhose gesehen die nach 2 Jahren zwischen den Beinen durchgelaufen ist, crotch blowout wie bei Jeans.
    Eine Jagdhund Alpin, teure Sachen aus erstklassigem Loden mit Kamelhaar.
    Deswegen war da vor 100 Jahren ein Stück Leder verarbeitet als es noch keine Alternativen zu Wolle gab und man mehr Erfahrung damit hatte.
    Die Filzlaus kann man auch nur bei Kälte und mit langer Unterwäsche tragen.
    Das Zeug ist unzerstörbar aber auch steif und unbequem und die Plastikeinlage über den Schenkeln stört und man schwitzt drunter, also ich schwitze drunter.
    das Zeug wurde mit Recht bald bei der BW aussortiert.






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  • syzygy
    antwortet
    Zitat von janphilip Beitrag anzeigen
    Ich hab in den letzten Tagen viel über "Loden" gelesen und finde das Material sehr interessant.
    Habe allerdings bisher keine Erfahrungen damit und wollte eh mal fragen ob hier jemand ne Jacke oder einen Schuh aus dem Material besitzt..

    Wirklich wasserdicht werden solche Natur Materialien nicht sein aber wenn es an Softshell rankommt ist mir das schon Recht..
    Ich hab Janker und ne Pfadi-Juja aus gewalkter Wolle (was glaube ich *nicht ganz* dasselbe wie Loden ist...) sowie diverse Pullover und ne alte Bundi-"Filzlaus"-Kniebundhose. Bin mit den Teilen super glücklich (außer dass die Juja nen etwas unglücklichen Schnitt hat...)

    Die Wolle hat ein sehr angenehmes Tragegefühl über nen großen Temperaturbereich. Richtig wasserdicht ist sie natürlich nicht, aber es dauert, bis sie durchsappt, und auch dann wärmt sie noch einigermaßen und klebt nicht an dir wie z.B. ne nasse Jeans. Und gute Wolle ist so gut wie unzerstörbar, die Bundi-Hose z.B. ist aus den Sechzigern -- im Gegensatz zu modernen Jacken, wo dir nach ein paar Jahren schon mal die Membran zerbröselt...

    Bin auch bei Unterwäsche auf Wolle umgestiegen, weil man sie wirklich einige Tage tragen kann, ehe sie zu müffeln beginnt, und wenn man Merino wählt, kratzt es nicht mal besonders.

    Bei der UL-Fraktion machst du dir damit natürlich keine Freunde, schwer ist das Material schon. Und wenn es einmal nass ist, dauert es auch ewig und drei Tage, bis es wieder trocken ist. Von daher ist mein Fazit, Wolle ist super für Daytrips und kleinere Touren am Berg, wo ein Kilo mehr im Rucksack noch nicht verhängnisvoll ist. Wenn es richtig anspruchsvoll wird (Hochtouren, das ist aber nicht meine Domäne), würde ich auf moderne Materialien ausweichen.

    Cheers,

    syzygy

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  • wilbert
    antwortet
    :-D

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  • markrü
    antwortet
    Zitat von transient73 Beitrag anzeigen
    Wenn in Paraffinwachs Parafin enthalten ist, was ist dann in Otterwachs.....?
    Und was ist erst mit Babyöl?

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  • Bambus
    antwortet
    Zitat von Leidwolf Beitrag anzeigen
    ...ein flüchtiges Lösungsmittel (Waschbenzin?)...

    Eher nicht flüchtig, die Konsistenz bleibt wie sie ist. Ich vermute wegen der englischen Bezeichnung "oilskin" eher ein nicht durch Polymerisation verhärtendes Öl.
    Muß mal die Inhaltsangabe auf der Dose lesen und nen Test machen ob sich eine Probe an Luft verändert, wenn ich wieder zuHause bin.
    cast, zu Otterwach hast du recht "No Petroleum". Aber die Stücke sind auch nicht pastös sondern eher hart.

    Bis zu einem gewissen Teil werden wohl die meisten pastösen Wasserabweisenden Mischungen mit etwas Leinöl (oder einem anderen polymerisierenden Öl) oder Balsamterpentin arbeiten, sofern sie nicht völlig auf Paraffine, Petrol und Silikom basieren, was nicht grundsätzlich schlecht sein muß.

    Vielleicht muß ich mal wieder ein wenig Hexenküche spielen

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  • transient73
    antwortet
    Wenn in Paraffinwachs Parafin enthalten ist, was ist dann in Otterwachs.....?

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  • cast
    antwortet
    Statt Paraffinhaltigem Wachs kann man auch Otterwachs verwenden, nur natürliche Sachen drin.

    https://www.otterwax.com/

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  • cast
    antwortet
    Wirklich wasserdicht werden solche Natur Materialien nicht sein aber wenn es an Softshell rankommt ist mir das schon Recht..
    Wasserdicht würde ja bedeuten Wasserdampf bliebe drin, das wäre ja ein Nachteil wie bei Membranen.
    Je nach Konstruktion sind Lodenjacken begrenzt dicht auch gegen Wind.
    Also eine klassische Softshell.
    Es wird nur leider im Zuge der Mode auch einiges an Krempel angeboten.

    Obige Schladminger haben damit nix zu tun weil gestrickt und nicht gewebt.
    Statt einem Schladminger ist ein klassischer Isländer ebenso wasserunempfindlich.

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  • Leidwolf
    antwortet
    ...ein flüchtiges Lösungsmittel (Waschbenzin?)...

    Eher nicht flüchtig, die Konsistenz bleibt wie sie ist. Ich vermute wegen der englischen Bezeichnung "oilskin" eher ein nicht durch Polymerisation verhärtendes Öl.

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  • Bambus
    antwortet
    Zitat von Leidwolf Beitrag anzeigen
    Moin²,
    ich habe mich mit dem Thema nach vielen Jahren Abstinenz auch mal wieder beschäftigt. Es gibt grundsätzlich zwei Varianten: die "Grönlandwachs" ähnlichen (80% Paraffin + 20% Bienenwachs) und die Barbour ähnlichen (die Zusammensetzung habe ich nicht herausfinden können, es ist aber noch eine schmierig ölige Komponente drin). Dei zweite Variante ist (etwas) dichter, aber auch klebriger, wenn neu und schwerer, weil immer(?) mit Futter verarbeitet
    Ich habe gute Erinnerungen an meine Motorradjacke (Hein-Gericke Tornado), die Leder und Wachscotton kombiniert hatte. Das Nachwachsen war eine große Schweinerei und keiner wollte einen danach in seinem Auto mitfahren lassen....
    Ich habe hier eine ganz brauchbare Beschreibung des Prinzips gefunden: https://www.outsideonline.com/229852...d-cotton-works

    Viele Grüße aus dem Norden,
    Ulf
    Klebriger - dann sind vermutlich Harze (Kolophonium?) beigemischt und ein flüchtiges Lösungsmittel (Waschbenzin?), um die Ingredienzien streichfähig zu machen.

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  • janphilip
    antwortet
    Zitat von wilbert Beitrag anzeigen
    Die meiste Schafwolle die verarbeitet wird, ist leider komplett denaturiert und weitgehend entfettet. (In jungen Jahren habe ich mal in einer Wollspinnerei gejobbt).
    Um den höheren Fettgehalt in der Wolle wieder herzustellen, löse ich etwas Lanolin in heißem Wasser auf und gebe es der Handwäsche hinzu.
    https://finkhof.de/kosmetik/naturkosmetik/457/wollfett


    Die Kombination von eng gewebter Baumwolle als "Softshell" und fetter Wolle als "Liner" wurde in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich eingesetzt.

    VG. -WIlbert-
    Lustig, dass dieser Thread hier gerade auftaucht.
    Ich hab in den letzten Tagen viel über "Loden" gelesen und finde das Material sehr interessant.
    Habe allerdings bisher keine Erfahrungen damit und wollte eh mal fragen ob hier jemand ne Jacke oder einen Schuh aus dem Material besitzt..

    Wirklich wasserdicht werden solche Natur Materialien nicht sein aber wenn es an Softshell rankommt ist mir das schon Recht..

    PS: Zumal einige der auf dem Markt befindlichen Membranen auch nicht dauerhaft wasserdicht sind..

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  • Leidwolf
    antwortet
    Moin²,
    ich habe mich mit dem Thema nach vielen Jahren Abstinenz auch mal wieder beschäftigt. Es gibt grundsätzlich zwei Varianten: die "Grönlandwachs" ähnlichen (80% Paraffin + 20% Bienenwachs) und die Barbour ähnlichen (die Zusammensetzung habe ich nicht herausfinden können, es ist aber noch eine schmierig ölige Komponente drin). Dei zweite Variante ist (etwas) dichter, aber auch klebriger, wenn neu und schwerer, weil immer(?) mit Futter verarbeitet
    Ich habe gute Erinnerungen an meine Motorradjacke (Hein-Gericke Tornado), die Leder und Wachscotton kombiniert hatte. Das Nachwachsen war eine große Schweinerei und keiner wollte einen danach in seinem Auto mitfahren lassen....
    Ich habe hier eine ganz brauchbare Beschreibung des Prinzips gefunden: https://www.outsideonline.com/229852...d-cotton-works

    Viele Grüße aus dem Norden,
    Ulf

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  • Becks
    antwortet
    Deswegen auch Schladminger. Das ist Traditionshandwerk. Immer wenn ich aus den Handschuhen raus kam waren die ordentlich speckig/fettig. Da ist noch das Wollfett drin in den Dingern. Warm sind sie auch - meine ersten 4000er habe ich damit bestiegen, und mein Vater hielt in den Handschuhen sich immer das Gipfelbier kalt.

    Und mein Vater schwor auf seinen Schladminger Pulli, vor allem bei nebligem Wetter und Nieselregen.

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  • wilbert
    antwortet
    Die meiste Schafwolle die verarbeitet wird, ist leider komplett denaturiert und weitgehend entfettet. (In jungen Jahren habe ich mal in einer Wollspinnerei gejobbt).
    Um den höheren Fettgehalt in der Wolle wieder herzustellen, löse ich etwas Lanolin in heißem Wasser auf und gebe es der Handwäsche hinzu.
    https://finkhof.de/kosmetik/naturkosmetik/457/wollfett

    ... sondern eher ein wenig retro unterwegs.
    Die Kombination von eng gewebter Baumwolle als "Softshell" und fetter Wolle als "Liner" wurde in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich eingesetzt.

    VG. -WIlbert-
    Zuletzt geändert von wilbert; 15.01.2021, 19:35.

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  • Becks
    antwortet
    Ich würde mir die Kleidung passend wählen, und anstelle von Baumwolle auf Schurwolle setzen. Die ist von Haus aus mit Wollwachs, und das hält ziemlich gut dicht. So etwas in der Art. Kannst ja mal bei den Herstellern fragen. Die stellen z.B. auch Fäustlinge her. Habe ich auch welche daheim, die sind gut, wenn auch nicht ideal für Skitouren.

    Schladminger haben noch einen Vorteil: da stehen immer die Härchen/Wollfasern etwas aus der Oberfläche raus. Das filtert bereits eine ganze Menge an Feuchtigkeit heraus, und es bildet sich eine Art Wasserschild (so wie bei Haaren wenn man im leichten Regen/Nebel unterwegs ist).

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  • wilbert
    antwortet
    Ja, das Benzin verflüchtigt sich bei Erwärmung.
    Zurück im Gewebe bleibt das Bienenwachs, was dementsprechend angenehm duftet.
    Textilien habe ich so noch nicht behandelt, könnte mir aber vorstellen, dass es funktioniert. Der Stoff wird wahrscheinlich sehr steif aushärten. Daher würde ich nicht die ganze Jacke so stark wachsen.

    Ein Kollege hat einmal seine FR-Jacke partiell mit "Barbour cotton dressing" imprägniert.
    Da bei einer Vollimprägnierung die Atmungsaktivität vom Gewebe größtenteils verloren geht, hat er nur die Schulterpartien und die Kapuze behandelt.

    Richtig wasserdicht war es am Ende natürlich auch nicht.

    VG. -Wilbert-
    Zuletzt geändert von wilbert; 14.01.2021, 21:36.

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