Der Totaltest: Ausrüstung für 8 Tage Solotour in Lappland

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Voronwe
    Erfahren
    • 03.04.2008
    • 437

    • Meine Reisen

    #21
    AW: Vier Jahre später: Update zum Totaltest - Ausrüstung für Lappland

    Zitat von Taffinaff Beitrag anzeigen

    Kaffee
    Immer noch keine perfekte Lösung gefunden, aber ich komme der Sache näher. Nescafe wird aus Prinzip abgelehnt, Brühkaffee mit Milch ist das Ziel. Die Technik ist inzwischen so, dass gemahlener Kaffee mit Milchpulver gemixt in ein Kunststoffsiebchen kommt, das wird in den Becher gehängt, mit heissem Wasser übergossen und nach drei Minuten rausgenommen. Das Ergebnis ist schon recht gut, aber die Technik verbesserungswürdig, da das Sieb manchmal reinfällt und dann hat man wieder Krümel im Kaffee. Ich denke inzwischen an so etwas:
    https://www.herbstoponline.com/produ...h-drip-catcher, mit mittelgrob gemahlenem Kaffee sollte das wohl gut funktionieren.
    Wenn Du Nescafe ablehnst (kann ich verstehen): Es gibt auch Instantkaffee von Jacobs, den hatte ich letztes Jahr im Urlaub in Norwegen dabei und hat eigentlich ganz gut geschmeckt.
    "We aren't lost! We only don't know where we are!" - Cartman

    Kommentar


    • LihofDirk
      Freak

      Liebt das Forum
      • 15.02.2011
      • 12795

      • Meine Reisen

      #22
      AW: Vier Jahre später: Update zum Totaltest - Ausrüstung für Lappland

      Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
      Wenn Du Nescafe ablehnst (kann ich verstehen): Es gibt auch Instantkaffee von Jacobs, den hatte ich letztes Jahr im Urlaub in Norwegen dabei und hat eigentlich ganz gut geschmeckt.
      Oder google mal nach "Instant Kaffee Fairtrade", da gibt es etliches (und für Fairtrade zahle ich gerne einen Aufpreis der geringer ist als das Abpacken in Aluminiumkapseln bei Nescafe kostet)

      Kommentar


      • Juhla
        Erfahren
        • 19.01.2011
        • 199

        • Meine Reisen

        #23
        AW: Vier Jahre später: Update zum Totaltest - Ausrüstung für Lappland

        Jetzt können wir wohl fast einen Kaffee-Faden aufmachen.
        Die genannte Marke kommt mir ebenfalls nicht ins Haus bzw. Zelt. Es gibt aber nicht nur Fairtrade Instant Kaffee sondern auch Cappuccino (inkl. Zucker, Milch, Kakao) so gehandelt und seltener auch Espresso. Besonders der Cappuccino ist im Winter bei den Mitreisenden immer gern gesehen.
        Meine Homepage: www.nordwinter.de

        Kommentar


        • sudobringbeer
          Administrator

          Administrator
          Fuchs
          • 20.05.2016
          • 2399

          • Meine Reisen

          #24
          AW: Vier Jahre später: Update zum Totaltest - Ausrüstung für Lappland

          Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
          Oder google mal nach "Instant Kaffee Fairtrade", da gibt es etliches (und für Fairtrade zahle ich gerne einen Aufpreis der geringer ist als das Abpacken in Aluminiumkapseln bei Nescafe kostet)
          OT:
          Nescafe != Nesspresso aber ja beides gehört zu Nestlè

          Kommentar


          • Taffinaff
            Dauerbesucher
            • 03.01.2014
            • 789

            • Meine Reisen

            #25
            Neues aus Lappland

            Hier nach weiteren Touren in Lappland dann wieder mal ein paar Updates zur Ausruestung.

            Rucksack: Der Osprey Exos 58 hat sich ja nun jahrelang bewährt, aber da zuletzt das Gepäck etwas schwerer wurde, war ein stabileres Modell gefragt. (Wegen Coronavirus wollte ich mich dieses Jahr nicht auf irgendwelche Einkaufsmöglichkeiten im Fjäll verlassen und habe dann Proviant fuer eine Woche mitgeschleppt, bloss um festzustellen, dass mir schon 3000 kcal/Tag zuviel sind, trotz bis zu zehn Stunden Wandern im Gebirge, was natuerlich gerne 5000 verbraucht. Aber ich bin einfach nicht hungrig genug, bei Touren unter einer Woche bleibt von den 3000 unweigerlich was uebrig. Der Leistung tut das keinen Abbruch, aber das gilt natuerlich nur fuer kuerzere Touren, jenseits von ein-zwei Wochen kann das nicht gutgehen.) So hatte ich also gute 5 kg Proviant und Brennstoff dabei. Neu in diesem Jahr war ein Rucksack The North Face Banchee 50 . Ein kleineres Modell des Banchee hatte ich schon seit frueher und fand vor allem das Tragesystem sehr bequem und den ganzen Rucksack trotz des geringen Gewichts solide und gut konstruiert. Das 50er Modell hat neuerdings ein System, bei dem man sowohl die Rueckenlänge als auch die Ladekontrolldingense, oder wie sich diese kleinen Riemen ganz oben nun nennen mögen, schnell verstellen können soll, ohne den Rucksack abzunehmen. Ich habe das mit der Rueckenlänge nicht unterwegs benutzt, mangels Anleitung musste ich erstmal rumprobieren und es dauerte eine Weile, bis ich mich ueberhaupt traute, so kräftig an dem dafuer zuständigen Schnuerchen zu ziehen, dass sich da was bewegte. Wie sich die ganze Geschichte dann innerlich arretiert, habe ich nicht verstanden, aber da es mir mit einmal einstellen reichte, war das auch nicht direkt nötig. Die Verstellung fuer die oberen kleinen Gurte habe ich gelegentlich benutzt und fand sie ganz angenehm. Insgesamt ist der Rucksack leicht konstruiert, aber durchaus robust, ich hatte keine Bedenken ihn auch mal gegen Steine zu hauen usw. Der Boden erscheint allerdings tendentiell etwas schwächlich, weiss nicht, ob das vielleicht Probleme geben kann. Der Innenraum ist geräumig und die Aufteilung der Aussentaschen praktisch, ich habe da ausser Regenzeug solche Dinge drin wie die Unterlage fuer das Zelt, das Aussenzelt (wenn nass) und den Regenschutz fuer den Rucksack. Mit der Last von anfangs etwa 16 kg kam der Rucksack gut zurecht und war damit auch nach vielen Stunden noch recht bequem ohne Druckstellen usw. Das Volumen von angeblich 50 L war eher knapp fuer meine Zwecke, aber es ging, die ersten drei Tage hatte ich das Zelt aussen drangeschnallt.

            Zelt: Tarptent Scarp 1 Das Scarp hat jetzt drei Touren in Lappland mitgemacht und hat sich bestens gehalten. Bei Schlechtwetter ist es sehr angenehm, dass man mit ein paar Handgriffen das Innenzelt ein- und aushängen kann (Aufbauen bei Regen: Aussenzelt aufstellen, Regenzeug ausziehen, allen nassen Kram auf eine Seite lagern, dann Innenzelt einhängen, so bleibt alles trocken, was nicht schon nass ist. Beim Abbauen geht es umgekehrt, erst alles trocken einpacken, dann das Aussenzelt zuletzt einpacken). Man kann auch sehr bequem den Raum im Vorzelt kleiner oder grösser machen, indem man das Innenzelt teilweise aus- oder einhängt, Platz genug hat es auf jeden Fall. Mit sämtlichem Zubehör - zwölf stabile Heringe, extra Leinen, Footprint, Säcke, Reservesegment fuer den Bogen - wiegt es unter 2 kg, das finde ich fuer ein geräumiges, Lapplandtaugliches 3+ Saisonzelt akzeptabel. Wenn ich es nochmal kaufen sollte, wuerde ich vielleicht auch an das grössere Modell Scarp 2 denken, das ist nicht viel schwerer und hat noch mehr Sitzhöhe, wäre fuer eine Person ein Palast, fuer zwei wohl auch noch gut.

            Schlafsack: Feathered Friends Puffin Nano 20 Grösse L Trotz gegenteiliger Beteuerungen immer noch in Gebrauch, aber fuer die nächste Tour werde ich mich nach einer leichteren Variante umsehen. Die “semi-rectangular” Bauweise ist zwar sehr bequem fuer Bauchschläfer, aber inzwischen habe ich gemerkt, dass es auch anders geht, und der Gewichtsnachteil ist doch nicht unerheblich.

            Packsack OPsak 12x20. Entdeckte ich zufällig und erwarb sie zum Ausprobieren. Ein robuster Packsack, der mit Geruchsdichtigkeit Werbung macht. Mir selbst ist es eher egal, ob das Zelt nach Kaffee riecht, aber hinsichtlich Getier villeicht eine Ueberlegung wert? Man hört ja durchaus manchmal von Fuechsen oder Mäusen usw, die nachts Löcher in Rucksäcke nagen. Fand ich sehr praktisch, auch um den Proviant bisschen zusammenzuknautschen. Dass der Verschluss lange hält, möchte ich allerdings bezweifeln.

            Handy/Kamera: IPhone SE immer noch in Gebrauch, allerdings ist die Kameralinse inzwischen so verstaubt, dass ich zuletzt eine richtige Kamera mitnahm, eine Fujifilm X20 nämlich. Klare Sache, dass die bessere Bilder macht, allerdings ist sie doch eher unhandlich, indem sie nicht in die Huefttaschen am Rucksack passt. Habe sie dann um den Hals gehängt und das ging gut. Die Batterie hält eine Woche durch, duerfte so etwa 400 Aufnahmen entsprechen.

            Karten: Calazo hat ja inzwischen sowohl 1:50 000 als auch 1:25 000 fuer viele Gegenden in Schweden herausgebracht. Die erstere fand ich sehr praktisch und werde nicht ohne Not zu 1:100 000 zurueckgehen.

            Höhenmesser/Barometer/Kompass/Uhr/Thermometer: Highgear Altitech-3
            Benutze ich immer noch, aber da ich im Grunde nur die Höhenmesserfunktion brauche, werde ich mich demnächst wohl mal nach einer passenden Sportuhr umsehen. Bin ein grosser Freund von Polar Sportuhren und benutze die sowohl im Alltag als auch fuer Training, aber da haben anscheinend nur die schweineteuren Spitzenmodelle den barometrischen Höhenmesser dabei, das muss ich mal weiter erforschen.

            Kompass: Silva Ranger Nach jahrelangem Gebrauch stellte sich da unlängst heraus, dass die Nadel nicht mehr nach Norden zeigt. Krass. Es ist wohl doch was daran, dass man Kompanten nicht in der Nachbarschaft von Elektronik aufbewahren soll. Weil das natuerlich erst unterwegs auffiel, wurde dann das fast identische Nachfolgemodell erworben.

            Stirnlampe: Die Zebralights haben sich ja durchaus bewährt, aber nunmehr wurde das ganze Konzept mit den Batterien umgemacht. Stirnlampe ist nunmehr eine Armytek Wizard Magnet USB. Als Vorteil sehe ich da neben der Lichtstärke und Batteriekapazität, dass die Batterie mit dem Powerpack austauschbar ist. Robust und einfach bedienbar ist sie auch.

            Strom unterwegs: Normalerweise kommt das Handy zum Fotografieren mit und das braucht nach ein paar Tagen eine Aufladung. Das Inreach hält wochenlang ohne Nachladung durch, wenn man es im “extended tracking” Modus betreibt, d.h. Wegpunkte alle 30 Minuten und Nachrichtenabfrage nur manuell. Strom also: Solarlader und Powerbank Thrunite C2 mini. Nach verbreiteter Ansicht ist es am sinnvollsten, tagsueber das Powerbank mit Sonnenstrom zu laden und abends die andere Geräte aus dem Powerbank. Vorteil mit dem Thrunite ist, dass der Akku gleichzeitig als Reservebatterie fuer die Stirnlampe dienen kann (oder umgekehrt kann man die Batterie aus der Lampe in das Powerpack stecken und mit Solarstrom aufladen). Alles in allem ist es aber etwas viel Geraffel und bei kuerzeren Touren im Sommer kann man wohl auf das Powerpack verzichten und sich auf den Solarstrom verlassen.

            Packsack: Ultra-Sil® eVent Compression Dry Sack in verschiedenen Grössen inzwischen fuer Schlafsack, sowie im Winter fuer die dicke Daunenjacke in Gebrauch und funktioniert bestens. Hat mir bei einem Malheur mit einer Trinkflasche (s.u.) den Schlafsack gerettet.

            Kocher: Ich war jahrelang mit dem kleinen Evernew Spirituskocher sehr zufrieden, aber jetzt wollte ich mal sehen, wie es mit Gas so geht. Die Wahl fiel auf einen GSI Pinnacle 4 Season Stove . Ein ganz ähnliches Modell gibt es auch als Aufschraubversion, aber im Hinblick auf Lappland fand ich die Argumente fuer den Schlauchkocher relevant - dichtsitzender Windschutz ohne Explosionsrisiko, weniger kippelig und Möglichkeit fuer Fluessiggasbetrieb. Das Kocherchen macht einen soliden Eindruck und ist gut verarbeitet. Benutzung ist unkompliziert (wenn man erst mal kapiert hat, wie man die Beine auf- und zufaltet, ein Notenpult ist Kinderkram dagegen) und an der Heizleistung gibt es gar nichts zu bemängeln. Gewichtsvorteil gegenueber dem Spirituskocher eher unbedeutend, speziell da jener auch muehelos zum Holzofen umfunktioniert werden kann (aber solange man nicht im waldlosen Kahlfjäll unterwegs ist, kann man natuerlich auch so auf irgendeinem Feuerchen kochen). Wieviel ich da verbraucht habe, kann ich nicht sagen, da ich wegen einer ungeplanten Änderung der Rueckreise die angebrochen Kartusche nicht mit nach Hause nehmen konnte. Jedenfalls war nach sechs Tagen noch einiges drin (230 g Kartusche mit Primus Power Gas, Temperaturen 5 bis 15 Grad, mässig windig, mit Windschutz, morgens 800 ml Wasser kochen, abends 500 ml, gelegentlich ein Käffchen zwischendurch). Wird weiter erprobt.

            Windschutz für den Kocher: Den QiWiz Titanium UL Windscreens habe ich in zwei Grössen und der passt gut auch fuer den neuen Kocher. Sehr leicht, handlich und unkaputtbar. Kommt wieder mit.

            Trinkbecher und Topf: Evernew Titanium Ultra Light Mug Pot in zwei Grössen. Die Qualität ist ueber jeden Zweifel erhaben, leicht, robust, funktionell. Alle zwei dabeizuhaben ist fuer Solisten ja eher Luxus, indem man dann Freuhstuecksbrei und Kaffee gleichzeitig fertighaben kann. Fand ich dann aber gewichtsmässig vetretbar.

            Fertigmahlzeiten: Bläh. Hatte ich zuletzt noch ein paar dabei, aber sogar die von Blå Band machen mir öfter Magenbeschwerden als nicht. Auch ist das vegetarische Angebot allgemein eher beschränkt. Kommen nicht wieder mit. Schnellnudeln mit Varma Koppen Minestrone geht genauso gut. Geriebenen Hartkäse, Pecorino z.B., kann man auch sehr gut dabei haben zum Drueberstreuen (aber nicht zum Reinruehren - ausser man will dann ne Viertelstunde mit Töpfeschrubben verbringen).

            Stiefel: Meindl Island MFS Active GTX haben sich jahrelang bewährt und sind unschlagbar bequem. Aber auf Dauer unnötig schwer und in ihrer ganzen Robustheit werden sie selten wirklich gebraucht. Hauptargument ist eigentlich, dass sie problemlos Steigeisen können, was hochoben im Gebirge, oder frueh in der Saison mal eine Rolle spielen kann. Aber inzwischen bin ich auf eine leichtere Alternative gekommen: Scarpa Zodiac Plus GTX . Entdeckt habe ich sie hier:
            https://www.outdoorgearlab.com/revie...odiac-plus-gtx . Habe sie jetzt auf einer einwöchigen Tour in Lappland getestet, wo eigentlich alles dabei war - Waldweg, Matsch, Steine, steiles Geröll, Altschnee, Regen, lange Tage bis zu 10 Std unterwegs. Bisher bin ich angetan. Sie sind bequem, habe ganz am Anfang prophylaktisch Blasenpflaster benutzt aber wahrscheinlich wäre das auch nicht nötig gewesen. Abends waren die Fuesse muede, aber ich nehme an, dass das eher an dem schweren Rucksack lag als an den neuen Schuhen. Die Sohlen sind tauglich fuer jedes Gelände diesseits von regelrechter Kletterei. Wasserdicht sind sie natuerlich auch. Also bisher haben sie meine Empfehlung.
            (Der Hersteller gibt nicht ausdruecklich an, dass sie steigeisentauglich seien und ich habe noch keine Gelegenheit gehabt, das zu testen. Aber in dem obengenannten Test wird das durchaus so beschrieben.)

            Zweitschuhe: Zum Waten und fuer abends im Camp. Unentschieden zwischen leichten Trailrunnern und Tevas. Die Tevas haben die besseren Sohlen und sind schneller trocken, aber die Trailrunner sind leichter und kompakter.

            Stöcke: Black Diamond Distance F/L 120-140 cm Immer noch in Gebrauch und ueberzeugen immer noch durch Unverwuestlichkeit.

            Wasserflasche: Platypus DuoLock Soft Bottle 2000ml. Der Verschluss und der Karabinerhaken zum Aufhängen sind kluge Lösungen und die ganze Flasche sehr praktisch und leicht. Aaaber: nach nicht mal drei Wochen Gebrauch war sie leck! Die Verklebung zwischen Wand und Verschluss war kaputtgegangen und die Flasche unbrauchbar. Gut, dass ich das ältere Modell als Reserve dabeihatte.

            Strümpfe: Neu dabei sind Darn Tough M's Light Hiker Micro Crew Light Cushion (Warum können die nicht einfach “Wanderstruempfe mittellang” heissen?) Die haben sich sehr bewährt, unkompliziert, schnell trocken, solide. Hätte ich mal frueher drauf kommen können.

            Taffi
            Zuletzt geändert von Taffinaff; 10.10.2020, 15:30.

            Kommentar

            Lädt...
            X