Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

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  • HUIHUI
    Fuchs
    • 07.08.2009
    • 2140

    • Meine Reisen

    Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

    http://innovisions.de/beitraege/sport-wie-scientific-wellness/

    Es wird sehr schön eine Entwicklung aufgezeigt die so auch fast identisch im Outdoorbereich zu beobachten ist.
    Da werden Packlisten gemacht, jeder mumpitz wird optimiert, nur das wichtige, das nicht greifbare, die eigene Erfahrung, die ist vollkommen nebensächlich geworden.

    Im Outdoorbereich sehe ich da einige zusätzliche Faktoren:

    - der "ichmachwasdamitichsagenkanndashabichauchschongemacht" Faktor
    - der "ichmachtollebilderweilnurbilderanderenzeigenwietolldietourwar" Faktor
    - der "wenndieausrüsungnichtoptimiertistkanndietourkeinenspassmachen" Faktor

    Vorallem im Forum sehe ich viele Touren die komplett auf extrinsischen Faktoren gewählt, geplant und durchgeführt werden. Die eigenen Erlebnisse und der mögliche Gewinn der eigenen Erkenntnis und Erfahrung rückt gefühlt mehr und mehr in den Hintergrund, das inszenieren und produzieren des eigenen Wunschselbst immer mehr in den Vordergrund.

    Ich würde mich über Meinungen zu der Entwicklung freuen, vorallem aus der "500e Schlafsack zum pennen im Harz" oder "UL 50g Gewichtsersparnis für 200e" Gruppe.
    Ich bin ziemlich einfach. Ich trinke guten Wein, das ist konzentrierter Sonnenschein.

  • willo
    Administrator

    Administrator
    Lebt im Forum
    • 28.06.2008
    • 9799

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

    Ganz einfach: Ich lebe mein Hobby so aus wie es mir gefällt. Das es andere gibt die das länger machen und die Jüngeren und neue Entwicklungen als nicht "real" ansehen gibt es in jeder Jugendkultur und in jedem anderen Hobby. Menschen möchten sich eben von der Masse abheben.
    Meine Fotos ziehen um: http://500px.com/baryt/sets

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    • lina
      Freak

      Vorstand
      Liebt das Forum
      • 12.07.2008
      • 37509

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

      Das Wesen einer Kolumne ist oft der eingeschränkte Blickwinkel
      Ich finde, ergänzend, man sollte Schnelligkeit nicht per se mit Leistungswillen/Grenzgängen verbinden.
      Kann auch einfach, und ohne jede Verbissenheit, ein Ausdruck von Lebensfreude sein.
      Das muss Leichtsinn nicht ausschließen, kann aber.

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      • Wanderzwerg
        Fuchs
        • 09.07.2009
        • 1198

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

        Hallo,

        Viele Themen werden gemischt, ob das zusammenhängt und eine gesellschaftliche Entwicklung ist oder teilweise unabhängige einzelphänomene bleibt unbewiesen.

        1) Zum Artikel:
        Bei Kindern sehe ich die Entwicklung durchaus, aus Angst einen optimalen Start ins Berufsleben zu verpatzen, wird der Wert des scheinbar unstrukturierten Tobens und Spielen zu wenig geschätzt. Schon früh muß ein Kind gefördert werden. Gespräche mit eltern aus China, UK, USA usw, zeigen mir das wir in Deutschland da wohl ehr noch am Anfang der Entwicklung stehen.

        2) Berufsleben:
        Ich bin erst seit knapp 20 Jahren im Berufsleben, aber in der Tat, der Druck ist gestiegen, muß er auch. In der Industrie kämpfen wir (z. Zt. sehr erfolgreich) unsere Produkte weltweit zu marktgerechten Preisen zu verkaufen. Wenn der fernöstliche Wettbewerb zu einem Bruchteil unseres Lohnes arbeitet, müssen wir halt effektiver arbeiten, dümmer als wir sind die nämlich nicht.

        3) Freizeit im allgemeinen:
        ist das so, wie er es beschreibt, bei mir nicht, bei meiner Frau nicht, bei meinen Freunden nicht, aber vieleicht lerne ich diese Menschen nicht kennen, weil sie die ganze Zeit mit optimierter Freizeit verbringen statt gemeinsam zu Essen, wandern Fahrradfahren, Kanufahren, im Biergarten abhängen, im Garten abhängen und hoffen das einer die Arbeit macht, musieren mit Kindern Spielen, beim Fußball versagen (OK, das mache ich alleine, die anderen spielen Fußball) ........

        4) Outdoor speziell:
        Ich bin ja nicht so der "Outdoorer", ohne Zelt habe ich schon seit über 20 Jahren nicht mehr draussen geschlafen, mit Zelt seit knapp 20 Jahren. Draussen findet in der raren Freizeit statt, darüber nachdenken wie ich es mache kann ich öfter. Zudem habe ich mehr Geld als vor 20 Jahren also beschäftige ich mit Ausrüstung, planung und anderem Unwichtigen und die Vorfreude wächst. Zudem versuche ich endlich mal zu lernen wie man nette Fotos macht, dann veröffentliche ich hier auch Reiseberichte von meinen Extremtouren (Winterüberschreitung des Teufelbergs, Komplette durchquerung der alten Fahrt in unter 3h ...).

        Ich sehe hier keinen neuen Trend, aber ich beobachte das erst 30 Jahre. Mit dem Aufkommen der großen Outdoor Ausstatter Anfang der 90 gabs einen Umbruch, vorher ist man halt mit Leinenzelt, kleinen Packtaschen, Esbitkocher und Hollandrad los, danach gabs dann richtige Ausrüstung für jedermann.

        Gruß
        Zwerg

        Edit: Wie Ihr seht, gibts manchmal auch im stressigen Berufsalltag Wochen in denen weniger los ist, sonst komme ich ehr nur auf Diensreisen hier ins Forum.
        G.Z.

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        • Steinchen
          Dauerbesucher
          • 14.10.2010
          • 734

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

          Hallo HUIHUI,

          zu fast allen deinen Argumenten und Fragen würde ich sagen: "na und?". Wer warum wieviel wofür ausgibt, tut mir nicht weh und was ich warum wofür... ausgebe, ist meine Sache.

          Den verlinkten Artikel finde ich etwas provokant und polarisierend. Man könnte fast denken, der macht Werbung für ein Buch und will ins Gespräch kommen

          Warum springst du eigentlich auf sowas an?
          lg Steinchen

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          • HUIHUI
            Fuchs
            • 07.08.2009
            • 2140

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

            Zitat von Steinchen Beitrag anzeigen
            Den verlinkten Artikel finde ich etwas provokant und polarisierend. Man könnte fast denken, der macht Werbung für ein Buch und will ins Gespräch kommen

            Warum springst du eigentlich auf sowas an?
            Ich wundere mich über solche Aussagen. Gunter Dueck ist nicht nur einer der klugsten Philosophen zum aktuellen Zeitgeist in Deutschland, er ist auch einer der Top Manager des Landes und regt auch da zum Nachdenken an. Anders als viele seiner Kollegen legt er jedoch den Mensch ins Zentrum seiner Überlegungen und nicht, wie viele seiner Kollegen, Shareholder Value.

            Seine Kolumne könnte ja auch als Anregung gewertet werden vielleicht etwas bewusster spielerisch an die eigenen Hobbys zu gehen und nicht alles durchzuplanen. Das Freizeitfliessband ist keine Freizeit, leider ist das, trotz outdoorforum, häufig fernab dessen was wohl Handlungsgrundlage vieler hier ist.
            Ich bin ziemlich einfach. Ich trinke guten Wein, das ist konzentrierter Sonnenschein.

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            • Gast-Avatar

              #7
              AW: Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

              Huihui (sic!), gefährliche Anstöße
              Ich gestehe, mir war bis eben G. Dück völlig unbekannt - und würde auch nicht so fix von Philosoph sprechen. Wobei hier in Ausrüstungsdingen auch immer mal von Philosophie die Rede ist. Aber geh mal zum Treff der Opelfreunde oder so. Die können sicher viel über Polituren und Stoßdämpfer und Felgen oder ... philosophieren.

              Ich fass das, von dem ich denke, was du u.a. meinst, kurz: Capitalism. Und meine keineswegs Ausrüstungskäufe. Aber lass uns bloß nicht politisch werden.

              Vielleicht auch ein mediales Problem: alles schon gesehen, bevor man da war, die Bilder im Kopf müssen dann in der Realität genauso sein. Hier schrieb kürzlich einer bzgl. Skierfe: ja, dann war ich oben, denn es ist ja ein "Muss" - und war enttäuscht - die vorher gesehenen Ansichten - forengeprägt? - waren besser, real sah es gar nicht so toll aus, "lohnte" vergleichsweise nicht. Hatte sich ne riesige Erwartungshaltung aufgebaut?
              Immerhin, es gibt Hoffnung: Er hat in der Umgebung für sich anderes Schönes gefunden.
              Zuletzt geändert von winnetoux; 06.07.2011, 11:28.

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              • stoeps
                Dauerbesucher
                • 03.07.2007
                • 537

                • Meine Reisen

                #8
                Dazu ein paar Gedankensplitter:

                Als Denkanstoß bzw. Selbstreflexionsansatz finde ich den verlinkten Artikel gut. Einfach sich selbst fragen, ob man sich in manchen Bereichen ertappt fühlt und dann, ob man das so will oder es eher irgendwie so gekommen ist.

                Von Philosophie würde ich da allerdings auch noch nicht sprechen. Der Wikipedia-Artikel über den Mann nennt ihn zwar auch einen Philosophen, aber ein Blick auf seine Bücher bestärkt meinen Eindruck aus dem obigen Artikel, dass er hauptsächlich über sein eigenes Milieu schreibt. Dass ist m.E. ein bedauerliches Phänomen bei vielen 'aufgeklärten' Top-Managern, dass selbst sie kaum noch das Leben der restlichen (mehrheitlichen) Bevölkerung kennen. Es zeigt aber auch, wie hermetisch die Lebenswelt dieser Eliten geworden (?) ist.

                Dieses Forum - wenn ich darüber überhaupt so pauschal sprechen möchte - ist für mich eher ein positives Beispiel. Gerade die vielen Reiseberichte über kleine Wochenendtouren, frei von Leistungsansprüchen, ermutigen immer wieder andere, auch einfach loszuziehen.
                Die Ultraleichtfraktion, auf die man den Artikel sicher gut beziehen kann, sehe ich eher als Tüftler-Avangarde. Sie geben uns 'normalen' Anstöße, aber wir müssen ihnen nicht komplett folgen. Und die meisten tun das auch ganz konkret, indem sie in Packlisten-Threads ermutigen, auszupacken und wegzulassen, aber wissen, dass UL ein Prozess ist, ein Weg, den jeder verschieden weit mit geht.

                Vor allem aber - und das ist für mich das schönste an diesem Forum - sind die meisten hier fähig zur Selbstironie. Man kennt die Philosophien, weiß wo man sich einordnet und neckt sich und andere ein wenig. Um dafür zwei Beispiele zu nennen:

                1) Im einem der ersten "Hexenstieg unter x Stunden Berichte" steht schon als Einleitung eine wunderbare Liste der Motive, die sinngemäß endet mit: "Die Landschaft? Dafür hatte ich nun wirklich keine Zeit!"

                2) Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand


                stay hungry, stay foolish :-)
                stoeps
                „The world's big and I want to have a good look at it before it gets dark.”
                ― John Muir

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                • Wsjr
                  Gesperrt
                  Erfahren
                  • 23.05.2011
                  • 106

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

                  Zitat von HUIHUI Beitrag anzeigen

                  Vorallem im Forum sehe ich viele Touren die komplett auf extrinsischen Faktoren gewählt, geplant und durchgeführt werden. Die eigenen Erlebnisse und der mögliche Gewinn der eigenen Erkenntnis und Erfahrung rückt gefühlt mehr und mehr in den Hintergrund, das inszenieren und produzieren des eigenen Wunschselbst immer mehr in den Vordergrund.
                  Woher weißt du das?
                  Es soll ja Leute geben die die schönsten Erlebnisse und Gefühle ganz alleine für sich behalten möchten und nicht in die weite Welt posaunen müssen wie schön und wonderfull doch dieses und jenes war.
                  Vielleicht sehen manche Leute die Tourberichte eher sowas wie eine Serviceleistung an wo sie hauptsächlich sachliche Informationen und Bilder weitergeben.

                  Ich kann dir in diesem Punkt jedenfalls nicht folgen. Für mich ist das Neid, Leute die es zustande gebracht haben eine supertolle Tour zu machen, als Oberflächlich abzustempeln.

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                  • Steinchen
                    Dauerbesucher
                    • 14.10.2010
                    • 734

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: Ein Beitrag von Gunter Dück zum Thema Sport und Leistung

                    Zitat von HUIHUI Beitrag anzeigen
                    Ich wundere mich über solche Aussagen....

                    ...Seine Kolumne könnte ja auch als Anregung gewertet werden vielleicht etwas bewusster spielerisch an die eigenen Hobbys zu gehen und nicht alles durchzuplanen...

                    Na, er trifft halt deinen Nerv. Bei mir hat es echt nur Schulterzucken ausgelöst.

                    Trotzdem habe ich jetzt nochmal darüber nachgedacht. Ich habe mich zwar mit früher/heute auseinandergesetzt (...vielleicht nicht ganz so kritisch, wie du), bin aber zu anderen Schlüssen gekommen.

                    Ich bin 64 geboren und meine Freizeit als Kind und Jugendliche war nicht ausgeplant. Ich wurde nirgendwo hingekarrt. Es gab keinen Sport und ich habe kein Musikinstrument erlernt. Ich war nicht in einer Tanzschule und habe auch sonst keine künstlerischen Sachen gemacht... das Malen mit Bunt- und Filzstiften mal ausgenommen. Ich habe einen Wahnsinns-Nachholbedarf und es macht mir Spaß.

                    Das was ich heute bei vielen Kindern sehe, ist das andere Extrem (finde ich). Ein guter Weg liegt sehr wahrscheinlich irgendwo dazwischen.
                    lg Steinchen

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