Sensorik für Kamerachips

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  • Flachlandtiroler
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    • 14.03.2003
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    Sensorik für Kamerachips

    Manche Smartphonkameras arbeiten bereits mit einer Art Entfernungsmessung.
    Aktuell setzt der Marktführer jetzt tatsächlich auf einen zusätzlichen Sensor, der direkt und pixelweise die Entfernung mittels Laserlaufzeitmessung bestimmt. Prinzipiell müßte man damit auchden AF ersetzen können. Und damit kann man dann Hintergünde freistellen ("Offenblende") und womöglich auch eine Art Bokeh manipulieren...

    Ist das ein weiterer Sargnagel für konventionellen Fotokameras? Oder warten wir jetzt, bis Nikon & Co. das auch anbieten?
    Meine Reisen (Karte)

  • ApoC

    Fuchs
    • 02.04.2009
    • 1626

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Sensorik für Kamerachips

    Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
    Manche Smartphonkameras arbeiten bereits mit einer Art Entfernungsmessung.
    Aktuell setzt der Marktführer jetzt tatsächlich auf einen zusätzlichen Sensor, der direkt und pixelweise die Entfernung mittels Laserlaufzeitmessung bestimmt. Prinzipiell müßte man damit auchden AF ersetzen können. Und damit kann man dann Hintergünde freistellen ("Offenblende") und womöglich auch eine Art Bokeh manipulieren...

    Ist das ein weiterer Sargnagel für konventionellen Fotokameras? Oder warten wir jetzt, bis Nikon & Co. das auch anbieten?
    Du meinst damit synthetisch die eine Tiefenunschärfe zu realisieren? Also quasi parallel zum normalen Bild noch ein Entfernungsbild aufzunehmen und dann entsprechend Weichzeichnen?
    „Luke, auch du wirst noch entdecken, dass viele Wahrheiten, an die wir uns klammern, von unserem persönlichen Standpunkt abhängig sind.“ — Obi-Wan Kenobi

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    • Flachlandtiroler
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      • 14.03.2003
      • 23484

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Sensorik für Kamerachips

      Korrekt. Du hast halt gegenüber einer AF-Matrix
      • mehr Messpunkte (30k statt zehn...hundert oder so)
      • echte und präzise Entfernungsdaten statt Kontrastoptimum (unendlich außen vor, aktives System -- auf zeitnahe Reflektion angewiesen)
      • Abtastrate und Genauigkeit sind gegenläufig optimierbar
      • aktive Beleuchtung (Infrarot, VCSEL) kostet Strom
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      • ApoC

        Fuchs
        • 02.04.2009
        • 1626

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Sensorik für Kamerachips

        Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
        Korrekt. Du hast halt gegenüber einer AF-Matrix
        • mehr Messpunkte (30k statt zehn...hundert oder so)
        • echte und präzise Entfernungsdaten statt Kontrastoptimum (unendlich außen vor, aktives System -- auf zeitnahe Reflektion angewiesen)
        • Abtastrate und Genauigkeit sind gegenläufig optimierbar
        • aktive Beleuchtung (Infrarot, VCSEL) kostet Strom
        Ja das klingt erstmal gut. Ich bin jedoch der Meinung, dass man im Fotobereich deutlich Ruhe bewahren und abwarten muss was sich dann wirklich durchsetzt. Wenn es danach ginge was die Hersteller sagen wäre Sony ja auch schon seit zehn Jahren Marktführer bei DSLR Kameras. Zumindest haben sie damals groß getönt und haben es dann völlig verkackt ihren Sensor anzusteuern obwohl in der in der D3x die im gleichen Zeitbereich rauskam ebenfalls ein Sony Sensor saß der die gleiche Auflösung hatte. Ich vermute es war fast der gleiche Sensor.

        Aktuell hat Sony mit ihren spiegellosen Kameras ja einen Lauf. Ob sie wirklich ein Kamerahersteller werden (einmal haben sie es ja schon total verkackt) würde ich erst in zehn Jahren beurteilen.

        Genauso muss sich bei so etwas zeigen wie gut das dann wirklich wird. Für Kompakte Hobbyknipserei sicherlich nicht uninteressant aber ich bin mir relativ sicher, dass auch die langjährigen Kamerahersteller nachlegen werden. Das war bisjetzt immer so.

        Spontan fällt mir eben auch ein ob ein solches Bokeh genauso toll aussieht/wirkt wie ein echtes Bokeh. Sicherlich kann man dann auswählen welches Bokeh man haben möchte aber es gibt auch andere Beispiele wo solche synthetischen Dinge nie so geworden sind wie das Original.
        „Luke, auch du wirst noch entdecken, dass viele Wahrheiten, an die wir uns klammern, von unserem persönlichen Standpunkt abhängig sind.“ — Obi-Wan Kenobi

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        • Flachlandtiroler
          Freak
          Moderator
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          • 14.03.2003
          • 23484

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Sensorik für Kamerachips

          Ich glaube das ist kein Wettbewerb zwischen etablierten Canon & Nikon und Sony als Herausforderer.

          Das og. Feature wird in ein hochpreisiges Tablet eingebaut und irgendwann in die restlichen Smartphones.
          Immer weitere digitale Filtermöglichkeiten werden entwickelt, die die bisherigen Alleinstellungsmerkmale der DSLR / spiegellosen Kameras untergraben.

          Hier geht's darum, wofür man überhaupt noch eine DSLR oder spiegellose "Kamera" braucht.
          Was kann eine "Kamera" noch, was ein "Phon" nicht kann?
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          • ChuckNorris
            Erfahren
            • 03.08.2018
            • 144

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Sensorik für Kamerachips

            Der Lidar Sensor im neuen iPad ist für Augmented Reality Anwendungen gedacht. D.h. die Überlagerung von Computergrafik Elementen auf einem Live Bild durch die Kamera Linse. Sowas wie Pokemon Go, oder auch professionellere Anwendungen im Marketing oder der Produktentwicklung.

            Zum Fokussieren müsste man das Ding quasi zweckentfremden und ich glaube nicht, dass der Sensor die Genauigkeit eines normalen phasenbasierten Fokussystems erreicht.
            Um "richtigen" Bokeh nachträglich zu rechnen bräuchte man dagegen eine Lichtfeld Kamera (prinzipiell eine Optik mit vielen Linsen + Mathematik). Das ist aber wieder was anderes und hat sich nicht durchgesetzt, bzw. wurde von einem der Tech Giganten geschluckt und verschwand von der Bildfläche (Pun intended). Lytro ist vielleicht dem ein oder anderen ein Begriff.

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            • Flachlandtiroler
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              • 14.03.2003
              • 23484

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Sensorik für Kamerachips

              Zitat von ChuckNorris Beitrag anzeigen
              Zum Fokussieren müsste man das Ding quasi zweckentfremden und ich glaube nicht, dass der Sensor die Genauigkeit eines normalen phasenbasierten Fokussystems erreicht.
              Die aktuell Challenge für LIDAR ist face recognition, d.h. Auflösung im mm-Bereich.
              Das Inkrement bei LIDAR ist gegeben durch Laserpulsdauer (~Nanosekunde), Totzeit des Systems (ähnlich) und Lichtgeschwindigkeit. Diese Genauigkeit hast Du an der Nahgrenze (Parallaxe der Sensoren...) genauso wie an der Reichweitengrenze (einige zehn...hundert Meter je nach Laser).

              Damit könntest Du den AF für normale, bildmäßige Fotografie bequem erledigen.
              Aber klar, der normale AF ist schon im Bildsensor drin und die SPADs für LIDAR erfordern ein zusätzliches System.
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              • morit.z
                Dauerbesucher
                • 16.03.2009
                • 647

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Sensorik für Kamerachips

                Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
                Hier geht's darum, wofür man überhaupt noch eine DSLR oder spiegellose "Kamera" braucht.
                Was kann eine "Kamera" noch, was ein "Phon" nicht kann?
                Naja, da ist schon noch ein bisschen Luft. Rauschverhalten bei hohen ISOs, Objektivauswahl, Handhabung, Bedienung..

                Viele Punkte davon lassen sich sicherlich auch durch bessere Algorithmen u.ä. in Handys verwirklichen. Mir persönlich fehlt da aber jetzt schon oft der Charakter bzw. die gewisse Note, die man sonst fast nur durch eine echte optische Abbildung erreicht (mit allen dazugehörigen "Fehlern"). Ganz abgesehen vom Spaß, der auf der Strecke bleibt..

                In den Foto-Foren wird ja schon seit längerem der sichere Tod der klassischen Kameras herbeigerufen und da wird auch ein Funken Wahrheit mitschwingen, aber nicht jede Neuerung hat auch Bestand (siehe Lytro-Beispiel).
                Bilder.

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                • ChuckNorris
                  Erfahren
                  • 03.08.2018
                  • 144

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Sensorik für Kamerachips

                  Interessant. Mir war nicht bewusst, dass die Entfernungsmessung bei Lidar so genau sein kann. Ich kannte bisher nur die recht groben Meshes die beim 3D Scannen herauskommen. Das scheint wohl hauptsächlich an der geringen Anzahl von Messpunkten zu liegen. Hier gibt es eine recht anschauliche Darstellung der Lidar Auflösung im neuen iPad:
                  https://youtu.be/xz6CExnGw9w?t=103

                  Verglichen mit der Anzahl von Fokusmessfeldern die eine semi-professionelle DSLR bietet ist das noch recht dürftig. Wenn man aber bedenkt, dass das iPad das erste Consumer Gerät ist, das einen solchen Sensor überhaupt mitbringt, dann schauen wir mal wie die Situation in ein paar Jahren aussieht.

                  Dass durch so einen Ansatz die Handyknipsen deutlich besser werden glaube ich aber nicht. Da fehlen dann immer noch ein anständiger Bildsensor und gutes Glas. Vielleicht schreitet aber auch die Instagrammisierung unseres ästhetischen Empfindens fort und irgendwann denken wir, dass der Datenmüll aus einem winzigen Sensor mit einem Haufen AI drauf das Maß der Dinge ist :-)

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